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Mucken

ahd. bis sprichw. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
21 in 16 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
Verweise rein
28
Verweise raus
26

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Mucken

Bd. 3, Sp. 296
Mucken, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert. 1. Einen Laut von sich geben, als wenn man anfangen wollte zu reden, aber indem wieder abbricht, der geringste vernehmliche Laut, welcher Laut selbst auch wohl ein Muck oder Mucks genannt wird. Nicht einen Muck oder Mucks von sich geben, nicht den geringsten Laut. Nicht Muck sagen, kein einziges Wörtchen. Es soll nicht ein Hund mucken, 2 Mos. 11, 7. Er darf mir nicht mucken. S. Mucksen, welches in dieser Bedeutung noch üblicher ist. 2. Figürlich. 1) Sein Mißvergnügen auf eine ungesittete Art durch Stillschweigen und ein verzogenes Gesicht an den Tag legen, welches im gemeinen Leben auch maulen, schmollen, protzen, im Nieders. schulen, genannt wird; ohne Zweifel, so fern auf solche Art mißvergnügte Leute ein mürrisches Stillschweigen beobachten, und nur unvernehmliche dem Muck ähnliche Töne von sich hören lassen. Er muckt. S. Mucke, Mucker und Muckisch. Nach einer noch weitern Figur. 2) Es muckt mit der Sache, oder die Sache muckt, sie hat einen heimlichen Fehler, geräth in Stockung in das Stecken, es will nicht mit ihr fort.[] Ein vermuckter Kram, ist daher im Nieders. ein verzweifelter Handel. S. Mucke. Anm. In der ersten eigentlichen Bedeutung, wo es eine Nachahmung des Lautes ist, im Nieders. mucken, im Mecklenb. miecken, im Schwed. muoka, im Dän. mukke, im Engl. to mutter, im Lat. mutire, mussare und mussitare, im Griech. μυζειν. Das Griech. μωκος, eine verspottende Geberde, und μωκασθαι, mit Mienen und unarticulirten Tönen verspotten, Engl. to mock, Franz. mocquer, sind ohne Zweifel aus ähnlicher Quelle, so fern eine solche Verspottung sich bloß durch einfache Töne und Geberden äußert. Dieser Laut, welchen man im Hochdeutschen einen Muck oder Mucks nennet, heißt in Baiern ein Nüsterle, (im Dän. ist knyste und im Schwed. kny, knysta, mucksen) im Nieders. Kick, wo kicken mucksen ist, im Schwed. Knytt, im Lat. Mu, und im Griech. γρυ. Weil alle die Laute, welche man mit dem Nahmen Muck beleget, leise, still und unverständlich sind, so bedeutet mack, muck, in mehrern Sprachen und Mundarten auch so viel als heimlich, verborgen, wie das Schwed. mjugg. S. Meuchelmord. Das Nieders. mucken, abmucken aber, tückisch, auf heimliche hinterlistige Art ermorden, kann auch zu dem Geschlechte der Wörter mactare, metzeln, Messer, μαχαιρα, u. a. m. gehören.
2381 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    mucken

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

    firmuckenAWB sw.v. I, nur part.perf. in Gl. 1,130,36 (Ra, Kb, Pa): ‚abgestumpft sein (?), ersticken (?); suffocatio‘ <〈V…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    muckenswv.

    Nachträge (Lexer)

    mucken swv. in zermucken 3,1074.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    muckenSb.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    mucken , Sb. nhd. getrocknete (größere) Rasenstücke oder Plaggen zum Brennen E.: Herkunft ungeklärt? L.: Lü 236b (mucken…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mucken

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Mucken , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert. 1. Einen Laut von sich geben, als wenn man anfangen wo…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    mucken

    Goethe-Wörterbuch

    mucken 1 aufmucken, aufbegehren, Mißfallen erkennen lassen/bekunden O Freiheit süß der Presse!|..Kommt, laßt uns alles d…

  6. modern
    Dialekt
    mucken

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    mucke n I , muckse n , mückse n [mykə Liebsd. bis Scherw. ; mùkə Felleri. Rauw. ; myksə fast allg.; miksə M. ; mùksə Urb…

  7. Sprichwörter
    Mucken

    Wander (Sprichwörter)

    Mucken 1. Wenn öppis mugget, so het's Läba. – Sutermeister, 133. 2. Das (Ding) hat Mucken. ( Rottenburg. ) Soviel wie: d…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mucken

103 Bildungen · 88 Erstglied · 12 Zweitglied · 3 Ableitungen

mucken‑ als Erstglied (30 von 88)

mucken I

SHW

mucken I Band 4, Spalte 787-788

mucken II

SHW

mucken II Band 4, Spalte 787-788

Muckenbein

SHW

Mucken-bein Band 4, Spalte 789-790

Muckending

SHW

Mucken-ding Band 4, Spalte 789-790

Muckenfuck

SHW

Mucken-fuck Band 4, Spalte 787-788

Muckenfuß

SHW

Mucken-fuß Band 4, Spalte 787-788

Muckenglas

SHW

Mucken-glas Band 4, Spalte 787-788

Muckensau

SHW

Mucken-sau Band 4, Spalte 787-788

mucken als Zweitglied (12 von 12)

aufmucken

Pfeifer_etym

auf·mucken

mucken Vb. ‘mit halb geöffnetem Mund Laute von sich geben, murren, aufbegehren, sich leise, vorsichtig oder unwillkürlich bewegen’, seit dem…

firmucken

AWB

fir·mucken

? fir- mucken sw. v. ; vgl. mhd. zermucken, nhd. mucken ( DWb. VI,2609 ff., vgl. dazu Pfeifer, Et. Wb. 2 S. 894 u. Kluge, Et. Wb. 25 S. 637 …

Schmucken

Campe

sch·mucken

† Schmucken , v. intrs . in Hamburg, schmatzen, z. B. beim Küssen. D. Schmucken .

vörsmucken

KöblerMnd

vörsmucken , sw. V. nhd. liederlich verbringen Hw.: vgl. mhd. versmücken E.: s. vör, smucken (1) W.: s. nhd. (ält.) verschmücken, sw. V., ve…

zermucken

Lexer

zer·mucken

zer-mucken swv. zerdrücken, -malmen. die îsen zermukend als ain stain Netz 10985. vgl. Schm. Fr. 1,1566.

īnsmucken

KöblerMhd

īnsmucken , sw. V. Vw.: s. īnsmücken*

Ableitungen von mucken (3 von 3)

entmucken

ElsWB

entmucken einschlafen. ‘Als sie ein wenig was entmuckt’ Fisch. Flöhh. 427. vgl. i n nicke n .

vermucken

ElsWB

vermucke n einwerfen, in Stücke werfen: d Schiwe n sin d an dëm Fënster vermuckt wor d e n Horbg.

zermucken

Lexer

zer-mucken swv. zerdrücken, -malmen. die îsen zermukend als ain stain Netz 10985. vgl. Schm. Fr. 1,1566.