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getriebe

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

getriebe n.

Bd. 6, Sp. 4529
getriebe, n. , substantivbildung, in der es schwer ist, das verbalsubstantiv zu treiben (s. d.) von dem collectiv zu trieb (s. d.) zu trennen. schon die gestalt des stammvocals, die sich von dem diphthongen des verbums durch einfache länge abhebt, weist auf frühzeitige isolierung der substantivbildung hin, wie auch der bedeutungsgehalt eine selbständige entwicklung innerhalb des satzgefüges voraussetzen läszt. auszerdem sind für unsere form bildungen auseinanderzuhalten, die nach bedeutung und altersgrenzen von einander abstehen. ganz auf die ältere zeit beschränkt und nur in mitteldeutschen quellen belegt, ist das verbalabstractum getrîp, getrib, das treiben, das die allgemeinste, verblaszteste bedeutung aufweist und seinen eigentlichen gehalt nur aus dem zusammenhange empfängt. in späterer zeit wird seine entschwundene function durch das jüngere getreibe (theil 4, 1, sp. 4450) wieder aufgenommen. in die althochdeutsche zeit dagegen reicht ein zweites bis in das 18. jahrhundert belegtes substantiv zurück, getrîp, getriebe, das an die übertragene bedeutung von trîban, treiban = anregen, bewegen ebenso wie an die bedeutungen des substantivs trieb anknüpft: getrîp, impetus, antrieb. unser heutiges getriebe endlich reicht mit seinen ältesten belegen in das 15. jh. zurück. zu grunde liegt auch hier eine übertragene bedeutung, nur dasz nicht das menschliche gemüth, sondern werkzeuge den gegenstand der thätigkeit bilden. diese letztere zweigt sich nach zwei seiten ab, einer spärlicheren entwicklung im bergmännischen betrieb und einer ausgedehnten ausbreitung in anwendung auf das treibrad. getriebe ist hier alles, was von rädern getrieben wird. daraus entspringen wiederum übertragungen aller art, deren jüngste entwicklungsstufen sich neuerdings mit dem oben erwähnten getreibe berühren. die apokope des e, die die beiden erst erwähnten verwendungen beherrscht, tritt auch in der dritten gruppe hervor. auszer den zusammensetzungen weist sie auch der schriftstellerische gebrauch des einfachen wortes auf, so bei Grillparzer, Scheffel, Chamisso. in der fachlitteratur überwiegt der volle auslaut, nur Karmarsch verwendet gelegentlich die apokopierte form. II. mitteldeutsches getrib, getrîp als abstraktes verbalsubstantiv. mhd. wb. 3, 89a. Lexer 1, 948; nachtrag 204: zu einem betelere er (sante Franciscus) quam, des bose kleit er an sich nam, nach tugentlicher willekur quam er vor die kirchtur Petri des zwelfboten. da saz er in den armen roten und nam daz almusen hin. nu wolde an im den begin der tuvel gerne ouch neigen .. 'sich', sprach er, 'mir ist uf dich zorn. wiltu nicht abelazen von den selben strazen, die dir brengen sulch getrib'. passional 518, 47 Köpke; [] do si gesach ir liebez kint, sie lief hin als sie were blint uf Clementem in daz schif. ir vruntlicher ummegrif helste an sich al weinde unde vil wol erscheinde. daz ir ein freude was der vunt. Clementi was gar unkunt, waz an ir meinte diz getrib. 650, 15; und darzu man unde wib, die uf der erden ir getrib karten von der werlde spote nach unsers herren gebote. 581, 30; und sint man sorgit ubir al wen man den kung kisin sal, des vurt he billich mit em sin wip uf burc, in stat, durch sulch getrip, daz kindir werdin sundir hone di nach em tragin di krone. mitteldeutsches schachbuch 361, 32 Sievers. IIII. getrîp = impetus, antrieb. schon aus althochdeutscher zeit liegt ein mittelbares zeugnis vor: inpulsu anagatripe in den Emmeramer glossen Steinmeyer-Sievers 2, 764. dieses beispiel spricht für die annahme einer verstärkten bildung getrîp zu trîp, nur wäre es dann auffallend, dasz die beispiele für getrîp älter und reicher belegt sind als für das einfache trîp. deshalb kann man auch hier von getrîbe als der ausgangsform nicht so leicht abgehen. für die heutige form des stammvokals ist das mitteldeutsche sprachgebiet in rechnung zu bringen, dem die entscheidenden späteren belege angehören. beachtung in dieser richtung verdient auch die nebenform getrift, die aus einer undatierten ausgabe von Melanchthons schrift wider die artickel der bawerschafft belegt ist: das des teufels getrifft ist. vergl. holländisch gedrift woordenboek 4, 628, vergl. engl. drift. sich ûz zeichen mit allen getrîben. Walther v. Rheinau 113, 14, Lexer 1, 948; er dancte vlîzlîche gote, wande ez was von sîme gebote unde ez was gar sîn getrîp. Ebernard v. Erfurt Heinr. u. Kunegunde 617; do wart dem keisere also zorn durch des pabestes getrib, daz er den ritter und daz wib mit dem pabeste liez erslan. pass. 479, 95; solch alles ist ein getrieb des öbersten schalcks in der welt, des bapsts. Luther 5, 282a Jena (warnung an seine liebe Deutschen 1531); wol wusten sie (sage ich) das sie hierin vns mit offenbarlichen unverschampten lügen fleischfresser vnd blutseuffer hiessen, aus des teufels getrieb. (kurtz bekentnis vom h. sacrament 44) 8, 175b Jena. ebenso 5, 54b (118 psalm); sonderlich wenn ein mensch betrübt ist und ängstet sich, als hab er einen ungnädigen gott, so ists gewisz des teufels werk und getrieb. tischreden (A. 309) 3, 103 Förstemann; denn das ist der apfel, da Adam und Heva den tod an gefressen haben, sampt allen ihren kindern, da sie auch wissen wolten, das sie nicht wissen solten .. so ist auch sünde, mit solchem forschen umbgehen; und ist des teufels getrieb, wie alle ander sünde. briefe 5, 754 (8. august 1545) de Wette. ebenso 4, 249; ausz eingeben und getrieb des teufels. theatrum diabolorum 244a; gott gab gnad, dasz nit alle fursten und ständ in solchen furhalt vorwilligten. ich hätt mich sonst deutschs lands zu tod geschämet, dasz es sich die päpstischen tyrannen so gar groblich liesz äffen und närren. es war alles der feind getrieb, wie iedermann weisz. Luther briefe 2, 61 de Wette; aus meinem getrieb thut er solchs nit (Eunuch 5, 6). Rhenius übersetzung des Terenz Leipzig 1632 (non facit hanc me impulsore); was der sohn gottes vorgebracht, haben aus seinem munde die apostel und evangelisten verzeichnet und vermittelst des kräftigen getriebs des h. geistes ihren schriften einverleibet. Scriver goldpredigten 21; was ist besser, mit unreiner lust sich schleppen und durch deren getrieb ihm ein böses geschrei in allen gassen machen, oder das ehrliche, ordentliche mittel, den ehstand nemlich, dawider ergreifen? 116; es stiegen so viel trähnen, so manche seuftzer, ja so vîeler tausend sehnen, gen himmel, das zuletzt der fürsten schaar beschlosz durch göttlichen getrieb: dasz ein gewisser fried' unsz würd herwieder bracht. Rist neuer teutscher Parnasz (Lüneburg 1652) 837; da sahe man mit lust aus göttlichem getriebe schnell dringen durch die luft die flammen süszer liebe. 825; zu dieser expedition blieben die von Stralsund aus Füegen getrieb auszen (Füege war der bürgermeister von Stralsund), waren gleichwol .. unterhändler, dasz Pommern und Mecklenburg in gutes vertrauen wiederum gesetzt ward. Micrälius antiquitates Pommeraniae (1723) 3, 279; getrieb, n. instinct, impulsus. [] dictionaire du voyageur (1703) 144; getrieb, der betrieb oder trieb m., drift, impulse, es ist nur eures bruders getrieb, das treibet niemand als er, thats nothing else but your brothers urging, pressing or drift. teutsch-engl. wb. (1716) 766; getrieb, antrieb, stimulatio, impulsio Bayer (1733) 289; instinct, impulsion, instinctus Veneroni (1766) 74. IIIIII. getriebe, getrieb = triebwerk. auch hier weisen die ältesten beispiele auf mitteldeutsches sprachgebiet. das object der verbalthätigkeit tritt in dieser letzten gruppe von verwendungen derart in den vordergrund, dasz die verbalthätigkeit selbst nur noch ganz allgemein auf den bedeutungsinhalt des verbalsubstantivs einwirkt, das eigentliche bestimmungsmoment liegt in dem ergebnis dieser thätigkeit. dieses liegt allein den nachfolgenden entwicklungsformen zu grunde. III@11) getriebe in der bergmannssprache. obwol die beispiele hier etwas später einsetzen als für die zweite richtung der entwicklung unseres wortes, ist es doch rathsam mit dieser verwendung zu beginnen, weil sie auf den anfangsstufen der entwicklung zurückbleibt. III@1@aa) leicht verständlich ist die eine bedeutung, die bei Krünitz 18, 22 folgendermaszen dargestellt wird: getriebe .. im bergbaue, das gerüst, womit man einen bruch, d. i. eine eingefallene oder den einfall drohende stelle eines ortes unterbauet, um das nachfallen zu verhindern. mit getriebe anstecken, mit getrieben durch den bruch gehen. ebenso getriebe, eine abtheilung, ein fach einer gewissen auszimmerungsart zur verwahrung von grubenbauen (der abtreibezimmerung) aus einigen starken hölzern und dahinter einer verkleidung von schwarten, brettern oder pfosten bestehend. Gätzschmann sammlung bergmännischer ausdrücke (1859) 36. III@1@a@aα) die belege führen bis in das 16. jahrh. zurück. vgl. Veith deutsches bergwörterbuch (1870) 237: am schwartz wasser treibet man stollen mit getriebe in solche (zinnstein) fletz oder seiffenwerck. Mathesius Sarepta 99a; so man durch brüche fahren und dieselben wieder auffmachen will, so musz es mit getrieb geschehen. Rössler bergbauspiegel (1700) 57b; getriebe: wenn man mit örtern durch brüche fahren will, musz man zuvor auff örter thürgen setzen, und auff denen kappen pfähle neben einander in bruch treiben, damit den bruch in etwas auffzuhalten, dasz er nicht so starck nachschieben und rollen kan, bis man weggefüllet und wieder ein thürgen setzen kan, so dann stecket wieder pfähle, das heist, mit getriebe anstecken. das neu-eröffnete berg-werck (1704) 176; genau so Minerophilos (1743) 254b, vgl. auch Hübner kunst-, natur- etc. lexikon (1717) 707; getrieb ist, wann in gerolligem gestein man auffbauet und mit pfälen das nachriesseln oder nachschieszen des gebirges verhütet. Berward interpres phraseologiae metallurgie 14; pfallbeuschel ist ein eisern hammer von 40 pfund ohngefehr, womit das getrieb gemacht und die groszen ertzwände ersetzet werden. 16; das getriebe (terme de mine) la charpente pour soutenir une place qui menace ruine Schwan (1811) 439; es ereignete sich öfter, dasz einzelne pfähle oder ganze getriebe in die höhe gedrückt wurden. Karsten archiv für bergbau 2, 157; das getriebe in bergwerken, drift Fahrenkrüger 325; props, schores or supports Hilpert 460. III@1@a@bβ) syntaktische verbindungen. III@1@a@b@11)) man unterscheidet ganze und halbe getriebe; ein halbes getriebe, nämlich ein stollensulm mit der first oder auch nur die first allein mit getrieb verzimmern. Delius anleitung zu der bergbaukunst (1806) 259. ebenso werden schachtgetriebe, stollengetriebe, streckengetriebe unterschieden. Veith 237. III@1@a@b@22)) verbindungen mit verbis: treibet man stollen mit getriebe. Mathesius a. a. o.; später überwiegt in der älteren litteratur mit getriebe anstecken, wofür Hübner 707 mit getrieben durch den bruch gehen einsetzt; anstecken heist solche arbeit (das getrieb) anfangen. die streck musz mit getrieb angestecket werden, ist, dieselbe musz mit pfälen verbauet werden. Berward 14. III@1@bb) fraglich ist, inwiefern mit dieser benennung die andere bergmännische verwendung von getriebe zusammenhängt: auff ein schönen gang, der in einem guten getriebe sein streichen hat, ist wol zu bawen. Mathesius Sarepta 37b; weil aber der stamm Aser in austheilung des gelobten lands, die refier zwischen dem berge Carmel bis an den Libanon, vnd an das mittelmeer, vnnd an die grosze stadt Sydon bekommen, wie Josua am 19. zu sehen, vnd inn dem selben getriebe oder ebne ist das land Cabul gelegen. Mathesius Sarepta 1a [] (1562). es scheint, als ob die einfache übertragung der bergmännischen einrichtung auf die gebilde der natur vorliege. von hier aus erklären sich dann auch belege, die andernfalls auf parallelen mit getrieb = betrieb zurückweisen würden: getrieb ist am gebürg die sommerseite. der gang liget im guten getrieb d. i. der gang ligt an der sommerseite. Berward (1673) 8; am gebürge die sommerseite, oder, da es in flachen felde lieget, da man denn auch sagt: der gang lieget in guten getriebe. Minerophilos 254b (1743); im bergbau wird die sommerseite eines gebirges oder auch eine flache gegend das getriebe genannt, vielleicht weil da die sonne die erze besser zur reife treibt. der gang liegt in einem guten getriebe. Krünitz 18, 22. ebenso Nemnich 3, 192; getriebe the summer or south side of a mine Hilpert 460. III@22) getriebe im maschinenbetriebe. III@2@aa) die ältesten beispiele weisen in das 15. jahrhundert und auf mitteldeutsches sprachgebiet. Nesselmann verzeichnet aus dem deutsch-preuszischen vocabular vom anfang des 15. jahrhunderts getriebe (mühlgang) Lexer nachtrag 204. anschaulich zeigt sich, wie die aus dem nomen actionis flieszende bedeutung allmählich einer verkörperung des objectes weicht, an das die thätigkeit anknüpft, oder das sie erzeugt, in einem schlesischen belege: och wer is sachen daz dorre czeit wer, unde di kornmœl nicht genug wasser hette czu irem gange unde getriebe, so sollen di meister die bretmœl lossen feiern unde schotzen alzo lange bis daz si beidersit czu iren gange unde getrebe wasser mogen gehaben. urkunde von 1448 codex diplomaticus Silesiae 1, 124. schon hier, noch mehr aber in den späteren beispielen macht sich die objectivierende tendenz bemerklich, getriebe ist das triebwerk. III@2@a@aα) es ist im besondern das zusammenhängende system des räderwerkes, bei dem eine umtriebsmaschine ihre bewegung erst durch eine zwischenmaschine auf die arbeitsmaschine überträgt. die ältere sprache nannte dieses zwischenrad auch fürgelege oder fürgelegt getrieb: fürgelege, tympanum cum fusis constans (Agricola); ein auch getriebe genanntes hölzernes rad aus zwei scheiben bestehend, zwischen welchen ringsherum runde hölzer eingezapft sind, die durch eingreifende kämme eines rades umgetrieben werden. th. 4, 1, 736, vgl.gangbares zeug (4, 1, 1237); das man runde scheiben und reder anrichtet mit iren scheiben, spillen, kamredern, fürgelegen oder getrieben und leisten. Mathesius Sarepta 132a (1562); tympanum cum fusis fürgelegt getrieb. Frischlin nomenclator trilinguis 354b; getriebe franz. lanterne lat. tympanum ist in der mechanic ein rad, von zwey scheiben, um derer rand stäbe befestiget, die in ein kammrad greiffen, davon entweder dasselbe umgetrieben wird, oder das getriebe umtreibet. im ersten fall hat das getriebe den vortheil grosser kraft, im letzten aber grosser geschwindigkeit. J. R. Fäsch kriegs-lexicon (1735) 362; getriebe, ein kleines rad in einer maschine von rädern, so von den zähnen oder kämmen der eigentlichen räder bewegt wird, diese räder unter einander zur bewegung verknüpft, und zugleich die bewegung beschleuniget. Jacobsson technologisches wörterb. 2, 76a. III@2@a@bβ) aus dieser umfassenden bedeutung erwächst bald eine noch umfassendere, verallgemeinernde, getriebe, triebwerk; oder umgekehrt schwindet für getriebe = triebrad der zusammenhang mit dem ganzen des räderwerkes, und das rad wird als einzelnes für sich betrachtet. III@2@a@b@11)) getrieb, n. reder, of raderwerk Kramer nieuw woordenboek 2, 132; das getriebe der räder zusammen, l'engrenage Schwan (1782) 740; getriebe, treibendes maschinenwerk, triebwerk, drehling, drilling, lantern, trundle Rumpf 1, 210, vgl. unten (b); das getriebe, ein ding, welches vermittelst vorrichtung in einander greifend umgetrieben wird; das einer festen bestimmung gemäsze fortbewegtwerden oder fortbewegtsein zu oder in etwas als sammelbegriff eines zusammenhängenden, ineinandergreifenden wirkens, gleichsam eines triebwerkes. Kehrein onomat. wb. 921. vgl. unten (c). III@2@a@b@22)) ich habe euch deszhalben zu einem exempel in fig. 217 dasjenige was ich in fig. 213 mit dem kleinen stirn-rad l. m. dem getriebe oder kumpff, samt der kurbel D. C. intendiret, daselbsten orthographice vorgerissen .. dann wann z. exempel der bär 1200 pfund beträget, und man wollte demselbigen durch ein geschirr, wie die zimmerleute reden, das ist, durch stirnrad und getrieb, welle und kurbel, vermittelst vier personen dergestalt bequem aufheben, dasz eine von den vier personen nicht mehr als 33 ½ pfund krafft zu bewegen behält. [] Schübler zimmermannskunst (1731) § 485, 486. vgl. auch kumpf in th. 5, 2614; weil man also aus der grösze des rads gegen der welle, und der grösze der kurbel gegen dem getrieb alles herhohlen musz, wenn man mit wenig krafft viele last heben will. § 487; das getriebe, stegrad, la tympane Schwan (1782) 740; cogersteel Ebers 643; getriebe, kleines zahnrad, pinion, pignon Rumpf 1, 210; getriebe an einer maschinenrolle. Bobrik 315a; das getrieb an der spindel, risorto Täubel buchdruckerkunstwörter 2. anhang 32b (1805); getriebe .. ein jedes rad, welches von einem andern herumgetrieben wird. Adelung 2, 639; kleine getriebräder erhalten den namen getriebe. Prechtl technol. encyclopädie 11, 466; metallene zahnräder sind entweder aus eisen oder aus messing verfertigt; aus stahl macht man nur die getriebe (pignons, pinions) bei kleinen und feinen räderwerken. Karmarsch handb. der mech. technologie2 617; zahnstangen, in welche ein getrieb einzugreifen bestimmt ist, werden .. meist aus eisen gegossen. 621. III@2@bb) der umfassendere begriff des wortes begünstigt dessen verwendung in bestimmten maschinellen betrieben; so von anfang an für das räderwerk der mühle, ebenso für dasjenige des uhrgehäuses; seltener ist diese verwendung für die eigentlichen maschinen der neuzeit. III@2@b@aα) eine mühl und die ich euch bauen wil, hilff got! west ich wamite! het ich hand gerethe und waffen scharff! inn gottes namen so wil ich sie heben an. .. Moses, du solt sein dabei den ersten stein zubreiten und das er leit gar feste, so tregt er schwer: damit bedeut uns die alte ehe. die naue ehe den andern stein, den legen wir auff den alten und das er lauff gar balde nach meisters kunst. das getrieb bedeut uns des heilgen geist gunst. bergreihen des 16. jahrh. 11, 31 J. Meier; die polirmühle, welche vermittelst eines am wasserrade angebrachten getriebes die erforderlichen vorrichtungen in bewegung setzt. Forster ansichten vom Niederrhein (1791) 1, 286; getriebe abstoszen, abtheilen, anstoszen, bei den blau-farbmühlen. Minerophilos (1743) 254b; das getriebe, der trilling in einer mühle, la lanterne, das getriebe in einer mühle, le moulage Schwan (1782) 740; das getriebe, der trilling in einer mühle, the lantern of mill Ebers 643; zu verkaufen eine mühle (in der östlichen Schweiz) mit ausgezeichneter wassergerechtigkeit, .. mit allen zugehörigen getrieben, als kornputzerei, frucht- und mehltransporten. anz. in der beil. zur allg. zeit. 1866 (no. 299); der mühlenbesitzer K. gerieth in das getriebe der mühle und wurde zu tode gequetscht. zeitungsnachricht aus dem jahre 1897. III@2@b@bβ) getrieb in einem uhrwerk, oder in etwas anders, riforto, ingegno, piegamolla Hulsius (1686) 167b; le ressort, elaterum. dictionaire du voyageur (1703) 144; les ressorts d'une horloge, serrure Rondeau-Buxtorff 253; getrieb, das treib- oder federwerk in einer uhr, the spring within a watch or clock. teutschengl. wb. (1716) 766; getrieb in einem uhrwerk, horologii elaterium Bayer 289; le ressort. elaterium Veneroni (1766) 74; das getriebe in den uhren, der schneckenzapfen, le pignon de renvoi Schwan (1811) 439; die kleinen stählernen getriebe in uhren werden aus triebstahl verfertigt. Karmarsch handbuch der mech. technologie 2. aufl. 621; und die gröszte kirchenuhr, die sich darin befand, hatte kaum die grösze einer käsemilbe, woran man recht die subtilität des menschlichen verstandes bewundern konnte, dasz dergleichen kleine werkzeuge doch ihr vollkommen eingeweide: räder, getriebe, pflöcke, spiralen hatten, und gerade die zeit zeigten, die die taschenuhren der unterzeichneten auszen angaben. Brentano (wunderbare geschichte von Bogs dem uhrmacher) 5, 361; o stümperei des armen menschenwitzes! des lebens innern bau wollt ihr verstehn, der räder heimlichstes getrieb berechnen, und wiszt doch nicht, wie lang das uhrwerk geht, wiszt nicht, wann diese räder stocken sollen. Th. Körner Zriny 1, 1; und sieh, auf meinem teller, — lächelt nur — im moos versteckt lag eine taschenuhr, mein christgeschenk, sammt einem seidnen band, das prächtig auf der sonntagsweste stand. der vater liesz mich das getriebe sehn, er zog sie auf, so, sprach er, muszt du drehn, ich aber schrie vor freude, sprang und blickte sie trunken an und horchte, wie sie pickte. Dingelstedt gedichte ('christnacht'); [] holz zu gehäus und getriebe (der Schwarzwälder uhren). Auerbach edelweisz 30; kommt her zum frühlingswald, ihr glaubenslosen, das ist ein dom, drin pred'gen tausend zungen; seht diese blüh'nden säulen, diese rosen, die lichte wölbung, grün in grün verschlungen, .. und dann sprecht: nein! es ist ein hohl getriebe, ein uhrwerk ist's, wir kennen jeden faden, sprecht: nein! zu diesem übermaasz der liebe, und von der lippe weist den kelch der gnaden. Geibel frühlingsoffenbarung. III@2@b@gγ) übertragen auf das anatomische system der gelenkverbindungen: der Artaxerxes ward von jhr (Gildippa) mit starckem hieb, Argeus mit dem stosz', hin auff den sandt gestrewet, in dem sie durchs gelenck, in welchem jhr getrieb die hand sonst hat, die faust dem Jsmael zerhäwet. Dietrich v. d. Werder Gottfried oder erlösetes Jerusalem (1651) 20, 34. III@2@b@dδ) der mechanischen ente gleich, die mit leblosem getriebe einige scheinbare lebensverrichtungen hervorbringt. Voss kritische blätter 1, 525 (gegen Bürger); hier findet er unter dem bilde eine geheime tapetenthür, hinter welcher eine weibliche gestalt mit einem offnen souvenir und mit drei ringen an der linken und mit einem crayon in der rechten sitzt. drückt er den ring des mittelfingers, so richtet sich die gestalt unter dem rollen des inneren getriebes auf, tritt in das zimmer und das auslaufende gehwerk stockt mit ihr an einer wand. Jean Paul Titan 1, 36; die von zeit zu zeit (an ein land) angereihten stücke geben einen unbehülflichen körper, der nur klumpenmäszig drückt, wo er liegt, und weit unvollkommener als ein automat wirkt, wo doch ein inneres getriebe sogar äuszerlich geschäfte verrichtet. F. L. Jahn 1, 169 (natürliche einteilung des grundgebietes); diejenigen getriebe (mechanische webstühle), welche man als tritt- oder schaftmaschinen bezeichnet. lit. centralblatt 1894 (sp. 821); von bestem eichenholz sauber und solid gearbeitet, mit leichtgehendem kettenradgetriebe und bequeme, durch feder einfach regulirbare auslösung. die kurbel wirkt durch kettenräder in vortheilhaftester übersetzung auf das innere getriebe. prospect einer buttermaschine (1897). III@2@cc) an diese verwendungen insgesammt knüpfen mannigfache übertragungen. das räderwerk, das ineinandergreift, ist ein vielverwendetes bild für erscheinungen der natur, für menschliche handlungen und einrichtungen; vom boden des gleichnisses aus nimmt die entwicklung ihren gang weiter, es treten einzelne züge hervor, die den anstosz zu neuen gebrauchsformen geben. hier ist es bald der gedanke des zusammenhängenden systems, das unter der vorstellung eines getriebes erfaszt wird, oder es macht sich die wahrnehmung der geräuschvollen, bewegten thätigkeit geltend. III@2@c@aα) III@2@c@a@11)) das leben war zu kurz für meine liebe, die welt zu klein, zu arm an lust und schmerz, die müsz'gen räder stockten im getriebe: da fand ich dich, da fand ich deine liebe, und was die welt nicht gab, das gab ein herz. Th. Körner ged.: 'beim gewitter'; ich habe erstlich die nothwendigkeit verehren lernen, und was ist mehr als die gethane that, das geschehene ereignisz, ihr eigenthum! dann hab' ich auch diese nothwendigkeit als eine weise fügung verehren lernen, die durch das gesammte grosze getrieb' weht, darin wir blos als mitwirkende, getriebene, treibende räder eingreifen. Chamisso (Peter Schlemihl 7) 4, 296; weil aber blosz durch zuhörer, die zu jüngern herangezogen sind, die lehre gleich werkthätig ins leben eingreifen kann, so ist im hohen getriebe der wissenschaft nicht wahrheit die einzige feder. F. L. Jahn (deutsches volksthum) werke 1, 189; dieses princip bedingt auch die sorgsame schulung der komparserie, die nun nicht mehr wie bisher, wie ein rad auszerhalb der transmission nebenher schwirrt und dadurch eher stört als fördert, sondern dem kunstvollen getriebe des ganzen als mit eingreifender faktor eingefügt wurde. Litzmann das drama .. der gegenwart1 51. III@2@c@a@22)) der mensch ist ein zusammengesetztes getriebe. Campe 2, 253; ohne die federn abzuspannen, welche das getriebe menschlicher strebsamkeit wirkend erhält. Wächter ebendort; geisterreich und körperweltgewühle wälzet eines rades schwung zum ziele, hier sah es mein Newton gehn ... geister in umarmenden systemen nach der groszen geistersonne strömen, wie zum meere bäche fliehn. war's nicht disz allmächtige getriebe, das zum ew'gen jubelbund der liebe unsre herzen an einander zwang? Schiller (die freundschaft) 1, 285; [] so übt natur die mutterpflicht, und sorgt, dasz nie die kette bricht, und dasz der reif nie springet. einstweilen bis den bau der welt philosophie zusammenhält, erhält sie das getriebe durch hunger und durch liebe. (die weltweisen) 11, 67; wie eine that der liebe, die still und dunkel reift und herrlich ins getriebe des groszen lebens greift. Tiedge vgl. Campe 2, 353; wann das getriebe des lebensquelles dir trocken blieb. Thümmel der heilige Kilian 45. III@2@c@a@33)) die heimlichen getriebe eines handels, les ressorts secrets d'une afaire Rondeau-Buxtorff 253; nur hatt' er leider aus den alten und aus seinem humor eine unleugbare verachtung gegen das geld, dieses metallene räderwerk des menschlichen getriebes, dieses zifferblattrad an unserem werthe geschöpft. Jean Paul Siebenkäs 1, 25; ehrgeiz ist die achse des ganzen getriebs. Gutzkow ritter vom geiste 12, 164; das ist ein schachern, ein erwerben, ein räderrasseln tag und nacht — ich möcht' in dieser stadt (Paris) nicht sterben, die auf den gräbern hochzeit macht! welch glück, dasz ihr in dem getriebe, mein deutsches spinnrad nicht vermiszt, dasz ihr nicht ahnt, was deutsche liebe, nicht ahnt, was deutsche narrheit ist! Herwegh die epigonen von 1830; unerhörtes vollbringt die berechnete kraft der maschinen, aber die schönheit flieht vor dem entseelten getrieb. Geibel 5, 78 (Stuttgart 1883). III@2@c@bβ) III@2@c@b@11)) denn was man so genie kurzweg genannt, nicht immer ist's, wenn man es braucht, zur hand, auch wohl, wie das so geht, nicht grad im gange; die beiden aber froh und klug gewandt, in ihrer mitte wird mir gar nicht bange. denn stockt einmal der ernsten kunst getriebe, dann wirkt natur mit ihrem eignen triebe. Göthe ('was wir bringen' fortsetzung) 11, 343; bis alle kämpfe durchgekämpft die liebe, musz sie bewegen sich und tief erwägen des lebens vielgestaltige getriebe. Platen (prolog zu den lyr. blättern 1847) 1, 218; als dürfe er einen tiefen blick thun ins innerste getriebe des lebens. Hebbel (barbier Zitterlein 13) 92, 76; lehr-, nähr- und wehrstand haben im letzen menschenalter änderungen erfahren, neue gestaltungen und belebungen. alle getriebe des staates wirken in neu geschaffener eintracht. F. L. Jahn (leuwagen für Leo) 2, 787; durch volksfeste musz es uns endlich auch wieder gelingen, staat und kirche zum besten des volks in gemeinschaftliche wechselwirkung zu setzen. jetzt ist das kirchliche wesen ein vereinzeltes getriebe. (deutsches volksthum) 1, 320; seit langem schon führte er (Friedrich Wilhelm IV. als kronprinz) den vorsitz im staatsrathe wie im ministerium und glaubte daher das gesammte getriebe des staats zu übersehen. Treitschke deutsche geschichte 5, 7; jene eigenschaft gewandter klugheit, die im oppositionsfalle gefährliche potenzen in das eigene getriebe aufzunehmen und nützlich zu beschäftigen vermag. H. v. Orelli an G. Keller bei Bächtold 2, 319. III@2@c@b@22)) so bedeutend aber auch die umwälzungen durch diese wissenschaft sind und wenn sie auch wie ein polyp mit tausend fängen in das leben des einzelnen so gut wie in das ganze getriebe des völkerconnexes und völkerverkehrs hineingegriffen hat. K. Hoffmann über wesen und bedeutung der vergl. sprachwissensch., archiv für neuere sprachen 30, 2; wer aber das innere getriebe unserer zeitungen etwas näher kennt, der weisz auch, dasz die redakteure ihren berichterstattern keineswegs so selbständig gegenüberstehen. Treitschke deutsche kämpfe, neue folge 53; bei einem punkt scheint die einsicht in das kapitalistische getriebe den verfasser verlassen zu haben: ich meine jene bestimmung (im entwurf eines handelsgesetzbuches) .. nach der der handlungsagent ohne vollmacht nicht berechtigt sein soll, das geld eines kunden anzunehmen. Stadthagen deutsch. reichstag, 10. febr. 1897; ja meine herren, diese abhängigkeit der makler von den bankiers ist einer der dunklen punkte in dem getriebe unserer börse. graf v. Kanitz 9. jan. 1896. III@2@c@gγ) je mehr die vorstellung einer bewegung, einer unruhe und geräuschvollen thätigkeit in den weiteren entwicklungsformen hervortritt, um so mehr nähert sich getriebe wieder der function eines verbalsubstantivs; um so mehr auch gewinnen die etymologischen verwandten treiben, getreibe einflusz auf den bedeutungsgehalt unseres wortes. [] III@2@c@g@11)) auf solchen berührungen beruhen die nachstehenden beispiele: III@2@c@g@1@aα)) wie das getriebe, so das gezeige. Wander 1, 1641; das leben also, liebe! scheint mir ein stetes treiben und getriebe, gleichsam aus lust und furcht zusammen blattgewebt. Baggesen (Adam und Eva 10) 4, 151; alles der menschen gewühl nennt er getrieb ohne ziel. Grillparzer ged. (incubus). III@2@c@g@1@bβ)) das getriebe der wellen, the agitation of the sea Hilpert 460. III@2@c@g@22)) entfernter stehen die allgemeineren verwendungen. III@2@c@g@2@aα)) so einmal aus dem gesurre des täglichen getriebes herauszukommen, ist äuszerst wohlthätig. Gotthelf Uli d. p. 15. cap.; in der art, wie er das thätige getriebe des hauses darstellte, war etwas, als ob er eine frische luftströmung in die stube bringe. Auerbach landhaus am Rhein 3, 33; das getriebe menschlicher thätigkeit, the springs of human activity Hilpert 460; das getriebe der menschen, the restless or busy life of men. ebend.; auf der hochwarte standen die väter der insel truppweise beisammen und ergötzten sich am getrieb der traubensammelnden leute. Scheffel Ekkeh. 70; auf dem platze unter der kirche, rechts und links wird den ganzen tag hindurch gehandelt und gelärmt, dasz kein mensch mehr etwas hört vom tosen der Aach, die sich hart neben dem platze .. dem Schnepfauer walde zuwälzt; die sagenumwobene Kanisfluoh und die stolze Liggsteinpyramide schauen ernst und still auf das bunte getriebe herunter. Felder reich und arm (1868) 151; es wird noch viel sonnenschein brauchen, bis der schlamm unserer ästhetischen und literarischen zustände auftrocknet .. ich bin froh zu jeder stunde, dasz ich mich all dem getriebe fern gezogen habe; ich liebe die frische luft der that, aber nicht die fäulnisz, wenn sie auch aufs prächtigste phosphorescirt. Pichler (an Hebbel) Hebbels briefwechsel 2, 403; etwas abseits von dem allgemeinen getriebe schaltete der schieszunteroffizier. R. Stratz dienst 16; ihr war es, als müsse sie Berlin in seinem gewaltigsten, mitleidlosen getriebe aufsuchen. die kleine Elten s. 312. III@2@c@g@2@bβ)) freilich in dem groszen getriebe der welt ist der starke so leicht jenem irrtum unterworfen. F. L. Jahn werke 2, 563; das verworrene getriebe der zeit. Rückert 88; selbst in der stadt mitten im tollen getriebe hält ihn (den adel) die stellung zur höheren gesellschaft und zum hofe in gewissen schranken. Auerbach landhaus 1, 145; ich hoffe, sie miszfiel, das edle mädchen! obgleich die lange zögerung mich martert, und ich in das getriebe dieser thoren mich ängstlich menge, gleich als wär's mein kind und ihr geschick, um das die rotte würfelt. Grillparzer (Esther 2) 85, 259; die grosse zeit, die er durchlebt, das sausen der hunnenschlacht hatten schwung in seine gesinnung getragen und ihn das getrieb kleinen ehrgeizes verachten gelehrt. Scheffel Ekkehard 375; Ekkehard aber liesz sich vom diakon die stola umhängen und das meszbuch vortragen, er hielt einen umgang durch stube und kammer, die wände weihte er mit dem zeichen des kreuzes, auf dasz das getriebe böser geister gebannt sei für immer. 129. III@2@c@g@2@gγ)) an die im obigen festgestellten verwendungen, vor allem aber an die unter β)) behandelten, knüpfen zahlreiche zusammensetzungen an, aus denen der häufige gebrauch unseres wortes am deutlichsten erhellt: alltagsgetriebe, flutgetriebe, lärmgetriebe, lebensgetriebe (bei Jahn), luftgetriebe, parteigetriebe, schandgetriebe, schiffsgetriebe, stadtgetriebe, volksgetriebe, wechselgetriebe (Jahn), weltgetriebe u. a. III@2@c@g@2@dδ)) von hier aus wird eine poetische verwendung erleichtert, in der getriebe — wol auch des versmaszes wegenals synonym mit dem verwandten substantiv trieb im plural auftritt: ird'scher getriebe reinigerin. Rückert ged. (auswahl) 120.
33008 Zeichen · 369 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Getriebe

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Getriebe , des -s, plur. ut nom. sing. von dem Zeitworte treiben, doch nur in verschiedenen einzelnen Fällen. 1) Im …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Getriebe

    Goethe-Wörterbuch

    Getriebe a Triebwerk, Räderwerk; im Bild stockt einmal der ernsten Kunst G. GWB 13 1 ,110 Was wir bringen Halle [1814] V…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Getriebe

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Getriebe , soviel als Triebwerk; in der Baukunst: die Widerlagen zum Stützen einer Mauer, im Bergbau: die Abstützung ein…

  4. modern
    Dialekt
    Getriebe

    Bayerisches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Getriebe Band 4, Spalte 4,478

  5. Sprichwörter
    Getriebe

    Wander (Sprichwörter)

    Getriebe Wie das Getriebe, so das Gezeige. Das Aeussere ist ein Abdruck des Innern.

  6. Spezial
    Getriebe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|trie|be n. (-s,-) 1 mecanism (-s) m. 2 (Triebwerk) trasmisciun (-s) f. 3 (Zahnradgetriebe) ingranaje (-ji) m. 4 (lebh…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit getriebe

40 Bildungen · 6 Erstglied · 33 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von getriebe 3 Analysen

ge- + triebe

getriebe leitet sich vom Lemma triebe ab mit Präfix ge-.

Alternativen: getrieben+-e ge-+trieb+-e

Zerlegung von getriebe 2 Komponenten

get+riebe

getriebe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

getriebe‑ als Erstglied (6 von 6)

getriebeachse

DWB

getriebe·achse

getriebeachse , f. technischer ausdruck, vgl. getriebe oben sp. 4532: die unterlage, welche verhindert, dasz die getriebachse sich durch den…

getriebearbeit

DWB

getriebe·arbeit

getriebearbeit , f. , eine zusammensetzung, die in der bergmännischen sprache gebräuchlich ist, sie knüpft an die sp. 4531 dargelegten verwe…

getriebende

DWB

getriebende , n. technischer ausdruck, vgl. getriebe oben: eine glatte konische vertiefung, auf der jetzt freien seite des armes nimmt ... d…

Getriebene Arbeit

Herder

getrieben·e·arbeit

Getriebene Arbeit , die Hervorbringung von außen erhabenen, innen hohlen Figuren auf Metallblechen (vergl. Ciseliren).

getriebepfahl

DWB

getriebe·pfahl

getriebepfahl , m. , ausdruck der bergmännischen sprache, vgl. getriebe sp. 4531: getriebepfäle sind pfäle, so breit und forne straff zugeri…

getriebe als Zweitglied (30 von 33)

ALLTAGSGETRIEBE

DWB2

alltags·getriebe

DWB2 ALLTAGSGETRIEBE n. DWB2 gewöhnliche, für den alltag charakteristische geschäftigkeit, betriebsamkeit: DWB2 1875 die straße mit ihrem al…

ANGETRIEBE

DWB2

ange·triebe

DWB2 ANGETRIEBE n. , angetrieb n.,m. DWB2 zu antreiben . vorantreibende kraft, veranlassung: DWB2 1465 man sprach, das es niemands angetrib …

Angießungsgetriebe

Campe

Das Angießungsgetriebe , des — s, d. Mz. w. d. Ez. in den Salzwerken, ein Getriebe in den Leckwerken, um das Salzwasser auf die Dornwände du…

bücklingsgetriebe

DWB

bueckling·s·getriebe

bücklingsgetriebe , n. hut und stock waren das bücklingsgetriebe für ihn, ohne die er keine verbeugung machen konnte. J. P. Fixl. 81.

Dampfgetriebe

Campe

dampf·getriebe

○ Das Dampfgetriebe , des — s, d. Mz. w. d. Ez. ein künstliches Getriebe, welches vermittelst des Dampfes von kochendem Wasser in Bewegung g…

Glättgetriebe

Campe

glaett·getriebe

○ Das Glättgetriebe , des — s , d. Mz . w. d. Ez. ein Getriebe mit Räderwerk (Polirmaschine ); besonders ein solches Getriebe, welches durch…

kunstgetriebe

DWB

kunst·getriebe

kunstgetriebe , n. für maschine bei Campe als von ihm gemacht, vgl. DWB kunst selbst als maschine sp. 2683.

planetengetriebe

DWB

planeten·getriebe

planetengetriebe , n. : auge der liebsten! du sonne der welt der gedanken, leuchtende mitt' im planetengetriebe der liebe! Rückert 4, 167 .

selbstgetriebe

DWB

selbst·getriebe

selbstgetriebe , n. triebwerk, das sich von selbst bewegt, automat. Campe. beim kettenwirkstuhl im gegensatz zum handgetriebe, Dawson-wheels…

Stoßgetriebe

Campe

stoss·getriebe

Das Stoßgetriebe , — s, Mz . gl. ein künstliches Triebwerk, die Gesetze des Stoßes damit zu zeigen (Percussionsmaschine ).

stoszgetriebe

DWB

stosz·getriebe

stoszgetriebe , n. ' ein künstliches triebwerk, die gesetze des stoszes damit zu zeigen ' Campe s. das vorhergehende. —

straszengetriebe

DWB

straszen·getriebe

straszengetriebe , n. , leben und treiben in städtischen straszen: inmitten des Berliner straszengetriebes v . d. Steinen naturvölker Zentra…

streckengetriebe

DWB

strecken·getriebe

-getriebe , n. , konstruktion zur abstützung im bergbau ( zu strecke A 2 a; vgl. getriebe III 1 teil 4, 1, 3, 4531). —

strudelgetriebe

DWB

strudel·getriebe

-getriebe : dasz meine früheren arbeiten nun endlich auch in das strudelgetriebe der französischen literatur aufgenommen worden Göthe IV 37,…

uhrgetriebe

DWB

uhr·getriebe

-getriebe und uhrengetriebe, n., triebfeder im uhrwerk: pinion of a watch Hilpert 651 b ; Hoyer-Kreuter 1, 778 . —

wechselgetriebe

DWB

wechsel·getriebe

wechselgetriebe , n. getriebe an der welle eines wechselrades, in uhren Poppe handb. f. uhrmacher 2, 456 . Krünitz 235, 320 . auswechselbare…

weltgetriebe

DWB

welt·getriebe

weltgetriebe , n. 1 1) ' getriebe dieser welt, des irdischen lebens ' u. dgl.; zunächst noch in unfester komposition: betrogne sterbliche, k…

wendegetriebe

DWB

wende·getriebe

wendegetriebe , n. , ' getriebe zum wechseln der drehrichtung einer welle ' ( Brockhaus, abc d. naturwiss. u. techn. [1952] 684): den wechse…

Ableitungen von getriebe (1 von 1)