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hader

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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21 in 16 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

hader m.

Bd. 10, Sp. 109
hader, m. in zwei hauptbedeutungen. 11) streit, und zwar 1@aa) schwerer streit, solcher der in bitterer, tötlicher feindschaft entbrennt, kampf, fehde, krieg: welch burgir eyn hadir adir urlaub (urlaug?) hebit. Walch orlamündische statuten aus dem 14. jahrh. s. 76; hir nach folget eine grosse czweitracht, krigk und hadder zwischen den von Erfort und deme bischoffe zu Mentz, und den hern zu Missen und Doringen. Stolle thür. chron. 146; jetzt hebst ein newen hader an. Soltau volksl. 243 (16. jahrh.); ich sehne mich nach ruh, sie richten hader zu. A. Gryphius (1663) 532 (nach Ps. 120, 7: so fangen sie krieg an); der könig und die kaiserin, des langen haders müde, erweichten ihren harten sinn und machten endlich friede. Bürger Lenore; unten (auf erden) ist nur mühe, kampf nur, wenns am besten ist, hader spat und frühe, dasz man dein vergiszt. Arndt ged. (1840) s. 480; wenn des lebens stürme brausen, feinden sich die menschen an, können nicht zusammen hausen, friedlich gehn auf einer bahn; wenn des odems hauch entwichen, ist der hader ausgeglichen. Rückert ged. (1843) 196; indessen kocht in seiner kleinsten ader das leben mit dem tod den heiszen hader. Lenau Faust 161. es wird auch von der rauferei um ein mädchen gebraucht: von ferren schrei sein vetter, der höret disen strausz: fürwar, sind da nit retter so wirt ein hader draus. Uhland volksl. 656; an solichem zank und hader. 660; auch mit dem folgenden: Parthel Richter .. ist eingezogen worden, das er fast uberall in allen pierheusern hader anricht. Haltaus 770, ist wol rauferei gemeint. 1@bb) weit öfter bezeichnet hader in abgeblaszterem sinne nur den streit mit worten, zank, zwist, unfrieden, uneinigkeit: hader und krieg, litigium, lis voc. inc. theut. h 8a; hader, zank, unfrid Maaler 204c; in hader, span oder zerwürfnusz kommen, venire in contentionem das.; wenn ein hadder ist zwischen mennern, so sol man sie fur gericht bringen und sie richten. 5 Mos. 25, 1; unter den stolzen ist imer hadder. spr. Sal. 13, 10; der eid macht ein ende alles hadders. Ebr. 6, 16; denn wie ich oftmals gnug bekennet habe, sol mirs kein hadder gelten, es bleib wein da oder nicht. Luther 3, 493; diese fabel Dionei hatte fast die weiber schamrot gemacht, doch muszten sie desz haders lachen (es hatten sich nämlich in der geschichte ein abt und ein junger mönch um den genusz eines mädchens gezankt). Boccaccio (1583) 214b; des haders ward zimlich wol gelacht. 456a; der ursprung alles zanks, und alles haders sitz. Weckherlin 719; ihr würdet euch des kindschen haders schämen. Schiller braut v. Mess. 1. übertragen auf widerstreitende gefühle des eigenen innern: was will hier entflammter triebe hader in der gottgeweihten jungfrau brust? Bürger. Man richtet hader an: ein zornig man richtet hadder an, ein gedültiger aber stillet den zank. spr. Sal. 15, 18; macht hader: ein kind wie eine maus macht einen hader so grosz als ein haus. Pistorius 6 no. 34 s. 463; stiftet hader: Erich reiste zwischen Schweden und Dänemark hader stiftend. Dahlmann n. gesch. 1, 93; sucht hader mit oder an jemandem: drob suchte der kaiser am pfäfflein oft hader. Bürger 66a; fängt hader an: ein hader, zank oder gefätz anfahen, altercari Maaler 204c; wenn eh ein hader ich volstreck, so fang ich einen andern an, damit ich stäts zu palgen han. H. Sachs 1, 538d, geräth in einen hader. Stieler 777; der hader wird gestillt, beigelegt: das los stillet den hadder. spr. Sal. 18, 18; der hader ist gestillt worden, contentio sedata est. Henisch 1576; er wird gelöscht wie ein brand: kein grossen hader hilf ich leschen, sonder trag immer holz darzu. H. Sachs 1, 539a. Häufig angewendet ist die verbindung hader und zank, tautologischer natur, die zusammenfügung beider wesentlich gleicher begriffe verleiht der formel eine erhöhte wirkung: als sy yetzt alle nach dem nachtmal schlaffen gangen, der hader und zank für und für mit dem wirt und wirtin geweret. Wickram rollw. 102, 22 Kurz; reich und arm thun bei einander selten gut, zank und hader ist allzeit ir guter mut. fastn. sp. 517, 28; machen zank und hader in der gmein. Soltau volksl. 254 (16. jahrh.); wölt ir in ru und frieden bleiben, so thuot hader und zank vertreiben. H. Sachs 1, 539b; ein muttern, ein gezänk, ein hader, ein geschrei. Weckherlin 720; feindschaft, hadder, neid, zorn, zank, zwitracht. Gal. 5, 20; das nicht hadder, neid, zorn, zank, afterreden, ohrenblasen, aufblehen, aufruhr da sei. 2 Cor. 12, 20; ebenso hader und zwist: herschen freundlich und mit willen macht viel zwist und hader stillen. Schottel 1133a. Bisweilen drückt aber hader nur die gelindeste art des unfriedens aus, und eine steigerung des begriffes enthält das folgende streit, zwist, zank: daraus entstand nun bald unwille, hader und streit. Göthe 23, 79; thue wie dir es gefällt, dasz nicht aus dem hader in zukunft beiden, dir selber und mir, ein gröszerer zwist sich erhebe. Voss Il. 4, 37, μὴ τοῦτό γε νεῖκος ὀπίσσω σοὶ καὶ ἐμοὶ μέγ ἔρισμα μετ' ἀμφοτέροισι γένηται. so gab es ein necken hinüber und herüber, und aus dem necken wurde hader, aus dem hader zank, aus dem zank offener krieg. Spielhagen in reih und glied, 7. buch 26. cap. Im mildesten sinne, bei O. von Wolkenstein ist hader streit unter liebesleuten, liebesneckerei: für allen schimpf des ich vil sich zuo Nürenberg frölich bestellt mit êren, sô tuot freuen mich der hader wuniklich gesellt von manger lieben frauen schön, und der kain tadel nie gefluocht, die sich dem hader machet hön, und doch kein hader nie versuocht. 83, 1, vergl. 2, 3. Selten ist der plural häder im gebrauch: in iren hädern und gezenken. Melanchthons anweisung in die h. schrift, deutsch von Spalatinus (1523) f. 5; die sich in all hendel legen, all häder wollen richt und schlichtn. Eyering 1, 126; gewöhnlich entwickelt hader keinen plural, namentlich in der neuern sprache nicht. 1@cc) hader heiszt auch der gerichtliche streit, prozess; wenn wir vom hader der politischen, litterarischen, confessionellen parteien reden, so klingt diese bedeutung noch nach. in Nürnberg bezeichnete man durch hader den injurienprozess, wie er vor einem collegium von fünf ratsherren verhandelt wurde: die fünf herren am hader sitzend. Nürnb. poliz.-ordn. 44. 45; auf verhorung des handels durch die herren am hader. 48. aber hader muste wol auch die einrede in einem prozesse bedeuten, namentlich die frivole, die wider besseres wissen vorgebracht wird, um den gegner zu schädigen; so mag es wenigstens in dem folgenden zu verstehen sein: darumb, wer eine böse sache gewinnen wil, der thu auch also, und wie die losen zungendrescher fur gericht thun, wenn sie die silbersucht und das güldenfiber bestehet, schelte und liege getrost auf die person, so ist die sache gewonnen. wie jene mutter ir kind leret, lieber son, kanstu nicht gewinnen, so trag hadder ein. das heissen solche lügen, da der lügener nicht wehnet noch irret in der heubtsachen, sondern selbs wol weis, das er leuget und liegen wil wider die person. Luther 8, 88b. Die andere hauptbedeutung von hader ist 22, 2@aa) abgerissenes oder abgeschnittenes stück zeug, fetzen, lumpen, vielfach von kleidungsstücken gesagt, die vor alter in stücken zerfallen; mhd. hader wb. 1, 608a; hader und alte cleider, exuvie voc. inc. theut. h 8a; hader, lumpe, pannus Frisch 1, 392a; mit einem hader den tisch abwüschen, panniculo mensam detergere Steinbach 1, 665; ich hab ihn noch nie dazu vermögen können, dasz er hätte sein hofgewand machen lassen und er ist mir unterweilen in scheuszlichem grauen hader zu dienst kommen, dasz ich sein mehr schand denn ehre gehabt. Langenn Sidonie 36; hätte sie die katze in einen hader gewickelt und weggeworfen. Chr. Weise comöd. 240; o weh dem der mit einem hadr in seiner noth von disem badr sich musz die kolbe lassen reibn. B. Ringwald laut. warh. 34 (30). Zu diesem starken masc. hader erscheint auch eine schwache nebenform, im ahd. fem. hadara Graff 4, 812; ob der auch dort aufgeführte dat. pl. hadarun diesem fem. zufällt, oder einem starken hadar, oder endlich einem schwachen masc. hadaro, das Schm. 2, 150 beibringt, ist nicht zu entscheiden; im mhd. masc. der hader, des hadern: ê daʒ ir einem naketen dürftigen einen alten hadern gebet. Br. Berthold 59, 13; und ir frouwen, wederʒ wære iu lieber: der iu einen guoten niuwen mantel gæbe, der schœne liehte varwe hæte, oder einen alten hadern, den man mit einer spineln zerschüten möhte? 383, 9. diese masculine nebenform überwiegt namentlich im plural im nhd. und hat die starke fast ganz zurück gedrängt, nur beim dat. plur. kann nicht entschieden werden, ob diese oder jene vorliegt: da mit sie pei im nicht gemerket wurden, er sie in zerissene alte hadern pante. Steinhöwel decam. 77, 28 Keller; so kompt denn der teufel und stoszt dir die kudergunkel dar, an derselben gunkel spinst du zwilich, unglückhaftige hadern und küchin lumpen. Keisersberg spinnerin (1510) a 4a; die marterer .. giengen in haddern und bösen kleidern herein. Luther 4, 487b; viele meiner guten waffenbrüder und landesvertheidiger haben sich geärgert, dasz die frauenzimmer von allerhand gattungen ihre brust und armfleisch zu wenig oder nur mit durchsichtigen hadern bedecken und also zu sündhaften reizungen anlasz geben. verordnung A. Hofers vom august 1809; nach alten hadern ist mein fragen wenn sie die meid haben abgetragen. fastn. sp. 374, 34. 792, 22, ich urtail ümb sein prankiern und ümb sein groszs hofiern, das er schol in den hadern schliefen und auch darzu sein nasen triefen, und die hosen gestrichen an sein pein, geleich sam sie gefalten sein, und sein schuch uneingeknöpfelt, und sein hadern mit rotz betröpfelt. 786, 10; viel alte lumpen sie da umb sich rumbher machte, die hadern waren bund, es waren himmelblawe, es waren grün und gelb, es waren roth und grawe. D. v. d. Werder Ariost 11, 115; so guck einmal, nebst deinem theuern weibe, auf meinen rock durch deines fensters scheibe, und sieh die luft in hundert hadern wehn, und meinen leib dem winter offen stehn. Bürger 31b. hadern oder lumpen zur papierbereitung gesammelt. Brosenius 2, 196. Doppelsinnig und mit beziehung auf die bedeutung 1, b wird gesagt: hader macht hader, das ist gut dem papirer. Fischart groszm. 103; mit hadern verleurt jederman, auszer papiermacher und advokaten. Lehmann bei Eiselein 268; manche reisset einen hader vom zaun herunter, der oft keiner nusz schalen werth. mägdelob 43, denn der hader wird vom zaun gerissen, gebrochen, wie man das auch von streit und zank sagt: wenn sie besteht ir böser laun, bricht sie ein hader von eim zaun. H. Sachs 1, 504c. 2@bb) hader sinnbildlich für ein geringfügiges ding: schamst dich nicht, einen solchen hadern nicht zu wissen? zu einem mädchen gesagt, das nicht wuszte, wie viel stücke zur beichte gehören. Schm. 2, 150. 2@cc) hader als schimpfwort für einen nichtswerten menschen, vgl. lump: ein schlechter kerl! nein! gar kein kerl! ein lump ist er, ein hadder! Zelter 4, 380. 2@dd) wenn hader auch eine obscöne bedeutung hat und das herab hangende männliche glied bedeutet, so erklärt sich die redensart den hdarn ausraiben, pissen Castelli 160; ausreiben heiszt heraus wenden, reiben hat für das bairische sprachgebiet auch die bedeutung drehen, wenden. Schm. 3, 6. Beide bedeutungen 1 und 2 haben einen gemeinschaftlichen ursprung. altindisch çâtayâmi haue, haue nieder, schlage, fälle, irisch cath niederlage, schlacht, finden ihren verwandten in ags. heaðu kampf, schlacht, ahd. hadu (hier nur noch in eigennamen vorhanden), von welchem hader eine weiterbildung ist. rücksichtlich der gemilderten bedeutung ist zu vergleichen griech. κότος groll, hasz, zorn, welches auf die gleiche wurzel zurückführt. auf der andern seite aber konnte sich aus der vorstellung des abhauens, trennens, die eines abgetrennten stückes der kleidung ergeben, wie aus der nasalierten form lat. cento lappen, lumpen erhellt, das ebenfalls hierher zu ziehen ist. dasz hierbei wenigstens im deutschen der accent nicht zuerst auf das verbrauchte, morsche, auseinandergefallene, was vorwiegend dem worte hader inne wohnt, sondern auf das von der hauptkleidung abgetrennte, isolierte fällt, erhellt daraus, dasz in Schlesien der schleier einer braut hader heiszt (M. Waldau in Prutz' museum 1852, 1 s. 40), ebenso bair. hadern kopftuch der weiber, pranghadern manschette, schneuzhadern schnupftuch Schm. 2, 150. dieser begriff eines abgetrennten stückes zeug tritt eben so sichtbar hervor in handhadern handtuch das. auch Hofer in seiner oben angeführten verordnung geht bei dem gebrauch des wortes hader von diesem sinne aus, doch mit hinblick auf die verächtliche andere bedeutung. figürlich heiszt in Baiern hadern auch ein kleiner haufe heu, der aus den schwaden zusammengeharkt wird. Alles das bestätigt die ursprüngliche gemeinschaftliche abkunft der beiden jetzt so weit getrennten begriffe; sie wird noch mehr durch zweierlei bewiesen: einmal durch die nebenform zu hadel hader mit geschwächtem wurzelvocal hudel, huder (s. d.), welches eben so wie hader die bedeutungen streit, zank und lumpen aufweist, und dann durch das begrifflich gleiche fetze, fitze mit seiner sippe, fetze lumpen (3, 1575), gefetz streit (hader, zank oder gefätz Maaler 204c), fitzeln, fitzen schlagen, weben und wirren (3, 1695. 1696), ags. fettian streiten, fit gefecht, streit. diese wörter weisen auf eine deutsche wurzel fat mit der ursprünglichen bedeutung zerhauen, spalten, zu der nahe (wiewol nach dem lautverschiebungsgesetze nicht genau stimmend) altindisch paṭ spalten, schlitzen, reiszen tritt (Böhtl.-Roth 4, 377); ud - paṭ heiszt vernichten, paṭa gewebtes zeug (das. 378). genauer zur deutschen wurzel noch stellt sich griech. πηδόν ruderblatt, welches eben auch auf die vorstellung der spaltung zurückgeht. goth. fitan gebären hat dem gegenüber abgezogenen sinn, es markiert das auseinandergeben der geburtstheile.
13909 Zeichen · 212 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    HADERst. swm. swm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    HADER ( ahd. hadara Graff 4,812 ) st. u. swm. lumpe, lappe. swm. Bert. 40. 130. 294. — mit hadern bewunden aneg. 31,64. …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    hāder

    Mittelniederdeutsches Wb.

    hēdernētele , heddernettele , hāder- , hidder- urtica urens, Brennessel.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Hader

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    1. Der Hader , des -s, plur. die -n, alte Lumpen, alte, unbrauchbare Stücke Zeuges aller Art. Das Papier wird aus Hadern…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Hader

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 Hader Streit, Zwietracht; mehrf neben ‘Zank, Streit, Verdruß’; einmal ‘des H-s Apfel’ mBez auf Eugenie in Anspielung a…

  5. modern
    Dialekt
    Hader

    Schweizerisches Idiotikon · +4 Parallelbelege

    Hader Band 2, Spalte 981 Hader 2,981

  6. Spezial
    Hader1

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Ha|der 1 m. (-s) (Streit) strit (-ic) m. , stritaria (-ies) f. , stritoz (-oc) m. , controversia (-ies) f. , varot (-oc)…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hader

147 Bildungen · 124 Erstglied · 21 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von hader

hadeln + -er

hader leitet sich vom Lemma hadeln ab mit Suffix -er, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

hader‑ als Erstglied (30 von 124)

Haderkopf

SHW

Hader-kopf Band 3, Spalte 31-32

Haderzeug

SHW

Hader-zeug Band 3, Spalte 31-32

Hader+acker

PfWB

hader·acker

Hader + -acker m. : 'Acker, um den einst gestritten wurde', Haderacker [(1554) KB-Morschh (SSp., Morschh. Salb. 8)]. a. 1755: im haderacker,…

haderbalg

DWB

hader·balg

haderbalg , m. verächtlich haut, leib einer hadernden person, nach balg 3, theil 1, 1085: desz wird irm peutel oft gezwagen und ir der hader…

Haderbirnbaum

PfWB

hader·birnbaum

Hader-birnbaum m. : 'Birnbaum, der auf einem umstrittenen Gelände steht', FlN in ZW-Marthh: am Haderbirnbaum. —

haderboden

DWB

hader·boden

haderboden , m. in papierfabriken der boden, wo die in papier zu verwandelnden hadern lagern. der haderboden nach französischer, englischer …

haderbrief

DWB

hader·brief

haderbrief , m. brief welcher hader verursacht: denselbigen hadderbrief, welchs halben mich hertzog George aufrhürisch schilt. Luther 6, 6 b…

haderbube

DWB

hader·bube

haderbube , m. lumpiger bube, lump ( vergl. hader 2, c oben ): stampf hin, du kleiner haderbub! Opel und Cohn 243, 5 .

haderbuch

DWB

hader·buch

haderbuch , n. 1 1) buch enthaltend die protokolle über gerichtshändel ( s. hader 1, c sp. 111), namentlich injurienprocesse und die in dies…

Haderchatz

Idiotikon

Haderchatz Band 3, Spalte 592 Haderchatz 3,592

haderdistel

DWB

hader·distel

haderdistel , f. eine distelart: hadderdisteln unter den im juni einzusammelnden und zur arznei zu verwahrenden kräutern bei Böckler haus- u…

hadereck

DWB

hader·eck

hadereck , m. : asinus, schelfisch, hadereck Frischlin nom. 149 a .

hadereht

Lexer

hader·eht

hadereht adj. lumpig, abgerissen. haderot, lacinosus Dfg. 315 a ; zänkisch, streitsüchtig, rancorosus ib. 484 a . vgl. er were etwas häderig…

haderei

DWB

haderei , f. streit und zwar a a) blutiger, rauferei: ein erber rate hat zu herzen genomen und bedacht die meniglich aufruer, zweinung, miss…

hāderen

MNWB

hāderen , swv. , hadern, streiten, Streit machen, zanken ( ȫver, up über, gegen, mit); auch refl. sik h. sich streiten, sich zanken (mit).

haderer

DWB

haderer , m. den beiden hauptbedeutungen von hader entsprechend. 1 1) ein streiter, raufer, zänker: die ufsetzigen, die hederer, die boslist…

hadereⁿ

Idiotikon

hadereⁿ Band 2, Spalte 982 hadereⁿ 2,982

haderfeld

DWB

hader·feld

haderfeld , n. : mit welcher form dann Aspasia den Xenophontem und sein hauszfraw, die alweg im haderfeld gelegen, widerumb ainig und fridli…

Haderfrage

Wander

hader·frage

Haderfrage Es ist eine Haderfrage. »Das ist die Antwort auf die Haderfrage, was doch die Kirche mit ihrer Gewalt sey.« ( Luther's Kirchenpos…

Hadergarten

PfWB

hader·garten

Hader-garten m. : 'Garten, um den einst gestritten wurde', FlN in KL-Hoheck: Halleʳgaʳde, amtl.: Im Hollergarten. a. 1656: hatter gartten [S…

hadergeist

DWB

hader·geist

hadergeist , m. ἔρις : auf diesem ( der Pallas schild ) webten hadergeist und kraft und wilde mordbegier. Bürger 167 a .

hadergëlt

Lexer

hader·gelt

hader-gëlt stn. wer saffran kauft, so gêt auf ein zentner hadergelt bei 2 ℔ Parsalonyer zoll von idem ℔ 2 dn. Chr. 1. 102,25.

hadergericht

DWB

hader·gericht

hadergericht , n. gericht für injuriensachen: ein judicium in der stadt Coburg, welches man das stadt- rüge- oder hadergericht genennet. Hal…

hadergeschrei

DWB

hader·geschrei

hadergeschrei , n. lautes zanken und streiten: darauf der sponheimische schultheis die schöffen abermahl .. ermahnet, alles dasjenige, was r…

hadergewant

MWB

hader·gewant

hadergewant stN. ‘Gewand aus grobem Stoff’ von sînem [Franziskus] hadergewande [als Reliquie] / ist [...] siecher liute vil genesen LvRegFr …

haderhaft

DWB

hader·haft

haderhaft , adj. contentiosus, rixosus. Frisch 1, 392 a : von unruhigen haderhaften leuthen. Haltaus 771 ; haderhafte sachen, res litigiosae…

hader als Zweitglied (21 von 21)

Bankhader

Adelung

bank·hader

Der Bankhader , des -s, plur. die -n, ein Hader oder Lappen, womit man die hölzernen Bänke zu scheuern pflegt.

froschader

DWB

frosc·hader

froschader , f. , arteria ranina, die bei der froschgeschwulst unter der zunge schwillt.

Fußhader

Adelung

fuss·hader

Der Fußhader , des -s, plur. die -n, ein Hader oder Lappen, womit man die Schuhe reiniget. Eines Fußhader seyn, im gemeinen Leben, von ihm z…

Lachader

Wander

lach·ader

Lachader Ihm ist die Lachader geplatzt. – Frischbier 2 , 2266.

milchader

DWB

milch·ader

milchader , f. , plur. milchadern, venae lacteae, die den milchsaft in die grosze gekrösdrüse leiten.

rehader

DWB

reh·ader

rehader , f. ader der pferde innerhalb der dicke, welche die rossärzte öffnen, wenn das pferd reh ist.

schader

DWB

scha·der

schader , m. schader, der, schaderinn, die, damnosus, damnosa, mas et foemina laedens, perniciem, damnum et cladem inferens; schader des gem…

schuhhader

DWB

schuh·hader

schuhhader , m. hader, fetzen, lumpen zum abwischen der schuhe Kramer bei Campe, bildlich: so verachten sie ( die reichen ) doch die armen n…

stopfhader

DWB

stopf·hader

stopfhader , m. zeuglappen ( s. hader 2: th. 4, 2 sp. 111) zum verstopfen und verdichten benützt, besonders in der bergwerksprache Minerophi…

wischhader

DWB

wisch·hader

wischhader , m. , zu wischen A 1, scheuertuch: penicilli dicunt, quibus vasa tergere solemus, schwamm oder wischhader Pinicianus prompt. (15…

Ableitungen von hader (2 von 2)

gehader

DWB

gehader , n. haderei, zwist, zank u. ä.: da läszt denn der verkäufer, um nur dem gehader ein ende zu machen, die waare oft unter dem preise.…

zerhaderen

KöblerMhd

zerhaderen , sw. V. nhd. „zerhadern“, zerfetzen, verschleißen Q.: Minneb (FB zerhadern), Ammenh, Berth (um 1275) E.: s. zer, haderen W.: nhd…