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gezweig

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gezweig n.

Bd. 7, Sp. 7244
gezweig, gezweige, n., kollektivum von zweig. ein vereinzelter schwäb. beleg im 14. jh., innerhalb einer rechtssprachlichen formel, in der aber häufiger das einfache wort gebraucht wird, s. zweig 3 a: unsern teil an der burge zu Stöffeln und an der stat ze Ginningen, das ist die burg halbiu und dieselbe stat halbiu, mit luoten und mit guoten, under erden und dar oben inwendig der vesten und uzwendig, an welden, an velde, ane wasen, an gezwige, und mit aller zuogehörde ... fürbas eigentlich zehaben und ze niezzen (1339) monum. hohenbergica 348 L. Schmid. dann erst wieder seit dem 17. jh., in der heut geläufigsten bedeutung 'zweigwerk' eines strauches, eines baumes, 'ramata, frascata, frasca' Kramer 2 (1702) 1492b: esz grühnt und breitet sich des zimberbaumsz gezweige Rist himml. lieder (1652) )( )( 3a; blüten purpurn seinen (des apfelbaums) grünen wipfel, purpur alles gezweig umher Hölty 136 Halm; still ist luft und lüftchen stille; was bewegt mir das gezweige? Göthe 3, 35 W.; (mondenschein, der) durch das gezweig spielte Stifter 1, 47; (weg) dessen einreihig gepflanzte bäume mit ihrem weit ausgestreckten und niederhängendem gezweige den wasserspiegel berührten Fontane I 3, 303. ungewöhnlich von den trieben einer blume: wenn der gärtner eine blume recht schön und in voller pracht erziehen will, schneidet er das überflüssige gezweige und wurzel ab Bettine 1808 an Arnim, bei R. Steig Arnim u. Bett. (1913) 77. ungenau, für geäst: (ich habe ziegen auch) auf dem gezweig der bäume herumklettern sehen Brehm tierleben (1864) 1, einl. 18. pluralischer gebrauch mehr in gehobener sprache: die kühlenden, baumschattenden gezweige, sie umarmen ihn Göthe 41, 2, 42 W. (vgl. auch IV 43, 278); und da er eben, die gezweige (einer fichte) öffnend, zu ihren füszen niedersinken will H. v. Kleist 2, 146 E. Schmidt; es rauschen des haines gezweige so hell A. Grün ged. (1847) 418; deine (der eiche) friedlichen gezweige kränzten keine siegeshelme H. Lingg (1864) 1, 173. gezweig braucht aber nicht nur die lebenden zweige einer baumkrone zu bezeichnen: ein kranz von gezweig und blüthen J. H. Voss 3, 30 Hempel; und dann (will ich) auf meinen schosz gezweig und kräuter breiten A. v. Droste-Hülshoff (1879) 1, 137; die hütte (war) voll von sand, dürrem gezweige und anderem wust Rosegger wildlinge (1906) 8. auf andere sinnliche erscheinung übertragen: (sie) fleucht das mutterland und heimsche dach, weil ihren schön aufblühnden jungen leib entstellt miszfällig, plötzlich ihrem haupt entwachsen, ein hornartiges gezweige Chamisso Fortunati glückseckel 60 Koszmann; das ganze regelvolle gezweige von längenthälern, querthälern, seitenthälern Volger erde u. ewigkeit (1857) 453. bildlicher gebrauch: beiderlei heldengedicht (Ilias und Odyssee) steht da, wie ein stamm, der aus früheren ästen nachwachsende zweige trieb; und jeder zweig konnte die laubspröszlinge, wenn nicht Homer überwucherung mied, in neues gezweig entfalten J. H. Voss antisymb. (1824) 2, 237; der mit seinem hohen zackigen geweih ... durch das ... niedrige gezweig des weltlebens flog J. Paul, s. teil 4, 1, 3, 5438; sogar Herder ... trieb selten die blume der metapher zum gezweige der allegorie auseinander ders., vorschule d. ästh. (1813) 2, 33; was (beim wunsch nach reform des buchhandels) den gröszten raum einnahm, ... das waren in starken ästen, feinerem gezweig und einem ganzen blättermeere die klagen über hunderterlei miszstände Joh. Goldfriedrich gesch. d. dtsch. buchhandels (1909) 2, 572. dichterisch kühn: (auf dem meer) grosze seesterne standen wie nacktes silber in dem gezweig der nacht A. Meschendörfer d. stadt im osten (1932) 131.
3678 Zeichen · 67 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    GezweigDas

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    ○ Das Gezweig , des — es, Mz. die — e , ein Sammelwort, viele Zweige, besonders wenn sie in einander geschlungen sind, z…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gezweig

    Goethe-Wörterbuch

    Gezweig Dat/AkkSg auch -e Rankenwerk, leichtes Geäst von (Zier-)Büschen u Bäumen; in idyllischer Frühlingsszenerie auch …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gezweig

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von gezweig 3 Analysen

ge- + zweig

gezweig leitet sich vom Lemma zweig ab mit Präfix ge-.

Alternativen: ge-+zween+-ig ge-+zw+-e+-ig

gezweig‑ als Erstglied (2 von 2)

gezweigen

DWB

gezwei·gen

gezweigen , vb. , in der form gezwîen, gezweien, entsprechend dem mhd. zwî zweig. ' zweige treiben ', bildlich: daz ( herz ) sicht man laide…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gezweig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gezweig/dwb?formid=G15769
MLA
Cotta, Marcel. „gezweig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gezweig/dwb?formid=G15769. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gezweig". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gezweig/dwb?formid=G15769.
BibTeX
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