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fut

mhd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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7 in 5 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

fut f.

Bd. 4, Sp. 1060
fut, f. 11) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur bezeichnung der kürze eines vocales den consonanten hinter diesem, zumal in der wurzelsilbe, zu verdoppeln pflegen, gewöhnlich heute, wie bereits von Fischart und von Henisch 1324, 39, beim volke futt geschrieben, und z. b. Steinbach 1, 534 nimmt beide schreibungen nebeneinander auf. ahd. noch nicht nachweisbar, aber Graff 3, 450 verzeichnet einen mannsnamen Futo, nach seiner gewohnheit bei eigennamen ohne beleg, und auch Förstemann 1, 448 führt keinen an, wol weil ihm keiner aufstiesz. der name scheint sich jedoch zu bestätigen durch auff morgen wirt man begehen (d. h. seelmessen lesen für) Heintz muoter ft, und Cuntz muotterfuot seynen bruoder übermorgen Zagels Peter in Schmoszmanns predigt s. 12, wo Muoterft, Muotterfuot als familienname erscheint. auch möchte für den namen Futo der im hessischen Odenwald vorkommende familienname Futtner sprechen, der gleich jenem Futo ursprünglich einen auf geschlechtliche beiwohnung erpichten, einen geschlechtlicher beiwohnung ergebenen bedeuten wird. mhd. vut (GA. 3 s. 23, 75—28, 274), fut (vocab. opt. nr. 1, 200. altd. bl. 2, 198, 6. futilitates germanicae medii aevi s. 5—14). niederrheinisch bei Kilian (1599) s. 120b fut, futte, neben 119a veraltet nl. fotte. nd. fot neben fotse (dies aus dem hochd. entlehnt). brem. wb. 1, 444. Schütze 1, 332. isländisch u. altnorw. fuð f., cunnus, matrix, wovon ebenda fyðill m., das männliche glied. Rietz 158a. heute norweg. fud, fu, fo, f., cunnus, matrix, aber auch podex. Aasen 174a. 194a. über die abstammung des wortes, dessen schreibung fud (s. d.) oder gar futh (Kilian 120b) als ungut bezeichnet werden musz, wurde unter fotze gehandelt und mit vollem rechte auf ein vorauszusetzendes mit lat. pudere, sich schämen, stimmendes goth. wurzelverbum fiutan praet. sg. fáut pl. futun part. praet. futans hingewiesen, dessen die wurzel enthaltendem pl. praet. fut entsprosz, das also auf dem älteren lautstande blieb. an goth. fitan, gebären, läszt sich bei der ableitung des wortes nicht denken, denn es kann von diesem verbum eben so wenig eine form mit dem vocal u in der wurzel hervorgehn, als von dem starkbiegenden fitan. s. oben sp. 965 f. und 3, 1340. 1358. 1365. unverwandt sind die nur zufällig anklingenden hebr. fot (ת) m., weibliche scham (Jes. 3, 17), eigentlich so viel als zwischenraum, eben so gr. φυτεύειν, zeugen, erzeugen, und lat. futuere, mit einem frauenzimmer sich fleischlich vermischen. der pl. lautet, wie sich schon oben sp. 363 ergibt, ursprünglich füte, gekürzt füt, und dies zeigt sich auch unten in der stelle aus Fischarts Garg. 96a, wo ganz nach der schreibung des sg. in dem werke der auslaut verdoppelt ist. aber neben dem stark declinierenden sg. fut tritt auch, wie gleich nachher die stelle aus den von Bartsch herausgegeb. mitteld. ged. ersehen lassen wird, mitteld. im 14. jh. eine schwach declinierende form vute auf, die sich in nhd. futte bei Stieler 523 (s. auch futze), der gleichen vorhin angeführten niederrhein. form so wie dem ebenfalls angegebenen frühern nl. fotte, auch unten in hundsfutte zeigt. der pl. derselben, die futten, ist beim volke Mitteldeutschlands noch der übliche, während südlich, z. b. bair., der alte starke pl. bewahrt bleibt. ursprünglich ist das wort, ganz wie scham für geschlechtsglied, ein reines und wird mhd. und noch im 16. jh., wenn auch schon aus anstand gemieden, doch gesetzt. dies zeigen für das mhd. die aus dem gesammtabenteuer angeführte erzählung und die in den ebenfalls angeführten futilitates enthaltenen stellen und stücke. aus dem 16. jh. aber sprechen stellen wie: das (dasz) sie (die mädchen) sein kumen zu iren tagen, fut, ars, tutten vergebens tragen. fastnachtsp. 247, 11; ein braun futt auff eim weissen teller, zerschnitten köller. Fischart Garg. 56b (1608 G 1a. Scheible 92); (im Schlaraffenlande gibt es) braune fütt auff dem teller. 96a (1608 L 7a); küsz affenfut, so hebst kein schwantz auff. 245b (1608 Ff 7b); aber das ein futt hat, das seychet eben inn die fahrt unnd inn den weg. Sebiz feldbau 573. Meurer 96b; das eine fut hat. Becher 42; nimm eine wolffsfutt, trockne sie dasz sie darr werde. jägerbrevier (Dresden 1857) s. 89, bei Schöpf 158. in folgender stelle scheint auf das weibliche glied nur angespielt: nun ha, reime dich eysenhut, an den fusz oder fut. Fischart Garg. 6 (1608 Aiijb). potz fut! als ausruf fastnachtsp. 387, 14 wurde bereits unter fotze angeführt. ähnlich wird it. cazzo, das männliche glied, als interj. des staunens, der verwunderung verwendet. er sperrte maul und augen auf und rief zu allem: cazzo! Blumauer Virg. Aen. 3, 99. auch in dem im ungrischen bergland vorkommenden fluch neun wut! = neun donner! (Schröer 44b. 103b. 106a) scheint wut mit erweichung des v zu w vut, fut zu sein, wie denn für diese die Gottscheer mundart ausdrücklich wut hat (Schröer ausflug 88). als sprichwörtlich dürfte anzusehen sein mhd. heiʒiu fut und mündlîn rôt bringent manegen man in nôt. futilit. germ. s. 5. dann, zum theil anklingend an spr. Sal. 30, 16, in einer Münchner handschrift aus dem anfange des 16. jh. (Schmeller 2. ausg. 1, 694) fut und hunt, die haben ain weiten slunt: wiewol sye sint vol, dennoch ist in (ihnen) mit dem genesche wol. ferner hört man wetterauisch e (ein) Jüdd (Jude), e futt eann (und) e ijel (igel), ds sein (sind) drei bîse (böse) vijel (vögel). andere sprichwörtlich scheinende ausdrücke sind bei Schmeller 1, 693 f. nachzusehen. ein solcher ist auch der schlusz folgender bei Schöpf 158 angeführten stelle aus Vintlers blume der tugend 7721: wann man inn frömde huener pringt, so sprechen sie: pleib hie haim, als die futt bey meinem pain. 22) Dasz fut auch auf eine weibliche person übergetragen wird, ist schon oben s. 363 bei fud ersichtlich. hierher scheint zu gehören aus dem 14. jh. mitteld. jô wêr ich ein man, wî ich ûch strîche, daʒ ich turret sus vor mir wandern von einer phûten zu dër andern. Bartsch mitteld. ged. s. 96, 431, wo aber, wie der herausgeber s. 220 bemerkt, phuten oder vielmehr fûten für phûten zu lesen ist. auf ein weibliches göttliches wesen übergetragen findet sich dieselbe form, wenn nach Vulpius bibliothek des romantisch wunderbaren 1, 224 die in der erzählten volkssage als herrin des wilden heeres und als letzte im zuge auf einem rappen jagend bezeichnete frau Holla neben den namen Hela, Hulda, Brechta, Wildaberta, Waldina, Herka, auch die Fauta, Fute trägt, welche beide sicher eins sind, so dasz lang gewordenes û des letzten anzunehmen ist, wodurch, da mhd. und mitteld. û in dem volksmunde Mitteldeutschlands, wie nhd., sich zu au entfaltet, sich Fauta erklärt und das û in dem dat. sing. phûten der vorhin angeführten stelle bestätigt wird. übertragung auf eine pflanze zeigt sich in die fude, fulefude (Aug. Stöber elsäsz. neujahrsbl. 1846 s. 308), fuoli fude (Frommann 4, 13. 470), als elsässischer name der herbstzeitlose, colchicum autumnale, die auch nackte jungfer, nackte hure, faule jungfer heiszt, durch welche benennungen jene sich leicht erklären lassen. fute nemlich stimmt mit nackte jungfer, nackte hure (nackethure. Lonicerus kräuterb. 230b), und der name rührt daher dasz die blüte ohne die grünen blätter der pflanze auf den wiesen erscheint; fûle fude, d. i. faule fut, aber kommt ganz mit faule jungfer überein und die bezeichnung faul, elsäss. fûl, erklärt sich daraus dasz jene blüte erst sehr nahe dem herbst oder in demselben als spät im jahr hervorkommt. auf ihre nacktheit deutet auch die benennung nackârsch m., d. i. nacktarsch, in der Wetterau, und darauf dasz die pflanze auch als weibliches thierisches wesen angesehen wird, geht wol der ebenda vorkommende name muck f., mutterschwein (s.mucke), für die erst im nächsten jahr erscheinende, zahlreiche samenkörner in sich schlieszende samenkapsel dieser zeitlose. besonders wird das wort verächtlich auf eine weibliche person übergetragen und dann selbst als schelte gebraucht. 33) Aber das wort kommt in zusammensetzungen, in denen es zuletzt steht, auch auf eine männliche person übergetragen vor, für die dann dasselbe tiefe verachtung ausdrückende schelte ist. dies namentlich in hundsfutte, hundsfut, hundsfutt f., das zunächst das geschlechtsglied der hündin und dann, angewandt, eine aller ehre baare, nichtswürdige mannsperson ausdrückt: das müsse gott im himmel erbarmen! das ist die 3. sau (der dritte unanständige verstosz). je schämet ihr euch denn nicht für dem könige? meinet ihr, dasz er eine hundsfutte ist? Andr. Gryphius 737 (1663 s. 23); du bruder, sprach er (ein soldat zum andern), du bist ein rechte hundsfut, du hättest wol diesz geld den spielleuten zum besten geben, sie hätten uns auffgespielet, bisz der teuffel gestorben wäre. Philander (1650) 2, 711; du albere alte hundsfut, du bist weder meiner noch dieses kleinods werth, und es wäre auch immer schad, wann du anderster, als in armuth und betteley, dein leben zubringen soltest. Simpliciss. (Keller) 3, 138, 31 = Springinsfeld cap. 23. dann aber geht hundsfutt, weil auf eine mannsperson übergetragen, in ein masc. mit dem pl. hundsfütter über: ein hundsfutt bin ich worden. Simpliciss. (Keller) 917, 2; hundsfütter, kerls, seyd ihr, sprach Raufbold. Zachariä renomm. 5, 241. später nur in dem gewöhnlichen leben hundsfut, in der schriftsprache hundsfott mit dem pl. hundsfötter. s. noch oben sp. 363, vorzüglich aber hundsfott, hundsfutt, bei welchen weiteres. auch sind auf jener spalte, am schlusse des artikels fud, einige andere eben so wol hierher gehörige zusammensetzungen angeführt, in denen von der weiblichen person aus zugleich übertragung auf eine männliche stattfindet.
9801 Zeichen · 206 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    futst. F., sw. F.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    fut , st. F., sw. F. Vw.: s. vut

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    futF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    fut , F. Vw.: s. vut L.: Lü 548b (fut)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    futf.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    fut , f. 1 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch …

  4. modern
    Dialekt
    fut

    Rheinisches Wb. · +3 Parallelbelege

    fut = fort (s. d.).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fut

683 Bildungen · 680 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

fut‑ als Erstglied (30 von 680)

Futa Dschallon

Meyers

Futa Dschallon , franz. Schutzstaat in Nordwestafrika, zur Kolonie Französisch-Guinea (s. d.) gehörig (s. Karte bei »Guinea«), zwischen 12°3…

Futag

RhWB

Fu-tag s. Fu II.

Futage

RhWB

fut·age

Fu-tage -vū·ə.dā:x MGladb-Rheind , Erk-Doveren , Heinsb-Dremmen Lümb Havert Schalbr Pl.: Fastnachtstage.

Futai

Meyers

Futai , Statthalter einer Provinz in China.

Futaille

Meyers

Futaille (franz., spr. fütáj'), Faß, Faßwerk.

Futa, La

Meyers

fut·ala

Futa, La , Paß des etruskischen Apennin in der ital. Provinz Florenz, 903 m hoch, wird von der Straße von Bologna nach Florenz überschritten…

futāne

WWB

fut·ane

futāne Interj. [bes. Mes Bri] Ausruf des Mißfallens, Ekels, der moralischen Entrüstung: pfui.

futat

WWB

futat Ausruf des Mißfallens, Ekels, der moralischen Entrüstung: pfui ( Stf Rh ). ⟨ fu’tat ⟩

Futa Toro

Meyers

Futa Toro , franz. Schutzstaat am linken Ufer des Senegal, von Walo bis Bondu, 350 km lang, mit 172,230 mohammedan. Einwohnern, teils Fulbe,…

¹Futbatse

WWB

¹Fut-batse m. 1. Gesäßhälfte. Dat halwe Joäken sit ek op ǟinem Fuetbatsen af sagt ein Gefängnisinsasse ( Dor Wl ). — 2. Oberschenkel ( Isl Ö…

futbleuer

DWB

futbleuer , m. in Östreich spottname der einwohner der im lande ob der Ens gelegenen stadt Wels, » quippe qui junicibus vulvam palma verbera…

futburger

DWB

fut·burger

futburger , futbürger , m. ehedem zu Straszburg ein bürger der durch verheirathung mit einer Straszburgerin das bürgerrecht der stadt erlang…

futel

DWB

fute , f. , s. fut . futel , f. , s. futtel .

fūtelen

WWB

fut·elen

fūtelen V. [Bri] fīetelen ( Bri Nf ) dass. ¶ Vgl. RHWB 2,342: fauteln. — Vgl. → fūdelen .

futelgeld

DWB

futelgeld , n. , s. futtelgeld . futeln , s. futteln .

Futel I

RhWB

fut·eli

Futel I -ūt- = weiblicher Hund, Dirne s. Fautel;

Futel III

RhWB

Futel III -ūət-, Pl. -tələ Ahrw-Kreuzbg , Rees f.: Kinderschaukel jeder Art.

Futel IV

RhWB

Futel IV -ūt- Dür-Birgel , Bergh-NEmbt (veralt.) ; –- Dür-Dhorn Gey Gürzenich Merode Schlich ; Pl. -ələ f.: vom Baume gefallener u. verfaul…

futeln

RhWB

fut·eln

futeln = betrügen s. fauteln, fuddeln.

futen

AWB

futen Gl 2,20,3 s. fûht(i).

¹Futende

WWB

fut·ende

¹Fut-ende n. [verstr. Mark] unteres Ende (eines Eis, einer Garbe, eines Strohbundes).

futenellen

MeckWB

fut·en·ellen

futenellen coire, doch ablenkend auf den Teig, der bearbeitet wird, bezogen: ick will di futenellen Wo. V. 1, 71 a; aus fütern und pimpernel…

Futepur

Meyers

fut·e·pur

Futepur , ind. Distrikt, s. Fatipur .

Futer

ElsWB

Futer [Fùtər Str. ; Fytər Dü. U. ] ein Fluch. I ch ha be drei Sack voll Nusse n bekomme n vo n dëm Baüm. F.! da s i s t vil! Dü. Du bis t e …

futeral

LDWB1

fut·e·ral

futeral [fu·te·rāl] m. (-ai) Hülse f ., Scheide f. , Etui n. , Hülle f . → lada, scatora, vaina .

Futeri

MeckWB

fut·eri

Futeri f. das Schelten Schw Banzk .

futerieren

MeckWB

futer·ieren

futerieren schelten Kolz 112; Ha Lank ; Wa; abgeschwächt viel reden (1890) Wa. Me. 2, 252.

fut als Zweitglied (3 von 3)

SCHOFUT

BMZ

scho·fut

SCHOFUT stm. uhu. fundgr. 1,389. Frisch 2,230. b. vgl. schafitelîn.

schufut

DWB

schu·fut

schufut , m. 1 1) der uhu, strix bubo, auch schubut Adelung (' in den gemeinen sprecharten '), besonders nd. schûvût, schûvôt Schiller-Lübbe…

stîfût

MNWB

° stîfût , m. , (weibl. Tracht:) Polster, spez. ein unter dem Rock getragener Hüftwulst (Hamburg).