Glanz Mit etwa 350 Belegen deutlich geringer belegt als andere Lichtvokabeln wie ‘Schein’ (etwa 600 Belege) od ‘Licht’ (etwa 3400 Belege). Die Fülle symbolisch-allegorischer u bildlicher Zusammenhänge verdeutlicht u bedingt die mit dem Begriff verknüpften Konnotationen des Festlichen, Feierlichen, Kostbaren, Heiteren. ‘Glanz’ fungiert wie ‘glänzen’ häufig als Attribut od Medium des Erhabenen, Schönen, Wunderbaren, Überwältigenden, Überirdischen uä, als bildhaftes Äquivalent von Stimmungen, Innerem, Seelischem, als Ausdruck von Geistigem od als Kennzeichen u Mittel von Steigerung od Verklärung u hebt damit die konkreten Phänomene auf eine höhere Erlebnis- u Bedeutungsebene. Das vom Begriff entfaltete Verhältnis zwischen Sein u Schein ist dabei überwiegend als kongruentes gestaltet u drückt nur selten ein Mißverhältnis aus, in dem der äußere Glanz als trügerisch, täuschend od nur oberflächlich erscheint. Verstärkt wird die Tendenz der Bedeutungssteigerung durch eine Annäherung zwischen konkretem u übertragenem Wortgebrauch: die konkrete Bedeutung schließt häufig einen übertragenen Nebensinn mit ein, wie auch der übertragene Gebrauch (Pkt 4) häufig rekonkretisiert wird. Die ursächliche Unterscheidung zwischen Glanzeffekten, die von einer Lichtquelle ausgehen u solchen, die durch Reflexion zustande kommen, ist für die symbolische Bedeutungsebene nicht immer relevant und eindeutig zu treffen. 1
heller Lichtschein, intensive Leuchtkraft, strahlende Helligkeit, verschwenderische Lichtfülle a
mBez auf Gestirne α
für das Licht der Sonne, öfter als Sphäre des Göttlichen, als Sinnbild von Verheißung, Schönheit ua, auch als lebenspendende Kraft; häufig im Bild [
Faust:] Hinaufgeschaut! — Der Berge Gipfelriesen | Verkünden schon die feierlichste Stunde, | Sie dürfen früh des ewigen Lichts genießen | Das später sich zu uns hernieder wendet. | Jetzt zu der Alpe grüngesenkten Wiesen | Wird neuer G. und Deutlichkeit gespendet, | Und stufenweis herab ist es gelungen; — | Sie [
die Sonne] tritt hervor! GWBFaust II 4700 Auf einmal schien die Sonne durchzudringen, | Im Nebel ließ sich eine Klarheit sehn. | .. Ein G. umgab mich und ich stand geblendet GWB1,4 Zueignung [1784] 24 [
Tasso:] Welch einen Himmel öffnest du vor mir, | O Fürstin! Macht mich dieser G. nicht blind, | So seh’ ich unverhofft ein ewig Glück | Auf goldnen Strahlen herrlich niedersteigen Tasso 1116 [
der fremde Richter:] Denn wer läugnet es wohl, daß hoch sich das Herz ihm erhoben, | .. Als sich der erste G. der neuen Sonne heranhob, | Als man hörte vom Rechte der Menschen, das allen gemein sei GWBHermDor VI 8 Tasso 2261 GWBNatT 2314 GWBFaust II 8910
uö β
für den Schein des Mondes u das Blinken, Funkeln der Sterne, auch als Spiegel irdischen Geschehens, menschl Erlebens, gelegentl mit geleitender Funktion [
Erichtho:] Der Mond, zwar unvollkommen, aber leuchtend hell, | Erhebt sich, milden G. verbreitend überall GWBFaust II 7032 Nacht! und so wär’ es denn Nacht! | Nun überscheinst du des Mondes | Lieblichen, ladenden G. GWB1,59 Gegenwart 12 [
Ottilie:] So bleibt ein Haus, eine Stadt, worin eine ungeheure That geschehen, jedem furchtbar der sie betritt. Dort leuchtet das Licht des Tages nicht so hell, und die Sterne scheinen ihren G. zu verlieren GWB20,375,22 Wv II 15 GWB4,107 Der Bräutigam 13 GWBB4,96,12 ChStein 26.10.79 GWB32,347,6 ÜbItal GWB41
1,173, 28 DreiKönige
uö für das Licht der Venus (als Verkünderin des Sonnenaufgangs u Symbol der Liebe); öfter ‘in höchstem, herrlichstem, vollendetem G. (prangen, erscheinen)’ uä die dem Aufgang der Sonne voreilende Venus, welche eben heute in ihrem vollendeten G-e zu erscheinen verspräche GWB24,184,20 Wj I 10 GWBB44,293,8 Ottilie 28.8.28
uö b
für das Licht von Lampen, Feuer, Illuminationen; auch mit Betonung der blendenden, feierlichen, überwältigenden Wirkung Bei’m Hereintreten wurde die Gesellschaft von dem G. vieler Lichter geblendet, die einen feierlichen Schein .. über eine wohl geschmückte und bestellte Tafel verbreiteten GWB22,204,9 Lj V 12 Bäume leuchtend, Bäume blendend, | Überall das Süße spendend, | In dem G-e sich bewegend, | Alt- und junges Herz erregend GWB4,6 Weihnachten 3 GWB2,142 Ilmenau 39 GWB22,96,13 Lj IV 16~GWB52,255,19 ThS VI 11
uö c
für das Leuchten, Strahlen des Auges, des Blicks, meist als Spiegel des Innern, bestimmter Empfindungen, geistiger od seel Zustände, öfter als Zeichen von Lebendigkeit, Lebhaftigkeit Freute mich des Gesichts | Und der zwei Äuglein G. GWB3,36 Juni 20 Entwöhnen sollt’ ich mich vom G. der Blicke GWB2,8 Sonette VI 1 [
Charakteristik ChStolbergs] im G-e der Augen sitzt nicht Homer, aber der tiefste, innigste, schnelleste Empfinder, Ergreifer Homers GWB29,150,28 DuW 19 [Lavater] GWBB25,158,9 FLuck 16.1.15 GWB27,24,3 DuW 6
uö für das tränenfeuchte Schimmern der Augen Mit Augen voller G. | Wirft sie [
Corona Schröter] in’s Grab den wohlverdienten Kranz GWB16,140 MiedingsTod 195
vom Gesicht iSv Anblick GWB17,194,16 GrCoph III 9 d
für die Helligkeit atmosphärischer Erscheinungen, von Wolken, Nebel, Rauch; häufig im Kontext von Licht- u Südsehnsucht1) Ein weiser G. ruht über Land und Meer | Und duftend schwebt der Aether ohne Wolcken GWB10,423 Nausikaa Plp
2) Nun umleuchtet der G. des helleren Äthers die Stirne GWB1,242 Vs 153 RömEleg VII GWBT2,158,4 v 28.9.97 GWBFaust II 9122 GWBN5
1,4,25 Beitr Opt I 4
uö e
für die Lichtaura von Traumgestalten, Visionen, von Göttlichem, Heiligem, von symbolisch-allegor Erscheinungen; häufig verknüpft mit Nebel-, Hauch- od Wolkenerscheinungen3); auch als Ausdruck von Verklärung, Spiritualisierung; gelegentl ‘himmlischer, göttlicher, ewiger G.’; auch mBez auf die Schlange im ‘Märchen’ es ist wahr, rief sie [
Sperata] aus, es war kein Traum .. Ich habe das gute schöne Geschöpf [
Mignon] wieder lebendig gesehen .. sein G. erleuchtete das Zimmer, seine Schönheit war verklärt, es konnte den Boden nicht betreten GWB23,280,2 Lj VIII 9 [
Meph zu Faust:] Glaub’ unser einem, dieses Ganze | Ist nur für einen Gott gemacht! | Er findet sich in einem ew’gen G-e, | Uns hat er in die Finsterniß gebracht GWBFaust I 1782 Leben Sie wohl .. Sie kommen mir .. vor wie Madonna die gen Himmel fährt .. sie ist nur in den G. versuncken der sie umgiebt GWBB3,114,21 ChStein 7.10.76 Die Hölle kann den G. [
Christi] nicht tragen, | Seit ihren ersten Schöpfungstagen | Beherrschte sie die Dunkelheit GWB37,6 HöllenfahrtChristi 54 GWB18,229,19 Märchen GWBFaust II 11996 GWBFaust II 9239 GWB1,281 Euphrosyne 12 GWB13
1,17 PaläophronNeoterpe [1803] Vs 252
uö idVbdg ‘G. u Gloria’ [
Klugheit üb die auf einem Elefanten reitende Siegesgöttin:] Rings umgibt sie G. und Glorie | Leuchtend fern nach allen Seiten; | Und sie nennet sich Victorie, | Göttin aller Thätigkeiten GWBFaust II 5453
für das in die Mitte des Tempels gespiegelte, verstärkte, gesteigerte, verklärende Licht der Sonne im ‘Märchen’ der Habicht mit dem Spiegel .. warf es [
das Sonnenlicht] über die auf dem Altar stehende Gruppe. Der König, die Königin und ihre Begleiter erschienen in dem dämmernden Gewölbe des Tempels, von einem himmlischen G-e erleuchtet GWB18,272,21 Märchen 2
der Widerschein des Lichts auf der Oberfläche von Gegenständen a
unbestimmt, kategorial, in Erörterung des Problems der bildkünstlerischen Wiedergabe von Glanzeffekten Gegenstände, deren sichtbare Eigenschaften als Weiche, Glätte, Rauhigkeit, G., Localfarbe, Licht und Schatten [
im Kupferstich] ausgedruckt werden sollen GWB47,244,3 Üb:SchwerinsTod b
im Kontext natwiss Beschreibungen als spezifisches Kennzeichen von Metallen od für den Bruch-, Strukturglanz von Mineralien; auch kategorial u in der Reflexion wiss Terminologie bey allen [
terminolog] Bemühungen [
der Mineralogie] bleibt Unsicherheit und Verwirrung. Umsomehr als die übrigen Bestimmungen als Durch-, Undurchsichtigkeit, Härte, Weichheit, Glätte, G., mit allen Modificationen auf die Farbenerscheinung so großen Einfluß hat GWBN5
2,139,24 Fl Plp Platina mit Bley leg. [
legiert] verliert den G. (die Mischung nimmt an der Luft eine Violettfarbe
an.) GWBN5
2,113,18 Fl Plp Wenn das Silber sich dem reinen Weißen am meisten nähert, ja das reine Weiß, erhöht durch metallischen G., wirklich darstellt GWBN1,208,8 FlD 509 GWBN5
2,145,21 Fl Plp GWBN9,36,5 JMüller Sammlg Gespr(He2,152) Riemer 7.11.06
uö c
für die blitzende, blendende, blinkende Lichtreflexion auf Dingen mit glatter, blanker, spiegelnder Oberfläche, auf Wasser(flächen) uä; auch im Bild [
Tasso zu Antonio:] Ich scheine nur die sturmbewegte Welle. | .. In dieser Woge spiegelte so schön | Die Sonne sich, es ruhten die Gestirne | An dieser Brust, die zärtlich sich bewegte. | Verschwunden ist der G., entflohn die Ruhe Tasso 3445 Den wunderlichen .. Eindruck dieser mumisirten Stadt [
Pompeji] wuschen wir wieder aus den Gemüthern, als wir .. uns .. an des Meeres G. und Licht ergötzten GWB31,39,3 ItR AA141,27 Werth II Ossian~AAJw3,64,7 GesängeSelma GWBN3,86,24 FlH II [Meyer]
uö(selten) d
für den matten, diffusen, schimmernden Widerschein des Lichts auf Dingen mit rauher, strukturierter, unebener Oberfläche wie Perlen, Stoffen, Haar, Federn uä; auch im Bild u in vergleichendem Zshg aber die Schnur der größern [
Perlen] ist wirklich vortrefflich, indem sie die ernsthafte Farbe mit dem G. und der Spielung der Perle verbindet GWBT2,292,23 v 6.5.00 Mich verlangt sehr zu wissen .. ob du dich aus deiner Stille und Trauer wieder herausgerissen hast und deine Seele wieder ins Licht der Liebe getreten ist, die alle Gegenstände mit dem G-e der Colibri Hälsgen scheinen macht GWBB7,272,2 ChStein [Nov 81 Korr Petersen 1,385] GWB42
1,125,9 Einl:Mämpel Feldjäger II
uö metonym für das Rad des Pfaus Entwickle deiner Lüste G. | Der Abendsonne goldnen Strahlen, | Laß deines Schweifes Rad und Kranz | Kühn-äugelnd ihr entgegen prahlen GWB4,112 Vs 31 Chin-dt Jahres- uTagesz V 3
das Leuchten, die Leuchtkraft, Intensität, Klarheit, Reinheit, auch die Helligkeit od das Schillern von Farben a
mBez auf farbige, bunte, insbesondere auch hellfarbige, weiße od changierende Gegenstände, Farbstoffe Was ist Weißes dort am grünen Walde? | Ist es Schnee wohl oder sind es Schwäne? | .. s’ ist der G. der Zelten Asan Aga GWB2,49 Klaggesang AsanAga 6 [
Nereus zu Thales:] in dem G. [>Im Farbenspiel GWBFaust II 8144] von Venus Muschelwagen | Wird Galatee, die schönste, her getragen GWB15
2,60 Faust II Var GWB1,273 Der neuePausias 17 GWB28,33,19 DuW 11 GWBB42,281,14 UPogwisch 27.7.27 GWBN1,310,19 FlD 767
uö spezieller für die starke Wirkung gesättigter, konzentrierter, gesteigerter Farben od polarer Farbzusammenstellungen Indig im veilchenblauen Licht glänzt am meisten. Aber warum? Weil der Indig .. durch das violette Licht einen G., einen Schein, Hellung und Leben erhält; und sein G. wird stufenweise vermindert, wie man ihn gegen Grün, Gelb und Roth bewegt GWBN2,276,3u4 FlP 621 Gelb, Gelbroth, Schwarz und Gold, und was sonst noch gewaltsames der Art in G. und Farbe aufzubringen .. wäre empfehlenswerth [
für die Kleidung des Kriegsdämons] GWB16,496,23 Epimen Progr
uö b
mBez auf physiol u physikal Farben, Farberscheinungen, auch mBez auf den Regenbogen, das Abend- od Morgenrot Doch kann man .. behaupten, daß die dioptrischen Farben billig an die Spitze der physischen gestellt werden .. wegen ihres auffallenden G-es GWBN1,152,1 FlD 360 Stellt man diese Beobachtungen [
katoptrischer Farben] unter dem Mikroskop an, so wird die Erscheinung an Kraft und G. unendlich wachsen: denn man sieht alsdann die kleinsten Theile der Körper, von der Sonne beschienen, in diesen Reflexionsfarben schimmern GWBN1,158,3 FlD 375 GWBN2,280,23 FlP 645 GWBN5
1,419,18 EntoptFall GWBN5
1,354, 26 Fl Nachtr PhysFarb GWBN5
1,340,8 Fl Nachtr [nach AGKästner]
uö im Kontext antiker Farbtheorie [
für: στίλβη] GWBN3,9,19 FlH I Plato [Riemer?] 4
in verschiedenen Übertragungen; dabei öfter in rekonkretisierenden Bildzusammenhängen; häufig in paarigen Vbdgn wie ‘G. u Ruhm, Würde, Herrlichkeit, Wert, Bedeutung, Klarheit, Macht, Wohlstand, Lust’ a
Pracht, Gepränge, Prunk, meist von einer repräsentativen Lebensart od ihren Insignien, einmal ‘bürgerlicher G.’ So sieht man Menschen durch Beharrlichkeit zu irdischen Gütern gelangen, sie umgeben sich mit Reichthum, G. und äußerer Ehre GWB27,276,26 DuW 9 Das Nesseltuch .. lag wie ein Christgeschenk auf dem Tischchen; die Stellung der Lichter erhöhte den G. der Gabe GWB21,4,9 Lj I 1 [
Faust zu Lynkeus:] Geh und häufe Schatz auf Schatz | Geordnet
an. Der ungesehnen Pracht | Erhabnes Bild stell’ auf! .. ihrem [
Helenas] Tritt | Begegne sanfter Boden, ihrem Blick, | Nur Göttliche nicht blendend, höchster G. GWBFaust II 9345 [
Tasso:] betäubt von dem Gewimmel | Des drängenden [
Turnier-]Gewühls, von so viel G. | Geblendet Tasso 869 Schon 1/2 Stunde vor der Stadt begegneten uns reichliche Spaziergänger .. auf der Brücke aber erschien der 3. Feyertag in seinem völligen G-e, unzählige Herren und Damen spazierten hin und wieder GWBB23,325,19 Christiane 21.4.13 unter der Verwaltung des Vaters hatte es [
das Haus] viel von seinem bürgerlichen G-e verloren GWB51,175,13 ThS II 8 [
für: elegance] GWB46,196,19 Hackert TgbKnight GWBPand 383 GWBNatT 1081
uö b
Reiz, Zauber, Attraktivität, Schönheit α
mBez auf Personen (u ihr Auftreten); auch iSv Ausstrahlung od Faszination, Jugendfrische [
Hersilie an Wilh:] Felix tritt herein in jugendlichstem G-e wie ein kleiner Abgott GWB25
1,292,8 Wj III 17 [
Dame üb Paris:] O! welch ein G. aufblühender Jugendkraft! GWBFaust II 6453 [
Paris:] Kein Wunder, daß mich Juliens G. und Werth, | Der allen leuchtet, mächtig an sich zieht GWB9,177 RomJul 119 O du beste! was deine Briefe einen G. von Liebe und Treue haben GWBB6,50,8 ChStein 28.8. [82] GWB20,255,5 Wv II 5 GWB29,57,22 DuW 17 GWB17,239,20 GrCoph V 7
uö in der Mondsymbolik als Inbegriff der von männlicher Zuwendung abhängigen weiblichen Existenz/Schönheit [
Marquise, üb den Mond als Sinnbild der Frauen:] Weil er sie erinnert, daß sie kein eigen Licht haben, sondern daß sie allen G. vom Manne erhalten GWB17,129,5 GrCoph I 2
mBez auf Schauspieler Denn das ist gewiß, das Theater tingirt den Schauspieler mit einem gewissen G. GWB51,41,11 ThS I 12
iS einer umfassenden Entfaltung, Ausbildung der Persönlichkeit Auf den Bretern erscheint der gebildete Mensch so gut persönlich in seinem G., als in den obern Classen GWB22,152,16 Lj V 3
beim Liebenden (verbunden mit der Feuer-Metaphorik) zugl iSv Leidenschaft, Liebesglut Ein Mädchen, das zu mehrern Liebhabern .. noch einen frischen gewinnt, gleicht der Flamme .. Geschäftig schmeichelt sie dem ankommenden Liebling, leckt sich an ihm bethulich hinauf .. daß er in vollem herrlichem G. leuchtet GWB51,55,8 ThS I 16 β
mBez auf Erscheinungen der Natur, Landschaft, Umwelt, auch iSv Lieblichkeit, Anmut denn freylich haben jene Gegenden [
an Rhein, Main u Neckar] einen G. und eine Heiterkeit, die wir in nördlicher Lage vermissen GWBB25,162,9 NMeyer [18.1.15] K der Himmel heiterte sich völlig auf, so daß wir die Bergstrase in ihrem ganzen G-e genossen GWBB25,43,2 Christiane 24.[9.14] GWB31,37,11 ItR GWB30,278,8 ItR
uö γ
mBez auf (künstlerisch-)geistige Werke od Kräfte, Fähigkeiten; auch ‘ästhetischer G.’, ‘G. des Geistes’, ‘G. des Witzes’; auch iSv Brillanz, Bravour, Virtuosität Nun du mir [
Amor] lässiger dienst, wo sind die schönen Gestalten, | Wo die Farben, der G. deiner Erfindungen hin? GWB1,249 Vs 256 RömEleg XIII Das Rochusfest, abermals durchgearbeitet und nochmals abgeschrieben, hat an Bestimmtheit und G. gewonnen GWBB27,223,4 Zelter 7.11.16 [
wohl mBez auf die Singspiele ‘Lila’ u ‘Erwin u Elmire’] Und oftmals liehen Wärme, Leben, G. | Dem armen Dialog - Gesang und Tanz GWB16,138 MiedingsTod 159 Sobald das Talent in einem gewissen Bezuge arbeitet, verliert es seinen G. [
éclat] mit den Umständen, die es in Bewegung setzen GWB40,218,12 Staël,Dichtgn GWB32,159,26 ItR GWB49
1,380,5 Blumenmalerei GWB21,131,4 Lj II 2~GWB51,125,5 ThS II 3 GWBN3,274,9 FlH V
uö ‘zum G. gelangen’ iSv zur Wirkung kommen theatralische Neuigkeiten .. Von Hofe her werden sich .. einige Tunikas einfinden, damit das Einsiedelsche Stück [
‘Das Gespenst’] recht zum G. gelange GWBB19,293,18 Christiane 30.3.07 δ
bezogen auf Leben, Umwelt, Zeitbegriffe od Ereignisse; auch iSv Interessantheit Das wirkliche Leben verliert oft dergestalt seinen G., daß man es manchmal mit dem Firniß der Fiction wieder auffrischen muß GWB27,244,24 DuW 9 Aber, Hatem, deine Blicke | Geben erst dem Tage G. GWB6,151 Vs 8 DivSuleika GWBFaust II 8900 GWBFaust II 6431
uö ε
bezogen auf Objekte materieller u sexueller Gier iSv Verlockung [
Satan zu den Ziegen:] Für euch sind zwey Dinge | Von köstlichem G. | Das leuchtende Gold | Und ein glänzender - [Schwanz
im Druck weggelassene Hs-Fassung] GWB14,307 Vs 41 Faust I Plp c
Ruhm, Ehre, Ansehen; auch ‘G. des Hauses, Hofes, Namens’ [
Faust:] Herrschaft gewinn’ ich, Eigenthum! | Die That ist alles, nichts der Ruhm. [
Meph:] Doch werden sich Poeten finden, | Der Nachwelt deinen G. zu künden GWBFaust II 10190 Ein solches Unternehmen [
die vom russ Grafen Uwarow vorgeschlagene Académie Asiatique] auf eine wahrhaft kaiserliche Weise gefördert zu haben, wird den G. vermehren, womit er [
der Zar] seinen Thron zu umgeben weiß GWBB22,43,18 Uwarow [27.2.11] K GWB24,307,26 Wj II 4 GWB36,4,6 TuJ 1807 GWB6,281 Vs 1 DivNachl GWBB38,111,15 CarlAug 19.4.24
uö ‘G. erteilen’ iSv Ehre erweisen GWBB29,310,9 CWFritsch 12.10.18
iSv Aktualität, Bedeutung GWBN5
1,405,21 Fl WarteSteine d
Größe, Erhabenheit, Würde, Majestät die Anmaßung, womit sie [
Madame Melina] sich Wilhelmen gegenwärtig zeigte, ließ sie freilich in keinem so vortheilhaften Lichte sehen, als wie sie damals im G-e des Unglückes erschien GWB51,209,17 ThS III 4 [
Aldamon zu Tancred:] nah bei dir | Lernt’ ich bewundern deiner Tugend G. [
votre haute vertu] GWB9,400 Tancred 856 Tasso 817
uö e
Intensität, Kraft, Stärke, Klarheit, Deutlichkeit; auch ‘im (höchsten, vollsten, völligen, reinsten) G. (stehen, erscheinen, sich zeigen)’ uä iSv in ( .. ) Blüte, Vollkommenheit, Entfaltung ( .. ) Sie haben .. geliebtester Fürst, von Jugend an .. Sich Vorzüge zu erwerben gewußt, welche .. von Geburt und Glück, als von Folien, nicht Wesenheit, sondern nur einen lebhafteren G. gewinnen GWBB25,276,3 CarlAug [22.4.15] K [
mBez auf den Empfang der österr Kaiserin] Dem der früh solch Glück erfahren, | Wächs’t an G., von Jahr zu Jahren, | Der Erinnrung Himmelsbild GWB16,312 KaiserinAnkunft 44 Bei Fest und Sang, wo Freud’ und Liebe walten, | Gewährt das Glück was es im G. vermag GWB16,266 Maskenz 1818 Festz 256 [
Wilh zu Herrn von C.:] wie glücklich sind Sie, daß Ihr Schicksal Sie an Orte führt, wo der ganze Mensch seine besten Kräfte anwenden kann, wo alles, was er in seinem Leben geworden, wozu er sich gebildet, in einem Augenblicke wirksam werden und sich in seinem höchsten G-e zeigen muß GWB52,54,2 ThS IV 11 [
Besuch Lucianes] ihr [
Ottilies] heiteres Geschick erschien im schönsten G-e: denn sie hatte in kurzer Zeit alles untergebracht und angeordnet GWB20,228,12 Wv II 4 GWBB5,139,2 Maler Müller 21.6.81 GWBB49,67,25 FMendelssohn 9.9.31 K GWBN13,204,4 Morph Plp GWB51,35,19 ThS I 10
uö mBez auf die Lichtsymbolik des Pfingstwunders Jene Gabe der Sprache am Pfingstfeste in G. und Klarheit ertheilt GWB28,104,22 DuW 12 f
‘G. der Hoffnung’ für den Beginn einer verheißungsvollen Entwicklung [
Antiope zu Elpenor:] Wir beyde Mütter versprachen zugleich den Brüdern einen Erben. Ihr sprostet auf; ein neuer G. der Hofnung durchleuchtete der Väter altes Hauß und überschien das weite gemeinsame Reich GWB11,379,10 Elp
1 I 4~GWB11,16 Elp
2 309 [G/Riemer]
→ GWB
Abendglanz GWB
Bleiglanz GWB
Diamantglanz GWB
Doppelglanz GWB
Eisenglanz GWB
Emailleglanz GWB
Fackelglanz GWB
Farbenglanz GWB
Festglanz GWB
Feuerglanz GWB
Goldglanz GWB
Himmelsglanz GWB
Hoffnungsglanz GWB
Jugendglanz GWB
Kronenglanz GWB
Kupferglanz GWB
Lichtglanz GWB
Lichterglanz GWB
Liebesglanz GWB
Marmorglanz GWB
Medaillenglanz GWB
Metall- GWB
Mondenglanz GWB
Mondglanz GWB
Morgen- GWB
Morgenduft- GWB
Nebel- GWB
Phosphor- GWB
Pracht- Purpur- GWB
Redner- GWB
Schein- GWB
Sieges- GWB
Silber- GWB
Sonnen- GWB
Spieß- GWB
Sternen- GWB
Theater- GWB
Trauer- GWB
Waffen- GWB
Wunder- Syn zu 1
GWB
Helligkeit GWB
leuchten(das L.) GWB
Licht GWB
Schein GWB
strahlen(das S.) zu 1b
GWB
Glast zu 2
GWB
Reflexion GWB
Spiegelung GWB
Widerschein zu 2d
GWB
Schimmer zu 4a
GWB
Gepränge GWB
Pomp GWB
Pracht GWB
Prunk zu 4b
GWB
Reiz GWB
Zauber GWB
Schönheit zu 4c
GWB
Ehre GWB
Glorie GWB
Ruhm zu 4d
GWB
Erhabenheit GWB
Majestät GWB
Würde 1) ALangen, Zur Lichtsymbolik der dt Romantik,484, in: Märchen, Mythos, Dichtung. Festschrift FvdLeyen, hg von HKuhn/KSchier, 1963,447—485 2) vgl dazu auch Homer, Odyssee VI,44f 3) vgl dazu WKeller, “Die antwortenden Gegenbilder”. Eine Studie zu G-s Wolkendichtung. JbFDH 1968,191—236 Dorothea KühmeD.K.