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wanne

ahd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wanne f.

Bd. 27, Sp. 1883
wanne, f. kornschwinge, eirundes gefäsz. II. herkunft und form. das wort, ahd. wanna, mhd. mnd. wanne, ndl. wan, wanne (schwed. vanna ist lehnwort aus dem deutschen), stammt vom lat. vannus, f., 'getreideschwinge' und ist wol gleichzeitig mit flegel (lat. flagellum) entlehnt; dazu das verb. wannen. lat. vannus hängt etymologisch zusammen mit ventilare 'worfeln', lit. vëtau, serb. vijati 'worfeln' (Walde 648), got. diswinþjan 'zermalmen', winþiskauro, ahd. winta, wintwanta (Otfrid 1, 27, 63) 'worfschaufel', wintôn, ags. windwian, nengl. winnow 'worfeln'. für ahd. wanna entlehnung aus dem lat. anzunehmen, liegt zumal in hinblick auf das sicher aus dem lat. übernommene ags. fann, nengl. fan 'schwinge' näher, als das wort mit Kluge7 482 auf ein germ. *wanþna zurückzuführen, neben dem dann *winda (ahd. winta) und *wanda (in ahd. wintwanta, hierher auch wande voc. ex quo c 6a?) 'worfschaufel' gestanden hätte; doch wird ahd. winta, -wanta neben wintscufala, wintworfa u. a. bewirkt haben, dasz vannus als [] fem. aufgenommen wurde (ital. vanno, franz. van sind masc., obwohl lat. vannus fem. ist). für lat. vannus steht in den glossen einige male vanna Steinmeyer-Sievers 3, 643, 19. 666, 51. 4, 111, 5, wol rückwirkung des deutschen fem., da ein spätlat. vanna nicht belegt ist. auf ein deutsches masc. weisen wol die formen wan 2, 700, 11. 723, 35. 3, 371, 35. 389, 29. 447, 35 hin; auch im ältern nd. steht neben wanna, wanne f., wan stm. Gallée 366 (aus glossen). dialektisch wird das masc. jetzt bezeugt im westfälischen Woeste 315, waldeckischen Bauer-Collitz 111a, luxemburgischen wörterb. d. luxemb. mundart 474a, auch in ndl. dialekten. die declination von wanne ist in der älteren zeit meist schwach, z. b. mit der wannen weisth. 1, 163 (Luzern 14. jh.), acc. ain wannen Hätzlerin 199 (2, 39, 17), doch zuweilen auch stark: in der wan Seifried Helbling 1, 1015 Seemüller. umlaut im plur. wèn (sg. wàn) neben wanən führt aus dem lothringischen Follmann 530a an. IIII. bedeutung und gebrauch. II@11) wanne als 'kornschwinge'. II@1@aa) das wort wurde mit der sache von den Römern übernommen (swinge ist als 'kornschwinge' erst mhd. belegt); es ist ein eirundes, nach unten flach gewölbtes geflecht aus ruten, binsen, stroh oder auch dünnen holzspänen, aus dem spreu und staub durch hin- und herschwingen und aufwerfen des inhalts von den körnern weggeweht wird; vorher reinigten die Germanen die ausgedroschenen getreidekörner von der spreu durch worfeln mit der worfschaufel und zur aussonderung des unkrautsamens durch siebe, zwischen beides wurde nun der gebrauch der wanne geschoben, s. Heyne hausaltertümer 2, 59; J. Rohr die gefäsze in den ahd. glossen (Greifsw. 1909) 56. schon früh wird auf die besondere verwendung beim reinigen des körnerfutters hingewiesen, hier hat sich auch die sache mit dem wort, besonders in der zusammensetzung futterwanne (s. d.), am längsten gehalten, während beim säubern des brotkorns, besonders in gröszeren betrieben, andere vorrichtungen (fege, wannmühle, s. d.) dafür eingetreten sind. in den ahd. glossen gibt wanna in erster linie lat. vannus wieder, in den sachlich angeordneten weist schon die umgebung auf die bedeutung hin, z. b. cribrellum, sib cribra, riddra coffinus, corbh vanna, wanna Steinmeyer-Sievers gl. 3, 643, 19; andere stellen bei Rohr a. a. o.; in den vocabularien: vannus Diefenbach gl. 606b; clabrum (l. flabrum) wan, nd. wanne 125a; convulsa i. vannus, ein wande voc. ex quo c 6a; wanne dor in man futer swyngt voc. theut. mm 8b. die späteren wörterbücher führen alle wanne, wann in der bedeutung 'kornschwinge' an, so dasz sie als schriftsprachlich gelten kann: Dasypodius 452a. Frisius (1568) 1346. Maaler 484a. Calepinus (1584) 1398b. Hulsius 273. Duez (1652) 94. Schottel 1440. Stieler 2433. wanne, futterwanne, futterschwinge Rädlein 1029. wanne, eine frucht- oder schwingwanne; futterwanne, haberwanne Ludwig 2381. Frisch 2, 422b. Rondeau. Adelung; Steinbach 2, 933 aber empfindet wanne in dieser bedeutung als mundartlich (in Schlesien nicht üblich) gegenüber schwinge. dieses wort tritt schon früh in wettbewerb mit wanne, besonders in futterschwinge, kornschwinge: wannen zu dem futer, vulg. futerschwingen voc. inc. teut. c 2b; es gilt jetzt im ostmd. und ndd.: Luther hat zwar wanne, aber Güntzel 833 gibt wanne, kornwanne für Nürnberg, kornschwinge für Leipzig an; Gueintz rechtschreibung (1666) 154 erklärt: wanne ... ist ... eine futterschwinge; die sachwörterbücher von Zedler, Zinke, Jacobsson verweisen von schwinge und futterwanne auf futterschwinge, Hertel und Frischbier kennen nur schwinge (das ostmd. ist aber das hauptgebiet von wanne in der bedeutung 'ovales böttchergefäsz' s. 4). auch auf bair.-österr. gebiet scheint wanne 'kornschwinge' nicht allgemein gebräuchlich zu sein, Schmeller2 2, 921 erwähnt die bedeutung nicht ausdrücklich, doch bezeugt sie Schöpf 801 für Tirol, auch gibt Bacher die sprachinsel Lusern 222 wan 'wurfschaufel' (vgl. 2) an, Tschinkel gramm. der Gottscheer ma. 164 buene 'mhd. wanne'. das hauptgebiet der bedeutung ist das alemannische, fränkische und westliche niedersächsische: 'futterschwinge' v. Greyerz kleines berndeutsches wb. 23; 'getreidewanne' Hunziker 286; Schmidt Straszburger ma. 115a; 'getreideschwinge mit 2 handhaben' Martin-Lienhart 2, 827b; [] wann Follmann 530a; für das schwäbische gibt Schmid 517 das verb. wannen an mit der erklärung 'in der wanne schütteln, ausstäuben'; fuutawanne Meisinger 226; 'langrunder korb zum schwingen und als behälter' Crecelius 893; ferner wan, m. 'futterschwinge' wb. der luxemb. ma. 474a; wol auch in Köln (vgl.wannenläpper); s. unter I Bauer-Collitz und Woeste; auch ostfries. wanne, wan ten Doornkaat - Koolman 3, 509. einheimisch scheint also (trotz des weitergehenden schriftsprachlichen gebrauchs) das lehnwort im wesentlichen in den landschaften zu sein, die unter römischem einflusz gestanden haben. die gebräuchlichsten wendungen sind: das getreide mit der wanne schwingen (vannare, schwingen mit der wannen frumenta voc. pred. Z 1a) oder in der wanne (s. o. voc. theut.); auf: die ausgedroschenen körner werden ... auf der wanne geschwungen Basedow elementarbuch f. d. jugend (1770) 2, 36; aus: die müller und ir knächt söllend hinfür kein nachkorn us der wannen in die fuotterstanden mer schwingen stadtrecht von Arau 160, 13 Merz (um 1510). weitere belege zur veranschaulichung des gebrauchs der wanne: die zinser von Adelgeswile die sullen an sant Martis tage weren den zins in den hof, und das selbe korn mit der wannen und dem phlegel machon, so si erberlichost mugen weisth. 1, 163 (Luzern 14. jh.); das enkeiner, so ze Zúrich körbe, zeinen, wannen oder sip machent, mit der zimberlúten zunft nicht ze schaffenne haben súln Zürcher stadtbücher 1, 121 (1341) Zeller-Werdmüller; im pawstadel ist hew ... waitz und stro ... item 11 wannen inventare aus Tirol und Vorarlberg 30, 115 (1479) Zingerle; zeitige frücht werden mitt der sichel abgeschnitten, und auff dem thenn auszgeriben, oder in die scheuren gefürt und mitt pfleglen auszgetroschen, behalten, und darnach mitt wannen geseuberet Bechius Agricola (1557) 10; das die ... so korn verkaufften, das (maulthier) nit von den wannen (incerniculis), körben, darinn man das korn sauber machte, hynweg triben v. Eppendorff Plinius (1543) 8, 79 (8, 43, 3); wie er dem guten alten wannen und flegel, pflugeisen und karst aus den händen risz Pestalozzi 12, 490 (Christoph u. Else); damit schüttete er seine wanne auf den kornhaufen aus, ergriff seinen flegel wieder Gotthelf 5, 282. als futterwanne: die ochsen ... werden gemenget futter essen, welchs geworffelt ist mit der worffschauffel und wanne Jes. 30, 24 (das mit der wannen wol erschwungen ist Züricher bibel); der harnisch kan uns nun an statt der wannen sein, aus welchem man dem vieh' ein futter schüttet ein. Rist Parnass 488 (daselbst auch 601 die wannen des ackermanns); habt doch geduld! gleich bring' ich euch haber und klei' in der wanne! Voss gedichte (1802) 1, 101. das wannen des korns geschieht häufig erst in der mühle (vgl. auch oben stadtrecht von Arau): me alleʒ daʒ zu der schetzunge hœret, eʒ sin reder, steyne, secke, wannen, casten, siebe, muleysen ... daʒ sal alleʒ der egen. frouwen reht underphant sin Baur hess. urkunden 3, 380 (1356); rhedzüber, melkasten, beüteltrög, wannen oder schwingen, sib, beütel, und alle traidmasz söllen gantz und unschadhafft sein Tengler laienspiegel (1518) 25a; die müller müssen auch beutel, sib und wannen haben Garzoni schawplatz (1626) 426; ain wannen nymm ich in mein hand, ist friuntlich angedanck genannt, darein vasz ich die liebe dein und schütt die uff den mülstain. Hätzlerin 199 (2, 39, 17); wo drunten im tobel das mühlrad wacht, die staubigen knecht an der wanne die haben gehorcht die ganze nacht auf das irre gespenst im tanne. A. v. Droste-Hülshoff 2, 496 Kreiten. die wanne erscheint neben der pflugschar als symbol anerkannter gerichtszuständigkeit: und deʒ zu urkund so git ein keller jerlich in den selben hof ein wannen und sy in disen hof zwên wegîsen Argovia 2, 134. der glaube, dasz die wettermacher mit einer wanne hagel hervorrufen könnten, beruhte wol auf einer vergleichung der hagelkörner mit herumfliegender spreu (vgl. auch Grimm mythol.4 909): [] sid ich disz wunder alles kan, so hat der kaiser mir verbotten harpfen und rotten, und hat mir verbannen tröschen und wannen, und käm ain wann in min hant, der hagel slüg über alles lant. liedersaal 2, 314, 118 (meister Irregang). fraglich bleibt, ob im folgenden unter wanne eine kornschwinge zu verstehen ist: das man hinnanfürder dheinerley lüstelinsspiele mit würfeln tuon sol, ouch nit bocken, ouch nit in die wanne mit pfenningen schieszen Straszburger zunftordnungen 475 Brucker. die wanne erscheint als ein attribut des Bacchus: jezo vernim die geräthe des abgehärteten landmanns ... schleifen und dröschgestell', und die last unmäsziger karste ... flechte des erdbeerbaums, und die mystische wanne des Bacchus. Voss Virgil 1, 135 (georg. 1, 166); der junge Bacchus, in einer wanne, von faun und bacchantin im heitersten triumph einhergetragen Göthe briefe 42, 222 Weim. ausg. II@1@bb) bildlicher gebrauch. die den stoff läuternde thätigkeit des dichters und forschers wird der wirksamkeit einer wanne verglichen (s.wannen 'läutern'): hêt ich nu sô tieffe sinne, daʒ ich die tugent und ouch die minne möhte getihten, als ich wölte und als ich ze rehte sölte, sô wêr ich wîser denne mîn genanne meister Hûk, des herzen wanne sô gar durchswungen hat diu minne mit süeʒen worten, ûʒen und inne, daʒ alle die meister im müeʒen entwîchen. H. v. Trimberg Renner 20950 Ehrismann; alle menschensatzungen, die in der christlichen kirche aufkommen und angehäuft sind, sind spreu und stoppeln; wir mögen die körner aufsuchen, die darinn liegen, ein klares auge und ein freier arm beim gebrauch der kritischen wanne kann uns von niemanden, der ein menschliches antlitz trägt, untersagt werden Herder 14, 556 Suphan; hier, versteht sich, ist nur von guten, graden menschen die rede, halb- und schiefköpfe werden gleich ohne umstände mit der wanne gesondert Göthe 32, 161 Weim. ausg. II@1@cc) sprichwörtliche redensarten. II@1@c@aα) der eitle, hochmütige, tollkühne thut, wirft sich hervor, wie das böse (die spreu, das unkraut) in der wanne: yetz wiltu (dichter) unser narren bannen? recht wie das bösz thuot in der wannen, also würffstu dich selbs her für. Murner narrenbeschw. 2, 12 Spanier; sie machent sich herfür wie das bösz in der wannen Keisersberg postill 177 (nach Spanier); wann hört doch eyn mal auff dein ongezembte tolle künheyt sich herfür zuowerffen, wie dʒ bösz in der wannen? Sallust (Cammerlander 1534) c 1a; du aber hast weder pferd noch knecht und würffst dich herfür wie das bösz in der wannen, wilt uns da mit deiner junckerschaft fretten Frey gartenges. 71, 16 Bolte; wann es übel gehet, so ist sein hertz frölich, ein schadenfroh, thut sich herfür wie das böse in der wannen Philander (1650) 1, 254; wann es etwas mit dem feind zu thun gab, warf ich mich herfür wie das böse in einer wanne und wolte allzeit vorn dran seyn Simpl. 1, 230, 9 Kurz. II@1@c@bβ) wir mögen sagen, tyrannen machen weit wannen (d. h. das land leer), greulicheit hat nit vil leut S. Franck sprüchw. (Frkf. 1541) 1, 16b. II@1@c@gγ) vergebne arbeyt. einer wannen vol flöh hüten 1, 27a; es ist besser einer wannen voll flö hüten, dann eines schönes fürwitzen und unkeuschen weibes Eyering prov. cop. 2, 509 (vgl. auch 1, 619); ähnlich Henisch 1156, 64; hewschrecken und ein wann mit fleh theten mir zuo hietten nit so we, als wann ich sol ein frow bewaren, die selb an mir nit wol wil faren. Murner narrenbeschw. 90, 1 Spanier. II@1@c@dδ) einem mit der wannen wingen (winken) bei Keisersberg (s. die stelle unter wannen 4 b) 'ihn dringlich auf etwas aufmerksam machen' (vgl. mit dem zaunpfahl winken); man musz ihm mit der wanne winken, und mit [] dem holzschlegel drauf deuten Kirchhofer Schweizer. sprüchwörter (1824) 237; mit der wanne wannen bei Keisersberg 'verdeutlichen' ebenda. II@1@c@eε) die schwinge hat zwar bisweilen an zwei seiten handhaben (Martin-Lienhart 2, 827), kleine henkel oder löcher zum durchgreifen, aber keinen über die mitte gehenden groszen henkel, daher die redensart zu einem in bedingungssätzen redenden, die mit wann (diese form ist für das wortspiel vorauszusetzen) 'wenn' beginnen: wenn ene wann en henk hätt', da wäre e ene korev Gierlichs sprichwörter a. d. Eifel, rhein. geschichtsblätter 5, 134; ähnlich: wenn e wann e korb wär Ch. Schmidt Straszburger mundart 115a. Martin-Lienhart 2, 827; wann is kein käskorb Kehrein 438; en wan es gienen eierkorf Leihener 131; en wann es kain kükenkorf Woeste 315a; vgl. Wander 4, 1781; wanne ist kein korb G. T. Pistorius jurist. sprüchwörterschatz 9, 97. Simrock sprichw. 11181; auch: e wann isch ke ridder (getreidesieb) Follmann 530a. II@22) in den glossaren und wörterbüchern scheint häufig der unterschied zwischen wurfschaufel und wanne verwischt, doch wird wol nur eine ungenaue gleichsetzung der beiden worte, keine bedeutungsverschiebung von wanne in frage kommen; zuweilen wird genau unterschieden: ventilabrum, werffschaufel vannus, wanne Brack (1487) 36a; doch oft gibt wanne auch ventilabrum, velabrum wieder, z. b. Steinmeyer-Sievers gl. 3, 291, 10. 3, 310, 14. 371, 35. 389, 29; Mones anz. 8, 397 (13. jh.). 4, 238 (14. jh.). 6, 221 (anf. 15. jh.); Diefenbach gl. 610c, nov. gl. 378b; Maaler 484a. Schottel 1440. Stieler 2433 (die drei letzten neben vannus); ventola Krämer 1208; ferner: ich wil dich mit der wannen (vulg. ventilabrum, wind-worff-werfschaufel Zainer, Luther, Eck) allenthalb in die land zerwerffen Züricher bibel, Jes. 15, 7. (umgekehrt wird auch vannus durch wintschufel [Steinmeyer 4, 218, 41 ], wurfschaufel [vannus, eyn wanne oder eyn wurffschaufel voc. ex quo (1490) s. 8a] übersetzt.) auch pala, eigentlich 'schaufel', gibt wanne wieder: wintschauffel, wann (Tirol 15. jh.) Diefenbach nov. gl. 276a; nd. wanne Schiller-Lübben 5, 592. wenn wanne mit 'sieb' erklärt wird, so könnte hier eine wirkliche bedeutungsverschiebung vorliegen, da beide geräte aus gleichem material geflochten werden konnten und auch die handhabung ähnlich war (ähnlich wird in Leipzig für das futtersieb, das hier allein noch üblich ist, zuweilen futterschwinge gesagt): capisterium wird als 'sieb' gefaszt und mit wan übersetzt Diefenbach 97a; ein wann oder sybe gemma (1515) d 6a; ndl. wan of seef horae belg. 7, 15 (1419); wanne, wan Teuthonista 482b Verdam; ferner: capisterium, ein wann, sib, oder reyteren Frisius (1556) 187b; capisterium, cribrum (neben vannus) Maaler 484a; vaglio, crivello Krämer 1208. II@33) die wanne wird nicht nur beim schwingen, sondern auch wie andere geflochtene behälter zum tragen und aufbewahren gebraucht, das wort zeigt daher hie und da auch die bedeutung 'korb' ohne rücksicht auf seine verwendung und auch mit abweichungen von der ursprünglichen form. schon ahd.: ganna vel sporta, wanna Steinmeyer-Sievers 3, 630, 36; jetzt in obd., md. und westnd. dialekten (vgl. auch wännlein): wanná 'groszer, halbkugeliger schienenkretzen (spankorb)' Frommann 7, 407 (an der schwäb. Retzat); 'groszer, aus breiten spänen geflochtener korb, rund oder länglich, mit meist flacher wölbung' zeitschr. f. hd. mda. 5, 184 (Eichstätt); 'kreisrunder korb aus holzschienen' Lenz Handschuhsheimer dialekt 52; 'länglichrunder korb' Kehrein 438; 'kleiner flacher korb' Vilmar 441; 'korb ohne henkel' Döring Sondershäuser ma. 2, 86; wange (gew. wanne) Schambach 285; aus den wurzeln (der palme) flechtet man körbe und wannen Ritter erdkunde (1822 f.) 5, 851; Anna hatte eine mächtige wanne voll grüner bohnen der schwänzchen zu entledigen und an lange fäden zu reihen, um sie zum dörren vorzubereiten G. Keller 1, 241. um 1500 wurde besonders der tragkorb des hausirers wanne genannt (vgl.wannenkrämer und wännlein): der tüffel thuot eben als die kremer, die iren krom feil tragen in einer wannen, die selben die schnöcken all winckel ausz und haben vil narrenwerck und thorechte ding feil Keisersberg brös. 1, 104c; ein wannenkremer der bleibt nicht an einem ort, er gat mitt seiner wannen hin und her ebenda; [] desmals waren nit so grosz gewell, als man iezund allenthalben findt, dasz man vil grosz ballen fuort und bindt, so vor nür klein schreglein aufgeschlagen, beutel, spiegel in wannen umbtragen. Liliencron hist. volksl. 3, 344, 74 (1520). II@44) der name wanne wurde von dem flechtwerk auch auf andere eirunde flache gröszere gefäsze übertragen; schon aus dem anfang des 11. jh. (Heinrici summarium) scheint diese übertragung nachweisbar, doch sind noch im mhd. die belege spärlich, vom 15. jh. an werden sie häufiger; im bairisch-österreichischen bedeutet wanne besonders ein wannenförmiges küchengeschirr (s. unten wännlein und wandel sp. 1557), während im ostmitteldeutschen, auch in nordd. sprache, die bedeutung 'gröszeres böttchergefäsz' — die bei badewanne allgemeiner üblich istherrschend geworden ist, wofür in andern gegenden zuber, bütte, bottich, kufe, im bair.-österr. schaff, im ndd. auch tine gebraucht wird; theilweise finden sich diese ausdrücke auch neben wanne, indem nach dem umfang oder der form unterschieden wird: in der Neumark ist die wanne gröszer als die tine (zeitschr. f. d. mda. 1910, 37), zuber, bottich, kufe wird oft auf die runde form beschränkt, bütte besonders als langes, sich unten verjüngendes rückentraggefäsz genommen. bei wanne wird an der ovalen form festgehalten; abweichungen davon sind nicht häufig: (da nd. tyne) vor ein waschgefäsze, oder eine runde wanne gebraucht wird Gottsched beitr. z. crit. hist. 2, 305; zwei runde wannen ..., die mit brennendem wohlriechenden holze gefüllt waren Gutzkow (1872 ff.) 6, 212; etwas unbequem ist die form der langen viereckigen (bade-)wannen, die einem sarge nicht unähnlich sehen fürst Pückler briefwechsel u. tagebücher 2, 147. II@4@aa) wanne allgemein 'längliches gefäsz aus metall oder holz': cotibula, wanna (Heinrici summ.) Steinmeyer-Sievers 3, 348, 5; wanne, patula (sonst mit pfann übersetzt) Diefenbach gl. 417b; deck uber ein schaff oder wannen, pabo voc. inc. teut. d 2a; trua, ein wanne oder tzuber voc. opt. (Leipzig 1501) Ff 3a; trua, zuber ader wanne (hd.) horae belg. 7, 36; solium, ein schoten oder wanne (unter den vasa conservatoria et promptuaria) Trochus prompt. (Leipzig 1517) S 3b; wann, zuber, solium, labrum Emmelius ncl. 276; kupferne wanne, labrum aeneum Stieler 2433; wanne, ein wannen-förmig, langrundes gefäsz Ludwig 2381; labrum, lacus Steinbach 2, 433; geschirre der böttcher, labrum Frisch 2, 422c; länglichrundes gefäsz von holz oder metall Jacobsson 4, 590b. Adelung; welcher (böttcher-)meister sein und werden wil, der sal seine meisterschafft beweren mit einer wanne und vasse urkundenbuch der stadt Freiberg 3, 166, 5 (um 1450); wenn einer das hantwerg beweisen wil, das sal er thun mit einem bottichen, mit eyner wannen und mit einem halben fuder 10; man kunt sich des wassers nit erweren und schopften ir 20 mit schaffen, multern, wannen und mit schufen städtechron. 10, 381, 3 (Nürnb. 1487); schaff, wannen, zuber, do die frawen deglich eindewen, knortzen und sudeln, waschen, pauchen, laugen und prudeln. Folz, fastnachtssp. 3, 1219; kessel und pfannen, schäffer und wannen .., schicken sich zusammen Abr. a. S. Clara Judas (1687) 1, 275; als sie des unersättlichen Cyrus kopf in die wanne voll blut geworffen Lohenstein Arminius 1, 199a; das herz junger mädchen läszt wie neue wannen und butten anfangs alles durchtropfen, bis es die gefäsze durch schwellen behalten J. Paul Kampanerthal 43; es schwammen in molken alle gefäsze, die wannen (spätere ausg. butten) und eimer, worinnen er melkte. Voss Odyssee (1781) 9, 223; neben dem heerd' auch hing mit dem ör' am hölzernen nagel eine buchene wanne (für das fuszbad). idyll. 18, 75; wie sie (die Danaiden) schöpfen und füllen! leer und immer leer! nicht einen tropfen wassers zum munde, nicht einen tropfen wassers in ihre wannen! Göthe 17, 42, 22 (triumph der empfinds. 4) Weim. ausg.; man bring ein bad schnell meinem gottheitmüden fusz! ... wo bleibt die löwenfüszige, eherne wanne noch? Droysen Aeschylus (1841) 531. [] in taxordnungen läszt die zusammenstellung mit andern gefäszen zuweilen einen schlusz auf die grösze zu: ein reiffen um eine wanne 6 pf., um ein bierfasz 2 pf. ... ein kuffenreiffen 3 pf. codex Augusteus 2, 857 (1623); eine tonne von 40 stübchen 12. bis 18. mgr., ein schottfasz oder wanne mit einem deckel 2 thr., ein zuber 12. mgr. braunschw.-lüneb. taxordnung 1646 bei Struve syst. jur. opif. 1, 378. II@4@bb) seit dem 15. jh. ist die engere bedeutung 'badewanne' belegt: wanne oder zuber dorinne man padet, tyna voc. theut. (1482) mm 8b; wannen zu dem bade, orcius, dolium voc. inc. teut. C 2b; solium, ein wanne, vas in quo lavamur Trochus P 2a; wanne darin man badet, labrum Schottel 1440; badkuip Kramer 259a; baignoire, cupe Rondeau; wanne, oder kupfferbad, da der mensch im wasser sitzet Zedler 52 1991; ein wildpader, der ie zu zeiten do innen in dem wildpad ist, der lest die wannen halb pinden, wenn sein not ist, und der stat zinsmeister den anderen halben teil ... aber kurtze pretter über die wannen soll ein paumeister darzu geben Tucher baumeisterbuch 246, 16; der sasz ... in eim zuber oder wannen Lindener katzipori 18 Lichtenstein; als sich der landtsknecht het auszogen und nacket alda stuond, sprange er fluchsz zu dem edelmann inn sein wannen Schumann nachtbüchlein 284 Bolte; nim wecholter holtz ... kochs in wasser, darinnen soltu nüchtern baden in einer wannen J. Heyden Plinius (Frkf. 1565) 154 (8, 27, nota); (das gespenst) bad sich mit den kindern, setze sich mitten inn die wannen J. Nas das antipap. eins und hundert (1567 ff.) 2, 192b; von einer person ... so ins bad gehet 6. pf. ... von einer wanne 1. groschen badertaxe, codex Augusteus 2, 860 (1623); ich soll in einer wanne mit warmem wasser sitzen, nur bis an den leib darinn W. an J. Grimm, briefwechsel 112; die itzt dort sitzt, doch mir an schad, in einer wannen im wilbad. H. Sachs 12, 546, 35 Keller; stiegen sie ein zum bad' in schöngeglättete wannen. Voss Odyssee 4, 48; kaltes über kaltes wasser giesz' ich in das bad hinein; es verdampft, wie eingesogen von der wanne heiszem stein. W. Müller gedichte 290 Hatfield; doch murr' ich nicht, ich sage: sehet da, ich bin ergeben, ich bin Seneca, als in die wanne rauschten seine adern! Freiligrath gedichte3 299. zum baden dienendes bassin: er bückte sich, die kanne wieder vom boden aufzuheben. dabei wankte er und muszte sich am rande der steinernen wanne festhalten v. Holtei erzähl. schriften 9, 133. bildliche verwendung: umb zu bezeugen: dasz die Deutschen ... nicht wie der grosze Antiochus in der wanne der wollust das gemeine heil zu ersäuffen pflegten Lohenstein Arminius 2, 743b. II@4@cc) die verengung der bedeutung zu 'waschwanne' ist erst später, besonders aus Mitteldeutschland und aus niederdeutschem gebiete belegt (oft diente wol dieselbe wanne zum baden und zum waschen): wanne, waschkuff, tina da lavare Hulsius 273; 'waschfasz' nd. jahrb. 34, 100 (Eilsdorf bei Halberstadt); der 'längliche waschkübel' (der runde heiszt tîne) Frischbier 2, 455; ten Doornkaat Koolman 3, 509; in Leipzig unterscheidet man jetzt die längliche niedrige waschwanne, auch wanne schlechthin, von dem runden und hohen waschfasz oder brühfasz; aber 'brühfasz' in Hohegeisz im Oberharz, zeitschr. f. d. ma. 1910, 258; zum waschen und zum einsalzen des fleisches Amaranthes frauenzimmerlex. 2098. Zinke (1753) 3097; die wäscher hatten sehr hohe, tiefe und lange ovalrunde wannen unter diesem gange mit wasser aufgesetzet der Leipziger avanturier 1, 27; eine wanne, die wohl im sommer zum bleichen gedient hatte Bettine Göthes briefw. mit e. kinde (1853) 3, 121; da stand eine grosze wanne und allerlei wäsche darin O. Ludwig 2, 342. II@4@dd) gefäsz für fische: (beim fischen) musz man vor an dem damm (des teiches) ... etliche bodingen und wannen mit frischem wasser stehend haben v. Hohberg (1682) 2, 487; wannen, die fische darein zu setzen Döbel (1754) 4, 101; keine fischhändlerin darf jedoch mehr als zwei wannen (balgen), eine grosze und eine kleine und zwar neben einander vor sich aufstellen polizeiverordnung Danzig juli 1858. [] II@4@ee) gefäsze bei der wein- und bierbereitung: allerhand gefäsz die trauben darein zu lesen ..., wolgepichte wannen Sebiz feldbau (1579) 521; vor eine wanne, da ein fasz bier eingehet 12. bisz 21. groschen codex Augusteus 2, 857 (1623); vor eine wanne unter den bottich zu setzen bisz 8. gr. ebda; eine bottichwanne 858; eine würtzwanne 856; biergefäsze ... hefen-fäszlein, bier-gelte, wanne Amaranthes 209; wanne, würzwanne, kühlwanne (s. d.) Frisch 2, 422c; eine wanne zu dem mälzen, bac Rondeau. bei der salzgewinnung: unter der zapffen-banck ist eine wanne in die erde gegraben, darein die sole von den überlauffenden zöbern abfleust Hondorff das saltzwerk zu Halle (1670) 37. II@4@ff) küchengeschirr, gefäsz für speisen und getränke: ir eʒʒet wol vier eier ê und trinket dan ein beischerl. zwiu sol in der wan daʒ verl? des eʒʒet ir noch wol ein teil. Seifried Helbling 1, 1015 Seemüller; gar recht, ich habe gar ein trefflich heyraths gut .., einen küpffern wasser-topff, vier wannen, zwey kannen. Chr. Reuter Harlequins hochzeitschmaus 53 neudr.; spitz-pfeilerhafftig stand der schenktisch aufgethürmt, mit aus gediegnem gold gemachten bechern, kannen, und anderm trinkgeschirr an schaalen, muscheln, wannen, und kelchen ausgeziert. König gedichte (1745) 241; in der mitte stand eine grosze crystallene wanne, mit weiszem weine gefüllt Lohenstein Arminius 2, 514a; wanne à la daube zum dämpfen, mit einem durchlöcherten bleche Zinke (1753) 2, 3097; als alles (fleisch) gar, that sie es in die wanne von überzinntem bleche — lang und breit. A. Pichler neue marksteine 146; vgl.gluatwanna, 'kiste (?), um die ofengluth aufzufangen' Bühler Davos 2, 41. II@4@gg) in den geistlichen schauspielen wurde die erhöhung der vorderbühne, auf der besonders der teufel agirte, häufig durch fässer oder bottiche hergestellt, von denen eins als eingang zur hölle diente, vgl. Roskoff gesch. des teufels 1, 382. Devrient gesch. der schauspielkunst 1, 52, 63. Weddigen gesch. der theater Deutschlands 1, 13. im Alsfelder passionsspiel 672 sagt Sathanas: ich weisz ein wipp uff miner wann, die wel ich zu hilff hon: sie ist Herodes herczenstrud. (vgl. hinter 132: Lucifer ascendit doleum; 144: dasz ich uff disser bodden moge gespringen; also nicht 'ventilabrum', wie Grein meint); vgl.: sie heten auch (zur vasnacht) kostliche hell, was ein grosz schiff und ein hohen segelpaum und ein wannen darauf, darinn sasz der teufel städtechron. 11, 698, 12 (Nürnb. 1506). II@4@hh) wanne 'behälter' in der technik. II@4@h@aα) 'pneumatische wanne nennt man die behälter, in welche man quecksilber, wasser oder salzlösungen giebt, um darüber gase aufzufangen' Fehling handwb. der chemie 9, 508. Prechtl encykl. 6, 364. Röhrig wb. der berg- und hüttentechnik 2, 345. II@4@h@bβ) länglicher schmelzhafen in einem glasschmelzofen Prechtl 6, 595; der ofenraum eines wannenofens (s. d.) Karmarsch-Heeren3 4, 18. II@4@ii) redensarten und sprichwörtliches: einem lauge in die wanne gieszen 'ihn scharf mitnehmen': könnten sie mir ... anzeigen, was etwa schon davon (von der Iris) bey ihnen recensirt ist, so hätte ich lust, diesen salbadern einmal etwas lauge in die wanne zu gieszen Göthe briefe 19, 99, 6 Weim. ausg.; besser die eigene wanne, als das fremde fasz Wander 4, 1781; und die moral von der geschicht': bad zwei in einer wanne nicht! W. Busch das bad am samstag abend (schlusz). II@55) die wanne erscheint besonders in abgabeverzeichnissen als mehr oder minder genaues masz. II@5@aa) zu 'schwinge, korb' gehörig: das sy (die bäcker) von einem malter vAesen nemen sollent ze renlen (rollen, das korn aus den hülsen quetschen) 1 imy kernen und ein wannen vol sprwer stadtrecht von Brugg 39, 18 (1458) Merz; 6 wannen kraut (als abgabe) Waltenhofer weisthum bei Birlinger schwäb. wb. 426a; in Baden ist wanne noch [] in neuerer zeit neben korb als übliches holzkohlenmasz verzeichnet bei Schiebe, universallexikon der handelswissensch. 2, 204b und 3, 417b. Mothes baulex.3 3, 274; auch franz. van ist ein kohlenmasz, vgl. Littré 2, II, 2419; früher wol auch getreidemasz, da es genau einen getreidemalter enthält; dagegen gehört wanne als heumasz zu wanne 'gewann'. II@5@bb) zur bedeutung 'zuber' gehörig: pro una lagena aceti et wan carnium imponendarum quellen z. gesch. d. stadt Kronstadt 1, 509 (1523); pro uno lavacro vulgo eyn wan pro vehenda calce 2, 140 (1529); von aim gantzen wagen mit visch XXIIII , von einem gantzen hawsen IIII von ain drum visch XII , von ainer wann visch XII F. Kurz Österreichs handel 486. II@5@cc) zur wannen verkaufen 'wannenweise': es sol ouch kein kornkoufer ... keinre hande korn noch habern in selber koufen noch verkoufen uf merschetzen ..., uszgenommen die zuor wannen verkoufen Brucker Straszb. zunft- u. polizeiverordn. 303 (15. jh.); so sollent ouch sattler nach seiler weder tch noch spetzerye veil haben, wellent su aber zu irem hantwerck gewerbe triben, so mugent su veil haben allerley genutze (später gemse), habern zur wannen und saltz, hartz, bech, vogellym und isen Schlettstadter stadtrechte 2, 671 (1463) Gény. II@66) wanne wird gewählt, wenn ein unverhältnismäszig groszer behälter bezeichnet werden soll (meist an 'schwinge' anknüpfend): wann (wie ich träumte) ein commissarius daher kam, und eine wanne voll gold über den baum abschüttete Simpl. 1, 56 (1, 16) Kurz; die Römer ... werfen höchstens einige paule für confetti hinaus, der Engländer schüttet körbe über die menge her, ..., sitzt wie ein gott in seiner carosse, die eine hand in einer wanne voll zucker Waiblinger die Britten in Rom 32 Zoller. eine wanne voll, wannen voll 'eine grosze menge': aber warum eben verbena und pinguicula so ganz ausgereutet sind, dasz man da, wo man sonst wannen voll sammeln konnte, kein pflänzchen mehr findet, das ist doch bedenklich Göthe naturwiss. schriften 13, 143 Weim. ausg.; er isst e ganzi wanne foll, ist ein nimmersatt Seiler 309; ähnlich Martin-Lienhart 2, 827b. noch mehr von dem begriff 'behälter' losgelöst, im gegensatz zu eine handvoll: wann eine handt voll Schweitzer kam, so schluogen sie ein wannen vol landsknecht S. Franck chron. Germaniae 217b. ebenso mit wannen 'haufenweise': lügen mit wannen zutragen, improbè impudenter, strenuo mentiri Stieler 2433; ob wol die heyden gar grobe und fleischliche gedancken von solchem gericht gehabt, und lügen mit wannen haben zugetragen Gretter erklär. der ep. Pauli a. d. Römer (1566) 114; und tragen wie man sagt ... lugen mit wannen zu Alemannia 10, 214 (1604). in, mit wannen messen, übertreibend: solche bauern hatten geld genug und maszen es bei hochzeiten und leichenfeiern einander in scheffeln und wannen zu G. Keller 1, 72. II@77) wanne dient häufig als vergleich für übermäszig grosze dinge, besonders gern für ungeschlachte menschen und körpertheile, breit, weit wie eine wanne: ouch wâren ime diu ôren als eime walttôren vermieset zewâre mit spannelangeme hâre, breit alsam ein wanne. Hartm. v. Aue Iwein 443; sie (die ohren) wâren als ein wanne. H. v. d. Türlin krone 9381; weiʒ er niht, daʒ Hiltebolt gelich ist einer wannen mit der joppen, die der törper an sich hat geleit? minnesinger 3, 274b Hagen; do was im daʒ gewenge me braiter denne ain wanne. Joh. v. Würzburg Wilhelm v. Österreich 11977 Regel; durch ire oren ging ein flusz von eytter und unreynnkeit. ir antlütz waʒ wol wannen breit. Karajan frühlingsgabe 140, 486 (visio Philiberti); ihr (der Baierinnen) küchen die sind voll. sie haben schöne pfannen weiter dann die wannen. Erk-Böhme liederhort 2 nr. 930; thu die gurgel aufspannen, wie ein wannen, muszpfannen, fein ritterlich trinken. wunderhorn 2, 77; [] er hett e mul wie ne wanne Seiler 309. Martin-Lienhart 2, 827b; ähnlich Hunziker 286; er hat e buch wie e wann Follmann 530a; e gat hebben gelijk 'ne wan, einen breiten hintern haben Cornelissen en Vervliet Antwerpsch dialect 1416. II@88) eine anzahl von übertragungen knüpft an die bedeutung 'schwinge' an, die bedeutung 'zuber' kann nur vereinzelt daneben in frage kommen. II@8@aa) die wanne wird vielfach durch die kornfege, wannmühle ersetzt, auch sie wird im lothringischen wann genannt Follmann 530a. II@8@bb) wannenähnliches folterwerkzeug (vgl.futterwanne 2): die tortur bestand ... in der folter oder marter ..., mit der wannen befragt, oder mit der wannen gebrucht geschichtsfreund 23, 353 (aus den thurmbüchern Luzerns 1575 u. 1580); bey uns zu Basel brauchet man bey geringen verbrechen ... den daumenstock ... die strecke ..., den stieffel, wornach die wanne, darmit man den leib in die breite ausdähnet R. v. Waldkirch der gerechte folterbanck (1710) bei F. Heinemann richter u. rechtspflege in der deutschen vergangenheit 67. II@8@cc) behälter, aus dem almosen gegeben werden (vgl.spende th. 10, 1, sp. 2146): ain pfund dry schilling haller Costentzer müntz, und ain mütt guts ungeferlichs kernens Dieszenhofer mäsz, stäts, järlichs und ewigs unwiderablösendes zinsz und gelts, so er erkoufft hat, von und ab aller nutzen, zinsen, renten, gülten und järlichen gelt, so die spend und die wann hat hie zu Dieszenhofen geschichtsfreund 32, 217 (1651); disz vorgeschribne gelt und den kernen soll alles der spendmeister richten und geben usz der wannen 216. II@8@dd) 'die hintere hälfte des (für den felchenfang bestimmten) kahns heiszt wanne, die vordere gras' (in der mitte ist der fischkasten) Th. Lachmann Überlinger sagen, bräuche und sitten 351. II@8@ee) im alemannischen wurde schon früh eine wannenförmige vertiefung, erdmulde wanne genannt, wovon zahlreiche eigennamen zeugnis geben: Wanne, Wannäcker, Wannenbach, -hof, -kopf, Wannespitz Kübler berg-, flur- und ortsnamen des alpinen Iller- Lech- u. Sannengebiets 129; Wanne 'eigenname einer alpweide, eines bodens, welche wannenförmig vertieft sind' Stalder 2, 434; in flurnamen Martin-Lienhart 2, 827 (vielleicht gehört hierher auch das steirische wane, f., 'gebirgsmulde' Unger-Khull 617b, sp. 649 unter wahne angeführt); dem wingarten der ze Korbe in der Wannen liit urkundenbuch der stadt Eszlingen 2, 457, 23 (1409) Diehl; zu Cannstatt in der Wanne 1, 316, 26; holz und holzmark zu Hollendorf, genannt Wann urkunde von 1495 bei Birlinger 426a. auch in der neueren erdkunde: die obern thalhälften sind selten schmale, tiefe furchen, sondern leichtausgeweitete wannen, die in sanfter steigung rechts und links gegen die schneeregion anstreben Tschudi thierleben der Alpenwelt 211; wannen, das sind senken ohne ausfluszrinne, sind das häufigste erzeugnis der ausfüllung von thälern mit festen stoffen und der unvollständigen thalbildung Ratzel die erde und das leben 1, 585. im bergbau: wanne 'eine ringsum geschlossene, kesselförmige vertiefung eines flötzes' Veith bergwörterbuch 552. auf wanne in der bedeutung 'grube' weist das weidmännische wannenschlagen (s. d.). II@8@ff) ein erdichtetes sternbild: und die nach süden neigt, die goldne wanne, schwingt keine körner dem gemeinen manne, der löffel nördlich, der den blanken stiel nach westen kehret, dient mir nicht zum schöpfen. Rückert werke 6, 281. II@8@gg) fries. wanne, groszer breiter halskragen der frauen Dijkstra 3, 406. II@8@hh) wanne als benennung von körpertheilen der vierfüszler und des menschen. II@8@h@aα) suffrago, hame vel eyn wan Diefenbach gl. 565b; abdonia (!), een hamewan, een pert (statt perthame) Mones anz. 6, 439 (15. jh.); suffrago, hame (s.hamme) ist 'hinterbug', wanne als höhlung zwischen hinterschenkel und bauch zu nehmen, oder zu wahne (s. d.); vgl. fries. wanne, verdickung am hinterbein Dijkstra 3, 406 (mit verweis auf wan 'leer, krumm'); im bair. die wannen, das wandl 'das dünnfleisch an den weichen' Schmeller2 [] 2, 920. fälschlich wird die wamme des rinds als wanne bezeichnet bei L. Naumann systematik der kochkunst3 212. II@8@h@bβ) nicht hiermit zusammenhängend, sondern auf gelegentlicher obscöner vergleichung beruhend: in der wannen, das ist die vulva Schmeller a. a. o. (vgl.futterwanne 1); wis si in auf das recht gespor, und scheutelt im das heu entpor und offent im das unter tor und schittet im das fuoter vor, so wurd er darnach naschen in der wannen. fastnachtsp. 327, 15. ähnlicher vergleich mit der badewanne: der bader und die metze baden den feinsten mann, den schlechtsten kerl beständig nur in einer wanne. Hagedorn poet. werke (1769) 3, 252; in alten wannen ist gut baden (niederösterr., wenn ein junger mann eine ältere frau heiratet) Wander 4, 1781. II@8@ii) wanne als bezeichnung von gefiedertheilen und als vogelname. II@8@i@aα) wannen 'die groszen federn an dem hintersten gliede des flügels bis an das zweyte' Kutz begr. der jäg. u. fischerey 254 bei Zedler 52, 1992; ähnlich Heppe jagdlust 195. Jacobsson 8, 140a; wannen, bey den jägern pannen Adelung; wanne, panne 'die groszen schwingfedern an den flügeln der falken' Kehrein wb. der weidmannsspr. 317; ob er (der falke) durchlöcherte oder gebrochene pennen, (bei Heppe die federn an den flügelspitzen), oder gerissene wannen habe Hohberg 2, 665a. diese bedeutung ist vielleicht schon im mittelalter als jagdausdruck aus dem romanischen entlehnt, mlat. van(n)i, ital. vanni, frz. vannes, vanneaux 'die schwungfedern' vgl.: 'quatuor (pennae) magis propinquae corpori, quae dicuntur corales, et postea 12, quae dicuntur vani' Fridericus II., de arte venandi cap. 50. Du Cange 8, 242, 'weil die fittiche der vögel dieselbe bewegung (wie die futterschwinge) machen' Diez etym. wb.5 337, vgl. auch wannenweher. II@8@i@bβ) das an den rändern etwas nach vorn gebogene rad des pfaus wird seine wanne genannt, was auf einem vergleich mit der kornwanne beruht, vgl. sîn (des pfaus) sweif was als ein wanne breit, mit schœnen spiegeln wol bekleit. Boner edelstein 81, 7 Pfeiffer; der pfauw macht ein wannen, zerthuot seinen schwantz Maaler 484a, darnach Schönsleder Kk 5b; die selbigen (stacheln) ... richtet es (das stachelschwein) auf wie ein pfaw ein wannen macht Gesner thierbuch übs. v. Herold u. Forer (1563) 34; der pfau prangt mit der wannen, wann er sein schweif ausbreit. Arnim (1857) 14, 283 (nachtrag zum wunderhorn, Augsburg um 1650). II@8@i@gγ) ebenfalls aus dem lateinischen oder romanischen entlehnt ist die bezeichnung wanne für kibitz Zedler 52, 1991. Zinke3 3097 (beide ohne genusangabe), ital. vanello, franz. vanelle, f., vanneau, m. (vgl. mnl. vaneel, kibitz Oudemans 7, 209), mlat. vannellus 'weil dieser vogel ... mit denen flügeln ein geräusche macht, bald als wie eine schwinge' Zedler 15, 2202 (nach Buffon); nach Diez5 337 vielmehr von dem federschopfe, den er wie schwungfedern (oder wie ein pfau sein rad? vgl. ital. pavoncella 'kibitz') bewegen kann, ebenso Littré 2, II, 2421; Körting lat.-rom. wb.3 1002 möchte es von vanus 'eitel' ableiten. II@99) schon die unter 8 i α und γ angeführten bedeutungen waren nicht übertragungen von wanne, sondern lehnbedeutungen, die aber auch auf das lat. grundwort vannus zurückführten; in einer reihe anderer fälle hängt wanne etymologisch mit dem wort für 'kornschwinge' nicht zusammen, wenn auch der gleichlaut z. th. bedeutungsbeziehungen veranlaszt. II@9@aa) 'einlaszschleuse an einem wasserlauf' Martin-Lienhart 2, 827, ein lehnwort, das franz. vanne, aus mlat. venna, dies nach Diez5 695 vielleicht aus viminea, flecht. werk, nach Körting etym. wb. der franz. spr. 404 aus lat.-kelt. benna 'korb, korbwagen', dann auch 'flechtwerk'; belege für venna, auch aus deutschem gebiete, bei Graff 3, 126 s. v. benna und Du Cange 3, 271. II@9@bb) kann hiermit zusammenhängen die bei Schmeller2 2, 921 aus Unterfranken belegte bedeutung 'flieszendes wasser'? (oder 'fischwasser'? Schmeller denkt an wanne 'grenze'); vgl. ferner: in allen waszern zu fischen, und [] die fischweide zugebrauchen, die durch den wald gehen, und sonderlichen eine wahnne, darinnen sonst niemands zu fischen haben solle, die genannt ist Greven herberg Schultes histor. schriften 1, 197 (datirt Schleusinger 1559). unsicher bleibt auch das bei Diefenbach gl. 316b lama (neben wune, wone, wake, tumpffel usw.) angeführte wann. II@9@cc) 'wegen der figur einer futter-wanne ist auch der mond wanne genennet worden, sowohl wann er voll ist, als wenn er sich gleichsam auf der seite weiset im letzten viertel' Frisch 2, 422c; vielmehr zu wahn 'leer', s.wahnen sp. 649, wahnmond 672. II@9@dd) auch das von Campe (nach brem. wb. 5, 179) aus dem nd. angeführte wanne 'musze, weile' ist eigentlich wahne (s. d.) in der bedeutung 'leere zeit'.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    wanneAdv., Konj.

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    wanne , Adv., Konj. nhd. wann, irgendwann, jemals, einst, wie oft, einmal, irgendeinmal, bis dass, als, woher ne. when, …

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    WANNEswstf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +17 Parallelbelege

    WANNE swstf. wanne, futterschwinge. ahd. wanna Graff 1,855. vannus, ventilabrum voc. o. 8,6. sumerl. 19, 42. gl. Mone 4,…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    wannesw. F.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    wanne , sw. F. nhd. Wanne (M.), Getreideschwinge ÜG.: lat. vannus, pala Vw.: s. sölte- Hw.: vgl. mhd. wanne (1), mnl. wa…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wanne

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Die Wanne , plur. die -n, Diminut. das Wännchen, Oberd. Wännlein. 1. Ein Werkzeug, zum Wannen, d. i. Schwingen, in welch…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wanne

    Goethe-Wörterbuch

    Wanne [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wanne

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Wanne , geographisch soviel wie Becken (s. d., S. 354).

  7. modern
    Dialekt
    Wann(e)

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB Wann(e) [Wànə S. Mü. Banzenh. ; Wàn Su. Hlkr. u. nö. davon ganz allg.; Pl. –ə; Demin. Wanlə O. mit dem …

  8. Sprichwörter
    Wanne

    Wander (Sprichwörter)

    Wanne 1. Besser die eigene Wanne, als das fremde Fass. 2. En Wann' es kêne Schottelkorv. Eine Wanne ist kein Schüsselkor…

  9. Spezial
    Wanne

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Wan|ne f. (-,-n) 1 (am Herd) bandl (-es) f. 2 (Badewanne) vasca (da bagn) f.

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Wortbildung

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wanne‑ als Erstglied (30 von 124)

Wanne(n)blëtzer

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Wanne(n)blëtzer Band 5, Spalte 289 Wanne(n)blëtzer 5,289

Wanne(n)boppeleⁿ

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Wanne(n)boppeleⁿ Band 4, Spalte 1423 Wanne(n)boppeleⁿ 4,1423

Wanne(n)büezer

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Wanne(n)büezer Band 4, Spalte 2034 Wanne(n)büezer 4,2034

Wanne(n)flicker

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Wanne(n)flicker Band 1, Spalte 1193 Wanne(n)flicker 1,1193

Wanne(n)flëchteⁿ

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Wanne(n)flëchteⁿ Band 1, Spalte 1166 Wanne(n)flëchteⁿ 1,1166

Wanne(n)macher

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Wanne(n)mūl

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Wanne(n)mūl Band 4, Spalte 182 Wanne(n)mūl 4,182

Wanne(n)rütteli

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Wanne(n)rütteli Band 6, Spalte 1800 Wanne(n)rütteli 6,1800

Wanne(n)stat(t)

Idiotikon

Wanne(n)stat(t) Band 11, Spalte 1779 Wanne(n)stat(t) 11,1779

Wanne(n)wädel

Idiotikon

Wanne(n)wädel Band 15, Spalte 451 Wanne(n)wädel 15,451

Wanne(n)wëheleⁿ

Idiotikon

Wanne(n)wëheleⁿ Band 15, Spalte 1035 Wanne(n)wëheleⁿ 15,1035

Wanne(n)wëher

Idiotikon

Wanne(n)wëher Band 15, Spalte 1035 Wanne(n)wëher 15,1035

Wanne(n)wī

Idiotikon

Wanne(n)wī Band 15, Spalte 61 Wanne(n)wī 15,61

wannedāges

KöblerMnd

wannedāges , Adj. nhd. einst, vormals, ehedem, früher Hw.: s. wandāges E.: s. wanne (2), dāges L.: Lü 553b (wannedages)

wannehe

PfWB

wann·ehe

wann-ehe Adv. : Temporaladv., fragt nach der Zeit: 'zu welchem Zeitpunkt, wann', wanneh (wanˈē, ˈwanˈē; -ḁ-) [KU-Blaub Dunzw HB-Höch IB-Ommh…

wannehe(r)

RhWB

wann·eher

wann-ehe(r) PfWB ElsWB LothWB ahd., mhd. Lexer wannê , nd. wannēr entsprechend, ist allg., u. zwar Rhfrk wanē  [ wanī Saarbr-Völkl ; wənī …

wannehr

DWB

wann·ehr

wannehr , fragewort und conjunction, zu welcher zeit. ein nd. und md. dialektwort, das nur spärlich in der schriftsprache auftaucht. 1 1) as…

wannëht

Lexer

wann·eht

wannëht adj. ib. wie eine wanne gestaltet. einer ist w. als ein troc Renn. 365 ;

wanneimer

DWB

wanne·imer

wanneimer m. eimer zum ausschöpfen der wanne (?) corpus constit. Prutenicarum 2, 217 ( Morungen 1634).

wanneir

KöblerMnd

wanneir , Adv. Vw.: s. wannēr (1)

wannelbor

MeckWB

wannel·bor

Wossidia wannelbor a. Spr. wandelbar fehlerhaft, mangelhaft: 'semper taliter respiciat, quod nichil, quod sit responsabile, wandelbar propri…

Wanneldag

MeckWB

wannel·dag

Wossidia Wanneldag m. Tag, an dem die Dienstboten die Stelle wechseln Wa.

Wanneli

MeckWB

wann·eli

Wossidia Wanneli f. Spuk: dor bi den Stein süll Wanneli sin Ro Rostock@Doberan Dob .

wanneln

MeckWB

wann·eln

Wossidia wanneln a. Spr. -nd- 1. a. Spr. verändern: 'unde beholde my vulmacht, desset ieghenwardighe testament to wandelende unde to brekend…

wannelsa 2

KöblerAfries

wannelsa 2 , sw. M. (n) nhd. dunkler Fleck ne. dark spot (N.) Q.: E, H E.: s. *wann, *elsa L.: Hh 124a, Rh 1158a

Wannelschaft

MeckWB

wannel·schaft

Wossidia Wannelschaft f. Umgehen, Spuken: dee (Geist) hett sin Wannelschaft dor noch Schw Schwerin@Crivitz Criv .

Wannelseiß

MeckWB

wannel·s·eiss

Wossidia Wannelseiß f. wie Wannseiß Ma Malchin@Neukalen NKal ; Wa Waren@Groß Gievitz GGiev .

wanne als Zweitglied (30 von 177)

*newanne?

KöblerAnfrk

*newanne? , Adv. Hw.: vgl. ahd. niwanne* Son.: amfrk. MNPs mauuanne* (= neuuanne (Heyne) = niuuanne* (van Helten) = niuuanne*? nequando 2, 1…

Absüßwanne

Campe

Die Absüßwanne , Mz. die — n, eine große eichene Wanne, worin die Stärkemacher den Stärkemeisch absüßen; auch, der Absüßbottich.

alleswanne

KöblerAhd

alles·wanne

alleswanne , Adv. nhd. anderswann, sonst, schließlich, später ne. at other times ÜG.: lat. si quo minus Gl, quandoque Gl Q.: Gl (10. Jh.) I.…

Angewanne

PfWB

ange·wanne

An-gewanne f. : 1. 'Streifen an der Schmalseite des Ackers, auf dem der Pflug gewendet wird' (Pflugwende) [mittl. WPf östl. NPf FR-Bissh Dir…

badewanne

DWB

bade·wanne

badewanne , f. alveus. s. DWB bademulde , DWB badeschild , DWB badetrog .

Begütengewanne

PfWB

begueten·gewanne

 Begüten-gewanne f. , Begüten-wald m. : eine Flur bzw. ein Wald von Begüteten (s. PfWB begüten ). Bürger, die im Begiedeⁿwald (Bannwald) ho…

Blaswanne

RhWB

blas·wanne

Blas-wanne Wittl , Bitb , Prüm f.: hölzerne Windfache, durch eine Drehkurbel in Bewegung gesetzt; Fruchtreinigungsmaschine, Fochwanne mit fo…

Blechwanne

PfWB

blech·wanne

Blech-wanne f. : wie schd., -wann, Dim. -wännelche [ GH-Schwegh ]; vgl. PfWB Brenke .

Bruchgewanne

PfWB

bruch·gewanne

Bruch-gewanne f. : 'Acker, der neben einer sumpfigen Wiese liegt', Bruchgewann, FlN in BZ-Ingh; vgl. PfWB Bruchfeld . —

Brühlgewanne

PfWB

bruehl·gewanne

Brühl-gewanne f. : FlN in GH-Zeisk, Briefelgewann [ Vogel 14]; vgl. PfWB Brühlwiese 2. Vogel bezieht das Bestimmungsw. auf Briefe, die durch…

Bǖkewanne

WWB

buk·e·wanne

Bǖke-wanne f. Buikewannen Behälter, worin die Wäsche gespült wird (Frbg.) ( Kr. Detmold Det Kr. Detmold@Blomberg Bl ).

Dorfgewanne

PfWB

dorf·gewanne

Dorf-gewanne f. : im FlN Höfener Doʳfge- wann, einem Ortsteil von GH-Kand, der früher ein eigenes Dorf war. —

Dreigewanne

PfWB

dreige·wanne

Drei-gewanne f. : ' Feldstück in Dreieckform ', Dreigewann [ KB-Kriegsf ]; vgl. PfWB Dreispitze .

Drittgewanne

PfWB

dritt·gewanne

Dritt-gewanne f. : Name von Feldstücken. Kannler Drittgewann [ GH-Kand ]; vgl. PfWB Drittstück . In Gal-Dornf bildete die Drittgewann innerh…

dūsewanne

WWB

duse·wanne

dūse-wanne f. ⟨ Botter- ( Kr. Grafschaft Bentheim Ben Kr. Grafschaft Bentheim@Wietmarschen Wt , Kr. Osnabrück Osn Kr. Osnabrück@Iburg Ib ), …

eddeswanne

EWA

edde·swanne

eddemichilAWBAWB adj., nur Gl.: ‚ein wenig, modi- cus‘ (vgl. frühnhd. etlichgroß), adv., nur Gl. 2, 306, 20 (Rb): ‚einigermaßen, aliquatenus…

eddewanne

EWA

edde·wanne

eddeswenneAWB adv., nur Gl. 1, 293, 14 (Jb-Rd); 4, 21, 17 (Jc); 2, 299, 45 (Clm 19440, 10./ 11. Jh.), Bened.regel, Pred.s. B: ‚irgendwann, e…

etheswanne

KöblerAhd

etheswanne , Adv. Vw.: s. eddeswanne*

ettiswanne

KöblerMnd

ettiswanne , Adv. Vw.: s. etteswanne

Ableitungen von wanne (2 von 2)

Gewanne

Pfeifer_etym

Gewann(e) f. Ackerflur, an der mehrere Dorfbewohner teilhaben, mhd. gewande ‘Ackergrenze’ (wo beim Pflügen gewendet wird); mit Assimilation …

wannee

KöblerMnd

wannee , Adv. nhd. früher, spätereinmal, einstmals Hw.: s. wannēr (1) E.: s. as. hwanêr* 6?, Adv., Pron., wann, denn L.: Lü 553bf. (wannêr/w…