leuchten,
verb. lucere, splendere. goth. liuhtjan galiuhtjan,
alts. liuhtean,
altnfr. auch lûhtan,
ags. lŷhtan, lîhtan,
engl. light;
ahd. liuhtan,
mhd. liuhten;
eine ableitung von ahd. lioht,
mhd. lieht,
alts. lioht, leoht,
ags. leóht
das licht (
eine völlig entsprechende goth. form ist nicht nachgewiesen).
daneben taucht eine jüngere form des verbums auf, die den stammvocal des zu grunde liegenden subst. unverändert läszt, alts. liohtian liohtan,
ags. leohtan,
ahd. leohtan (
inluminans leohtanter
Murbacher hymnen 3, 1, 4; inleohtanter 20, 2, 2),
später bei Notker liehten,
was sich im mhd. liehten (Lexer
handwb. 1, 1908)
fortsetzt, aber sich später gegen leuchten
nicht mehr behauptet. die allgemeine bedeutung des verbums ist licht geben oder von sich lassen, welche in verschiedener weise auftritt. 11) leuchten,
von allem, was einen intensiven schein von sich giebt: leüchten, heiter sein,
lucere Maaler 269
a. 1@aa)
so namentlich von den himmelskörpern, sonne, mond, sterne: die sterne leuchten in jrer ordenung mit freuden.
Baruch 3, 34; kein morgenstern leuchtet so schön und ist so lieblich, als wo verstand mit glimpf und freundlichkeit temperirt und mit einander vermengt ist. Mathes.
Sar. 55
a; diu himilisge gotes burg diu ne bedarf des sunnen noh des mânskîmen dâ ze liehtenne. Müllenhoff
u. Scherer 30, 4; du hast dem tag, der nacht, die dauer, eh sonnen leuchteten, bestimmt! Stolberg 2, 97; die sonne .. die durch sich selbst leuchtet und wärmt. Schiller 690
b; nachdem die sonne aufgehört hatte auf die häuser zu leuchten. Göthe 53, 263; wie die sonne mit ihrem glanze die ganze welt überscheinet und leuchtet. Butschky
Patm. 283; alse diu mæninne verre über lant liuhtet des nahtes wol lieht unde breit,
minnes. frühl. 122, 5; leuchtet schon die frühlingssonne über see und aue hin? Uhland
ged. s. 8. 1@bb)
von tag und nacht, vom himmel und von der erde, welche durch solche himmelskörper überstrahlt werden: denn auch finsternis nicht finster ist bei dir, und die nacht leuchtet wie der tag.
ps. 139, 12; und ist ein solcher tag, dem keine nacht folget, leucht auch nicht in die leiblichen augen, sondern ins herz. Luther 5, 67
b; schritt der schulmeister hinaus in den garten, wo über allen verwilderungen und trümmern der wolkenlose blaue himmel leuchtete. Immermann
Münchh. 2, 112; mein herz, mein herz ist traurig, doch lustig leuchtet der mai. H. Heine 15, 130; und jener völkermorgen naht! ich seh ihn leuchten durch die jahre. Freiligrath
dicht. 1, 200. 1@cc)
vom blitz und wetter: desgleichen der blitz leuchtet, das man jn sihet.
Bar. 6, 60; es donnerte im himel, deine blitze leuchteten auf dem erdboden.
ps. 77, 19; die stadt siehet einem felde ähnlich, wenn das gewitter von weitem leuchtet. Göthe 8, 252; die blitze, die wir schon lange am horizonte leuchten gesehen. 16, 34; wenn jetzt alle donner rollen und der ganze himmel leuchtet. 5, 25;
dafür auch unpersönlich es leuchtet; es hat eben am himmel geleuchtet,
wo aber eine umdeutung vorliegen wird, vergl. leich vom blitzschlag sp. 611,
und wetterleich, wetterleuchten. 1@dd)
von allem brennenden, feuer, funken, licht: der funke seines fewrs wird nicht leuchten.
Hiob 18, 5; hab ich das liecht angesehen, wenn es helle leuchtet? 31, 26; der gerechten pfad glenzet wie ein liecht, das da fort gehet und leuchtet bis auf den vollen tag.
spr. Sal. 4, 18; er breitet eine wolken aus zur decke, und fewr des nachts zu leuchten.
ps. 105, 39; denket wie ehrlich die pferd etwann mit fürstmäsigen ehrenseulen seind von den Agrigentinern begraben worden, wie der grosz Alexander seinem Kuköpflin ein leichtend liecht gehalten.
Garg. 132
b; geschmückt ist der altar, die kerzen leuchten. Schiller
M. Stuart 5, 7; bald flammte ihre kerze hell, bald dunkler; doch des lichtes quell versiegte ihren händen nimmer. es leuchtete mit mildem schimmer. Stolberg 2, 38;
und von einem gegenstande, der ein solches feuer birgt (
vergl. wegen des persönlichen dativs unten no. 6): so lächelt, nach wogengetümmel und sturm, dem nächtlichen schiffer der leuchtende thurm durch nebel. Matthisson
ged. 71. 1@ee)
von den augen, den blicken, den mienen, die von inneren empfindungen widerstrahlen: sein angesichte leuchtet wie die sonne.
Matth. 17, 2; dagegen begannen seine blicke zu leuchten, wenn er der peitsche ansichtig wurde. Immermann
Münchh. 1, 23; alle ihre züge leuchteten wirklich von einem wunderbaren stolze. 4, 36; stolzer hebt sich deine brust, und deine blicke leuchten. Schiller
Carlos 5, 3.
aus den augen, blicken leuchtet
die seele, seelische empfindungen: seht ihr der seele widerschein in schönen blicken leuchten. Schiller
die priesterinnen der sonne (
werke 1, 160
Kurz); (
da) euch die redlichkeit aus den augen leuchtet.
Felsenburg 1, 357; edler mann, .. aus dessen antlitz güte und redlichkeit leuchten. Immermann
Münchh. 1, 42;
ebenso wie von der stirne: von seiner stirne leuchtete wie sonst des herschers majestät, gehorsam fodernd. Schiller
Wallenst. tod 4, 2.
vgl. dazu funkeln
theil 4
1, 603. 1@ff)
von anderem, was schein oder widerschein von sich gibt: und kannst du den krystall mir nennen? ihm gleicht an werth kein edelstein: er leuchtet, ohne je zu brennen. Schiller
Turandot 2, 4; viel goldgeschirr von klarem schein, manch rothen, grünen edelstein sah man im saale leuchten. Uhland
ged. 339; nur leuchteten die schwerter in der gewaltgen (
gen. plur.) hand. Freiligrath
dicht. 4, 35; und da die sonn aufgieng, und scheinete auf die gülden schilte, leuchtet das ganze gebirge davon, als were es eitel fewr. 1
Macc. 6, 39; noch leuchtet keiner hohen thaten bild auf meinem schild. Uhland
ged. 200; meine rothe janitscharencadettenuniform kam mir vor wie das rothe meer, meine weiszen pumphöschen leuchteten mir wie der schnee der alpen. Immermann
Münchh. 2, 62; kreuzes panner leuchtet um das kahle haupt. Göthe 47, 112; warum denn aber ward die erkerstube, die rothe, abbestellt, die doch so leuchtet? Schiller
Piccol. 2, 1;
allgemein: doch, wer metaphysik studirt, der weisz, dasz, wer verbrennt, nicht friert, weisz, dasz das nasse feuchtet, und dasz das helle leuchtet.
die weltweisen. 1@gg)
auch wesen höherer art leuchten: und sihe, des herrn engel trat zu jnen, und die klarheit des herrn leuchtet umb sie.
Luc. 2, 9; als er neben sich am bette leuchten sahe welchen glanz! einen mann an seiner seite sah er; heiter war sein antlitz, glänzend. Herder
z. litt. 5, 198 (
Cid 64);
und menschen: die lerer aber werden leuchten, wie des himels glanz, und die, so viel zur gerechtigkeit weisen, wie die sternen jmer und ewiglich.
Dan. 12, 3; du wirst wie ein heller glanz leuchten.
Tob. 13, 12; denn werden die gerechten leuchten wie die sonne in jres vaters reich.
Matth. 13, 43;
ausdrücklich als sonne oder sterne bezeichnet: Christus war eine wahre sonne, leuchtete mit worten und wärmte durch seine werke. Butschky
Patm. 257; die morgenröte war noch nicht mit ihrem licht fürhanden, und siehe, da war schon das licht, das ewig leuchtt, erstanden; die sonne war noch nicht erwacht, da wacht und gieng in voller macht die unerschaffne sonne (
Christus bei der auferstehung). P. Gerhard 52, 18
Gödeke; Eckarth versetzte, wo solche sternen leuchten, und einem den gang und weg zeigen, kan man nicht leichtlich irren (
mit bezug auf eine schöne frau gesagt).
unwürd. doct. 503; als er vor dem könig ankam, redete dieser ihn also an: nähert euch, schönes licht
unter den rittern! sonne würde ich euch nennen, wenn ihr älter wäret: denn, wenn ihr so fortfahret, werdet ihr über alle andere leuchten. Schiller 1082
a.
wie glänzen, von einer örtlichkeit, aber für die gesamtheit ihrer einwohner stehend: dise insel hab vor all andern in schiffkriegen geleücht. Frank
weltb. 86
a;
in bezug auf äuszere vorzüge: helfet das .. mein frau doctorin auch neben andern frauen leuchte. Paracelsus 1589 2, 113. 1@hh)
endlich werden auch eigenschaften, thaten, belohnungen als leuchtend hingestellt: der ... macht die gerechtigkeit leuchten, wie ein liecht.
Sir. 33, 20; dein tugent leucht an allem end, wie der vollmond am firmament. P. Melissus
bei Opitz (1624) 164; ja, blinzt und tobt, ihr eulenzunft! das wort soll leuchten, und vernunft! Voss 5, 41; ich will nicht heimlich thun mit meinem wohlgefallen; das siegel meiner königlichen gunst soll hell und weit auf eurer stirne leuchten. Schiller
Carlos 4, 12. 1@ii)
in fügungen wie heraus leuchten, hervor leuchten,
wo der begriff die blassere bedeutung des scheinens, sich deutlich zeigens, entfaltet: sonst leuchtet eine affectirte art zu schreiben herausz. Chr. Weise
erzn. 188; die absicht zu schaden leuchtete aus seinen reden deutlich hervor. 22)
in allen diesen fällen wird das part. präs. leuchtend
besonders häufig gebraucht und wie ein adjectiv gesteigert: lobet jn sonn und mond, lobet jn alle leuchtende sterne.
ps. 148, 3; des himmels zwillinge, dem schiffer ein leuchtend sternbild. Schiller
braut v. Mess. v. 2766; nicht hört der himmel solche sündige gebete; schwer von thränen fallen sie zurück von seinem leuchtenden gewölbe.
v. 2682; mild wie mondschein leuchtend durch die nacht. Freiligrath
dicht. 1, 191; im schatten sah ich ein blümchen stehn, wie sterne leuchtend, wie äuglein schö
n. Göthe 1, 27; da wird gesehen, ein unleuchtendes liecht, ein unredendes wort, ein dürstendes wasser, und ein hungerndes brod. Opitz 3, 202; kein wetterstrahl sendet mir leuchtendes licht. Stolberg 1, 133; o leuchtender aprilentag! Freiligrath
dicht. 4, 25; es musz etwas groszes gewesen sein! rief das fräulein mit leuchtenden augen. Immermann
Münchh. 1, 108; er (
Pylades) ist der arm des jünglings in der schlacht, des greises leuchtend aug in der versammlung. Göthe 9, 63; wo ich bin, mich rings umdunkelt finsternis, so dumpf und dicht, seit mir nicht mehr leuchtend funkelt, liebste, deiner augen licht. H. Heine 15, 121; ein herrlich lied! mit leuchtendem gesichte hört es der wandrer. Freiligrath
dicht. 2, 180; (
das auge) lief über die ganze .. hier leuchtende, dort schattende landschaft. J. Paul
Hesp. 3, 206; da liegt sie (
die ebene) — herbstlicher duft ihr kleid — in der abendsonne brand! und hinter ihr, endlos, meilenweit, das leuchtende Münsterland! Freiligrath
dicht. 3, 193; der gottgeweihte frühling schwieg umher, so leuchtend, wie kein frühling je erschien. Uhland
ged. 380; seht ihr dort die altergrauen schlösser sich entgegen schauen, leuchtend in der sonne gold? Schiller
Hero u. Leander; ihm .. die leuchtendste krone zeigen. Herder
rel. u. theol. 10, 68; dies glas von leuchtendem krystall gab meinem ahn am quell die fei. Uhland
ged. 354; das leuchtende gold, das die fahn euch schmückt. Freiligrath
dicht. 3, 169; dein Goethe ward mir immer leuchtender, und in seinem unendlichen geheimnis immer verständlicher. Tieck
ges. nov. 1, 163; dieser widerschein meiner leuchtenden seele. J. Paul
Hesp. 1, 61; die von auszen leuchtende, stille, sanfte gottesruhe. Herder
rel. u. theol. 9, 111; und der geheimnisvollen brust entfuhr, sinnvoll und leuchtend, ein gedankenstrahl, dasz wir uns staunend ansahn. Schiller
Wallenst. tod 4, 2; sein leben liegt faltenlos und leuchtend ausgebreitet. 5, 3; die heilge mutter, die herabgestiegne dreifaltigkeit, die leuchtende verklärung.
M. Stuart 1, 6; der major .. von jeher gewohnt die anmuthige weisheit römischer schriftsteller und dichter zu schätzen und ihre leuchtenden ausdrücke dem gedächtnis einzuprä
gen. Göthe 22, 66. 33)
der infinitiv substantivisch: er war auf diese weise lange hinab gestiegen, als ein fernes leuchten durch die finsternis zu dämmern anfing. Chamisso (1836) 4, 222; jetzt hub sich ein unsicheres leuchten am himmelsgewölb. Scheffel
Ekkeh. s. 98; mein Jesus und sein leuchten durchsüszet alles leid. P. Gerhard 231, 79
Gödeke; Roland sah in der ferne bald ein blitzen und ein leuchten, davon die strahlen in dem wald die hirsch und reh aufscheuchten. Uhland
ged. 340; gleich der wolke, deren leuchten Israel im lande Yemen führte. Freiligrath
dicht. 1, 152. 44)
es heiszt etwas leuchten lassen: also laszt ewer liecht leuchten fur den leuten, das sie ewre gute werk sehen.
Matth. 5, 16; der herr lasse sein antlitz leuchten uber dir. 4
Mos. 6, 25; als sie (
die jünger) .. hernach am pfingsttag die sichtbarliche gaben des h. geistes empfangen haben, lieset man von ihnen, dasz sie lauter demut von sich haben leuchten lassen. Schuppius 650; Floramene liesz ihre höfligkeit dagegen leuchten.
polit. stockf. 255; sie die ihr angesicht zu feuchten nur meinetwegen allzeit schwur, die lasset als ein andre hur für andre ihre augen leuchten. Weckherlin 396; lasz deine wahrheit leuchten mir im steige der uns bringt zu dir. P. Gerhard 92, 11
Gödeke. 55)
die formel etwas leuchtet in die augen
deutet auf eine klare erkenntnis: die ähnlichkeit, welche der hr.
d. Z. zwischen den damaligen und jetzigen zeiten in absicht auf den deutschen parnasz findet, ist sehr in die augen leichtend. Lessing 3, 398; die zeit musz kommen, da dieses unmerkliche wachsthum der welt mit erstaunen in die augen leuchten wird. 10, 19; aber es leuchtet allzu klar in die augen, dasz der verbundene adel an dem unsinne der bilderstürmer einen .. antheil hatte. Schiller 852
a;
zugleich mit dem nebensinne des verlangens für eigenen besitz: Valerine, die tochter unseres gerichtshalters! freilich, ein blondes schönes kind, das dem herrn vetter vor seiner abreise mag in die augen geleuchtet haben. Göthe 21, 111; er überlegte das und alles wie ihm die vorzüge dieses gewandten arbeiters schon stark in die augen geleuchtet. 23, 67.
vgl. dazu einleuchten
theil 3, 227. 66) leuchten
in der anwendung oben 1,
aber mit einem persönlichen dativ, der das lichtgeben zum nutzen eines individuums betont: diu mænîn joh der sunne di liuhten uns mit wunnen. Diemer
ged. des 11. u. 12. jh. s. 89, 26; die sonne sol nicht mehr des tages dir scheinen, und der glanz des monden sol dir nicht leuchten.
Jes. 60, 19; und das fewr vermocht mit keiner macht jnen zu leuchten, noch die hellen flammen der sterne kundten die elende nacht liecht machen.
weish. Sal. 17, 5; man zündet auch nicht ein liecht an, und setzt es unter einen scheffel, sondern auf einen leuchter, so leuchtet es denn allen, die im hause sind.
Matth. 5, 15; so wollen wir ihm wenigstens doch eine todesfackel anzünden, wie sie noch keinem könige geleuchtet hat. Schiller
räub. 2, 3; endlich leuchtete Eduarden der sehnlich erwartete morgen. Göthe 17, 155; (
ich sagte) dasz uns ein stern der hoffnung zu leuchten beginne. Immermann
Münchh. 2, 140; sich seelig dieser preisen mag, welchem bei nacht, nit nur bei tag, schön leucht die helle sonne. P. Melissus
bei Opitz (1624) 170; die sonne gottes leuchtet allen, und allen scheint sein milder mond. Stolberg 2, 96; doch er (
der vollmond) leuchtete nicht wie sonst dem holden paar im rosengebüsch. Matthisson
ged. 43; die nächste sonne finde von verbrechen rein das haus und leuchte einem fröhlichern geschlecht. Schiller
braut von Messina v. 2624; da leuchtet uns die reinste sonne. Uhland
ged. 19; dem irrthum leuchten, zur verworrnen bahn, gestirne falsch die noch so herrlich blinken. Göthe 4, 59; denn ihre neigung zu dem werthen manne ist ihren andern leidenschaften gleich. sie leuchten, wie der stille schein des monds dem wandrer spärlich auf dem pfad zu nacht, sie wärmen nicht. 9, 182; aber uns leuchet freundliche treue. 1, 120;
der persönliche dativ mehr im sinne des bloszen entgegen: allem, allem thut sie gnüge. dafür leuchtet aus der wiege ihr ein knösplein aufgebrochen, eine gegengabe gottes! 4, 52. 77) leuchten,
mit einem acc. der wirkung: ihre breiten gewölbe in weiten bogen leuchten gleich beim eintritt erhabenheit in die seele. Heinse
Ardingh. 2, 123; dein hundsstern sauge noch die letzten lebenssäfte mir aus und leuchte mich in mein willkommnes grab. Thümmel 6, 206; bunte blumen in dem garten leuchten von der morgensonne, aber leuchten keine wonne, liebchen darf ich nicht erwarten. Göthe 47, 139. 88)
anders ist leuchten
mit einem persönlichen subject, und mit oder ohne dativ der person; ein licht oder eine leuchte (
kerze, fackel und ähnl.)
zum bessern sehen vorhalten oder vortragen: lampare luhten Dief. 316
c; er sprach: ist hie iemen, des wirde ich schiere gewar. er lûhte her unde dar und sach si dort ûfe stâ
n. der Stricker
in Wackernagels leseb. 1 (1873) 800, 13; zwô grôʒe kerzen man gevie, daʒ tâten zwêne knehte, und louhten im vil rehte hin dâ der künig saʒ.
ges. abent. 2, 629, 396; und der herr zoch fur jnen her, .. des nachts in einer fewrseulen, das er jnen leuchtet.
2 Mos. 13, 21; fragte deshalben Burghart Grando, ob er nicht jemanden wüszte, der ihnen leuchten wolte, sie wären willens früh bald umb 4 uhr abzufahren? Grando antwortete, ich werde der jenige sein, der denen herren leuchten wird.
unwürd. doct. 747; leuchtet, soldaten! (nobili drängen sich um eine fackel und lesen). Schiller
Fiesko 4, 6; hurtig, schurken! leuchtet dem hafen zu! 5, 2; es war nach mitternacht. der kammerjunker von
Z. erwartete uns mit ungeduld an der treppe. 'wie gut war es, dasz sie geschickt haben!' sagte er zum prinzen, indem er uns leuchtete.
geisterseher (
werke 718
b); am andern morgen kam der butterhändler in den keller, mit der lampe, leuchtete umher. Immermann
Münchh. 2, 27; man forschte nach einem geheimen gange aus der krypte, aber diese zeigte sich, wohin man leuchtete, umschlossen. 3, 224; als bald sie gessen und trunken haben solt man in leuchten schlafen. Uhland
volksl. 237; der meister kam schnell und geschwind, führt jhn ins hausz, und mit eim liecht, leucht er jhm unters angesicht. L. Sandrub
kurzweil (1618) 118; leuchte, kämmerling! Schiller
Wallenst. tod 5, 5;
mit einem persönlich gedachten sächlichen subject: kein rosenschimmer leuchtet dem tag zur ruh. Matthisson
ged. (1794) 146;
statt des persönlichen dativs ein acc.: als ... mich der hauszknecht mit einer papiernen laterne hundert und 11 treppen hoch zu bette leuchten muste.
Schelmuffsky 2, 13. 99) einem nach hause, heim leuchten,
selten in eigentlicher bedeutung: der komete, der flammende, leuchtet uns heim! Freiligrath
dicht. 4, 49,
vgl. unter heim
theil 4
2, 861;
gewöhnlich übertragen, einen abfertigen, derb fortschicken: wenn ich .. von den strahlen deines glanzes mich nicht trennen will, da möchtest du mir wohl auch gern nach hause leuchten. Bettine 2, 225;
auch einen nach hause leuchten: lassen sie den neidischen mann, der alle handlungen einzig in seine kanäle lenken will, nur erst mit mir fertig sein. er wird sie schon auch nach hause leuchten. Lessing 2, 170.
dafür bei Frisch ableuchten, einem schändlich oder übel ableuchten,
male multatum aliquem dimittere 1, 609
a.
vgl. auch ausleuchten
theil 1, 910. 1010) leuchten,
reflexiv und mit angabe der wirkung: Diogenes ist tod; wann dieser lebte heute, er leuchtete sich tod eh als er fünde leute. Logau 1, 67, 71. 1111) leuchten,
mit brennender kerze vor der kirchthüre stehen, als strafe des ehebruchs. wirzb. verordnung von 1695
bei Schm. 1, 1430
Fromm. 1212) leuchten
heiszt auch eine verbotene art bei nacht zu fischen. ebenda.