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saufen

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
17 in 13 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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Eintrag · Rheinisches Wb.

saufen

Bd. 7, Sp. 798
saufen das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk saufə, –ǫu-, dau saifst, –ęi- (-št) [-Ei-, –E- innerh. einschl. Wend-Breungenborn Ehlenb Kefersh Zaub Dickesb Martin-Weierb], Part. gəsof, –u-; Mosfrk zǫufə(n), –ou-, dou zęifst, –ei- Saarl-Berus, [Trier-Stdt daneben -ou-], Prät. zof, Conj. -e-, Part. gezof(ən); n. der Diphtongierungsl. zufə [-ū- s. kraufen], du zyfs [-ȳ-], Prät. zof, Conj. -ø. [uSieg, LRip auch zouf, –of-, –ō-], Part. jəsǫfə [-ǫuf-, ǫf-, –-]; auch Siegld zufə [Salchend Zeppenf Wiederst -auf-]; OBerg n. Benr.-L. -ūp- u. -u-, du zyps, Prät. zop, Part. jəzopən; NBerg -up-, du zyps, Prät. z(ə)p, Part. xəs(ə)pən [Wermelsk jəzǫfən]; SNfrk -ūp-, du zyps, Prät. zūəp, –ōə-, Conj. -ȳə-, –ə-, Part. jəzəpe, –ōə-; Klevld -up- [-y- Klev-Zyfflich Donsbrüggen Keeken, Rees-Elten], hę zypt, Prät. zōp, zupnə, Part. γəspə; MülhRuhr -ūp-, he zypt, Prät. zōp, Part. xəzōpən st.: 1. wie nhd., vom Tier, bes. vom Vieh (nicht verächtl.); dat Dier es verschlochen, et well net mih s. Rip, Allg.; das Jungtier s. losse aus dem Tränkeimer Allg.; dem Veh ze s. mache die Viehsaufe herrichten Aden, Allg.; de Kuh seift sich trinkt ihre eigene Milch aus dem Euter, — hot sich iwersoff Bernk-Sensw, — es iwersoff hat zu gierig gesoffen Saarbg-Nennig; det Veh s. ihm Saufe reichen Altk-NFischb. RA.: En Honn (Huhn) süpp on schiff (uriniert) net; e Kning (Kanin) schiff on s. net ein Weltwunder MGladb-Giesenk. De Schäfcher woren s. wenn es nach der Bildung von Schäfchenwolken regnet Trier-Mehring. Mer kann den Esel (Ochs, e Perd) an't Wasser drive (fahre, zwenge), ävver net mache, dat e süff (ä. nit duhn s.) man kann jmd. veranlassen oder zwingen, etwas zu tun; aber mit dem Herzen ist er nicht dabei; man kann die Kinder nicht zum Guten zwingen Prüm, Rip, Nfrk. E Kolf, wat got süpp, bruck net te freəte sagt der Trinker, der schlechten Appetit hat Kemp, Allg.; e K., dat net seift, dogt (taugt) neist dass. Trier. — Will ein Kalb nicht s., sagt man: Döh em en Eisebahnskappe op, dann sall et wahl s.! Altk-Birken, Allg. (s. weiter bei Kalb). Do süpp de Katt in't Hüs wo alle Bewohner Trinker sind Emmerich. Er mecht e Gesicht (so trübe) wie e Kader, der Essig gesuff hot Birkf-Bundenb, — en Esel, de Most seift Bernk. Et hot noch zulewen ken Kuh un (an) em Kalf gesoff noch keine Mutter von einem Kinde zuviel verlangt Bitb, Trier. Wat sönd de drei wonderlichste Diers? Der Hahn süppt on pischt net; et Schof p. on s. net; der Eəsel mäckt dreieckige Küətele dur e rongk Loek MGladb. — 2. verächtl., vom Menschen, zu viel, zu gierig Flüssigkeiten trinken, suff net su, drenk anständig; ene ganze Pott Kaffe hät e gesoffe Rip, Allg. RA.: Sauf nit wie e Kuh! zu dem, der in Zügen Wasser trinkt Rhfrk, Allg. Er süppt wie en Hohn langsam OBerg, Allg., — en Duf stark Malm, — e kölsch Rend Siegld-Nauholz, Sohlb. De süfft, dat mer e Möhlrad derbet (-mit) driwe kann Siegld-Nauholz. Der friss on süff got on driss (scheisst) gruəte Höp (Haufen) Neuss-Stdt. Den hat ken gut Melch gesoffen ist nicht von guter Art, nicht guten Sinnes Malm, Prüm, Mosfrk, Rhfrk. Us der Dachkall (-rinne) s. künne lang, gross sein Köln-Stdt. Er micht e Gesicht, mer mänt, er hätt Essig gesoff Mosfrk, Allg. Der moss Tent (Tinte) gesoffen han der muss nicht bei Sinnen sein, der so etwas getan hat Rip, Allg. — Im bes. zu viel alkoholische Getränke zu sich nehmen; der süff (ze vill) Schnaps; der süff (net schlech) ist ein Trinker Rip, Allg.; s. on puffe s. u. raufen Schleid-Hellenth; onfazunlek s. nur darauf los s. Geld; de seift de ganze Dag nore ämol Rhfrk, — bis dat e emfällt, net mih stinn kann Kobl, Allg.; den süppt en Fat allen Geld, Allg.; der hat an ganze Bach gesoff Koch, Allg.; sech blo s. Kreuzn; sich kapot s. Allg.; sech voll on doll s. Aach; sek schef (schiel) on schell s. Elbf; der seift sich noch en de Dut Kobl-Bend, — sich de Auen fir de Kopp Bitb, — sech den Arsch voll Rip; de süpp de angere onger den Dösch Wermelsk, Allg.; supp onder, ren o.! zu dem, dem man ein Gläschen Schnaps anbietet Mörs; he es voll gesoffe betrunken Rip, Allg., — wie e Tönnche Grevbr-Noithsn; en sufe Familij mit vielen Trinkern Aach. RA.: Der süff wie e Dier Sieg-Braschoss, — en Kuh Rhfrk, Allg., — e Rengk (Rind) Grevbr, — e Kalf Allg., — nüng Ossen Sol, — e Perd Düss-Kaiserswerth, Erk-Bellingshv, — e schäəl P. Schleid, Dür, — ene Karehengs Jül-Kirchbg, — en Gess (Ziege) Sieg-Braschoss, — e Fisch Saarbg, — en Gif (Fisch) Trier, — ene Schnoch (Hecht) Eusk-Dirmerzh, Bergh-Bergerhsn, — en Unk Bitb-NWeis, Trier, Bernk, Koch, Kobl, Kreuzn-Weiler, — en Schwein Allg. (auch da, wo Schw. als Appelat. nicht vorkommt), — ne Kater Jül-Langw, — en Birschtebenner (Bürstenbinder) Mosfrk, Rhfrk, Köln-Stdt, Wermelsk, — enge Schanzebenger Aach-Walh, — ene Bahnewärter Rees-Hüthum, — enne Kahrdriwer Geld-Straelen, — ene Karebengel (Fuhrknecht) Heinsb-Erpen, — enne Ketzer (Ketter) Mörs, Klev, Rees, Mettm, Wermelsk, — enne Kraat Geld, Klev, — e Loch Rhfrk, Allg., — e Mesloək (Mist-) MGladb-Rheind, — en (lebendige) Senk Rip, Nfrk, — ne Spölsten Düss-Gerresh, — e Dippche Ottw-Landsw, — en Kaffipott Kobl, — en Spröz (Giesskanne) Grevbr, — ne Opnehmer (Putztuch) Düss-Gerresh, — ene Karenaf (-nabe) Heinsb-Dremmen, — en Ka(r)dau Mörs. Hej kann frete as ennen Dorsser (Drescher) en s. as enne Nagelschmed Rees. Freət wie en Katz un sup wie ene Hongk (Hund), dann bliffs du gesongk MGladb-Giesenk. Wen (wer) dor süpp wie en Senk, krig bald de Kränk; wen dor äwer s. wie en Dier, den krig se noch ehr Mörs-Rheinbg, Jül, Köln. Wer süff wie en Geck, fällt bei de Sau en der Dreck Bergh-Hüchelhv. Se (die Winzer) mache de Fässer kugelrund un s. als wie en Pudelhund Trier-Mehring. Der Kerl seift, dat em de Orsch dämpt Goar-Weiler, — dat de Schwart kracht Kobl-Bend. He soff so vill, do kunnt sech Wochen en Müll van gohn uWupp. De süff, et wär schad, wann e net angebunge (wie ein Kalb) wär wuərde Sieg-ODollend. S. as meng Lost, wan et neist kost! Bitb-Hütting. Nicks we fresse un s., noher gonn se op Schluffe Köln-Stdt. Glas un Kann gebört dem Mann, ävver et S. brengk in op de Schl. ebd. Wo S. en Ehr es, do mät Kotze kein Schand ebd. Durch S., Spill un Lef (Liebe) word mäncherein zum Def (Dieb) ebd. Dem (Trinker) es et S. och leiter (leichter) äs et Laupen Mettm. De Ale s. ger, on de Jonge kreien de rut Nas Neuw-Vettelschoss. Die s. do (im Wirtshaus) un stenken un sitten Kūlen in de Bänke Gummb. Wer lang süfft, wörd alt Düss. Glöf dem net, de süff! scherzh. Warnung Rheinb-Meckenheim. Wer sech nat (nass) wäscht on schruppt, de krit en Mann, de süppt Mettm, Allg. Alles, wat geschoren es (Geistliche), dat süppt Geld-Leuth. Der süff op et Kerf (Kerbholz) der Trinker borgt Sieg. Krakihl (streite), wu's de gesoff hos! Trier. He süff sich de Bach eraf vertrinkt sein Vermögen Schleid. Besser sech kapot gesoff, als sich k. Mestpudel gedrohn Kobl-Bend. Dor ete sich mehr Mensse k., as sich k. s. Mörs, Kevelaer. Sauf dich voll und fress dich dick un halt's Maul vun Bolidik! zu einem, der sich durch sein Reden lächerlich gemacht hat Kreuzn-Laubenh Allg. Suff rude Weng (Wein); r. W., de stopp! zu dem, der zu faul ist, seine Strümpfe zu stopfen Schleid-Hellenth. He hät Schni (Schnee) gesoffen umsonst getrunken Neuw-Gladb. Wat de Bur nit kennt, dat frett he nit; awer s. döht he et doch Barm. — Mehrere Dörfer werden geneckt wegen der Sauflust der Männer: Alles, wat van Öpe (Eupen) küt, dat süppt. Die Mackerder (Birkf-Mackenr), die Hedderder (Hettenr), dat es e lustig Kor; wo et nor se s. get, do sin se hurtig do. In Materborn (Kr. Klev) s. se Fusel (Schnaps) üt de Kuhhorn. De Klonk (Karbidgrubenlampe) moss Wasser s. man muss Wasser nachfüllen, in der Bergmspr. Siegld, Altk. — Abl. die Sauferei, dat Gesauf(s).
7840 Zeichen · 169 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Saufen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Saufen , verb. irreg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben erfordert; ich saufe, du säufst, er s…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    saufen

    Goethe-Wörterbuch

    saufen vereinzelt -ff- 1 (übermäßig) viel Alkohol trinken; derb, von Menschen [ Wirt vorwurfsvoll zu Söller: ] Er ist ei…

  3. modern
    Dialekt
    saufen

    Lothringisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Sauf , saufe n s. Suff, suffe n .

  4. Sprichwörter
    Saufen

    Wander (Sprichwörter)

    Saufen 1. Besser e Halbi 1 g'soffe und vam Wîbervolch eweg g'loffe. – Sutermeister, 129. 1 ) Auch Halbe = Halbmass Wein …

  5. Spezial
    saufen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    sau|fen (säuft, soff, gesoffen) I vb.intr. 1 bëre (bër, boiü) 2 ‹pop› (unmäßig trinken) sboacé (-cëia) 3 (dem Alkohol er…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit saufen

20 Bildungen · 7 Erstglied · 9 Zweitglied · 4 Ableitungen

saufen‑ als Erstglied (7 von 7)

Saufenbolle

PfWB

saufen·bolle

Saufen-bolle f. : 'Schöpfkelle für das Viehfut- ter', Saufeboll [ HB-Brenschb ]; vgl. Saubolle ; zum Grundw. s. Bolle 1. Rhein. VII 806 . —

saufenchel

DWB

sau·fenchel

saufenchel oder säufenchel , m. bezeichnung zweier fenchelarten Pritzel-Jessen 268 f. peucedanum alsaticum, auch geisz- und rossfenchel gena…

Saufenkanne

PfWB

saufen·kanne

Saufen-kanne f. : 'großer Topf, in dem die Kartoffeln für das Vieh gekocht werden und in dem Wasser für die Tränke heiß gemacht wird', -kann…

Saufenkiwwel

PfWB

Saufen-kiwwel m. : 'Kübel für die Viehtränke', -kiwwel [ NW-Kallstdt ]; vgl. Tränkenkübel , Saufenständer , -zuber .

Saufenzuber

PfWB

saufen·zuber

Saufen-zuber m. : 'Standgefäß, in dem das Viehfutter gesammelt und angemengt wird', -zuwweʳ [ NW-Kallstdt ]; vgl. Saufenkübel .

saufen als Zweitglied (9 von 9)

absaufen

DWB

abs·aufen

absaufen , debibere, nnl. afzuipen. den schaum vom bier absaufen; sich im wein ertränken und das leben absaufen. Simplic. 1, 102; du wolltes…

aussaufen

DWB

aus·saufen

aussaufen , ebibere, exhaurire, nnl. uitzuipen, heute nur von thieren oder unmäszigen menschen, ehmals häufiger: troet und trotzet, so vil r…

besaufen

DWB

bes·aufen

besaufen , eigentlich demergere, ahd. pisoufan ( Graff 6 , 171), mhd. besoufen, ersäufen: mit einer neuen see besäufen. Lohenst. Arm. 1, 589…

ersaufen

DWB

ers·aufen

ersaufen , aqua mergi, praet. ersof, part. ersoffen, ahd. arsûfan, mhd. ersûfen, in der flut umkommen, ertrinken. 1 1) von lebenden geschöpf…

Tabaksaufen

DRW

tabak·saufen

Tabaksaufen, n. wie Tabakrauchen vgl. Tabakensaufer sol sich der scholtz vnd die gerichts personen eines ehrbaren ... lebens vnd wandels bef…

tollsaufen

DRW

toll·saufen

tollsaufen, v. sich toll- und vollsaufen sich bis in einen Rauschzustand betrinken bdv.: saufen vgl. toll (III) weil ... die frembten, wan s…

versaufen

DWB

vers·aufen

versaufen , verb. durch saufen verkommen, durch saufen zu grunde richten. mhd. versoufen, mnd. vorsûpen, jedoch nur in ursprünglicherer bede…

vollsaufen

DWB

voll·saufen

vollsaufen , trennbares verbum, s. voll 9 g, scheinbar mit persönlichem object, vgl. sich müde laufen u. ä., derb: einen vollsauffen, ihn be…

Ableitungen von saufen (4 von 4)

besaufen

DWB

besaufen , eigentlich demergere, ahd. pisoufan ( Graff 6 , 171), mhd. besoufen, ersäufen: mit einer neuen see besäufen. Lohenst. Arm. 1, 589…

ersaufen

DWB

ersaufen , aqua mergi, praet. ersof, part. ersoffen, ahd. arsûfan, mhd. ersûfen, in der flut umkommen, ertrinken. 1 1) von lebenden geschöpf…

gesaufen

DWB

gesaufen , wie das einfache saufen: wer nur am meisten gsaufen kan, den preist man für ein helden. Uhland volksl. 611 .

versaufen

DWB

versaufen , verb. durch saufen verkommen, durch saufen zu grunde richten. mhd. versoufen, mnd. vorsûpen, jedoch nur in ursprünglicherer bede…