Eintrag · Deutsches Rechtswörterbuch
schmieren
schmieren, v.
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wo aber die gesworen meister schuh sehen oder finden, die mit sweinem smaltz gesmirbt wern, die sollen sie aufheben und sollen verloren seinMitte 15. Jh. AmbergStR. II 213
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soͤllen sy [die Schuhmacher] das leder wol berayten vnd schmirben nach aller notdurfft vnd darzu nehmen halb schmer vnd halb schmalz vngeuerlich1484 S. Hofmann, Ingolstadt 1506-1600 (Ingolstadt 2006) 388
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weil ... solche kirche nicht zu pebstlichen messen ... sondern zur reinen predigt gottes worts ... gestiftet, so bedarf dieselbe keines chrysem, schmierens oder weihwerks, wie im pabsttum gebreuchlich1581 Preußen/Sehling,EvKO. IV 139 Faksimile
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reverentia diaboli: der teuffel habe 2 hochzeitliche feste ... lieffen sie [Hexereibeschuldigte] alsdann zusammen ad locum convivii ... da sie dann ... sich schmieren und wieder nacher hauß fliegen1659 Seibertz,UB. III 376 Faksimile
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[es kann sein,] daß zuweilen das blut ... an denen beinen herab lauffet, daß manchmal der scharffrichter dieselbe nach geschehener folter schmieren mußJ.L. Wiederholdt, Christliche Gedancken von der Folter (Wetzlar 1739) 39
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so ist auch die folter der ... natuͤrlichen schamhafftigkeit ... zuwider, indem der mensch durch scharffrichter ... den leib entbloͤßen, solchen auch betasten, befuͤhlen, waschen, schmieren, ... und deren wuth ... preiß geben muß1739 J.L. Wiederholdt, Christliche Gedancken von der Folter (Wetzlar 1739) 112
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des scharfrichters helfer bekommt für den zeug u. leder zu schmieren vor jedes - 30 kr.1788 ZDKulturg. 4 (1859) 681 Faksimile
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fuͤr schmiergeld ist an dem ort, wo der reisende das schmieren seines wagens verlangt, 12 kr. zu entrichten1811 RepStaatsVerwBaiern II² 187 Faksimile
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wer da schmiert, der fehrt, sprechen sie1550 Gobler,Rsp. 4r Volltext (und Faksimile)
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ein erbar rat ... leit einen mester von H. holen, de scholde de beiden wiffer pinlich vorhoren. man sede darna, M. dem mester de hende gesmeret1564 OldecopChr. 565
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so lässt man sich auch in bösen sachen gar oft bestechen ... wer schmirt, der fehrt, dadurch erschreckliche simonei gestiftet und vielen gewissen nicht ein geringer anstoss gegeben wird1574 Henneberg/Sehling,EvKO. I 2 S. 290 Faksimile
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das sy [landesfürstliche Diener] jrer aid vnd pflicht vergessen vnnd darnach ohn alle scheuch schanckungen einnemen, sich schmieren lassen, gleich wie der fuerman das rad, wellicher dann besser schmirbt [Bed. I]1584 Spec.vitae h. 22
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[notfalls soll B.] einen secretarium so lang schmirn vnd schmirben biß 2 neue brief ausgefertiget werden1634 DHandelsakten XIX 2 S. 183
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[zur Erlangung eines Konzessionsvertrags rät G., den Stadtherrn] sonderlich zu S. die händ zu schmieren, sonsten man schwärlich etwas von ihnen erhalten könne1692 ArchBern 24 (1918) 133
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einem die haͤnde schmieren, einen (mit geschencke oder geld) bestechen1711 Rädlein 791 Faksimile
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soll ein solcher ... nit doͤrffen umb ein amt anhalten, also auch daß schmirben verboten bey verliehrung des anhaltens1741 LBAppenzIR. Art. 188 Faksimile (Abschnittsbeginn)
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diese handlung wird ... schmieren genennt. die zwo haupt-personen dabey sind: der mann, der schmiert und der mann, ders leidt oder wohl gar fordert. zum schmierer laͤßt sich nicht jeder ehrliche mann gebrauchen, wiewohl es nach dem lauf der welt nicht just vor unehrlich gehalten wirdPatrArch. 9 (1788) 350
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das er ... die ... boesen osterrader grossen gesmeret vnd geswertzet hait, vff das er sie desterbass vnd dester vnuerdechtlichen vnd vnuermarkt den guten grossen glich vssgegeben mochte1472 ZHarz 3 (1870) 214
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wo ... einiger kauffmann, schiff, oder fuhrmann ... den wein mit kalck oder dergleichen schaͤdlichen zusatz ... beraiten, schmieren oder faͤlschen würde, der soll ... an seinen ehren, leib oder gut ... gestrafft werden1577 RPO. 1577 Tit. 16 Volltext (und Faksimile)
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den wein schmiren, anmachen, verfaͤlschen conciar il vino1711 Rädlein 791 Faksimile
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die zwenn baurnn vnnd der, so den baurnn [zuvor] schlug, ... schmirttenn ainander1562/67 Götz v.Berlichingen(Ulmschn.) 78
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[die Beklagten sollen für ihre] bubenstücke [im Weinberg] gründlich geschmiert werden1631/55 ArchKrim. 60 (1914) 357