stank,
m. übler geruch. altgerman. nominalbildung zu stinken,
vgl. das.; got. unbelegt (
dafür bi-stugq '
anstosz'),
altn. stkkr
in abweichender bedeutung ('
plötzliche bewegung',
dem verb entsprechend). Cleasby-Vigfusson 602
b. Fritzner
2 3, 593
a,
das schwed. stank
wol aus dem deutschen entlehnt. im westgerm. alt und allgemein verbreitet: ags. stenc,
pl. stencas Bosworth-Toller 915
b f. (
daneben in einer glosse: stanc
pluvicinatio. 910
b),
woraus neuengl. stench,
vgl. Skeat 595
a;
altfries. unbelegt, jetzt auf Sylt štunk,
s. Siebs
in Pauls
grundr.2 1, 1355;
as. stank,
ebenso mnd. Schiller-Lübben 4, 362
b und nl., vgl. Franck 956;
ahd. stanc, stanch (
plur. stanchâ, -e)
odor, odoratus, olfactus, nidor, foetor, fumus, aura. Graff 6, 696
f., mhd. stanc Lexer
handwb. 2, 1156 (
daneben stenke,
m. und f. 1176).
vgl. im ganzen Wachter 1585
f. Grimm
gramm. 2, 36. 87. 279
f. kl. schr. 7, 202. Weigand 2, 796. Fick
3 3, 343,
der auszerhalb des german. griech. τάγγος ranzig, ταγγή das ranzigsein, vergleicht (
ebenso Prellwitz
etym. wb.2 447).
vgl. Bechtel
üb. d. bez. der sinnl. wahrnehmung 58
f. —
das wort ist im engl. i-
stamm, im ahd. überwiegend a-
stamm (
n. pl. stancha,
s. 2,
b; dat. stanchum, -kon;
acc. stanche
und stenke, -khe,
s. Graff 6, 697);
mhd. und nhd. ist der plural auszer gebrauch gekommen. (
ein vereinzelter mhd. beleg: Ysopo ist guot vur den stenken,
s. Schm.
2 2, 771.)
in neuerer zeit ist stank
überhaupt in der eigentlichen schriftsprache zurückgegangen und durch die (
seit dem mhd. begegnende)
zusammensetzung gestank
verdrängt, s. diese, theil 4, 1, 4201
f. so wol zuerst im süden, nach dem fehlen des worts in den schweizerischen wörterbüchern des 16.
jahrh. zu schlieszen. aber auch Comenius
hat stanck, gestanck
nur im reg. (
im text gestanck), Stieler 2169: stank,
et gestank
als stichwort, in den beispielen durchweg gestank,
ähnlich Kramer
dict. 2, 978
b; Steinbach 2, 759
giebt stanck
nur als hypothetisches stammwort zu gestanck,
und auch Frisch 2, 319
c setzt an: stank, oder welches gebräuchlicher gestank.
nach Adelung
ist stank '
ein im hochdeutschen grösztentheils veralteter ausdruck'.
besser erhalten in der volkssprache und den mundarten Norddeutschlands. (
auf nd.-mittelfränk. gebiete. Schm.
2 2, 771
kennt es nur aus der ältern sprache. auch oberhess. '
jetzt fast nur in der zsns. geschdang'. Crecelius 805.)
luxemb. stank Gangler 429,
köln. Hönig
2 173
b,
in Aachen Müller-Weitz 233;
thür. nur im äuszersten Norden (
Stiege auf dem Harz)
[] schtnk. Liesenberg 204. Hertel
sprachsch. 233.
nd. stank Strodtmann 341.
brem. wb. 4, 1036. Schütze 4, 187. Dähnert 457
b. Mi 86
a. Danneil 209
a. ten Doornkaat Koolman 3, 300
b. Schambach 208
a. 11)
nur die altgerman. sprachen kennen stank
in der subjectiven bedeutung der geruchswahrnehmung oder des geruchssinnes. so ags. stenc, stengc
odor, odoratus, olfactus. Bosworth-Toller 916
a (Wachter 1586);
ahd. stanc
odor, odoratus, olfactus. Graff 6, 696;
vereinzelt und nicht ganz sicher im mhd.: alliʒ ordineter (
Christus) daʒ, beide den smac joh den stanc. Hartmann
vom glouven 311. 22)
in der regel und in den neuern sprachen ausschlieszlich bezeichnet stank
geruch in objectivem sinne, als den gegenstand der geruchswahrnehmung, und zwar hat es in der ältern sprache eine allgemeinere und neutrale bedeutung, indem es geruch jeder art bezeichnen kann, vgl. Adelung (1)
und: odor suʒe stanc.
fetor unsuʒe stanc.
ahd. glossen 3, 382, 31
f. (13.
jahrh., auch Dief.
nov. gloss. 181
a unter fraglancia); súmên bírin uuir stanch lîbis ze lîbe, súmên stanch tôdis ze tôde. Notker
ps. 10, 7 (
s. 32, 24
Piper),
ebenso 17, 15 (50, 9).
so wird es insbesondere auch auf wohlgeruch angewandt: stank
olim erat exhalatio suavis, vulgo fragrantia aromatica. Stieler 2169,
vgl. Adelung (2, 1).
so ahd. überwiegend; nach dem 12.
jahrh. nur noch ganz vereinzelt. vgl. stankfasz (1), -wurz. 2@aa)
so gern in verbindung mit dem adj. suoʒi, süeʒe: suoʒen stang tuôe dír mîn gebét. Notker 2, 583, 20
Piper (
ps. 140, 2); cinnamomum, uuênegaʒ bôumelin unte ábo mícheler créfte unte sûoʒes stánkes. Williram 69, 30; der sûoʒe stánk an démo nîuuen óbeʒe unte án démo álten uuîne. 123, 8; daʒ iʒ (
das pantherthier) des dritten tages selbe von dem slâfe erwachet, unde so suoʒʒen stanch uʒlaʒʒet.
Diutiska 3, 24 (
von tieren, 12.
jahrh., =
fundgr. 1, 23, 34,
s. auch Karajan
sprachdenkm. 77, 4); (
bildlich:) so werdent sie ervullet unde gelabet mit dem suoʒʒen stanche gotes geboto.
ebenda (23, 43); swenne der poume pluot ..., so ist der stanch suoʒe.
fundgr. 2, 16, 34; da was inni lux und claritas, suʒʒi stanc suavitas. Diemer
ged. 110, 15 (
lob Sal.);
so auch: si salbete mine fuoʒe, der stanch wart suoʒe. 244, 25; von deme chumit solich stanch, daʒ nieht im gilichis suoʒʒi nist. so danne diu tîer die darumbi sint gihorint sine stimme, so saminint si sich durch die suoʒʒi des stanchis.
Diutiska 3, 23 (
fundgr. 1, 23, 11—14);
seltener mit guot: reddunt de se fragrantiam bonae opinionis, álso dîe tûiron sálbon dîe quékke (
frische) des gûotes stánkes. Williram 70, 8; vil guot stanch gie dar uʒ. Diemer
ged. 244, 27. 2@bb)
aber auch stank
allein. so von blumen und früchten: stang (
odor) tero bluomon. Notker
s. Graff 6, 696; álso sûoʒe sámo épfelo stánk. Williram 123, 4; thar blýent thir iolília inti rósa, ... ther stánk ther blásit thar in múatio thaʒ éuuiniga gúat. Otfrid 5, 23, 277.
besonders von würzkräutern und den daraus bereiteten parfums, balsamen u. s. w.: fone dînero uuâte chóment diê stancha myrrun ... daʒ chît ... der liûment virtutum, der also suôʒʒe ist, also der stáng diûrero chriûtero. Notker
ps. 44, 9; Abraham choufte ir (
Sara) êin grab und bevalech si sconemit stanch aller bimentone.
fundgr. 2, 33, 31; nardus und balsamita[der stanch wahset so wita].
genes. 9, 14
Diemer. so: inti thaʒ hûs uuas gifullit fon themo stanke thera salbû
n. Tat. 138, 1; so lôfon uuír in démo stánke dînero sálbon. Williram 5, 2; nach deme stanche diner geselbe. so loufen wir.
Diutiska 3, 24;
von weihrauch: der stánk dîner uuâte íst álso uuîrôches stánk. Williram 66, 4; vor ime (
Jupiter) wiroc ane viur barn unde gaf rǒch unde stanc.
deutsche chron. 2, 81, 3. —
eine badestube zum stank (
mit parfümierten bädern)
wird in Straszburg 1315
bezeugt, s. Ch. Schmidt
hist. wb. der els. mundart 337
a. 2@cc)
so weiter: der stánk dînes múndes íst sámo dér sûoʒon épfelo. Williram 123, 1.
die erscheinung Christi [] ist von wohlgeruch begleitet: Jesus venit. tantaque subito flaglantia miri odoris. thar quam tho geliko sulik stank (
corr. aus: stanknussi). Wadstein
kl. as. sprachdenkm. 65
b, 13; uuaʒ ist suoʒʒere oder erlichere dem stanche unseres trehtines, des haltenten Christes?
Diutiska 3, 24 (
fundgr. 1, 23, 39).
dann in geistlicher sprache auch bildlich: ze louffenne nach dem stanche unt nach dem geselbe siner gebote.
ebenda (24, 8); doctores, dîe der ... uuîteno stínchent mit démo stánke bonae opinionis. Williram 25, 5. 2@dd)
zuweilen geht stank
in die concrete bedeutung über, wohlgeruch gebender gegenstand, räucherwerk: stanchum folle tragant ... chelicha (
odoramentis plenas gestant ... patheras).
Murb. hymnen 7, 6, 3. 33)
später ist stank
auf die bedeutung eines üblen geruches eingeschränkt, vgl. dazu Wachter 1586. J. Grimm
kl. schr. 7, 202. 3@aa)
diese bedeutung hat stank
schon vereinzelt im ahd.-as., wo die vorige doch überwiegt: than uuaniu ik that thanan stank kume, unsuoti suek.
Hel. 4081; drúhtin, fon then stánkon ... mih ním ..,so Lázarum thu dáti! Otfrid 3, 1, 19.
so seit dem 13.
jahrh. ausschlieszlich: fetiditas stanck. Dief.
gloss. 232
b (
voc. v. 1414);
fetor stanck,
hd. sthank, stang, gestanck.
fetositas stanck (
lat.-nd. v. 1420).
ebenda; fetor stank, bose roke.
nov. gloss. 172
b.
nhd.: stanck, ubeler geruch,
m. puanteur. Hulsius 306
a;
pūtor ... stanck, unflat. Corvinus
fons lat. 524
b; stank,
m. foetor, puanteur. Schottel 1421; stank,
et gestank, der,
it. das gestänke,
foetor, foetiditas. Stieler 2169;
foetor, gravolentia; odor gravis. Frisch 2, 319
c; '
ein übler widerwärtiger geruch; in welchem verstande es noch im gemeinen leben für das üblichere gestank
vorkommt.' Adelung (2, 2).
vgl. auch nl. stanck,
foetor, putor, pedor, sordes, graveolentia, odor gravis, malus, teter; virus. germ. gestanck. Kilian 2, 629
a. 3@bb)
durch adjectivischen zusatz verdeutlicht. mhd. gern bœser stanc: für nebel und für bœsen stanc.
weinschwelg 377; der siechen pflegen an allen stetten, mengen bœsen stank enphahen.
des teufels netz 5978;
anderes: swer dar quam gegangen, der muste liden ubelen stanc, der von manigem ase dranc.
pass. 70, 12
Hahn; des muste gar daʒ lant ouch haben von dem ase groben stanc. 274, 85; fûler stanc,
s. unten 5,
g. so auch nhd.: denn wie die nasz ein faulen stanck, so hast das ohr der lügen klanck.
froschmeus. A 4
b; kan dann ein fauler stanck so bald poeten machen? Rachel
sat. ged. 93 (8, 74.
s. 108
neudr., vgl. Steinbach 2, 759). 3@cc) stank
durch synonyme ausdrücke erklärt, s. a; mit solchen zusammengestellt: salbeten sie die leichnam der verstorbenen, auff das sie lange erhalten wurden und nicht bald verweseten und auch bewaret würden vor dem stanck und bösen geruch. Luther 28, 424, 7
Weim. ausg.; stank und bösen geruch können sie (
die bienen) nit leiden. Coler
hausb. (1640) 391;
vgl. Scriver
unter 5,
b. stank und fäule,
s. e, α (Heinr. v. Neustadt).
ζ (Günther)
und besonders e, β.
pūtor ... stanck, unflat,
ut ... die unzeitigen regen fügen dem erdreich stanck und unflat zu. Corvinus
fons lat. 524
b (
s. auch Luther
unter 5,
a und 5,
e); also auch kompts manchmal, dasz die winderläger umb unlust unnd stancks willen, so ausz grosser menge an engen orten entstehet, verendert werden. Kirchhof
milit. discipl. 201.
vgl. ferner 4,
c. 3@dd) stank
gutem geruch entgegengesetzt: meinen sie, ich sey so verstopfter nase, dasz ich stank und wohlgeruch nicht von einander scheiden könne? Schubart
bei Strausz
Schubarts leben 2, 280.
so auch: er (
galban) hât gar ainen guoten smack, aber der smack ist den schad, die stankes gewonet sint. Megenberg 367, 17. — und wird stanck fur gut geruch sein.
Jes. 3, 24,
vgl. Hippel 4, 106 (
lebensl.),
vgl. auch A. Gryphius
unter e, α.
sprichwörtlich (
bildlich): so bitte ich, e.
f. g. wollten ein gnädigs auge ... auf diese schule halten, auf welche der teufel ein scheel und ungnädigs auge hat, und helfen, dasz er nicht musse
[] seinen stank hie zum balsam machen. Luther
br. 5, 540 (
vgl. 5,
a). 3@ee) stank
mit angabe seines ursprungs, womit zugleich qualitätsunterschiede bezeichnet werden: 3@e@aα)
von toten körpern, leichen oder aas: der werlde vreude uber al ist als ein unvletich stal mit stanke an vulem ase.
pass. 119, 41
Hahn (
s. auch unter b); din lip enhat dehein lit im si stank und fle mit. Heinr. v. Neustadt
visio Phil. 116
Singer; daʒ ie gewuorde in keiner stat ... suolch sterbe, suolch stank von den totin. Schönbach
pred. 1, 119, 30; und jre erschlagene werden hingeworffen werden, das der stanck von jren leichnamen auffgehen wird.
Jes. 34, 3; noch stanck der leib, das niemands bleiben kondte, ... und man hatte vier grosse pfannen vol wacholder beren, damit man reucherte, ... noch gieng der stanck herfür. Luther
tischr. 345
b; was diesen schnöden leib betrifft, wird nichts an jhm als stanck und gifft, wie schön' er vormals war, gespüret. Opitz
poeterei s. 47
neudr.; sol leichen-schwerer stanck vor unsern weyrauch gehn? A. Gryphius 1, 40 (
Leo Armen. 2, 5,
v. 537); kein elephante kan so scheu und furchtsam thun, wenn er die maus erblickt, als mancher sich erschüttert, so bald sein eckler mund den stanck der cörper wittert, die um ein gottes-haus in ihren cammern ruhn. Günther 677.
s. ferner pass. unter 3,
b; A. Gryphius, 3,
g; P. Gerhardt, 4,
c; Scriver
unter 5,
b. 3@e@bβ)
von faulem fleisch, geschwüren, wunden u. s. w.: rangor ... ein stanck von verfaulten oder unschmeckenden fleisch. Corvinus
fons lat. 538
a. — unde (
dem kranken) vervallent sich gerne diu naslocher sô hart, daʒ er chûme den stanch gehaben mach.
arzneib. s. 156, 21
Pfeiffer; es wuchsen auch maden aus dem verfluchten leibe, und verfaulet mit grossem schmertzen ... und stanck so ubel, das niemand fur dem stanck bleiben kundte. und der sich vor düncken lies, er rürete an den himel, den kundte niemand tragen, umb des unleidlichen stancks willen. 2
Macc. 9, 9
f.; so in verbindung mit eiter
oder fäule,
meist in vergleichen, bildern, oder sonst in freierer weise: sie (
die vernunft) gehet daher unnd sihet lieber die schöne purpur des reychen mans, denn die wunden des armen Lasars, sie sihet lieber eyn gesund schon mensch unnd stopfft yhr naszen zuo fur dem stanck seyner wunden. Luther 10, 3, 187, 23
Weim. ausg.; darumb auff das dieselben wunden, eiter, stanck, sünd
etc. von uns genomen würden.
schr. 1, 27
b (
Jenaer ausg.); wir sind an bösen wunden krank, voll eiter, striemen, kot und stank. Gerhardt
s. 10, 82
Gödeke; ich bin, du weist es, von natur voll eiter, stanck und beulen, und niemand kan mich ausser dir vom sünden-aussatz heilen. Günther 24;
ähnlich auch: die straffen sind das saltz, damit man abewehre, dasz gute zucht sich nicht in fäul und stanck verkehre. Logau 3, 184, 63. 3@e@gγ)
von menschlichem oder thierischem auswurf, kot, vgl. J. Böhme
unter g: up dat nu kond Varan vertüssen dit gebreck, und driven wech den stanck van dem verborgen dreck. Lauremberg
schertzged. 2, 370; dat müste jagen wech den stanck van siner schmite. 380. 3@e@dδ)
geruch aus dem munde, von faulenden speiseresten in den zähnen oder infolge von verdauungsstörungen: chumt der stanch niht von den zenden, sô ist der mage aller ersworn.
arzneib. 148, 3
Pfeiffer; der mirr hât auch die art, daʒ er ... dem mund seinen stank benimt und macht den wolsmeckent. Megenberg 370, 30; und wenn der athem auch den stanck an sich genommen so würd', als ausz der schacht dir schmecken zeen und maul. Scherffer
Grob. s. 14. 3@e@eε)
auch sonst wird dem gesunden leibe stank
zugeschrieben, besonders von dem scharfen geruch der achselhöhlen: des (
myrten-)paums dürreu pleter benement den stank under den üechsen und anderswâ an dem leib. Megenberg
[] 333, 8; stanck unter den achseln zu vertreiben. Coler
hausb. (1680) 2, 144
a am rande; vgl. auch nl.: stanck der ockselen,
vel ocksel-stanck,
hircus, virus alarum. Kilian 2, 629
b. 3@e@zζ)
in älterer geistlicher sprache und dichtung wird zusammenfassend dem menschlichen leibe im allgemeinen stank
zugeschrieben; vgl. 4,
c. zugleich in der bedeutung α: die lage (
aufgeld, s. theil 6, 61), so du giebst, ist warlich klein und schlecht, ein leib voll fäul und stanck, und also heists mit recht: dasz offt ein kleiner zins den grösten wucher (
nämlich den himmel) träget. Günther 815 ('
auf das absterben eines studiosi').
vgl. auch: kanstu nu solchs an deinem leibe leiden, das er dir einen stanck machet, ehe du dich umbsihest. Luther 32, 381, 8
Weim. ausg. (
schr. 5, 383
b),
sowie stankbalg, -fasz (2), -haus, -sack. —
besonders entwickelt sich stank,
wenn menschen in engen räumen eingeschlossen oder gar gröszere menschenmassen zusammengedrängt sind, s. Kirchhof
zu ende von c; ferner: ich lies den stanck von ewrem heerlager in ewre nase gehen.
Amos 4, 10;
in gefängnissen: also schied ich ab in mein loch, darinnen ich meuse und stancks gnug hab. Luther 3, 414
a; wie viel sind in dem stanck der kercker hingegangen? A. Gryphius 1, 149 (
Cath. v. Georg. 4, 17).
in die übertragene bedeutung (5)
übergehend: eʒ was sô grôʒ nie ein stat, sie wær von drîʒec juden sat stankes und ungelouben.
Seifr. Helbl. 2, 1089.
sprichwörtlich (
bildlich): mancher will nicht riechen, wie er stinckt. hat den schnuppen, dasz er nicht riecht, was er in seinem hausz für stanck hat. Lehmann (1642) 1, 717, 4;
nd. anner lde stank uprken mOeten '
von anderer leute unreinigkeiten beschwerde haben'. Dähnert 457
b. 3@e@hη) stank
von thieren: eine vornehme frau, die lebt sonst sehr prächtig und kostbar; allein in ihrem zimmer ist ein stanck von hunden, dasz man eher einen schinder, als etwas rechtschaffenes da suchen solte. Weise
erzn. s. 167
neudr.; besonders von böcken, so sprichwörtlich: ob schon der bock ausz dem hausz ist, so bleibt doch der stanck noch darinnen. Lehmann (1642) 1, 717, 9.
besonders geht in der mhd. dichtung vom drachen oder '
wurm' stank
aus: der wurm was starc unde grôʒ: daʒ viur im ûʒ dem munde schôʒ. im half diu hitze unde der stanc.
Iwein 3843; der wurm was an in komen mit einem stanke den er blies.
Dietr. flucht 1625; die vullete so der ubele stanc der von des trachen ademe trank.
pass. 280, 6
Hahn; 3@e@thθ)
nidor .., der geruch oder stanck von etwas das gebrandt wird, als haar, feder,
rei adustae odor. Corvinus
fons lat. 431
b. 3@e@iι) stanck ausz der erden,
m. puanteur qui sorte de terre. Hulsius 306
a;
vgl. deutsche chron. 2, 93, 1
unter f. 3@e@kκ)
von allerlei mineralischen und chemischen stoffen: das arme bergkleut in gruben und hütten viel bösz wetter köblichten stanck (
von kobalt), kalte dempfe, feucht prodem, gifftig rauch inn sich ziehen. Mathesius
Sar. 3
a; sie brennen drüben kalk in der grube, der stank zieht im winde weit umher. Immermann
Münchh. 2, 59 (3, 9).
dazu composita wie schwefelstank (
theil 9, 2404): die hölle schwoll von schwefel-stank und säure. Göthe 41, 253 (
Faust II, 4). 3@ff)
üble wirkungen des stanks: daʒ der stanc nicht mute sie.
Ludw. kreuzf. 5723; der stanck macht mir gleich heisz, und treibet mir ausz den angst schweisz. H. Sachs 5, 349
b. stank
wird geradezu als tödlich bezeichnet: en hellevur ut der erde brach ... it gaf so groten stanc, van deme der lude vil starf.
deutsche chron. 2, 93, 1;
vgl.: wer seinen gesunt haben wölle, der sol wonen da gesunder und frischer lufft sey und sol sich vor pösem smack hütten wo er mag. wann wer von stanck siech wirt dem ist nicht müglich zuhelffen. Ortolff v. Bayrlant 4
a; und besorg, das dein gewaide von dem stanke entricht werde (
ne ob foetorem pessimum vexentur viscera tua). Steinhöwel
Esop (1487) 53
b,
s. entrichten 1,
theil 3, 584.
vgl. Kirchhof
unter 4,
b. [] 3@gg)
verbale ausdrücke: stank geht auf,
s. Jes. 34, 3
und Luther
tischr. 345
b unter e, α; ähnlich: dasz kein halb faulend aasz so grausam riechen kan, wenn sich der bange stanck bey heissem tag erhebet, und durch die schwere lufft mit siechen dünsten schwebet. A. Gryphius 1, 317 (
Carol. Stuardus 4, 161). stank zieht umher,
s. Immermann
unter e, κ. (
vgl. genes. 9, 14
unter 2,
g.) — stank geben,
s. deutsche chron. 2, 81, 3. 93, 1
unter 2,
b und 3,
f; stank machen, anrichten: so ihm ja der erden kinder zu rauhe wären, und wolten einen stanck anrichten, darmit es ein loch hätte, und könte den stanck und grobheit weg stossen, und machet ausz dem vorhoffe, welches der magen ist, einen auszgang und loch .., so wird ein darm. J. Böhme
drey principia 161 (
cap. 14, 27); es richt der tropff ein stanck drinn an, das ich bey ihm nicht bleyben kan. Ackermann
s. 48
Holstein (
Thob. 1107).
s. ferner Luther
unter e, ζ. 5,
b und besonders 5,
c. (stanck gebern,
s. Heinr. v. Hesler
unter 5,
b: stank blasen,
Dietr. flucht 1625
unter 3,
e, η; ûʒlâʒʒen,
Diut. 3, 24
unter 2,
a; hinter sich lassen,
s. 5,
a. c; stank zufügen,
s. Corvinus
unter c.) — stank an (sich) nehmen
s. Scherffer
unter e, δ. — stank in sich ziehen,
s. Mathesius
unter e, κ,
gewöhnlicher einatmen;
mhd. stanc enphâhen, lîden, haben,
s. die beispiele unter b; nhd.: die zimmer unterscheiden versüszens (
die bienen) mit geruch, sie stank noch wust erleiden. Spee
trutzn. 98
Balke (23, 227).
dafür gewöhnlich: stank nicht leiden können,
s. Coler
unter c. stank fliehen, meiden (
mit bezug auf f): stanck soll man meiden in sterbenszeiten. Coler
hausb. (1680) 2, 309
a am rande; (
du heiliger geist) fleuchst hingegen schand und sünden, wie die tauben stank und mist. Gerhardt
nr. 23, 36
Gödeke. stank vertreiben, wegjagen, benehmen,
s. die beispiele unter e, γ.
δ.
ε. (stank aufriechen,
s. e, ζ zu ende.) 44) stank
geht zuweilen in eine concretere bedeutung über. 4@aa)
in der alten sprache von wohlriechenden dingen, räucherwerk, s. 2,
d. 4@bb)
von dem, was übel riecht. so zunächst von luft, die mit üblen gerüchen erfüllt ist; von der abstracteren gebrauchsweise nicht streng zu scheiden. hierher besonders die zu anfang von 3,
g zusammengestellten ausdrücke. ferner mit synonymen: es steht schön, wann man in ihre studierstuben kömmt, und nicht weisz, ob man in einer bauer-schencke, oder in einem wachhause ist, vor rauch und stancke. Weise
erzn. s. 157
neudr.; wohnen in bösem lufft und stanck, ... bringen den tod vor rechter zeit. Kirchhof
wendunm. 1, 148
Österley (1, 116).
hierher gehört auch stank
für furz, vgl. 5,
f. 4@cc)
dann auch von festen oder flüssigen gegenständen, die gestank entwickeln; übelriechendes ding: Aschew. saht ock (
seht auch), wos ich gefungen (
gefunden), richt ock, wie wull reuchts.
Dornr. pfuy weg mit dem stanck, unsaubrer narr! Gryphius
dornrose 76, 11
Palm (2.
aufzug).
meist in verbindung mit synonymen: wenn sie nun hinkamen, den schatz zu besehen, fanden sie stank und unrath im topf. Musäus
volksm. 1, 43
Hempel (
Rübez. 4);
von verwesendem (
vgl. 3,
e, α): ja, in dem fleische, das hier stirbt und in dem stank und kot verdirbt, da werd ich gott inn sehen. Gerhardt
nr. 122, 48
Gödeke; von kot, vgl. 3,
e, γ und J. Böhme
unter 3,
g: wenn uns gott nicht solche natur eingepflantzt hette, so lies man die kinder ynn yhrem stanck verderben. Luther 24, 614, 26
Weim. ausg. (=
schr. 4, 196
a);
überhaupt vom menschlichen leibe (
vgl. 3,
e, ζ): ja, sie sind glieder der kirchen, gleich wie speichel, rotz, eiter, schweis, mist, harm, stanck, grind, blattern ... des leibs glieder sind. Luther 5, 64
b; (
die kriegsleut) liegen im unflat, wust, leusen und stanck durch einander und uber einander. Kirchhof
milit. discipl. 116; der mensch kompt her ausz schleym unnd stanck, was will er dann stoltzieren lang. Lehman (1642) 156, 26. 4@dd)
so auch in der volkssprache, z. b. altmärkisch: 'watt wist mit'n stank? =
was willst du mit dem übelriechenden [] dinge? auch der stark riechende käse heiszt vorzugsweise stank; sön'n oll'n stank mag ick nich'. Danneil 209
a. 4@ee)
dann überhaupt als ausdruck der schlechten qualität mit zurücktreten der geruchsvorstellung (
zu 5
überleitend): stanck, werden diejenigen häringe genennet, welche gar nichts nütze sind. Zincke
öcon. lex.2 2800; '
so nennen die Holländer den hering, welcher ganz und gar nichts taugt.' Jacobsson 4, 157
a,
vgl. 7, 427
a und stankhering.
freier: die butter ist wahrer stank. stank rauchen,
schlechten, übelriechenden tabak, auch stanktabak. Krünitz 169, 652.
vgl.stanktabak
und -staken,
sowie stänker 1,
d. 55) stank
in typischem, freierem und übertragenem gebrauche. 5@aa) stank der hölle
von dem brennenden schwefel und pech, vgl. höllenstank (
s. auch unter 3,
f und 5,
g)
und schwefelstank,
theil 9, 2404
und oben 3,
e, κ: und vuorte sie in ein vil vinster huos, da was inne der ergiste stank der immer mochte sin. Schönbach
pred. 1, 108, 3.
daher redet der dichter die gefallenen engel an: war umb lieszent ir daʒ golt und wart dem stank und miste holt? Heinr. v. Neustadt
gottes zuk. 2346
Singer. in der volksvorstellung wird dem teufel stank
zugeschrieben, insbesondere dasz er stank
hinterläszt, wenn er verschwindet; so schon ahd. stanc (
diabolus relinquens)
foeda vestigia, s. Graff 6, 697; worbey zuvermelden ist, dasz der teufel, als Suantevits des abgottes tempel im fewr auffgieng, in die lufft davon geflogen ist, unnd einen bösen stanck hinter sich gelassen hat. Micrälius
altes Pommerl. 1, 255.
vgl. auch: (
da) weich der teuffel von jr und flohe, und der tode leib viel stracks darnider mit eim grossen stanck. Luther
tischr. 212
b.
häufig bei Luther
in freierem und bildlichem gebrauche: der teufel versiegelt allwege sein ding also, und lesst einen stanck hinder sich. 3, 357
b (23, 162, 4
Weim. ausg.); aber also mus der teufel jmerdar seine weisheit mit dreck versiegeln, und stanck hinder sich lassen, das man ja mercke, er sey dagewesen. 444
b; der teuffel gehet sanfft ereyn und fehet susse an, aber hernach lest er seynen stanck hinder sich und gehet saur hynaus. 23, 505, 18
Weim. ausg.; der teuffel ... brauchet dazu solcher schleicher und winckelprediger, auff das er durch dieselbigen im winckel mause, einen stanck hinder sich lasse und darnach das maul wische und davon gehe. 28, 473, 1; tu autem animadverte insidias Sathanae scripturam introducentis. er lest gewisz eyn stanck hynder yn. 29, 60, 14; furt scripturam, sed er wird sein stanck hinter sich lassen. 61, 9;
dann auch auf menschen übertragen: (
sie) thun eben, als wenn ich einen grüsset, und er sich umbkeret und donnerte mit seim hindern, und gieng also davon. wolan, sie sollen nicht also davon lauffen, und den stanck hinder sich lassen, ob gott wil.
schr. 3, 505
a; jch wil dir gewis burge dafur sein, das kein rotten geist komen wird, er sols so versiegeln und ein stanck hinder sich lassen, das man sehe, das der teuffel da gewesen sey. 32, 516, 10
Weim. ausg. nd. 'mit dem stanke rümen:
einen gestank hinter sich lassen: sich beym abschiede, oder zuletzt noch schlecht aufführen, und dadurch sein andenken stinkend machen'.
brem. wb. 4, 1037. —
allgemein stank (und unflat) des teufels: so sol dir dafür grawen, als für dem ergsten stanck und unflat des teufels. Luther 6, 76
a; das sie imer des teuffels stanck und unflat fressen müssen. 32, 457, 16
Weim. ausg.; dem teufel seinen stanck fürhalten.
tischred. 225
a am rande. 5@bb)
damit ist verwandt die der geistlichen sprache geläufige anwendung des wortes stank
auf die sünde u. ähnl. (
vgl. Günther
unter 3,
e, β): die suonde ist ein stank da von die sundere stinkende sin. Schönbach
pred. 1, 37, 15; stanck ausz seinem busem. Luther
tischr. 176
a am rande; ein engel reisete mit einem altvater über land, als sie nun für ein faules stinckendes aasz musten fürüber gehen, hielt der mensch maul und nase zu, und fragte den engel, warum er nicht der gleichen thäte? der antwortet. dieser stanck thut uns engeln nichts, aber wann die menschen in sünde wider das gewissen fallen, das ist der stanck und unflätige geruch, der uns vertreibet. Scriver
seelensch. (1684) 200; so got und di heiligin beginnint spien gein deme stanke ir unreinekeide.
fundgr. 2, 136, 34 (
das jüngste gericht);
[] nû gêt an der sünden stanc.
warnung 3209 (
zeitschr. f. d. alterth. 1, 526); die sunde sulchen stanck gebirt davon die luft entreynet wirt. Heinr. v. Hesler
apokal. 23019; kein räucherwerck verdunst der sünden stanck und wust. Fleming 22 (
d. 51.
ps.).
vgl. auch: darumb wöllet jhr frommen christen ... betten und busse thun, ... dasz wir doch unserm lieben herrgott nur ein trotzischken kertzlin oder weyrauch anzündeten, weil alle welt, papisten, rotten, epicurer, edelleute, bürger, bawern,
etc. so viel stancks anrichten. die frey dahin leben, nach jhres fleisches lust. Luther
tischr. 150
a; denn in diesem kupffern unnd blutigen bauch (
dem röm. reich) war viel mordens und blutvergiessens, vil stancks und unflats, vil greulicher brunst und unzucht. Mathesius
Sar. 85
b; uns hat das schendtlich bapsts geschwürm ... in jrn teuffels dreck versenckt, das wir baldt (schand ists, das mans redt) jrn stanck und unflat angebet. B. Waldis
Esop 3, 100, 60. 5@cc)
in ähnlicher übertragung wird stank,
besonders in verbalen fügungen, einen stank machen, anrichten, erwecken,
für üble nachrede, verleumdung oder auch miszhelligkeit, zank gesagt, vgl. geruch 1,
g, theil 4, 1, 3749,
und stänkerei, stankmaul.
so schon mnd.: effte en denre in unse selschop ... enen van unse selschop vorhonede. ... de sulke stucke offte stanck mit willen maken.
quelle bei Schiller-Lübben 4, 362
b.
nhd.: auffs ander, ist das auch ein recht ertzbubenstück, uns zu verunglimpffen, ... das sie einen stanck uber uns machen wöllen bey frembden und unbekandten. Luther 5, 290
b;
vgl.: aber der rhum wil nicht lange wehren, und wird einen stanck am ende hinder sich lassen. 217
b; (
sprichwörtlich, mit durchgeführtem bilde:) wenn einer uber ein andern ein stanck macht, so richt er den säwen ein pancket an, dasz sie all zum schleck kommen. Lehman (1642)
s. 721, 55; wann einer ein stanck macht, so macht er den säwen ein schleck. die gern mit ander leut unflat das maul schwäncken, dem ists ein lust, wann sie materi haben. 718, 20; kritik heiszt: sachlich eine sache packen, und nicht persönlich seinen stank beigeben. Liliencron 11, 238 (
Poggfred 12). zank und stank: noch bist du (
Zwietracht) wieder aus der hölle ... in dieses ädle reich gestiegen, hast meine Teutschen heissen kriegen, hast neuen zank und stank erwecket. S. Bircken
teutscher kriegs ab zug (1650)
s. 4 (4
O = 8
O s. 7).
ähnlich: unser sauer-süsses leben ist ein apothecker tranck, da vermischte ruh und stanck, herb' und süsz', ein grauen machen. Fleming 375 (304, 57
Lappenberg).
auch in freier übertragung von unglück: ich bin ... gefangener, der sich schämt, mit dem stanke seines schiksals seine freunde anzuekeln. Schubart
bei Strausz
Schubarts leben 2, 281. —
so sagt man in lebenden mundarten stank
für verdrusz, s. Schm.
2 2, 771;
in Stiege schtnk
verdrusz, ärger, zank. Liesenberg 204;
vgl. auch: 'alle stank kumt van di:
du bist der einzige urheber dieser zänkerey, dieser bösen händel'.
brem. wb. 4, 1037. 5@dd) stank
für undank; sprichwörtlich, in Osnabrück: stank is myn dank. Strodtmann 341 (
danach Campe); undank ist ein gemeiner stank. Simrock 10634.
so auch verbunden: ja, was hab ich nu darvon als stanck und undanck. A. Gryphius 1, 784 (
Horribilicr. 2,
s. 33
neudr.).
daher die weitverbreitete redewendung: stank für dank (haben). Simrock 9813,
vgl. Wander 4, 776, 3
f., an deren beliebtheit gewisz der reim seinen antheil hat: man hat heut zu tage nur stanck an statt danck,
del ben fare non si hà hoggidì che mal merito. Kramer
dict. 2, 978
b (
der in allen andern beispielen das in dieser formel unübliche gestanck
hat; vgl. gestank 5,
theil 4, 1, 4202).
litteraturbelege: daher kömmt es, das offt die besten verdienste, vor dank, zulezt stank erndten. Butschky
Pathmos s. 689; man darf heutiges tages ja nicht blosz auf den nutzen einer sache sehen, sondern man musz auch allezeit wohl erwägen, ob die mittel ... den beyfall der menschen haben,
[] sonst erndtet man stank für dank, und hohn für lohn. Stilling
leben 2, 102; sind wüste kerl die bauern, die geben stank für dank! Mörike
ged.8 314 (
gute lehre).
in mundarten, besonders nd.-mittelfr., s. Gangler 429 (
luxemb. de' stank fir den dank kréen, '
undank ist der welt lohn'). Hönig
2 173
b.
brem. wb. 4, 1037. Schütze 4, 187. Dähnert 457
b. Danneil 209
a.
nd. korrespondenzbl. 21, 36 (
Hamb.).
auch: stank ist des teufels dank. Simrock
sprichw. 9814.
vgl. dazu die formel, womit sich der teufel im altdeutschen drama bedankt: Lucifer. des hebbe stank, myn leve kumpan!
Redentiner ostersp. 1389; werliken, du bust ein vramer man, du schol[t] groten stank han! 1429; Fedderwisch des saltu habin stang!
zeitschr. f. d. alterth. 7, 580 (
Friedberger passionssp.). 5@ee) stank
steht überhaupt zur bezeichnung von etwas wertlosem, verächtlichem und widerwärtigem. zunächst in vergleichen: er sie (
wertliche ere) vloch als einen stanc, gotes liebe in vollen twanc.
Leipz. handschr. des 13. jahrh. (
veterb.)
bei Dief.-Wülcker 862; das solch hertz frOelich werde und gegen dieser brderschafft alles was in der welt ist verachte als eitel unflat und stanck. Luther 28, 459, 15
Weim. ausg. dann wird auch die welt und was in ihr ist, geradezu als stank
bezeichnet: je länger ich hier walle, je wenger find ich lust, die meinem geist gefalle; das meist ist stank und wust. P. Gerhardt
nr. 103, 80
Gödeke. besonders im vergleich mit göttlichen dingen: du aber wisse, das dis die rechte, heilige und göttliche werck sind, ... dagegen alle menschliche heiligkeit stanck und unflat ist. Luther 4, 400
b; sihe wie die lieben marterer so schendlich sind umbbracht und dennoch jtzt so erfur leuchten, das alle welt dargegen ein lauter stanck ist. 32, 435, 36
Weim. ausg.; vgl. auch oben 28, 459
und: 'ego sum deus tuus', sol ein solche freud machen, das wen himel und erden eitel golt und sylber were, sol eitel stanck sein. 27, 371, 4.
so bei Luther
gern von den zusätzen der römischen kirche zum worte gottes: wie wir des bapst lere haben mussen angreiffen, die uns mit jrem stanck und unflat die schrifft verderbt hat. 32, 355, 40
Weim. ausg.; da mussen wir ... erbeiten, das wir solchen stanck fegen und rein machen. 356, 9 (
vorher: die reine lere haben besuddelt mit jrem garstigen, ... ja teufflischem zusatz).
s. auch stankklick. — etwas ist ein stank vor einem,
in dessen schätzung: gold und edelgestein ist für der welt prechtig, aber für gott ist es ein stanck. Luther 2, 356
a;
an b anschlieszend: wer aber ... andere heiligkeit suchet, der ist eitel stanck und grewel für gott. 5, 503
b; wilt (
du) dich zuvor durch dich selbs rein machen, und den Christum dahinden lassen, so machestu dich nur zwifeltig unreiner, ja einen schendlichen grewlichen unflat, und stanck für gott. 6, 75
b.
so auch (
vgl. c): das der bapst ... solch lesterung thar unverschampt, und öffentlich begeren, als weren eitel klötze in Deudschemlande, und auff dem reichstage eitel affen, dazu alle fürsten, die es mit treiben, das sie bey unsern nachkomen ein ewiger stanck sein sollen, dafür man speien und göcken müsse. 5, 75
b; konnen nicht mehr denn jderman verachten, affterreden, urteilen und verdamnen, und mus alles stanck und unflat sein, on was sie selbs thun. 32, 321, 11
Weim. ausg. —
diese wendungen gehören der ältern geistlichen redeweise an; doch findet sich ähnliches auch in neuerer zeit, z. b.: da ein groszer monarch sich nicht wie ein schulmeister in jeden stank mischen dürfe. Treitschke
d. gesch. 5, 249 (
in jede kleinigkeit, zugleich mit dem nebensinn des verdrieszlichen, vgl. c und die häufige redensart seine nase in jeden dreck stecken). 5@ff)
daher frühnhd. auch zur verstärkung der negation (
wo wol von der bedeutung '
flatus ventri'
auszugehen ist);
so in der verbindung: [] hyet ich dy künigin zw einem weib und graff Hansen von Diernnstain leib ... so gäb ich umb all werlt nicht ainen stanck.
quelle bei Schm.
2 2, 771; wan das rechtbuoch ist geworffen under den bank, man gæb darumb nit ain stank.
des teufels netz 8939. 5@gg)
auf menschen angewandt begegnet stanc
einmal mhd. in einem von a ausgehenden ausdruck: sîn munt unreinet den luft, er fûler stanc der hellegruft!
Seifr. Helbling 2, 388.
sonst nur im neuern nd.: du stank,
als schimpfwort zu kindern. Dähnert 457
b; dor keem 'ne fru ut Mäkelborch, dee säd' to de mieskatt goden morgen. de mieskatt säd' wol schönen dank, tööf, du oll mäkelbörger stank. Wossidlo
Mecklenb. volksüberl. 2, 1813.
eigenthümlich ist mnd. stank
für eine menge von menschen (
vgl. oben 3,
e, ζ): in dusser stede (
Iemgum) plecht iarlicks an dem dage Viti eyn groet stanck geestlicher luede vorgadderen, dar de hillige geest mit groter macht in wercket, bynamen de uther tunnen blest.
quelle bei Schiller-Lübben 4, 362
b. 66)
ein adjectivisches stank '
ekel, dem da ekelt, gleichsam etwas stinkend vorkommt, fastidiosus'
kennt die brem. mundart, doch wol nur in wendungen wie de bester stank voren, '
das vieh bis zum überdrusz womit füttern'.
dafür auch stänksk, ik hebbe 'r mi al stänksk in geten, '
ich habe es so oft und viel gegessen, dasz es mir zum ekel ist'.
brem. wb. 6, 344.
damit hängt jedenfalls stänken 4,
d und stänkern 4,
c zusammen. (
nordthür. in demselben sinne stanz, sich stanz essen an etwas. Kleemann 22
a. Hertel
sprachsch. 233.)