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kurbe

mhd. bis Dial. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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10 in 9 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kurbe f.

Bd. 11, Sp. 2795
[]kurbe, f. gleich kurbel, griff zum drehen u. ä. 11) nhd. 1@aa) kurbe find ich zuerst in der von Moerbeek besorgten 3. ausg. von M. Kramers nl. wb. (Lpz. 1768) im deutschen theile, als krumme handhabe um etwas zu drehen (nl. anders benannt), so lange entgieng es der aufzeichnung. dann bei Adelung die kurbe z. b. an einer kaffeemühle, einem bratenwender, einer sägemühle (vgl. u. c, Campe fügt schleifstein, kaffeemühle hinzu); die erste heiszt im öcon. lex. Leipz. 1731 sp. 417 vielmehr leyer, wie noch sächs. z. b. am schleifstein. 1@bb) einen beleg fürs 15. jh. gibt folg. kurm dat., d. i. kurbn (wie alm aus albn, alben, vgl.kürm unter kürbe 2), schwäb. wie es scheint: die krankheit (der nachthunger) kan ir nit entpfliehen, sie werd denn wider an der kurm ziehen, daran man mansdegen schol schleifen. fastn. 748, 14, also am schleifstein (obsc. verwandt). 1@cc) auch korbe. 1@c@aα) so im 15. jh. korbe gerale Dief. 263b aus zwei rhein. voc., lat. eig. girale (von girare drehen), auch mit wenderat, roddel erklärt. so noch hess. korbe, drehkorbe. auch bei Frisch 1, 538a »korbe oder gorbe (s. 3), zapfen, ziehet die säg in der mühl mit dem lenke, drehet wie ein lenker, gall. courbe«, s.lenker in der sägemühle, zu zapfen s.krummzapfen als kurbel, bei Mathesius krumbe zapfen oder körbel (s. d.) am schleifstein der getreten wird. 1@c@bβ) zu diesem körbel gleich kurbel nachträglich auch helmkörbel oder körbel am steuerruder (der krumme griff zum drehen), das sich aus Fischarts gehelmkörbelet Garg. 79a ergibt, s. 42, 979. 1@c@gγ) bei Frisch folgt eine mir dunkle angabe, die zu korbe gehören wird: 'korben-röllgen, rädergen mit einer kuppen'. 1@dd) auch kürbe, fränk.: éin wasserrad kan zween oder vier blasbälge mit einer gekröpften (gekrümmten) kürbe und eisernen ziehstangen auf und niederlassen. Hohberg 1, 72a, gleich dem krummzapfen im bergbau. 1@ee) mit umlaut auch luxemb., kîrp f. gebogene handhabe, kurbe, kurbel Gangler 236 (î für ü oder ö), auf der Eifel aber curv f. Schmitz 223b. das wort erscheint überhaupt im rhein. gebiete heimisch. aber entlehnt auch poln. korba, kurba. 22) auch mhd. ist es glücklich einmal bezeugt, kurbe schw. fem., am ziehbrunnen, die kurben trîben, umbe ziehen im Reinhart 961. 983, im alten texte nur ziehen (J. Grimm sendschr. s. 22), wie an der k. ziehen unter 1, b, es gleicht ja dem ziehen an den rudern, das umbe ziehen und trîben (gleich umbe trîben) zeigt deutlich die winde am ziehbrunnen, für die das wort vermutlich zuerst gebraucht war. Nicht ganz sicher ist es ahd. in der gl. churba, curba anthlia Graff 4, 487, Dief. 38c, s. unter körbel, aber doch wahrscheinlich nach anthlia als galgaruota Graff 2, 491, vgl. 383 (wo curba deutsch ist), Schm. 2, 39, die stange am ziehbrunnen (s.galgen II, 5). 33) daneben aber formen mit G, wie schon unter 1, c gorbe bei Frisch. 3@aa) gürben, krumbe hölzer, so die seitenladen der schiffen zuosamen habend (d. i. halten), costae navium. Maaler 198a, aus Frisius 340a, vgl. krummholz 2; noch bei Stalder 1, 499 'gürben (pl.?), gürbi n.' schiffrippe, 'im gegensatz der nadel, d. i. der kleinen wagerechten hölzer womit der schiffboden befestiget wird'. auch gurben plur. nach Fischarts bezeichnung eines seetüchtigen schiffes als gebodemet, vergurbet Garg. 79a (Sch. 135), gegenwärtig auf dem Rheine korben pl. (s. sp. 1800), frz. courbe f. Die bildung ist sonst wie kürbe unter 1, d, das n. gürbi sieht aus wie ein demin., was ja kurbel auch eigentlich sein musz; im begriffe bleibt nur die krümmung, mit wegfall des drehens. 3@bb) schweiz. auch der krumme handgriff an der sense, die mittlere handhabe für die rechte hand (Stalder), mit oder ohne drehen, wie man will; anderwärts knebel. vgl. kurbelspiesz. 3@cc) scheinbar abweichend auch spinnrad, in Schmidts id. bern. gürbe n. (Frommann 3, 86a), dazu gürbireiser, gürbenmacher, drechsler, besonders der spinnräder macht Stalder. es musz eig. die vorrichtung sein, die beim treten das rad in bewegung setzt, gleich der körbel am schleifstein unter 1, c, der kurbe 1, b, wo auch der ganze 'schleifstein' damit bezeichnet scheint; es ist wie in schleifstein, wo auch die ganze vorrichtung nach dem hauptstücke benannt ist. Merkwürdig anklingend übrigens nd. kurre f. spinnrad, in Fallersleben Fromm. 5, 154, vgl. rhein. kar n. spinnrad (sp. 203 unten), nd. spinnekâre (sp. 223 unten). 44) den ursprung setzt man seit Frisch (s. 1, c) in frz. courbe f.; aber das trifft nur in der bed. 3, a mit unserm worte zusammen (wie span. curva), die kurbel heiszt vielmehr manivelle f., auch am steuerruder, wie körbel vorhin 1, c; und dabei ist nicht zu [] übersehen, dasz auch die gurben, korben des schiffes zugleich heimischen anhalt haben an korb schiffsgerippe unter a (sp. 1800), sodasz das franz. schifferwort, bei aller anlehnung an lat. curvus, umgekehrt zugleich unter dem einflusse des rheinischen wortes stehn könnte (hat doch z. b. der griff des steuers einen deutschen namen, heaume, d. i. helm). Denn dem Rheingebiete wesentlich gehört unser wort an, während es in den andern germ. sprachen fehlt (selbst nl.); zur sichern beurtheilung wären genauere aufnahmen dort nötig, auch in dem frz. grenzgebiete. möglich dasz da ein lat. curva, franz. courbe krummholz auch fürs drehen, winden bestand; aber auch für heimische herkunft liegt eine möglichkeit vor in kerben, das einst starkformig war (mnd. gecorven gekappt im alten Hamburger schiffrechte bei Lappenb. 83), wenn etwa die kurbe urspr. nichts als ein vom baume geschnittener krummer ast war, vgl. altn. isl. kurfr m. abgebrochnes stück holz, kurfla holz klein hauen Biörn 1, 483a. Der wechsel von k- und g- ist sowol bei einer entlehnung begreiflich (s.K 2, f und G 5, b) als ohne sie, wie er denn deutlich vorliegt in schweiz. gerte hippe neben nl. kerten kerben Kil. (s. kerben a. e). Sollte aber das krumme der keimpunkt des begriffes sein (das doch dem aste auch von selbst so nahe liegt), so käme wol gar urverwandtschaft in frage mit altsl. grŭbatŭ gekrümmt (grŭbĭ rückgrat, u. a.), s. Mikl. 145a.
6137 Zeichen · 168 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    KURBEswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    KURBE swf. die winde am brunnen. frnz. courbe. ein bruoder begund zem brunnen gân; er treib die kurben vaste Reinh. 961.…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kurbe

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Kurbe , plur. die -n, oder die Kurbel, plur. die -n, eine nach einem Winkel, oder auch nur krumm gebogene Handhabe, …

  3. modern
    Dialekt
    Kurbe

    Rheinisches Wb.

    Kurbe nur vereinzelt -rəf, Pl. -wə(n), –və f.: 1. a. Kurbel, Drehe, Schwengel an Maschinen (Dresch-, Häckselmaschine, Bu…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kurbe

45 Bildungen · 41 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen

kurbe‑ als Erstglied (30 von 41)

kurbebez

AWB

kurbebez Gl 3,50,18/19 s. kurbiz.

kurbeerbaum

DWB

kurbe·er·baum

kurbeerbaum , m. cornelbaum C. Gesner, Maaler 258 c ( geschr. kurberbaum), Apherd. tiroc. 135; dieser welschkirschbaum, den man sonsten auch…

kurbeere

DWB

kurbe·ere

kurbeere , f. cornum Maaler, kürbeeren Tabernaemont. ( Dief. 152 b ), kurbeer corna Schottel 1352 . bei Nemnich kürbeeren von cornus mascula…

kurbelband

DWB

kurbel·band

kurbelband , n. ledernes band, gürtel in verbindung mit einer kurbel.

kurbelfutter

DWB

kurbel·futter

kurbelfutter , n. hölzerne röhre, womit der arm einer kurbel gleichsam gefüttert ist.

Kurbelgetriebe

Meyers

kurbel·getriebe

Kurbelgetriebe ( Kurbelmechanismus ), ein Mechanismus, der eine rotierende Bewegung in eine geradlinig hin und her gehende oder im Kreisboge…

kurbelhase

DWB

kurbel·hase

kurbelhase , m. : wann man ihnen bei ehrlicher gesellschaft einen hasen oder hun vorzuschneiden und zerlegen darbietet, sie dafür erschrecke…

Kurbel I

RhWB

Kurbel I s. o. bei Kurbe u. bei kurbeln.

Kurbel II

RhWB

Kurbel II das Wort ist allg. an der Saar, Mos von Trier bis Bernk-Veldenz , Wittl , Bitb , Prüm , WDaun , Malm-Dürler Emmels , abseits Simm-…

kurbeln

DWB

kurbeln , mittelst einer kurbel drehen, bewegen.

Kurbelnbrot

RhWB

kurbeln·brot

Kurbeln-brot ko·r.wələbrū:t Trier-Stdt (fast nur in dieser Zs.) n.: rundes Brot, bes. aus Roggenmehl.

Kurbelspieß

Adelung

kurbel·spiess

Der Kurbelspieß , des -es, plur. die -e, in einigen Gegenden, ein Nahme des Fangeisens oder Schweinespießes der Jäger, wegen der Kurbel, ode…

kurbelspiesz

DWB

kurbelspiesz , m. der schweinspiesz oder das fangeisen, venabulum Frisch 1, 559 a , von kurbel als gekrümmtes quereisen Adelung , Krünitz, a…

Kurbelstang'

MeckWB

kurbel·stang

Wossidia Kurbelstang' f. Kurbelstange, bes. die senkrechte Stange am Spinnrad, die die Aufundabbewegung der MeckWB Wipp in die Drehbewegung …

kurbe als Zweitglied (4 von 4)

Drehkurbe

RhWB

dreh·kurbe

Dreh-kurbe -ku·r.əf Prüm-Mützenich ; -kurbəl Simm-Schlierschd f.: Schwengel am Butterfass, der Wannmühle udgl.

Halskurbe

RhWB

hals·kurbe

Hals-kurbe -ku·r.əf Daun-Katzwinkel f.: -grube, Vertiefung zwischen dem H.wirbel.

Quallkurbe

RhWB

quall·kurbe

Quall-kurbe -ku·r.əf NBerg (s. Quall 2) f.: Kurbel, zum Hochwinden der Qu.bretter.