gleiten,
vb. ,
ags. glīdan,
as. glîdan (teglîdan),
afries. glīda,
mhd. (
md.) glîten,
nd. gliden,
nl. glijden,
zur idg. basis ghleidh-
oder ghleit-
neben ghleid-
in gleiszen (
s. d.) Walde-Pokorny 1, 627; Fick 3
4, 148.
das wort fehlt im gotischen und altnordischen. dän. glide
stammt ebenso wie schwed. glida
wahrscheinlich aus dem nd., s. Falk-Torp 327, Hellquist
etym. 190 ('
wenigstens teilweise entlehnt');
dagegen hält es Torp 164
für echt nordisch, unter berufung auf an. gleidr '
mit ausgespreizten beinen stehend',
nisl. gleidur '
spreizend, divergierend, mit einem weiten spalt, offen',
norw. gleid '
gespreizt, weit offen'
sowie nisl. gliðna '
mit dem fusz ausgleiten', gliðna sundur '
entzwei gehen', gliðsa '
der, dessen beine soweit auseinander gehen, dasz sie aus dem hüftgelenk heraustreten'.
ursprünglich fehlt gleiten
auch dem gesamten obd.; wenn es vereinzelt in glossaren des 15.
und 16.
jh. erscheint (
s. Diefenbach
gloss. 464
a unter prolabi; nov. gloss. 225
unter labere, labescere),
so handelt es sich wohl stets um entlehnung aus md. vorlagen. von dort stammen auch einzelne formen wie gletten, glaten (
angeführt oben unter glätten
teil 4, 1, 4, 7746),
in denen wahrscheinlich miszverstandenes md. gleiten
steckt. die md. vocabularien verzeichnen das wort seit jeher regelmäszig, vgl. Diefenbach
gloss. 182
a unter dilabi; 285
c unter illabi; 304
b unter interluere; 313
a unter labare; 313
b unter labere, labefacere; 313
c unter labescere; 314
a unter labi; 337
a unter lubricare; 464
a unter prolabi; aus späterer zeit: labor, lapso ich glitsch, gleit Er. Alberus
dict. (1540) ll 4
b;
labare fallen wollen, gleiten
nomencl. (
Hamburg 1634) 134;
cernuere ... immer thun, als wann man fallen wolle, sehr vor sich gleiten, stolpern, fallen Corvinus
fons (
Frankfurt 1646) 183.
in der schriftsprache kam gleiten
zur geltung erst durch Luther,
der es mehrfach, besonders in den psalmen, verwendet (
s. u.).
trotzdem bleibt gleiten
im 16.
jh. ein selten bezeugtes wort. der späteren schriftsprachlichen ausbreitung über das gesamte sprachgebiet läuft ein mundartlicher rückgang parallel. im md. wird gleiten
heute nur noch für teile Hessens belegt, und zwar in der sonderbedeutung '
gleiten, schleifen auf dem eise',
s. Crecelius
oberhess. wb. 425
und Pfister
nachtr. z. Vilmars idiot. 80.
im nd. ist gleiten
gegenüber glitschen
und glippen
in den hintergrund getreten. lebendig blieb es vor allem in den westlichen gegenden, s. rhein. wb. 2, 1272; Strodtmann
idiot. Osnabrugense 334; Frederking
volkswörterbuch v. Hahlen 44; Böger
Schwalenberger ma. 151;
brem.-niedersächs. wb. 2, 517; Doornkaat-Koolman
ostfries. spr. 1, 636; Mensing
schleswig-holst. wb. 2, 390.
östlich der Elbe verzeichnen es nur Danneil
altmärk. ma. 65
a; Mi
mecklenb. 27
a.
neben regelmäszigen starken formen begegnen in der literatur des 18.
und 19.
jh. wiederholt auch schwache. für das partizip gegleitet
vgl. Schiller 14, 399
G.; theater d. Deutschen (1768) 8, 15; Brunner
erz. u. schr. 1, 92; Ranke
s. w. 42, 298.
weit häufiger ist das präteritum gleitete(n);
vgl. auszer den bei H. Paul
dtsche gramm. 2, 206
angeführten belegen Wieland I 3, 4
akadem.; Lessing 2, 275
M.; Hölderlin 2, 197
v. Hellingrath; Grillparzer
an Katharina Fröhlich 10.
april 1836,
br. 119; Achim v. Arnim
s. w. 3, 64; maler Müller
w. 1 (1811) 197; Schubart
s. ged. (1825) 2, 262; Musäus
volksmärchen 4 (1839) 91; E. T. A. Hoffmann
s. w. 10, 146
Gr.; Kotzebue
s. dram. w. 5, 69; Scheffel
ges. w. (1907) 2, 89; 2, 124. gleitete(n)
scheint die einzige form Göthes
zu sein, vgl. I 1, 47; 18, 244; 19, 74; 25, 1, 296; 25, 1, 49
W. Thümmel
gebraucht gleitete
reise (1812) 2, 326
neben glitten 5, 145,
ebenso Stifter gleiteten
s. w. 5, 1, 289
neben glitt 1, 145
und glitten 3, 199; 8, 1, 23. Schottel
hat neben glitt
auch entgliet
haubtspr. (1663) 583
u. 586;
ebenso findet sich bei Mathesius
ausgew. w. 4, 36
L. geglieten. AA)
von einem erhöhten punkte vermöge des eigengewichts absinken. A@11)
im gegensatz zu fallen
erfolgt die abwärtsbewegung nicht im freien raum, sondern entlang einer fläche, über eine wirkliche oder gedachte geneigte ebene: allis zwîvils âne sprencte er den rittir an und stach in sundir wân in dem êrstin rîtin daz man in sach glîtin mit valle ûf dî erde Nicolaus v. Jeroschin
chron. 10410
Str.; da glitt über die seite des schiffs das unschuldige kind Herder 26, 133
S.; (
da) sah ich einen anderen schatten von dem fenster ... sich auf den ast eines nahen baumes schwingen und flink zur erde gleiten G. Keller
ges. w. (1889) 1, 298;
gern als gleiten lassen: abheldec unde glat was si (
die brücke) zu beiden siten des liez si nider gliten in die vlut, swaz uf sie quam
passional 239, 36
Köpke; Clarissa ließ sie (
die schwester) sanft auf die kissen gleiten und suchte auch ihr lager Stifter
s. w. (1904) 1, 276; das weib ... liess die empfangene münze in die tasche gleiten Storm
w. (1899) 1, 73;
refl. (
er) lässt sich auf seine knie gleiten Gries
Roland 1 (1825) 90. A@22)
ausgang oder weg der bewegung sind angegeben: (
er) gleitete vom dach herunter Musäus
volksmärchen 4 (1839) 91; langsame tropfen glitten von den wänden Annette v. Droste-Hülshoff
ges. schr. (1878) 2, 101; eine stille thräne glitt über seine wange Pfeffel
pros. vers. (1810) 2, 98; als es sich der stadt näherte, glitten im froste des herbstmorgens zwei bleiche gestalten, die sich fest umwanden, von der dunklen masse herunter in die kalten fluten G. Keller
ges. w. (1889) 4, 158; (
das seidengewand) glitt von ihren schultern Immermann
w. 5, 11
Boxb.; bildlich: eine schwere last gleitet von meinem herzen Kotzebue
s. dram. w. 3, 227.
mit adverbieller bestimmung: daz sie (
geronnene milch) sanfte heruz (
aus dem hafen) glite uf ein biutel tuch, dorin bewint si (14.
jh.)
buch von d. guten speise 10
lit. ver.; da, wo die gemsen selbst fast furchtsam abwärts gleiten König
ged. (1745) 35; wir glitten mit unserem fuhrwerke sehr schnell abwärts Stifter
s. w. (1904) 8, 1, 23; schnell gleitete er auf der rechten seite (
des pferdes) wieder herab Scheffel
ges. w. (1907) 2, 89.
von weg, strasze '
sich abwärts neigen, abfallen': bergab gleitet der weg Göthe I 2, 65
W.; (
der strasze) grauer streifen gleitet sanft in ein grünes, von wipfeln schäumendes tal (1900) Rilke
briefe 1899 - 1902 (1931) 39.
auch ohne nähere bestimmung verbindet sich mit gleiten
die vorstellung des absinkens über eine geneigte ebene: der hinabstieg war mehr ein gleiten und stürzen wie ein gehen Ritter
erdkde (1822) 11, 649; (
da) liesz ich achtungslos mich gehen, gleiten, abkollern H. v. Barth
Kalkalpen (1874) 462; kaum war der schlitten im gleiten, so risz ihn sein gewicht mit unheimlicher schnelligkeit die abschüssige bahn hinunter Aug. Winnig
frührot (1933) 390. A@33)
unsinnlich: wie dann gemeinlich geschicht, wenn es beginnt zu gleitten, dasz das glück mit hauffen zuschlecht G. Klee
berühmter leute leben (1589) 1, 365;
besonders im sinne von '
absinken von rang und würde': doch gleitet er (
der grosze) von seinen höhen, so kann er bald sich einsam sehen Fr. v. Hagedorn
poet. w. (1769) 3, 19; die macht des parlaments glitt von woche zu woche abwärts H. Laube
ges. schr. (1875) 16, 148; Napoleon soll ... im gleiten sein Roon
denkw. 2, 439;
vgl. aus dem mhd.: nach disses kunges gliten was er gewaldic alhi untz an daz ende Cyri
Daniel 5490
Hübner. A@44)
in der verbindung gleiten in (über, aus) etwas
tritt eine andere seite der bedeutung stärker hervor '
ohne hindernis, ohne stockung (
glatt)
in etwas hineindringen'
usw.: wie von selbst glitt seine eine hand in die tasche seines kollers H. Schmidt
gesch. aus Bayern (1864) 104; gleich das erste paar (
schuhe) glitt wie angegossen über Franzis schlanke füszchen Storm
s. w. (1899) 4, 132;
auch: (
er) glitt vorsichtig in seine schuhe H. Laube
ges. schr. (1875) 2, 70;
ähnlich: eine unglückliche sekunde, und der gleiszende stahl war in ein warmes herz geglitten! G. Keller
ges. w. (1889) 2, 247;
bei umgekehrtem vorgang: aus deinen armen gleiten Eschenburg
beispielsamml. (1788) 7, 637; sein schwert ... im sturze aus der scheide gleitend Fouqué
jahreszeiten (1811) 1, 52; (
der ring) musz beim anziehen vom finger geglitten sein Moltke
ges. schr. (1892) 6, 197. A@55) durch die finger, aus der hand gleiten (lassen): wie sie die ähren im gehn durch ausgebreitete finger gleiten läszt J. H. Voss
s. ged. (1802) 2, 235; sie ... liesz die bänder an dem buntfarbigen jäckchen ... durch die finger gleiten Immermann 3, 42
Boxb.; die kugeln (
des rosenkranzes) glitten langsam durch die finger Freytag
ges. w. 11 (1887) 50.
ebenso aus der hand gleiten (lassen): der kelch glitt ... aus seiner hand
dtsche erzähler d. 18.
jh. 69
lit.-denkm.; (
er) liesz das grosze hausbrot ... sammt dem messer aus seinen händen gleiten Holtei
erz. schr. (1861) 19, 123.
im sinne von '
aus der gewalt verlieren',
so stets im übertragenen gebrauch: wohlgenährte, wohlnährende provinzen sollte er (
der könig) aus den händen gleiten sehen H. Laube
ges. schr. (1875) 4, 118;
im compositum bereits mhd.: mac her sîn reht erstrîten, er læzet ime ungerne englîten Wernher v. Elmendorf 246;
dahinter steht häufig das bild vom reiter, der die zügel fahren läszt, vgl.: sie wird dich meisterlich nach ihrem willen reiten, den zaum bald an sich ziehn, bald wieder lassen gleiten J. Rachel
sat. ged. 21
ndr. im niederdeutschen ging dieser gebrauch am weitesten: oren torn doch laten glyden
städtechron. 16, 214; hedde he holden vast den eedt, den he gar draden glyden leedt
ebda 16, 249;
sogar: wo unde wat, dat lag (
d. i. lat) ich glyden (
übergehe ich)
bei Schiller-Lübben 2, 120.
wohl formelhaft aus dem nd.: sie liez ez ouch guot glîten an vazzen silberînen Ebernand v. Erfurt 3260
Bechstein; die umgekehrte vorstellung in jemandes hände gleiten '
in seine macht, seinen besitz kommen': himmlisches gleitet in die hand dessen und aus der hand, der die vorstellung eines himmels in seinem herzen pflegt H. Laube
ges. schr. (1875) 4, 182;
vgl.: so war die erziehung ganz in ihre hände hinübergeglitten H. v. Kahlenberg
Barchwitz (1902) 79. BB.
aus dem sicheren stand oder gang ins rutschen kommen, den boden unter den füszen verlieren und so ins wanken geraten und fallen; wie bei stolpern
und straucheln
handelt es sich auch hier um eine ungewollte bewegung, jedoch nicht auf unebenem, sondern glattem, schlüpfrigem boden. B@11)
im eigentlichen sinne; die bedeutung ist schon mittelhochdeutsch da, wie aus dem gebrauch des compositums beglîten
ersichtlich ist: swelich sêle dar ûf (
auf die brücke) quam, die dâ unreinicliche gelebt hatte, die begleit immer dâ Leyser
pred. 65, 5; socken, die ein iglich sulde doin over sin schoine (
schuhe) vur dat gliden (
Köln 1499)
städtechron. 13, 573, 19; do si auf den schlipperigen berg gefurt, do sein sie geglitten an underlosz (1525)
akten u. br. z. kirchengesch. Georgs v. Sachsen 2, 475; wann ein kindt sicht, das yemand gleitet, schlupffet oder sich an ein stein oder bloch stosset Kirchhof
wendunmuth 1, 328
Ö.; wie ich ... über den saal gehe, hatte ich neue schuhe an und gleite falle mitten im saal auf den rücken Schweinichen
denkw. 77
Ö.; wenn sein betrogner schritt ihm glitscht und wieder dahin glitt, wo er ihn kurz vorher mit müh herausgezogen Brockes
irdisches vergnügen (1721) 2, 403; indem ich mich nach dieser bekannten stimme umsehen wollte, gleitete mein fusz Lessing 2, 275, 9
M.; selbst der beste wille gleitete auf dem durchweichten boden und versank Göthe I 33, 94
W.; vgl. ebda I 2, 37; I 25, 49;
der gebrauch vermischt sich naturgemäsz mit dem unter A 1—3
angeführten: hiedurch wurden solche (
sturmbretter) dermassen schlipferich und glat, dass kein fester fuss darauff zu setzen war, sondern der anlauffende feind gleiten und fallen musste Ziegler
asiat. Banise (1689) 576; auf den schwäbischen alpen sogar eis, dasz die pferde gleiteten Grillparzer,
s. jahrb. d. Grillparzergesellsch. 1, 116; wenn stutzt das rosz im trab ... und wenns bergab sich kunstreich stemmend gleitet auf den eisen Annette v. Droste-Hülshoff
ges. schr. 2 (1878) 109
Sch.; vgl. ebda 2, 63; 2, 69; auf dem steilen weg glitten die maulthiere Mommsen
röm. gesch. 1 (1856) 557; nicht gleitenden noch wankenden tritts H. v. Barth
Kalkalpen (1874) 294; die (
sträucher) waren ihm eine hilfe, wenn er ins gleiten und glitschen kam Fontane
ges. w. I 6, 284.
auch bei sachlichen begriffen ist diese anwendung möglich: dasz (
das geschützrohr) weder hinder noch fürter rücken oder gleyten kan Fronsperger
kriegsb. 2 (1573) 13; ein kleiner regen hinderte den strick zu gleiten Göthe I 45, 232
W.; bei bethauten schienen ... tritt das sogenannte gleiten ... oder trommeln der räder ein (
bei der eisenbahn) Karmarsch-Heeren
techn. wb. 3, 101; (
dadurch) ist ein gleiten der lastkette ... verhindert
ebda 4, 273. B@22) '
einen fehltritt tun'. B@2@aa)
bereits das mhd. kennt diese verwendung im nichteigentlichen sinne: gevestet nach dem gliten wirt wider dine ere. swenne du mit dem sere irkennis die gotis craft gentzlich an dir sigehaft
Daniel 3696
H.; oft noch stark bildlich: vorware mein fusz auff das er nicht gleit und felt
Bonaventura deutsch Maria (1516) v 3
b; wan auch der bapst des rechten stegs odder wegs nit kunt felen und auff die rechten oder lincken hand gleyten oder strauchlen, weer yhm solch gebet von unnoten gewest Carlstadt
von bepstlicher heylickeit (1520) b 3
a; wie denn nie keiner auff erden gelebt hat ..., dem nicht biszweilen ein fusz geglietten hat, wo er anders nicht gar gefallen Mathesius
ausgew. w. 4, 36
Lösche; die zufälle wären eine weile so verwirrt ... gewest, dasz auch der fürsichtigste auff so glattem eisze habe gleiten ... müssen Lohenstein
Arminius (1689) 1, 26
a; wer nur etwan halb geglitten, wirdt beredt, verhöhnt, verschnidten Günther 2, 178
lit. ver.; seine pfade sind richtig und sein tritt gleitet nicht Wieland
w. 2, 350
akadem.; glitt die unschuld aus der tugend gleisen Hölty
ged. 62
Halm; unser geist gleitet so leicht aus seiner bahn Hölderlin
ges. dicht. 2, 22
Litzmann; durch klugheit seh ich selbst die besten gleiten Friedrich Schlegel
in: Athenäum 3, 2; dasz mein fusz nicht strauchelnd gleite in der neuen fremden welt. Grillparzer 4, 78
S.; es ist ein alter spruch: wo der herr gleitet, fällt der mann zur erde G. Freytag
ges. w. 8 (1887) 104. B@2@bb)
der gebrauch knüpft vor allem an Luthers
übersetzung der psalmen an; die erste deutsche bibel überträgt '
non det in commotionem pedem tuum'
durch: er gibt nit deinen fuosz in bewegung,
dagegen Luther: er wird deinen fusz nicht gleiten lassen
psalm 121, 3;
die Züricher bibel von 1531
setzt schlipfen
ein, während die Lübecker nd. bibel gleiten (glyden)
beibehält; vgl. ferner: erhalte meinen gang auf deinen fussteigen, das meine tritt nicht gleitten
psalm 17, 5; du hast meine seele vom tode errettet, meine füsse vom gleiten 56, 14; ich aber hette schier gestrauchelt mit meinen füssen, mein tritt hette viel nahe geglitten 73, 2; stosz mich nicht von deiner seiten, wenn mein hohes alter kömmt, da die schwachen tritte gleiten und man trost vom stecken nimmt Paul Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 410;
vgl. ebda 1, 5; 2, 348; 3, 225; bitte ihn alle abend unnd morgen, dasz er dein geleitsmann sein wolle unnd dasz er deinen fusz nicht vom rechten wege wolle gleiten lassen
engl. comedien (1624) g 7
b; du führest sie an deiner hand wie ein vater das wankende kind, das noch gleitet Wieland
w. 2, 358
akadem.; das part. praes. steht bisweilen in prägnantem sinne: wie ein sylfe die junge schöne liebt, deren gleitende unschuld er bewachen soll Wieland
w. 3, 66
akadem.; verlasz mich nicht in den irrgängen meiner eigenen klugheit, wenn mein gleitender wille sich von dir entfernen will 2, 308;
ebenso der subst. infinitiv: von dem einzigen mal, da das fleisch über den geist siegte, da eine schöne frühlingsnacht uns zum gleiten brachte, solt ein kind da sein A. G. Meiszner
skizzen 1 (1778) 30. CC.
sich in einer ebene gleichmäszig und ohne merkliche anstrengung fortbewegen. C@11)
vom gleitenden schiff, boot, auch mit dem gedanken des stromabwärtsflieszens. vgl. labi glidan (11.
jh.) Wadstein
as. sprachdenkm. 99, 9
zu: Prudentius passio Vincentii 495:
cernunt navitae vectam labi retrorsum leniter: wo er sich endet, wo ein strom das meer wird, gleit ich über den strom Klopstock
oden 1, 113
M.-P.; und gleitete der kahn ... den flusz hinab Göthe I 25, 1, 96
W.; wiegend gleitet der kahn über der leisen fluth Fr. v. Matthisson
schr. 1, 43; so glitten sie lange zeit schweigend zwischen stillen wäldern und felsenwänden durch die tiefe einsamkeit der nacht Eichendorff
s. w. 3 (1864) 367; mein kahn war noch im zuge und glitt ohne ruder näher Stifter
s. w. (1904) 1, 145; hundert dunkle gondeln gleiten als ein flüsterndes geheimnis C.
F. Meyer
ged. (1899) 149;
auch: (der schwan) blieb vollkommen unbewegt in seinem lautlosen gleiten Rilke
tageb. 1899 -1902 (1931) 346.
ähnlich: als lebendige fahrzeuge, als schwimmer erscheinen sie (
die wassertiere) uns, wo schiff und schiffer eins sind, durch die wellen hindurch gleitend Herder 22, 80
S.; sanft gewiegt auf ebner bahn gleite unsres lebens kahn v. Erlach
volkslieder 5, 478; dasz Mozart ... sich auf dem strom des leichten lebens in Wien mit behagen gleiten liesz O. Jahn
Mozart (1856) 4, 208. C@22)
vom flieszenden gewässer, bach, strom: und den strom in abendstunden sanft hinunter gleiten sehn Göthe I 1, 55
W.; der sanfte flusz zwischen den lispelnden rohren dahin gleitete 19, 74; wenn ich jetzt auf der steinernen Mainbrücke stehe ... und den gleitenden strom betrachte H. v. Kleist
br. an s. braut 103
Biedermann; folgsam ihrem (
der liebe) winke gleitet jeder strom ins weite meer Hölderlin 1, 87
v. Hell.; und was bin ich anders als der strom, wenn ich wehmütig in seine wellen hinabschaue und die gedanken in seinem gleiten verliere Novalis
schr. 4, 32
M.; das rauschen des stroms, wenn er leuchtend über zertrümmerte felsblöcke glitt Moltke
ges. schr. (1892) 1, 78;
im bilde: unsre gespräche gleiteten weg, wie ein himmelblau gewässer, woraus der goldsand hin und wieder blinkt Hölderlin 2, 179
v. Hell. C@33)
sich rasch und leicht auf einer glatten bahn bewegen, vom schlitten: und übers blanke feld des eises glitten mit geiszelknall und schellenklang die schlitten Lenau
s. w. 206
B.: der schlitten gleitet leis und schnell Gaudy
s. w. (1844) 2, 7;
besonders '
schleifen auf der eisbahn' Crecelius
oberhess. wb. 425; Pfister
nachtr. 80.
aus älterer zeit: gleiten
alia dialecto glennern
pedes lubricare in glacie Stieler
stammbaum (1691) 664; alles gleitet unter einander, die schüler und meister
schr. d. Götheges. 8, 17; oder auch gleiten zu gehn mit Amalia, welche dir gleich ist auf dem gefrorenen bach und der gleitbahn J. H. Voss
s. ged. (1802) 1, 70. DD.
von bewegungen überhaupt, um sie als leicht, häufig auch als lautlos zu charakterisieren, sowohl eigentlich wie uneigentlich. D@11)
von einer wirklichen bewegung. D@1@aa)
sich leicht, schwebend, mit kaum wahrnehmbaren schritten fortbewegen: die zierlichen mädchen schnell und beweglich sind sie, und gleiten und stehen und schwatzen Göthe I 1, 323
W.; wenn es (
das pferd) mit flüchtigen gleitenden füszen die felder berührte streifte es leise die nickenden ähren Wieland
Lucian (1788) 3, 333; will einer mich fangen, schlüpf ich verstohlen auf federnden sohlen gleitend hinweg Immermann
w. 15, 127
Boxb.; als die melodie erklang ..., da glitten die kleinen füsze ... über den boden, als ginge es über eine spiegelfläche hin Storm
s. w. (1897) 1, 65; es waren graue schwestern, sie glitten lautlos hin und her; es wird immer unerfindlich bleiben, wie man so schweben kann E. Merker
d. winter in Buchberg (1942) 7;
unpersönlich: das gleitete alles wohl recht gefeilt und leicht, zierlich und anmuthig dahin, waren aber keine gestalten aus Mozarts don Juan Agnes Schebest
aus d. leben (1857) 202;
von einer lautlos schleichenden bewegung: eine kreuzotter ... glitt über den harten boden Storm
s. w. 1 (1897) 99; (
die) natter glitt silbern durchs gras Watzlik
d. alp (1923) 276.
vom langsam schleichenden schritt: tastend, mit vorgestreckten händen glitt sie durch das zimmer Storm
s. w. (1897) 3, 66; eine kleine, unscheinbare gestalt ... glitt mit gesenkten augen in das gemach Raabe
d. hungerpastor (1864) 2, 111;
als participiales adjectiv: die pförtnerin ... zog sich langsam mit leise gleitenden schritten zurück Marie v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. 5 (1893) 89; der leise, gleitende, sichernde schritt eines blinden H. Stehr
heiligenhof (1926) 2, 323; dann bewegte sie sich doch auf ihren lautlosen füszen, die ihrer gestalt etwas ängstlich gleitendes gaben Ernst Wiechert
d. kleine passion (1929) 135.
in gehobener sprache auch von der leichten, lautlosen bewegung eines gefährtes: der wagen gleitet über das mondlicht auf abfallendem hang Blunck
weibsmühle (1927) 72; weiter gleitet der wagen durch den milden abend in die weiche sommernacht R. Hohlbaum
Stein (1934) 189.
häufig erhält die lautlose bewegung den charakter des unwirklichen, gespensterhaften: und vor das auge drängt sich wunderbar ein fremdes land mit gleitenden gestalten Grillparzer
s. w. 11, 125
S.; leise von des lebens buntem mahle glittst du fort zu deinem freier tod Agnes Miegel
balladen (1922) 71.
durch vergleich verstärkt: nur einzeln wie schatten gleiten verhüllte gestalten an mir vorüber Freytag
ges. w. (1886) 15, 127; (
sie) war aus dem zimmer geglitten wie ein schatten Marie v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. (1893) 4, 457; der arbeiter glitt an ihm vorüber wie ein dämon W. Flex
ges. w. (1927) 208; und mir grauste, —an der wand sah ichs lang und hager gleiten wie den schatten einer hand Agnes Miegel
balladen (1922) 80. D@1@bb)
mit der hand, den fingern leicht über etwas hinwegfahren: dann o zarte jungfrau ende mit gleitendem sanftem finger den faden Herder 27, 100
S.; erlaube mir, dass ich meine hand über dein gesicht gleiten lasse, damit ich fühle, wie du aussiehst Cl. Brentano
ges. schr. (1852) 7, 236; dann glitt der finger langsam von tag zu tag bis er den monat juni durchlaufen Holtei
erz. schr. (1861) 5, 135;
gern: (
da) die feinsten nüancen ... durch unmerkliches gleiten auf dem griffbrete herausgebracht werden können Schubart
ästhetik d. tonkunst (1806) 294; wie glitten und hüpften dann die finger über die tasten (
des klaviers) H. Steguweit
stelldichein d. schelme (1937) 47.
davon verschieden: schon glitt, zärtliche braut, meine verlorene hand nach Anakreons spiel, rann es wie silberton durch die saiten herunter Klopstock
oden 1, 80
M.-P. D@1@cc)
von der leichten bewegung im äther: mit weitausgebreiteten flügeln ... gleitet der tückische habicht Lenz
ged. 35
Weinhold; (der vogelflug) die erhabenste aller bewegungen, bald ein wiegen, bald ein gleiten Brehm
tierleben 1, 10
P.-L.; bittre milch und flaum, der gleitet (
vom löwenzahn) J. Weinheber
adel u. untergang (1937) 114;
bildlich: im dom legte sich eben der erste orgelsturm; die musik verliesz ihre hohen himmel, glitt zur erde und machte sich klein, um die stimmen der gläubigen auf ihren rücken zu nehmen Carossa
verwandlungen einer jugend (1928) 247. D@1@dd)
von wind und wolken: oft entschlüpft der west den wipfeln des hains und schwebet über dir hin mit gleitendem flug Fr. L. Stolberg
ged. (1821) 1, 176; wenn dann und wann ein ... wolkengebilde über das blau (
des himmels) gleitet W. Raabe
Horacker (1876) 3;
von den gestirnen: die sterne glitten leise über seine nacht Jean Paul
w. 7-10, 110
H.; und jäh daran herab der sterne selig heer glitt rieselnd in ein goldig nebelmeer Mörike
ges. schr. (1905) 1, 165
Göschen. D@1@ee)
oft von licht und schatten: indem gleitete der sanfte strahl des aufgehenden mondes über mein bette Thümmel
reise 2, 326; (
das morgenroth) es streckt sich, dehnt sich, gleitet in den raum Annette v. Droste-Hülshoff
ges. schr. (1878) 2, 114; in den flammen des abendrots stand das ferne gebirge, und der goldene glühende wiederschein gleitete spielend über den wiesenplan, durch die bäume, durch die büsche, wie getrieben von dem abendwinde, der sich säuselnd erhoben E. T. A. Hoffmann
s. w. 10, 146
Gr.; doch wenn der abend still hernieder gleitet, dann naht das reich der zärtlichen gedanken Storm
s. w. (1897) 8, 213;
bildlich: nur ein lächeln war auf ihren (
gesichtszügen) so seltsam, wie wenn im spätherbste ein einsamer lichtstrahl über felsen gleitet Stifter
s. w. (1904) 2, 51;
daher: und ein leises lächeln glitt über die verhärmten wangen hin
bei Arent-Conradi-Henckel
moderne dichterchar. 120; ihr gesicht hatte einen ganz gespannten, ganz nach innen gewandten ausdruck angenommen, über den ... manchmal ihr böses lächeln glitt W. v. Scholz
erz. (1924) 83;
auch: ein schatte von spott schien über sein gesicht zu gleiten Hölderlin 2, 123
v. Hell. D@1@ff)
die augen, den blick über etwas hinweggehen lassen: wie stutzt ich als mein blick, bey meinem sanften schritte, auf dieser glatten bahn gemächlich vor sich glitte Brockes
irdisches vergnügen 4 (1745) 66; des jünglings auge gleitet über alle wählend hin Göthe I, 13, 34
W.; nur dann und wann gleiteten ihre blicke und blieben an des ritters edler gestalt hangen maler Müller
w. (1811) 1, 197; er hatte, wenn (
jener) das scharfe auge über ihn gleiten liesz, immer die empfindung, als werde er gemustert Holtei
erz. schr. (1861) 7, 134; fieberhaft liess er die weit aufgerissenen augen wieder und wieder über das papier gleiten S. Brunner
erz. u. schr. (1864) 1, 324; auf stein gingen die müden füsze, über stein glitten die müden augen Ernst Wiechert
wälder u. menschen (1936) 106. D@22)
von einer nicht-eigentlichen bewegung. D@2@aa)
auf den ablauf akustischer vorgänge bezogen. innerhalb des eigentlich musikalischen in verschiedener anwendung; so von rhythmisch gleichmäszigem flusz: flieszend gleiten seine (
des tanzes) melodien dahin Böhme
gesch. d. tanzes (1886) 125.
im blick auf den modulierenden wechsel der harmonien: Spohr ... moduliert so viel, weil er nicht schreitend, sondern gleitend von accord zu accord geht W. H. Riehl
musikal. charakterköpfe (1899) 1, 356.
von dem allmählichen übergang aus einer musikalischen gattung in eine andere, verwandte: traurige walzermelodien aus der heimat glitten in alte volkslieder über
kriegsbr. gefallener studenten (1928) 223.
vom rhythmus des gesprochenen wortes: wie gleitet dagegen nicht der griechische (
hexameter) von zunge und lippen hernieder Bürger
s. w. 177
B.; dieses bild ist in jüngerer sprache ganz geläufig geworden vom gleichmäszigen flusz der worte im gegensatz zur stockenden rede: so glitten ihm doch eben deshalb eine menge ungemein artiger redensarten über die lippen E. T. A. Hoffmann
s. w. 13, 143
Gr.; sie wuszte selbst nicht wie ihr die worte über die lippen geglitten waren Fouqué
altsächs. bildersaal (1818) 3, 27; rascher klopften alle herzen, leichter glitt das wort vom munde Fr. W. Weber
Dreizehnlinden (1907) 89; die töne gleiteten wie rollende edelsteine von ihren lippen J.
F. Castelli
memoiren 1, 225
Bindtner; in älterer sprache begegnet bereits das compositum entgleiten
in ähnlich übertragenem sinne von der rede: ist er behuot vor schanden gluot, das in diu brennen niht entuot, so hüet er sich ouch, daz kein bœsez wort im iht entglite
bei v.
d. Hagen
minnesinger 2, 222
b.
von der sanften eindringlichkeit der worte und töne: bald klagend, trauernd, sehnend, schluchzend gleiten der töne wellen in des lauschers ohr Gaudy
s. w. (1844) 2, 31; (
er) sprach so mild und sanft, dasz balsamgleich die worte zu dem wunden herzen glitten Jul. Mosen
s. w. (1863) 2, 82.
das part. praes. steht als adjectiv im sinne von '
gleichmäszig, einschmeichelnd': (
er sagte) mit sanfter gleitender stimme L. Tieck
schr. 20, 338; den leīchten gleitenden ton des diplomaten R. Hohlbaum
Stein (1934) 84. D@2@bb)
die bezeichnung gleitender reim
ist dem italienischen entnommen; vgl.: die dreifache reime seind diese, darinnen drei wortglieder am ende der reimworte, das ehrste lang mit einem langen lauter und die letzten zwei kurtz mit kurtzen lautern, und allen den dreien lautern nachfolgenden mitlautern gleichendigen als hertzliche, schmertzliche ... wier können sie am füglichsten rollende nennen ... oder auch überfallende oder zweifach fallende ... von den Welschen werden sie versi sdruccioli
d. i. zischlende, glitschende oder gleitende genennet Ph. Zesen
vermehrter Helikon 1 (1656) 88; so hat er (
Voss) in der schläferin die gleitenden reime, die überhaupt im deutschen selten, und seit den ältern dichtern, z. b. Weckherlin
u. a. sehr aus der acht gelassen sind, mit glück durchgeführt Aug. W. Schlegel in:
Athenäum (1798) 3, 157; die schlüsse : máchetè, ngendè, pfingestèn, die 'gleitenden' ... fehlen der mehrzahl der
mhd. dichter ganz Andreas Heusler
dtsche versgeschichte 2 (1927) 127 (§ 587). D@2@cc)
vom unmerklichen ablauf der zeit und der dinge: still glitten die stunden dahin, wie die schatten des zeigers der sonnenuhr über dem portale Spielhagen
s. w. (1877) 1, 19; dies ist ein ding, das keiner voll aussinnt, und viel zu grauenvoll, als dass man klage: dass alles gleitet und vorüberrinnt und dass mein eignes ich, durch nichts gehemmt, herüberglitt aus einem kleinen kind mir wie ein hund unheimlich stumm und fremd Hugo v. Hofmannsthal
ges. ged. (1907) 19; glocken verkünden mir rings des tages gleitende stunden R. A. Schröder
elysium (1912) 177; kaum dasz sommer war, ist man unmerklich in den herbst geglitten
kriegsbr. gefallener studenten (1928) 222.
ebenso vom gleitenden übergang in einen neuen äuszeren oder innerlichen zustand; schon mhd. in einem abgegriffenen gebrauch: der wint der îtelkeit in sluc, daz er hin muste glîten in die verlust besîten
passional 441, 87
K.; aber so der mensch sein beswerung selbs wil tragen, gleit er in ungedult
d. buch geistlicher gnaden (1503) 112
a; die empfindung eines liebhabers, der im gesange seiner geliebten auf einem silberton ihrer stimme in jene welt gleiten will Herder 5, 670
S.; unter grauen haaren würd ich mich feige schelten, hätt ich, gleitend ins unbekannte land, nur die hälfte meines wegs zurückgelegt Schiller 2, 392
G. D@2@dd)
von gedanken und vorstellungen, die wie die glieder einer kette am inneren auge vorüberziehen: mordgedanken gleiten wie schatten über sein glühendes herz Bürger
s. w. 281
B.; die bewegungen des lebens um ihn gleiten in vollen melodien ... vor seinem innern sinn vorüber (
in einem sonnigen klima) Aug. W. Schlegel in:
Athenäum 1 (1789) 21; alles gleitet vor meiner seele kalt und freudenleer vorüber Tieck
schr. (1828) 6, 167; die nacht ist schön und durch die seele gleiten die bilder mit idyllischem behagen
N. Lenau
s. w. 136
B.; dann verdrängt ein gefühl der zukunft alle gedanken und bilder der gegenwart und die dinge, die kommen sollen, gleiten als schatten durch die seele, vorbereitend, warnend, tröstend Hebbel
s. w. 1, 15
W.; (
es) glitten ihr ganz ungewohnte und unbequeme einfälle durch den kopf Hans Grimm
südafrikanische novellen (1921) 166;
von der freischwebenden phantasie: eben so wenig kommt meine einbildungskraft, die nur über frisch duftende blumen gleitet, in gefahr ... in ihrem schwunge gehemmt zu werden Thümmel
reise (1791) 7, 97;
ähnlich vom wechsel in der vorstellungswelt: sei stets aufmerksam auf das, was du vornimmst, bringe es zu deinem inneren bewusztsein, gleite nie zu nebenvorstellungen Boyen
bei Meinecke (1896) 1, 137;
von einer nur flüchtigen berührung ohne bleibenden eindruck: man rührt nur, wenn man selbst gerührt ist, sonst kann der ausdruck richtig sein, und dennoch über die seele gleiten H. P. Sturz
schr. 1 (1779) 94.