Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Zwicker
Zwicker
zwicken Vb. ‘(mit zwei spitzen Fingern, mit einer Zange u. dgl.) kneifen, zupfen’, ahd. zweckōn ‘sich entzweien, rupfen, zupfen’ (um 800), mhd. zwicken ‘zupfen, rupfen, einklemmen, kneifen’, nd. twikken ‘kneifen, drücken’, aengl. twiccian ‘rupfen, zupfen, fassen’, engl. to twitch ‘zupfen, zerren, kneifen’ und ahd. gizwiggen (oder -zwigen?) ‘kneifen’ (11. Jh.) können als Intensiva zu einem in ahd. zwigōn ‘pflücken, rupfen, abweiden, entzweien’ (9. Jh.) bezeugten Verb angesehen werden, das sich seinerseits zu aengl. twigge, twig bzw. (ablautend) ahd. zwīg (s. Zweig) stellen läßt; vgl. Nomina postverbalia 1 (1932) 186. Als Ausgangsbedeutung ist ‘mit zwei Fingern, mit zwei Spitzen fassen, zerren, kneifen’ anzusetzen. Die für mhd. zwicken häufige Bedeutung ‘mit Nägeln befestigen, anheften’ steht unter dem Einfluß von mhd. zwec, zwic ‘Nagel, Stift’ (s. Zweck), wenn in dieser Bedeutung auftretendes zwicken nicht besser als ein selbständiges, vom genannten Substantiv abgeleitetes Verb anzusetzen ist. – Zwicker m. ‘wer zwickt’, mhd. zwicker (fingierter Name); auch ‘Quetschung, Puff’ (17. Jh.), ‘zangenartiges Handwerkszeug’ (17. Jh.), ‘Augenglas’, und zwar (als eine der Übersetzungen von frz. pince-nez) an der Nase befestigter ‘Kneifer, Klemmer’ und ins Auge geklemmtes ‘Einglas, Monokel’ (Mitte 19. Jh.).