goldglanz,
m. 11)
glanz, schimmer, den das licht auf dem golde hervorruft: ich hatte sie alle ... mit gantz übergüldeten harnisch gezieret, und zog also das gantze heer mit dem goldglantz wie ein hauffen leuchtende sternen voran Gabr. Rollenhagen
indian. reysen (1603) 8; goldfisch wird also genannt, weil ... seine farbe dem goldglantze fast ähnlich kommt Marperger
küch- und kellerdict. (1716) 427
a; geh, geizhals füttre deine hungrigen augen mit dem goldglanz Joh. Nestroy
ges. w. (1890) 5, 141; bei der warmen vergoldung ... bleiben die ... gegenstände nur secunden ... im bade, so lange, bis sie einen schönen goldglanz zeigen Muspratt
chemie (1888) 3, 986.
für goldgeschmückte, goldgestickte kleidung: der kam in goldglanz gekleidet aus seiner stolzen kutsche hervor
br. d. neueste litt. betr. (1761) 11, 161;
im verse auch goldesglanz: wann zwischen beutel und das geld die contribution sich stellt, trit finsternüsz gemeinlich ein an goldesgłanz und silberschein Logau
sinnged. 155
Eitner. übertragen und im bilde; für schönheit und pracht: möchten ihre tage, wie jene herrliche schale, für die ich noch nicht gedankt habe, immerfort in purpur und goldglanz schimmern Göthe IV 25, 279
W.; unsere kaiser sollen ernsthafte geschäftsleute sein, welche das wesen der macht freut, nicht der goldglanz G. Freytag
ges. w. (1886) 15, 525.
für reichtum: kann der goldglanz von England und Amerika dem handel die freundliche würde und ächte humanität wiedergeben? graf Loeben
lotosblätter (1817) 1, 263. 22)
goldähnlicher glanz, schimmer, auf unechten oder nichtmetallischen stoffen: diese vier (
götzen-) bilder ... mit gläntzendem agstein zierlich bekleibet, dasz sie einen hellen goldglantz unter so viel fackeln von sich warffen Lohenstein
Arminius (1689) 1, 1179; die vorgebliche goldgrube, die ... durch den goldglanz des kieses getäuscht hat
allgem. dt. bibl. anh. z. bd. 53-86, 674; vom diademschmuck bis zum flitterhaare, nach dessen goldglanz kinderhändchen greifen ... sind gaben da für alle lebensjahre Hermann Lingg
ged. (1864) 3, 274; wenn dieser anstrich trocken ist, überfahre man ihn an den stellen, die den meisten goldglanz zeigen sollen, mit ... goldocker Mothes
baulex. 2, 483;
verdinglicht: das mädchen zupft mit scheuer lust den goldglanz aus des adlers brust grafen Stolberg
ges. w. (1820) 3, 332; der rand des weiten gewölkes ... strahlet im goldglanz wettkämpfend in schönheit mit der untergehenden sonne Pestalozzi
s. schr. (1819) 8, 371; einer welle gleich, die gerade der mond in seinen ganzen goldglanz taucht Gutzkow
zauberer v. Rom (1858) 3, 120.
von gold II C
übertragen: wie soll ich dir genug danken für dein himmlisches, goldenes mährchen, das so ganz goldglanz ist Uhland
ged. (1898) 1, 165; so verlieh dies alles ihrem wesen den goldglanz einer tieferen gemütsart G. Keller
ges. u. (1889) 3, 146. 33)
fachsprachlich als sachbezeichnung; malertechnisch, vgl. glanz F 2: 'goldglantz,
eine gewisse glasichte materie, welche zum aufstreuen gebraucht wird' Krünitz
öcon.-techn. encycl. 19, 519;
mineralogisch, vgl. glanz F 1: dieser glantz ... heist ein goldglantz und bricht auch zu zeiten gantz gediegen gold mit darinnen Kirchmaier
institutiones metallicae (1687) 74.