lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

zweig

mhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
13 in 13 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
Verweise rein
19
Verweise raus
12

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zweig m.

Bd. 32, Sp. 1036
zweig, m. herkunft und form. 11) kontinentalwgerm. wort, ahd. zwîc n.; mhd. zwîc n. und m.; mnd. twîch n.; mnl. twijch m.; nl. twijg; fries. twig, *twīg m. (vgl. Siebs z. gesch. d. engl.-fries. spr. 219). mit dem ags. engl. twig im ablaut stehend; mehrdeutig ist das im skandinavischen isolierten. tvege, älter tvige. auszerhalb des germ. ist verwandt alb. degε f. 'ast, zweig, gebüsch' aus *dvoighā (G. Meyer alb. wb. 62). zu grunde liegt in zweig ein von der kompositionsform des zahlwortes zwei *dui-, *duei- (s. unter zweifel) abgeleitetes adject. *deigho-, *digho- in serb. (16. jh.) dviz 'zweijährig', dvize n. 'zweijähriges schaf', lit. dveigỹs 'zweijähriges rind oder fohlen, vgl. auch gr. δίχα, adv. 'in zwei geteilt, gesondert', s. Solmsen P.-B. beitr. z. gesch. d. dtsch. spr. u. lit. 27, 358, Walde-Pokorny 1, 819, Trautmann bsl. wb. 64; der von vielen vorgezogene vergleich von germ. *twiga- mit ai. dvíka 'aus zwei bestehend' wird durch alb. degε unwahrscheinlich.das neben zweig stehende ahd. zuog (pl. zuga, zoagir, zuogun) und zuocko (Schatz ahd. gr. 244), as. tôgo verdankt seinen vokal wohl eher dem vorhistorischen nom. masc. idg. *dā, germ. *t(w)ō 'zwei' (s. unter zwei, sp. 972) als dem historischen nom. fem.die dritte form, [] ahd. zwî, n. (neben dem schw. m. zwîo, vgl. zuuio ahd. gl. 2, 382, 385, 404), mhd. zwî, n., frühnhd. zwei, beruht ebenfalls auf einer adjektivischen weiterbildung von zahlwort aus: idg. *deo- (oder dio-?), vgl. lit. dvejì 'zwei' (in verbindung mit pluralia tantum). — unklar sind an. tjúga 'gabel', schwed. tjuga, n. høtyv 'heugabel'. 22) für zweig ist im ahd. allein das neutrum gesichert, im mhd. steht es neben dem masc., im nhd. wird es schriftsprachlich selten, vgl. noch bei Grassäus d. kleine baur (1618) 109, H. Braun dtsch. orthogr.-gram. wb. (1793) 320a, F. Raimund s. w. (1881) 2, 231, in den maa. ist es heute noch lebendig, vgl. Schmeller-Fr. 2, 1174, Fischer schwäb. 6, 1430, Frederking Hahlen 33 u. s. w.schwach flektiertes zweig bleibt vereinzelt: ein zahmer zwige (15. jh.) Diefenbach gl. 568c; stieg vom pferd ab, band es an einen zweigen Happel akad. rom. (1690) 2; lauter solche sauberen zweigen Zendorius a Zendoriis t. winternächte (1682) 648. zwei (mhd. zwî n.) als masc. ist nur gelegentlich bezeugt, vgl. grner zwy Frisius dict. (1556) 586b; heute lebt zwei, n., in südlichen obd. maa. weiter, vgl. Stalder schweiz. id. 486, Weber Zürcher oberland 66, Enderlin Keszwil 58, Bühler Davos 2, 43. 33) im obd. finden sich zwei weitere suffixe: das -d-suffix, vgl. zweid sp. 983. die ältesten belege stammen aus dem mhd., vgl. Hugo v. Trimberg renner 12542 (var. aus d. j. 1347) Ehrism.; kl. mhd. erzählungen 276, 4 Euling. zweid findet sich noch in bairischen dialekten, vgl. Schmeller-Fr. 2, 1173, Lexer kärnt. 268. das -l-suffix in zweil, zwil, vgl. Johann v. Würzburg Wilhelm v. Österreich 1309 Regel, Diefenbach n. gl. (v. j. 1466) 277b, österr. weist. (v. j. 1625) 30. auch diese form lebt noch im bair., vgl. Überfelder kärnt. id. 259, Schmeller-Fr. 2, 1173; das l-suffix ist auch auf nd. und nl. boden anzutreffen, hier aber nur bei der bedeutung des gabelastes, vgl. Schiller-Lübben 4, 646, Verwijs-Verdam 8, 824; für neuere mundart vgl. brem.-ns. wb. 5, 141, Stürenburg ostfries. 294. 44) der plural der neutra zwîc, zwî (zweid) wurde ursprünglich regelmäszig gebildet, vgl. surculos zui ahd. gl. 2, 372 St.-S., palmites zui 1, 224, gegenüber zoagir 1, 245 (von zuog); im mhd. treten -er-plurale zwiger und zwier auf, bei denen auch die gruppe blätter, gräser u. a. als begriffsverwandte wörter einflusz geübt haben könnten, vgl. beiträge 27, 255, doch bleiben die belege wenig zahlreich, vgl. z. b. L. Thurneyszer magna alchimia (1531) 9a, Casp. Schröter hausverwalter (1712) 1714; in den lebenden maa. finden sich die -er-plurale noch häufig, vgl. z. b. Schmidt-Petersen nordfries. 143, Christa Trier 266; Schmeller-Fr. 2, 1169, 1174; Lexer kärnt. 268. 55) zweig mit seinen nebenformen ist nur in obd., in teilen der westmd. und in den westnd. maa. beheimatet. zur verbreitung des wortes hat wohl die redensart auf keinen grünen zweig kommen beigetragen, vgl. Schütze holstein. id. 4, 293, Rovenhagen Aachen 170, Dähnert plattdt. 500, lux. ma. 511. die östliche grenze für das nd. gebiet bilden das mecklenburg.-vorpomm. und das märkische (vgl. Mi 96, Danneil 229), im md. zieht sich der streifen, der zweig kennt, am Rhein entlang, im obd. ist zweig allgemein geläufig. das übrige deutsche gebraucht synonyma, wie telge, zelge, zalch, zacken u. a.; kompromiszform zwischen zwîg und telg ist ahd. zwelga, mnl. twelch, niederrhein. twelg (Frings Germ. rom. 16 f.), s. zwelch. allen andern bildungen gegenüber hat sich zweig schriftsprachlich vom beginn des frühnhd. an vollständig durchgesetzt. bedeutung und gebrauch. dem als grundwort anzusetzenden adj. idg. *dueigho- 'in zwei teile zerfallend' zufolge bedeutet zweig zunächst wohl den teil des stammes oder astes, der sich in zwei glieder gabelt, vgl. dazu nochn. tvege 'gabelast' Falk-Torp 2, 1302 und twieg 'gespaltener weidenzweig zum korbflechten' Stürenburg ostfries. 294, wo aber auch sekundäre [] entwicklung vorliegen kann; für den gabelast verwenden obd. maa. heute vielfach das stammverwandte zwiesel (s. dort), nd. maa. twil (s. oben). in geschichtlicher zeit gilt zweig mit seinen nebenformen bereits schlechthin für jedes aus dem stamm, den ästen oder andern zweigen hervorwachsende glied eines holzigen gewächses, namentlich der bäume und sträucher, und wird erst im nhd.im gegensatz zum ahd. und mhd.deutlich mehr und mehr auf den belaubten dünneren baumast, der einen bestandteil der krone bildet, eingeschränkt, während zweig in früheren sprachstufen auch das pfropfreis, den setzling und den schöszling bezeichnen konnte; dafür schafft die jüngere sprache eine grosze anzahl übertragener bedeutungen. 11) in eigentlicher bedeutung. 1@aa) der blätter, blüten und früchte tragende teil belaubter gewächse. 1@a@aα) von bäumen: surculus, ramus zuig ahd. gl. (10. jh.) 2, 740 St.-S., vgl. Otfrid IV 3, 22, Tatian 116, 4 (belege s. unten 3 b); da mit er (der rabe) wol gebicken mac ab dem boum ein grozez zwî Enikel weltchron. 2623 Str.; in vocab. häufig für frons zwig, zwick (md. 15. jh.), twich vel äst vel telghe (nd. 15. jh.) bei Diefenbach gloss. 248c; twich (nd. 15. jh.) n. gl. 183a; czwig (1502 obd.) ebda; zweid (md. 15. jh.), czway (md. 1429) gloss. 248a; und wil der winter nicht gestehen, das man die zweig soll blühen sehen Rollenhagen froschmeuseler (1595) n 3b; (der schnee) hat sich uff den nästen und boümen angehänkt, und solche dermaszen beschwert, dasz nit nur die zwey und klaine näsztlin, sonder grosze mächtige näst und ganze boüme zerrüszen und nidergetruckt S. Bürster beschreib. d. schwed. kriegs 13 Weech; sie alle anfiengen ... alle ihre zweig und näst zu schütteln Fr. v. Spee güld. tugendb. (1649) 378; grünet ihr zweige, kleidet die linden Ph. Zesen verm. Helikon (1656) 2, 125; der stamm (des kokosbaums) hat keine zweige, sondern oben rings umbher 15, 20 und mehr grosze blätter Neumark neuspr. t. palmb. (1668) 60; bruch heiszet hier ein ... grüner und wol laubiger kleiner zweig v. Heppe aufr. lehrprinz (1751) 309; von dir gesegnet giebt der baum ... ihm unter seiner zweige raum erfrischung ... J. A. Cramer s. ged. (1781) 1, 195; es dringen blüthen aus jedem zweig Göthe I 1, 72 W.; schwer ist worden indes von früchten dunkel mein kirschbaum, und der pflückenden hand reichen die zweige sich selbst Hölderlin ges. dicht. 1, 244 L.; schon sah er das dach seines hauses von weitem durch die entlaubten zweige der parkbäume W. v. Polenz Grabenhäger (1898) 2, 72; die tiefhängenden zweige peitschten den alten fortwährend in das gesicht Stehr d. heiligenhof (1918) 1, 144. seit der frühzeit deutscher lyrik wird der vogel auf dem zweige besungen: ein vogellîn sô wol getân, daz ist der linden an daz zwî gegân Dietmar v. Eist in: minnesangs frühl. 39, 21; die nachtigal sitzt auff dem zweig singt uns ein süsze melodei Forster frische t. liedlein 122 ndr.; des taxus nacht umgab den fusz der eichen, nur vögel hüpften auf den zweigen Göthe I 37, 27 W.; vögel neigen aus den zweigen Platen w. 1, 42 R. im bilde vom menschen: du sitzest als ein vOegelli uf dem zwie Seuse dtsche schr. 287 B.; und springen also wie ... unrhwige vOegel von eim zweig auff den andern Fischart binenkorb (1588) 60a; Ariost sehn wir flirren und von einer erzählung zur andern hüpfen wie das [] vögelein von zweige zu zweige J. J. Chr. Bode Mich. Montaigne (1793) 3, 196; ich singe wie der vogel singt, der in den zweigen wohnet Göthe I 21, 206 W. 1@a@bβ) von gesträuchen, vom unterholz: Japhet zertrannte mit müh die kreuzenden zweige der sträuche Bodmer Noah (1752) 7; ... nach etlichen sekunden brach ein rehbock durch die zweige ... Holtei erz. schr. (1861) 2, 156; und vor mir im gesträuch es knackt und bricht, die zweige schlagen feucht an mein gesicht Annette v. Droste-Hülshoff ges. schr. (1878) 2, 108. gelegentlich vom krummholz, knieholz: ... begann dieser tag ... mit einem schweren kämpfen und ringen gegen das zähe gewirre verschlungener zweige und stämme mit keuchender anstrengung, das schwankende strauchwerk auf eines schrittes länge aus einander zu theilen ... H. v. Barth Kalkalpen (1874) 321; gegen mittag kamen uns die letzten spuren der birke in 1-2 fusz hohen, mit ihren knorrigverflochtenen zweigen in weiten umkreis den boden bedeckenden, nach oben aber in einer ebene wie abgeschorenen sträuchern zu gesicht A. G. Schrenk in: Nehring tundren u. steppen (1890) 14. 1@a@gγ) andere verwendungen sind begrenzter; von der weinrebe seit dem ahd. belegt, heute kaum gebräuchlich: palmis reba zui ahd. gll. (9. jh.) 2, 317 St.-S.; palmites zui ebda 1, 224; und sy giengen untz zuo dem bach des trubes und des snitten ab ein zweig mit seiner bere, den truogen zwen mann an einer stangen erste dtsche bibel 4, 51 Kurr.; ich sach vor mir ein rebe, in der waren 3 zweig (propagines) gemechlich wachsen in den keimen ebda 3, 180; ... und also gebuwen, gebiert er lang und starck zwain oder reben H. Österreicher Columella 1, 133 lit. ver.; ich lasse meinen stokk viel junge zweige treiben und hoff in stoltzem glükk beharrlich grün zu bleiben Harsdörffer gesprächsp. (1644) 6, D d 7a. vom rosenstock: wolt gott, ich solt ir wünschen drey rosen auff aim zweyg Forster frische t. liedlein 126 ndr.; oder ich wäre die purpurne ros, und du mit dem händchen brächst vom zweige mich ab Herder 26, 26 S.; da steht ein rosenstock ... er war umgekommen bis auf einen zweig Cl. Brentano ges. schriften 5, 303. selten von staudengewächsen: (der quendel) ist ein staud mit vil zweigen dem zamen maieron ganz änlich H. Bock kreutterbuch (1539) 9b; (von den alpenbärwurzen) auf Alpenwiesen, auch auf dem Schwarzwald, schuhhoch, fast ohne zweige Oken naturgesch. (1841) 3, 1654. 1@bb) der junge trieb der bäume und gewächse, der im frühjahr hervorbricht. 1@b@aα) in gleicher bedeutung wie schöszling: maniger nimpt ain jariges zwei von ainem wilden haselpaum Vintler pluemen d. tugent 7923; es hatt wol fruchte, ehe denn die sonn kompt und zweyge brechen erfur in seynem garten Luther 1, 403 W. (später korrigiert in reyser wachsen); dasz es ein zwiselchen oder zwifaches haselstäudigtes, ein jähriges junges spröszlein ist, so aus einem wipfel ... aus- und aufgeschoszen: und der ein zweig gegen auffgang der ander gegen untergang der sonnen stehet J. Prätorius d. abenth. glückstopf (1669) 40; die zweige, die in jungen sprossen vor kurzem erst hervorgeschossen, sind oben roth und unten grün Brockes ird. vergnüg. (1721) 8, 52. die nebenordnung von zweig und schosz ist daher im frühnhd. ganz gebräuchlich: das geyssin fleisch, je jünger es ist, je gesünder ... so sy von den jungen schossen und zwyen feist worden sind Herold-Forer Gesners thierbuch (1563) 59; surculosus schoszreich, voll schossen oder zweigen Maaler (1561) 361; germen ein zweig, ein schosz Calepinus XI ling. (1598) 612b; surculus, germen schosz, [] zweig nomencl. lat.-germ. (1634) 70. in heutigen maa. lebt zewig in dieser bedeutung fort, vgl. z. b. Bühler Davos 2, 43; Hunziker Aargau. 315; Follmann lothr. 563. sprichwörtlich heiszt es vom jungen, noch biegsamen schöszling: ein junger zwyg sich biegen lot, wann man ein altten understat zu biegen, so knellt er entzwey S. Brant narrenschiff 9 Z.; ein junger zweig ist zwar leicht gebogen Moscherosch insomnis cura par. 82 ndr.; biege den zweig, während er jung ist, aber brich ihn nicht Dühringsfeld sprichw. (1875) 1, 83a. 1@b@bβ) für den setzling, den man als jungen schosz von manchen pflanzen bricht und einpflanzt: ein ander zwi er ime gab und hies das seczen uf sin grab. von des todes bǒme nam er das ... nu wuochs ain schOener bǒm da von Wernher Marienleben 9535 Päpke; seminarium ort, da man zwy züchtet Frisius (1556) 1196b; zuchtgärtle, ein gärtle in einem geschirr oder umbgezünt fläckle, da man die jungen zwey oder kreüter in züchtet, bisz man sy auszsetzt und frey ledig stekt Maaler (1561) 523b; darauf sie seet und setzt schöne zweig von basilicon salaritano M. Montanus schwanckbücher 93 Bolte; tandum fit surculus arbor aus einem kleinen zweige wird endlich auch ein baum Spannutius sprichw. (1720) 568; wenn die zweige wurzeln schlagen, wachsen, grünen, früchte tragen Göthe I 2, 151 W. im bilde oder vergleich: ein zwî der kunst gestôzen hât ('gepflanzt', s. teil 10, 3, 510) her Vlec der guote Kuonrât Rudolf v. Ems Alex. 3239 Junk; wan ir aber noch nút erstarcket sint, ... sont (ihr) iuch selber umbzúnen als ein junges zwi vor dem vih Seuse dtsche schr. 426 B.; und glycherwyse als die jungen zwy und schosse niderfallend und nit ufrecht belyben mugent, sy hangen danne an iren pfeln und stöcken mit den banden angeheft, also ... N. v. Wyle translat. 134 K. diese tugend ... es ist ein fremder zweig, mit nachgeahmtem süd in einem rauhern himmelsstrich getrieben Schiller 5, 1, 160 G. 1@b@gγ) für das pfropfreis: ... waren seltzam und mancherlay zweig gepfropfft Schaidenreisser Odyssea (1537) 27b; dises jar schickt sich wol zu solcher impffung, da man die zweyg in das aug des baums stösset M. Herr d. feldbau (1551) 23b; oder ein baumann, der zweigt und inseriert das zame zweig, welcher arth er will, dem wilden stamm ein J. Grassäus d. kleine baur (1618) 109; einer klagt seinem nachbarn, wie er ein ungluckhafften baum in seinem garten hett, daran sich drey seiner weiber gehenckt, der nachbar bat ihn, er wolt ihm zweig davon zu impffen geben Lehman floril. polit. (1662) 1, 160; welche zweiger von mittelmäszigen, gesunden und nicht gar alten bäumen ... genommen werden C. Schröter hauszverwalter (1712) 114. so in den maa. noch weit verbreitet, vgl. Follmann lothr. 563; Martin-Lienhart elsäss. 2, 923; Fischer schwäb. 6, 1431; Tobler Appenzell 463; Bühler Davos 2, 43; Berger St. Gallener Rheintal 69. bildlich: demuot si der edel stam, uf den ein zwi heizit scham ... daz ander zwi willigiu armuot, diu machit daz obz allis guot Hugo v. Langenstein Martina 225, 30; die ding werdent recht in úch geprüfet, als die ein zwig zwigent úf einen stok, und nach dem zwige so wirt alle die frucht Tauler pred. 222 V.; ein junger zweig verbindet sich mit einem alten stamme gar leicht und gern, an den kein erwachsener ast mehr anzufügen ist Göthe I 20, 297 W.; der manichäismus ... war ein versuch des Manes, einen zweig des christentums auf den alten magismus zu pfropfen Görres ges. br. (1858) 3, 164. [] 1@cc) der vom baum abgetrennte zweig, der zu verschiedenen praktischen zwecken benutzt wird; die belege hierfür sind mannigfaltig, aber wenig zahlreich; leimrute: ûf daz gelîmde zwî gestât Gottfried v. Straszburg Tristan 844 B. scepter: er bot ir sin küniglich zwei ze küssen Heinrich v. Nördlingen an M. Ebner 220 Strauch. wünschelrute: geh mit diesem zweige auf den nächsten hügel bei deinem wohnhause; gibt acht, ob sich der zweig in deiner hand bewegt und öffne, wo er sich von selbst zur erde neigt, den boden Langbein s. schr. 31, 103. besenreis: wenn alsdann des folgenden tages ausgekehret wird, so mag der besen mit denen zweigen ein wenig unter eine spitze eines splitters kommen J. G. Schmidt gestrieg. rockenphilos. (1706) 1, 111. zweige, die man zum bau primitiver wohnungen benutzt: als wir auf jenes berges erhabenem rücken eine hütte von grünen zweigen uns bauten S. Geszner schr. (1777) 1, 125; die wohnungen der alten Dacier können sehr wenig von den elenden hütten aus zweigen und lehm ihrer enkel verschieden gewesen sein Moltke schr. u. denkw. (1892) 1, 120. zweige, die man als abwehrmittel gegen insekten aufstellt: dann sie die kammer fleiszig sprengt, igels schmaltz sie darein auch henkt, deszgleich viel junger ehrlin zweig, damit der floh behangen bleib, wann er ongferd springe daran Fischart d. flöhhaz 17 ndr.; (er) legt einen grünen zweig aufs bette (um die mücken zu verjagen) Ramler fabellese (1783) 1, 150. 1@dd) in poetischer sprache steht zweig gelegentlich für den baum: o tanne! du bist ein edler zweig, du grünest winter und die liebe sommerzeit A. v. Arnim w. 21, 50; unter einem zweig, unter zweigen kann soviel wie 'unter bäumen, im walde' heiszen: mein her von Berge, der ist nit weit, er helt under einem grunen zweigh mit manichen, bergischen manne hist. volksl. (1865) 1, 204 v. Liliencr.; ihr scherzt auf gras und unter zweigen ohn allen zwang und ohne zeugen (lob d. zigeuner) Hagedorn poet. w. (1769) 3, 64. 22) zweig in übertragener bedeutung. 2@aa) das äuszere bild der verzweigung, bei der sich schwächere baumteile von stärkeren abtrennen, hat eine anzahl von benennungen bestimmt. 2@a@aα) manches bleibt in der sphäre des bildes: in des schreckens wahn lasz ich los der koralle umklammerten zweig Schiller 11, 225 G.; platten, die in zimmergrösze von den verästelten zweigen einer fossilen coralle überzogen sind H. v. Barth Kalkalpen (1874) 135. 2@a@bβ) dagegen feste übertragungen; die stangen des hirschgeweihs, das hirschgeweih; so schon in älterer sprache: sin (des hasen) schepper dorch den sülven krich gaf em enes hertes twich, hirvan so wart he stolt genoch Gerhard v. Minden 87 L.; item 12 elendes twige hansisches urk.-buch 8, 592 Stein; (der fuchs zum bock) ... trit du fest an die mauren, und halt wol an mit deinen zweigen, so wil ich oben auf dich steigen B. Waldis Esopus 1, 317 Kurz; bei einigen verflieszen ... die zweige oder zinken in eine breite schaufel Oken naturgesch. (1839) 7, 1282. in der anatomie: ihr (der luftröhre) ende ist etwas enger, wird in zweige getheilt, welche alle durch die lunge ausgetheilt werden H. v. Fleming t. soldat (1726) 347; gereizt vom frühling zur liebe durchstreichen mutige rösse den wald mit flatternden mähnen, der boden zittert und dröhnt, es strotzen die zweige der adern E. v. Kleist w. 1, 192 Sauer; [] die oberen herzgeflechte werden durch zweige des sympathischen und des herumschweifenden nerven ... gebildet Sömmerring menschl. körper (1839) 4, 495. wege, flüsse, gebirgsausläufer, die sich abtrennen: sobald also Tiburius damals zurückgehen wollte, gerieth er allemal in diesen deutlicheren zweig des weges und durch ihn in den ferneren wald A. Stifter s. w. (1901) 4, 1, 46; ich seh den wörth, den du mit beyden zweigen umarmest und umringst Gottsched neueste ged. (1750) 65; zweige des hessischen gebirges setzen über den Rhein fort und gehen in die vogesische kette über J. G. Forster s. schr. 3, 15; das erzgebirge streckt einen seiner letzten zweige in das ländchen H. Laube ges. schr. (1875) 8, 53. in der technik ist die anwendung heute ganz gebräuchlich, man spricht von zweigen der wasserleitung, der gasleitung, der elektrischen leitung u. s. w. 2@bb) das wachstum des baumes, dessen zweige jahr für jahr neu treiben und das hervorwachsen neuer kleiner glieder aus den alten gröszeren veranschaulichen, führte im mhd. dazu, zunächst im bilde, dann in übertragener bedeutung vom menschen als einem zweig zu sprechen. der begriff des stammbaums taucht erst viel später in der deutschen literatur auf, s. teil 10, 2, 645, vgl. auch A. Heusler institutionen (1885) 2, 587. 2@b@aα) das älteste ist zweig im bilde vom menschen als einem abkömmling: sus hat daz zwich dhes ersten bǒmes uzgelazen ver (vier) blomen brauschweig. reimchr. 7814 Weiland; du allerdurchleuchtigste fürstin ... ein ware auffhalterin des loblichen hausz von Bayern, darausz entsprossen seind fünff durmächtige zwey fürstlichs stams Hartlieb Alex. (1473) 3a; das diser ruembwürdige herr ohne zweig desz nachstammen verwelchet Frz. A. v. Brandis ehrenkräntzel (1678) 103; briegische cedern ... steigen gen himmel mit jüngeren zweigen Logau sinnged. 629 E.; lieber nicht ..., als dasz man zweige ohne saft, ... kinder ohne leben hat Hippel über die ehe (1774) 164; an dem hofe wurde prinzessin Sophronie, der letzte zweig ihres astes, erzogen Göthe I 25, 199 W.; nun wohlan, was musz, geschehe! fallen seh ich zweig auf zweige, kaum noch hält der morsche stamm, noch ein schlag, so fällt auch dieser Grillparzer s. w. 4, 15 Sauer. die verbindung von stamm und zweig ist früh belegt: welten ... brûdre Lûdêre, der an geburt des stammis zwîc was der herzogen von Brûnswîc Nicolaus v. Jeroschin 27647 Strehlke; und des Germanicus gedächtnis löscht nicht aus, auch nicht des heeres hold zu seines stammes zweichen Lohenstein Agrippina (1685) 62; und aus seines (Jubals) stammes zweigen alle pfeifer auferstehn Cl. Brentano ges. schr. (1852) 3, 164; ich musz den einzgen guten zweig aus meinem stamme sorgfältig hüten Körner w. 3, 168 Hempel. sprichwörtlich von der vererbung in gerader linie: alle gute zweigen kommen ausz einem guten stamm lieder auf d. winterkönig 67 Wolkan; gleichwie der apfel nicht weit vom stamme fällt, also schlägt kein zweig aus seiner art Hoffmann pol. Jesus Syrach (1740) 136. anders: die zweige oft den tisch umpfangen, der stamm kann nicht zur schüssel langen beleg in zschr. f. deutschkde 52 (1938) 182. die zusammenstellung von stammbaum und zweig erscheint ziemlich spät: damit dein stammbaum ... sich durch viel zweige höher zieh Stoppe Parnass (1735) 10. [] aus religiöser überlieferung (Jes. 11, 1) stammend, zunächst für Maria und Jesus, vgl. Salzer sinnbilder und beiworte Mariens (1886) 70: dú blgend ruot ist Maria, gottes muoter, dú ist daz blgend zwi von Yesse St. Georgener prediger 197 Rieder; Maria, hoch geplumter zwey Hans Folz 51, 1 Mayer; vom besagten weib (st. Anna) ein junger zweig treibt Mittler dt. volksl. (1865) 298; wie nun die muoter gocz Marey ein reine junckfraw pliben sey in dem gepern des heilles zwey (Jesus), des won uns vil mirackel bey Hans Folz 78, 13 Mayer; das zweyg Jesse, welches ist Messias, von einer jungfrawen geboren J. Ayrer hist. proc. jur. (1600) 200. 2@b@bβ) unter verblassung des bildcharakters synonym mit kind oder nachkomme: anno 888 nimpt Arnolphus, der einig überige sun und zweig Caroli Magni, ausz einem kebsweib geporn, das reich an Seb. Franck chron. Germ. (1538) 84; das ende vom stammgeschlechte des groszen Augustus mit diesem unartigen letzten zweig erfolgen solte A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 1, 2; und widmete ... alle kräfte der erziehung des einzigen zweigs seiner glücklichen ehe Thümmel reise in d. mitt. prov. v. Frankr. (1791) 8, 71; als ein junger zweig des von Rosenthalischen geschlechtes ... von universitäten zurückkehrte, ward ... ein ... bettag angeordnet Hippel kreuz- u. querzüge (1793) 1, 5; seine gemahlin war der letzte zweig der nachkommenschaft des berühmten helden Rustan gewesen Novalis schr. 4, 80 Minor; hast du nicht meinen todten nachgeweint so heisz, wie deines eignen blutes zweigen? A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. (1878) 1, 204. im volkslied formelhaft edler zweig: ei jungfer, wärt ir ein wenig reich, wärt ir ein edler zweig, fürwahr ich wollt euch nehmen Mittler dtsch. volkslied (1865) 231; ein magd ist weis und schone ... glück zu, mein edler zweig! ebda 305; 'frisch auf, mein edler zweig', wies im minneliede heiszt A. v. Droste-Hülshoff br. an L. Schücking (1893) 144. auch pluralisch für sämtliche glieder einer familie: also habe in Hibernien ein geschlechte geherrscht, dessen zweige fast alle vom henckerbeile abgehauen wurden Lohenstein Arminius (1689) 1, 226a; der fürst liesz die ganze familie in allen zweigen und abstufungen porträtiren Göthe IV 42, 106 W. 2@b@gγ) durch abstammung zusammengehörende linie einer groszen familie: noch jetzt wird es (Modena) vom letzten männlichen spröszling des italienischen zweiges vom hause Este beherrscht grafen Stolberg ges. w. (1820) 7, 29; ... wiewohl die Schubarte sämtlich aus der Lausitz abstammen, von da aus sie sich in verschiedenen zweigen durch ganz Deutschland verbreitet haben Schubart leben u. gesinnungen 1, 3; die ältesten söhne aus der familie tragen alle diesen namen, ... auch bei dem zweige derselben, der in die stadt übergesiedelt ist Storm w. (1899) 1, 142. 2@b@dδ) durch gemeinsames blut in sich abgeschlossener teil eines stammes, eines volkes, einer rasse; vereinzelt für 'familie': wann der buhl deines weibs ist etwan eins höhern zweigs ... mach guten magen und schlind den brocken H. Guarinonius greuel d. verwüst. (1610) 399. meist für gröszere gruppen: sondern sie sind ... der äthiopische zweig der neger, der ... sich bis zur grenze von Nubien ... hinzieht Ritter erdkde (1822) 1, 158; die Westfalen ferner, dieser kernige zweig der Niedersachsen ... erinnern vielfach an die Schwaben H. Laube ges. schr. (1875) 1, 158; aus den spärlichen überresten ihrer sprache und ihres götterglaubens schlieszen wir, dasz sie (die heidnischen Preuszen) ein zweig des groszen litauischen stammes waren G. Freytag ges. w. (1886) 18, 199; seit den tagen, wo dieser zweig alemannischen volkes sich hier festgesetzt G. Keller ges. w. (1889) 1, 182. wohl von [] hier aus auch auf die sprache der menschengruppen übertragen: ... weil uns die geschichte der alten stammsprachen fehlt, die sich in so viele zweige abgetheilet haben Joh. Kinderling reinigk. d. dtsch. spr. (1795) 6; alle zweige unserer sprache haben dieselbe allgemeine benennung der gottheit gekannt J. Grimm dtsche myth. (1875) 1, 81. 2@b@eε) selbständiger teil einer menschlichen gemeinschaft, der sich in der entwicklung von einem urverband ablöste: ... stifter ihrer zwey berühmten bettelorden, die sich nachher in unzählige zweige vertheilten Zimmermann über d. einsamkeit 4, 448; die barden waren im grund eigentlich ein zweig des druidenordens Fr. Th. Vischer auch einer (1879) 1, 150; hierher auch: in dem andern zweige der indischen religionen, dem buddhismus, trat ... eine neue entwicklung ein Ranke s. w. (1867) 1, 132. 2@cc) zweig wird auf die äuszerungen des geistigen und tätigen lebens übertragen; der konkrete sinngehalt tritt völlig zurück, doch bleibt in dieser verwendung das gefühl lebendig, dasz ein kleineres gebiet zu einem gröszeren gehört und seine unterabteilung bildet. allgemein anwendbar, insonderheit 2@c@aα) für teilgebiete der wissenschaft, kunst und literatur; ganz allgemein vom wissen, das sich aufspaltet: ihr mögt nun wählen, welchen zweig menschlicher kenntnisse ihr wollt. so wird es euch nicht an den besten lehrern und ratgebern fehlen Novalis schr. 4, 70 Minor; in allen zweigen (der gelehrsamkeit) regte sich ein neues leben Ranke s. w. (1867) 1, 189; so geht es durch alle zweige der geistesarbeit W. H. Riehl d. dtsche arbeit 47. von den einzelnen wissenschaftlichen disziplinen: der eifer, womit ... Gallizin sich mehrere jahre lang in allen zweigen der physik ... kenntnisse erwarb ... G. Forster s. schr. (1843) 3, 315; der kantzler Bacon ... theilt die natürliche historie in drey zweige K. W. Ramler einl. in d. schönen wiss. (1758) 4, 295; die vergleichende anthropologie ist nach dem vorigen ein zweig der philosophisch-praktischen menschenkenntnisz W. v. Humboldt ges. schr. (1903) 1, 391. von kunst und literatur: dann müszte für jeden zweig der kunst die sicherste ... art, zu werke zu gehen, angegeben werden S. Geszner schr. (1777) 2, 192; ein sachverständiger würde sich hier also auch über die niedern zweige ... der gothischen baukunst hinreichende auskunft ... verschaffen können Fr. Schlegel s. w. (1846) 6, 198; dasz in beiden zweigen der composition (geistlicher und weltlicher) die entwicklung (Mozarts) ... gleichen schritt hält, läszt sich ... annehmen O. Jahn Mozart (1856) 1, 526; der wunsch, meinem vaterlande in diesem zweige der literatur ... keine schande zu machen Bürger w. 327b Bohtz. 2@c@bβ) für teilgebiete der gesetzgebung, des verfassungslebens und der verwaltung: dieser schändliche despotismus verunstaltete bald alle zweige der gesetzgebung Schiller 4, 90 G.; bedenke man nun, dasz die beiden höchsten zweige der verfassung, alle functionen des religionskultus und der gerichtspflege sich am hellen tage ... das ganze jahr über entfalten, so begreift man ... Göthe I 41, 1, 76 W.; wenn der fürst ein solches gleichgewicht in den verschiedenen zweigen der staatsverwaltung einführte A. v. Haller Alfred (1773) vorr. 1; ich hätte ... gewünscht, dasz man deutlich ausgesprochen hätte, dasz eine vermehrung der staatseinnahmen in allen zweigen, welche einer steigerung fähig sind, nothwendig sei Bismarck pol. red. 1, 197 Kohl. 2@c@gγ) für einzelne gebiete, auf die sich die menschliche tätigkeit erstreckt; allgemein: in irgend einem zweig ihrer tätigkeit Göthe IV 41, 55 W.; es (gebe) viele zweige des menschlichen handelns ..., auf welche die frömmigkeit keinen ... einflusz hat Schleiermacher s. w. (1834) II 4, 1; die übermacht einer so uralten und in allen zweigen ... menschlicher thätigkeit ausgebildeten civilisation, als es die indische war, (muszte) nationen ... nach sich reiszen W. v. Humboldt ges. schr. 7, 7. häufiger für die verschiedenen sondergebiete der industrie und des erwerbslebens: der mann verdankt irgend einem zweige französischer [] industrie ein hübsches auskommen E. T. A. Hoffmann s. w. (1900) 14, 151; ausländer, die klug genug waren, sich diesen wichtigen zweig (kunsthandel) zuzueignen Göthe IV 8, 85 W.; das macht, er hat sich auf diesen zweig seines blühenden geschäftes nicht sonderlich verstanden G. Keller ges. w. (1889) 3, 162. ähnlich: einen neuen zweig von hülfssendungen ausfindig ... machen Gerstenberg recensionen 334 lit.-denkm. 33) zweig in symbolischer bedeutung. 3@aa) der grüne zweig als rechtssymbol. nach altem germ. rechtsbrauch wurde bei der symbolischen investitur dem erwerber u. a. ein von einem baum des gutes abgebrochener zweig und ein stück rasen überreicht, vgl. rechtsalterthümer4 180 ff.; die urkunden spiegeln diesen brauch bis ins 17. jh. hinein in formeln wie bî (an, mit, ze) wasen und bî (an, mit, ze) zwî wider, zweig wird den andern sinnbildern des grundbesitzes zugeordnet: meine halbe huobe da ze Jongingen, ..., mit allem dem, daz dar zuo enholze und an velde bewasen und be zwi, besuocht und unbesuocht, höret (1293) schwäb. urk. 9 Wilhelm; hebbe vorkofft unde vorkope ... den hoff, de geheten is de hoff to Bra ... myt al syner rechten tobehorincge unde myt allerslachtenut myt toppe mit twighe, weyde, watere, holte unde luden (1424) ostfries. urk.-buch 1, 284 Friedländer; ... verkaufen dem N. N. zwöyen schuopposzen zu L. gelegen mit husz, hof, acher ... zünen, zweien, högen, böumen ... (1624) Aargauer urkde 2, 99 Merz. weitere alte belege s. Schiller-Lübben 4, 645; Lexer 3, 702 u. 1213; Verwijs-Verdam 8, 32. altertümelnd: nun vernim: dein gut und erbe ist verstrickt und königseigen, haus und hof vom grund zum giebel, feld und wald mit zopf und zweigen Fr. W. Weber Dreizehnlinden (1907) 136. 3@bb) grüne zweige als festschmuck, vorwiegend nach biblischem (Matth. 21, 8) und antikem vorbild, seit dem ahd.: si druagun in then hantunpalmono gertun ingegen imo rumozwig ouh oliboumo (ramos palmarum) Otfrid 4, 3, 22; sume hieuun zuuig fon boumon inti streuuitun in uuege Tatian 116, 4, vgl. bei Roth predigten 53; dein zion streut dir palmen und grüne zweige hin Paul Gerhard bei Fischer-Tümpel 3, 324; sonst: Philomena schnelle zu dem olpaum lieffe, ein grünen czweige ab prache dar ausz ein schönes krenczlein gemacht ... Arigo decam. 14 Keller; (priester und priesterinnen) tragen grüne zweige in ihren händen maler Müller w. (1811) 2, 225; viele jäger folgten ihm mit grünen zweigen auf hüten und kappen, die groszen hifthörner mit laubwerk umwunden G. Keller ges. w. (1889) 2, 188. der grüne zweig gilt im deutschen volksglauben als symbol der fruchtbarkeit und spielt als solches bei frühlings- und hochzeitsfesten eine rolle: wie denn kein häuszgen so klein ist in den städten ... drinnen nicht sollen grüne zweige gesehen werden (zu pfingsten) J. Prätorius ber. v. Katzenveite (1665) h 8a; ... dann wird dem zu boden geworfenen winter seine hütte abgerissen, zerstreut und ein sommerlicher kranz oder zweig umhergetragen Scherer lit.-gesch. 7 14; David klettert in die weiden am bach und bricht zweige heraus, die schönsten und weiszesten für den palmbusch des pfarrhauses K. Waggerl d. jahr d. herrn (1933) 61; wenn die bauernmädgen von den dörfern in die städte kommen und denen hochzeitern eine grüne meye oder groszen zweig vom baum präsentiren J. Prätorius winterflucht d. sommervögel (1678) 188; hierher wohl auch: er brach ihr ab einen grünen zweig und machte das mädel zu seinem weib Erk-Böhme deutscher liederhort 1, 442. 3@cc) aus literarischer, biblisch-klassischer überlieferung stammt die vorstellung vom zweig als symbol des friedens; nach 1. Mos. 8, 11: ach, Noe, myn leuwe gade ... de duwe kumpt nu mit einem gronen twige Immessen sündenfall 1827 Kr.; [] allgemein: die heten alle genomen aller ritter gelîch eines olêes zwîch. daz bezeichent den fride und was in den zîten side Heinrich v. Veldeke Eneide 169, 26 Ettm.; seind dem Annibal begegnet, zweig und kräntz tragend, dan solchs ist schier bei allen barbaren ein warzeichen der freundschaft W. Xylander Polybius (1574) 152. flehende nahmen daher einen zweig in die hand: statt eines zweigs der flehenden leg ich mich selbst zu deinen füszen Schiller 6, 2 G. 3@dd) der zweig, oft vom lorbeer genommen, seit dem altertum ein zeichen des siegs, der unsterblichkeit, vgl. auch lôrzwî Gottfried v. Straszburg Tristan 4653 Bechst.: neyn, Luther, wir wissens besser, wann du wurdst redlich antworten dem hochgelerten H. Emser ..., dann wöllen wir dir den zweig geben J. Dietenberger wider d. unchristl. buch M. Luthers (1526) f 3b; darumb er den zweig seins siegs, die martyr vom herrn empfangen Hedio chron. (1530) 29; dein stolzer palmenbaum, der nächst dem prinzen thront, durch dessen zweig der sieg des kriegers schweisz belohnt J. J. Schwabe belust. (1741) 1, 245; hast du ein lorbeerreis mir bestimmt, so lasz es am zweige weiter grünen und gib einst es dem würdigern hin Göthe I 1, 293 W. vergleichbar in anderer sinnbildlicher bedeutung: der sun (Jesus) aber zu ame dich (Maria) sunderlich anname, reicht dir das zwey der reinen jungfrauschaffte Hans Folz 4, 23 Mayer. 3@ee) der dürre zweig, im mhd. symbolisch aufgefaszt als ein zeichen der trauer, beeinfluszt vom bild der turteltaube, die verwitwet nur auf dürrem aste sitzt, vgl. Burdach-Bernt ackermann aus Böhmen 185 ff.: ir freude vant den dürren zwîc, als noch die turteltûbe tuot Wolfram v. Eschenbach Parz. 57, 10; ich arme trûren sol nâch ime sam sich diu turteltûbe quelt ... si ... verbirt aller grüenen böume zwî Konrad v. Würzburg Alexius 381 G. vereinzelt: mit dürrem zweig schlagen hängen lassen: ich schlag dich zum ritter mit dürrem zweig, ein kettlein soll dir auch werden Mittler dtsche volksl. (1865) 134. der dürre zweig, der wieder blätter treibt, als symbol des wunders der göttlichen gnade (vgl. die Tannhäusersage): der pabst hat einen stecken weisz, der ward von einem dürren zweig, wann dieser stecken blätter trägt, so sind dir deine sünden verziehen A. v. Arnim w. (1853) 13, 100 (d. knaben wunderhorn); diesen trocknen ast sollst du solange tragen, bis drei grüne zweige aus ihm hervorsprieszen Grimm kinder- u. hausmärchen (1850) 554; ... der dürre stab kann zweige treiben in des glaubens hand Schiller 12, 560 G. 44) zweig in unfesteren, meist poetischen bildern und vergleichen. namentlich dient das wechselnde leben am zweige mit dem wachsen und vergehen der blätter, blüten und früchte als ausgangspunkt, vgl. auch mhd. wb. 3, 956, 46 ff.: vil mannicvalter wunne bluot wuohs ûf ir jugende zwîe Konrad v. Würzburg trojan. krieg 8099; der jugendblüthen zweig ward mir verdorrt Körner w. 2, 13 Hempel; Elisabeth ... nam ... Lûdewîge want von des adils zwîge wolde got gewinnen vrucht Nicolaus v. Jeroschin reimchron. 1431 Str.; dein leben ... war wie ein zweig, welchen der wind umbwehet J. W. Zinkgref auserles. ged. 35 ndr.; [] im blümelnden stil: wis ebene bi den ebenen din an art, an eren zwi Frauenlob 296, 10 Ettm.; der abgehauene, verdorrte zweig dient als bild des leblosen, verdorbenen, unnützen; z. t. unter einwirkung von Luk. 23, 21 und Matth. 7, 18: recht als der schûr marbe zwîr sleht ab dem dürren boum, also tranten sie den soum, dâ botich und hals an einander stôzet Ottokar österr. reimchron. 7291 S.; ich gie under den schOenen bluomen und sah ir nút, ich waz als ein túrrez zwi in dem szen meien tovwe Seuse dtsche schr. 297 B.; ein yglicher tzweygk, der nit frucht bringt in Christo, der wurdet abgeschnitten H. v. Cronberg schr. 54 ndr. 55) redensartliches; seit dem ende des 15. jh. auf keinen grünen zweig kommen 'nicht gedeihen, kein glück, erfolg haben', vgl. bei grün teil 4, 1, 6, 644. der ursprung der redensart bleibt noch ungeklärt, doch ist ein zusammenhang mit dem grünen zweige als dem sinnbilde der besitzübergabe (s. oben 3 a) denkbar; die redensart ist heute allgemein gebräuchlich, auch in maa., die sonst zweig nicht kennen: erberkeyt muosz verr hynden stan und kumbt gar kum uff grünen zwig S. Brant narrenschiff 80 Zarncke; sie (die herrschaft) komet auch nit auff grünes zweig H. Sachs w. 7, 152 K. variiert: auf einen grünen zweig helfen Mörike ges. schr. (1878) 2, 265 Göschen; auf einen grünen zweig bringen G. Keller nachl. 102; er kömmt auf keinen zweig, wo glück und segen grünen J. G. Neukirch anfangsgr. z. t. poesie (1724) 282. sonstiges: den herrn frchten ist die wurtzel der weisheit, und ire zweige grunen ewiglich Luther 5, 67 Bindseil; ist die wurzel heilig, so sind auch die zweige heilig Petri d. Teutschen weiszheit (1604) 1, d 7b; die fullerey und trunckenheit ist ... die wurtzel alles übels, der zweig aller laster Lehman floril. polit. (1662) 4, 135. mit wurzel und zweigen ausrotten, 'ganz und gar vernichten': dasz der stand der bischöfe und prälaten radical, wie man sich ausdrückte 'mit wurzel und zweigen' ausgerottet werden müsse Ranke w. 16, 29. variiert: wir wollen stamm und zweige und wurtzel reuten aus A. Gryphius trauersp. 172 Palm.
39039 Zeichen · 1029 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    zweig

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    zweig s. zweiec.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zweig

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Zweig , des -es, plur. die -e, Diminut. das Zweiglein, derjenige Theil eines Gewächses, welcher von dem Stamme über …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Zweig

    Goethe-Wörterbuch

    Zweig [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Zweig

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Zweig , in der Botanik im weitern Sinne jedes an einem Organ entstandene gleichwertige Seitenorgan, so daß man also von …

  5. modern
    Dialekt
    Zweigm.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Zweig m. : ' kleinerer Ast, Pflanzentrieb ', Zweig (dswaig) [vereinzelt, Lambert Penns 186], Zweich (dswaiχ) [ LA-Arzh B…

  6. Sprichwörter
    Zweig

    Wander (Sprichwörter)

    Zweig 1. De Twik is bätter äs de Bäum, wann et suin mot. ( Sauerland. ) 2. Der biegsame Zweig des Baumes bricht nicht le…

  7. Spezial
    Zweig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Zweig m. (-[e]s,-e) 1 rama (rames) f. 2 (Laubzweig) frascia (-sces) f. , stinfa (-fes) f. 3 (von Nadelbäumen) dascia f. …

Verweisungsnetz

30 Knoten, 28 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 3 Kompositum 17 Sackgasse 10

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zweig

318 Bildungen · 120 Erstglied · 191 Zweitglied · 7 Ableitungen

Ableitung von zweig 2 Analysen

zween + -ig

zweig leitet sich vom Lemma zween ab mit Suffix -ig, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Alternativen: zw+-e+-ig

zweig‑ als Erstglied (30 von 120)

zweig(e)schifflet

Idiotikon

zweig(e)schifflet Band 8, Spalte 377 zweig(e)schifflet 8,377

zweig(e)strichet

Idiotikon

zweig(e)strichet Band 11, Spalte 2041 zweig(e)strichet 11,2041

Zweigbahn

SHW

Zweig-bahn Band 6, Spalte 975-976

Zweigabel

RhWB

zweig·abel

Zwei-gabel tswEgawəl Saarbr-Quierschd f.: eine Getreidegabel.

zweigabelig

DWB

zweig·abelig

zweigabelig , adj , älter zweigäblich, zwigäblig: an dem taill, da sy ( die rebe ) zwigAeblig ist Österreicher Columella 1, 135 ( ebda in de…

Zweigader

RhWB

zweig·ader

Zwei-gader twīəjār (s. Gaden) Heinsb-Karken m.: eins, das zum andern passt, beide Geschlechter bei Tieren, Fischen.

zweigädig

DWB

zwei·gaedig

zweigädig , zwigedmig , adj. , zweistöckig, vgl. DWB gadem , DWB gaden 6 teil 4, 1, 1, 1133. süddtsch. wort: und sol ein yder, der do pawen …

zweiganstalt

DWB

zweig·anstalt

zweiganstalt , f. , filiale: andrerseits wurde die bank von England ermächtigt, zweiganstalten ... anzulegen hwb. d. staatswiss. (1898) 2, 1…

zweigarm

DWB

zweig·arm

zweigarm , m. : bis dasz ein breiter, auf seinem scheitel begrünter zweigarm gegen das Spritzkar hinein sich von ihm ablöst H. v. Barth Kalk…

zweigast

DWB

zwei·gast

zweigast , m. , ast mit belaubten zweigen: haben etliche ... grosze gräben machen, folgends dieselben mit reisen und zweigästen ... zudecken…

zweigbahn

DWB

zweig·bahn

zweigbahn , f. , nebenlinie der eisenbahn: der wagen wurde auf das geleise der zweigbahn nach T. geschoben Spielhagen 6, 506 ; der markt ist…

zweigbaum

DWB

zweig·baum

zweigbaum , m. , gepfropftes bäumchen, s. DWB zweig 1 b γ : aber was si hattend können wuoesten und schedgen, das was nit gespart worden; di…

zweigbett

DWB

zweig·bett

zweigbett , n. zu zweig 1 b β : seminarium, plantarium eine pflantzgrube, zweigbett Pomey indic. (1720) 447 . —

zweigblatt

DWB

zweig·blatt

zweigblatt , n. : oben ... breitet er sich weit aus, dasz es nur lust ist, seine schöne zweigeblätter und -früchte anzusehen B. v. Stosch tr…

Zweigblüte

Campe

zweig·bluete

Die Zweigblüte , Mz. — n , in der Pflanzenlehre, ein solcher Blütenstand, wenn die blütetragenden Zweige sich nur in den Achseln finden (Inf…

zweigbüschel

DWB

zweig·bueschel

zweigbüschel , m. : äste entsendend, welche ... oft fast rasige zweigbüschel bilden Schlechtendal flora (1880) 1, 171 ; der baum mit stierna…

zweigchen

DWB

zweig·chen

zweigchen , n. : se sneden ene roden van eme vruchtbaren bome unde braken af de twigeken unde tekeneden se sächs. weltchron. 264 W.; zweigch…

zweigebeint

DWB

zwei·gebeint

zweigebeint , adj. , vereinzelt für zweibeinig: also werden nicht alle ... zweigebeinte wölffe auf die straffschau gezogen Er. Francisci weh…

zweigefecht

DWB

zwei·gefecht

zweigefecht , n. , früher für ' duell ', vgl. zweikampf: dergleichen betrachtungen wären sehr heilsam solchen hohen häuptern, ... indem sie …

zweigeflügelt

DWB

zwei·gefluegelt

zweigeflügelt , adj. : ein zweigeflügelt pferdt D. v. d. Werder ras. Roland (1636) ges. 2, str. 48; ein zweigeflügeltes thor Voss Odyssee 17…

Zweigehenkelt

Campe

zwei·gehenkelt

◬ Zweigehenkelt , adj . u. adv . mit zwei Henkeln versehen. »— zweigehenkelte Urnen.« Voß.

zweig als Zweitglied (30 von 191)

Ölzweig

Campe

Der Ölzweig , — es, Mz. — e , ein Zweig von einem Ölbaume; besonders als ein Sinnbild des Friedens und des Lebens in süßer Ruhe. Einem den Ö…

ABZWEIG

DWB2

DWB2 ABZWEIG m. DWB2 vgl. zweig 2 1 DWB und abzweigen 1 ; abkömmling, variante: DWB2 DWB2 1814 diese grund- und urlegende ist sich immer ähn…

Apfelzweig

GWB

apfel·zweig

Apfelzweig [ auf einem Blatt mit schemat Zeichnung von Blattformen ] Palme. A. N13 Schema nach 120 Morph Plp Ursula Schönfisch U. S.

Augenzweig

Campe

augen·zweig

Der Augenzweig , des — es, d. Mz. ungew. in der Zergliederungskunst, ein Zweig des dreiästigen Nerven, der durch die obere Augenhöhlenspalte…

bandzweig

DWB

band·zweig

bandzweig , m. viburnum: allerlei weiche stauden, bandzweig und weiden. Sebiz 31 .

betriebszweig

DWB2

betrieb·s·zweig

betriebszweig m . (zu DWB2 3 ): 1851 Bismarck reden 1,367 K. 1995 bauernztg. (23.6.)29 c . Elsner-Petri

birkenzweig

DWB2

birken·zweig

birkenzweig m .: 1585 haushaltung in vorwerken 217 E./W. 2004 n. zürch. ztg. (10./11.7.)55 b . Schulz

Blätterzweig

GWB

blaetter·zweig

Blätterzweig Trieb mit ausgebildeten Blättern den Kelch der durchgewachs’nen Rose .. wo sich die fünf B-e, abgesondert und entwickelt, auf d…

Blattzweig

GWB

blatt·zweig

Blattzweig Pl als Nahrung des Rehs GWB N7,197,12 PrincPhilZool II 1832 vgl GWB Blätterzweig Gertrud Herwig G. H.

Bouquetzweig

Herder

bouquet·zweig

Bouquetzweig , bei den Steinobstbäumen das Fruchtästchen, welches bei dem Kernobste der Fruchtspieß ist, höchstens 2 Zoll lang, mit Blüthena…

Buchszweig

PfWB

buchs·zweig

Buchs-zweig m. : wie schd., Buchszweig [verbr.]. Bei den Protestanten werden bei Beerdigungen dem Pfarrer, dem Lehrer und den Leichenträgern…

büschelzweig

DWB

bueschel·zweig

büschelzweig , m. ramus glomeratus, was in büschel liegt: an vollen büschelzweigen, geliebte, sieh nur hin, lasz dir die früchte zeigen umsc…

dichtungszweig

DWB2

dichtungs·zweig

dichtungszweig m. : 1830 Goethe I 42,1,51 W. DWB2 2 bezeichnungen für begabungen, intentionen, verfahrensweisen in der ausübung einer poetis…

dienstzweig

DWB

dienst·zweig

dienstzweig , m. eine abtheilung des staatsdienstes. die ausgaben für die übrigen dienstzweige des staates Allgem. zeitung 1825. nr. 3.

distelzweig

DWB

distel·zweig

distelzweig , m. stieglitz, carduelis, ahd. distelzuî, wie für distelziu Graff 5, 232 zu lesen ist; zuî zwî ist surculus. nimst du für dich …

dornzweig

DWB

dorn·zweig

dornzweig , m. spinae ramus Henisch 735 . ein spruch in eines narren mund ist wie ein dornzweig in eins trunken hand Sprüche Sal. 26, 9 .

dürrzweig

DWB

duerr·zweig

dürrzweig , m. zweig der keine früchte trägt. durrzweig spado, surculus carens fructu Vocab. incip. teut. d 4.

eibenzweig

DWB

eiben·zweig

eibenzweig , m. was eibenreis: eibenzweige abgerissen bei des mondes finsternissen. Schiller 572 b , slips of yew sliverd in the moons eclip…

Elbogenhautzweig

Campe

elbogen·hautzweig

Der Elbogenhautzweig , des — es, Mz. die — e, in der Zergliederungskunst, ein Nervenzweig in der Haut des Elbogens, der aus dem mittlern Hau…

Endzweig

GWB

end·zweig

Endzweig Endsproß, Zweigspitze [ betr 20 Jahre zuvor durchgesägten, aber sofort wieder zusammengefügten Vogelbeerbaum ] da denn unser Baum d…

Erwerbszweig

Campe

erwerb·s·zweig

○ Der Erwerbszweig , des — es, Mz. die — e, ein Zweig d. h. eine Art des Erwerbes. Er wählte diesen Erwerbszweig.

Ableitungen von zweig (7 von 7)

bezweigen

DWB

bezweigen , ramis, frondibus vestire: die stämme bezweigen sich, frondescunt; Orpheus auf einem bezweigten baumstamm sitzend. Göthe 56, 164 …

entzweigen

DWB

entzweigen , spoliare ramis: die stämme, die die fürsten geben, o Dänemark, dein wol zu heben, sind nicht gewohnt entzweigt zu stehn. J. E. …

gezweig

DWB

gezweig , gezweige , n. , kollektivum von zweig. ein vereinzelter schwäb. beleg im 14. jh., innerhalb einer rechtssprachlichen formel, in de…

gezweigen

DWB

gezweigen , vb. , gewähren, bewilligen, willfahren, erhören. ein nicht über das 17. jh. hinaus bezeugtes wort. eins mit mhd. gezwîden (zwîde…

gezweigung

DWB

gezweigung , f. , s. u. gezweiung.

verzweigen

DWB

verzweigen , vb. , ( belege für vereinzelten transitiven gebrauch s. unter 1 a). zu beginn des 19. jhs. entstandene ableitung zu zweig ( s. …

verzweigung

DWB

verzweigung , f. , mit beginn des 19. jhs. aufkommende abstrakte bildung zu verzweigen ( s. d. ). 1 1) zu verzweigen 1, von der aufgliederun…