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gezweigen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gezweigen vb.

Bd. 7, Sp. 7245
gezweigen, vb. , gewähren, bewilligen, willfahren, erhören. ein nicht über das 17. jh. hinaus bezeugtes wort. eins mit mhd. gezwîden (zwîden, daneben noch gezwîdigen, gezwîen, zwîgen). urspr. dental bestätigen auch die übrigen westgerm. sprachen: altsächs. twîðon, mnd. twîden, getwîden, mnl. twiden, alle in gleicher bedeutung. der stamm liegt auch vor in ags. langtwīdig 'granted for a long time'. zur sippe gehören noch einige ableitungen, s. u. ablautendes gezwiedig und die dort angeführten formen, ferner mnd. twîdelik, twîder, twîdinge Schiller-Lübben 4, 645 f., mit ablaut auch mnd. getwēde 'willfährig'. — die herkunft ist nicht gesichert, vielleicht zu einer wz. deu- 'gewähren' in lat. duenos, bonus 'gut', ai. duvas 'gabe', Walde-Pokorny 1, 778 und 816. — zur form. die formen ohne dental können wegen ihres späten auftretens nicht auf die nur mit vokal erweiterte wurzelform dei- zurückgeführt werden. vielleicht ist aus den formen mit dental in der endung 3. sg. twīt, part. getwît, prät. getwîte (durch ekthlipsis aus twîdet, getwîdet, getwîdete, vgl. u. 2) ein infinitiv zwîen herausgesponnen worden, von dem aus die formen mit hiatustilgendem laut ohne weiteres verständlich sind, und zwar einerseits gezweihen, andererseits, über ein vorauszusetzendes gezwîjen, das im nhd. herrschende gezweigen. — belege im part. prät. werden im folgenden nicht gegeben, da sie mit gleicher wahrscheinlichkeit vom simplex gebildet sein können. 11) formen mit inlautendem dental (mhd. gezwîden, mnd. getwîden) mit beispielen für die wichtigsten konstruktionen. mit einem akkusativ der person oder der sache: und swer dich icht bitet, den solt du gezviden bei Schönbach altdeutsche predigten 1, 37; eck wil getwiden dat gebeth Arnold Immessen d. sündenfall 3750 Krage. mit einem akkus. der person und einem genit. der sache: wiltû mich des gezwîden Ebernand von Erfurt Heinrich u. Kunigunde 3126 Bechstein; darumb sullen sie den probist zcu Buticz bethin, und der sal sie danne der bethe geczwidin (1416) Schöttgen-Kreysig dipl. et. script. hist. Germ. med. aev. 2, 410. mit einem akk. und einem präpos.-obj.: dû solt an in (den beiden knaben) gezwîden mich, du solt sie mir ze gesinde geben Ulrich von Eschenbach Wilhelm v. Wenden 5151, vgl. auch passional 327 Hahn; beyde (bäte) aver de rad os vor se, dad we dad gheld mynner makeden, mochte we se daran ghetwyden (1334) Götting. urk.-buch 1 (1863) nr. 131. mit einem akk. und einem nachsatz: daz er (Christus) uns gezwide, daz wir sine huosgenozen werden bei Schönbach altd. pred. 1, 180; meinster und herre, gezwide mich, was ich hude bitten dich Alsfeld. passionsspiel v. 1600. 22) formen mit ausgefallenem dental bzw. dafür eingeschobenem hauchlaut. gezwît, gezwiete (s. die folg. belege) vielleicht aus gezwîdet, gezwîdete, vgl. oben die einleitung: genâde ich suoche: der lâ mich, herre, sîn gezwît Frauenlob 235, 4 E.; got vater en (Daniel) gezwiete Daniel 693 Hübner (vgl. 2389); do disse rede vernam Malazar ir nicht irquam, sunder er gezwihete 251; bouge dine oren her gezwihende mine ger! 6386; ô mûtir, dich mir bîe und hulfe mich gezwîe Nikolaus von Jeroschin kronike von Pruzinlant v. 318 Strehlke; da aber die frawe merckete, yhr hauszwirt würde schier kommen, saget sie zum gesellen, sie wolt eyn bitt an yhn thun, ob er yhr sie auch gezweyhen wolt Agricola sprichw. (1534) t 5b, nr. 624 (nach Schmeller-Fr. 1, 1175 in der ausg. v. 1530: gezweigen). 33) gezweigen. die form scheint vorwiegend oder ganz dem mitteldeutschen, im 16. und 17. jh. besonders dem ostmitteldeutschen, eigen zu sein. für die zahlreichen belege im schlesischen vgl. Frommanns zs. f. dtsch. maa. 4, 192; mitt. d. schles. ges. f. volksk. 16, 158. — im folgenden werden die belege bei gleicher bedeutung nach ihrer fügung im satz geboten. zu beachten ist deren mannigfaltigkeit und freiheit oft innerhalb éiner quelle, vgl. unten. 3@aa) mit einem akkusativ der person: Loas ... bath den vater, das er en wulde loisz geben. Beles getzwigite sinen soen und gab en ledig unde loisz (um 1500) bei Schmincke mon. hassiac. 1, 112; (ich) kan dir auch, wilt du mich nur gezweigen, sehr recht und wohl zur schwachheit artzney zeigen Opitz Sidneys Arcadia (1638) 449; erweitert durch einen genitiv der sache: unde alliz, daz do was betlich, des geczwigite her dy lute stetlich Johannes Rothe passion 2047 H.; (die Sachsen) boden en (den kaiser) durch god, das er sie wulde erer rechten bede getzwigen bei Schmincke a. a. o. 143; Jupiter sich willig erzeigte, den Phöbus seiner bitt im augenblikk gezweigte W. Scherffer leichgesänge (1646) 24; oder durch einen akkusativ: so wellen wir das ... uff dysmal euch gerne geczweygen (1450) acten d. ständetage Preuszens 3, 132 Töppen; er baith (bat) umbe gracien den armen personen, das getzwigite der bobist sie alle bei Schmincke a. a. o. 2, 385; o herr gezweig uns unser bitt (schles., 1602) in Frommanns dtsch. mundarten 4, 192 (woselbst weitere schles. belege); für euren wündschen werden euch die götter dasselbige (glück) gezweigen Opitz Argenis (1644) 1, 750. erweitert durch ein präpositionalobjekt: erhore und gezwige mich in all dem das ich bitte, wunsche und begere gebetbüchlein bei Scherz-Oberlin 1, 550. 3@bb) mit dem dativ der person: der (kaufmann) em gezcwigite alzcuhant mitteldeutsches schachbuch, im anz. f. dtsch. altertum 17, 340; mit abhängigem nebensatz: (gott) im geczwyget volleclich waz er an ym begernde ist Hiob 12514 Karsten; erweitert durch einen akkusativ der sache: ich fodre nichts, nur disz gezweiget mir, ruht diese nacht, und morgen bleibt auch hier A. Gryphius (1698) 1, 637; du auffgetanes paradeisz, gezweig mir eine bitte Angelus Silesius seelenlust 80 ndr. (vgl. auch 15); eigenartig: du hast mich ja schon längst getröst, ... da du dein wasser und dein blut, die rosenfarbne gnadenflut dem harten speer gezweiget 262. 3@cc) mit bloszem akkusativ oder genitiv der sache: die königin bekompt einen gnedigen lieben könig, der heiszt sie eine bitt an ihn legen, er wölle sie gewiszlich gezweigen Mathesius hochzeitspred. 201 Lösche (falls sich sie auf bitte und nicht auf königin bezieht); seiner bitte nachlassen und gezweigen (16. jh.) mitt. d. schles. ges. f. volksk. 16, 158.
6270 Zeichen · 146 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gezweigenvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    gezweigen , vb. , in der form gezwîen, gezweien, entsprechend dem mhd. zwî zweig. ' zweige treiben ', bildlich: daz ( he…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gezweigen

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Ableitung von gezweigen

ge- + zweigen

gezweigen leitet sich vom Lemma zweigen ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von gezweigen 2 Komponenten

gezwei+gen

gezweigen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — gezweigen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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APA
Cotta, M. (2026). „gezweigen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gezweigen/dwb?formid=G15770
MLA
Cotta, Marcel. „gezweigen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gezweigen/dwb?formid=G15770. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gezweigen". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gezweigen/dwb?formid=G15770.
BibTeX
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