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speck

nhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

speck m.

Bd. 16, Sp. 2031
speck, m. lardum, adeps, ein gemeingerm. wort, got. zufällig unbezeugt, anord. spik, schwed. speck, norw. spekk, n. spek, spæk; ags. spic, engl. ersetzt durch bacon, lard; mndl. spec, nndl. spek; as. in specsuîn, fettes schwein Heyne kl. and. dm. 178, mnd. nnd. speck (Woeste 249a, spekk brem. wb. 4, 939. Dähnert 446b, spek ten Doornkaat Koolman 3, 270b); ahd. spec, spek, spech Graff 6, 324, mhd. spec, gen. speckes Lexer mhd. handwb. 2, 1073. auszerhalb des germ. vergleicht man skr. sphik′, sphigî, hüfte, hüftgegend, hinterbacke. Schade ad. wb.2 2, 850a (nach Kuhn 3, 324). Fick vgl. wb.4 1, 150, auch skr. pîvan, griech. πίων, adj. fett, avest. pivańh, speck Kluge etym. wb.6 369b. das wort ist nur im hd. m., sonst überall n. als das ursprüngliche geschlecht ist also wol das neutrale anzusehen. hd. begegnet speck schon in vornhd. zeit als m.: do baisz vil manig qualle (kerl) in den speck das im sin bart mit ain ander smaltzig wart. Laszberg lieders. 3, 403, 177. die meisten nhd. lexikographen verzeichnen es als m., so Maaler 377d (späck), Hulsius (1616) 301b, Corvinus fons lat. 1 (1660), 349b, Stieler 2076, Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 853c, Steinbach 2, 620, Frisch 2, 295b, Adelung und Campe. als m. ist es auch in vielen hd. mundarten aus jüngster zeit bezeugt. Hunziker 245. Tobler 377b. Schm.2 2, 657. Hügel 151b. Schöpf 684. Zingerle 52b. cimbr. wb. 334b. Jecht 105a. Weinhold 92b. als n. erscheint speck in einer md. quelle um 1500: ach min viel lieben lude, gebet mer armen blinden hude kese, fleisch und auch das speck! Alsf. passionssp. 1421 Grein, später noch bei hd. schreibenden Niederdeutschen: spekk, n. lardum Schottel 1418; lebendig speck, acc. Rachel 33 (s. unten 1); das lange haberkorn, als ihrer erndte gaben, die kichern, die sie sonst, als einen schatz vergraben, halb abgenagtes speck, gedörrter beeren gnug, die sie (die feldmaus) mit eignem mund ihm (dem gast, der stadtmaus) itzt zur tafel trug, das bringt sie. Hagedorn (1771) 1, 25: gleich geht er aufzusuchen, ob noch vielleicht ein guter honigkuchen, ob frisches speck, ein unverächtlich ey, ob etwas sonst zum mahl vorhanden sey. 2, 176. in der Zips heiszt aus knochen gekochtes fett spick, n. Schröer 207a. vgl. spâk, m. in der Bistritzer mundart das aus den klauen des schafs ausgekochte ölige fett. Kramer 124. 11) speck, das wie fett, schmalz, schmer, fleisch collectivum ist, scheint von vornherein nur beziehung auf das schwein zu haben. Heyne hausaltert. 2, 293, anm. 56 und bezeichnet noch heute in erster linie das im unterhautzellgewebe eingelagerte fett beim schwein. Karmarsch - Heeren3 3, 433: tarmus haiʒt ain speckmad, wan daʒ ist ain wurm, der in speck wehset, sam Isidorus spricht, und maint die vaiʒten, diu in dem swein ist zwischen der swarten und dem rôten flaisch. Megenberg 309, 21. gelegentlich wird die beziehung zum schwein durch einen besonderen zusatz verdeutlicht: aber im anfang ist der leib mit rhabarbaro zu purgieren, folgends mag man zepfflen, ausz frischem schweinin speck stossen, dann die würmle hencken sich daran. Wirsung arzneib. (1597) 473 A; schweinenspeck, lardo di porco. Kramer deutsch - ital. dict. 2 (1702), 853c. vgl. auch schweinspeck, schweinespeck oben theil 9, 2453. meist aber gilt diese beziehung auch ohne solchen zusatz. vgl. die nd. sprichwörtliche wendung: dat is spekk un swiinfleesch, das ist einerlei. Dähnert 446b. als mit der äuszeren haut des schweins, der schwarte verbunden kennzeichnen den speck die sprichwörter: der speck läszt von der schwarte nicht. Simrock 457, 9674; der speck wil von der schwarten nicht. Rollenhagen froschm. (1595) R 4b; speck und schwart von einer art. Simrock 457, 9675. das wort wird gebraucht in beziehung auf das lebende schwein und besonders auf das geschlachtete. seit alter zeit wird der speck von den Germanen gern gegessen. schon der griechische arzt des 5/6. jahrh. Anthimus erwähnt in seinem brief an den Frankenkönig Theuderich de ciborum observatione cap. 14, dasz die Franken rohen speck äszen, der ihnen als der gesundheit besonders zuträglich erschiene. vgl. Müllenhoff altertumsk. 4, 346. Heyne hausaltert. 2, 287. heute wird er besonders als derbe volksmäszige kost geschätzt. vgl. die sprichwörtlichen wendungen: hä kent wl speck vr spæne. Woeste 249a; eim de spek dur's mul zie, einen durch falsche vorspiegelungen bethören. Hunziker 245; dat is gên spek för mîn bek (schnabel, mund). ten Doornkaat Koolman 3, 270b; sk′ gên spek in't hundenüst. ebenda; ham fandt nian spêk nun hüünjesnêst. Haupts zeitschr. 8, 359, 136 (Amrum); dâr sucht aôn špak indr hundsht. Göpfert 101. vgl. auch den nd. kinderreim: bimmel bammel beier, ûs köster mag kên eier. wat mag hê denn, de leckre mann? speck in de pann, speck in de pann. die juden dürfen ihn als vom schwein herrührend nach alttestamentarischer vorschrift nicht essen, woraus man die im Westerwald übliche redensart erklärt: der soll mir speck seyn, mit dem will ich nichts zu thun haben. Schmidt 224. Kehrein 1, 381. 1@aa) es heiszt: ein schwein hat vielen speck. Adelung, giebt speck: verzeicht mir, das ich euch den säwen vergleich, sie geben dannoch guten speck. Garg. 41b. den speck eines geschlachteten schweines ausschneiden. Campe. den speck anschneiden, ein gröszeres stück oder überhaupt das erste stück des häuslichen vorrats von speck. ungekochter speck soll nach einem briefe des papstes Zacharias an Bonifacius vom jahre 759 erst nach ostern genossen werden. Heyne hausaltert. 295, wol aus gesundheitlichen gründen, weil es als zeichen seiner unschädlichkeit genommen wurde, wenn er sich den winter über hielt. noch heute kennt man in einigen gegenden, so im Einbeckischen und Mansfeldischen das gebot, den speck erst anzuschneiden, wenn der kukuk ruft, daher die redensart: kuckuck, schneid'n späck an. Jecht 105a. speck schneiden (zu weiterer zubereitung oder um ihn zu essen). Adelung: speck schneiden zum spicken. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 853c; zu einer farce nimmt man würflich geschnittenen speck. Krünitz encycl. 156 (1832), 724. ein in Wien übliches gesellschaftsspiel bietet den reim: i' schneid, i' schneid an speck, wer mi' liab hat, holt mi' weg. Hügel 151b. vgl. schinkenschneiden oben theil 9, 205. speck schneiden heiszt im Nassauischen auch mit einem schieferstein über die fläche eines wassers werfen, dasz der stein das wasser nur hin und wieder berührt. Kehrein 1, 381. speck wird gesalzen, eingesalzen, geräuchert (schon 751 vom papst Zacharias in einem brief an Bonifacius empfohlen. Heyne hausaltert. 2, 295) oder, wie man in Süddeutschland sagt, geselcht, gesalzener speck, laridum salitum. Stieler 2076. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 853c. Adelung, geräucherter (geselchter) speck, lardo fumato. Kramer deutsch - ital. dict. 2 (1702), 853c. Campe: so man nicht anders zur hand hette, mag man gesaltznen speck langlecht geschnitten (gegen verstopfung, wol als zäpfchen) ... brauchen. Wirsung arzneib. (1597) 396 A; speck einsaltzen und lang zu behalten. man saltzt den speck eben so ein, wie das gesaltzne fleisch, und hänget ihn darnach in rauch, wann er gnug geräuchert, so hänget man ihn etwan im hause oder sonsten auff, dasz die lufft darzu kan. Coler öcon. (1680) 1, 318b; einen ansehnlichen handel mit gesalzenem und geräuchertem specke treibt auch Kopenhagen. Krünitz encycl. 56 (1832), 723; einander den speck einsalzen, obscön: darumb gabe es auch nachmals so fein kiefferwerck, das sie einander den speck dapffer einsaltzten, und spielten der faulen brucken, unnd des thiers mit zweyen rucken. Garg. 77b. man kocht speck (schon von dem griechischen arzt des 5/6. jahrh. Anthimus empfohlen. Heyne hausaltert. 2, 295), brät ihn auch (gleichfalls von Anthimus erwähnt, aber als weniger vortheilhaft. Heyne a. a. o.). sprichwörtlich: es ist aus, das man speck auff kolen bret. Luthers sprichwörtersammlung 360 Thiele; es ist ausz, das man speck auff kolen brate. Petri 2 (1605) A a 2b. Henisch 481, 21: weil aber solche zeit aus ist und sie unverschämpte lügener für aller welt erkannt werden, ists fast lächerlich und ein fein fastnachtsspiel, dasz sie noch immer fort in derselben larven daher fahren und meinen, man kenne sie nicht, sondern man werde (wie vor) immerhin gläuben, was sie lügen. nein es ist aus, dasz man speck auf kohlen brät, hilft nicht bruder, dasz du gemalet bist, man kennet dich gleichwohl. Luther 25, 150 Erlanger ausg. Thiele, der diese stelle a. a. o. beibringt, meint, der sinn müsse darnach sein: 'es ist kein geheimnis mehr, man braucht es nicht mehr zu verheimlichen, dasz man speck auf kohlen brät, denn das ist allgemein bekannt.' Wander giebt als bedeutung: die sache ist zu ende. 4, 673, 11. es ist aus heiszt also nach dem einen: es ist bekannt, nach dem andern: es ist vorbei. unter aussein oben theil 1, 968 ist aus Luthers sprache nur die letztere bedeutung bezeugt, die erstere überhaupt nicht. für die letztere spricht auch die nd. redensart: et ösz afgekâme (afgegete, vergange), speck op kahle to brade, auch mit dem zusatz (in Dönhofstädt): wenn wi (doch wol wi't, nämlich dat speck) man önner (in der) pann hewwe. Wander 4, 673, 15. da steht also einander gegenüber speck op kahle brade und speck önner pann hewwe. demnach scheint das erstere hier das braten von speck ohne pfanne, etwa am spiesz zu bedeuten, wobei das flüssig werdende fett, wenn man nicht ein besonderes gefäsz darunter hält, ins feuer oder in die asche trieft, ebendas, was Anthimus als nicht empfehlenswert bezeichnet: si (laridum) assatum fuerit ad horam quomodo bradones, pinguamen ipsum defluit in foco et laridum devenit siccum. cap. 14, was aber noch der König v. Odenwald als allgemein üblich bezeichnet: so hot man spek uff erwiʒ in daʒ huon und an den spiʒ. 9, 33 Schröder. der sinn würde demnach sein können: es ist vorbei, dasz man so dumm ist, speck auf kohlen, d. h. am spiesz zu braten oder dasz man es unternehmen kann, speck auf kohlen zu braten, d. h. einen tüchtig mitzunehmen, zu düpieren oder dgl. Luthers sprichwörtersammlung bietet auch die folgende redensart: ist nicht not speck auff kolen braten, das fett treuff in die assche. 361 Thiele. gewesen sein, da oder wissen, wo man (den) speck auf kohlen brät begegnet in älterer sprache augenscheinlich in der bedeutung: schliche kennen, welterfahrung haben oder dgl., was zu der zweiten der erwähnten möglichkeiten stimmen würde: ich bin auch hin und wider gewesen, da man speck hat auff kolen gebraten. Schuppius 118; sohn du bist nicht klug. du bist noch nicht an den orten gewesen, da man speck auff kohlen gebraten hat. du bist auch nicht in dem garten gewesen, darinn Christus mit einem kusz ist verrahten worden. 223; allein Gelanor, der auch wuste, wo man den speck auf kohlen zu braten pflegte, dachte alsbald der sache etwas tieffer nach und beantwortete des knabens (der ein wunder von gelehrsamkeit sein sollte) rede kurtz. Weise erzn. 80 neudr. die ähnliche wendung den speck auf die kohlen bringen bezieht sich in der folgenden stelle auf die erregung eines streites, bei dem man sich über die betheiligten lustig machen will: Lysias merckete es, dasz etwas lustiges bey diesen beyden zu erhalten wäre, drumb liesz er den discurs abbrechen, und suchte gelegenheit, wie er den speck auf die kohlen bringen möchte. kl. leute 44. speck in butter braten, verschwenderisch leben (Dönhofstädt). Wander 4, 678, 127. speck in der pfanne ausbraten, zerlassen, landschaftlich auslassen, mhd. smelzen: zerlassener speck, lardo strutto. Kramer deutschital. dict. 2 (1702), 853c; diu leide gift wiel unde sôt an dem erwelten manne und sunkelt als ein pfanne, dô man spec inne smelzet. Konrad v. Würzburg Troj. 38435. man spickt fleisch mit speck, aber, wie es sprichwörtlich heiszt, speck soll man nicht spicken. Simrock 457, 9672, nicht des guten zu viel thun, nicht übertreiben, positiv: mit dem herzog muss ich thun was mäsig ist. doch könnt ich uns mehr erlauben wenn er die böse art nicht hätte den speck zu spicken, und wenn man auf dem gipfel des bergs mit müh und gefahr ist, noch ein stiegelchen ohne zweck und noth mit müh und gefahr suchte. Göthe br. 4, 78 Weim. ausg. (Thun 14. oct., an frau v. Stein). vgl.: men hovet nein speck mit specke, non opus est pingui lardo superaddere lardum. Tunnicius 1220. 1@bb) eyn sit, seyt specks, siet speck, bak i. e. twe syden spekes an eynem stucke, perna. Dief. 428a, ein syten specksz, eyn sijde specksz, petaso. 431c, seit speck, succidia. Dasypodius, eine seite speck, succidia. Stieler 2076, costato, persuto di lardo. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 853c. Adelung, das an einer seite des schweins sitzende speck, das man als ein stück zu räuchern pflegt. redensart: mit der wurst eine seite spek abwerfen. Schottel 1115b; hê smitt mit'n wurst na'n sîde spek. ten Doornkaat Koolman 3, 270b. vgl. unten speckseite. ein riemen speck, riemenförmig geschnittenes stück. vgl. unten speckriemen. ein stück speck: hat mir darauff nach verrichteter meiner arbeit, manchesmahl ein stükke geräuchertes spek und trünklein bier daselbst (auf meinem Parnasz an der Elbe) besser geschmekket, als wol manchen in den grossen städten wohnenden und bei hofe lebenden fürnehmen herren die allerköstlichste speisen und anmuhtigste getränke. Rist Parnasz vorbericht b 4b. redensarten: und zwar solche getreue katzenwollische (für katholische?) als diser Lurius Surius und Cochleus sind verdienen wol eyn gut stuck specks fein warm ausz der pfannen. Fischart bienenk. 194a; hê besteid up sîn ere un sîn stük spek. ten Doornkaat Koolman 3, 270b. vgl. auch: ubrige stücklein speck, semesa lardi frusta. Stieler 2076. 1@cc) unterschieden werden dicker, hoher speck, lardo alto, gall. du grand lard. Kramer deutsch - ital. dict. 2 (1702), 853c; junger, dünner speck, lardo vergato di magro, gall. du petit lard. ebenda; fetter, feister speck, sprichwörtlich: der speck ist allzeit feister in andrer leute pfannen. Simrock 457, 9677; magerer speck, roher speck im gegensatz zum gekochten, gebratenen, vgl. oben 1; gesalzener, geräucherter speck, vgl. oben 1. der speck des eben geschlachteten schweins heiszt grün: so bald sie die schwein geschlacht haben, so bald verkauffen sie den speck, weil er noch grün ist, dann da wiegt er noch eines so viel, als wann er auszgetreuget ist. Coler öcon. (1680) 1, 319; ebenso frischer speck, lardo fresco. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 853c. Adelung, aber auch speck überhaupt, solange er genieszbar bleibt, und so steht andrerseits im gegensatz dazu garstig speck, lardum rancidum. Henisch 1359, 57; garstiger speck, lardum rancidum. Corvinus fons lat. 1 (1660), 349b. Stieler 2076; garstiger, stinckender, gelber speck, lardo vieto, rancido, rancio, giallo. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 853c; stinckender speck, lardum rancidum. Frisch 2, 295b; ranziger speck: schimlichte, stinckende, verfaulte garstige ding, welcherley art der stinckende (garstige) speck und schmeer pflegt zu seyn, sind schmutzig, und riechen übel. Comenius sprachenth. übers. v. Docemius (1657) 329. sprichwörtlich: garstiger speck, unnd garstige butter gehören zusammen. Henisch 1359, 58; garstiger spekk und stinkende butter gehören zusammen, de similibus aliis similibus coniunctis. Schottel 1128a; stinckender speck und stinckend schmaltz gehören zusammen, gleiches findet gleiches, similes habent labra lactucas. Dentzler 1 (1698), 376a; finniger speck, in einem ähnlichen sprichwort: finniger speck, schmierige butter. Simrock 457, 9679. madiger speck, in gleichem sinne: er frist lebendig speck, schön wie arabisch gold (gelb, verdorben), darauff kein bettler ihm zu gaste kommen wolt. Rachel 33. süszer speck, bildlich. Hebbel 6 (1891), 71 (s. unten f). 1@dd) zur bereitung von speisen findet speck heute wie in alter zeit mannigfache verwendung: wa gesoten hünre sin, daran hort spek und peterlin. König v. Odenwald 9, 36 Schrëder; ein salse. nim sure winber. und tu dar zu salbey und zwei knobelauchs haubt und spec. und stoʒ daʒ zu sammene. drückeʒ uʒ und gibʒ für eine guten salse. buch von guter speise 13, 34; ain fladen gemacht von fleische von lumbel. und ribe drin gein ein vierteil kes. und tu eyer genuc drin. und macheʒ veitz genuc mit specke. 27, 89. mit speck spikken. Campe, spicken, z. b. einen hasenbraten (pleonastisch, denn spicken bedeutet als ableitung von speck schon mit speck versehen). vgl. unten spickspeck und die redensart den speck spicken oben unter a. mit speck und zwiebeln braten. gemüse werden mit speck gekocht, gegessen, so speck und erbsen, ein gericht das in Berlin wie im Aargau hauptdonnerstagsspeise war. E. H. Meyer myth. 215, leibgericht der Ostpreuszen, die man hänselt, indem man es, ihre breite aussprache des e übertreibend, nennt arbsen und spack, seit alter zeit bekannt: speck uff erwiʒ. König v. Odenwald 9, 33 Schröder (s. oben a); er (graf Bertold v. Henneberg) ist hernach bei kaiser Ludwigen in lieb und laidt, auch in allen nötten getrewlichen verharret, hat alwegen gesagt, er welle bei dem kaiser bleiben und in nit verlasen, so lang und er speek und erbis under das hofgesündt zu speisen vermeg. daher sagt man, das die grafen von Hennenberg zu Schleusingen das speck und erbis im wappen füeren (wol: das gericht speck und erbsen, darum der neutrale artikel, vgl. oben das formale), welches dann der weis und rott schachen neben dem gelen feldt soll bedeuten. Zimm. chron.2 4, 19, 6. speck under erbeiss kennen wird bei Woeste 249a als mhd. redensart erwähnt. vgl. auch: es giebt keinen spek in die erbsen. Agricola bei Eiselein 572 und dazu es giebt keinen speck in die rüben, bratwurst unten. speck und kohl: speck und kohl helffen vor das viertägige fieber; aber nur einem westphälischen schmiede. Weise erzn. 181 neudr.; zwar jener Niedersachse sagte: min vaer het mich tho speck und kohle wehnt, da blieb ik by. kl. leute 35. redensarten: speck und kohl, wer den nicht essen woll, dem schlag der bödel den buckel voll (in Nassau). Wander 4, 674, 50; bildlich: he lett sikk nig dat spekk ut'n kool teen, er läszt sich den vortheil, den er hat, nicht nehmen. Dähnert 447a; er (der stolze könig) ist gut speck in unsern (der teufel) kol. Römolt E 7a. vgl. zu der letzteren wendung speck in die rüben unten. speck und blaukohl in der gaunersprache körperliche züchtigung, hiebe, staupe, das züchtigungsinstrument selbst, peitsche, rute, staupbesen, knute, auch speck und schinken. Avé-Lallemant 4, 609. speck und sauerkraut: gestern hatt mir eine strasburgische fraw, so von der fraw von Rotzenhaussen gekandt ist, hatt mir eine schüszel mitt sauerkraut undt speck geben undt eine ente drin. Elisabeth Charlotte 3, 680 Holland. vgl.: als sie euch oben den speck verzehrten, asz ich unten das sauerkraut dazu, sammt den gumbist-äpfeln. Hebel 2, 161. speck im kraut, uncta pingui oluscula lardo. Stieler 2076. redensart: dèr is mə' grad ə~ spék aufs kraut, mit dem werd ich, wenn ichs mit ihm aufnehme, leicht fertig. Schm.2 2, 657, auch bei Klein 2, 160 als bairisch erwähnt. krautsalat mit speck: du kannst auch einen warmen krautsalat mit speck machen. Weisze kom. op. 3 (1771), 66. als glimpffluch: poz kruttsalad un spek! Arnold pfingstmontag 129. speck und rüben: do bracht man rüben wol berait dar uff was speckes vil gelait deʒ froten sy sich alle. Laszberg lieders. 3, 403, 174. redensarten: spekk un röwen, wer dat nig mag, de kan töwen, wer speck mit rüben verachtet, kann hungern. Dähnert 385b; bildlich das giebt speck in die rüben, bringt nutzen: wir (juristen) möchtend nit mee narung han, wo frid, ruow und liebe wer ... aber zank, hader, bschyszen, triegen und grosz tröler, die mechtig liegen, jar und tag ein handel üben, die selben gend speck in drüben. fastn. sp. 895, 15 Keller; was nit vil speck in d' rüben git, dess mag ich mich bekümberen nit. trag. Joh. C 1. hierher gehört vielleicht auch die nassauische redensart speck wie muhre, eins wie das andere. Kehrein 1, 381. muhre heiszen im nassauischen die möhren, die gelben rüben. 281. vgl. jedoch mor, more, f. sau oben theil 6, 2526. speck und bohnen, sprichwörtlich: 't gift aferall grôte hôpen, de för spek un bonen mit lôpen. ten Doornkaat Koolman 3, 270b. speck und grütze: (die 'mammonisten') meynen sie thun dem christenthum in diesem fall ein übriges genügen, wann sie dafür sorgen, dasz ihre kinder, knecht und mägde am sontag und in der wochen, speck und grütz, kohl, schincken, mettwürste und dergleichen sieben sachen satt zu fressen, und Hamburger bier zu sauffen haben. Schuppius 188. speck und mus: spek unde môs is gude kost, brassica cum lardo populo cibus optimus exstat. Tunnicius 867, hier also wie speck und kohl, aber sicher nicht blosz so. zu gewissen arten von wurst wird speck gebraucht. redensart: es gibt nit speck in die bratwürst, nihil ad formas (auch: es tregt nit ein). Franck sprichw. 2 (1541), 33a; es gibt nicht speck in die bratwürst, nihil ad farinam. Henisch 480, 57; es giebt keinen speck in die bratwurst. Simrock 457, 9673, so auch nach Eiselein 572 bei Agricola. 1@ee) als heilmittel zu innerem und äuszerem gebrauch (zur heilung von wunden) war der speck bei den alten Franken geschätzt. Anthimus cap. 14. vgl. Müllenhoff altertumsk. 4, 347. bei Wirsung arzneib. (1597) 473a werden zäpfchen aus speck als mittel gegen eingeweidewürmer empfohlen (die stelle s. oben unter 1, allg.), 390a als mittel gegen verstopfung (die stelle s. oben unter a). ein heutiges volksmittel gegen halsschmerzen, heiserkeit u. s. w. ist, speckstücke um den hals zu legen. 1@ff) man hat den speck, der im hause aufbewahrt wird, zu hüten vor den gewandten katzen. es heiszt sprichwörtlich: man jagt die katze zu spät vom speck, wenn er gefressen ist. Simrock 457, 9678; wer dächt's dass die katzen speck fressen, es ist doch solch fett ding! über solche, die etwas begehrenswertes wünschen. Weinhold 92b. man scheut ihn aber nicht, die lästigen mäuse zu fangen. sprichwörtlich: mit speck fängt man mäuse. Simrock 457, 9676, mit em spëk fot me d' müs. Hunziker 245, mit spek fangt man musen. ten Doornkaat Koolman 3, 270b: was will er (ein diener, den Spiegelberg veranlaszt hat, ihm wachsabdrücke der schlüssel seines herrn zu bringen und dem er dann mit einer anzeige bei der polizei droht), will er itzt gleich den zopf hinaufschlagen und mit mir zum teufel gehn? — 'o von herzen gern, mit freuden' — hahaha! guter schlucker, mit spek fangt man mäuse. Schiller räuber schausp. 2, 3. der speck wird dabei als köder auf die falle gelegt, daran befestigt, sprichwörtlich: speck auff die fall binden, inescare homines. Henisch 489, 6 (unter mausfall, muscipula), betrug legt speck auf die falle. Lehmann 107, speck auf der falle, proverb. de insidiis et illecebris dicitur, quasi esca malorum, alias latet anguis in herba. Stieler 2076, speck auf die falle legen, met. usare promesse, presenti, carezze per ingannare. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 853c, es ligt der speck auf der falle, gl' inganni sono orditi. 854a, speck auf die falle, figürlich: res qua decipitur alius. Frisch 2, 295b, das ist speck auf die falle. Simrock 457, 9680: gönnet in (den landsknechten) doch für ir unsälig und kümmerlich leben ein wenig freud und ergetzlichkeit! sie müssen offmals, wenn ir dahinden steht, den kopff zerstoszen; es ist der speck auff der fallen, darmit man solche meusz fahet. Kirchhof wendunm. 1, 53. ähnlich: was! mir erst, die verräther! eine falle zu stellen, und ihren eid, ihr ritterlich wort zum speck drin aufzuhängen! Göthe 8, 121; verkauft! verrathen! die komödie war der spek, hinter der mausz schlug die thüre zu. Schiller Fiesko 4, 4; desto mehr fühlen sie das bedürfnis, dergleichen mit mehr oder weniger plumpen mitteln in denen zu erwecken, die sich dazu eignen, in solche herzlos aufgestellte mäusefallen zu geraten. wenn nun der gouverneur seinerseits es nicht verschmähte, seine eigene tochter als gebratenen speck zu verwenden, so war hiegegen nichts weiter zu sagen. Keller 4 (1899), 61; wie scheint die mäusefalle euch gebaut? sehr gut, ihr herrn, ihr dürft sie ruhig loben, doch hier ist gift für diesen süszen speck (hier ist etwas, wodurch dies lockmittel vernichtet oder beeinträchtigt wird). Hebbel 6 (1891), 71. 1@gg) speck zum schieszen benutzt, ein barbarischer brauch von furchtbarer wirkung: in duszer schlachtinge und veide heffte de duvel avermahl wes nies tho der minschen vorderve bedacht, dat de ruter unnd knechte ein stucke speckes in de rore schlogen; wente alle, de darmit geschaten unnd gedrapen wurden, dat was in arme, schinckel, beene effte wor idt wasz, de mosten alle sterven ... idt sin befunden na der schlachtinge knechte, den de kleder branden vann dem specke angesticket. quelle bei Schiller-Lübben 4, 307b. in bildlicher anwendung scheint mit speck schieszen maszlosigkeit zu bezeichnen: dem sauffen war er bitter feind, hielt keinen mann vor seinen freund. der liederlich die nahs begos, und mit dem speck gefehrlich schos. Ringwald tr. Eckart L 4b. in Hessen heiszt es von einem lügenhaften er scheust mit speck. Wander 4, 677, 102. 1@hh) in Westfalen sagt man de schaumeker stiəket sine süggel (pfriemen) in speck, er hört auf zu arbeiten. Woeste 249a. vielleicht geschieht das wirklich, um die pfriemen rostfrei und geschmeidig zu erhalten. 1@ii) vergleiche: aber höret doch, mein guter freund, wisset ihr auch, dasz sich die gleichnisse hierher schicken, wie ein stücke speck in die biermerthe (bierkaltschale)? Weise kl. leute 51; sie (das hofvolk) haben solche glatte worte, als wenn sie mit butter geschmiert wären: und die mädchen, — die mädchen verschlucken gar zu gerne solche worte: das fährt wie speck die kehle hinunter. Weisze kom. op. 3 (1771), 40; mein herz ist wie speck, und nimmt keine weiberthränen an. 57; als ich vollends der hochzeit erwähnte, da war es plötzlich als ob ein stück brennendes speck zum schornstein hinausführe. Kotzebue dram. sp. 2, 316; zuerst lobte sie ihre liebe heimat, 'da ist's doch anders, das liegt auf dem berg und hat felder mit boden wie speck'. Auerbach dorfgesch. 1, 246. 1@kk) bildlicher gebrauch knüpft meist an bestimmte wendungen, sprichwörtliche redensarten an. vgl. oben ag. andere vereinzelte fügungen: allen credenzern hingegen, denen vor dem französichen und lateinischen speck meiner mundart grauelt, wünsche ich, dasz der zeitige handlanger des hierophanten, ein polyglotte, wie Panurge und Quintus Icilius, gewesen wäre, damit sie seine übersetzung gar nicht lesen könnten. Hamann 4, 35; zum speck meiner anmerkungen gehört noch das salz nachstehender anmerkung, die ich aus oben angeführtem hauptstück du Cochon p. 286 entlehne, und dem geschmack des geneigten lesers empfehle, um allen etwanigen übelkeiten vorzubeugen. 460. vgl. weiter unten 4. 22) in allgemeinerer anwendung von dem entsprcchenden fett anderer thiere: der arzât des niht vergaʒ vern Pinten er dô selbe aʒ, Reinhart der ungetriuwe slec; Krimeln gaber dô den ebers spec. Reinhart 2094; das kleine thier (hirschkälbchen) war lauter speck und lauter leben. Pfeffel poet. vers. 5, 165. redensart im sächs. Erzgebirge: dâr hts hinrn rn wî də zchn (ziegen) n špak. Göpfert 101. wallfisch-speck, lardo di balena. Kramer deutsch - ital. dict. 2 (1702), 853c, speck vom wallfisch, heiszt auch das fett der wallfische, ist meistens gener. neutr. das speck (wol durch nd., ndl., nord. einflusz, schon anord. spik, n. wird in diesem sinne gebraucht. Cleasby-Vigfusson 582b), lardum balenae. Frisch 2, 295b: speck op bank! (klaas?) ist ein zuruff der speck-schneider die nichts mehr zu schneiden haben, dasz man ihnen andern hinlege. hernach heissen auch alle so bey dieser arbeit dienen speck op klaas. ebenda (klaas, n. heiszt nach Frisch 1, 517b der block, worauf man den wallfischspeck von der schwarte abschneidet. es ist wol ndl. klaas, eigentlich die verkürzung des namens Nicolaus [vgl. deutsch Klaus], das auch in solcher art gebraucht wird). nach Röding bei Campe bezeichnet das letztere die, die den speck auf den klaas legen, damit die schwarte davon geschnitten werde, das erstere die, die den von der schwarte gereinigten speck sortieren, damit die zähen stücke zerhauen, die weichen zerschnitten werden. vgl. auch Bobrik 645b. speck der seehunde. Adelung (vgl. anord. selspik Cleasby-Vigfusson 582b). s. auch speckaal. 33) selbst so in bezug auf menschen, derb, scherzhaft, menschenpeck, lardo humano. Kramer deutsch - ital. dict. 2 (1702), 853c, nach Adelung in solcher verwendung 'alle tage gebraucht': speck haben, einen speck auf sich haben, havere del lardo sulla schiena, met. esser grasso. Kramer deutsch - ital. dict. 2 (1702), 853c; der had an speck, ist sehr dick. Hügel 151b; he hett spekk up'n liwe, ist sehr fett. Dähnert 446b; viel speck auf dem leibe haben, von menschen. Campe; speck auf den rippen haben, auch: reich sein, vgl. 4; es giebt leute die so fette gesichter haben, dasz sie unter dem speck lachen können. Lichtenberg 1, 206; von Bacchus: darum wirst auch du berülpet, wird dein magen umgestilpet, umgewälzt in seinem spek. Schiller 1, 212, wo allerdings auch die unter 5 erwähnte bedeutung anzuklingen scheint. vgl. noch speck im nacken. Luther sprichw. 422 Thiele, wozu der herausgeber bemerkt: er hat speck im nacken sagt man heute z. b. in Thüringen von einem dicken, starknackigen menschen; dat speck uphelpen, prügeln (mecklenb.). korrespondenzbl. d. v. f. nd. sprachf. 12, 73. 44) speck haben heiszt in übertragenem sinne: divitem esse. Frisch 2, 295. das läszt sich an die vorstellung der wolbeleibtheit anknüpfen, wie denn die unter 3 erwähnte wendung speck auf den rippen haben auch in dieser übertragenen bedeutung gebraucht wird. auf einen andern weg der entwicklung weist das mansfeld. ä hatt späck inn dr kammer, ist wolhabend. Jecht 105a, und damit berührt sich die in älterer sprache mehrfach bezeugte redensart er hat speck in der taschen, pecuniâ copiosus, pecuniosus est, nummos modio metitur. Stieler 2076, speck haben in der tasche, essere ricco, pecunioso, opulento. Kramer deutsch - ital. dict. 2 (1702), 853c: mein wirth merckte, dasz sie speck in der tasche hätten, dachte also auch ein stück darvon zu naschen. Simpl. 2, 297, 25 Kurz; denn da (in Padua) kan der tebel hohl mer einer leicht doctor werden, wenn er nur speck in der tasche hat. Schelmuffsky 110 neudruck (vollst. ausg.). vgl. auch die folgenden fügungen: wiewol sie (die Hessen) ... auch nit können ungehasset oder ungemeidet (wol: ungeneidet) bleiben, allermeist von denen, die ir am wenigsten entrahten mögen, wie hoch sie auff iren speck bochen. Kirchhof wendunm. 1, 281 Österley; auch beim Mätzler lag der speck nicht halb so dick als man gemeint hatte (er war nicht so reich). Felder Nümmamüllers 61 und die auf allgemeine anwendung in solchem sinne weisende bemerkung Stielers: speck, quoque metaph. pro bonis dicitur. 2067. eigenartig im speck sitzen, in günstiger lage sein (vielleicht anknüpfend an die vorstellung einer speck fressenden maus oder made): nicht ein einziges blättchen von Waterloo theilt Wille oder ein anderer im speck sitzender künstler dem jungen lehrling zum abzeichnen mit. J. v. Beroldingen bei Merck briefe 1, 220. das wort wendet sich dann auch zu der ähnlichen bedeutung nutzen, vortheil (vgl.das giebt speck in den kohl, in die rüben unter 1, d): leibeigen wird er dem, bey dem er gut gemach für seinen leib vermerckt, und der ihn auszstaffiret mit dem, was vorthel bringt, mit dem, was speck gebieret. Logau 3, 216. in der druckersprache der nutzen, der dem setzer unvorhergesehen bei der arbeit erwächst und was ihm solchen nutzen bringt, die nur theilweise mit schrift gefüllten anfangs- und ausgangskolumnen, ganz leere seiten, schmutztitel, satz mit vielen ausgangszeilen, wiederholt zu gebrauchende und darum zurückgestellte titel- oder rubrikzeilen, die bei entsprechendem wiedergebrauch ohne arbeit zu verursachen voll bezahlt werden. Klenz druckerspr. (1900) 99b: ferner beanspruchen die verbandssetzer eine nochmalige, selbst oftmalige zahlung für eine bereits einmal bezahlte arbeit, wenn diese wieder benutzt wird (den sog. 'speck'). erklärung d. Leipz. buchdruckerei-besitzer. Frankf. journ. 14. febr. 1873 2. beilage. 55) eine art gegensatz zu solcher anwendung bildet speck, merdo, fango, it. met. cosa vilissima, dreck, quark. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 854a, dreck, unreinigkeit, in einigen obd. gegenden. Adelung. vgl. Stalder 2, 387. Tobler 377b. Kramer bemerkt dazu a. a. o. per modestia in vece di dreck, hält den gebrauch also für einen euphemismus, wobei das ähnlich klingende wort für das eigentlich gemeinte eingesetzt wäre. doch bietet die eigenschaft der schlüpfrigkeit, wie Adelung richtig bemerkt, die möglichkeit begrifflicher anknüpfung. vgl. schmiere oben theil 9, 1080, schmutz 1136, auch die aus Niederösterreich bezeugte redensart: aus dem speck seiner kleider könnte man krapfen backen. Wander 4, 675, 70. der speck wird auch wol dem roten fleisch gegenüber als das minderwertige betrachtet. vgl.: alles untereinander, mit speck und dreck hineinessen. Schöpf 684. belege für die allgemeinere anwendung: lasz den speck liegen, lascia stare la merda. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 854a; was soll ich mit dem speck machen? che cosa vuole ch'io faccia di questa merda? ebenda; der bäckermeister H. liess das bett eines gehilfen 3 monate lang im speck liegen, bevor dieses mit neuer wäsche versehen wurde. pfarrer Naumann in der zeitschr. 'die hilfe' 1899 nr. 22 s. 11. freier: er mag ken speck erlida, er vermag nur auch gar nichts zu ertragen. Tobler 377b. 66) speck als bezeichnung von wülsten an frauenkleidern im 17. jahrh. (nach Vischer ästh. 2, 278 um die hüfte getragen, vorläufer der reifröcke): wasz unglücks stellen ewere weiber und töchter auffs newe jetzt an, mit den grossen gepulsterten, gefüterten löchern? als ob sie sich durch solchen wulst, eine bessere leibes-gestalt und feiste machen wolten; dannenhero sie solche würste und füllsall nicht unbillig speck zu nennen pflegen: deren etliche bisz in die 25. pfund schwer am leib tragen. Philander 2, 87. hier wird gegen diese mode geeifert und ein spottlied darauf geboten, worin es heiszt: weil unsre weiber geben speck so dörffen wir nun keine säw mehr kauffen. 88 77) in der seemannssprache die aufgedrehten kabelgarne einer gespickten, d. h. mit kabelgarnen durchflochtenen matte. Campe. Bobrik 645b. 88) schweiz. splint des holzes. Stalder 2, 381. gemeint ist wol das weiche holz zwischen der rinde und dem kerne des baumes (vgl. splint unten), das auch ndl. spek heiszt. Franck etym. woordenb. 932. die übertragung von der eigentlichen bedeutung aus ist leicht erklärlich.
34917 Zeichen · 675 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Spêck

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Spêck , des -es, plur. car. welches in doppelter Bedeutung üblich ist. 1. In engerer, das Fett, welches die Schweine…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Speck

    Goethe-Wörterbuch

    Speck [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Speck

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Speck ( Lardum ), das feste und derbe Fett zwischen der Haut und dem Fleisch mancher Tiere, namentlich der Schweine (im …

  4. modern
    Dialekt
    Spëck

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Spëck [ʿSpak fast allg.; ʿSpæk Str. W. ] m. Speck. Surkrut un d S. oder Eier un d S. beliebte Speisen. In Hf. lobt man s…

  5. Sprichwörter
    Speck

    Wander (Sprichwörter)

    Speck 1. Alter Speck macht fette Suppen. Die Weisheit und die hohen Ansichten der Alten sind noch immer die wahren Table…

  6. Spezial
    Speck

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Speck m. (-[e]s,-e) 1 cioce m. 2 ‹pop› (Fettpolster) pilic m. , plomac de gras m. ▬ Speck selchen sfomié cioce ; ranzige…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit speck

473 Bildungen · 459 Erstglied · 11 Zweitglied · 3 Ableitungen

speck‑ als Erstglied (30 von 459)

Speck

Idiotikon

Speck N. Band 10, Spalte 85 Speck N. 10,85

Speck'owe

DRW

Speck'owe, f. Mastschaf; als Abgabe item 1 svin genant specksvin, dat wert sy eyn marc; item eyn speckoue, dye v scill. wert sy 15. Jh. Kind…

Speckanke

SHW

Speck-anke Band 5, Spalte 1141-1142

Speckankel

SHW

Speck-ankel Band 5, Spalte 1141-1142

Speckarm

SHW

Speck-arm Band 5, Spalte 1141-1142

speckarmig

SHW

speck-armig Band 5, Spalte 1141-1142

Speckbacke

SHW

Speck-backe Band 5, Spalte 1141-1142

Speckbart

SHW

Speck-bart Band 5, Spalte 1141-1142

Speckbauch

SHW

Speck-bauch Band 5, Spalte 1141-1142

Speckbein

SHW

Speck-bein Band 5, Spalte 1141-1142

Speckbeunde

SHW

Speck-beunde Band 5, Spalte 1141-1142

Speckbirne

SHW

Speck-birne Band 5, Spalte 1141-1142

Speckbohne

SHW

Speck-bohne Band 5, Spalte 1141-1142

Speckbuckel

SHW

Speck-buckel Band 5, Spalte 1141-1142

Speckdeckel

SHW

Speck-deckel Band 5, Spalte 1141-1142

Speckeis

SHW

Speck-eis Band 5, Spalte 1141-1142

speckfaul

SHW

speck-faul Band 5, Spalte 1141-1142

Speckfett

SHW

Speck-fett Band 5, Spalte 1141-1142

Speckfink

SHW

Speck-fink Band 5, Spalte 1141-1142

Speckfrau

SHW

Speck-frau Band 5, Spalte 1141-1142

Speckgarten

SHW

Speck-garten Band 5, Spalte 1143-1144

Speckgeiger

SHW

Speck-geiger Band 5, Spalte 1143-1144

Speckgenick

SHW

Speck-genick Band 5, Spalte 1143-1144

Speckgewann

SHW

Speck-gewann Band 5, Spalte 1143-1144

Speckgriebe

SHW

Speck-griebe Band 5, Spalte 1143-1144

Speckgummi

SHW

Speck-gummi Band 5, Spalte 1143-1144

speck als Zweitglied (11 von 11)

Bindspêck

Adelung

bind·speck

Das Bindspêck , des -es, plur. von mehrern Arten, die -e, der Nahme eines aus Kupfer, Salmiak, Salpeter, Grünspan, Alaun und Kochsalz zusamm…

Luftspeck

MeckWBN

luft·speck

Wossidia Luftspeck m. gesalzener und nur der Luft ausgesetzter Speck Lu Ludwigslust@Neustadt Neust ; Sta Stargard@Koldenhof Kold . Syn. gräu…

Ribbenspeck

MeckWBN

ribben·speck

Wossidia Ribbenspeck n., m. Speck von den Rippen des Schweines Ma, Pa, Schö, Sta.

Rökerspeck

MeckWBN

roker·speck

Wossidia Rökerspeck n. geräucherter Speck Sta Stargard@Koldenhof Kold .

Rokspeck

MeckWBN

rok·speck

Wossidia Rokspeck n. wie Rökerspeck Ha Hagenow@Perdöhl Perd ; Lu Ludwigslust@Neustadt Neust . Gegensatz: gräun Speck, Luftspeck.

schneiderspeck

DWB

schneider·speck

schneiderspeck , m. in niedriger redeweise: an des Saturns ars, das ist, den hessischen schneiderspeck rib er sich auch nicht. Fischart Garg…

zeelspeck

KöblerMnd

zeelspeck , M. Vw.: s. sēlspek

Ziegenspeck

Wander

ziegen·speck

Ziegenspeck Der hat Ziegenspeck. Er ist hager, dürr. Ziegen haben bekanntlich Schmer, aber keinen Speck. Ich habe Ziegenspeck als Zubrot, he…

Ableitungen von speck (3 von 3)

specke

DWB

specke , f. landschaftlich knüppel-, faschinendamm, -brücke u. ähnliches, schon mhd. und mnd. in dieser form, nach gramm. 3, 396 in as. urk.…

verspecken

DWB

verspecken , verb. , von speck 5) abgeleitet, das in oberdeutschen mundarten ' dreck, unreinlichkeit ' bedeutet ( theil 10, 1, sp. 2038): ve…