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urhab

ahd. bis sprichw. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

urhab m., n., f.

Bd. 24, Sp. 2431
urhab, m., n., f. zu ahd. arhefan, mhd. nhd. erheben (g. ushafjan). ur- A 1 und ur- C 2 kommen in betracht. ahd. urhab, -hap, mhd. urhap, orhab, urab (Hiob 10624 K.), orab; urhaf, f. Lexer 2, 2004, urhaft, f. nachtrag 388. vgl.hab(e) th. 4, 2, 45 habe 6, urhub, urhueb Staub-Tobler 2, 956, mhd. anhap, nhd. anhab Staub-Tobler 2, 866, widerhap, urb, urbet, urbkübel, urheber, urheblichkeit, urhebung. das m. überwiegt und ist für bed. 5 natürlich die regel; das n. erscheint noch bei Hohberg georgica 1, 275a, Unger-Khull 612a, in den mundartlichen formen das url (Schmeller-Fr. 1, 1033), das urb, urbet (Fischer 6, 297), vgl. Staub-Tobler 2, 867; das f. bezeugen L. Hätzer acta und geschicht (1523) i 4b, Thurneiszer probierung der harnen (1576) f 8, Gotthelf bei Staub-Tobler 2, 867, Schmeller-Fr. 1, 1033. von den schriftsprachlichen formen seien erwähnt: urhabt urkb. d. st. Freiberg i. S. 3, 196 und das verbreitete urheb Knorr v. Rosenroth pseudodoxia (1680) 142; Hohberg georg. 1, 200; 1, 275a; Zincke öconom. lex. (1744) 3055; Leopold hwb. d. ökonomie (1805) 518b; Adelung, Krünitz. mundartliche formen: urha, -halb, -halm, urb, urbet, urebet Fischer 6, 297, ueren, nuere, nuerget, url, ural Schmeller-Fr. 1, 1033; urhop, urvot Tschinkel Gottschee 318; urä Schacherl Böhmerwald 41; ura Unger-Khull 612a; österr. nura Kretschmer wortgeographie 587. das im wesentlichen aufs oberd. beschränkte wort verschwindet im 17. jh. aus der schriftspr.; von schriftstellern, die der ma. nahestehen, verwenden es noch K. L. v. Haller und Gotthelf. Campe bezeichnet das wort als verwerflich und für die bücherspr. ungeeignet. oberdeutschen mundarten bleibt u. (bed. 2) unentbehrlich, nur das neuere elsässische scheint wie das schweiz. darauf zu verzichten. einige sinnliche bedd. werden vorangestellt (1. 2), obgleich auch abstracte (causa Graff 4, 824) den ausgangspunkt gebildet haben können. 11) wenn im cgm. 206, 67b der berg Urhab genannt wird (was der berg U. genannt Birlinger schwäb.-augsb. wb. 422a), so wird die vorstellung der erhebung vorgeschwebt haben. vgl. auch die bezeichnung der Rheinquelle: bey ursprung des vorderen Rheyns ... von desz u. und lauff hernach ... gesagt wird Stumpf Schweizerchron. 601a; s. 4 Schöpper. 22) schon ahd. ist u. bezeichnung des sauerteigs, der den teig hebt oder sich heben läszt, so dasz er aufgeht (urhabtaig Seutter roszarznei 400), fermentum Graff 4, 824; mhd. wb. 1, 646b, 3; Lexer 2, 2004; Diefenbach gl. 64c; 230c; n. gl. 45b; 171a; 110a; fermentum höfel, saurteig, deyssam, uhrhab Megiser (1603) 1, 533b; u. im ulmischen der sauerteig Jacobsson 8, 58b; v. Klein 2, 208, Loritza 137; Birlinger schwäb.-augsburg. wb. 421b; kirchenschmuck 23, 23; Fischer 6, 297; Schmeller-Fr. 1, 1033; Petters andeutungen 35; vgl. oben bei den mundartlichen formen: ein vil wênigez u. erhevet einen grôzen troc vollen teiges predigt des 12. jhs. bei Schulze bibl. sprichw. 172; in dem ersten tag so wirt niht sein urhaup in ewern heusern cgm. 431 exod. 12, 15 Münch. museum 3, 139; du solt aber in den kruge ... legen ymber, langen pfeffer und ein u. von rohem teig küchenmeisterei (1497) e 4b; darumb vergleicht Christus das himelreich einem weib, das ein u. in das meel schüttet Huberinus vom zorn u. der güte gottes (1535) 82b; nimb u. von einem becken, so grosz als ein gansay Seuter roszarznei (1599) 38 u. ö.; auf den sauerteich, den man in Österreich urheb nennt, gieszt man laulecht wasser Hohberg georg. 1, 200; zum ansäuern wird vom letzten backen herrührender sauerteig, im ganzen walde urä genannt, genommen Schramek Böhmerwaldbauer 49. bildlich: derselben verfüerer lere wirt auch zuogeleicht dem urhab der Phariseyer und Saduceyer, vor deme Cristus gewarnet hat sein junger, die bey demselben urhab verstuoenden das materlich geurhabt und sawer prot der Phariseyer B. v. Chiemsee 115 (Matth. 16, 4); 116 R. 33) anhub, anfang; vgl. erheben 15. mhd. wb. 1, 646b, 1; Lexer 2, 2004. a) origo Frisius 929a; principium, initium cujusvis rei Calepinus (1570) 1218: die allerlasterlichste sünd der abgötterei ... hat zu disen zeiten iren u. genomen G. Alt b. d. cronicken (1493) 20a; diese fede hat lang gewert, und wol sechs jar vergangen, das die iren u. gewunnen Aymont (1535) r 4b; Tschudi chron. 1, 506; das ist der u. dises spils schweiz. spiele des 16. jhs. 1, 110 B. b) rechtssprachlich schuld, anlasz: dasz wort u. (anlasz zur klage) sind (1374) quelle bei Staub-Tobler 2, 867, 1; wer u. ist, dasz streit entsteht, zahlt ... (vor 1459) ebda; wo aber der verwandt den u. getan ..., den u. uf den andern erzöugen und bringen (1539) ebda. noch bei Gotthelf: den u. beweisen (wer bei einer schlägerei den anfang gemacht) u. ö. Staub-Tobler a. a. o. im rechtssprichwort: wesz der u. ist, der soll bessern Graf-Dietherr 3052 (nach Schreiber urkb. d. st. Freiburg i. B. 1, 1, 77; Fischer 6, 296. c) im schweiz. concret das, womit man beginnt die sommerweide auf der alp zu beziehen, vieh und gerät, dann habe überhaupt: husrat und u. (1454) quelle bei Staub-Tobler 2, 867, 2; im 1612ten jar ist der gemeind urteil erkennt, was für u. gerechnet werden solle, als namblichen alles sammen, was im haus ist, wie auch hew und veich, ist für u. erkennt ebda; ur-, far- und barhab (1668) ebda. 44) ursprung, ursache, veranlassung, grund, grundlage, hauptsache u. dgl. causa Graff 4, 824; u., brunnquell Schöpper a 5b; caput est ad bene vivendum securitas, das ist der fürnemst punct oder das fürnemst und höchst, der recht grund und u. Frisius 189b: also hab ich ouch gelert, das alle urhab des guoten von got sye L. Hätzer acta u. gesch. (1523) i 4b; und ist disz der erste u., dasz die grafen von Windisch ... all grafen von Habspurg genämpt worden Tschudi chron. 1, 9; von dem ursprung und u. aller breuch und miszbreuch S. Franck chron. (1531) titel; wein und weib ... alles bOesen ein u. sprichw. (1541) 2, 158b; jede nation sich derselbigen (morbus gallicus) urhabs beschemen will Ryff chirurgia 72a; Fries würzburg. chron. 37a; von dem ersten u. aber der stadt Rhom schweiz. spiele des 16. jhs. 1, 109 B.; der summ urhab und ganzes wäszen würt üch der schreyber yetzt vorläszen 1, 109, 19 B.; die erste u. solcher humorum Thurneiszer probierung der harnen (1576) f 8; von dem u. menschlicher seel Rebmann naturae magnalia (1620) vorr.; denn das wasser ist der erste vorrath, bauung und u. gewest Franckenberg nosce te ipsum (1676) 43; die wurzelfeuchte oder der urheb der natur Knorr v. Rosenroth pseudodoxia (1680) 142. 55) persönlich, der urheber (aber nicht wie urheber A 3 auf den autor eingeengt); mhd. wb. 1, 646b, 2; vgl.orthabe(r). author, coryphaeus, princeps, architectus Frisius 147b; 339b; 1057a; 114a; conditor, artifex Schönsleder (1647) L ll 7b; noch von Dentzler (1716) 339a und Aler (1727) 2, 2131a neben urheber angeführt: Cristus ist eyn u. unsers geloubens heiligenleben winterteil (1471) 148b; das haubt und der u. der gerechtikeit schatzbehalter (1491) 169b; der du bist der erst u. und schöpfer aller natur 348d; ob ich oder die meinen der sachen ein u. oder anfänger seyen gewesen H. R. Hetzel an d. rat zu Bern 1513 bei Stettler 1, 500a; wisz auch ..., das Johann Reuchlin ... ain u. ist alles nutzes in teutschen landen Eberlin v. Günzburg 1, 3 ndr.; S. Franck zeytb. 442b; Herold chron. aller erzbischoven zu Mainz 87b; ich habe dargethan, dasz gott aller deren ding eine u. genennet werd Calvin institutio (1572) 146; wer der u. von thätlichen beleidigungen ist, wird ... bestraft K. L. v. Haller restauration der staatswiss. (1816) 1, 408. vgl. 3 b. 66) veranlassender vorgang, hergang: Tarquinius ... was der, der die reyn Lucreciam ... überwältiget, und beschach das mit solchem urhab schweiz. spiele des 16. jhs. 1, 109 B. insurrectio in civitate, tumultus Haltaus 2004 (Freiberg i. S.), streit, zank Lexer nachtr. 388 (Heiligenstadt 1335); von dem urhabe zwischen dem von Wirtenberg und den reichstetten Meisterlin städtechron. 3, 284; er einen urhabt gehoben in eines fromen mannes husz urkb. d. st. Freiberg i. S. 3, 196. —
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    urhabst. M. (a?, i?), st. N. (a)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    urhab , st. M. (a?, i?), st. N. (a) nhd. „Urhab“, Ursache, Beweggrund, Bewegung, Sauerteig ne. cause (N.), leaven (N.) Ü…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Urhab

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    * Der Urhab oder

  3. modern
    Dialekt
    Urhab

    Schweizerisches Idiotikon

    Urhab Band 2, Spalte 867 Urhab 2,867

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    Urhab

    Wander (Sprichwörter)

    Urhab Wess der Urhab ist, der soll bessern. – Graf, 305, 149. Wenn in einem Streit (Zweikampf, Schlägerei, Raufhandel) e…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit urhab

8 Bildungen · 8 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von urhab

ur- + hab

urhab leitet sich vom Lemma hab ab mit Präfix ur-.

urhab‑ als Erstglied (8 von 8)

urhaben

DWB

urhaben , v. , fermentare ( s. urhab 2) vocab. 1445 bei Schmeller-Fr. 1, 1033 . bes. im part. geurhabt fermentatus. vgl. urhabanaz fermentat…

urhaber

DWB

urhaber s. urheber . urhäbig, -hablich s. urhebig, -heblich.