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suff

nhd. bis Dial. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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12 in 9 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

suff m.

Bd. 20, Sp. 998
suff, m. , als nomen actionis vom verbum saufen gebildet, später auch mit konkreten bedeutungen. dasselbe wort ist ags. sype 'aufsaugen' und, falls als söpe aufzufassen, mnd. sope 'trank'. ein wort der derberen sprache. vgl. auch die nebenform soff in teil 10, 1, 1402. 11) schluck, zug, den man in einem atem vollführt, 'haustus, amystis' Schönsleder (1647) H h h 1a; oft mit dem beisinn eines unmäszigen zuges, 'immoderatus haustus' Frisch teutsch-lat. (1741) 2, 151: von einem suff sy (die Sarazenen) trunken send und werdent ganz hirnschellig Faber (1557) in: schweiz. id. 5, 358; ausz solchen hab ich einen gesehen, der soff ein solchen starcken suff, dasz das glas ein krach liesz, und entsprang in der mitte entzwey Höniger narrenschiff (1574) 59b; auch weil der mensch ist ein animal soziale, lud er gemeinlich gern zu ihm etlich wol besoffene schlucker seiner nachbauren; mit denen nam ers an in allen päszen und süffen, wie mans ihm bracht Fischart Garg. (1594) 171b; so trink auf d freud ein guten suff (1620) schweiz. id. 5, 358; sonste möchte ein trunckenbold ... dem andern einen ungeheuren, barbarischen suff zumuhten Dannhawer catechismusmilch (1657) 2, 32. neben dem pommerschen trunk und schluck auch der pommersche suff: wann du aber an einer tafel under groszen herren geschlossen und ein pommerischen suff auszzustürtzen gezwungen würdest Guarinonius greuel d. verwüstung (1610) 714. häufig einen (guten, groszen u. s. w.) suff tun: da lasz mich thun ein guten suff, Marcolphe, sieh, der gilt dir druff Scheit Grobianus v. 111 ndr.; es möchte ein solcher unflat und weinschlauch seyn, der möchte gern so grosze süff thun theatr. diabol. (1569) 323b; da brachte Wagners famulus wein in einem fasse, da thet er einen guten suff W. Hildebrand goetia vel theurgia (1631) 75; ich thate (von dem wermutwein) einen solchen grausamen suff, dasz mir die händ und füsz ... jämmerlich zitterten Abele künstl. unordn. (1669) 2, 329. in einem suff, auf einen suff in einem zuge: (gewohnt) eine oder zwo masz bier auff ein suff zu sauffen V. Schumann nachtbüchlein 117 Bolte; sauff ... diese kannen in einen suff aus J. Gigas postilla (1595) 1, 81a; in dem hub sie die kandten uff und truncks herausz auf einen suff L. Sandrub hist. u. poet. kurzweil 79 ndr.; es gilt hie sechs, in einem suff, herr Fratz, ihr müsset das auszsauffen Weckherlin 1, 511 F.; herr Hansz Schweinhart ... hat dises glasz in einem einigen suff auszgetruncken Albertinus Lucifers königreich 194 Liliencron. [] mundartlich manchmal in verengerter bedeutung: suff 'starker hastiger schluck, unvorsichtiger, übermäsziger trunk, der schlimme folgen hat' Spiesz henneberg. 249; 'kalter hastiger trunk, in erhitztem zustand eingenommen' Fischer schwäb. 5, 1952; er kränkelt jetzt, er hat'n suff getan. die kuh hat'n (kalten) suff getan ebda. 22) das saufen, sauferei, zecherei, trinkgelage, 'potatio' Stieler 1686; 'la beuverie' dtsch.-frz. lex. (1695) 357; beym suff inter compotandum Frisch teutsch-lat. wb. (1741) 2, 151: der herr Jesus sasz zu gaste, nicht als ein tellerlecker, schwutzenbeiszer und schmarutzer, der umb eines suffs willen jederman den fuchs streichet Val. Herberger hertzpostilla (1613) 1, 572; suff und gefresz (1702) schweiz. id. 7, 358; zan suf bin i dar erst, zan zahlen und gehn da löst Lindemayr s. dichtg. in obderenns. volksmundart (1875) 53; die erweisliche lehre, dasz ... nichts so wichtig, dauernd und wahrhaft und unsterblich als ein gelungener suff F. Kürnberger siegelringe (1874) 129; acht tage lang war freier suff in den wirtshäusern Fr. Engels an K. Marx 3, 265; du bist neulings wieder auf suff betreten worden Rosegger II 4, 105; der obereggsenne hatte ihnen (den burschen) einen gewaltigen suff versprochen (1898) schweiz. id. 7, 358; für das schieszen vor der hochzeit erhalten die gesellen des orts in dem wirtshaus ... einen ordentlichen suff Fischer schwäb. 5, 1951; studentisch: suff soff, commers, gelage, becherei Vollmann burschik. wb. 439. 33) das gewohnheitsmäszige saufen, trunk, trunksucht: dennoch soll sich einst das gerücht verbreitet haben, der herr vater Jahn habe sich ... aus verzweiflung dem suff ergeben H. Pröhl Jahns leben (1855) 289; durch kurasche gewinnt er immer wieder an respekt, was er durch den suff etwa eingebüszt hat Holtei erzähl. schr. 35, 44; der Herbst ... ist begraben, der arme herr. den hat der suff in die grube gespielt 15, 156; du wirst mir jetzt nur noch mehr zum suff ang'leit't Anzengruber (1890) 4, 28; in den sogenannten 'besseren kreisen' ist der suff noch viel ekelhafter, als auf dem dorf Rosegger sünderglöckel (1904) 12; mochten sie samt den Polacken selber verkommen in schmutz und suff und verdummung Cl. Viebig d. schlafende heer (1904) 2, 428; dem bezirksmüller Lutz soll keiner nachsagen, dasz er dem suff ergeben sei daheim 31, 261b; mundartlich: suf trunksucht Liesenberg Stieger ma. 216; suff andauerndes trinken, trunksucht Müller-Fraureuth 2, 588a. 44) der stille suff, bedeutungsmäszig dem abschnitt 2 u. 3 zugehörig: auf den groszvater dürft ihr nicht rechnen ... hat sich dem stillen suff ergeben Holtei erzähl. schr. 22, 209; er wird sich dem 'stillen suff' übergeben 3, 56; profane menschen werden nun gleich von einem stillen suff reden Jac. Burckhardt briefe an einen architekten (1897) 32; er hat sich dem stillen suff ergeben er trinkt viel, ohne dabei zu sprechen Hügel Wiener dialekt 161. 55) betrunkenheit, rausch: einen suff haben être yvre, ebrium esse dtsch.-frz. lex. (1695) 357; esser' ubbriaco, cotto Kramer 2 (1702) 433; so sollen sie die obrigkeit vermanen, dasz sie nicht leiden, dasz man lange hochzeit halte, zwen, drey, vier, fünffe und mehr tage, wie es denn an etlichen orten der gebrauch, dasz man auff den donnerstag zuvorn die hochzeitgeste ladet und anhebt zu sauffen und weret bisz auff den folgenden donnerstag hernach, da gehen sie aller ersten zum bade und waschen die ubrige süffe ab Erasm. Sarcerius hirtenbuch (1566) 465; wie es Alexandro Magno ergangen, als er seinen besten trewesten freund, den Clitum im suff erwürget C. Dieterich buch. d. weish. (1627) 1, 171; ich wuste wol, dasz er sich in dem suff auf keinerley art besinnen konnte Zendorius a Zendoriis (d. i. Joh. Beer) teutsche winternächte (1682) 281; (ein bauernknecht) der war auch so ein arger lästerer; hatte nebenbei auch alle tage seinen suff Leoprechting aus d. Lechrain (1855) 64; schweizerisch: suff rausch Stalder 2, 418; er hät acht süff i der wuche. am sunntig zwē. öppis im suff tue schweiz. id. 7, 359; auch soff: er verkauft seine haut im soffe (nimmt handgeld für fremde dienste) (1759) ebda; er ist fast all im soff ebda. [] 66) konkret, vom getränk, 'potus' Stieler 1686: zum guten fressen gehört auch ein guter suff L. Ph. Hahn graf Karl v. Adelsberg (1776) 57; suff 'getränk', händlersprache vor 1850 Fischer schwäb. 5, 1952; ein guter, elender suff Heyne dtsch. wb. 3, 912; suff alkohol, alkoholartige getränke zeitschr. f. dtsche wortforsch. 15, 253; studentisch: sein essen bezeichnet er (der student) als frasz, sein trinken als suff Meier Hallische studentensprache (1894) 43. in Tirol: suff trank Schöpf 728; (reiter) läszt sich, wie von plötzlichem schwindel befallen, auf die bank nieder: 'ein suff wasser!' K. Schönherr glaube u. heimat (1910) 32. 77) mundartlich ist die bedeutung zum nomen actoris weiterentwickelt. besonders bairisch: suf säufer. du bist a rechter suf, du suf du! Schmeller-Fr. 2, 231; suff säufer Schöpf tirol. 728; Lexer kärnt. 245; 'ein starker trinker' Hügel Wiener dialekt 161. auch sonst: suff trunkenbold Hertel thür. 240; Liesenberg Stieger ma. 216.
7688 Zeichen · 140 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SuffDer

    Campe (1807–1813) · +5 Parallelbelege

    ≠ Der Suff , — es , o. Mz . 1) Der Soff. Kaysersberg. 2) I Baiern, der Sturm. Uneigentlich, Schrecken, Bestürzung. Fulda…

  2. modern
    Dialekt
    Suff

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    PfWB RhWB Suff [Syf f. Mark. , m. Str. ] Saufgelage. Ër is t wi e der d ganz Stund uf d e r S. Mark. ‘Im Suff het er sim…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit suff

93 Bildungen · 87 Erstglied · 4 Zweitglied · 2 Ableitungen

suff‑ als Erstglied (30 von 87)

Suffkopf

SHW

Suff-kopf Band 5, Spalte 1649-1650

suffel

DWB

suf·fel

suffel , n.? ( f.? ), zubrot, zukost zum brot: obsonium suffel in zwei voc. lat. germ. des 15. jh. ( md. ) bei Diefenbach 390 a ; obsonium, …

suffeln

PfWB

suff·eln

suffeln , süffeln schw. : 1. a. 'in kleinen Schlukken, genießerisch trinken', siffele [ IB-Blieskst KL-Hütschhs ], siffle [ PS-Rodalb Don-Sc…

suffelstirn

DWB

suffel·stirn

suffelstirn , ein in der lesung wie im genus unsicheres altbasler schimpfwort: (epitheta malarum mulierum et fictarum virginum) suffelstirn,…

suffen

DWB

suffen , vb. , auch soffen. 1 1) suffen ' schlürfen, einsaugen, imbevere, succiare ' Schmeller cimbr. wb. 176 b . weitergebildet: sufezen ' …

suffen I

RhWB

suffen I -u- = saufen (s. d.).

suffen II

RhWB

suffen II -uf- vereinz. WMosfrk in Bernk-Neumag schw.: nur unpersönl. nahe daransein; es et Fass voll? Et sufft grod; nechst wer ich met dem…

suffenmächer

DWB

suffenmächer , m. , der ' suff ', brühe, suppe macht: sorbiciarius suffenmecher (15. jh., md. ) Diefenbach 543 a . s. 2 suff.

suffenstier

DWB

suffen·stier

suffenstier , m. , fetter, gut gemästeter stier? übersetzung des lat. torosus: freu dich, freu dich, du mageres thier, man wirdt an dir nit …

Suffer

LothWB

suf·fer

ElsWB PfWB RhWB Suffer , Suffersch s. Siffer, Siffersch.

Sufferei

LothWB

suffe·rei

PfWB RhWB Sufferei [zùfəreï Bi. u. s.; zaufərai D. Si. ] f. Säuferei, anhaltendes Trinken, Trinkgelage: das isch m'r e S.! — ElsWB els. 2, 3…

sufferte

DWB

sufferte , f. , auch souferte, eine abgabe von edellehen. zu mlat. sufferta (homagii) aufschub des lehenseides bzw. eine dafür entrichtete a…

Suffet(e)

ElsWB

suff·ete

Suffet(e) [Syfətə Liebsd. Steinbr. b. Sennh.; Syfət Bf. ] f. Trinkgelage. Hait i h r e rëchte S. g e ha bt bi dër e Täufete? Liebsd. — Basel…

Suffeten

Herder

suff·eten

Suffeten , hießen die höchsten Magistratspersonen in Karthago.

Suffhafen

PfWB

suff·hafen

Suff-hafen m. : 1. 'Krug, großes Trinkgefäß', Suffhaawe [IB-Ensh ( Glass II 62)]. — 2. 'wer oft zuviel Alkohol trinkt'. Der ald Suffhaawe gä…

sufficient

KöblerMnd

sufficient , Adj. nhd. „suffizient“, genügend, ausreichend I.: Lw. lat. sufficiēns E.: s. lat. sufficiēns, (Part. Präs.=)Adj., hinreichend, …

Sufficit

Herder

Sufficit , lat., es genügt; sufficient , genügend; sufficiens quantitas (s. q) , zureichende Menge; Sufficiens , Zulänglichkeit.

suffig

DWB

suf·fig

suffig , süffig , adj. , auch in der nebenform söffig. zu 1 suff, soff. 1 1) trunkliebend, dem suff ergeben: die rathspersonen sollen auch e…

suffire

GWB

suff·ire

suffire [bisher nicht publizierter Wortartikel]

Suffisance

Herder

Suffisance (süffisangß), Selbstgenügsamkeit, Dünkel; suffisant , selbstgenügsam, eingebildet.

suffisant

RDWB1

suffi·sant

suffisant ein ~es Lächeln - самодовольная улыбка

suffite

DWB

suff·ite

suffite , f. , im theater ein herabhängendes dekorationsstück, das den himmel, wolken, gewölbe u. s. w. darstellt. aus ital. soffitta ' dach…

Suffix

Pfeifer_etym

suf·fix

Suffix n. ‘Nachsilbe, Flexionsformen oder Wörter bildendes Morphem’, eigentlich ‘Angefügtes’, gelehrte Übernahme in die Terminologie der Gra…

suffixal

FiloSlov

suffixal , adj суффиксальный , п

suff als Zweitglied (4 von 4)

Chüesuff

Idiotikon

Chüesuff Band 7, Spalte 359 Chüesuff 7,359

Hund(s)suff

Idiotikon

Hund(s)suff Band 7, Spalte 359 Hund(s)suff 7,359

kühsuff

DWB

kuh·suff

kühsuff , m. gewaltiger zug eines trinkers ( s. DWB kuh II, 4, b ): ein ksuff, das nicht sitzest nider ( d. h. ohne dich zu setzen ), man h…

zusuff

DWB

zusuff , m. : umb eines ... zusuffs willen ... bey fürsten und herren zu hofe sich aufgehalten Moscherosch gesichte (1650) 219 .

Ableitungen von suff (2 von 2)

suffe

DWB

suffe , f. , schweizerisch ' schotten ' u. dgl., s. DWB saufe in teil 10, 1, 1876.

versuffen

DWB

versuffen , verb. , nl. nd. wort, ins nord. übergegangen, von einem adj. nl. suf ' von sinnen ' gebildet, vgl. Franck-Wijk etym. wb. 682 f.;…