Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Zweig m.
Zweig m.
Zweig m. ‘sich abgabelndes Teilstück, Seitentrieb eines Astes’, ahd. zwīg (9. Jh.), mhd. zwīc, mnd. twīch, mnl. twijch, nl. twijg sowie (ablautend) aengl. twigge, twig, engl. twig führen auf germ. *twī̌ga-, ie. *du̯eigho- bzw. *du̯igho-. Ähnliche Bildungen sind alban. degë (aus *du̯oighā) ‘Zweig’, lit. dveigỹs ‘zweijährig’, serbokr. dvîze ‘zweijähriges Schaf’. Dazu stellen sich weiter ahd. zwī (8. Jh.), mhd. zwī, aengl. twī ‘Zweig’ (aus germ. *twīja-, ie. *du̯ei̯o-) und mit l-Formans ahd. zwisila f. (10. Jh.), mhd. zwisel(e) ‘Gabel, zweizinkiges Instrument, Astgabel’, aengl. twisla ‘Zusammenfluß, Verbindung’, mit Anlautwechsel germ. tw- zu kw- anord. kvīsl ‘Zweig, Gabel’, schwed. (mundartlich) kvissel ‘Zusammenfluß, Mistgabel’ (aus germ. *twisl-). Zugrunde liegen allen Formen Weiterbildungen des Zahlworts ie. *duu̯ō(u), s. zwei; z. B. die Kompositionsformen ie. *du̯ei-, *du̯i-, das zugehörige Adjektiv *du̯ei̯o- und das Multiplikativadverb *du̯is ‘zweimal’, woraus *du̯is- ‘entzwei, auseinander’. Für die oben genannten germ. Formen ist von einer Bedeutung ‘Zweifaches, Gegabeltes, Gabelung’ auszugehen. – abzweigen Vb. ‘sich (wie Zweige von einem Ast) herausentwickeln, abspalten, auseinanderfächern’ (2. Hälfte 18. Jh.), ‘von einem Punkt, einer Linie, Richtung abgehen, abbiegen’ (1. Hälfte 19. Jh.), heute auch ‘für einen bestimmten Zweck wegnehmen, etw. beiseite bringen’ (Mitte 20. Jh.); Abzweigung f. ‘Nebenstrecke, Nebenstraße, Stelle, an der eine Strecke von der Hauptstrecke abgeht’ (1. Hälfte 19. Jh.). verzweigen Vb. reflexiv ‘sich vielfach (in Äste, Zweige) gabeln, (sich) auseinanderfächern’ (Anfang 19. Jh.).