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rhein

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

rhein m.

Bd. 14, Sp. 853
rhein, m. (altn. f., altfries. n.), lat. Rhênus, griech. ῥῆνος, wahrscheinlich keltischen ursprungs (vgl.Reno, lat. Rhenus in Gallia cisalpina) vom stamme ri gehn, flieszen, also gleichbedeutend mit 'flusz'. das r wurde fälschlich im lat. nach griechischer analogie aspiriert. ahd. Rîn (selten Hrîn), spätlat. Hrênus, Rênus, mhd. Rîn, nhd. Rein und mit falscher analogiebildung nach der lat. form Rhein (Glück sitzungsber. d. bayr. akad. 1865, s. 1 ff. Müllenhoff alterthumsk. 2, 218. volksetymologische ableitung von rein (purus). 11) in geographischer beziehung 1@aa) zur bezeichnung von Burgund: ê daʒ der vogt von Rîne waʒʒer dô genam. Nib. 561, 1; an den Rîn, bi Rîne, ze Rîne, nach, in Burgund. Nibel. 86, 1. 662, 1. 57, 2; der Rheinpfalz: willkommen, willkommen pfalzgraf am Rhein! wunderh. 1, 259; seht mein land in üppger fülle, sprach der pfalzgraf von dem Rhein. Kerner, Wackernagels leseb. 2, 1499; Ott' Heinrich, der pfalzgraf bei Rheine. Scheffel gaudeamus 64. 1@bb) als grenze gegen Frankreich: von Ungerlant ze berge unz an den Rîn. minnes. 2, 233b Hagen; von der Elbe unz an den Rîn und herwider unz an Ungerlant sô mugen wol die besten sîn die ich in der werlte hân erkant. Walther 56, 38; von hinne (Österrîche) unz an den Rîn. Neidhart 93, 15; nun will ich fliehen über Ryn, ob ich vor jhm möcht sicher syn. Kolrosz betrachtnusse Ea; dämmt den Rhein mit ihren leichen, laszt, gestäuft von ihrem bein schäumend um die Pfalz ihn weichen und ihn dann die gränze sein. H. v. Kleist 3, 340 Tieck. 22) als gröszter und schönster und echt deutscher flusz, insofern quelle, lauf und mündung deutschen landen angehören, wurde er von alters her mit den verschiedensten zusätzen bedacht, welche von seiner werthschätzung zeugnis ablegen: aller wasser könig der Rhein, die Donau soll seine gemahlin seyn. Pistorius 5, 16; er setzet uber Rheine den könig aller flüsz. Zinkgref bei Opitz (1624) 173, neudr. 15; das ist der heil'ge Rhein, ein herrscher reich begabt. Schenkendorf 90; der vater Rhein empfieng durch ausgeworfne gänge, worein das viele nasz gesammelt abwerts flosz, den feuchten überflusz in seinen tiefen schoosz. Drollinger 88; vater Rhein, der währmann teutscher grentzen. Lichtwer 73; ein leben wie im paradies gewährt uns vater Rhein. Hölty 229; vom Oderflusse, Weser, Main, vom Elbstrom und vom vater Rhein. Körner 1, 48 Wolff; der alte vater Rhein, der Rhein soll deutsch verbleiben. Herwegh 1, 36; auch flieszet noch zur stunde der alte Rhein vorbei. Schenkendorf 169; der edle Rhein gab uns den wein! Hölty 216; am Rhein, am Rhein, da wachsen unsre reben, gesegnet sei der Rhein! Claudius 3, 184; zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein! wir alle wollen hüter sein. wacht am Rhein; sie sollen ihn nicht haben den freien, deutschen Rhein. N. Becker. hervorhebung seiner breite, tiefe, farbe: niender ist so breit der Rîn. Parz. 285, 6; der michele Rîn. Tristan 488, 7; da sich der snelle Rîn wil sêwen unde ergieʒen. Konr. v. Würzburg schwanenr. 2, 52 Roth; ein bettelmann warf seine krücke voll unmuhts in den tiefen Rhein. Drollinger 139; stand ich auf einem hohen berg, sah wohl in den tiefen, tiefen Rhein. wunderhorn 1, 257; am Rhein, am grünen Rheine da ist so mild die nacht. Geibel 1, 3. 33) mit diesen eigenschaften des Rheins als des gröszten deutschen grenzstromes hängt seine überaus häufige verwendung in sprichwörtern eng zusammen. 3@aa) als verwünschung: wolt got, der schalck leg in dem Rein. H. Sachs fastn. sp. 6, 132, 344; er sol den Rhein auszsauffen, den wir des lebens unwirdig und alles unglücks werdt achten. Seb. Franck sprichw. 2, 81a. 3@bb) um überflüssiges thun und verlorene mühe zu bezeichnen: sun, hôchgeburt ist an dem man und an dem wîbe gar verlorn, dâ wir nicht tugende kiesen an als in den Rîn geworfen korn. Winsb. 28, 4; der uber Rein ist gefaren den durst und wil das wasser sparen, wer wolt im das in gut dar schlagen? fastn. sp. 235, 14; aber das, das man geit in den wint mit fürsichtigem muet, das ist ain tadel und ist nicht guet, als den ze geben, die sein nicht durftig sein, geleich als der do wasser trüeg in den Rein. Vintler 1889 Zingerle. 3@cc) bei versprechungen und beteuerungen, die man an eine unmögliche bedingung knüpft: er schiede ê Musel und den Rîn ê er von ir daz herze mîn gar enbünde. minnes. frühl. 71, 39; eineʒ hât si mir geboten daʒ ich schickte ir abe den Roten hin Provenz in daz lant zu Nuerenberk, so mak mir wol gelingen, und die Tuonouwe über Rîn: vuege ich daz, sô tuot si, swes ich muote. minnes. 2, 91b Hagen; eʒ muest ê trukken sein der Rein ob ich eʒ lieʒ an disem tak. ges. abent. 2, 523; ein guldîn vingerlîn das wart geworfen in den Rîn, daz tet diu schœne Hiltegunt, bræht ich ir daz, so würde mir ir minne. meisterl. der Kolm. handschr. 8, 111; e muest verbrynnen der Rein ob es mogt gesein e ich den liben hern myn leystet solch untrewen. Keller altd. erz. 295; wenn der Rhein ob sich läuft. Simrock sprichw. 457. 3@dd) um etwas unerhörtes, unmögliches oder schwieriges zu bezeichnen: swer den Rîn mit leime wil verswellen, der hat mîn, swie tumbe ich si, ze helfe niht. minnes. 2, 238b Hagen; swer mêr hât der muoʒ ouch den Rîn verbrennet hân. Teichner 309; der Rîn von einem îsen bran daʒ er ganz überfrôs. meisterl. der Kolm. handschr. 142, 5; wenn jemand gottes wort leret, der hat (wie man in deudschen landen sagt) den Rein entbrand. Luther 5, 55b; den Rein habe ich hiemit angesteckt. Schottel 1116a; und sol ich denn von eichem laub zwei purpurkleide schneiden, so muostu mir die schäre holn zu Cölne an dem Reine. Uhland volksl. 14; wo man aber got gehorsam sein sol, da hindert uns eine fliege jenst dem Rein. Luther 6, 322b; ehe einer über den Rhein schwimmt, ertrinken zehne. Simrock sprichw. 457. 3@ee) zur bezeichnung von etwas unauslöschlichem: der Rein ims nit abwaschen mag. H. Sachs fastn. sp. 6, 35, 222 neudruck; der glanz des lobs und ehren schein welch nicht abwescht noch Elb noch Rhein. B. Waldis Esopus 3, 99, 66 Kurz; es hilfft nicht umb ein har, wenn man mich auch all tag begüsz, der Rhein dazu uber mich flüsz. 4, 40, 30; das wescht jhm der Rein nicht ab. Schottel 1113a. 3@ff) um den geschlechtlichen verkehr zu bezeichnen: eins spiles si dâ begunden, alsô man jensît Rînes tuot. ges. abent. 2, 301, 143; er kundes (konnte sie) niht betwingen, daʒ si tæte sînen muot, als man jenhalp Rînes tuot. herzog Ernst 198, 35 Bartsch; er wolte mit ir thun des er hette mut als man dan ienszet Reins thut. fastn. sp. 1179, 3; wir beyde fahren wol uber den Rhein: dreyzehen nonnen, vierzehen kinder — und was dergleichen sauberer lieder mehr sind. Garg. 28a. 44) als weithin gekannter strom dient dann der Rhein dazu, besonders in volkslied und sprichwort in rein formelhafter weise irgend ein groszes abgrenzendes wasser zu bezeichnen: wir beide faren wol über den Rein und holen das wacker megdelein. Uhland volksl. 385; es flohen drei sterne wohl über den Rhein. wunderhorn 2, 210; es marschierten drei regimenter wohl über den Rhein. altes soldatenlied; es zogen drei bursche wohl über den Rhein. Uhland 252; es fleugt eine gans übern Rein und kommt ein giggag wieder heim. Stieler 1589 (als sprichwort); wenn er das brot in den Rhein (in das wasser) wirffet. Helvicius d. hist. 1, 110. 55) als hundename: und nante sînen wint Rîn. ges. abent. 1, 54, 499. 66) diminutiv: sus wirt der michele Rîn vil kûme ein kleineʒ Rînelîn. Trist. 488, 8.
7473 Zeichen · 155 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rhein

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Rhein , des -es, plur. inus. der eigenthümliche Nahme eines großen Flusses in Deutschland; der Rheinstrom. In der Sc…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Rhein

    Goethe-Wörterbuch

    Rhein ‘Rein’ B10,38,13 ; vielfach in rein identifizierendem Gebrauch, hier nicht gebucht metonym für die Rheingegenden (…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Rhein

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Rhein ( Rhenus bei den Römern), ein Hauptfluß Mitteleuropas, entspringt in Graubünden aus 3 Armen: Vorder- , Mittel- u. …

  4. modern
    Dialekt
    Rheinm.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Rhein m. : der Fluß Rhein, Rheiⁿ [verbr. WPf (außer westl. Teil) NPf südl. Hälfte der VPf (vgl. K. 1, Wein), Schneckenbu…

  5. Sprichwörter
    Rhein

    Wander (Sprichwörter)

    Rhein Rhein (s. Rhenum). 1. Der Rhein ist ein grosser Fluss, aber er ist klein gegen das Meer. Die Russen: Die Newa ist …

  6. Spezial
    Rhein

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Rhein nom. propr. m. ‹geog› (Fluss) Rain.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rhein

291 Bildungen · 290 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

rhein‑ als Erstglied (30 von 290)

Rheinadel

SHW

Rhein-adel Band 4, Spalte 1381-1382

Rheinbad

SHW

Rhein-bad Band 4, Spalte 1381-1382

Rheinbau

SHW

Rhein-bau Band 4, Spalte 1381-1382

Rheinberg

SHW

Rhein-berg Band 4, Spalte 1381-1382

Rheinbeunde

SHW

Rhein-beunde Band 4, Spalte 1381-1382

Rheindamm

SHW

Rhein-damm Band 4, Spalte 1381-1382

Rheindeich

SHW

Rhein-deich Band 4, Spalte 1381-1382

Rheinebene

SHW

Rhein-ebene Band 4, Spalte 1381-1382

Rheinesel

SHW

Rhein-esel Band 4, Spalte 1381-1382

Rheinfahrt

SHW

Rhein-fahrt Band 4, Spalte 1381-1382

Rheinfisch

SHW

Rhein-fisch Band 4, Spalte 1381-1382

Rheinflegel

SHW

Rhein-flegel Band 4, Spalte 1381-1382

Rheinfähre

SHW

Rhein-fähre Band 4, Spalte 1381-1382

Rheingarten

SHW

Rhein-garten Band 4, Spalte 1381-1382

Rheingasse

SHW

Rhein-gasse Band 4, Spalte 1383-1384

Rheingau

SHW

Rhein-gau Band 4, Spalte 1383-1384

Rheingold

SHW

Rhein-gold Band 4, Spalte 1383-1384

Rheinhanak

SHW

Rhein-hanak Band 4, Spalte 1383-1384

Rheinhesse

SHW

Rhein-hesse Band 4, Spalte 1383-1384

Rheinhessen

SHW

Rhein-hessen Band 4, Spalte 1383-1384

Rheinkette

SHW

Rhein-kette Band 4, Spalte 1383-1384

Rheinkuh

SHW

Rhein-kuh Band 4, Spalte 1383-1384

Rheinlachs

SHW

Rhein-lachs Band 4, Spalte 1383-1384

Rheinland

SHW

Rhein-land Band 4, Spalte 1383-1384

Rheinluft

SHW

Rhein-luft Band 4, Spalte 1383-1384

Ableitungen von rhein (1 von 1)

Rheine

Meyers

Rheine (R. links der Ems) , Hauptstadt der Standesherrschaft Rheina-Wolbeck (s. d.), im preuß. Regbez. Münster, Kreis Steinfurt, an der Ems,…

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APA
Cotta, M. (2026). „rhein". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/rhein/dwb?formid=R04935
MLA
Cotta, Marcel. „rhein". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/rhein/dwb?formid=R04935. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „rhein". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/rhein/dwb?formid=R04935.
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