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Schmieren

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
13 in 12 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Schmieren v., trs, intrs

Bd. 4, Sp. 217b
Schmieren, v. trs. einen weichen, nassen und kleberigen Körper, der sich sehr leicht ausbreiten läßt, auf einen festern ausbreiten, die Oberfläche desselben damit überziehen, oder einen hohlen damit ausfüllen. Lehm über etwas schmieren. Einem Kinde Brei in den Mund schmieren, daher uneigentlich im gemeinen Leben, einem etwas in den Mund schmieren, ihm etwas sehr leicht, sehr begreiflich machen, ohne daß er sich selbst dabei anzustrengen braucht. »Jesus schmierte den Koth auf des Blinden Auge.« Joh. 9, 6. I engerer Bedeutung, einen derben fetten Körper auf einen andern ausbreiten. Butter auf das Brot schmieren. Dick, fett, dünn, mager schmieren. Eine Brotschnitte mit Schmalz schmieren, Schmalz darauf schmieren oder streichen. Die Haare schmieren, mit einem Fette, einer Salbe. Die Schuhe, die Stiefel, das Leder schmieren, mit einer Schmiere bestreichen. Die räudigen Schafe schmieren. Den Wagen, die Achsen schmieren, mit Ther  bestreichen. Sprichw. Wer gut schmiert, der gut fährt. Den Ofen schmieren, die Ritzen  desselben mit Lehm oder einem ähnlichen Körper ausfüllen. Oft auch von weniger derben und flüssigen Körpern, z. B. von Öl. Ein Schloß, eine Feder schmieren, mit Öl bestreichen. Х Die Gurgel schmieren, sie durch Getränk inwendig gleichsam glatt machen, wacker trinken. Х Einem das Maul schmieren, uneigentlich, ihm angenehme Hoffnung machen, ohne sie zu erfüllen. Da mit Schmiere und Schmieren die Vorstellung des Unreinlichen, Schmuzigen verbunden ist, so gebraucht man in Fällen, wo man diese Vorstellung nicht erwecken will, lieber andere Wörter, als: streichen, Butter  auf Brot streichen; ölen, einölen, ein Schloß ölen; fetten, die Haare fetten  Uneigentlich. 1) Mit einem dicklichen fettigen, dann einem flüssigen fleckenden Körper überhaupt unreinlich umgehen; in dem zusammengesetzten beschmieren. Besonders mit Farben, Dinte unreinlich umgehen. So gebraucht man schmieren vorzüglich für schlecht und sudelhaft schreiben, womit der Begriff der Schnelligkeit verbunden zu sein pflegt, weil man beim schnellen Schreiben am schlechtesten und am ersten sudelhaft schreibt. Etwas in ein Buch schmieren. Einen Brief schmieren. 2) Die Hände schmieren, einen Richter, Sachwalter  schmieren, sie bestechen; wahrscheinlich von dem Schmieren eines Wagens hergenommen, der leicht und gut gehet, wenn er geschmiert wird. Daher gebraucht man die sprichwörtliche Redensart, wer gut schmiert [] der gut fährt, auch in dieser Bedeutung, für, wer gut bezahlt, Geschenke macht, dessen Sachen werden gut und schnell geführt. Sich schmieren lassen, sich bestechen lassen. 3) Einem den Buckel schmieren, auch bloß, einen schmieren, ihn prügeln. So auch Abschmieren, Ausschmieren, Durchschmieren. 4) I N. D. nach dem Munde reden, besonders um Jemand dadurch zu gewinnen; schmeicheln; als ein intrs. Gut schmieren können. Daher die Smertaske, im Osnabrückschen, die Schmiertasche, ein Schmeichler. Daher ferner anschmieren, durch solches Reden und Überreden anbringen. Einem eine Sache, eine Waare anschmieren. Hieher kann man auch den Gebrauch ziehen, nach welchem man sagt, den Wein schmieren, ihm oft mit schädlichen Dingen eine höhere Farbe, einen angenehmen Geschmack geben und ihn dadurch Andern annehmlich machen, ihn dadurch anschmieren. 5) * * Mästen, bei Notker, Schmier oder Schmer, Fett gleichsam hervorbringen durch gutes Futtern. — I N. D. lautet dies Wort smeren, und in Schwaben sagt man dafür auch schmirben. D. Schmieren. D. — ung.
3495 Zeichen · 52 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schmieren

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Schmieren , verb. reg. act. 1. Eigentlich, einen halb festen und halb flüssigen, oder dicklich flüssigen Körper auf eine…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schmieren

    Goethe-Wörterbuch

    schmieren 1 etw (dünnschichtig) (be-)streichen a eine klebrige Masse (auf eine Fläche) aufstreichen [ mBez auf eine von …

  3. modern
    Dialekt
    schmieren

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB schmiere n [mîrə S. Baldersh. Su. Osenb. Mütt. Str. Betschd. ; ‘mérə O. U. Büst Wh. ; mìèrə Hf. Schw…

  4. Sprichwörter
    Schmieren

    Wander (Sprichwörter)

    Schmieren 1. Dat will'k di s-mêren 1 , seggt de Potlapper, mîn Mûl mit Speck un Fett, un dîn Hals mit Ohrfîgen. – Kern, …

  5. Spezial
    schmieren

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schmie|ren I vb.tr. 1 (bestreichen) straiché sö 2 (einfetten) unje (unj, unt) 3 (ölen) unje (unj, unt) 4 (unsauber schre…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schmieren

41 Bildungen · 3 Erstglied · 34 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von schmieren 2 Komponenten

sch+mieren

schmieren setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schmieren‑ als Erstglied (3 von 3)

schmieren als Zweitglied (30 von 34)

Überschmieren

Campe

Überschmieren , v. trs . D. Überschmieren. 1. \Uumlacute;berschmieren, ich schmiere über, übergeschmieret, überzuschmieren . 1) Über etwas s…

abschmieren

DWB

abschmieren , delinere, abstreichen, nnl. afsmeren: die butter vom brote wieder abschmieren. figürlich, einen bogen geschriebenes schnell ab…

aneschmieren

PfWB

ane·schmieren

ane-schmieren schw. : etwas a. '(eine Arbeit) nachlässig ausführen', im bes. 'nachlässig schreiben, zeichnen u. ä.'. Der schmiert do eppes a…

anschmieren

DWB

anschmieren , illinere, imputare, nnl. aansmeren: die farbe anschmieren, mit farbe anschmieren; den wein anschmieren, fälschen; eine grosze …

aufschmieren

DWB

auf·schmieren

aufschmieren , inungere: butter aufschmieren, aufstreichen; pflaster aufschmieren; das fleisch dachten viele sei nur wie neue schwedische st…

ausschmieren

DWB

aus·schmieren

ausschmieren , oblinere: eine pfanne mit fett ausschmieren, den ofen ausschmieren. dann auch verächtlich, exscribere, compilare: es ist alle…

Beischmieren

Campe

bei·schmieren

Х Beischmieren , v. trs. 1) Bei oder neben eine andere Sache schmieren. 2) Schnell und schlecht bei oder neben eine andere Sache schreiben. …

beschmieren

DWB

beschmieren , ungere, linere, foedare, wie beschmeiszen ( vgl. schmieren und schmeiszen), andere schrieben beschmirben, Maaler 61 b beschmir…

daraufschmieren

PfWB

darauf·schmieren

darauf-schmieren schw. : = PfWB daraufstreichen ; e bißje Butter drufschmeere [WPf NPf]. -schmiere [VPf]. SHW Südhess. I 1388 . —

durchschmieren

DWB

durch·schmieren

durchschmieren , durch und durch schmieren. die jacken der matrosen waren mit theer ganz durchschmiert.

einschmieren

DWB

ein·schmieren

einschmieren , illinere, inungere, nnl. insmeren, schw. insmörja, dän. indsmöre. 1 1) mit öl und fett einreiben, schmeidigen: ein schlosz ab…

erschmieren

DWB

ersch·mieren

erschmieren , inungere, ferire: ir die lenden wol erschmieren. Scheid grobian P 4 ; oder will dir die lend erschmiern. Ayrer 74 d .

fürschmieren

DWB

fuer·schmieren

fürschmieren , vorn schmieren, beschmieren, überschmieren. für-, ver- et vorschmieren, oblinire, obungere. Stieler 1881 . S. vorschmieren.

Heranschmieren

Campe

heran·schmieren

Х Heranschmieren , v. trs . 1) Durch Schmieren, als eine Schmiere heranbringen. 2) Х Schmierend d. h. schlecht und unleserlich heranschreibe…

herschmieren

DWB

hersch·mieren

herschmieren , verb. , auch für flüchtig und schlecht schreiben: er schmierte etwas aufs papier her.

Herumschmieren

Campe

herum·schmieren

Х Herumschmieren , v. trs . 1) Um etwas schmieren, streichen. 2) Hin und her schmieren, schmierend verbreiten. Das Herumschmieren .

hinschmieren

DWB

hinsch·mieren

hinschmieren , verb. flüchtig oder unsauber hinschreiben: er schmierte etwas auf ein blatt papier hin; aber etwas hingeschmiertes schön find…

Nachschmieren

Campe

nach·schmieren

Nachschmieren , v. intrs . u. trs . 1) Nach eines Beispiele, Weise schmieren. 2) Hinten nach, nochmahls, noch mehr schmieren. 3) Х Eilig und…

überschmieren

DWB

ueber·schmieren

überschmieren , v. ältere formen: überschmirwen ( Frisius 731 b ), -schmirben ( z. b. Seutter hippiatria 295 ). 1) untrennb. verbindung. a) …

umschmieren

DWB

umschmieren , vb. , untrennbar, ringsum mit etwas beschmieren; circumlinire umsmyren Diefenbach 122 b ; circumlinire umbstreychen, umbsalben…

Unterschmieren

Campe

unter·schmieren

Unterschmieren , v. trs . D. Unterschmieren. D. — ung. 1. Únterschmieren, ich schmiere unter, untergeschmiert, unterzuschmieren . 1) Unter e…

verschmieren

DWB

versch·mieren

verschmieren , verb. durch schmieren beseitigen, mhd. versmirwen zu smirwe, smër, daher die ältere nhd. form verschmirben. 1 1) schmierend a…

vollschmieren

DWB

voll·schmieren

vollschmieren , trennbar, über und über beschmutzen: kinder schmieren sich hände und gesicht voll. — besonders -schmieren humoristisch oder …

vorschmieren

DWB

vorsch·mieren

vorschmieren , verb. , für-, ver- et vorschmieren, oblinire, obungere Stieler 1881 ; Campe : etwas lehm vorschmieren. — zu schmieren im sinn…

Ableitungen von schmieren (4 von 4)

beschmieren

DWB

beschmieren , ungere, linere, foedare, wie beschmeiszen ( vgl. schmieren und schmeiszen), andere schrieben beschmirben, Maaler 61 b beschmir…

erschmieren

DWB

erschmieren , inungere, ferire: ir die lenden wol erschmieren. Scheid grobian P 4 ; oder will dir die lend erschmiern. Ayrer 74 d .

verschmieren

DWB

verschmieren , verb. durch schmieren beseitigen, mhd. versmirwen zu smirwe, smër, daher die ältere nhd. form verschmirben. 1 1) schmierend a…

zerschmieren

DWB

zerschmieren , verb. , zerbleuen: zerschmierten und zerpleueten sich alle unter einander Bastel v. d. Sohle Harnisch 174 ; die haut: Ayrer d…