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gogeln

mhd. bis nhd. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
3 in 2 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gogeln vb.

Bd. 8, Sp. 675
gogeln, vb. , flattern, sich (schwankend) hin und her bewegen, gaukelei treiben, gesticulari. zur herkunft vgl. gogel, adj., und gaukeln, vb.; in fast allen mundarten verbreitet, literarisch bis ins 17. jh. bezeugt; s. auch gugeln und gageln. 11) flattern, hin und her schwanken, kindliche (tölpelhafte) bewegungen machen, mutwillen treiben: man sach dâ wunder gogelen von tieren und von vogelen ûf manegem helme veste Wolfram v. Eschenbach Willehalm 403, 23; wie nun das kündt mit beiden füeszen goglet Zimmerische chronik2 3, 105 Barack; 'gebt mir doch mein eier wider!' 'ja, morgen früh leg dich nider und gogel mit deim bein darfür!' A. J. Widmann Peter Leu 1583, s. Weimar. jb. 6, 473; im compositum aufgogeln: den grosten adel und die hochsten art hon ich vor allen vogeln, es darff sich keiner uff der vart hie uber mich uffgogeln Michael Beheim bei Schmeller-Fr. 1, 880; vgl.: gockeln oder gesten machen gesticulari (15. jh.) bei Diefenbach gl. 261c; dagegen gehört niederrhein. gokelen (mit ô) blijde sijn, vroeliche gesten machen gesticulari gemma gemmarum (Köln 1495) j 8b wohl zu gaukeln, vgl.gaucklen oder frolich ding driben gemma gemmarum (Hagenau 1510) l 4b. im bairischen und ostfränkischen begegnet auch gögeln (vgl.gögel, adj., bei Hans Sachs, sp. 672 f.): des maien wint der gögelt in dem loup minneburg (um 1340) bei Lexer 3, 215; das weiberspienzeln, das kögeln und gögeln Selhamer (1694) bei Schmeller-Fr. 1, 880. in den heutigen mundarten reicht diese form bis in den obd. westen, vgl. gögeln 'sich wie ein laffe betragen, läppisch tun' und vergögeln 'etwas aus unachtsamkeit verlegen, verlieren oder weggeben' bei Stalder schweiz. idiot. 1, 462 (zu gögel, m., ebda); gög(e)len 'mutwillen treiben, närrisch tun, sich lustig machen', 'dumm handeln' bei Staub-Tobler schweiz. idiot. 2, 154. mit r -ableitung gögern 'herumfuchteln' Schöpf tirol. 199. daneben kennt die mundart auch ein nicht-umgelautetes gôgeln in gleicher bedeutung, s. Schöpf 167; Staub-Tobler 2, 153; auch rheinisch, s. rhein. wb. 2, 1294. die grenze zu gaukeln, das mundartlich auch als gögeln, gö(c)keln, go(c)keln erscheint, ist naturgemäsz schwer zu ziehen, vgl. oben. zu gaukeln (gäukeln) rechnet wohl nd. gögeln, s. Mensing schlesw.-holst. wb. 2, 451, ferner Jensen Wiedingharde 161, dagegen zu gogeln, gögeln mundartliches go(c)keln, gö(c)keln überall dort, wo lautgesetzlich vor l eine verhärtung des g eintritt, so im moselfränkischen und obersächsischen, s. Kisch Nösner wörter 56; Müller-Fraureuth 1, 372; hierher vielleicht auch: gocklen sich kindisch betragen Fischer schwäb. 3, 734; gockeln hin und her schwanken Heinzerling-Reuter Siegerländ. wb. 93 (dagegen gökeln 'unruhig sitzen' zu gaukeln ebda 79); gockeln hin und her wanken; schwanken, müszig gehen rhein. wb. 2, 1294; gokeln unsicher gehen, wackeln Stauf v. d. March nordmähr. maa. 45. 22) unter bedeutungsmäszigem einflusz von gaukeln 'zaubern' im sinne von 'zauberei treiben, kunststückchen machen': wann frawen oder anders ymand her în gêt und gegockelt haben, in das zu nemen mit secken und mit all (v. j. 1436) im Frankfurter bürgermeisterbuch bei Lexer 1, 1060; den lûden das guckeln verbieden (v. j. 1442) ebda; im compositum vergogeln 'verzaubern (verspotten?)': so müszt ir bekennen, dasz er (Christus) vergogelet werd, und nach lotterbübischer art verschwind wie der wind Joh. Spreter von d. alten christl. mesz (1532) bei Fischer schwäb. 2, 1151. als nomen agentis, vgl. iocularius gogler voc. alphab. (s. l. e. a.) bei Diefenbach gl. 307c; phito (fito) ein gockler oder ein tufel vocab. ex quo (15. jh.) ebda 237b; desultorius (i. e. ioculator) gockler voc. alphab. (s. l. e. a.) ebda 177a: darumb ich si in der segi (netz) han. schellenslaher, gogler und affer sind mir all nit unmær des teufels netz 13336 Barack.
3882 Zeichen · 92 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gogelnsw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    gogeln , sw. V. Vw.: s. gogelen (1)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gogelnvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    gogeln , vb. , flattern, sich ( schwankend ) hin und her bewegen, gaukelei treiben, gesticulari. zur herkunft vgl. gogel…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gogeln

2 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

gogeln als Zweitglied (1 von 1)

ūfgogeln

KöblerMhd

ūfgogeln , sw. V. Vw.: s. ūfgogelen*

Ableitungen von gogeln (1 von 1)

vergogeln

PfWB

ver-gogeln schw. : sich v. 'kichern', sich vegoogele [ RO-Rehborn Callb ]; vgl. verlachen . — Zu mhd. gogeln 'sich ausgelassen gebärden'.

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Cotta, M. (2026). „gogeln". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gogeln/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „gogeln". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gogeln/dwb. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gogeln". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gogeln/dwb.
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