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Ampfer

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
15 in 15 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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33
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18

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Ampfer

Ampfer

sauer Adj. (vom Geschmack) ‘scharf und zusammenziehend’, auch ‘säurehaltig, geronnen’ (von Milch), verschiedentlich übertragen ‘mühevoll, schwer, verärgert’, ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. aengl. sūr, mnl. suur, nl. zuur, engl. sour, anord. sūrr, schwed. sur. Germ. *sūra- ‘sauer, salzig’, auch ‘feucht’ (vgl. ahd. sūrougi ‘triefäugig, halbblind’, 9. Jh., asächs. sūrōgi, aengl. sūrēagede, sūrīege, anord. sūreygr) läßt sich vergleichen mit lit. (älter mundartlich) sū́ras ‘gesalzen’, lett. sūrs ‘salzig, bitter’, lit. sū́ris ‘(harter und stark gesalzener) Käse’, aslaw. syrъ ‘feucht, naß’, russ. syrój (сырой) ‘roh, feucht, sauer’, aslaw. syrъ, russ. syr (сыр) ‘Käse’, (mit Ablaut) anord. saurr ‘Schmutz, feuchte Erde’, aslaw. surovъ ‘hart, grausam’, russ. suróvyj (суровый) ‘rauh, roh’ und auf ie. *suəro- ‘sauer, salzig, bitter’, eigentlich ‘saftend, käsig geronnen, schleimig naß’ zurückführen. Dies gehört zur Wurzel ie. *seu-, *seu̯ə-. *sū- ‘tropfen lassen, schlürfen, saugen’ (s. saufen, saugen, suhlen). Vgl. die Wendungen etw. wird jmdm. sauer ‘zur Qual, schwer’, mhd. sūr werden ‘qualvoll, peinlich werden’; jmdm. das Leben sauer (‘zur Qual’) machen (15. Jh.); jmdn. sauer ankommen ‘Mühe, Qual verursachen’, mhd. sūr ankomen. – säuerlich Adj. ‘leicht sauer schmeckend’ (17. Jh.), sauerlicht (16. Jh.). säuern Vb. ‘sauer machen’, ahd. sūren (9. Jh.), mhd. siuren. versauern Vb. ‘sauer werden, machen’ (15. Jh.), zu nhd. sauern ‘sauer werden, sein’, ahd. sūrēn (9. Jh.), mhd. sūren, siuren. Säure f. ‘saure Beschaffenheit, Herbheit, Schärfe, sauer schmeckende Flüssigkeit’ (Essig u. dgl.), ahd. sūrī (9. Jh.), mhd. siure, Abstraktum zu sauer (s. oben); in der Chemie ‘mit Basen Salze bildende Verbindung’ (18. Jh.). Sauerampfer m. Name einer sauer schmeckenden Wiesenpflanze, ahd. sūrampho (Hs. 12. Jh.), mhd. sūrampfe, dann sūrampfer (14. Jh.), nhd. Sauerampfer (15. Jh.). Daneben steht früher bezeugtes Ampfer m., ahd. amph(a)ra f. (10. Jh.), amph(a)ro m. (11./12. Jh.), mhd. ampfer, nd. Amper, aengl. ampre, Substantivierung eines in anord. apr (aus *ampaʀ) ‘hart, böse’, schwed. amper ‘scharf, herb, derb’, nl. amper (älter, doch noch mundartlich) ‘scharf, herb, sauer’ erhaltenen Adjektivs. Diesem vergleichbar sind aind. amláḥ, amblaḥ ‘sauer’ und lat. amārus ‘bitter’. Erschließen läßt sich eine Wurzel ie. *am- ‘bitter, sauer’ (da die genannten Bildungen aus semantischen Gründen besser nicht zu einer Wurzel ie. *om- ‘roh, bitter’ gerechnet werden sollten). Die Komposition ahd. sūrampho ist als eine verdeutlichende Bildung zu dem (vielleicht nicht mehr verstandenen) Grundwort anzusehen. Sauerstoff m. farb-, geruch-, geschmackloses Gas. Das Anfang der 70er Jahre des 18. Jhs. entdeckte chemische Element nannte Lavoisier (1783), der den sauren Charakter vieler Oxide feststellte und fälschlich annahm, daß alle Säuren Sauerstoff enthielten, frz. gaz oxygène ‘säurebildendes Gas’ bzw. substantiviert nlat. oxygenium, frz. oxygène; vgl. griech. oxýs (ὀξύς) ‘scharf, herb, bitter, sauer, schnell, heftig’ (s. Oxid) und s. -gen. Den frz. Ausdruck übersetzt Girtanner (in Analogie zu Stick- und Wasserstoff) mit Sauerstoff (1791). sauersüß Adj. ‘sauer und süß zugleich’ (17. Jh.), häufiger süßsauer (16. Jh.); vgl. mhd. sīn süeʒe sūreʒ ungemach. Sauerteig m. ‘gärender Mehlteig, der dem Brotteig als Treibmittel zugefügt wird’ (15. Jh.). Sauertopf m. ‘verdrießlicher, mürrischer Mensch’ (16. Jh.), eigentlich ‘Essigtopf’, vgl. mnd. sūr ‘Essig’. Sauregurkenzeit f. ‘ereignisarme Zeit’, eigentlich ‘Juli und August, die Zeit, in der die Gurken reifen’. Im 18. Jh. unter Berliner Kaufleuten für den ‘geruhsamen Geschäftsgang während des Sommers’ verbreitet, seit der Mitte des 19. Jhs. als Ausdruck der Tagespresse für die ‘ereignis- und stoffarme Zeit der Hundstage’, dann allgemein zur Bezeichnung einer ereignislosen Zeit.
3830 Zeichen · 155 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    AMPFERstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    AMPFER stm. gotisampfer, sûrampfer, ascedula, alleluia, panis caculi. Hoffm. sumerl. 53,13. 17. 54,21. 35.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ampfer

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Ampfer , des -s, plur. inus. ein Pflanzengeschlecht, welches bey dem Linné den Nahmen Rumex führet. Dieser Nahme beg…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ampfer

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Ampfer , Sauerampfer, Pflanzengattung aus der natürl. Familie der Polygoneen, besonders im Norden der alten Welt verbrei…

  4. modern
    Dialekt
    Ampfer

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    Ampfer Band 1, Spalte 1,356

  5. Spezial
    Ampfer

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Amp|fer (Rumex sp.) m. (-s,-) ‹bot› erba ajia f. , mancioc m.pl. ▬ Stumpfblättriger Ampfer (Rumex obtusifolius) ‹bot› lë…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ampfer

61 Bildungen · 11 Erstglied · 50 Zweitglied · 0 Ableitungen

ampfer‑ als Erstglied (11 von 11)

Ampfer(en)wasser

Idiotikon

Ampfer(en)wasser Band 16, Spalte 1807 Ampfer(en)wasser 16,1807

Ampferich

SHW

Ampfer-ich Band 1, Spalte 219-220

Ampferbaum

Campe

ampfer·baum

Der Ampferbaum , des — es, Mz. die — bäume, ein zehn bis zwölf Schuh hohes Bäumchen aus der Gattung der Ampfer, das auf den Kanarischen Isel…

Ampfereⁿ

Idiotikon

Ampfereⁿ Band 1, Spalte 240 Ampfereⁿ Ä- 1,240

Ampferkraut

Campe

ampfer·kraut

Das Ampferkraut , des — es, d. Mz. ungew. ein Name des großen Sauerampfers mit ganz getrennten Geschlechtern (Rumex acetosa L.).

ampferkrūt

KöblerMhd

ampfer·krūt

ampferkrūt , st. N. nhd. „Ampferkraut“, Ampfer Q.: Rennaus (um 1400) E.: s. ampfer, krūt W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 20 (ampferkrût)

Ampferspinner

Campe

ampfer·spinner

Der Ampferspinner , des — s, d. Mz. w. d. Ez. ein Spinner mit sich deckenden roth und rußfarbenen Flügeln, doppelten schwarzen Punkten, blut…

AMPFERWASSER

DWB2

ampfer·wasser

AMPFERWASSER n. aus ampfer hergestellter extrakt; aufguß zu heilzwecken: hs.A15.jh. ampfer wasser ist gut, wem die augen geswollen seÿn Gabr…

ampfer als Zweitglied (30 von 50)

Alpenampfer

Campe

alpen·ampfer

Der Alpenampfer , des — s, o. Mz. eine Art Sauerampfer, die auch Heilkräfte besitzt (Rumex alpinus L.).

Blampfer

BWB

Blampfer Band 2, Spalte 2,990f.

Bohrstampfer

Adelung

bohr·stampfer

Der Bohrstampfer , des -s, plur. ut nom. sing. ein Stück Eisen, mit welchem das Loch, welches in einen Stein, der gesprenget werden soll, ge…

buchampfer

DWB

buch·ampfer

buchampfer , m. oxalis acetosella, gauchklee, unter buchen wachsend. Hohberg 1, 238 a .

Bödelistampfer

Idiotikon

Bödelistampfer Band 11, Spalte 481 Bödelistampfer 11,481

Chüedrëckstampfer

Idiotikon

Chüedrëckstampfer Band 11, Spalte 481 Chüedrëckstampfer 11,481

Drëckstampfer

Idiotikon

Drëckstampfer Band 11, Spalte 481 Drëckstampfer 11,481

ertampfer

KöblerMhd

ert·ampfer

ertampfer , st. M. nhd. „Erdampfer“, Osterluzei ÜG.: lat. aristolochia Gl Q.: Gl (12. Jh.) E.: s. erde, ampfer W.: nhd. DW2- L.: Glossenwört…

gartenampfer

DWB

garten·ampfer

gartenampfer , m. rumex patientia, englischer spinat, falscher rhabarber Nemnich 4, 1186 , lapathum hortense Stieler 45 .

gouchesampfer

MWB

gouch·es·ampfer

gouchesampfer stM. eine Pflanze, wohl ‘Sauerklee’ (vgl. Marzell 3,493f.), s.a. gotesampfer : trifillum vel trifolium: kle oder goͮches ampfe…

Hase(n)ampfer

Idiotikon

Hase(n)ampfer Band 1, Spalte 240 Hase(n)ampfer 1,240

hasensūrampfer

KöblerMhd

hasen·sūrampfer

hasensūrampfer , st. M. nhd. Hasensauerampfer, Sauerklee ÜG.: lat. alleluia Gl Q.: Gl (14. Jh.) E.: s. hase, sūr (1), ampfer W.: nhd. (ält.)…

hungeresampfer

KöblerMhd

hungere·s·ampfer

hungeresampfer , st. M. nhd. Sauerampfer ÜG.: mlat. acetosa Voc, oxigalla Voc Q.: Voc (1482) E.: s. hunger, ampfer W.: nhd. DW- L.: LexerHW …

Jutteⁿstampfer

Idiotikon

Jutteⁿstampfer Band 11, Spalte 481 Jutteⁿstampfer 11,481

klampfer

DWB

klamp·fer

klampfer , m. gleich klampferer bei Behaim unter den leuten aus der hefe des volkes, die den aufstand in Wien 1462 machten: crapfenbacher, c…

krummstampfer

DWB

krumm·stampfer

krummstampfer , m. beim hutmacher, ein werkzeug zum formen der hüte, untersch. vom plattstampfer, s. Krünitz 54, 146 .