Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Zwist m.
Zwist m.
Zwist m. ‘Uneinigkeit, Streit’, nd.-nl. Herkunft. Mnd. twist, mnl. twist, twest, nl. twist ‘Zank, Streit’ erhält im Rheingebiet den hd. Anlaut z- (14. Jh.) und dringt in dieser Lautform allmählich nach Westen vor (zumal als Ausdruck der Rechtssprache ‘Streitigkeit, Auseinandersetzung’), wird von hd. schreibenden md. und nordd. Schriftstellern zögernd aufgenommen, bleibt aber in der Literatursprache ein seltenes Wort. Es ist verwandt mit mengl. twist(e) ‘Astgabel, Zweig’, anord. tvistra ‘trennen’; vgl. auch got. twisstandan ‘sich trennen’, twis-stass ‘Zwiespalt’. Außergerm. lassen sich vielleicht heranziehen aind. dviṣṭhaḥ ‘an zwei Orten befindlich, zweideutig’, dvḗṣṭi ‘haßt, feindet an’, griech. distázein (διστάζειν) ‘zweifeln, ungewiß sein, schwanken’. Auszugehen ist von einer Bildung zu ie. *du̯is- ‘entzwei, auseinander’ (das dem Multiplikativadverb ie. *du̯is ‘zweimal’ entspricht, s. Zweig und Zwirn) entweder mit einer Ablautform der Wurzel ie. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’ (ie. *du̯istho-) oder mit to-Suffix (ie. *du̯isto-).