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saufen

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
17 in 13 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
64
Verweise raus
98

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

saufen

saufen

saufen Vb. ‘trinken’ (vom Vieh), ‘unmäßig trinken, Alkohol zu sich nehmen’ (derb), ahd. sūfan (9. Jh.), mhd. sūfen ‘schlürfen, trinken’, mnd. mnl. sūpen, nl. zuipen, aengl. sūpan, engl. to sup, anord. sūpa, schwed. supa (germ. *sūpan). Herkunft ungesichert. Das Verb kann mit den unter Suppe und seufzen (s. d.) genannten Formen sowie mit aind. sū́paḥ ‘Brühe, Suppe’ und aslaw. sъsati, russ. sosát’ (сосать) ‘saugen’ an eine mit Labial erweiterte (ie. *seub-, *sūb- bzw. *seup-, *sūp-) lautmalende Wurzel ie. *seu-, *seu̯ə-, *sū- ‘tropfen lassen, schlürfen, saugen’ angeschlossen werden (wozu auch mit Guttural erweitertes saugen, s. d.). Die alte Bedeutung ‘schlürfen’ (vgl. noch engl. to sup ‘schlürfen, in kleinen Schlucken trinken, nippen’) entwickelt sich im 16. Jh. zu ‘hastig und viel, maßlos trinken’ (besonders Alkohol). Als Intensivum abgeleitet supfen Vb. ‘schlürfend trinken’ (15. Jh.), süpfeln Vb. (16. Jh.). Säufer m. ‘wer sich (regelmäßig) betrinkt’ (16. Jh.). Sauferei f. ‘Trinkgelage’ (15. Jh.). Saufaus m. ‘Trunkenbold’, imperativischer Satzname (Hans Sauffauß, 1595), nd. Sūpūt. besaufen Vb. (reflexiv) ‘sich betrinken’, dazu besoffen Part.adj. ‘betrunken’ (16. Jh.). versaufen Vb. ‘versinken, ertrinken’, mhd. versūfen; dagegen ahd. firsūfan ‘(gierig) hinunterschlürfen’ (8. Jh.); dann ‘mit Trinken durchbringen’ (15. Jh.), dazu versoffen Part.adj. ‘durch Saufen heruntergekommen, dem Alkohol ergeben’ (16. Jh.). ersaufen Vb. ‘in der Flut umkommen, ertrinken’ (16. Jh.); vgl. mhd. ersoffen ‘betrunken’, ahd. irsūfan ‘(gierig) hinunterschlürfen’ (8. Jh.). Dazu im 16. Jh. das umgelautete Kausativum ersäufen Vb. ‘versenken, ertränken’, mhd. ersoufen; dafür ahd. bisoufen (um 800). Suff m. (mit der Nebenform Soff, s. Gesöff) ‘Trunksucht, Alkoholrausch, Betrunkenheit’ (17. Jh.). süffig Adj. ‘angenehm, leicht zu trinken, wohlschmeckend’ (19. Jh.), älter ‘trunkliebend, dem Trinken ergeben’ (16. Jh.). süffeln Vb. ‘mit Genuß trinken’ (19. Jh.).
1962 Zeichen · 97 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Saufen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Saufen , verb. irreg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben erfordert; ich saufe, du säufst, er s…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    saufen

    Goethe-Wörterbuch

    saufen vereinzelt -ff- 1 (übermäßig) viel Alkohol trinken; derb, von Menschen [ Wirt vorwurfsvoll zu Söller: ] Er ist ei…

  3. modern
    Dialekt
    saufen

    Lothringisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Sauf , saufe n s. Suff, suffe n .

  4. Sprichwörter
    Saufen

    Wander (Sprichwörter)

    Saufen 1. Besser e Halbi 1 g'soffe und vam Wîbervolch eweg g'loffe. – Sutermeister, 129. 1 ) Auch Halbe = Halbmass Wein …

  5. Spezial
    saufen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    sau|fen (säuft, soff, gesoffen) I vb.intr. 1 bëre (bër, boiü) 2 ‹pop› (unmäßig trinken) sboacé (-cëia) 3 (dem Alkohol er…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit saufen

20 Bildungen · 7 Erstglied · 9 Zweitglied · 4 Ableitungen

saufen‑ als Erstglied (7 von 7)

Saufenbolle

PfWB

saufen·bolle

Saufen-bolle f. : 'Schöpfkelle für das Viehfut- ter', Saufeboll [ HB-Brenschb ]; vgl. Saubolle ; zum Grundw. s. Bolle 1. Rhein. VII 806 . —

saufenchel

DWB

sau·fenchel

saufenchel oder säufenchel , m. bezeichnung zweier fenchelarten Pritzel-Jessen 268 f. peucedanum alsaticum, auch geisz- und rossfenchel gena…

Saufenkanne

PfWB

saufen·kanne

Saufen-kanne f. : 'großer Topf, in dem die Kartoffeln für das Vieh gekocht werden und in dem Wasser für die Tränke heiß gemacht wird', -kann…

Saufenkiwwel

PfWB

Saufen-kiwwel m. : 'Kübel für die Viehtränke', -kiwwel [ NW-Kallstdt ]; vgl. Tränkenkübel , Saufenständer , -zuber .

Saufenzuber

PfWB

saufen·zuber

Saufen-zuber m. : 'Standgefäß, in dem das Viehfutter gesammelt und angemengt wird', -zuwweʳ [ NW-Kallstdt ]; vgl. Saufenkübel .

saufen als Zweitglied (9 von 9)

absaufen

DWB

abs·aufen

absaufen , debibere, nnl. afzuipen. den schaum vom bier absaufen; sich im wein ertränken und das leben absaufen. Simplic. 1, 102; du wolltes…

aussaufen

DWB

aus·saufen

aussaufen , ebibere, exhaurire, nnl. uitzuipen, heute nur von thieren oder unmäszigen menschen, ehmals häufiger: troet und trotzet, so vil r…

besaufen

DWB

bes·aufen

besaufen , eigentlich demergere, ahd. pisoufan ( Graff 6 , 171), mhd. besoufen, ersäufen: mit einer neuen see besäufen. Lohenst. Arm. 1, 589…

ersaufen

DWB

ers·aufen

ersaufen , aqua mergi, praet. ersof, part. ersoffen, ahd. arsûfan, mhd. ersûfen, in der flut umkommen, ertrinken. 1 1) von lebenden geschöpf…

Tabaksaufen

DRW

tabak·saufen

Tabaksaufen, n. wie Tabakrauchen vgl. Tabakensaufer sol sich der scholtz vnd die gerichts personen eines ehrbaren ... lebens vnd wandels bef…

tollsaufen

DRW

toll·saufen

tollsaufen, v. sich toll- und vollsaufen sich bis in einen Rauschzustand betrinken bdv.: saufen vgl. toll (III) weil ... die frembten, wan s…

versaufen

DWB

vers·aufen

versaufen , verb. durch saufen verkommen, durch saufen zu grunde richten. mhd. versoufen, mnd. vorsûpen, jedoch nur in ursprünglicherer bede…

vollsaufen

DWB

voll·saufen

vollsaufen , trennbares verbum, s. voll 9 g, scheinbar mit persönlichem object, vgl. sich müde laufen u. ä., derb: einen vollsauffen, ihn be…

Ableitungen von saufen (4 von 4)

besaufen

DWB

besaufen , eigentlich demergere, ahd. pisoufan ( Graff 6 , 171), mhd. besoufen, ersäufen: mit einer neuen see besäufen. Lohenst. Arm. 1, 589…

ersaufen

DWB

ersaufen , aqua mergi, praet. ersof, part. ersoffen, ahd. arsûfan, mhd. ersûfen, in der flut umkommen, ertrinken. 1 1) von lebenden geschöpf…

gesaufen

DWB

gesaufen , wie das einfache saufen: wer nur am meisten gsaufen kan, den preist man für ein helden. Uhland volksl. 611 .

versaufen

DWB

versaufen , verb. durch saufen verkommen, durch saufen zu grunde richten. mhd. versoufen, mnd. vorsûpen, jedoch nur in ursprünglicherer bede…