regnen,
verb. pluere; ahd. reganôn,
mhd. regenen, regnen;
dieser bildung steht im goth. und altnordischen eine factitive entgegen, goth. rignjan,
altnord. rigna.
formen, die in der übergangszeit vom mhd. zum nhd. örtlich vorkommen, zeigen sich durch umstellung, aus- und abfall einzelner laute beeinfluszt, verschwinden aber in der allgemeinen schriftsprache wieder: pluere renen, reyn, regen
neben regenen, regnen Dief. 442
b; rengen, regen
nov. gloss. 295
b; item auf sant Gallen tag desselben jars da ward es rengnen gar fast und rengnet also wol drei wuchen.
d. städtechron. 5, 32, 4; is reinte also sere ... als isz am allirseresten reinde. Stolle
chron. in Haupts zeitschrift 8, 309;
das häufige regen
insbesondere steht nicht nur vereinfachend beim aufeinanderfolgen zweier n
für die form regnen
im infinitiv und präsentialen formen: es rausschet als wolts seer regen.
1 kön. 18, 41 (
vergl. auch unten unter 2,
b); ja, solt es luter hergott regen. Murner
narrenbeschw. 29, 4
Gödeke; lasz redlich bengel uff sie regen. 80, 139;
sondern gelegentlich auch auszerhalb derselben: item am suntag vor sant Johans tag zu sunbenten hub es an zu regen umb vesperzeit, und reget an einander tag und necht.
d. städtechron. 2, 24, 2; wir bittent gott und lesent mess, das es rege wit und breit; tet er das, es würd uns leid; regt es dann, so bitten wir das die sunne stech herfür. Murner
narrenbeschw. 49, 7
Gödeke. 11) regnen
im eigentlichen sinne, als regen fallen. 1@aa) es regnet: sôʒ regenôt, so naʒʒênt tî bouma. Müllenhoff
und Scherer
nr. 27, 1, 9; do machte sich gar ein groʒ ungewittere von winde und von slegereine unde wart vinster uff dem velde unde reinte unde goʒ also sere daʒ sich die waʒʒirloufte unde di beche unde ouch andere waʒʒer ergoʒʒin hatten. Ködiz 41, 31; wenn die spinnen ireu netzel hœher ziehent, daʒ ist ain zaichen, daʒ eʒ regenen wil. Megenberg
[] 295, 12; jr berge zu Gilboa, es müsse weder thawen noch regenen auf euch.
2 Sam. 1, 21; wenn der himel verschlossen wird, das (
dasz es) nicht regent.
1 kön. 8, 35; das es regent aufs land.
Hiob 38, 26; ein zenkisch weib und stetigs triefen wenns seer regent, werden wol mit einander vergleicht.
spr. Sal. 27, 15; es hat aufgehört rägnen,
imbres defierant. Maaler 324
d; es rägnet, es schüttet abhin,
imbres cadunt. ebenda; es will regnen,
imbres impendent. Stieler 1615; es regnet allemal, wenn wir jahrmarkt haben, sagt der krämer, und auch allemal, wenn ich wäsche trocknen will, sagt die hausfrau. Lichtenberg 4, 57; es muszte oben fluthend geregnet haben; denn die waldströme waren fürchterlich angeschwollen. Seume
spazierg. 2, 43; noch immer regnete es. Freytag
soll u. haben 2, 214; der gutzgauch auf dem zaune sasz, es regnet ser und er ward nasz. Gödeke
u. Tittmann
liederb. s. 155; der fürst kaum kommen war in waldt, da fieng es an zu regnen baldt. Sandrub
kurzweil 166; der mond hat nicht geschienen, ich habe mich verirrt, es ist so kalt, es regnet, erbarme dich, herr wirth! Gleim 2, 281; sorgt (
ängstigt sich), dasz es zu rechter zeit im laufe der natur nicht thaut, nicht regnet und nicht schneit auf seine weizenflur. 4, 236; und von oben durch das dach regnets mir aufs blatt im schreiben. Geibel
werke 3, 182;
wetterregeln und sprichwörter: wenn es bei sonnenschein regnet, so ist kirmesz in der hölle. wenns regnet und die sonne scheint, so schlägt der teufel seine groszmutter: er lacht und sie weint. wenns regnet bei sonnenschein, so hat der teufel seine groszmutter auf der bleiche. es regnet bei sonnenschein: da kommt ein schneider in den himmel. es regnet gern wo es schon nasz ist. wenns regnet, ist hagel und schnee verdorben. Simrock
sprichw. 448; regnet es nicht, so tropft es doch. wenn es regnet, musz mans machen wie die Nürnberger und drunter herlaufen. regnets an unserer frauen tag, wenn sie übers gebirge geht, so regnets noch vierzig tag. 449; lasz regnen weil es regnen mag, das wasser will seinen lauf, und wenn es ausgeregnet hat, so hörts von selber auf.
ebenda; regnets am sonntag vor der miss, regnets die ganze woch gewisz.
ebenda; in einem bilde: o macht lieber alle andere tagzeiten des lebens trübe, ... nur bei sonnenaufgang lasset es nicht ins leben regnen. J. Paul
Tit. 2, 178. 1@bb) es regnet wasser, tropfen: es regnet regnet tropfen, die buben musz man klopfen.
süddeutscher kinderspruch; und danach, von besonderen naturerscheinungen, es regnet feuer, blut: an dem tag aber, da Lot aus Sodoma gieng, da regnet es fewer und schwefel vom himel (
goth. rignida svibla jah funin us himina).
Luc. 17, 29; es regnet blut,
pluit sanguinem, imber sanguinis defluit. Stieler 1615; steine regnen,
pluere lapides seu lapidibus. ebenda; es hat milch geregnet,
defluit lactis imber. Steinbach 2, 242; (
man) sagt, es habe blut geregnet, und das bedeute krieg. Hebel 2, 20; man spricht auch von einem froschregen. aber das wird doch niemand gesehen haben, dasz es frösche aus der luft herab regnet. 21. 1@cc)
aber auch das wasser, der regen regnet
selbst: eʒ geschiht auch ze stunden, daʒ rôteʒ waʒʒer regent sam pluotstropfen. Megenberg 82, 8; der beste regen, meint der adjunkt, sei doch immer der, mit welchem der himmel unsere felder und weinberge tränkt, und den segen fruchtbarer zeiten sendet. aber was sagen wir dazu, fragt der adjunkt, wenn schwefel oder blut regnet, wenn frösche, steine oder gar soldatenhüte regnen? Hebel 2, 19; denn der regen, der regnet jeglichen tag.
Shakesp. Lear 3, 2, for the rain it raineth every day; wenn es regnet, solt ihr nicht singen wie die kinder: regene basz (
der regen wird angeredet), ich bin nicht nasz. Mathesius
Syrach 3, 63;
ebenso hagel regnet (
vgl. oben b): nordischer schnee schrumpft seine sohlen zusammen, stürmischer hagel regnet um seine
[] schläfe. Schiller
räuber 4, 4; feuer regnet: als ob lebendig feuer vom himmel regne. Fr. Müller 1, 82. 22) regen,
ebenso in eigentlicher bedeutung, regen geben. 2@aa) die wolke regnet: ich .. wil den wolken gebieten, das sie nicht darauf (
auf den weinberg) regnen.
Jes. 5, 6; wolken sind sie (
die reichen), welche zwar wasser haben, aber nicht regnen.
pers. rosenth. 7, 20; wie sprach Îsaîas der werde? ir himel tuot von oben nider, wolken regent.
minnes. 3, 352
b Hagen; verbirg, o wolkenkranz, die schwüle sonne ganz, .. doch regne nicht. Voss 2, 303; (
sie) spricht zu den wolken: regnet, und wenn die flur gesegnet, zerrinnt am goldnen tag! Geibel
werke 3, 60; sturm, nacht regnen,
geben regen: dasz dieser brief von ihr gerade in der regnenden, melodischen nacht des gartenfestes gemacht war. J. Paul
Hesp. 1, 262; bekanntlich war am tage der heutigen tag- und nachtgleiche .. ein kalter schneiender regnender sturm. 4, 118; der himmel regnet: wer miszt dem winde seinen lauf? wer heiszt die himmel regnen? Gellert 2, 145; er keife nur, der edelmann, der himmel hört nicht auf zu regnen. Gleim 2, 154; thun die himmel sich auf und regnen, so träufelt das wasser über felsen und gras, mauern und bäume zugleich. Göthe 1, 383;
und der herr des himmels: der sein sunne lesset scheinen über die guten und die bösen und regnet auf die gerechten und ungerechten.
bibel von 1483 472
a (
Matth. 5, 45,
auch goth. rigneiþ ana garaíhtans jah ana invindans,
bei Luther aber leszt regenen,
vgl. nachher b); kann unser herrgott regnen, so können die reichen auf stelzen gehen. Simrock
sprichw. 449; sih was der himmlisch vatter thut, der regnet uber bös und gut. E. Alberus
fab. 98
b; jetzt kam graulich die nacht des erdunkelten mondes, und rastlos regnete Zeus.
Odyss. 14, 458;
von zauberern oder teufeln: wanne her wolde (
ein könig), sô wart iʒ nacht und wart ouch tac; wanne her wolde, her dunrete und bliczete und regente und snîete.
d. myst. 1, 199, 4;
in einer redensart: der teufel grief nicht den Adam, sondern die schwache Evam am ersten an, regnet also alle zeit dahin, da es vor nasz ist.
corpus constit. Brandenb.-Culmb. 1, 59;
in bezug auf besondere naturerscheinungen (
oben 1,
b und unten b): auch auf ihr haupt, als aller schalkheit sitz, wirt er von bech, glut, schwefel, dunder, blitz ein wetter stark, sie zu verzehren, regnen. Weckherlin 42; was that er, uns zum trost, der gute vater? regnet er uns mannabrot? Voss 5, 29. 2@bb)
sonst regnen lassen,
von den herrschern des himmels: gott der herr hatte noch nicht regenen lassen auf erden.
1 Mos. 2, 5; uber sieben tage will ich regen lassen auf erden, vierzig tag und vierzig nacht. 7, 4; ich wil aber den herrn anrufen, das er sol donnern und regen lassen.
1 Sam. 12, 17; das du .. lassest regen auf das land, das du deinem volk zum erbe gegeben hast.
1 kön. 8, 36; den tag, da der herr regen lassen wird auf erden. 17, 14; er .. leszt regenen uber gerechte und ungerechte.
Matth. 5, 45; du (
Jupiter Pluvius) sollst regnen lassen, weil es nun einmahl geregnet sein musz. Wieland 25, 180; er (
Leviathan) nahet in seinem zuge den inseln und läszt regnen über sie. Fr. Müller 1, 48; die wolken regnen lassen: von diesem himmel sieht ein gott herab, ein guter, der uns alle liebt; ein gott, der diese seine wolken regnen liesz! Gleim 6, 45; den regen regnen lassen: ich .. wil regen lassen platzregen mit schlossen, fewr und schwefel, uber jn und sein heer.
Hes. 38, 22;
und, von besonderen naturerscheinungen (
vgl. oben b): dankst du denn solcher maszen, du toll und thöricht volk, dem, der dir regnen lassen dein manna aus der wolk? P. Gerhard 279, 43,
nach: da sprach der herr zu Mose, sihe, ich wil euch brot vom himel regenen lassen.
2 Mos. 16, 4; und lies das man auf sie regenen, zu essen.
ps. 78, 24; und lies fleisch auf sie regenen wie staub, und vogel wie sand am meer. 27;
ebenso: ich wil morgen umb diese zeit, einen seer groszen hagel regen lassen.
2 Mos. 9, 18; da lies der herr schwebel und fewr regenen von dem herrn vom himel erab, auf Sodom und
[] Gomorra.
1 Mos. 19, 24; er wird regenen lassen uber die gottlosen blitz, fewr und schwefel.
ps. 11, 6. 2@cc) regnen,
mit angabe der wirkung: reiter und fuszgänger suchten sich von der schmalen unwegsamen fahrstrasze auf die wiesen zu retten; aber auch diese waren zu grunde geregnet. Göthe 30, 134; drum, liebe wolke, lasz in ruh ihr falbes gras mit harken in den händen die flinken mägdlein wenden, und regne sie nicht nasz. Voss 2, 304;
mit angabe des ertrages: achten sie auf die wolken, ... es giebt ein tüchtiges gewitter. heute nacht regnets hafer für das gut. Freytag
soll u. haben 2, 202; der himmel hört nicht auf zu regnen: er will, so gut er immer kann, mir meinen kleinen weinberg segnen! es regne nur! Johann, schenk ein! geschwind, Johann! es regnet wein! Gleim 2, 154; so wird des himmels thau die fetten furchen segnen, und tausendfache frucht in deine saaten regnen. Lichtwer
schriften 250;
wenn gleichmäszig anhaltender regen fällt, so heiszt es bildlich es regnet bindfaden; meine unglücksstrick sind dieser wasserstriemen läng und breite, die verkörperten hyperbeln, denn bindfäden regnets heute. A. v. Droste-Hülshoff
ged. 33;
in Berlin es regnet strippen;
übertreibend aber sagt man in Düringen von einem ungeheuern regen es regnet spitzbuben,
vgl. spitzbubenwetter. 33) regnen,
in übertragener bedeutung, von dem was so dicht wie regen fällt oder kommt (
vergl. oben 1). 3@aa)
auch hier es regnet: wie möht ein wunder grœʒer sîn? eʒ regent bêdenthalben mîn, daʒ mir des alles niht enwirt ein tropfe. des fürsten milte ûʒ Ôsterrîche fröit dem süeʒen regen gelîche beidiu liute und ouch daʒ lant. Walther 20, 35;
mit beisatz des dicht fallenden oder kommenden: das heiszt, mein ich, narren geregnet. Luther 2, 149
a; hie regnet es ablas, da hat man gelts gnug zu. 1, 306
b; jr solts innen werden gar schier, ob jr das spiel also dempfen werdet, wens gleich eitel bischove, Emser, Eck und bepst regenet und schneiet. 376
b; und wenns eitel heiligenexempel schneiete und regente. 5, 163
a; die spitzen (
von schwertern) stechen eine jungfrau .. und regent eitel fewer auf sie. 8, 250
a,
bild auf einer schaumünze; denn als michs ansiehet, so wills dreck regen, und unsere sünde will gott heim suchen.
br. 5, 400; und es eitel wucherer und leutschinder regnet. Mathes.
Sar. 3
b; das sie vom kleinen stein sich hetten erschrecken und niederlegen lassen, was wolten sie denn thun, wenn es kugeln regnete. Pape
bettel- u. garteteufel P 1
a; mauser und Judasbrüder seind so viel, wann es 3. tag soll strick regnen, so konte man dannoch nicht alle henken. Abr. a S. Clara
Judas 1, 175; hätte ich oder mein bruder gefragt, was dieses bedeuten solle, würde es ohnfehlbar entsetzliche schläge geregnet haben.
Felsenb. 2, 470; da regnete es sonette. Wieland 11, 231; alles balgte sich herum, ohrfeigen, püffe, stösze regnete es, wenn auch nicht vom himmel. Immermann
Münchh. 4, 73; man legt die hände auf eine art und gattung zusammen, wie es recht ist; dann regnet es geld zum dach hinein. Pestalozzi
Lienh. u. Gertr. 1, 36; wenn ich auf irem rennpuhel drab, so dunkt sie, es regen eitel honig oben herab.
fastn. sp. 859, 8; und wenns drei tage marggrafen regnt, und lägen hier in dieser gegnd, so woln wir doch nicht zagen. Liliencron
volksl. 1, 372
b; mein schlosz das wil ich wol behalt, solts Henneberger regnen gleich acht nächt und drei ganze tag. 377
a; zwar hätt es kiesel wol geregnet auf einen kopf, dem deinen segen du, mein getreuer, oft schon gabst. Gleim 5, 207; (
wir haben) uns oft gekreuzigt und gesegnet, dasz kaum man brod dem waisen gönnt, indesz es gold auf narren regnet. Gökingk 1, 16; allein es regnete troische lanzen scharf und blank auf ihn. Bürger 228
b (
Ilias 5, 618); was hilft mir arm und degen, ventregris! wenns unsichtbare schläg auf meinen rücken regnet? Wieland 22, 68 (
Oberon 2, 20);
[] jetzt wird mein haus gemahlt, und dann heisz ich hotel. da regnets cavaliers, da kommt das geld mit haufen. Göthe 7, 43; da regnet es schläge hierher und dorther ihm über den leib und schmerzliche wunden. 40, 51; es kamen die knechte, da regnet es prügel. 174; da regnet es blumen vom himmel! Voss
Luise 1, 395; wenn es rothe rosen schneit, wenn es liebe regnet, öffne, herz, dem glück dich weit, das so hold dich segnet. Geibel
werke 3, 46; es regnet von etwas: denn wo der bapst solche freiheit hette gewust, und darnach unter seinem jarmarkt aufgeschlagen und feil gehabt (wie er sonst alles feil hatte) wie solt es von königen und fürsten, mit tausent gülden zugeschneiet, von graven und adel, mit hundert gülden, und burgern und bawern, mit gülden und grosschen geregnet haben. Luther 6, 108
b; es regnet,
von einem '
flutenden'
lichte: plötzlich war der herbstpurpur auf allen gipfeln um das schlosz vom monde silbern bethauet und es regnete leuchtend an den weiszen wänden und in die weiszen gänge des gartens nieder. J. Paul
Tit. 3, 202. 3@bb)
mit dinglichem subject (
vgl. dazu 1,
c), etwas regnet,
fällt oder kommt dicht wie regen: ein ununterbrochenes heftiges bombenfeuer regnete mehrere tage lang in das schwedische lager. Schiller
hist.-krit. ausg. 8, 219; verbesserungen, erweiterungen regneten in seinen kopf hinein. J. Paul
leben Fibels 79; einzelnen glückskindern regnet freilich zu zeiten das glück zum dach hinein. Pestalozzi 6, 117; er war im nu von den düstern gestalten der Markomannen umdrängt, und dasselbe schmähwort regnete von allen seiten wie hagel gegen seine dreiste stirn. Freytag
handschr. 2, 239; dann wen man laden wirt und pannen, auf den so regent grosz unheil, wenn er den pfaffen wirt zu teil.
fastn. sp. 853, 19; du bist der deinen schwert und schilt, der, wan noht, forcht, angst und gefahr anfangen über sie zu regnen, bedöcket also jhre schar, dasz sicher sie dem feind begögnen. Weckherlin 364; sagt, ob man lieb und hold bei Danäen vermerke, eh als ihr regnend gold in ihre schoos abraan. Lohenstein
rosen 73; seid nur ruhig, mein freund! so munkelt er; ehe wir nachsehn, was für geld in die lad euch regnete. Voss 2, 28; dann regneten die mäulchen auf ihren rothen mund. Hölty 12
Halm; ihr fielt, wie vom gerüttelten dornstrauch regnen die käfer, so vom schwindenden götzen ab. Stolberg 2, 307; wart nur! es sollen schläge regnen! Göthe 12, 116; wart ich will es dir gesegnen! wart es sollen schläge regnen! 57, 247; (
wenn dann) wollustfunken aus den augen regnen. Schiller
hist.-krit. ausg. 1, 224; donner alle! was ist das das vom fenster regnet. 350; ergreifen sie die hand, der mutter gottes heilge kalte hand, und feuerküsse regnen auf den marmor.
don Carlos 2, 8; schlummre sanft, wo die kugelsaat regnet, stürz ich verlaszner hinein.
die schlacht (
frühere lesart wo die kanone sich heischer speit.
hist.-krit. ausg. 1, 232); ich will ein schuft sein, wenn du heute morgen 'nicht prügel, so gesalzene verdient, als je herab sind auf ein weib geregnet. H. v. Kleist
Amphitryon 2, 6; der sei befragt, ob er in königshallen je blätter regnen sah: wo lindenblätter fallen, da ist die linde nah. Uhland
ged. 313; ja, dreifach will ich jetzt die stunde segnen, wo ihrer scheide bar die schwerter lodern, und wo an euren Moseln, euren Odern statt ewger zankesworte kugeln regnen. Geibel
werke 1, 236. 44) regnen,
ebenso übertragen reichlich und dicht wie regen geben (
vergl. dazu nr. 2). 4@aa)
transitiv, etwas regnen: thut sie (
die gewalt) aber etwas wider Christum, so ist sie des endechrists und teufels gewalt, und solt sie wunder und plagen regnen und schlossen, wunder und plagen beweren nichts. Luther 1, 293
a; treufelt jr himel von oben, und die wolken regenen die gerechtigkeit.
[] Jes. 45, 8; bis das er (
der herr) kome, und regene über euch gerechtigkeit.
Hes. 10, 12; für die wohlthaten, herr, die gnädig du auf mich, mich deinen armen knecht, so reichlich woltest regnen, wil ich in aller welt bei allen völkern dich stehts preisen und stehts segnen. Weckherlin 73; der himmel weist sich selbst geneigt, und regnet freud und lust auf die verknüpften herzen. Lohenstein
rosen 127; nie werden wir, in wasser noch in luft, noch wo im blüthenhain die zweige balsam regnen, .. einander mehr begegnen. Wieland 22, 303 (
Oberon 6, 99); ist es wahr, was mir begegnet? oder traum, der mich bethört, wie er oft den armen segnet, und ihm goldne berge regnet, die ein hahnenruf zerstört? Bürger 73
a; ein etwas, dem der himmel gnade regnet. Rückert 131; als, zur jungfrau hold erwachsen, jene wieder ihm begegnet, steht auch seine dichtung schon, wie ein baum, der blüthen regnet. Uhland
ged. 278; und wenn er (
gott) lebt, wie hätt er macht nicht, auch dein herzensflehn in seines rathes schlusz mit aufzunehmen, sowie der dunstkreis deinen hauch empfängt, und dann erhörung über dich zu regnen? Geibel
werke 3, 28; und es rollt in den lüften der erste donner des jahrs und der hain regnete blüten herab. 5, 97. 4@bb) regnen mit etwas: dieses (
gewölk) breitete sich aber über den ganzen schauplatz und die königliche rennebahn aus, und regnete über alle zuschauer mit groszem haufen rosen und lilgen. Lohenstein
Armin. 2, 1436
a; ihr müszt mit blitz auf sünd und laster regnen.
Agrippina 21, 659; es ist ja deine eigenschaft mit süszer kraft und gnad auf uns zu regnen. Weckherlin 10. 4@cc) regnen lassen: er wird den grim seines zorns uber jn senden, er wird uber jn regenen lassen seinen streit.
Hiob 20, 23; der gütige gott lasse seinen reichen segen über diese hochlöbliche stadt immer fort und fort regnen. Schuppius 333; Eulalia du zierde und kron der frauen, gott lasse seinen reichen segen über dich regnen. 337.