Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
glanz
2 ‘blendend, täuschend’
1 ‘glänzend, schimmernd, leuchtend, hell’ der treit ûf sînem houbte einen helm glanz, / lûter und herte NibB 1841,1; der rinch was guldin und rot, / als ez der heilant gebot, / glantze michel und wit Wernh D 4204; ein glanzez swert KvWLd 24,26; Wig 8544. 8888; er fuorte wâpencleider guot / von glanzer sîden reine KvWTurn 531; [die Mauer] was umb und umbe gantz / gepoliert liecht und glantz. / si waß weiß als ain sne HvNstAp 14719; [Parzivâl] machte wîbes ougen glanz Parz 476,8; Wh 128,20; herbest, underwint dich mîn, / wan ich wil dîn helfer sîn / gegen dem glanzen meien SM:St 1: 2,3. – von leuchtenden Farben: juncfrowen mit varwen glanz / sâzen dort unde hie Parz 641,2; wol mich, daz sich diu ougen mîn / so glantzer varwe hânt gewent! SM:Tu 3: 2,2; KLD:Kzl 10: 1,9. – übertr. auf strahlende Schönheit, Vollkommenheit: daz ich ez [ daʒ alte buoch von Troye ] welle erniuwen / mit worten lûter unde glanz KvWTroj 275; die zwêne wedele [Büschel] / der phâwenspiegel [Augen der Pfauenfedern] viderîn, / die glanzen wünniclichen schîn / ûf der plânîe bâren KvWTurn 416 (= KvWSchwanr 1064 ); wart er als ein regenboge / geverwet von der minne / der glanzen küneginne KvWTroj 19792; er hât lob erswungen / durliuhtic lûter unde glanz KvWLd 32,319; KvWKlage 9,4; wi gar gerecht und wi glantz / der mensch sy, daz ist eyn wicht Hiob 3624; so si gesihit der einhurn, so springet er ir an ir barm / unde slæffet danne: so wirt er gevangen. / so leittet man in glanze ze des chunigis phalze MillPhys 29,3 2 ‘blendend, täuschend’ Helyu beduchte daz Job / mit rede wer eynteil zu grob / und daz sine gerechtekeit, / di Job von im selbe seyt, / glyzende were unde glantz Hiob 11979
MWB 2 813,40; Bearbeiter: Helmich