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Gleiten

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
12 in 11 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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58
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27

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Gleiten

Bd. 2, Sp. 720
Gleiten, verb. irreg. neutr. Imperf. ich glitt; Mittelw. geglitten. Es bezeichnet eine Bewegung auf einer glatten oder schlüpfrigen Fläche, und ist in einer doppelten Gestalt üblich. I. Mit dem Hülfsworte seyn. 1) Sich auf oder über einer glatten Fläche leicht fort bewegen. Der Schlitten gleitet auf dem Eise leicht dahin. Der Wein will nicht gleiten, im gemeinen Leben, will nicht hinunter. Auch figürlich in der höhern Schreibart, von einer sanften gleichförmigen Bewegung. Mein kühleres Blut gleitet mit gleichem Laufe in seinen Ufern fort. Sanft wie das Morgenroth Das über frische Rosen gleitet, Utz. 2) Auf einer glatten oder schlüpfrigen Fläche eine unwillkührliche Bewegung machen, besonders mit den Füßen, für ausgleiten; in der niedrigen Sprechart glitschen, im Nieders. glippen, glisken, in Baiern ränzeln, in Österreich auskrollen, Ital. crollare. Zu seiner Zeit soll ihr Fuß gleiten, 5 Mos. 32, 35. Die Hoffnung des Verächters ist wie ein gleitender Fuß, Sprichw. 25, 19. Meine Tritte hätten (wären) beynahe geglitten, Ps. 73, 2. Das Pferd, der Ochs ist geglitten. Auch figürlich in der höhern Schreibart; aus Übereilung, aus Unvorsichtigkeit einen Fehler begehen. Aber bin ich gleich geglitten Dennoch steh ich wieder auf, Gryph. II. Mit dem Hülfsworte haben, sich auf einer glatten Fläche, besonders auf dem Eise, fortbewegen machen, sich auf dem Eise fortgleiten machen, im Hochdeutschen auch schleifen, in Thüringen und Meißen glandern, in Baiern halezen, hälscheln, von hal, schlüpfrig, in andern Gegenden kahscheln, wo auch Kahschel eine solche Schleifbahn ist; im Nieders. fliddern, flindern, im Schwed. kana. Sie haben den ganzen Tag geglitten. Anm. In der ersten Bedeutung lautet es im Nieders. gliden, in den Monseeischen Glossen giliten, im Schwed. glida, im Angels. glidan, im Engl. to glide, im Franz. glisser. Man könnte es füglich von glatt herleiten, wenn man nicht häufige Spuren hätte, daß leiten, welches jetzt nur active gebraucht wird, ehedem auch gehen, reisen, ja sich bewegen überhaupt bedeutet hätte, woraus durch Vorsetzung der Sylbe ge und deren Abkürzung unser gleiten geworden ist. Bey dem Ulphilas ist leithan, im Angels. lithan, im Schwed. lida, im Wallisischen llitro, gehen, bey dem Kero kelitan zurück gehen, weggehen, in den[] Monseeischen Glossen gilidan reisen, wovon im Nieders. noch das Mittelwort leden, für verwischen, von einer Zeit gebraucht, üblich ist. Im Griech. ist ελευθω gleichfalls ich gehe. S. Leiten, ingleichen Schlitten, welches durch Vorsetzung des Zischlautes aus gleiten entstanden.
2561 Zeichen · 48 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gleiten

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Gleiten , verb. irreg. neutr. Imperf. ich glitt; Mittelw. geglitten. Es bezeichnet eine Bewegung auf einer glatten oder …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gleiten

    Goethe-Wörterbuch

    gleiten bis auf den frühen Beleg B1,23,25 schw flekt; fast ausschließl im dichterischen Werk 1 (üb eine Fläche) dahingle…

  3. modern
    Dialekt
    gleitenst.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    gleiten st. : auf dem Eis g., wie schd., gleite [ PS-Geisbg SP-Mechth BZ-Klingmst ]; vgl. glitschen . Südhess. II 1387 ;…

  4. Spezial
    gleitenv

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    gleiten , v скользить/скользнуть , гл

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gleiten

13 Bildungen · 2 Erstglied · 7 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von gleiten 2 Komponenten

glei+ten

gleiten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gleiten‑ als Erstglied (2 von 2)

Gleitende Lohnskala

Meyers

Gleitende Lohnskala , ein in neuerer Zeit namentlich in der Kohlen- und Eisenindustrie Großbritanniens und der Vereinigten Staaten vorkommen…

gleiten als Zweitglied (7 von 7)

bigleiten?

KöblerAhd

*bigleiten? , sw. V. (1a) Hw.: vgl. as. biglēdian*

abgleiten

DWB

abgleiten , delabi, von etwas niedersteigen, abfallen: da gleit ( glitt ) die hellebort ( ausgeburt der hölle ) von den leitern ab. Luther 3…

ausbegleiten

DRW

aus·begleiten

ausbegleiten einen Wegziehenden begleiten es solle kain hanndtwerchsgesell den anndern außbeglaitten, sonder den für sich selbst wegziehen l…

ausgleiten

DWB

aus·gleiten

ausgleiten , lapsare, nnl. uitglijden: mit dem rechten fusze ausgleiten; das pferd ist ausgeglitten.

begleiten

DWB

beg·leiten

begleiten , comitari, für begeleiten, nnl. begeleiden, ahd. nur pileitan, mhd. beleiten, wie auch Dasypodius , Maaler und Henisch noch stets…

entgleiten

DWB

ent·gleiten

entgleiten , elabi, mhd. englîten ( wb. 1, 549 b ), nnl. ontglijden. 1 1) vom fusz ( vgl. entgehen 1, d ): wie entgleitet schnell der fusz s…

Wêgleiten

Adelung

weg·leiten

Wêgleiten , verb. regul. act. an einen andern Ort leiten. Das Wasser wegleiten.

Ableitungen von gleiten (4 von 4)

begleiten

DWB

begleiten , comitari, für begeleiten, nnl. begeleiden, ahd. nur pileitan, mhd. beleiten, wie auch Dasypodius , Maaler und Henisch noch stets…

entgleiten

DWB

entgleiten , elabi, mhd. englîten ( wb. 1, 549 b ), nnl. ontglijden. 1 1) vom fusz ( vgl. entgehen 1, d ): wie entgleitet schnell der fusz s…

vergleiten

DWB

vergleiten , verb. ausgleiten, dahingleiten, zusammensetzung mit gleiten, welches stark und schwach flectiert wird ( Weigand wb. 1, 599 ), i…

zergleiten

DWB

zergleiten , verb. , auseinander gleiten, zerfallen: teglîdit gruoni wang Heliand 4285 ; erde: 4456 ( cit. zergehn 2 a ); Schiller-L. 4, 564…