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scherbe

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

scherbe f.

Bd. 14, Sp. 2560
scherbe, f. bruchstück, namentlich von zerbrochnem geschirr, irdener topf. II. Form. eine ableitung zu dem starken verb., das im ags. als sceorfan, abbrechen, gewöhnlich in verengter bedeutung 'abnagen' erhalten ist, vgl. auch scherf. auszerhalb des germanischen stellt Kluge 299a kirchensl. črěpŭ 'scherbe', lett. schkirpta 'scharte' und schkérpele 'holzsplitter' dazu. vielleicht eine weiterbildung der wurzel skero-, die in scheren vorliegt, vgl. Grimm gramm. 2, 185. die bildung selbst ist auf das deutsche sprachgebiet beschränkt: alts. scerva in hauan sceruino testarum Prud. gl. 480, testularum 490, s. zeitschr. f. d. alterth. 15 s. 525 f., mnd. scherve 'schale', während in der bedeutung 'scherbe' die weiterbildung schervele fungiert Schiller-Lübben 4, 81b, mnl. scherf, scherve, testa, frustum testulae, fragmentum testaceum, testa confracta, fragmentum fictile Kilian, holl. scherf, nnd. scherwe Woeste 227b, ahd. scirbi, scirpi, schirbe Graff 6, 540, mhd. schirbe, scherbe Lexer handwb. 2, 753 f., nhd. ist scherbe herrschend; gleichwol ist die behauptung Weigands 2, 565, das e stamme aus dem nd., nicht begründet, da scherbe auch im oberd., namentlich im bairischen, und in Nürnbergschen denkmälern vorkommt, vgl. die belege bei Lexer a. a. o. wir haben wol zwei verschiedne ableitungen, ahd. scirbî und *scerba, anzunehmen. neben dem schwachen fem. scherbe begegnen vielfache abweichende bildungen: I@11) scherbe als schwaches masc., vgl. Lexer a. a. o., ebenso im ältern nhd., scherbe oder scherben, m. Frisch 2, 174b: er (Job) vergruob sich in den mist, und mit einem scherben kratzet er den grind ab der haut. Keisersberg emeis 44b; einen teighafen yn einem hafenscherben. kuchenmeisterei a 5b; in der bibel stehen masc. und fem. neben einander: und er (Hiob) nam eine scherben und schabet sich. Hiob 2, 8; weh dem, der mit seinem schepffer haddert, nemlich, der scherben mit den töpffern des thons. Jes. 45, 9; gifftiger mund und böses hertz, ist wie ein scherben mit silberschaum uberzogen. spr. Sal. 26, 23; so noch im 19. jahrh. in der bedeutung 'blumentopf', s. unter 4. heutzutage ist das masc. besonders in den bair.-österr. mundarten gebräuchlich, s. Schm. 2, 463. Schöpf 600 (neben üblicherem scherp', f. 601). Hügel 135b, ebenso schwäb. Schmid 459, dagegen schweiz. scherb, f. Hunziker 219, kärntn. scherbe, scherben, f. Lexer 216. auch Adelung führt der scherben auf. zuweilen wird scherben zu scherm abgeschliffen, s. Castelli 240. Frommann mundarten 6, 113. so schon im 16. jahrh.: ain neuen hafen oder scherm. quelle vom jahre 1500 bei Schm. a. a. o.; (ich) musz heimlich jhn (den harn) bekummen, wenn sie ein scherm voll misset. Ayrer 3080, 37 Keller. I@22) schirb, scherb, scherp als starkes masc., mit dem plur. schirbe, schirbi, schirber, s. Lexer mhd. handwb. 2, 758. nhd. häufig scherb im nom., aber scherben in den cas. obl., vgl. z. b.: mein gantzer cörper auch durch dises leydens schmach ist wie ein alter scherb gedrücknet und entlebet. Weckherlin 90 (ps. 22, 15); aber: und (die heuchler) dencken schon an mich nicht mehr, dan an ein alten scherben. 140 (ps. 31, 18). schweiz. scherb und scherba Tobler 385b, vgl. 9, a. I@33) schirben, schirpen, als starkes fem., plur. schirbene, s. Lexer handwb. 2, 754: schirbene von glase scharf under in genuc da streut. pass. 124, 12 Köpke. I@44) vielfach wird scherbe durch die deminutivbildung scherbel vertreten, s. daselbst. IIII. Bedeutung. II@11) allgemein, etwas abgebrochenes, splitter, bruchstücke, trümmer, in der ältern sprache auch von metall oder holz: daʒ alumbe begunden zirben sîn verhouwene schildes schirben. Parz. 215, 24; wan dâ von sper und schilte und helm lît daʒ velt bestreuter scherben. d. jüng. Tit. 1233, 4; vgl. auch stahels scherbe Ulr. v. Türheim Willeh. 213a bei Lexer handwb. 2, 753; das soltintz vor besinnen und das holz wol laussen gedigen, so sæh man nit schirbi da ligen. des teufels netz 11120 Barack. zur bezeichnung von etwas wertlosem: also das si enweder geb um din (des pfaus) schon veder und jr ist al din gewerb (dein werben) alz ainer alten wannen scherb. Laszberg lieders. 3, 623; von gebrochenen steinen: wan dâ nâch lâgen aller steine scherben. der jüngere Tit. 5378, 3. II@22) später in eingeschränkter bedeutung: bruchstück von irdenem oder gläsernem geschirr, zerbrochener topf; so schon alts. havanscerva s. oben scherb testa, ostracon Dasypodius. Schottel 1397, testa, fictilia quassa Steinbach 2, 398, fragmentum vasis testacei, testa, testa confracta Frisch 2, 174b: dat isern was gemischet mit gropen (topf) scherven unde mit hore. deutsche chron. 2, 78, 26; do quam de besengde Laurencius unde warp enen kelek an de wage, dat deme keleke en scherven (var. scerf, schirbel) utbrac. 168, 25; dô wart der richter zornig und liz in .. legen in einen kelre .. und liz under in legen typhinis (topfes) schirben und glas. d. mystiker 1, 71, 12 Pfeiffer; als, wenn ein töpffen zuschmettert würde .. also, das man von seinen stücken nicht eine scherbe findet, darin man fewer hole vom herde. Jes. 30, 14; wer einen narren leret, der flicket scherben zusamen. Sir. 22, 7; die scherben seynd noch da, haben aber keinen klang. Abele 4, 178; da sasz der arme krancke mann (Hiob), .. und schabte sich mit einer scherben, damit er das eiter wegschabte. Schuppius 167; Gianettino (wirft das glas mit macht auf die erde): hier liegen die scherben. Schiller Fiesko 1, 5; meine sehnsucht, einer kirche in den schoosz zu kommen, die .. durch ein geweihtes todtenbein, — durch eine scherbe aus der haushaltung eines erzvaters, und durch andere dergleichen raritäten uns in dem frieden mit uns weiter bringt, als die weisheit eines Garve. Thümmel reise (1794) 4, 121; dô hieʒ er ieglîchen sînen kruoc bî einzegen schirben ûf lesen. Konr. v. Fussesbrunnen kindheit Jesu 2631 Kochendörffer; und weisz nit, wie si ungefer ein hafen mit dreck rausz wirt schwingen, das mir die scherben am hals behiengen (hängen blieben). fastn. sp. 330, 19; dann zertrümmre mein pokal in zehntausend scherben. Bürger 50a; sie (die kugel) ist von thon, es gibt scherben. Göthe 12, 123; nichts seht ihr, mit verlaub, die scherben seht ihr; der krüge schönster ist entzwei geschlagen. H. v. Kleist 3, 118 Hempel (zerbr. kr. 7). so sprichwörtlich: aus den scherben erkennt man den topf — und aus der weisch das getreide. Simrock sprichw. 8968; man siehts am scherben noch, was der topf gewesen. 10416; mundartlich Frommann 6, 416, 21, vgl. auch Wander 4, 145 f. häufig kleine thonstücke u. dergl., ohne beziehung darauf, dasz sie von zerbrochnen gefäszen stammen: das kot aber und scherben laszt ir am weg ligen. S. Franck moriae encomion 67b. so berg der scherben nach ital. monte testaccio, auch übertragen: ein tempel ist die welt, kein berg der scherben. Immermann 13, 250; wenn's götter gäb', auf diesem berg der scherben (Rom) vermöcht' ein gott selbst nicht mehr frucht zu ziehn. Geibel 3, 101. II@33) zu scherben gehen, werden, zerbrechen, zertrümmert werden: in scherben zerfallen, abire in fragmenta Frisch 2, 174b; vom alter rost das eysen, vom alter würd der haffen zu scherben. Lehmann (1630) 10; wenn des nachbars junge einen krug zerbricht, so können wir leicht sprechen, es sey leicht versehen, dasz zerbrechliches gefäsz in stücken geht. aber warum machen wir nicht diese geduldige auslegung, wenn unser eigenes gefäsz aus versehen zu scherben wird? Chr. Weise kl. leute (1679) 303; wehe dem, der zu sterben geht, und keinem liebe geschenkt hat; dem becher, der zu scherben geht, und keinen durst'gen getränkt hat. Rückert ges. poet. werke (1882) 7, 482. von einer steinernen mauer: erst schosz man fast,liesz jn kain rast, man macht die maur zuo scherben. Soltau histor. volksl. 1, 183. vielfach in freierer und übertragener verwendung, vergl. auch mundartlich z schâri gên, zu scheitern gehn, nach und nach verschwinden Frommann 2, 90, 16: nun ist dise ordnung keiser Hein. j. ein guote polliceische ordnung, wol dienstlich zuo gemeinem nutz, aber sie gehet schentlich zuoscherben und trümmern. S. Franck chron. der Teutschen (1539) 89a; wir ... machten jnen also heysz daz jr etlich ausz forcht vom thurn sprangen und zuscherben fielen. weltb. 232b; den nagel, woran Zeus den ring der welt, die sonst in scherben gieng, vorsichtig aufgehangen. Schiller 11, 65; so auch: darauf befahl er ihr, sie solle ihm zu essen geben .. er sagte es ihr aber in einem solchen tone, dasz sie glaubte, ihr kopf wäre schon in scherben. Eichendorff werke (1864) 6, 549. II@44) sodann wird scherbe auch von unzerbrochenem irdenem oder gläsernem geschirr gesagt, topf, napf: scherb (der) jrrdin geschirr, testa Maaler 349c; scherbe, sagt man auch von einigen ganzen gefäszen, sonderlich irdenen .. brunz-scherbe, matula figulina, garten - scherbe, blumen - scherbe, vas testaceum ad florum plantationem in horto Frisch 2, 174b; in dieser bedeutung ist das masc. am üblichsten, auch heute noch. häufig in mundarten (vergl.scherbel) Schm. 2, 463. Lexer 216. Schmid 459. Sartorius 107, österr. speciell für 'nachttopf' Castelli 240. Hügel 135b. so schon spätmhd., vgl. die belege bei Schmeller a. a. o.: wem diu gelider wê tuon .. der (dörre) hitzig rauten in ainem scherben. Megenberg 417, 30; yn einem verglesten scherben. kuchenmeist. c. 4; so sol man .. den driacers und den pfeffer brennen in ainem scherben. Heinr. Mynsinger von d. falken u. s. w. 29 Haszler; das man kein kolln noch fewer in scherben oder hefen den kremern darauf gestat noch verhenge, darmit der pruck nit schaden geschehe. Tucher baumeisterb. 259, 28 Lexer; wie man siehet an einem baum, der in ein scherben oder topf gesatzt ist, der wurzelt nicht weit um sich. Luther tischreden 4, 197, 26 Bindseil; ja (die römische kirche) ist S. Magdalena scherben voll kostbarer specerei. Fischart bienenkork 51a; der leichnam des bösewichts dagegen zerspringt wie die steinerne scherbe. Herder z. litt. u. kunst 19, 246; ich .. lauf ins haus, will ihm einen scherben süsze milch, und ein gut stück brod dazu holen. Miller Siegwart 1, 63; ain scherb gehöret zu der gluot, den stürtzt er für ain eysenhuot. Cl. Hätzlerin 2, 67, 403. zuweilen in speciellerer bedeutung, vergl. die composita blumenscherbe (th. 2, 165), brunzscherbe (2, 442), lichtscherbe (6, 890), nachtscherbe (7, 213), probierscherben (7, 2153), seifenscherbe (s. das.), ferner gartenscherbe, laszscherbe, milchscherbe Schm. a. a. o., hausscherbe u. a. m. gartenscherben, kellerscherben werden in einer Erfurter waarentaxe von 1622 unter den töpferwaaren genannt. scherbe allein für nachttopf: in alle kamer prunczscherben .. in der herren kammer verglast sust weisz scherben zu iedem pet ein. Tucher baumeisterb. 296, 37 Lexer; einen nachtstul mit einer zubrochenen scherben. A. Gryphius 1, 835; besonders aber für blumentopf: darnach (sie) eynen groszen schönen scherben von magiolita name darein man nägelein masaron oder basilicho seczet. Steinhöwel decam. 280, 7 Keller (4, 5); die jungfrauwen zeugen sonderlich das erste (kraut, tausendschön) in jhren gärten und scherben für den fenstern. Tabernaemont. 819 I; man steckt ein blümlein auff den hut und nicht den scherben mit dem stock. Lehmann 189; wozu hätt' ich sonst den myrthenbaum jahrelang im scherben gepflegt! Hebbel werke (1891) 2, 89 (Mar. Magd. 1, 1); aine ain näglinstock het kauft; als diselb der hundshummel rauft, fing sie in, steckt in inn den scherben. Fischart dicht. 2, 37 Kurz (flöhh. 1317); die scherben vor meinem fenster bethaut' ich mit thränen, ach! als ich am frühen morgen dir diese blumen brach. Göthe 12, 190. II@55) in vergleichen: meine kreffte sind vertrockent, wie eine scherbe. ps. 22, 16; meine zunge ist trocken, wie eine scherbe. Schiller räuber 3, 2 schauspiel. II@66) häufig steht scherbe im sinne von 'bruchstück' in freierer oder bildlicher verwendung: die überbliben scherben vermögens. quelle bei Schmid 459; welch' eine öde, weite ebene, hoch von ruinen (das forum in Rom) .. die scherben einer groszen welt umhergeworfen! J. Paul Titan 4, 75; die zweite welt ist ein monte testaceo aus menschen-scherben. 2, 134 (vgl.berg der scherben unter 2); von einem zerschmetterten schädel: umirrend mit den scherben des haupts von land zu land. Rückert ges. poet. werke (1882) 1, 73 (d. gräber von Ottensen 2); im bilde: weh dem der fürstengunst zerbricht! husch! fleischen ihm ins angesicht die splitter und die scherben. Schiller 1, 252. II@77) als ausdruck der gebrechlichkeit von alten, schwächlichen leuten, s. Schm. 2, 463. Schöpf 601. in anderm sinne wol scherbel 'liederliche weibsperson' Kehrein 1, 344: was schetterst lang, du alter scherb? Birck doppelspiler 13; wortspielend: vor deiner thür stehet ein elender tropff, welcher darumb arm, weil er nur ein armb hat, den er durch ein schusz vor Ofen verlohren ... er hätte bevor wissen sollen, dasz es nirgends mehr scherben gibt, als beyn kriegen. Abr. a S. Clara Jud. (1690) 2, 18; auch von thieren: ein alter scherb'm, alte weibsperson, altes stück rind Schöpf 601. Schm. 2, 463; alte oder doch magere kuh Kehrein 1, 344. güllschirwe schlechter gaul, mähre Schmeller a. a. o. allgemein für schlechtgewordene dinge Hügel 135b. II@88) technisches. II@8@aa) im österreichischen hüttenwesen ein kleiner, flacher thontiegel, worin die probengeriebe zum schmelzen in den windofen gesetzt werden. Scheuchenstuel 207. II@8@bb) in Goslar am Rammelsberge ein masz, nach welchem die getriebenen gänge gezählt werden, bestehend in einem viereckigen hölzernen kasten ohne boden, der etwa 4 centner faszt; ähnliche gröszere kästen auch in Freiberg. Jacobsson 3, 579a. Frisch 2, 174b. II@8@cc) ein masz, womit die harzschlacken zum vorschlagen der erze beim schmelzen abgemessen werden, 3—3½ centner fassend, auch harzschlackenscherben Jacobsson a. a. o. II@8@dd) stücke von irdenen gefäszen und sandsteinen, die zu pulver gestoszen und zum cement verwandt werden. ebenda (vgl. 2). II@8@ee) im schiffsbau eine fuge zwischen zwei planken, die sich verlängern sollen. sie heiszt stuvscherbe, wenn die köpfe grade abgeschnitten und gegen einander gestoszen sind; plattscherbe oder lasching, wenn die enden der breite nach über einander liegen und keilförmig abgeschrägt sind; langscherbe, wenn die enden der länge nach übereinander liegen und durch keilförmige ausschnitte verbunden sind. Bobrik 586b. II@8@ff) ein name der traubenkirsche, prunus padus. Nemnich, vgl.scherbken und scherpenholz. II@8@gg) name eines strauchs, schlingbaum, schlinge, viburnum lantana. Nemnich, vgl.scherpen, scherpchen. II@99) mundartliche besonderheiten: II@9@aa) schweiz. scherb, m., überrest von einem brote. Tobler 385b. II@9@bb) schädel, kopf, so hess. scherbel (vgl. daselbst), und nd. scherwe, z. b.: he is nitt ganz helle mär in der scherwe. Woeste 227b. II@9@cc) hierher hess. scherbe, gesichtszüge, in der volksaussprache schirm oder schirn? vgl. Vilmar 347.
15041 Zeichen · 368 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SCHERBE

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    SCHERBE s. ich SCHIRBE .

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schêrbe

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Schêrbe , plur. die -n, Diminut. das Scherbchen, Oberd. Scherblein, ein Wort, in welchem ein doppelter Hauptbegriff …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Scherbe

    Goethe-Wörterbuch

    Scherbe fem; überwiegend pl 1 Bruchstück keramischer od gläserner Gegenstände; auch in gleichnishaften Zshgn; einmal in …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Scherbe

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Scherbe , abgebrochenes Stück von einem Thon- od. Glasgeschirre; kleines Thongefäß, z.B. Milch-, Blumen-S.; Erzmaß von 3…

  5. modern
    Dialekt
    Schërb(e)

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Schërb(e) , Schirbe [ʿSarpə Hi. ; ʿSarwə Hüss. ; ʿSarp Ndhsn. ; ʿSìrpə Roppenzw. ] f. Scherbe. — Pfalz. Basel 251.

  6. Sprichwörter
    Scherbe

    Wander (Sprichwörter)

    Scherbe 1. Ain scherb gehöret zu der glut. – Hätzlerin, II, 67, 403. 2. An den scherben sicht man, was ein hafen gewesen…

  7. Spezial
    Scherbe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Scher|be f. (-,-n) 1 spidic (-ic) m. 2 toch (toc) m. 3 ‹fig› (Überreste) spidic m.pl. , res ć m.pl. ▬ ein Haufen Scherbe…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit scherbe

59 Bildungen · 51 Erstglied · 7 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von scherbe 2 Komponenten

sch+erbe

scherbe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

scherbe‑ als Erstglied (30 von 51)

scherbecken

DWB

scherb·ecken

scherbecken , n. pelvis tonsoria, concha, labrum Henisch 228 , mhd. scherbeck Lexer mhd. handwb. nachtr. 359 ( invent. aus dem j. 1504), mnd…

Scherbecks

PfWB

Scher-becks , Scher-brücke s. Scher(en)becks , -brücke ;

Scherbelapotheke

RhWB

scherbel·apotheke

Scherbel-apotheke širwəlabədēkə Siegld-Siegen f.: im Spr. zu Nikolaus: Klos, wo kommsde her? Sewe Meile hennerm Mond us der Sch.

scherbelesen

DWB

scherbe·lesen

scherbelesen , n. auflesen der scherben: zerbrach einmal eine schöne schal' und wollte schier verzweifeln ... erst rast' ich aus, dann weint…

Scherbelfeld

RhWB

scherb·elfeld

Scherbel-feld še·r.vələ- Sieg-Siegbg n.: Acker hinter dem Nordfriedhof in der Aulgasse, mit Resten der ehemaligen Siegburger Töpferei.

scherbelig

RhWB

scherbelig Adj.: 1. a. -e·r.v- scherbenartig, muschelig Köln-Stdt ; en hot alles kraus on schīrbelig geschlohn zu Scherben Trier-Mehring . —…

Scherbelkätt

RhWB

Scherbel-kätt (-katharina) šīăbələ- Wittl n.: im Neckr. hinter einem Fastnachtsnarren: Hiringsnos, botz dei Nos (Nase), räderäde rätt, Sch.,…

Scherbelkarre

RhWB

scherbel·karre

Scherbel-karre še·r.vəltskā:r MüEif f.: scherzh. der Wagen des durchs Land fahrenden Händlers mit Porzellan udgl.

scherbellenkopf

DWB

scherbellenkopf , m. , niederd. scherbellenkop, auch schabellenkop, larve, maske, fratzengesicht, wie sie knaben am Martini-abend zu mummere…

Scherbelmaul

PfWB

scherbel·maul

Scherbel-maul n. : ' Mund mit Zahnstümpfen und -lücken '. Die horre alt Scheʳwelmaul [ KL-Fischb ].

scherbeln

Pfeifer_etym

scherb·eln

scherbeln Vb. md. berlin. ‘ausgelassen tanzen’. Herkunft unbekannt. Zu verbinden mit (bair. öst.) scherfeln (mit den Füßen) ‘schleifen, scha…

scherbeln1

PfWB

scherbeln 1 schw. : 1. 'tanzen', scheʳwele [Zweibr ( Wilms Alph. 48) Kaislt]. — 2. a. 'gehen, wandern'. Ich kärchel un schärwel gemietlich d…

scherbeln2

PfWB

scherbeln 2 'hobeln' s. schärbeln ;

scherbelstein

DWB

scherbel·stein

scherbelstein , m. eine art seifenstein, auch topfstein, pfannenstein, lavetstein, ollaris lapis. Nemnich.

Scherbenbank

ElsWB

scherben·bank

Scherbe n bank m. Gestell für Blumentöpfe Str. ‘Was jetz? Es (e Büewel) uff de Scherwebank Fangt do an ze krakehle’ E. Stöber II 125.

scherbenberg

DWB

scherben·berg

scherbenberg , m. berg von scherben, der monte testaccio in Rom ( vgl. scherbe 2 gegen ende und 6). Campe.

scherbenblume

DWB

scherben·blume

scherbenblume , f. eine in scherben gezogene blume ( vgl. scherbe 4 gegen ende ), topfblume. Campe.

scherbendürr

DWB

scherben·duerr

scherbendürr , adj. dürr wie eine scherbe ( vgl. scherbe 5): gantz scherben-dürr bin ich elender mann. Opitz psalmen 44 ( ps. 22, 8 ).

scherbe als Zweitglied (7 von 7)

brunzscherbe

DWB

brunz·scherbe

brunzscherbe , m. matula: doctor saw, Witzel, tölpel, schmid, rotzlöffel, tellerlecker, brunzscherben, Heinz, Meinz, und wer sie mehr sind. …

glasscherbe

DWB

glas·scherbe

glasscherbe , f. : etwan würfft man glaszscherben in den hafen Geiler v. Keisersberg has im pfeffer (1510) d 4 b ; ( ich ) ergriff ... eine …

havenschërbe

BMZ

haven·scherbe

havenschërbe topfscherbe. brestiger havenscherbe ( so zu lesen oder scherve statt scherne) litan. 483.

lāzscherbe

KöblerMhd

lāz·scherbe

lāzscherbe , sw. M. nhd. Schröpfkopf ÜG.: lat. ancistron Voc Q.: Voc (1429) E.: s. lāzen (1), scherbe W.: nhd. DW- L.: LexerHW 1, 1845 (lâzs…

rībscherbe

KöblerMhd

rībscherbe , sw. M. nhd. „Reibscherben“, Topf zum Reiben E.: s. rīben, scherbe W.: nhd. DW- L.: Lexer 167c (rībscherbe), LexerHW 2, 415 (rîb…

seichscherbe

DWB

seich·scherbe

seichscherbe , f. nachttopf ( vgl. scherbe II, 4, theil 8, 2562): madula seychscherb, seychscherben, seichscherb Dief. 342 b ; urinale seich…

Ableitungen von scherbe (1 von 1)

gescherbe

DWB

gescherbe , n. 1 1) coll. zu scherbe, scherbenmenge, -haufe: muschelgescherbe Droste-Hülshoff lyr. ged. 122 . 2 2) s. geschärbe.