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schmiere

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schmiere f.

Bd. 15, Sp. 1080
schmiere, f. gegenstand zum schmieren, erst spät zum verbum schmieren gebildetes substantiv, vor dem 15. jahrh. nicht bezeugt, ein mhd. smirwe voraussetzend, das noch in bairischem schmirben (Schm.2 2, 555) haftet, in bedeutung und form mit schmer sich berührend, vgl. auch schmere oben sp. 1033, verschiedene bedeutungen des verbums wiederspiegelnd. 11) eigentlich fett, salbe zum schmieren: die schmiere, unguentum, quodlibet liquamen pingue Stieler 1882; zu gewerblichem und heilgebrauch: axungia karrenschmier, karrenschmirben Dief. 64b; zwei schaff schmir zu wagen und kerren. Tucher baumeisterb. 116, 18; nach den salben und schmürben. Zimm. chr.2 3, 317, 26; schmiere für achsen, leder, stiefeln, schuhe; augenschmiere, collyrium, wagenschmiere, axungia, schuh- et stiefelschmiere, pinguedo pro calcis inungendis, unguen ocrearum, pechschmiere, pix liquida, ölschmiere, oleum secundarium, fex et amurca Stieler 1882; schafsalbe, sive schmiere, liquamen pro tonsis ovibus 1673; zur schmiere gebrauchen, pro linimine adhibere Steinbach 2, 461; bei bergleuten schmiere (neben schmeere) fettigkeit, womit die zapfen an den wellen der kunst- und pochwerke eingeschmiert werden Jacobsson 4, 3a; Blasi (der heil. Blasius) hält die schmier bereit, thut die kutschen schmieren. wunderhorn 2, 262; anatomisch hautschmiere, sebum cutis, die absonderung in den schmierbälgen der haut; spöttisch für das heilige salböl (vgl. dazu schmieren 2, e): pfaffen von der schmier oder chresem. Luther tischr. 254a; die pfaffen mit ihrer schmir. J. Ayrer fastn. sp. 132b. 22) verächtlich von einer unreinen, fettigen oder klebrigen masse: die schmier, eluvies, sordes, ordure, maculatio Schottel 1404; sol es auch ein schöner lust sein, dasz eyner ein stinckende schmiere, in eynen helffenbeynen büchslin umbtrüge? Petr. 54a; schmiere an händen, kleidern; voller schmiere sein Adelung; in die schmiere greifen, fahren, in zähen kot; von verfälschungsmitteln des weins (vgl.den wein schmieren unter schmieren 3): so vil menschen nymmer stürben, liesz man ston die valschen schmirben, die man machet in den wyn. Murner narrenbeschwör. 70, 33. 33) in übertragener bedeutung. 3@aa) bestechungsmittel (vgl. dazu schmer 4 oben sp. 1032 und schmieren 4, c): wolte seiner guten gesellen einen .. bereden, an orth und enden, da derselbige umb etwas anhielte, schmier anzuwenden. Zinkgref apophth. 2, 86; da halfen keine gschenk noch schmieren. Stephani geistl. action (1568) D 8b; 'er hilft vil frembten leuten für'. er bekummt auch darfür vil schmir. J. Ayrer fastn. sp. 50b. 3@bb) verächtlich von einer schlechten oder nichtswerten sache, in der rede des tages: da steht die schmiere; was kostet die ganze schmiere?; alemannisch die ganzi schmier, vergröbernder ausdruck für 'das ganze' Hunziker 226; von personen: da kommt er mit seiner ganzen schmiere; bei schauspielern von einer kleinen herumziehenden truppe: da lag kein unbedeutendes gewicht in diesen wandertruppen der schauspieler. jetzt ist das anders geworden, und schon der technische ausdruck, welcher diese gesellschaften 'schmieren' nennt, sagt genug. deutsche vierteljahrsschr. 1855 4, 39; schlechte, böse lage, umstände, verlegenheit: in der schmiere sitzen, in die schmiere kommen; das ist eine schöne schmiere!; alemannisch e schöni schmir Seiler 257b; in Nürnberger mundart: des is êiz (jetzt) e sabera schmîr. Frommann 1, 294. bairisch die schmirben, schlag, streich, wunde Schm.2 2, 555, sich berührend mit dem plur. vom neutr. schmier in der bedeutung 'prügel', s. oben sp. 1078; schmiere bekommen, schläge bekommen Campe, vgl. dazu schmieren 3, e. 44) völlig anderes schmiere der gaunersprache, auf hebräisches sprachgut zurückgehend: schmire, schemire, schmir, schmiere, die wache, hut, aufsicht, die bewachende person, wächter, wachtposten, soldat, aufpasser, diebeswache, wache beim einbruch, das wachtgebäude, schmire stehen, halten, wache halten, aufpassen, verschmiren, mit wache besetzen. Avé-Lallemant 4, 596.
4021 Zeichen · 58 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schmiere

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Schmiere , plur. die -n. 1) Ein halb flüssiger und halb fester fettiger Körper, einen andern damit zu schmieren oder…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schmiere

    Goethe-Wörterbuch

    Schmiere unreine (klebrige bzw dickflüssige) Masse; für Exkremente Ausgiessen der S. des Nachttopfs Verdruss mit dem Lie…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schmiere

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schmiere ( Schmire , v. neuhebr. schemirah , »Wache«), in der Gaunersprache soviel wie Wache; daher S. stehen , Wache ha…

  4. modern
    Dialekt
    Schmier(e)

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Schmier(e) [ʿSmîrə Liebsd. ; ʿSmîr Pfast. Str. ; ʿSmér Lutterb. Ruf. Dü. Dachstn. NHof K. Ingenh. Brum. Prinzh. Lorenzen…

  5. Sprichwörter
    Schmiere

    Wander (Sprichwörter)

    Schmiere 1. Die Schmier am Wagen hangen soll, wer nit wol schmiert, der fehrt nit wohl. – Lehmann, 291, 67. Lat. : Quods…

  6. Spezial
    Schmiere

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schmie|re f. (-,-n) 1 (Schmiermittel) oliaz (-ac) m. , unt (unc) m. 2 ‹pop› (fettige Salbe) unghënt (-nc) m. 3 ‹pop› (kl…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schmiere

24 Bildungen · 18 Erstglied · 5 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schmiere 2 Komponenten

sch+miere

schmiere setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schmiere‑ als Erstglied (18 von 18)

Schmiere I

SHW

Schmiere I Band 5, Spalte 527-528

schmiere(n)

Idiotikon

schmiere(n) Band 9, Spalte 986 schmiere(n) (II) 9,986

schmiere(n) I

Idiotikon

schmiere(n) I Band 9, Spalte 972 schmiere(n) I 9,972

Schmieregrîss

Wander

schmiere·griss

Schmieregrîss Et äs en old Schmieregrîss. ( Siebenbürg.-sächs. ) – Frommann, V, 175, 158. Eine Schmiergrossmutter, d.i. Hebamme.

Schmiereiche

RhWB

schmier·eiche

Schmier-eiche Siegld-Freier Grund f.: die Eiche, an der man einige Waldbeeren als Opfer zerdrückt, um den vollen Sammeleimer ohne Hinfallen …

Schmierens

PfWB

schmier·ens

 Schmierens n. : ' Brotaufstrich aus Butter und Marmelade ', Schmieres [ Beam Penns 94]. Rhein. VII 1492 ; Lothr. 455 ; Hess.-Nass. III 300…

schmiererei

DWB

schmiere·rei

schmiererei , f. fortgesetztes schmieren, geschmiere; bildung erst aus dem 17. jahrh. bezeugt (schmiererey Stieler 1882 ), nach verschiedene…

Schmiererēy

Adelung

schmiere·rey

Die Schmiererēy , plur. die -en, eine schmierige unreinliche Verhandlungsart, ingleichen eine schmierige, besudelnde Arbeit. Auch in der zwe…

schmiererfräßig

PfWB

schmierer·fraessig

schmierer-fräßig Adj. : ' heikel beim Essen ', von einem Kind, das nur den Brotbelag, die Schmiere 4, vom Brot ißt und den Rest verschmäht? …

schmiererlohn

DWB

schmierer·lohn

schmiererlohn , m. lohn eines schmierers, quacksalbers ( vgl. oben schmierer 1): ich .. liesz meinen rantzen und feuerrohr .. vor den schmir…

Schmieresplatz

RhWB

schmieres·platz

Schmieres-platz -rəs- Ahrw , Rheinb m.: Krautfladen, runder, dünner Kuchen mit gekochtem Mus von getrockneten Birnen bestrichen u. dann geb…

Schmierete

ElsWB

schmier·ete

Schmier e te [ʿSmértə Su. ] etwas Halbflüssiges, z. B. der Brei, den man auf den Flammkuchen macht; vgl. Schmier(e) 1. — Basel 257.

schmiere als Zweitglied (5 von 5)

geschmiere

DWB

geschmiere , n. , verkürzt geschmier, verbalsubstantiv zu schmieren. 1 1) unctio Stieler 1882 : das salbengeschmier Simpl. 3, 606; beschmier…

wagenschmiere

DWB

wagen·schmiere

wagenschmiere , f. mischung aus theer, fett oder öl zum schmieren der wagenachsen. Jacobsson 4, 572 . der 2. theil der zusammensetzung mhd. …

Ableitungen von schmiere (1 von 1)

geschmiere

DWB

geschmiere , n. , verkürzt geschmier, verbalsubstantiv zu schmieren. 1 1) unctio Stieler 1882 : das salbengeschmier Simpl. 3, 606; beschmier…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schmiere". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schmiere/dwb?formid=S13860
MLA
Cotta, Marcel. „schmiere". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schmiere/dwb?formid=S13860. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schmiere". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schmiere/dwb?formid=S13860.
BibTeX
@misc{lautwandel_schmiere_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„schmiere"},
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