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glitzen

mhd. bis sprichw. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
15 in 11 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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23
Verweise raus
18

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

glitzen vb.

Bd. 8, Sp. 134
glitzen, vb. , glänzen. intensivum zu gleiszen (s. d.). ahd. in glicende 'lucida' gll. 2, 708, 27 St.-S.; mhd. wiederholt belegt. in der nhd. schriftsprache durch das abgeleitete glitzern (s. d.) eingeschränkt. gelegentlich mit rundung glützen W. H. v. Hohberg Proserpina (1661) 9a. mundartl. vor allem obd.; doch auch md., s. rhein. wb. 2, 1276. durchweg bedeutet glitzen 'glänzen'. ganz vereinzelt ist es in früher zeit im sinne von 'glänzend machen' belegt: dis goldt, das wir bey diser liebe nennen, das ist so wol polirt und geglitzt, das man es von klarheit wegen kaum mag angesehen Tauler serm. (1506) 136b. 11) von lichtquellen: der het ein wip die kunde widerstriten dem sunnenlichten glitzen jüngerer Titurel 5538 Hahn; thet also bey desz mones glitzen oben auff den stadelfirst sitzen Hans Sachs werke 21, 217 lit. ver.; die sternen lan ihr glitzen stahn, mit mir sie wollen weinen Spee trutznachtigall (1649) 227; wiederholt von gott, Maria, den engeln: (gott) der uf dem stuel im himmel sitzt, der also lüchtet, schynt und glitzt H. v. Rüte (1552) bei Staub-Tobler 2, 658; wie weit ein himmel vom andern sey, und wie daselbst die engel sitzen — und wie sie heiszen, wie sie glitzen Fischart Eulenspiegel 11853 Hauffen; Maria die glitzet viel schöner als sonn und mond, Maria ist die schönst auszer allen bei Mittler volksl. 304. 22) von glänzenden gegenständen wie edelsteinen, metallen u. dgl.: welche frow yetz ist unrein, die henckt an hals das edel gstein, die do schynen und ouch glitzen Murner narrenbeschw. 114 ndr.; der marcasit, der ist schön und glitzet wol Paracelsus opera (1616) 1, 209 Huser; so will doch unser geschmuckte dirn, die röm. kirch, das von gold, silber, helfenbein, edelgestein, marmolstein, seiden, sammet und güldenstücken alles glanz, glitz und gleisze Fischart binenk. (1588) 38b; da sach er die negel auss der erden gliczen als das gold summerteil der heyl. leben (1472) 34b; da war nun eine übergrosze menge von ringen, die glitzten und glimmerten ihm vor den augen kinder- u. hausmärchen (1812) 2, 195; häufiger von den waffen: da erglastend und glitzend die schwärdter und glefen (= Nahum 3, 3: micantis gladii et fulgurantis hastae) Züricher bibel (1530) 182b; erst hub sich ein rauschen und ein glitzen im harnisch und mit wehr Ambraser ldb. 129, 95 lit. ver.; ein glitzernd harnisch er (Agamemnon) antrug Joh. Spreng Ilias (1610) 23b; sobald die inwohner diese flotte und dieses volck mit ihren blancken und glitzenden gewehr an ihrem gestade erblicket M. Krämer leben u. tapff. thaten (1681) 11; (die) Engländer lieszen die bogen seyn, und zogen ihr schwert, das glitzt Herder s. w. 25, 484 S.; [] von metallenem werkzeug: oben her sicht man die äxt glitzen, wie man hawet in einem wald Hans Sachs werke 18, 290 lit. ver.; von glänzenden stoffen: an allen orten sach man panier glitzen Lohengrin 3973 Rückert; die da lauren hinder den mauren ... jn sammet, seiden daher glitzen Fischart Eulenspiegel 9887 Hauffen. von flüssigkeiten: uz lichten ougen glitzen sach man trüeber sorgen trehen Reinfried v. Braunschweig 25240; da schlägt der fisch, da glitzt der tau Anzengruber werke 5, 254. vielerley weinmäszig, wolgebrawet, gliczend ... bier Fischart Gargantua 85 ndr. von verschiedenfarbigen substanzen: in dem munde hatte er drierlei zene glitzen Daniel 5747 Hübner; so sie ... die weisz glitzende zen (der elefanten) sahen, flohen sie Seb. Münster cosm. (1550) 1051; (die stierhörner) sind an der farb so schwartz, dasz sy von schwertze glitzend Herold-Forer Gesners thierbuch (1563) 126a; mein har, das glitzet wie das gold bei Bächtold Schweiz. schausp. d. 16. jahrh. 2, 127; es (das haar) glitzet als ein spiegel Arnold wahrh. beschreib. (1672) 93; marckstaller (pferde) sind gebutzet, dasz es glitzt J. Murer (1575) bei Staub-Tobler 2, 658; man findet mancherlei art der imen, dann etliche sein goldfarb, hell glitzende Sebiz v. feldbau (1580) 297; wan er (der pfau) voll spiegeln glitzet Spee trutznachtigall (1649) 149; von blüten u. ä.: eine blaue blume, die glitzet wie ein stern v. Hohberg georgica cur. 3 (1715) 441b; an den stenglein erscheinen knöpflein von kleinen weiszen und glitzenden schüplein besetzt Tabernaemontanus kräuterbuch (1687) 1203. auch mehrfach von den augen: arbeitsame pferd haben jhre augen wol gefärbt, schön glitzend und scheinend H. F. Hörwart v. Hohenburg kunst d. reiterei (1581) 3b; sein augen deten gleich der kerczen gliczen Hans Sachs fabeln u. schw. 5, 294; er liesz sein augen auff sie glitzen fastnachtspiele 1245 Keller; von deiner euglein glitzen fewrflammen rausher spritzen Zinkgref auserl. ged. 6 ndr. 33) in übertragener verwendung vom äuszeren schein: ir uszerlich wandel ist hübsch glitzend Keisersberg postill (1522) 3, 60; das ehelose leben der geistlichen im bapsthumb hat einen sehr groszen, heuchlischen schein gehabt, also dasz auch die allerheiligsten väter sich an solcher ansehnlicher glitzenden heiligkeit gestoszen Luther tischreden (1576) 329a Aurifaber; werck unsers willens furenn tzu der helle, ab sie gleich am schönste glitzen und scheinen Carlstadt was sündt sei (1523) B 2a; also sein beschaffen alle heuchler, die glitzen und glintzen von auszen gar schön Albrecht handwerkszunfft (1631) 32; vgl. glitzenheit ipocrisis (nd. voc. des 15. jahrh.) bei Diefenbach gl. 308b. schwäb. mundartl. auch vom beginn der betrunkenheit Fischer 3, 698; vgl.: sye wurdent sufer und so rein, das sie der boszheit hettent kein, so glitzent wardt die gantze gemein Murner badenfahrt 5 Martin.
5572 Zeichen · 104 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    glitzenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +7 Parallelbelege

    glitzen swv. ib. glänzen Livl. Kell. Loh. 3973. Apoll. 11810. Wh. v. Öst. 48 a . glitzender stellio Renn. 13204. mit iuw…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    glitzenvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    glitzen , vb. , glänzen. intensivum zu gleiszen ( s. d. ). ahd. in glicende ' lucida ' gll. 2, 708, 27 St.-S.; mhd. wied…

  3. modern
    Dialekt
    glitzen

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    glitzen glänzen. ‘sie ( die Kinder ) haben tachtropfige Nasen, helle stimmen, verguldete lOecher vnd glitzende ermel’ Fi…

  4. Sprichwörter
    Glitzen

    Wander (Sprichwörter)

    Glitzen 1. Was glitzt, ist nicht immer Gold. 2. Es glitzt wie Karfunkelstein vorm Ofenloch. – Kirchhofer, 160.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glitzen

14 Bildungen · 7 Erstglied · 4 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von glitzen 2 Komponenten

glit+zen

glitzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

glitzen‑ als Erstglied (7 von 7)

glitzenbluome

KöblerMhd

glitzen·bluome

glitzenbluome , sw. M. nhd. Butterblume Q.: Gl (14. Jh.) E.: s. glitze (2), bluome W.: nhd. DW- L.: Glossenwörterbuch 231b (glitzenbluome)

glitzenpfanne

DWB

glitzen·pfanne

glitzenpfanne , f. , dasselbe wie glitze, f., 3, auch glitzenpfännlein, glitzenpeule Pritzel-Jessen volksnamen d. pflanzen 323. 243 : früh a…

glitzenspiez

KöblerMhd

glitzen·spiez

glitzenspiez , st. M. nhd. Spieß (M.) (1), Speer Q.: LexerN (1348) E.: s. glitze (1), spiez W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 214 (glitzenspiez)

glitzen als Zweitglied (4 von 4)

erglitzen

DWB

erglitzen , scintillare: die sonn schosz ab so manchen strahl und mehr und mehr erglitzet. Spee trutzn. 173 .

ūzglitzen

KöblerMhd

ūzglitzen , sw. V. nhd. hervor glänzen Q.: ElisR (1421/1434) E.: s. ūz, glitzen (1) W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 388 (ûz glitzen)

Ableitungen von glitzen (3 von 3)

ENTGLITZEN

DWB2

DWB2 ENTGLITZEN vb. DWB2 s. entglitschen. DWB2 Rahnenführer

erglitzen

DWB

erglitzen , scintillare: die sonn schosz ab so manchen strahl und mehr und mehr erglitzet. Spee trutzn. 173 .

glitzene

BMZ

glitzene swv. glänze. Suchenw. 40,53. vgl. Schmeller 2,96.