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trompete

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trompete f.

Bd. 22, Sp. 830
trompete, trommete, f. , tuba. herkunft. das zuerst im 14. jh. bei Suchenwirt 41, 1383 Pr. belegte wort ist aus dem seit der gleichen zeit bezeugten frz. trompette entlehnt, das seinerseits aus trompeter 'in die trompete blasen', ableitung von trompe aus fränkisch *trumpa (s.trumme, trumpe), rückgebildet ist, s. Gamillscheg 869. ebenfalls aus dem französischen stammen mnl. trompette, trompet, trumpet f. und m. (Verwijs-Verdam 8, 707), nl. trompet, mengl. trompette, trumpette, nengl. trumpet (Murray 10, 1, 422); aus mnd. trumpit, trummit bzw. hd. trompet(e), trommet(e) stammen äschwed. trummet(e), trommet, schwed. trumpet, n. trompet, s. Hellquist 1013, Falk-Torp 1287. form. bis ins 17. jh. hinein wurde trompete vielfach auch auf der ersten silbe betont, wie die elisionsformen erweisen, vgl. trompt gemma gemm. (1508) c 7a, trumpt Wig. Gerstenberg chron. 286 D., Keisersberg brös. 2, 79d (s. a. hier unten druntt), trom(p)t D. v. d. Werder Roland 8, 10, S. Dach 272 ndr., P. Fleming 471 lit. ver., Treuer (1675) 1. 658 (anders 5, 11); für die dreisilbigen formen ist entsprechend frz. trompette betonung auf der zweiten silbe durch schreibung mit -ee- bzw. durch den reim gesichert in: trumeet Brack vocab. (1487), Teuerdank 165 H., Zürcher bibel (1531) 4. Mos. 10, Frisius (1556) 26b u. ö.; Hans Sachs 12, 461 und 22, 184 K.-G., Opitz 237 ndr.; lange qualität der zweiten silbe wie im heutigen trompḗte erweist die schreibung mit ee; die apokopierten formen trumet, tromet (s. u.) lassen ihre betonung meist nicht erkennen, doch hat trumet Suchenwirt a. a. o. anfangsbetonung. als stammvokal tritt im deutschen lehnwort u seit den ältesten belegen auf, was einerseits auf einflusz der im älteren hd. allein möglichen lautverbindung -ump-, anderseits auf einwirkung von gleichsinnigem trumpe (s. dort) und trumme (s. dort) beruhen kann; jedoch bleibt u auszerhalb des südwestdeutschen seltener, so bei Luther 34, 2, 445 W., B. Waldis streitged. 4 ndr., Hennenberger 180 u. im jahre 1592 in Greifswald, s. balt. stud. 15, 2, 197; im mnd. trumpit auch schon bei Korner (15. jh.), s. A. Lasch mnd. gramm. § 180; -u- zuletzt bei Spreng (1610) 124b, später nur noch in wbb., vgl. Orsäus (1623) 208, Duez (1652) 209. die im spätmhd. und älteren nhd. vorherrschenden formen mit mm (selten m) sind wahrscheinlich mischbildungen von trumpete (< trompete) mit trumme (s. dort) 'trompete', vgl.trummeten Beheim ged. 5, 245 Karajan neben trummen 5, 208; m, mm werden meist neben u geschrieben, mp selten, vgl. Wackernagel leseb. (1839) 790, 21, Bücher Frankf. berufswb. 41a (v. j. 1491); Duez 209; mb findet sich bei A. v. Eyb (s. u.). — die md. gebräuchliche form mit o als stammvokal erscheint seit 1470 (s. Diefenbach mlat.-hd.-böhm. 54), greift aber schon im 16. jh. nach Oberdeutschland hinüber (vgl. unten Schmeltzl, Sebiz u. a.) und hat um 1600 u verdrängt. neben o erscheint m sporadisch seit 1470 bis zu Weckherlin 1, 100 und 2, 365 und Starck (1620); mm ist häufiger, wird aber um 1700 in der prosa ungebräuchlich (vgl. Steinbach 2, 289), doch lebt trommete, drommete in der sprache der dichter unter dem einflusz der bibel weiter und wird besonders von Herder bevorzugt und noch im 19. jh. als bewuszter archaismus poetisch verwendet, vgl. z. b. Tieck 1, 30, Raupach 12, 240, H. Laube 2, 206. mp neben o findet sich im 16. jh. erst vereinzelt, vgl. gemma gemm. (1508), Fronsperger (1578), erscheint im 17. jh. zuerst in: engl. com. (1624) h 1a und erhebt sich, wohl durch frz. trompette gestützt, rasch zur herrschenden form. Opitz, Fleming, v. Chemnitz z. b. verwenden die frz. formen trompette, trombette. dr im anlaut ist seit 1470 belegt (s. o.), besonders bei md. und Nürnberger autoren bis hin zu Starck, gelegentlich bei Dannhawer 1, 308; auch im 18. jh. einige male, z. b. bei Hölty, Voss, Göthe, Kosegarten, jedoch nie neben mp. tt zeigt sich vereinzelt seit dem 15. jh. (s. Diefenbach gl. 83b) bei Süddeutschen, vereinzelt bei H. Sachs 22, 184 K.-G. (über Opitz u. s. w. s. o.); ganz isoliert steht druntt (15. jh.) Diefenbach nov. gl. 600b. seit dem 15. bis ins 17. jh. zeigt das wort auch schwach flektierte formen, die sogar auf den nom. sing. übergreifen, vgl. trummeten Maaler 410d, Sebiz feldbau 609. bedeutung. 11) ein blasinstrument, das aus einer geraden, gebogenen oder gewundenen und ziemlich dünnen metallröhre mit flachem kesselmundstück und schalltrichter besteht und einen hellen, schmetternden klangcharakter besitzt; bis ins 16. jh. war die gerade form üblich, dann kamen schlangen- und zickzackförmig gebogene instrumente auf, endlich mehrfach gewundene, seit anfang des 19. jhs. auch mit klappventilen versehene, vgl. Eitner monatsh. f. musikgesch. 13, 44, im gegensatz zur alten naturtrompete als ventil- oder klappentrompete bezeichnet; zur sachgeschichte vgl. Eichborn die trompete in alter und neuer zeit (1881). 1@aa) unter trompete wird sowohl die antike tuba, aus der die trompete entwickelt ist, wie das im mittelalter und der neuzeit gebräuchliche musik- und signalinstrument mit scharfem, durchdringendem klang verstanden, vgl. ein mOessene tromete tuba ductilis Diefenbach gloss. 600b; ein busaune oder trompt tuba gemma gemm. (1508) c 7a; die gerade drommete von erz J. H. Voss Ovidius Naso (1798) 2, 10; ihre (der alten) so genannten trompeten waren von erz Schubart ästhetik der tonkunst (1806) 6; eine lange trompete, welche er hält F. G. Welcker alte denkmäler (1849) 2, 197; zwo trummeten von geschlagnem silber Zürcher bibel (1531) 4. Mos. 10. 1@a@aα) wendungen, die das spielen auf der trompete bezeichnen: trommeten thet man lut erschellen (1504) Liliencron volkslieder 244, 135; am geläufigsten ist trompete blasen, auf der trompete blasen: trummeeten blasen inflare classica, inflare tubam Jos. Maaler (1551) 410d; wenn du ... die scherfest trommet oder zincken also blasest Georg Rollenhagen indian. reysen (1603) 214; auf der trompet, trommet, die trompet blasen sonare la tromba Kramer dict. 2 (1702) 1148b; blaset die trompete, schlagt pauken männer, und laszt die weiber das clavier und die laute spielen Hippel über die ehe (1774) 187; trommeten fiengen an zu blasen Erlach volkslieder 1, 382; allwo die schönen trompeten blasen A. v. Arnim w. 17, 81; selten in die trompete blasen: eyner blyss in die trumpten Wig. Gerstenberg chron. 286 D. in älterer sprache auch die trompete aufblasen: da pliess man dy trummeten auff, sy eilten wider heine M. Beheim 5, 245 Karajan; da hette man können sehen die trommeten aufblasen Amadis 1, 93 Keller; der ausdruck in die trompete stoszen kennzeichnet die stoszende art des anblasens, die den starken ton der trompete hervorruft: vil trometer under in stieszen in die trumeten Seb. Franck chron. Germ. (1538) 270a; fama, stosz in die trompeten! B. Neukirch ged. (1744) 241; nun wohl, so stoszt denn ihr in die trompeten dasz sich der hall verbreite durch die stadt Grillparzer w. 6, 109 Sauer; vereinfacht: der vierdt stöszt die trompeten Erlach volksl. d. Deutschen 1, 361; übertragen redensartlich verwendet im sinne 'etwas laut verkünden': alle kenner, stöszt herr Basedow in die trommete, ... wissen die verdienste des herrn hofpredigers Cramers Lessing w. 8, 227 M.; Boileau stiesz laut in die trommete: groszer könig, höre auf zu siegen; oder ich höre auf zu schreiben Herder w. 23, 213 S.; stosz in die trompete, zeitungsschreiber! Schubart s. ged. (1825) 3, 108. 1@a@bβ) der als laut und gellend empfundene ton der trompete wird oft besonders charakterisiert; lautmalend: wisst toch nicht, wa ir gstät noch get, also macht euch tis trara ploet tis quodlibet von der trommet Joh. Fischart Gargantua 252 ndr.; (die krieger) bliesen dermaszen in die trommeten, dasz man vermeint, es hette gedondert P. v. d. Aelst Heymonskinder (1604) 6; die klingende trompeten ... machten immerzu ein solches getös Abr. a s. Clara mercks Wien (1680) 10. in typischen verbalen wendungen: die trompeten schryen W. Xylander Polybius (1574) 89; schreiende trompeten E. M. Arndt w. 5, 293 R.-M.; da hört man vor dem schall der jauchzenden trompeten den tiefgedämpften ton betrübter klageflöten Triller poet. betracht. (1750) 1, 144; es rollen wagen, jagen reiter, trompeten jauchzen durch die nacht E. Geibel ges. w. (1883) 2, 84; feste verbindung ist namentlich die trompeten schmettern, vgl. auch teil 9, sp. 1052: ... schon hört man das trozzige schmettern auffordernder trompeten Lenz ged. 23 Weinh.; in volleren tönen schmetterten die trompeten W. Hauff w. (1890) 1, 49; seltener mit typischem adjektiv, so helle trompete 'trompete mit hellem klang': heller trumpten ruf G. Treuer Dädalus (1675) 1, 658; ihr hellen trompeten Weichmann poesie d. Niedersachsen (1721) 1, 90; die scherffest trommet Georg Rollenhagen ind. reise (1603) 214; männlicher, heller und zugleich wie die oboe schärfer (als das horn) ist die trompete Fr. Th. Vischer ästhetik (1746) 3, 1029; die trompeten ... haben ... schneidenden ton Schubart ästhetik 206. 1@a@gγ) in verbindung mit anderen instrumenten: mit trumeten und bosaunen Luther w. 34, 2, 445 W.; trumeten, pasunen N. Manuel w. 62 Bächtold; mit pfyffen, darzuo trummeten schweiz. schauspiele d. 16. jhs. 1, 22 B.; trumeten, harpfen auch darbey J. Spreng Ilias (1610) 264a; trompeten und geigen G. Keller ges. w. (1889) 1, 400, vgl. 3, 83; vor allem mit einem schlaginstrument als begleitung: im älteren nhd. in fester paarung trommeln und trompeten im sinne von 'pauken und trompeten'. der trometen klang der mit dem trommenschlag vermischet Weckherlin ged. 2, 265 Fischer; der trompten, trummeln klang D. v. d. Werder Ariost (1636) 8, 10; als drommel und trompet durch alle lüffte spielt A. Gryphius dramen 206 Palm; häufig werden trompeten und pauken in typischer verbindung genannt: pauken und trumeten Schiltberger reisebuch 9 lit. ver.; mit trumeten und der hehrpaucken B. Waldis streitged. 4 Koldewey; besonders zur kennzeichnung lauten, festlichen treibens: das jubiläum wegen der reformation ... mit trompeten und pauken celebriret Chr. Thomasius ernsth. gedancken (1720) 2, 256; bei trompeten und pauken Göthe 23, 338 W.; as he na den pallast kamm, da weren daar so vele soldaten un pauken un trumpeten kinder- u. hausmärchen 1 (1812) 72. als redensart gilt mit (unter) pauken und trompeten im sinne von 'mit groszem getöse, prahlerisch, marktschreierisch': wenn vermögen ... unter pauken und trompeten in den gotteskasten gelegt wird Hippel kreuz- u. querzüge (1793) 1, 218; der quacksalber, der mit pauken und trompeten dieses verkünden läszt F. H. Jacobi w. (1812) 3, 484; anders formelhaft im sinne 'mit festlichem lärm, mit glanz', d. h. 'ganz gehörig, ganz und gar' verwendet: jetzt, wo ich mit pauken und trompeten durchgefallen bin Holtei erzähl. schr. (1861) 2, 197. 1@bb) die verschiedenen verwendungszwecke der trompete als signal- und musikinstrument lassen sie zum typischen requisit werden. 1@b@aα) als militärisches instrument, mit dem signale gegeben oder die truppen zum kampf angefeuert werden, im kriegswesen schon im mittelalter sehr viel verwendet (s.trumme und trumpe), in neuerer zeit besonders noch bei berittenen truppen gebräuchlich; vgl. auch feldtrompete: ein trummete trumettet bisz die schlacht zergat Keisersberg narrenschiff (1520) 202a; lieszen darauf anstund die trometen (zum sammeln) blasen Aymon (1535) a 4b; ob es sach were, dass man uns mit gewalt uberfallen würde, so wollen wir in ein trommet blasen, alsdann so komme uns du zu hulff P. v. d. Aelst Heymonskinder 106 lit. ver.; so bald er etwas von volcke merckte, (er) mit der trompetten ein gewis zeichen geben solte v. Chemnitz schwed. krieg (1653) 2, 265; hör ich den klang der behertzten trommeten, so wacht mein anmuth (begier) zu fechten und tödten A. Gryphius lustspiele 189 Palm; dort ruft die trompete die brausenden rosse ins treffen Dusch verm. w. (1754) 4a; man hört die trommeln allarm schlagen, die trompeten der husaren appell blasen Iffland theatr. w. (1827) 1, 113; was blasen die trompeten? husaren heraus! E. M. Arndt bei Böhme volkstüml. lieder 49; ich bin für offenen kampf, bei ... sonnenschein und ... trompeten Fontane ges. w. I 1, 36; zu dem abzug hör ich blasen der trompeten freudenschall J. Rist friedewünsch. Teutschland (1648) 29. von der sitte des victoriablasens hergeleitet: die glocken sind die trompeten des todes P. Winckler 2000 gedancken (1685) f 12a. ohne trompete abziehen bedeutet 'heimlich abziehen', vgl. M. Kramer dict. 2 (1702) 1148c. wegen ihrer kriegerischen verwendung gilt sie als symbol des krieges: unter den mordtönenden trompeten Harsdörffer teutscher secretarius (1651) 1, 65; der orgeln freudenschall sollt an trompeten stat erklingen überall Zesen verm. Helikon (1656) 3, 47; daher auch sinnbildlich für etwas anfeuerndes, aufrüttelndes: (Calliope) langt mir eifersvoll die epischen trompeten Gottsched neueste ged. (1750) 16; hier zeiget der dichter, dasz er ein würdiger erbe der heroischen trompete sey das neueste (1751) 6, 610. 1@b@bβ) als signalinstrument im bürgerlichen leben älterer zeit ebenso wie das horn verwendet: wie woll ich alle tag miest werchen, bysz das man trumettet, und am morgent by der trumeten wider uff Th. Platter 52 Boos; die drummeten, die die thürner haben auf den thurnen allenthalben E. Tucher baumeisterbuch 258 lit. ver.; mit der trommeten das zeichen eines ankommenden ritters zu geben Bastel v. d. Sohle don Kichote (1648) 28; alle augenblicke stiesz der thurmwächter in die trompete Caroline 1, 25 Waitz; doch hört ihr der trompete ruf ... dann wachet auf R. Wagner ges. schr. u. dicht. (1897) 1, 39; als sie sich in der nähe der inseln befanden, stieszen die schiffer in die mit sich geführten trompeten Platen w. 3, 42 Redlich; die kleine trompete der post blies wie sonst durch die gassen G. Freytag w. (1887) 13, 247; mit der trompete rief man die leute bei bekanntmachungen zusammen, vgl. öffentlich mit der trommeeten lassen aussrüffen pronuntiare Frisius dict. (1556) 1073: der könig Saul ... der lest jetzt mit trommeten schallen durch mich verkündigen euch allen sein ernst mandat W. Spangenberg ausgew. dicht. 197 Martin; öffentlich durch trommeten publiciret (v. j. 1623) acta publica 5, 68 Palm; man habe den groszen reichstag bey dem schall der trompeten ausgerufen Bodmer v. dem wunderbaren (1740) 98; bildlich: der da gibt ein allmusen, so soll die lincke hand nicht wissen, was die gerechte thue; das ist so viel es soll nit mit trompeten aussblasen werden Paracelsus chirurg. bücher (1618) 71b; vgl. auch mit pauken und trompeten unter 1 a γ; daher gilt die trompete als attribut der Fama und wird seit dem 18. jh. als sinnbild einer lauten einwirkung auf die öffentlichkeit gebraucht: die Fama fliegt durch jedes land und bläst aus silbernen trompeten, was Wedel für ein groszer mann Triller poet. betracht. (1750) 5, 393; die lüge nahm der Fama die trompete weg Fr. M. Klinger w. (1809) 3, 31; vgl. auch: des gerüchtes blechtrompete G. Keller ges. w. (1889) 9, 287; die trompete der lästerung Gottsched das neueste (1751) 4, 625; ähnlich, entsprechend ihrer verwendung zur reklame, als symbol für marktschreierisches gebaren, vgl. auch in die trompete stoszen unter 1 a α: ergreife die trompete der tugend Fr. L. Schröder dram. w. (1831) 2, 273; der Korse bläst die trompete der zeit vortrefflich Fr. Arndt in: E. M. Arndt schr. für u. an s. l. Deutschen (1845) 1, 116; der ruhm braucht eine trompete Justi Winckelmann 2, 1, 210. 1@b@gγ) als musikinstrument wegen ihres strahlenden tones besonders in freudiger, festlicher musik, vgl. auch pauken und trompeten unter 1 a γ; daher als instrument der himmlischen musik gedacht: der engel schar nach freuden ranch mit trumet, mit pusaunen Suchenwirt 41, 1383 Primisser; die engel mit posaunen und trommeten und ander seitspil ihn (Jesus) empfangen sollen B. Krüger action von anfang und ende der welt (1583) g 3a; posaun, cornet, trompeten clar ... gott loben sollet ihr fürwar Fr. v. Spee trutznachtigall (1649) 145; überhaupt als typisches instrument für festliche anlässe empfunden: wenn die schmetternde trompete die dampfenden kraftsuppen, die aromatischen ragouts ... ankündigte J. Fr. Löwen schr. (1765) 3, 81; jetzt riefen die trompeten zur tafel W. Hauff w. (1869) 3, 278; kam er (ein kaufmann) frisch und gesund gen Dantzk, ... wurd zu Dantzk mit trummeten angeblasen C. Hennenberger preusz. landtaffel (1595) 186; da denn zuletzt der könig dreymal hoch lebete, wozu die lärmenden trompeten den ausschlag gaben Göthe IV 37, 148 W.; der herr bürgermeister kommt schon! trompeten und schublad! vivat! A. Bäuerle kom. theater (1820) 1, 39. hört ihr den muthigen schall fernher der trompeten und hörner, und hellklingender geigen, durchtönt von dem polternden brummbasz J. H. Voss w. 1, 87 Hempel; schmettern hell die trommeten und zincken, müssen wir singen, spielen und trinken Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. 3, 228; auf dem rathhause sowie in einigen gasthäusern (erwarteten) trompeten und geigen sie (die menschen) G. Keller ges. w. (1889) 1, 400; als anfeuerndes instrument beim turnier verwendet: so die trumbeten erschallen ..., werden die ritter entzündet Albr. v. Eyb spiegel d. sitten (1511) o 8a; unterm schalle der trommeten geht nun an das lustturnieren Herder w. 25, 575 S. 1@b@dδ) da die trennung von posaune nicht immer streng durchgeführt wird, erscheint trompete auch in fester anwendung neben oder statt ihrer für bestimmte biblische instrumente; so nach Josua 6, 4 ff.: die trompeten von Jericho: das ir mit busonen und trumeten allein umb die stadt giengen, und eilends die gantz stadt verfiel in eschen Th. Murner an den adel 13 ndr.; Hiericho, du must fallen vor gottes volck geschwind von der trommetten schallen H. W. v. Wertheim bei Wackernagel kirchenlied 3, 170; scheint die trommeten vor Jericho zu erwarten Herder 17, 97 S. nach offenb. 8, 6 ff. die trompete(n) des jüngsten gerichts: ich höre die trometen (des gerichts) Luther 32, 232 W.; (Hieronymus) sprach: ich ess oder trinck, ich schlaff oder wach, so tonet mir die trumpt in meinen oren: stond uff, ir todten, kummen zu dem gericht Keisersberg brösamlein (1517) 2, 79d; wenn gottes trompte wird erklingen von oben aus der lufft, und mächtig durch die gruft der tieffen gräber selbe dringen, und alle menschen, wo sie stecken, wird aufferwecken S. Dach in: Königsb. dichterkreis 272 ndr.; zurück, hier ruhn die erdenriesen, fern von dem volk in ihrer gruft — um mit dem volk nicht auferstehn zu müssen, wenn einstens die trompete ruft Schiller 1, 230 G.; erwache dem schall der trommete, die dich zum licht, ... zur unsterblichkeit rufet Herder w. 17, 178 S.; im vergleich für einen überaus lauten ton: Hans Jürgen! rief eine stimme durchs dunkel, wie eine trompete, die zum gerichte schmetterte W. Alexis hosen d. herrn von Bredow (1846) 1, 192; horch! — plötzlich, wie des gerichts trompete, donnert von oben eine stimme: tödte! tödte! W. Busch heil. Antonius (1870) 30. 1@cc) vielfach in vergleichen für einen ton von besonderer stärke, heller klangfarbe oder trompetenähnlichem charakter: (der indische wolf) soll eyns menschen stimm haben und erschöllt doch nicht anderst dann wie eyne trommeten Sebiz feldbau (1579) 619; laut tönte seine stimme, laut, wie schmetternde trompeten Schubart s. ged. (1825) 1, 223; vor gericht wuchs seine stimme, wie eine trompete H. W. Heinse s. w. 2, 87 Sch.; Hans spricht wie eine trompete so laut Bismarck br. an s. braut 239; mein hertz brummet darwider wie eine drommete und harpfe J. C. Dannhawer catechismusmilch (1657) 1, 308; besonders von der stimme des hahns: wer mit den hünern zeitlich nach den stangen flieget, kan nach des hanen trompete zu felde ziehn G. Treuer deutsch. Dädalus (1675) 5, 11; küsse, wenn des hahns drommete das umbüschte dörfchen weckt, küsse, wenn die abendröthe jeden baum mit purpur deckt L. Hölty ged. (1789) 61; o du vertrackter hahn, dasz die trompete in deinem halse ... Jupiter zerschmetterte Wieland Lukian (1788) 105; übertragen für den hahn selbst gebraucht: der hahn, diese trompete des morgens Ayrenhoff s. w. (1814) 4, 193, vgl. Stifter s. w. (1901) 2, 37; vom summton im bienenstock: die trompete im bienenstock ist gedoppelt, antiphona und responsoria: jene klinget hoch, diese tief Overbeck gloss. melitt. (1765) 142; die nachschwärme geben etliche abend vorher ein signal mit der trompete ebda 140; vom winde: der westwind bläst mit heftigen stöszen in den wald seine trompete L. Goldammer Litthauen (1858) 280; ... der wind aus süden verkündigt als trompete ihren (der sonne) willen Shakespeare (1797) 6, 152. 1@dd) als fachausdruck im orgelbau für eine dem klangcharakter der trompete ähnliche zungenstimme mit trichterförmigem aufsatz, wobei man scharfe und sanfte trompeten unterscheidet, vgl. Riemann musiklex.11 (1929) 2, 1883; s. auch trompetenaufsatz, trompetenkörper, trompetenregister; vgl. auch: der leierkasten, ... dessen trompete ... in ständiger aktion erhalten wurde Fontane I 6, 134, s. auch trompetenkasten. 22) trompete als bezeichnung für dinge, die ihr an gestalt ähnlich sind. 2@aa) für das sprachrohr: hiesz also die dritte trompete oder sprachrohr machen, von kupffer und nach der gemeinen form drehen Er. Francisci lufftkreiss (1680) 503; eine trompete, oder vielmehr ein hölzernes rohr, das vier fusz lang und ziemlich dünn war G. Forster s. schr. (1843) 1, 194. 2@bb) in der anatomischen fachsprache wird eustachische trompete synonym mit eustachische röhre (tuba Eustachii) gebraucht: der kleine felsbeinnerve tritt aus seinem kanälchen zwischen dem carotischen canale und dem knöchernen teile der eustachischen trompete hervor Sömmerring menschl. körper (1839) 4, 635; die augenhöhle steht ... mit der nase in verbindung ... wie das ohr mit der mundhöhle durch die trompete Oken allgem. naturgesch. (1839) 4, 147; ich danke ihnen für ihren brief und freue mich, das er in einer heiteren laune geschrieben ist, obgleich sie mir das verstummen der eustachischen trompete noch nicht melden konnten Fr. Hebbel briefe 5, 247 Werner; der eileiter wird auch fallopische trompete (tuba Fallopiae) genannt: zu welchem ende die trompeten Falloppius gar sehr von nöthen, durch die, indem sie sich gedreht, ein fruchtbar ey zur mutter geht Triller poet. betracht. (1750) 1, 188. 2@cc) vereinzelter für andere trompetenähnliche dinge: 'trompete ein fanginstrument, um in ein bohrloch gefallene gegenstände herauszuholen' Veith bergwb. (1870) 502; 'die trompete, ein strafwerkzeug für widerspenstige schiffsleute' zs. f. volksk. 8, 313; als bezeichnung einer kürbisart: was die kürbis anbetrifft, sind deren so viel und mancherley arten: flaschenkürbis, trompeten v. Hohberg georg. cur. (1682) 1, 505, vgl. trompetenkürbis (cucurbita lagenaria L.) Holl pflanzennamen 215a; als fischname: trompete (zanclus cornutus) Oken allgem. naturgesch. (1839) 6, 211, trompete (syngnatus acus) Brehm tierleben (1890) 8, 411 P.-L.
23083 Zeichen · 535 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trompēte

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Trompēte , plur. die -n, Diminut. das Trompetchen, Oberd. Trompetlein, ein musikalisches Werkzeug zum Blasen, welche…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Trompete

    Goethe-Wörterbuch

    Trompete [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Trompete

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Trompete , ital. tromba und clarino , eines der ältesten Blasinstrumente von 3 Octaven Umfang, im Bau dem Horne (s. d.) …

  4. modern
    Dialekt
    Trompete

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Trompete Band 4, Spalte 4,590f.

  5. Sprichwörter
    Trompete

    Wander (Sprichwörter)

    Trompete 1. Auf eine Trompete hören viel Soldaten. – Altmann VI, 398. 2. Aus einer verstimmten (verdriesslichen) Trompet…

  6. Spezial
    Trompete

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Trom|pe|te f. (-,-n) ‹mus› trombëta (-tes) f. ▬ Trompete blasen soné la trombëta ; ‹umor› trombeté.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trompete

129 Bildungen · 121 Erstglied · 7 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von trompete

trompetern + -e

trompete leitet sich vom Lemma trompetern ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von trompete 2 Komponenten

trom+pete

trompete setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

trompete‑ als Erstglied (30 von 121)

trompetemarie

DWB

trompete·marie

trompetemarie , f. , bezeichnung des trumscheits, vielleicht volksetymologische entstellung von trompette marine ' trumscheit ', vgl. aber a…

trompetenartig

DWB

trompeten·artig

trompetenartig , adj. , dem ton einer trompete ähnlich: hört! hört! rief Chamfort mit dem hellen, trompetenartigen klang seiner stimme Th. M…

trompetenaufsatz

DWB

trompeten·aufsatz

trompetenaufsatz , m. , zu trompete 1 c, teil der orgelpfeifen des trompetenregisters: so kann man versichert sein, die trompetenaufsätze ge…

trompetenbanner

DWB

trompeten·banner

trompetenbanner , n. , fahne an der trompete, im 15./16. jh. gebräuchlich, vgl. trometenpaner (15. jh. ) städtechron. 10, 208, trommetenbann…

trompetenbaum

DWB

trompeten·baum

trompetenbaum , m. , tropischer baum, als zierbaum verwendet, vgl. trompetenbaum ( bignonia catalpa L. ) Hirschfeld gartenkunst (1779) 2, 27…

trompetenbegleitung

DWB

trompeten·begleitung

trompetenbegleitung , f. : haben wir doch in Kiel sogar nur noch an den drei hohen festtagen vormittags bei dem tedeum eine trompeten- und p…

trompetenbläser

DWB

trompeten·blaeser

trompetenbläser , m. , vgl. ein trummeter, trummetenblaser aeneator Frisius dict. (1556) 47 b : die pausbäckigen trompetenbläser in unserer …

trompetenblasen

DWB

trompeten·blasen

trompetenblasen , n. : auch da ( im tempeldienst ) waren personen angestellet, die wenigstens einigen gottheiten durchs rufen oder trompeten…

trompetenblume

DWB

trompeten·blume

trompetenblume , f. , vgl. trompetenblume ( bignonia radicans L. ) Hirschfeld gartenkunst (1779) 4, 51 , Holl pflanzennamen 40 a . —

trompetenduett

DWB

trompeten·duett

trompetenduett , n. : ( wenn ) die kraniche ihr trompetenduett beginnen H. Löns aus forst und flur 310 . —

trompetenende

DWB

trompeten·ende

trompetenende , n. : das äuszere ende ( der eierstöcke ) ... heiszt ... das stumpfe ... oder nach seiner richtung gegen das abdominalende de…

trompetenfähnlein

DWB

trompeten·faehnlein

trompetenfähnlein , n. : der herr graf obriste verlangt, weil ... die trommetenfähnlein und schnüre aber ganz zerschlissen und zerlumpt, auc…

trompetenfahne

DWB

trompeten·fahne

trompetenfahne , f. , dasselbe wie trompetenbanner: an den trompetenfahnen war der reichsadler, doch nur mit einem kopff E. G. Happel hist. …

trompetenfanfare

DWB

trompeten·fanfare

trompetenfanfare , f. , feierlich klingende trompetenmusik, die nur die drei töne des grundakkords benutzt; allgemeiner auch für jede art fe…

trompetenfest

DWB

trompeten·fest

trompetenfest , n. , fest mit trompetenmusik, wohl im anschlusz an das biblische trompetentag ( s. dort ) gebildet: die wiese ..., wo die ki…

Trompetenfisch

Campe

trompeten·fisch

Der Trompetenfisch , — es, Mz. — e , eine Art Röhrenfische, wegen einiger Ähnlichkeit in der Gestalt mit einer Trompete (Fistularia chinensi…

trompetenförmig

DWB

trompeten·foermig

trompetenförmig , adj. : 'trompetenförmig, walzig und nach oben plötzlich becher- oder schüsselförmig erweitert ' Bischoff wb. d. beschr. bo…

trompetenform

DWB

trompeten·form

trompetenform , f. : hiesz also die dritte trompete (oder sprachrohr) machen, von kupffer, und nach der gemeinen trompetenform drehen Er. Fr…

trompetengänglein

DWB

trompeten·gaenglein

trompetengänglein , n. : balcon deutsch trompetengänglein, wird in der civilbaukunst ein gänglein genannt, welches mit einem eisernen oder s…

trompetengeige

DWB

trompeten·geige

trompetengeige , f. , dasselbe wie trumscheit: ' tromba marina ... eine marine trompete oder trompetengeige, ist ein aus drey bretern besteh…

trompetengeschrei

DWB

trompeten·geschrei

trompetengeschrei , n. , dasselbe, vgl. trompete 1 a β ; bis ins 17. jh. gebräuchlich: trummetenschall oder -geschrey, das aufblaasen der tr…

trompetengetön

DWB

trompeten·getoen

trompetengetön , n. , dasselbe: verse, wo die hörbarste nachahmung sinnlicher natur, des donnergerolls, des trompetengetöns, des pferdetrabs…

trompetengewölbe

DWB

trompeten·gewoelbe

trompetengewölbe , n.; technischer fachausdruck für ein trompetenförmiges gewölbe ( s. a. trombengewölbe): bei den kanalverbindungen wird de…

trompetenhall

DWB

trompeten·hall

trompetenhall , m. : harffe, geig, trompetenhal orgel, pfeiffe, trommelschall: laute, zincke, klingelwerk, süszer musen süsze stärk Harsdörf…

trompetenjubel

DWB

trompeten·jubel

trompetenjubel , m. : hier stürzte sich in raschen melodien trompetenjubel von den gallerien E. Geibel ges. w. (1884) 1, 10 . —

trompete als Zweitglied (7 von 7)

muttertrompete

DWB

mutter·trompete

muttertrompete , f. plur. muttertrompeten, Fallopianae tubae, zwei von der gebärmutter bis gegen die eierstöcke sich erstreckende, gekrümmte…

seetrompete

DWB

see·trompete

seetrompete , f. eine art röhrenschnecke, auch sandpfeife, kuhdarm, serpula polythalamia. Nemnich. — nach Adelung auch für die trompetenschn…

Zionstrompete

Wander

zion·s·trompete

Zionstrompete In die Zionstrompete stossen (oder: die Zionstrompete blasen). Von Priestern, wenn sie aus irgendeiner Erscheinung auf dem kir…

Ableitungen von trompete (1 von 1)

getrompete

DWB

getrompete , n. , verbalsubstantiv zu trompeten ( s. d. ): ein weltgeschichtliches factum, unvergänglich eingeschrieben in die annalen der m…