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Schmiere

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Schmiere

Bd. 7, Sp. 1487
Schmiere f.: 1. Sg. t. -īər, –ē(ə)r, –Eər an der mosfrk. Saar auch -ī·ə.r (gegenüber -Er, –Eər, -ē(ə)r n. »Salbe«, bei dieser Lautung sinkt der Ton gegen Ende, bei Schm. f. bleibt er auf gleicher Höhe) Latwerge, durch Kochen eingedickter Saft aus Obst, Runkeln; die Bire- u. Zwetscheschm.; bei der B. u. Rummeleschm. wird zunächst der in der Kelter gewonnene Saft (Laupes) genügend eingekocht, u. dann werden die geschälten u. geteilten Birnenstücke hineingeschüttet, gut weich gekocht, durch die Seihe geschlagen, u. das Ganze wird dann weitergekocht, bis die Schm. genügend eingedickt u. zäh ist; dazu kommt die Zwetsche-, Appelschm. Saarbr, Birkf, Meis-Löllb, Kreuzn, Simm, Bernk u. Zell, Goar (Hunsr), an der mosfrk. Saar l. verbr., Merz-Keuching Rech Steinbg Stdt, Saarbg-Ayl Eft Faha Rehling Winchering, Trier verbr., Wittl-Buch Minh Monzel, Bernk (Mos); Zuckerschm. Zell-Pünderich, Koch-Beuren Ernst Fankel Laub Lutzerath Mörsd, Kobl-Bassenh Metternich Rhens Winning (Rummeleschm.), Aden-Arembg Kaltenborn Müllenb Stdt, Daun-Bernd Boxbg Demerath Glaadt Neichen, Prüm-Gondenbrett, Schleid-Marmag Roggend (also durchweg Rhfrk, lrhn. Mosfrk, doch hier mit grossen Lücken, in denen entweder Kraut (s. d.) vorkommt oder in denen diese Art der Latwerge nicht bekannt ist; s. auch Schmieres Bitb; das Rip, Nfrk hat -Er n., m. für jede Art Brotaufstrich); schwarze Schm. Birnenkraut Zell-Raversbeuren, Koch-Ernst Fankel Mörsd; Kafbereschm. (Spreu-) eine schlechtere Sorte Rübenkraut, aus dem ausgepressten Safte von Rummeln (Runkelrüben), weichgekochten u. zu einem steifen Brei verrührten Backebere (getrockneten Birnenschnitzeln) u. aus Mehl, mit Wasser zu einem dünnen Brei hergerichtet, hergestellt, indem der Birnenbrei u. der Mehlteig in den schon vorher stundenlang gekochten u. ziemlich eingedickten Rübensaft hineingeschüttet wird, unter Zusatz von Gewürzen (Anis, Zimt, Zucker) u. nun das Ganze unter ständigem Rühren weiter eingekocht wird Simm; Brockschm. Zell-Forst; Zuckerschm. Runkelrübenkraut Zell-Pünderich; siss Schm. dass. Trier-Mehring; dazu s. Eier-, Hereschm. (Hirn-). — Im rhfrk. Teil u. Saarl wird auch das Beerengelee Schm. genannt, Gehannsdrauwe-, Droschel-, Erbere-, Embere-, Wälenschm., gesamt siss Schm. genannt (im mosfrk. Teil Gebeize); Gutjesschm. Saarbr-Sulzb. — 2.a. -r, Pl. -rə(n), Demin. -rχə(n) ein mit dieser Schmiere, aber auch mit anderm Aufstrich (Butter, Käse) bestrichenes Stück Brot, Botter-, Käs-, Schmand-, Hunnig-, Appel-, Bire-, Quetscheschm. (usf.) Rhfrk (in Meis veralt. auch Flare), Mosfrk, Rip; doch hier mehr derb, sonst Botterramm, Stück (-ēr, Pl. -ę·r.ə) in NPrüm, kurköln. Neuw, Sieg, NAltk, Rees-Wesel (Selfk -o·u.ər, –ō·ə.-, –øjər s. Schmauer); en blumelich Schm. Kässchmiere mit Gelee drauf Zell-Raversbeuren; en Schm. zesommeleən (-legen) ein doppeltes Butterbrot machen Mosfrk; en glatt Schm. machen die Butter dick auftragen Merz-Haustdt. RA.: Se kun (kommen) hannenno (hintennach) wie Voss seng Schm.ən man erhält das Versprochene nicht Prüm-Burb. De hat en Schm. (so dick) bie e Gebettboch Koch-Laub. Der kann en Herd Schm.ə verbimsche, verkamisöle usf. eine Menge Butterbrote verzehren Rip, Allg. Der lo lut (lugt) äm de Schm. aus der Hand eraus so hungerig sieht er einen an Saarl. — b. übertr. eine Furche im Lavastein, in die man Eisenkeile treibt, um ihn zu spalten May.
3378 Zeichen · 85 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schmiere

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Schmiere , plur. die -n. 1) Ein halb flüssiger und halb fester fettiger Körper, einen andern damit zu schmieren oder…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schmiere

    Goethe-Wörterbuch

    Schmiere unreine (klebrige bzw dickflüssige) Masse; für Exkremente Ausgiessen der S. des Nachttopfs Verdruss mit dem Lie…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schmiere

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schmiere ( Schmire , v. neuhebr. schemirah , »Wache«), in der Gaunersprache soviel wie Wache; daher S. stehen , Wache ha…

  4. modern
    Dialekt
    Schmier(e)

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Schmier(e) [ʿSmîrə Liebsd. ; ʿSmîr Pfast. Str. ; ʿSmér Lutterb. Ruf. Dü. Dachstn. NHof K. Ingenh. Brum. Prinzh. Lorenzen…

  5. Sprichwörter
    Schmiere

    Wander (Sprichwörter)

    Schmiere 1. Die Schmier am Wagen hangen soll, wer nit wol schmiert, der fehrt nit wohl. – Lehmann, 291, 67. Lat. : Quods…

  6. Spezial
    Schmiere

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schmie|re f. (-,-n) 1 (Schmiermittel) oliaz (-ac) m. , unt (unc) m. 2 ‹pop› (fettige Salbe) unghënt (-nc) m. 3 ‹pop› (kl…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schmiere

24 Bildungen · 18 Erstglied · 5 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schmiere 2 Komponenten

sch+miere

schmiere setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schmiere‑ als Erstglied (18 von 18)

Schmiere I

SHW

Schmiere I Band 5, Spalte 527-528

schmiere(n)

Idiotikon

schmiere(n) Band 9, Spalte 986 schmiere(n) (II) 9,986

schmiere(n) I

Idiotikon

schmiere(n) I Band 9, Spalte 972 schmiere(n) I 9,972

Schmieregrîss

Wander

schmiere·griss

Schmieregrîss Et äs en old Schmieregrîss. ( Siebenbürg.-sächs. ) – Frommann, V, 175, 158. Eine Schmiergrossmutter, d.i. Hebamme.

Schmiereiche

RhWB

schmier·eiche

Schmier-eiche Siegld-Freier Grund f.: die Eiche, an der man einige Waldbeeren als Opfer zerdrückt, um den vollen Sammeleimer ohne Hinfallen …

Schmierens

PfWB

schmier·ens

 Schmierens n. : ' Brotaufstrich aus Butter und Marmelade ', Schmieres [ Beam Penns 94]. Rhein. VII 1492 ; Lothr. 455 ; Hess.-Nass. III 300…

schmiererei

DWB

schmiere·rei

schmiererei , f. fortgesetztes schmieren, geschmiere; bildung erst aus dem 17. jahrh. bezeugt (schmiererey Stieler 1882 ), nach verschiedene…

Schmiererēy

Adelung

schmiere·rey

Die Schmiererēy , plur. die -en, eine schmierige unreinliche Verhandlungsart, ingleichen eine schmierige, besudelnde Arbeit. Auch in der zwe…

schmiererfräßig

PfWB

schmierer·fraessig

schmierer-fräßig Adj. : ' heikel beim Essen ', von einem Kind, das nur den Brotbelag, die Schmiere 4, vom Brot ißt und den Rest verschmäht? …

schmiererlohn

DWB

schmierer·lohn

schmiererlohn , m. lohn eines schmierers, quacksalbers ( vgl. oben schmierer 1): ich .. liesz meinen rantzen und feuerrohr .. vor den schmir…

Schmieresplatz

RhWB

schmieres·platz

Schmieres-platz -rəs- Ahrw , Rheinb m.: Krautfladen, runder, dünner Kuchen mit gekochtem Mus von getrockneten Birnen bestrichen u. dann geb…

Schmierete

ElsWB

schmier·ete

Schmier e te [ʿSmértə Su. ] etwas Halbflüssiges, z. B. der Brei, den man auf den Flammkuchen macht; vgl. Schmier(e) 1. — Basel 257.

schmiere als Zweitglied (5 von 5)

geschmiere

DWB

geschmiere , n. , verkürzt geschmier, verbalsubstantiv zu schmieren. 1 1) unctio Stieler 1882 : das salbengeschmier Simpl. 3, 606; beschmier…

wagenschmiere

DWB

wagen·schmiere

wagenschmiere , f. mischung aus theer, fett oder öl zum schmieren der wagenachsen. Jacobsson 4, 572 . der 2. theil der zusammensetzung mhd. …

Ableitungen von schmiere (1 von 1)

geschmiere

DWB

geschmiere , n. , verkürzt geschmier, verbalsubstantiv zu schmieren. 1 1) unctio Stieler 1882 : das salbengeschmier Simpl. 3, 606; beschmier…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schmiere". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schmiere/rhwb
MLA
Cotta, Marcel. „schmiere". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schmiere/rhwb. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schmiere". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schmiere/rhwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_schmiere_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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