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gebreite

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gebreite f.

Bd. 4, Sp. 1858
gebreite, f. alte nebenform zu breite f., im ackerwesen, von gewissen feldstücken; ein neutr. s. unter 3. 11) auch breite selbst, von J. Grimm II, 359 nur flüchtig berührt, ist alt, s. Schmeller 1, 269 aus Baiern agri qui vocantur prayten (vom j. 1220), mon. bo. 13, 361, auʒ meiner praiten, die da heiʒʒet die pachprait. 18, 193, also auch in eigennamen übergehend; vergl. aus Straszburg: j breit acker Scherz 185. alte belege aus Schwaben und Österreich s. bei Lexer 1, 347, von wiese unterschieden: ain wis und ain praiten. font. rer. austr. II, 6, 247. in Ulm heiszt noch eine gasse auf der Breite, urspr. ackerland, in Rottweil ein platz die Breite, urspr. des küniges gebreite, s. Schmid schwäb. wb. 94. ebenso in Verona ein platz, urspr. la Braida, jetzt la Brà (Schm.2 1, 370), denn das wort war schon von den Langobarden mit nach Italien gebracht, in urkunden braida, breida, s. C. Troyà cod. dipl. lang. 5, 326. 478. 657; vgl. Ducange s. v. Adelung gibt als bedeutung aus seiner zeit, nach dem öcon. lex. 377: ein ebenes und in éiner fläche, ohne rain oder andern unterschied hin liegendes stück feld von unbestimmter grösze, welches oft viele äcker, ja ganze hufen enthält, Frisch 1, 132b ager latus et seminatus; noch jetzt z. b. brête in Wittenberger gegend, eben mit jenem begriffe, götting. brede feldflur, fläche Schamb. 32b, mnd. brêde, breide, bis ins 13. jahrh. zurück belegt, s. Sch. u. L. 1, 416b. zur entstehung [] der benennung vgl. alts. im Hel. 2586 thit brêda bûland und besonders weisth. 3, 314; Frisch 1, 132c verwies auch auf ahd. preittan, preitan seminare, disseminare, spargere Graff 3, 296. 22) auch die steigerung durch ga- ist alt. 2@aa) ahd. capraite grumolus, ager, auch kipreitta, gebreite area Graff 3, 298, vgl. Schm. 1, 269; mhd. gebreite f. Lexer 1, 760; z. b. in der Schweiz: im j. 1257 hält graf Rudolf von Habsburg eine sitzung als schiedsrichter ze Altdorf an der gebreiten. Hergott II, 335; dâ ligent ouch gebreiten, die in den hof (herrenhof) hœrent, die geltent ze zinse ix müt unde ij vierteil kernen u. s. w. Pfeiffer habsb. urb. 205, 20 u. ö. (s. s. 350), als selbstständiges grundstück behandelt. in Schwaben: in der gebreittun. Mones zeitschr. 2, 78, vom j. 1262. im Elsasz: die vögete hant ouch eine gebreite ackers u. s. w. weisth. 4, 145; und sint der gebreiten drie .. uf Witefeld eine u. s. w. die alle heiszent gebreite. weisth. 1, 708, also von besonderen stücken in der flur, als eigener flurname; ein (d. h. die) eptissin git auch den veldbannwarten (als lohn) anderhalben acker mit (zu) wintersaten, ane gedungt gut und ane gebreiten. 5, 401, d. h. auszer von dem gedüngten felde und von den gebreiten, die also zu den wertvollern stücken gehören mochten; s. auch Königshofen Straszb. chr. 632, 12 und Scherz 485, wo auch weingärten mit dem namen erscheinen: sex agros viniferos .. et dicuntur ein gebreite. 2@bb) aus neuerer zeit gibt es Adelung aus der landwirtschaft Meiszens und Thüringens, »ein breites stück feldes von unbestimmter grösze, welches aber breiter als ein gelänge, d. i. über vier ruthen breit ist«, z. b. eine gebreite von sieben ackern, ein stück von den herrschaftlichen gebreiten, auch gebreitchen (s. d.). auch im Osterlande, in bauernmunde gebrêde f., s. Bech in Frommanns mundarten 7, 254. thüring. aus alter zeit z. b.: im dritten veilde gegen Erfurde an einer gebreite vor deme dorfe in der gebint dry ackir. Landau im corresp. blatt des gesamtvereins der d. gesch. u. alt. ver. 1864 s. 11a, v. j. 1352, wechselnd mit eine breite 12b (auch gelenge 11a). 2@cc) in Thüringen mochte es Göthen nahe getreten und geläufig geworden sein, der gern davon gebrauch macht, während vor Adelung die wbb. davon schweigen (auch der Thüringer Stieler); er berichtet z. b. am 25. oct. 1786 aus Perugia nach Weimar von der ital. ackerwirthschaft: endlich säen sie den weizen, dann häufen sie schmale sotteln auf, dazwischen entstehen tiefe furchen .. diese verfahrungsart ist begreiflich, wo nässe zu befürchten ist, warum sie es aber auf den schönsten gebreiten thun, kann ich nicht einsehen. 27, 180. auch als dichterwort braucht ers, und es ist dann ein solches geworden: wie herrlich liegen die schönen, reichen gebreite nicht da, und unten weinberg und gärten. 40, 273 (Herm. u. Dor. 4); zu des Rheins gestreckten hügeln, hochgesegneten gebreiten. 4, 165; kamen durch schwärzliche fette gebreite. 40, 54 (Rein. fuchs 3); (das auge irrte) lüstern und liebend umher .. auf den güldnen gebreiten wogenden korns. Kosegarten dicht. 3, 24 (inselfahrt 1804 s. 14). 33) jetzt steht es übrigens als neutr. in den wbb., seit Campe (auch schon bei Heynatz antib. 2, 9), dem das fem., das doch Adelung aus dem leben entnahm, nicht glaublich war; dafür machte er sich auf der stube ein subst. verb. das gebreite, wiederholtes, schlechtes breiten u. ä., und ordnete diesem jenes unter. aber auch Göthe braucht als dichter ein neutr. gebreit, breites gebiet, ausgebreitetes gefilde o. ä., das sich ihm aus dem vorigen worte des lebens bildete: durch dieser nachtbedeckten felder still gebreit, mit unbemerkten schritten, stürm ich (kriegsgöttin) rasch heran. 11, 255 (vorspiel 1807). Doch auch für jenes erscheint wirklich ein n. in alter zeit, im untern Elsasz, wie schon Graff 3, 298 gabreiti n. ansetzte: diser hof hat auch das recht zu den dreien gepreiten, ist (d. h. heiszt) eins zu Hundsbühel, das ander zwischen den zwei wassern, das dritte zu Siebenackern. weisth. 1, 688, d. h. es ist da als collectivum behandelt (sp. 1610), was es doch eigentlich nicht ist, sondern eben eine steigerung des einfachen wortes, wie mhd. genæhe f. gleich næhe, nhd. gezeit gleich zeit, gebild gleich bild (sp. 1623).
5735 Zeichen · 178 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gebreitestf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    gebreite stf. ackerbreite. s. Schmeller 1,269. Oberl. 485.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gebreite

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Gebreite , plur. die -n, in der Landwirthschaft Meißens und Thüringens, ein breites Stück Feldes von unbestimmter Gr…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gebreit(e)

    Goethe-Wörterbuch

    Gebreit(e) in Bed 1 (u 2?) fem wie noch bei Adelung (iUz Campe); dazu u zum Genus in Bed 3 sa DWb 4.1.1,1859 1 als term …

  4. modern
    Dialekt
    Gebreite

    Elsässisches Wb.

    Gebreite vel Tenne area’ Herrad 181 a . ‘das mittlere Gebreit’ ein ganzer Feldbezirk bei Molsheim . — Schwäb. 94.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gebreite

4 Bildungen · 2 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von gebreite 3 Analysen

ge- + breite

gebreite leitet sich vom Lemma breite ab mit Präfix ge-.

Alternativen: gebreitern+-e ge-+breit+-e

Zerlegung von gebreite 2 Komponenten

geb+reite

gebreite setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gebreite‑ als Erstglied (2 von 2)

gebreiteren

KöblerMhd

gebreite·ren

gebreiteren , sw. V. nhd. breiter machen, verbreitern Q.: Myst (14. Jh.) E.: s. gebreien W.: nhd. DW- L.: LexerHW 1, 760 (gebreitern)

gebreite als Zweitglied (2 von 2)

moosgebreite

DWB

moos·gebreite

moosgebreite , n. ausgebreitetes moos: ich legte moosgebreite weich unter ihren schritt. Lenau neue ged. 134 .

weg(e)breite

DWB

wege·breite

weg(e)breite , f. weg(e)breit , m. der wegerich, plantago. 1 1) die bildung ist westgermanisch : ahd. wegabreita ( in den Basler recepten, u…