trompete,
trommete,
f. ,
tuba. herkunft. das zuerst im 14.
jh. bei Suchenwirt 41, 1383
Pr. belegte wort ist aus dem seit der gleichen zeit bezeugten frz. trompette
entlehnt, das seinerseits aus trompeter '
in die trompete blasen',
ableitung von trompe
aus fränkisch *trumpa (
s.trumme, trumpe),
rückgebildet ist, s. Gamillscheg 869.
ebenfalls aus dem französischen stammen mnl. trompette, trompet, trumpet
f. und m. (Verwijs-Verdam 8, 707),
nl. trompet,
mengl. trompette, trumpette,
nengl. trumpet (Murray 10, 1, 422);
aus mnd. trumpit, trummit
bzw. hd. trompet(e), trommet(e)
stammen äschwed. trummet(e), trommet,
schwed. trumpet,
dän. trompet,
s. Hellquist 1013, Falk-Torp 1287.
form. bis ins 17.
jh. hinein wurde trompete
vielfach auch auf der ersten silbe betont, wie die elisionsformen erweisen, vgl. trompt
gemma gemm. (1508) c 7
a, trumpt Wig. Gerstenberg
chron. 286
D., Keisersberg
brös. 2, 79
d (
s. a. hier unten druntt), trom(p)t D. v.
d. Werder
Roland 8, 10, S.
Dach 272
ndr., P. Fleming 471
lit. ver., Treuer (1675) 1. 658 (
anders 5, 11);
für die dreisilbigen formen ist entsprechend frz. trompette
betonung auf der zweiten silbe durch schreibung mit -ee-
bzw. durch den reim gesichert in: trumeet Brack
vocab. (1487),
Teuerdank 165
H., Zürcher bibel (1531)
4. Mos. 10, Frisius (1556) 26
b u. ö.; Hans Sachs 12, 461
und 22, 184
K.-G., Opitz 237
ndr.; lange qualität der zweiten silbe wie im heutigen trompḗte
erweist die schreibung mit ee;
die apokopierten formen trumet, tromet (
s. u.)
lassen ihre betonung meist nicht erkennen, doch hat trumet Suchenwirt
a. a. o. anfangsbetonung. als stammvokal tritt im deutschen lehnwort u
seit den ältesten belegen auf, was einerseits auf einflusz der im älteren hd. allein möglichen lautverbindung -ump-,
anderseits auf einwirkung von gleichsinnigem trumpe (
s. dort)
und trumme (
s. dort)
beruhen kann; jedoch bleibt u
auszerhalb des südwestdeutschen seltener, so bei Luther 34, 2, 445
W., B. Waldis
streitged. 4
ndr., Hennenberger 180
u. im jahre 1592
in Greifswald, s. balt. stud. 15, 2, 197;
im mnd. trumpit
auch schon bei Korner (15.
jh.),
s. A. Lasch
mnd. gramm. § 180; -u-
zuletzt bei Spreng (1610) 124
b,
später nur noch in wbb., vgl. Orsäus (1623) 208, Duez (1652) 209.
die im spätmhd. und älteren nhd. vorherrschenden formen mit mm (
selten m)
sind wahrscheinlich mischbildungen von trumpete (< trompete)
mit trumme (
s. dort) '
trompete',
vgl.trummeten Beheim
ged. 5, 245
Karajan neben trummen 5, 208; m, mm
werden meist neben u
geschrieben, mp
selten, vgl. Wackernagel
leseb. (1839) 790, 21, Bücher
Frankf. berufswb. 41
a (
v. j. 1491); Duez 209; mb
findet sich bei A. v. Eyb (
s. u.). —
die md. gebräuchliche form mit o
als stammvokal erscheint seit 1470 (
s. Diefenbach
mlat.-hd.-böhm. 54),
greift aber schon im 16.
jh. nach Oberdeutschland hinüber (
vgl. unten Schmeltzl, Sebiz
u. a.)
und hat um 1600 u
verdrängt. neben o
erscheint m
sporadisch seit 1470
bis zu Weckherlin 1, 100
und 2, 365
und Starck (1620); mm
ist häufiger, wird aber um 1700
in der prosa ungebräuchlich (
vgl. Steinbach 2, 289),
doch lebt trommete, drommete
in der sprache der dichter unter dem einflusz der bibel weiter und wird besonders von Herder
bevorzugt und noch im 19.
jh. als bewuszter archaismus poetisch verwendet, vgl. z. b. Tieck 1, 30, Raupach 12, 240, H. Laube 2, 206. mp
neben o
findet sich im 16.
jh. erst vereinzelt, vgl. gemma gemm. (1508), Fronsperger (1578),
erscheint im 17.
jh. zuerst in: engl. com. (1624) h 1
a und erhebt sich, wohl durch frz. trompette
gestützt, rasch zur herrschenden form. Opitz, Fleming, v. Chemnitz
z. b. verwenden die frz. formen trompette, trombette. dr
im anlaut ist seit 1470
belegt (
s. o.),
besonders bei md. und Nürnberger autoren bis hin zu Starck,
gelegentlich bei Dannhawer 1, 308;
auch im 18.
jh. einige male, z. b. bei Hölty, Voss, Göthe, Kosegarten,
jedoch nie neben mp. tt
zeigt sich vereinzelt seit dem 15.
jh. (
s. Diefenbach
gl. 83
b)
bei Süddeutschen, vereinzelt bei H. Sachs 22, 184
K.-G. (
über Opitz
u. s. w. s. o.);
ganz isoliert steht druntt (15.
jh.) Diefenbach
nov. gl. 600
b.
seit dem 15.
bis ins 17.
jh. zeigt das wort auch schwach flektierte formen, die sogar auf den nom. sing. übergreifen, vgl. trummeten Maaler 410
d, Sebiz
feldbau 609.
bedeutung. 11)
ein blasinstrument, das aus einer geraden, gebogenen oder gewundenen und ziemlich dünnen metallröhre mit flachem kesselmundstück und schalltrichter besteht und einen hellen, schmetternden klangcharakter besitzt; bis ins 16.
jh. war die gerade form üblich, dann kamen schlangen- und zickzackförmig gebogene instrumente auf, endlich mehrfach gewundene, seit anfang des 19.
jhs. auch mit klappventilen versehene, vgl. Eitner
monatsh. f. musikgesch. 13, 44,
im gegensatz zur alten naturtrompete
als ventil-
oder klappentrompete
bezeichnet; zur sachgeschichte vgl. Eichborn
die trompete in alter und neuer zeit (1881). 1@aa)
unter trompete
wird sowohl die antike tuba, aus der die trompete entwickelt ist, wie das im mittelalter und der neuzeit gebräuchliche musik- und signalinstrument mit scharfem, durchdringendem klang verstanden, vgl. ein mOessene tromete
tuba ductilis Diefenbach
gloss. 600
b; ein busaune oder trompt
tuba gemma gemm. (1508) c 7
a; die gerade drommete von erz J. H. Voss
Ovidius Naso (1798) 2, 10; ihre (
der alten) so genannten trompeten waren von erz Schubart
ästhetik der tonkunst (1806) 6; eine lange trompete, welche er hält
F. G. Welcker
alte denkmäler (1849) 2, 197; zwo trummeten von geschlagnem silber
Zürcher bibel (1531)
4. Mos. 10. 1@a@aα)
wendungen, die das spielen auf der trompete bezeichnen: trommeten thet man lut erschellen (1504) Liliencron
volkslieder 244, 135;
am geläufigsten ist trompete blasen, auf der trompete blasen: trummeeten blasen
inflare classica, inflare tubam Jos. Maaler (1551) 410
d; wenn du ... die scherfest trommet oder zincken also blasest Georg Rollenhagen
indian. reysen (1603) 214; auf der trompet, trommet, die trompet blasen
sonare la tromba Kramer
dict. 2 (1702) 1148
b; blaset die trompete, schlagt pauken männer, und laszt die weiber das clavier und die laute spielen Hippel
über die ehe (1774) 187; trommeten fiengen an zu blasen Erlach
volkslieder 1, 382; allwo die schönen trompeten blasen A. v. Arnim
w. 17, 81;
selten in die trompete blasen: eyner blyss in die trumpten Wig. Gerstenberg
chron. 286
D. in älterer sprache auch die trompete aufblasen: da pliess man dy trummeten auff, sy eilten wider heine
M. Beheim 5, 245
Karajan; da hette man können sehen die trommeten aufblasen
Amadis 1, 93
Keller; der ausdruck in die trompete stoszen
kennzeichnet die stoszende art des anblasens, die den starken ton der trompete hervorruft: vil trometer under in stieszen in die trumeten Seb. Franck
chron. Germ. (1538) 270
a; fama, stosz in die trompeten! B. Neukirch
ged. (1744) 241; nun wohl, so stoszt denn ihr in die trompeten dasz sich der hall verbreite durch die stadt Grillparzer
w. 6, 109
Sauer; vereinfacht: der vierdt stöszt die trompeten Erlach
volksl. d. Deutschen 1, 361;
übertragen redensartlich verwendet im sinne '
etwas laut verkünden': alle kenner, stöszt herr Basedow in die trommete, ... wissen die verdienste des herrn hofpredigers Cramers Lessing
w. 8, 227
M.; Boileau stiesz laut in die trommete: groszer könig, höre auf zu siegen; oder ich höre auf zu schreiben Herder
w. 23, 213
S.; stosz in die trompete, zeitungsschreiber! Schubart
s. ged. (1825) 3, 108. 1@a@bβ)
der als laut und gellend empfundene ton der trompete wird oft besonders charakterisiert; lautmalend: wisst toch nicht, wa ir gstät noch get, also macht euch tis trara ploet tis quodlibet von der trommet Joh. Fischart
Gargantua 252
ndr.; (
die krieger) bliesen dermaszen in die trommeten, dasz man vermeint, es hette gedondert P. v.
d. Aelst
Heymonskinder (1604) 6; die klingende trompeten ... machten immerzu ein solches getös Abr. a
s. Clara
mercks Wien (1680) 10.
in typischen verbalen wendungen: die trompeten schryen W. Xylander
Polybius (1574) 89; schreiende trompeten E.
M. Arndt
w. 5, 293
R.-M.; da hört man vor dem schall der jauchzenden trompeten den tiefgedämpften ton betrübter klageflöten Triller
poet. betracht. (1750) 1, 144; es rollen wagen, jagen reiter, trompeten jauchzen durch die nacht E. Geibel
ges. w. (1883) 2, 84;
feste verbindung ist namentlich die trompeten schmettern,
vgl. auch teil 9,
sp. 1052: ... schon hört man das trozzige schmettern auffordernder trompeten Lenz
ged. 23
Weinh.; in volleren tönen schmetterten die trompeten W. Hauff
w. (1890) 1, 49;
seltener mit typischem adjektiv, so helle trompete '
trompete mit hellem klang': heller trumpten ruf G. Treuer
Dädalus (1675) 1, 658; ihr hellen trompeten Weichmann
poesie d. Niedersachsen (1721) 1, 90; die scherffest trommet Georg Rollenhagen
ind. reise (1603) 214; männlicher, heller und zugleich wie die oboe schärfer (
als das horn) ist die trompete Fr. Th. Vischer
ästhetik (1746) 3, 1029; die trompeten ... haben ... schneidenden ton Schubart
ästhetik 206. 1@a@gγ)
in verbindung mit anderen instrumenten: mit trumeten und bosaunen Luther
w. 34, 2, 445
W.; trumeten, pasunen
N. Manuel
w. 62
Bächtold; mit pfyffen, darzuo trummeten
schweiz. schauspiele d. 16. jhs. 1, 22
B.; trumeten, harpfen auch darbey J. Spreng
Ilias (1610) 264
a; trompeten und geigen G. Keller
ges. w. (1889) 1, 400,
vgl. 3, 83;
vor allem mit einem schlaginstrument als begleitung: im älteren nhd. in fester paarung trommeln und trompeten
im sinne von '
pauken und trompeten'. der trometen klang der mit dem trommenschlag vermischet Weckherlin
ged. 2, 265
Fischer; der trompten, trummeln klang D. v.
d. Werder
Ariost (1636) 8, 10; als drommel und trompet durch alle lüffte spielt A. Gryphius
dramen 206
Palm; häufig werden trompeten
und pauken
in typischer verbindung genannt: pauken und trumeten Schiltberger
reisebuch 9
lit. ver.; mit trumeten und der hehrpaucken B. Waldis
streitged. 4
Koldewey; besonders zur kennzeichnung lauten, festlichen treibens: das jubiläum wegen der reformation ... mit trompeten und pauken celebriret Chr. Thomasius
ernsth. gedancken (1720) 2, 256; bei trompeten und pauken Göthe 23, 338
W.; as he na den pallast kamm, da weren daar so vele soldaten un pauken un trumpeten
kinder- u. hausmärchen 1 (1812) 72.
als redensart gilt mit (unter) pauken und trompeten
im sinne von '
mit groszem getöse, prahlerisch, marktschreierisch': wenn vermögen ... unter pauken und trompeten in den gotteskasten gelegt wird Hippel
kreuz- u. querzüge (1793) 1, 218; der quacksalber, der mit pauken und trompeten dieses verkünden läszt
F. H. Jacobi
w. (1812) 3, 484;
anders formelhaft im sinne '
mit festlichem lärm, mit glanz',
d. h. '
ganz gehörig, ganz und gar'
verwendet: jetzt, wo ich mit pauken und trompeten durchgefallen bin Holtei
erzähl. schr. (1861) 2, 197. 1@bb)
die verschiedenen verwendungszwecke der trompete
als signal- und musikinstrument lassen sie zum typischen requisit werden. 1@b@aα)
als militärisches instrument, mit dem signale gegeben oder die truppen zum kampf angefeuert werden, im kriegswesen schon im mittelalter sehr viel verwendet (
s.trumme und trumpe),
in neuerer zeit besonders noch bei berittenen truppen gebräuchlich; vgl. auch feldtrompete: ein trummete trumettet bisz die schlacht zergat Keisersberg
narrenschiff (1520) 202
a; lieszen darauf anstund die trometen (
zum sammeln) blasen
Aymon (1535) a 4
b; ob es sach were, dass man uns mit gewalt uberfallen würde, so wollen wir in ein trommet blasen, alsdann so komme uns du zu hulff P. v.
d. Aelst
Heymonskinder 106
lit. ver.; so bald er etwas von volcke merckte, (
er) mit der trompetten ein gewis zeichen geben solte v. Chemnitz
schwed. krieg (1653) 2, 265; hör ich den klang der behertzten trommeten, so wacht mein anmuth (
begier) zu fechten und tödten A. Gryphius
lustspiele 189
Palm; dort ruft die trompete die brausenden rosse ins treffen Dusch
verm. w. (1754) 4
a; man hört die trommeln allarm schlagen, die trompeten der husaren appell blasen Iffland
theatr. w. (1827) 1, 113; was blasen die trompeten? husaren heraus! E.
M. Arndt
bei Böhme
volkstüml. lieder 49; ich bin für offenen kampf, bei ... sonnenschein und ... trompeten Fontane
ges. w. I 1, 36; zu dem abzug hör ich blasen der trompeten freudenschall J. Rist
friedewünsch. Teutschland (1648) 29.
von der sitte des victoriablasens hergeleitet: die glocken sind die trompeten des todes P. Winckler 2000
gedancken (1685) f 12
a. ohne trompete abziehen
bedeutet '
heimlich abziehen',
vgl. M. Kramer
dict. 2 (1702) 1148
c.
wegen ihrer kriegerischen verwendung gilt sie als symbol des krieges: unter den mordtönenden trompeten Harsdörffer
teutscher secretarius (1651) 1, 65; der orgeln freudenschall sollt an trompeten stat erklingen überall Zesen
verm. Helikon (1656) 3, 47;
daher auch sinnbildlich für etwas anfeuerndes, aufrüttelndes: (
Calliope) langt mir eifersvoll die epischen trompeten Gottsched
neueste ged. (1750) 16; hier zeiget der dichter, dasz er ein würdiger erbe der heroischen trompete sey
das neueste (1751) 6, 610. 1@b@bβ)
als signalinstrument im bürgerlichen leben älterer zeit ebenso wie das horn
verwendet: wie woll ich alle tag miest werchen, bysz das man trumettet, und am morgent by der trumeten wider uff Th. Platter 52
Boos; die drummeten, die die thürner haben auf den thurnen allenthalben E. Tucher
baumeisterbuch 258
lit. ver.; mit der trommeten das zeichen eines ankommenden ritters zu geben Bastel v.
d. Sohle
don Kichote (1648) 28; alle augenblicke stiesz der thurmwächter in die trompete Caroline 1, 25
Waitz; doch hört ihr der trompete ruf ... dann wachet auf R. Wagner
ges. schr. u. dicht. (1897) 1, 39; als sie sich in der nähe der inseln befanden, stieszen die schiffer in die mit sich geführten trompeten Platen
w. 3, 42
Redlich; die kleine trompete der post blies wie sonst durch die gassen G. Freytag
w. (1887) 13, 247;
mit der trompete
rief man die leute bei bekanntmachungen zusammen, vgl. öffentlich mit der trommeeten lassen aussrüffen
pronuntiare Frisius
dict. (1556) 1073: der könig Saul ... der lest jetzt mit trommeten schallen durch mich verkündigen euch allen sein ernst mandat W. Spangenberg
ausgew. dicht. 197
Martin; öffentlich durch trommeten publiciret (
v. j. 1623)
acta publica 5, 68
Palm; man habe den groszen reichstag bey dem schall der trompeten ausgerufen Bodmer
v. dem wunderbaren (1740) 98;
bildlich: der da gibt ein allmusen, so soll die lincke hand nicht wissen, was die gerechte thue; das ist so viel es soll nit mit trompeten aussblasen werden Paracelsus
chirurg. bücher (1618) 71
b;
vgl. auch mit pauken und trompeten
unter 1 a
γ; daher gilt die trompete
als attribut der Fama und wird seit dem 18.
jh. als sinnbild einer lauten einwirkung auf die öffentlichkeit gebraucht: die Fama fliegt durch jedes land und bläst aus silbernen trompeten, was Wedel für ein groszer mann Triller
poet. betracht. (1750) 5, 393; die lüge nahm der Fama die trompete weg Fr.
M. Klinger
w. (1809) 3, 31;
vgl. auch: des gerüchtes blechtrompete G. Keller
ges. w. (1889) 9, 287; die trompete der lästerung Gottsched
das neueste (1751) 4, 625;
ähnlich, entsprechend ihrer verwendung zur reklame, als symbol für marktschreierisches gebaren, vgl. auch in die trompete stoszen
unter 1 a
α: ergreife die trompete der tugend Fr. L. Schröder
dram. w. (1831) 2, 273; der Korse bläst die trompete der zeit vortrefflich Fr. Arndt
in: E.
M. Arndt
schr. für u. an s. l. Deutschen (1845) 1, 116; der ruhm braucht eine trompete Justi
Winckelmann 2, 1, 210. 1@b@gγ)
als musikinstrument wegen ihres strahlenden tones besonders in freudiger, festlicher musik, vgl. auch pauken und trompeten
unter 1 a
γ; daher als instrument der himmlischen musik gedacht: der engel schar nach freuden ranch mit trumet, mit pusaunen Suchenwirt 41, 1383
Primisser; die engel mit posaunen und trommeten und ander seitspil ihn (
Jesus) empfangen sollen B. Krüger
action von anfang und ende der welt (1583) g 3
a; posaun, cornet, trompeten clar ... gott loben sollet ihr fürwar Fr. v. Spee
trutznachtigall (1649) 145;
überhaupt als typisches instrument für festliche anlässe empfunden: wenn die schmetternde trompete die dampfenden kraftsuppen, die aromatischen ragouts ... ankündigte J. Fr. Löwen
schr. (1765) 3, 81; jetzt riefen die trompeten zur tafel W. Hauff
w. (1869) 3, 278; kam er (
ein kaufmann) frisch und gesund gen Dantzk, ... wurd zu Dantzk mit trummeten angeblasen C. Hennenberger
preusz. landtaffel (1595) 186; da denn zuletzt der könig dreymal hoch lebete, wozu die lärmenden trompeten den ausschlag gaben Göthe IV 37, 148
W.; der herr bürgermeister kommt schon! trompeten und schublad! vivat! A. Bäuerle
kom. theater (1820) 1, 39. hört ihr den muthigen schall fernher der trompeten und hörner, und hellklingender geigen, durchtönt von dem polternden brummbasz J. H. Voss
w. 1, 87
Hempel; schmettern hell die trommeten und zincken, müssen wir singen, spielen und trinken Hoffmann v. Fallersleben
ges. schr. 3, 228; auf dem rathhause sowie in einigen gasthäusern (
erwarteten) trompeten und geigen sie (
die menschen) G. Keller
ges. w. (1889) 1, 400;
als anfeuerndes instrument beim turnier verwendet: so die trumbeten erschallen ..., werden die ritter entzündet Albr. v. Eyb
spiegel d. sitten (1511) o 8
a; unterm schalle der trommeten geht nun an das lustturnieren Herder
w. 25, 575
S. 1@b@dδ)
da die trennung von posaune
nicht immer streng durchgeführt wird, erscheint trompete
auch in fester anwendung neben oder statt ihrer für bestimmte biblische instrumente; so nach Josua 6, 4
ff.: die trompeten von Jericho: das ir mit busonen und trumeten allein umb die stadt giengen, und eilends die gantz stadt verfiel in eschen Th. Murner
an den adel 13
ndr.; Hiericho, du must fallen vor gottes volck geschwind von der trommetten schallen H. W. v. Wertheim
bei Wackernagel
kirchenlied 3, 170; scheint die trommeten vor Jericho zu erwarten Herder 17, 97
S. nach offenb. 8, 6
ff. die trompete(n) des jüngsten gerichts: ich höre die trometen (
des gerichts) Luther 32, 232
W.; (
Hieronymus) sprach: ich ess oder trinck, ich schlaff oder wach, so tonet mir die trumpt in meinen oren: stond uff, ir todten, kummen zu dem gericht Keisersberg
brösamlein (1517) 2, 79
d; wenn gottes trompte wird erklingen von oben aus der lufft, und mächtig durch die gruft der tieffen gräber selbe dringen, und alle menschen, wo sie stecken, wird aufferwecken S. Dach
in: Königsb. dichterkreis 272
ndr.; zurück, hier ruhn die erdenriesen, fern von dem volk in ihrer gruft — um mit dem volk nicht auferstehn zu müssen, wenn einstens die trompete ruft Schiller 1, 230
G.; erwache dem schall der trommete, die dich zum licht, ... zur unsterblichkeit rufet Herder
w. 17, 178
S.; im vergleich für einen überaus lauten ton: Hans Jürgen! rief eine stimme durchs dunkel, wie eine trompete, die zum gerichte schmetterte W. Alexis
hosen d. herrn von Bredow (1846) 1, 192; horch! — plötzlich, wie des gerichts trompete, donnert von oben eine stimme: tödte! tödte! W. Busch
heil. Antonius (1870) 30. 1@cc)
vielfach in vergleichen für einen ton von besonderer stärke, heller klangfarbe oder trompetenähnlichem charakter: (
der indische wolf) soll eyns menschen stimm haben und erschöllt doch nicht anderst dann wie eyne trommeten Sebiz
feldbau (1579) 619; laut tönte seine stimme, laut, wie schmetternde trompeten Schubart
s. ged. (1825) 1, 223; vor gericht wuchs seine stimme, wie eine trompete H. W. Heinse
s. w. 2, 87
Sch.; Hans spricht wie eine trompete so laut Bismarck
br. an s. braut 239; mein hertz brummet darwider wie eine drommete und harpfe J. C. Dannhawer
catechismusmilch (1657) 1, 308;
besonders von der stimme des hahns: wer mit den hünern zeitlich nach den stangen flieget, kan nach des hanen trompete zu felde ziehn G. Treuer
deutsch. Dädalus (1675) 5, 11; küsse, wenn des hahns drommete das umbüschte dörfchen weckt, küsse, wenn die abendröthe jeden baum mit purpur deckt L. Hölty
ged. (1789) 61; o du vertrackter hahn, dasz die trompete in deinem halse ... Jupiter zerschmetterte Wieland
Lukian (1788) 105;
übertragen für den hahn selbst gebraucht: der hahn, diese trompete des morgens Ayrenhoff
s. w. (1814) 4, 193,
vgl. Stifter s. w. (1901) 2, 37;
vom summton im bienenstock: die trompete im bienenstock ist gedoppelt, antiphona und responsoria: jene klinget hoch, diese tief Overbeck
gloss. melitt. (1765) 142; die nachschwärme geben etliche abend vorher ein signal mit der trompete
ebda 140;
vom winde: der westwind bläst mit heftigen stöszen in den wald seine trompete L. Goldammer
Litthauen (1858) 280; ... der wind aus süden verkündigt als trompete ihren (
der sonne) willen
Shakespeare (1797) 6, 152. 1@dd)
als fachausdruck im orgelbau für eine dem klangcharakter der trompete
ähnliche zungenstimme mit trichterförmigem aufsatz, wobei man scharfe
und sanfte trompeten
unterscheidet, vgl. Riemann
musiklex.11 (1929) 2, 1883;
s. auch trompetenaufsatz, trompetenkörper, trompetenregister;
vgl. auch: der leierkasten, ... dessen trompete ... in ständiger aktion erhalten wurde Fontane I 6, 134,
s. auch trompetenkasten. 22) trompete
als bezeichnung für dinge, die ihr an gestalt ähnlich sind. 2@aa)
für das sprachrohr: hiesz also die dritte trompete oder sprachrohr machen, von kupffer und nach der gemeinen form drehen Er. Francisci
lufftkreiss (1680) 503; eine trompete, oder vielmehr ein hölzernes rohr, das vier fusz lang und ziemlich dünn war G. Forster
s. schr. (1843) 1, 194. 2@bb)
in der anatomischen fachsprache wird eustachische trompete
synonym mit eustachische röhre (
tuba Eustachii)
gebraucht: der kleine felsbeinnerve tritt aus seinem kanälchen zwischen dem carotischen canale und dem knöchernen teile der eustachischen trompete hervor Sömmerring
menschl. körper (1839) 4, 635; die augenhöhle steht ... mit der nase in verbindung ... wie das ohr mit der mundhöhle durch die trompete Oken
allgem. naturgesch. (1839) 4, 147; ich danke ihnen für ihren brief und freue mich, das er in einer heiteren laune geschrieben ist, obgleich sie mir das verstummen der eustachischen trompete noch nicht melden konnten Fr. Hebbel
briefe 5, 247
Werner; der eileiter wird auch fallopische trompete (
tuba Fallopiae)
genannt: zu welchem ende die trompeten Falloppius gar sehr von nöthen, durch die, indem sie sich gedreht, ein fruchtbar ey zur mutter geht Triller
poet. betracht. (1750) 1, 188. 2@cc)
vereinzelter für andere trompetenähnliche dinge: 'trompete
ein fanginstrument, um in ein bohrloch gefallene gegenstände herauszuholen' Veith
bergwb. (1870) 502; 'die trompete,
ein strafwerkzeug für widerspenstige schiffsleute'
zs. f. volksk. 8, 313;
als bezeichnung einer kürbisart: was die kürbis anbetrifft, sind deren so viel und mancherley arten: flaschenkürbis, trompeten v. Hohberg
georg. cur. (1682) 1, 505,
vgl. trompetenkürbis (
cucurbita lagenaria L.) Holl
pflanzennamen 215
a;
als fischname: trompete (
zanclus cornutus) Oken
allgem. naturgesch. (1839) 6, 211, trompete (
syngnatus acus) Brehm
tierleben (1890) 8, 411
P.-L.