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trompeten

nhd. bis sprichw. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trompeten vb.;

Bd. 22, Sp. 836
trompeten, trommeten, vb.; aus trompete und deren nebenformen abgeleitet, seit dem 15. jh. belegt; entsprechend trumpte, trompte erscheint auch gelegentlich eine zweisilbige form, vgl. trumpten, trompten Keisersberg brös. 2, 20a, Leyermatz 253, Treuer Dädalus (1675) 1, 558; bei der dreisilbigen form erweisen die reime in: fastn. 266. 285 K., Hans Sachs 6, 102 K.; Murner narrenbeschw. 185 Sp. die wohl überwiegend geltende betonung der zweiten silbe, deren länge durch trummeeten Frisius 231b angedeutet wird; ob die bis ins 17. jh. in wenigen fällen auftretende form mit tt vokalische kürze voraussetzt, ist ungewisz, da konsonantenhäufung auch nach langem vokal keine seltenheit ist, im 17. jh. auch einflusz von frz. trompette vorliegen kann; für die sonstige formentwicklung s. trompete. im 17. jh. und frühen 18. jh. stehen trumpeten (engl. com. [1624] e 2a), trompeten (nomencl. in usum schol. [1634] 322) und trommeten (Dentzler clavis [1716] 291a) noch nebeneinander; später setzt sich trompeten als schriftsprachliche form durch, doch wird trommeten, drommeten noch poetisch verwendet, vgl. Klopstock s. w. 9, 32, Göthe 6, 19 W., Grillparzer 6, 166 S. die präteritalform trummet Hans v. Bühel königstochter 6607 Merzdorf, städtechron. 10, 241 kann durch ekthlipsis und apokope aus trummetete entstanden sein und gehört nicht sicher zu einem inf. trumben, trumen, so Lexer 2, 1544. das part. prät. bleibt schriftsprachlich ohne präfix, vgl. trommeetet Frisius (1556) 2a, trompetet W. Hauff s. w. (1890) 3, 72, P. de Lagarde dtsche schr. (1886) 225, das jedoch wie in: getrompetet engl. com. (1624) h 7a, Steinbach (1734) 2, 868, Castelli mem. (1861) 1, 254, Bettine 1, 106 gelegentlich gesetzt wird. bedeutung. 11) im sinne 'auf der trompete blasen', vgl.trummeten buccinare (vocab. v. 1512) Diefenbach gl. 83b, trometen tubümare (= tubicinare) (vocab. v. 1486) nov. gl. 373b; in der bedeutung 1 a und b nur bis in die mitte des 19. jhs. gebräuchlich, dann durch trompete blasen oder einfaches blasen abgelöst. 1@aa) 'mit der trompete musizieren': trumetten, pfeifen, lautenschlagen fastnachtspiele 285, 2 K.; vor dem sacrament trumeteten der königlichen majestät trumeter städtechron. 11, 732; die trommeter, welche, so lang die schlacht wert, irs blasens oder trommetens pflegen zu warten Fronsperger kriegsb. (1578) 1, j 3a; trommetet ihm (gott), blast posaunen Giseke poet. w. (1767) 89; trompetet hell Rückert w. (1867) 3, 78. 1@bb) 'mit der trompete zeichen geben': Joab, so lasz bald aufftrummetn Hans Sachs 6, 102 K.; wann man auf die wacht soll trummeten W. Xylander Polybius (1574) 346; wiewol ich alle nacht miest werchen, bis das man trumetet Th. Platter 52 B.; bis man zur abendtafel trompete Musäus volksmärchen (1805) 1, 50. 1@cc) als blosze wiedergabe des gehörseindrucks vom ertönen des trompetenklanges, meist unpersönlich: es trommetet, es posaunet Göthe I 15, 5 W.; was soll doch dies trompeten sein? was deutet dies geschrei? Uhland ged. (1863) 204; das wieherte und trompetete und rasselte und fluchte (bei der reiterei) O. Ludwig ges. schr. (1891) 2, 417; er kann tanzen mit ihr, wenns trompetet H. Sohnrey im grünen klee (1903) 223; die musik, die paukte, trompetete, gellte H. v. Kahlenberg Eva Sehring (1901) 58. 22) töne hervorrufen, die dem klange einer trompete ähnlich sind. 2@aa) von tierischen lauten, besonders dem schrei der esel, gänse und elefanten: ich hab eins esels stimm vernommen, der mit trumeten uch geswygen verkundt hat Fr. Riederer rhetoric (1493) b 4a; das langohr will zur schlacht trompeten E. M. Arndt w. 3, 38 R.-M.; der ganser wollte schon der undankbaren welt mit aufgerecktem hals ein anathem trompeten Pfeffel poet. versuche (1812) 8, 79; wilde gänse mit ihrem trompetendem geschrei L. Tieck schr. (1828) 19, 53; kraniche trompeteten über den forst hin H. Löns Mümmelmann 16; (die elefanten) ... warfen die rüssel hoch ... trompeteten warnend und verzogen sich durch das knackende gebüsch P. Dörfler Peter Farde (1929) 314; hyperbolisch: schwärmte die mücke um die nachtigall und trompetete glossen Klopstock gelehrtenrepublik (1774) 280. 2@bb) von anderen naturlauten und tönen: mag ... die wasserhose trompeten A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. 1 (1877) 249; darum mag auch der sturmwind trompeten in den figürchen hinter Here und Hermes F. G. Welcker denkmäler (1849) 2, 293; wenn sie sich schneuzen, trompeten sie ungemein mit der nase Cl. Brentano ges. schr. (1852) 5, 419; euphemistisch trompeten farzen Seiler Basler ma. 87 u. ö. 2@cc) von der laut und gellend klingenden menschlichen stimme: der holzhauer, der abends seinen krug bier, seine andacht, seine stollen und seine trompetenden kinder hatte Jean Paul w. 7/10, 308 Hempel; mit einer scharfen, trompetenden stimme G. Hauptmann weber (1892) 48; indem er urplötzlich ... gewissermaszen zu trompeten anhub P. Alverdes pfeiferstube (1929) 44. 33) von trompete 1 b β aus entwickelt 'etwas unter trompetenklang öffentlich bekannt machen, ausschreien', vgl.austrompeten; übertragen als 'etwas unter die leute bringen, laut verkünden' gebraucht; noch im bilde: wenn du almusen gibest, so trommet nit mit hörnern Paracelsus op., bücher u. schr. (1590) 9, 238 Huser; seit dem 18. jh. gern entsprechend der allegorischen verwendung der trompete: von Famen wird sein lob trompetet aller enden Zachariä poet. schr. (1772) 1, 113; ein groszer teil der leser will nur werke haben, von welchen die zeitungen trompeten Chph. v. Schönaich-Carolath erläuterungen (1755) 6; (der dichter, der) die schlachten der mäuse über die erde trompetet Zachariä poet. schr. (1772) 1, 246; trompetest meine schmach in alle ohren Grillparzer s. w. (1892) 7, 247; 'prahlen': die stattlich angelegten register gehörten auch etwas zu dem welschen trompeten mit gelehrsamkeit K. Justi Winckelmann (1866) 2, 369; aber wenn er nichts mehr denn eroberer ist, ruhm ihn drommetet (d. h. seine taten verkündet) ... Klopstock s. w. (1823) 2, 18.
6025 Zeichen · 144 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trompēten

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Trompēten , verb. regul. act. et neutr. im letzten Falle mit dem Hülfsworte haben, auf der Trompete blasen, in die Tromp…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    trompeten

    Goethe-Wörterbuch

    trompeten [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    trompeten

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    trompeten Band 4, Spalte 4,591

  4. Sprichwörter
    Trompeten

    Wander (Sprichwörter)

    Trompeten Man soll nicht trompeten, bis man Trompeten hat.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trompeten

88 Bildungen · 85 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von trompeten 2 Komponenten

tromp+eten

trompeten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

trompeten‑ als Erstglied (30 von 85)

trompetenartig

DWB

trompeten·artig

trompetenartig , adj. , dem ton einer trompete ähnlich: hört! hört! rief Chamfort mit dem hellen, trompetenartigen klang seiner stimme Th. M…

trompetenaufsatz

DWB

trompeten·aufsatz

trompetenaufsatz , m. , zu trompete 1 c, teil der orgelpfeifen des trompetenregisters: so kann man versichert sein, die trompetenaufsätze ge…

trompetenbanner

DWB

trompeten·banner

trompetenbanner , n. , fahne an der trompete, im 15./16. jh. gebräuchlich, vgl. trometenpaner (15. jh. ) städtechron. 10, 208, trommetenbann…

trompetenbaum

DWB

trompeten·baum

trompetenbaum , m. , tropischer baum, als zierbaum verwendet, vgl. trompetenbaum ( bignonia catalpa L. ) Hirschfeld gartenkunst (1779) 2, 27…

trompetenbegleitung

DWB

trompeten·begleitung

trompetenbegleitung , f. : haben wir doch in Kiel sogar nur noch an den drei hohen festtagen vormittags bei dem tedeum eine trompeten- und p…

trompetenbläser

DWB

trompeten·blaeser

trompetenbläser , m. , vgl. ein trummeter, trummetenblaser aeneator Frisius dict. (1556) 47 b : die pausbäckigen trompetenbläser in unserer …

trompetenblasen

DWB

trompeten·blasen

trompetenblasen , n. : auch da ( im tempeldienst ) waren personen angestellet, die wenigstens einigen gottheiten durchs rufen oder trompeten…

trompetenblume

DWB

trompeten·blume

trompetenblume , f. , vgl. trompetenblume ( bignonia radicans L. ) Hirschfeld gartenkunst (1779) 4, 51 , Holl pflanzennamen 40 a . —

trompetenduett

DWB

trompeten·duett

trompetenduett , n. : ( wenn ) die kraniche ihr trompetenduett beginnen H. Löns aus forst und flur 310 . —

trompetenende

DWB

trompeten·ende

trompetenende , n. : das äuszere ende ( der eierstöcke ) ... heiszt ... das stumpfe ... oder nach seiner richtung gegen das abdominalende de…

trompetenfähnlein

DWB

trompeten·faehnlein

trompetenfähnlein , n. : der herr graf obriste verlangt, weil ... die trommetenfähnlein und schnüre aber ganz zerschlissen und zerlumpt, auc…

trompetenfahne

DWB

trompeten·fahne

trompetenfahne , f. , dasselbe wie trompetenbanner: an den trompetenfahnen war der reichsadler, doch nur mit einem kopff E. G. Happel hist. …

trompetenfanfare

DWB

trompeten·fanfare

trompetenfanfare , f. , feierlich klingende trompetenmusik, die nur die drei töne des grundakkords benutzt; allgemeiner auch für jede art fe…

trompetenfest

DWB

trompeten·fest

trompetenfest , n. , fest mit trompetenmusik, wohl im anschlusz an das biblische trompetentag ( s. dort ) gebildet: die wiese ..., wo die ki…

Trompetenfisch

Campe

trompeten·fisch

Der Trompetenfisch , — es, Mz. — e , eine Art Röhrenfische, wegen einiger Ähnlichkeit in der Gestalt mit einer Trompete (Fistularia chinensi…

trompetenförmig

DWB

trompeten·foermig

trompetenförmig , adj. : 'trompetenförmig, walzig und nach oben plötzlich becher- oder schüsselförmig erweitert ' Bischoff wb. d. beschr. bo…

trompetenform

DWB

trompeten·form

trompetenform , f. : hiesz also die dritte trompete (oder sprachrohr) machen, von kupffer, und nach der gemeinen trompetenform drehen Er. Fr…

trompetengänglein

DWB

trompeten·gaenglein

trompetengänglein , n. : balcon deutsch trompetengänglein, wird in der civilbaukunst ein gänglein genannt, welches mit einem eisernen oder s…

trompetengeige

DWB

trompeten·geige

trompetengeige , f. , dasselbe wie trumscheit: ' tromba marina ... eine marine trompete oder trompetengeige, ist ein aus drey bretern besteh…

trompetengeschrei

DWB

trompeten·geschrei

trompetengeschrei , n. , dasselbe, vgl. trompete 1 a β ; bis ins 17. jh. gebräuchlich: trummetenschall oder -geschrey, das aufblaasen der tr…

trompetengetön

DWB

trompeten·getoen

trompetengetön , n. , dasselbe: verse, wo die hörbarste nachahmung sinnlicher natur, des donnergerolls, des trompetengetöns, des pferdetrabs…

trompetengewölbe

DWB

trompeten·gewoelbe

trompetengewölbe , n.; technischer fachausdruck für ein trompetenförmiges gewölbe ( s. a. trombengewölbe): bei den kanalverbindungen wird de…

trompetenhall

DWB

trompeten·hall

trompetenhall , m. : harffe, geig, trompetenhal orgel, pfeiffe, trommelschall: laute, zincke, klingelwerk, süszer musen süsze stärk Harsdörf…

trompetenjubel

DWB

trompeten·jubel

trompetenjubel , m. : hier stürzte sich in raschen melodien trompetenjubel von den gallerien E. Geibel ges. w. (1884) 1, 10 . —

trompetenkasten

DWB

trompeten·kasten

trompetenkasten , m. , automatisches musikwerk: da ... befand sich auch ein groszer künstler, ein blasinstrumentenmacher, namentlich von gan…

trompeten als Zweitglied (1 von 1)

austrompeten

DWB

aus·trompeten

austrompeten , tuba indicare: dasz ichs herzlich satt bin, in der welt immer für einen kerl ohne herz und ohne ehre ausgetrompetet zu werden…

Ableitungen von trompeten (2 von 2)

betrompeten

DWB

betrompeten , buccina nuntiare, salutare sagt Bürger irgendwo.

Vertrompeten

Campe

Х Vertrompeten , v. trs . s. Vertrommeln .