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saufen

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
17 in 13 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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52

Eintrag · Pfälzisches Wb.

saufen st.

Bd. 5, Sp. 789
saufen st.: 1. von Tieren 'Flüssigkeiten zu sich nehmen', saufe [verbr. (außer SWPf), Christmann Kaulb 20, 65 Henn Mda.-Int. 99 Höh 59 Mang 125 Müller Dietschw 58 Otterstetter 203 Schneckenburger 41 Lambert Penns 130 Krämer Gal 180], suffe [lothr. SWPf, Glass 115]; Part. Perf. gesoff [WPf], gesouff [WD-Niedkch], gesoffe, g'soffe [VPf]; Konjug. s. F.; Zs.: ab- 2, aus-, voll- 1, leersaufen; e Kalb mit de Hand (am Strohwisch) s. losse 'einem Kalb das Saufen aus einem Eimer angewöhnen, indem man die Hand (oder einen Strohwisch) in die Tränke hält und das Kalb daran saugen läßt' [FR-Bockh, KB-Bennhs]; e Kalb an de Kuh saufe losse 'ein Kalb an der Kuh säugen lassen' [IB-Ballw, mancherorts]. Mer losse se s. (die Kälber an der Kuh), bis se sechs bis acht Woche alt sin [RO-Bistschd]. Die Kuh sauft viel Wasser [LU-Alsh]. Ein gesundes Jungvieh frißt un seift gut [KU-Ulm]. Er schmeißt de Hinkel Welschkärn hie / Un gebt ne aa zu saufe [Birmelin Penns Gezw. 63]. Noh kummt en Ochs an's Wasser bei / Un fangt mol an zu saufe [ebd. 80]. RA.: Wenn ein Kalb nicht recht saufen will, rät man scherzhaft: Wanndem e Eisebahnerkapp ufsetscht, lernt's schun s. [KU-Wolfst], ähnl.: Wammer n Kalb aⁿbinnt, muß mer saache: Doo, Kunschawler (s. Konstabler), sauf! [Fogel Beliefs Penns Nr. 836] (Eisenbahner und Konstabler galten als trunksüchtig). SprW.: In die Bach kamm'r de Essel zwinge, awwer net zum Saufe [PfMus. 1925 177]. Mer bringt de Ochs nore zum Brunnetrog, zum Saufe net [Gal-Sap]. E Kuh, wu sauft, braucht nit se fresse, als Entschuldigung für zu viel Alkoholgenuß [LA-Edh, ähnl. Wilde 236]. BR.: Wann die Katz (de Hund) Wasser saift, gibt's Reeⁿ [KU-Hundh, mancherorts]. ca. 1770: zalt Jder Dahner Unterthan von einem Schwein das über den Troog saufet ... 6 Heller [Spey-Hochst. 170 (PS-Dahn)]. — 2.a. 'im Übermaß Alkohol trinken, sich betrinken' [verbr.]; Zs.: ab- 1 b, an- 1, aus- 2, be-, tot- 1, voll- 2, mitsaufen; Syn. s. betrinken; Bloe s. 'Branntwein (wegen der bläulichen Farbe) trinken' [KU-Schmittw/O]; een unner de Disch s. 'jemanden an Trinkfestigkeit übertreffen' [LA-Wollmh, mancherorts]. Er hot g'soffe (zuviel g'soffe), d. h. 'Er ist betrunken' [GH-Zeisk, mancherorts]. Mer männt, der hätt g'soffe 'Es hat den Anschein als wäre er betrunken' [GH-Zeisk]. Die hen die ganze Nacht g'soffe [PS-Erfw]. Die hen gesoffe, 's war nimmi feierlich! [Land]. Er hat taalang (tagelang) nix wie gesoff [ZW-Battw]. Met dem nemmt's kää gut Enn, der sauft sich noch ins Grab [Westricher Kalender 1957 103]. Wann er g'soffe hot, do babbelt er 'erzählt er, was er auf dem Herzen hat' [LA-Herxh]. Vergleiche u. RA. bei großem Alkoholkonsum: s. wie e Loch [KL-Ottb, verbr.], wie e Brunnebutzer [NW-Kallstdt, mancherorts], wie e Berschdebinner (-benner) [HB-Kirrbg, vereinzelt, Kleeberger 129, auch Auslandspfälzer], wie e Mälzer [KU-Kaulb], wie e Ool (Aal) [WD-Niedkch], wie en Fisch [Penns], wie e Kuh [KB-Kerzh, mancherorts], wie e Stier [BZ-Albw], wie e Dier (Tier) [FR-Albsh], wie e strubbich Rinnche (Rindchen) [Thielen So rerre mer 103]. Er sauft viehmäßich [RO-Obd]. Er sauft wie e Puddelbump 'Jauchepumpe' [KU-Diedk]. Er sauft, bis es owe erauskommt [KU-Diedk]. Der sauft in eem (Stick) fort 'säuft ununterbrochen' [NW-Kallstdt]. Der kann nix trinke, er sauft alles [KB-Kerzh]. Der trinkt nimmer, zeit 's Saufe ufkumme is [Don-Neufutok]. Der sauft ohne Finger, nämlich wie ein Kalb, das das Trinken aus dem Eimer gelernt hat [ZW-Battw]. Dem braucht mer kääⁿ Strohwischi se gewwe, der kann so s., dass. [KU-Schmittw/O]. Der hat die ganz Naacht gesouff oun es heit sou grell (s. grell 2) wie e Leerche [WD-Niedkch]. Er hot sich se reh (s. räh 1) gesoff [KU-Schmittw/O]. Fresse un s., das kann er, von einem Faulenzer [KU-Ulm]. Der sauft net ellään (allein), der frißt aa sei Dääl, von einem versoffenen und verfressenen Kerl [ebd.]. Der sauft de Weiⁿ un ich hab die Nas, scherzh., wenn jemand, der vorgeblich wenig Alkohol trinkt, sich über seine Trinkernase beschwert [LU-Alsh]. Mer saat (redt) nore (wohl, als) vum Saufe, awwer net vum Dorscht, entschuldigt sich der Trinker [FR-Tiefth, mancherorts]. Wann d' saufscht, stirbscht, wann d' net saufscht, stirbscht aa, also sauf! [LU-Böhl, in Var. vereinzelt]. SprW.: Wer lang sauft, werd alt [NW-Freinsh]. Einen VR. s. Leinenweber. — b. 'trinken (derb), bes. gierig, ungesittet trinken' [verbr., Höh 123]; Zs.: ab- 1 a, aus- 1, mitsaufen; Wassersaufen. Er sauft, wie wann er am Verdorschde wär [KU-Diedk]. Die hen schääⁿ g'fresse un g'soffe 'Die haben ordentlich gezecht' [NW-Freinsh]. Das Kind sauft (an der Mutterbrust) [ZW-Battw]. Er sauft's gählings enunner 'Er trinkt es hastig in einem Zuge herunter' [KU-Diedk]. Der sauft e Äämer (e Kiwwel, e Waschbitt, e Bauchbitt) voll 'Er trinkt Unmengen' [ZW-Battw, mancherorts]. Sauf, daß d' was werscht! [NW-Kallstdt]. RA.: Er macht e Gesicht, wie wanner Essich (Dinde) gesoff hätt [KB-Kerzh, verbr.]. Er (Sie) hat Rheiⁿwasser (Bachwasser) g'soffe 'Selbstmord begangen' [NW-Haardt]. Do mißt ich doch Dinde gesoff han!, abschlägige Entgegnung im Sinne von: 'Da müßte ich nicht recht gescheit sein, das fällt mir gar nicht ein!' [ZW-Battw, mancherorts]. Er hot Dinde gesoff 'Er ist verrückt' [FR-Hettldh]. Der hat an erer Gäiß gesoff, dass. [HB-Webh]. Er hot bees Millich gesoff 'Er ist ein schlimmer Mensch' [KL-Weilb, NW-Deidh]. Er hot sou lang die Gäiß gesouff, von einem haarlosen Menschen [WD-Niedkch]. Wann der so lang wär wie dumm, kennt er de Kaffee aus'm Dachkannel s. [Kaislt, vereinzelt]. Drohung: Du hascht dei letscht Milch gesoff! [KU-Diedk]. Gell, du hoscht noch keeⁿ Kannelwasser g'soffe?, dass. [NW-Weish/S]. BR.: Wann die Wingert verfriere in der Woll, no saufe mer de Woiⁿ aus de Boll, d. h. 'sind die Blütenstände noch von der Wolle geschützt, kann trotz Frost eine reiche Ernte erwartet werden' [FR-Bockh, mancherorts VPf]. Volksgl.: »Desgleichen, daß das Kind nicht gesoffen werde durch die Hexen, muß es von der Amme geehtäft (s. ehetaufen) werden« [Schandein Bav. IV,2 346]. Einen VR. s. verschnäuken 1 a. — 3. vgl. die Zs.: ab- 2 a, tot- 2, versaufenF.: Konjug.: Ind. Präs. Sg. 1. Pers.: saufe [mancherorts äußerste WPf (vgl. K. 299)], sauf [übrige Pf], 2. saifscht [mancherorts nördl. NPf NWPf], suffscht, siffscht [vereinzelt lothr. SWPf], saufscht, saufst [übrige Pf], 3. saift [verbr. nördl. NPf NWPf GH-Leimh], sifft [IB-Bebh], sufft [IB-Habkch Reinh], sauft [übrige Pf]; Pl. 1. - 3. Pers. suffe [lothr. SWPf], saufe(n) [übrige Pf], 2. Pl. auch (neuer) sauft [mancherorts]. — Südhess. V 99 ff.; Rhein. VII 798 ff.; Lothr. 512, ALLG I K. 286; Els. II 329, ALA II K. 36.
6725 Zeichen · 165 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Saufen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Saufen , verb. irreg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben erfordert; ich saufe, du säufst, er s…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    saufen

    Goethe-Wörterbuch

    saufen vereinzelt -ff- 1 (übermäßig) viel Alkohol trinken; derb, von Menschen [ Wirt vorwurfsvoll zu Söller: ] Er ist ei…

  3. modern
    Dialekt
    saufen

    Lothringisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Sauf , saufe n s. Suff, suffe n .

  4. Sprichwörter
    Saufen

    Wander (Sprichwörter)

    Saufen 1. Besser e Halbi 1 g'soffe und vam Wîbervolch eweg g'loffe. – Sutermeister, 129. 1 ) Auch Halbe = Halbmass Wein …

  5. Spezial
    saufen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    sau|fen (säuft, soff, gesoffen) I vb.intr. 1 bëre (bër, boiü) 2 ‹pop› (unmäßig trinken) sboacé (-cëia) 3 (dem Alkohol er…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit saufen

20 Bildungen · 7 Erstglied · 9 Zweitglied · 4 Ableitungen

saufen‑ als Erstglied (7 von 7)

Saufenbolle

PfWB

saufen·bolle

Saufen-bolle f. : 'Schöpfkelle für das Viehfut- ter', Saufeboll [ HB-Brenschb ]; vgl. Saubolle ; zum Grundw. s. Bolle 1. Rhein. VII 806 . —

saufenchel

DWB

sau·fenchel

saufenchel oder säufenchel , m. bezeichnung zweier fenchelarten Pritzel-Jessen 268 f. peucedanum alsaticum, auch geisz- und rossfenchel gena…

Saufenkanne

PfWB

saufen·kanne

Saufen-kanne f. : 'großer Topf, in dem die Kartoffeln für das Vieh gekocht werden und in dem Wasser für die Tränke heiß gemacht wird', -kann…

Saufenkiwwel

PfWB

Saufen-kiwwel m. : 'Kübel für die Viehtränke', -kiwwel [ NW-Kallstdt ]; vgl. Tränkenkübel , Saufenständer , -zuber .

Saufenzuber

PfWB

saufen·zuber

Saufen-zuber m. : 'Standgefäß, in dem das Viehfutter gesammelt und angemengt wird', -zuwweʳ [ NW-Kallstdt ]; vgl. Saufenkübel .

saufen als Zweitglied (9 von 9)

absaufen

DWB

abs·aufen

absaufen , debibere, nnl. afzuipen. den schaum vom bier absaufen; sich im wein ertränken und das leben absaufen. Simplic. 1, 102; du wolltes…

aussaufen

DWB

aus·saufen

aussaufen , ebibere, exhaurire, nnl. uitzuipen, heute nur von thieren oder unmäszigen menschen, ehmals häufiger: troet und trotzet, so vil r…

besaufen

DWB

bes·aufen

besaufen , eigentlich demergere, ahd. pisoufan ( Graff 6 , 171), mhd. besoufen, ersäufen: mit einer neuen see besäufen. Lohenst. Arm. 1, 589…

ersaufen

DWB

ers·aufen

ersaufen , aqua mergi, praet. ersof, part. ersoffen, ahd. arsûfan, mhd. ersûfen, in der flut umkommen, ertrinken. 1 1) von lebenden geschöpf…

Tabaksaufen

DRW

tabak·saufen

Tabaksaufen, n. wie Tabakrauchen vgl. Tabakensaufer sol sich der scholtz vnd die gerichts personen eines ehrbaren ... lebens vnd wandels bef…

tollsaufen

DRW

toll·saufen

tollsaufen, v. sich toll- und vollsaufen sich bis in einen Rauschzustand betrinken bdv.: saufen vgl. toll (III) weil ... die frembten, wan s…

versaufen

DWB

vers·aufen

versaufen , verb. durch saufen verkommen, durch saufen zu grunde richten. mhd. versoufen, mnd. vorsûpen, jedoch nur in ursprünglicherer bede…

vollsaufen

DWB

voll·saufen

vollsaufen , trennbares verbum, s. voll 9 g, scheinbar mit persönlichem object, vgl. sich müde laufen u. ä., derb: einen vollsauffen, ihn be…

Ableitungen von saufen (4 von 4)

besaufen

DWB

besaufen , eigentlich demergere, ahd. pisoufan ( Graff 6 , 171), mhd. besoufen, ersäufen: mit einer neuen see besäufen. Lohenst. Arm. 1, 589…

ersaufen

DWB

ersaufen , aqua mergi, praet. ersof, part. ersoffen, ahd. arsûfan, mhd. ersûfen, in der flut umkommen, ertrinken. 1 1) von lebenden geschöpf…

gesaufen

DWB

gesaufen , wie das einfache saufen: wer nur am meisten gsaufen kan, den preist man für ein helden. Uhland volksl. 611 .

versaufen

DWB

versaufen , verb. durch saufen verkommen, durch saufen zu grunde richten. mhd. versoufen, mnd. vorsûpen, jedoch nur in ursprünglicherer bede…