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scherf

mhd. bis sprichw. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
21 in 17 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

scherf m.

Bd. 14, Sp. 2581
scherf, m. kleinste münze, halber heller. die ursprüngliche bedeutung scheint 'bruchtheil' zu sein und das wort somit zu ags. sceorfan zu gehören, vgl. scherbe. ahd. scerf, scherf minutum Graff 6, 541. 546, mhd. scherpf, scherf Lexer handwb. 2, 711, vgl. auch Schm. 2, 464. 470, as scherff, scerff, hd. scherpff, scharpff Dief. gloss. 53a, obulus scherpf, scherff, scharff, eyn halff penninck 391b, stips .. scherff .. schirff, scharb 553b, minutum scerf, halpscherf nov. gloss. 254a, obulus scarff, scarf 269a, im nd. als neutrum und mit übergang des e in a vor r scharf Schiller-Lübben 4, 53a; daneben scherf 81a, nnd. schaarf Dähnert 397b; neuere idiotiken führen es nicht mehr auf. ganz vereinzelt findet sich schwache flexion: sie (die schriftsteller) überlaufen sich und werfen in ihres angesichtes schweisz den letzten preis — den letzten scherfen nach diesem ausgesteckten preis (dem lobe der recensenten). Thümmel reise 1, 210. jetzt ist scherf meist durch das deminutiv scherflein verdrängt, s. daselbst. Bedeutung. 11) scherf, der, minuta moneta, uncia, aereolus Stieler 1737; scherf, ehemals die kleinste münz in Teutschland, sonderlich in Nidersachsen, moneta scrupularis, scrupuli pondus habens, nummus levissimus. Frisch 2, 174c, schärf Gottsched 138, zuweilen ein gröszeres geldstück oder gewicht bezeichnend: as, scherphf, est libra habens 13 uncias; dipondium tzway scherpff quelle bei Schm. 2, 470; virtil eynsz scherffez, obulus Dief.-Wülcker 836, vgl. auch Jacobsson 3, 579b. 6, 490a. Vilmar 347: Judas, der gaf unssen l. heren vor drissich pennink, mencher boese minsch gift in wail umb ein scherf. köln. quelle aus dem 15. jahrh. bei Frommann 2, 451b; darumbe sol her keyme heren addir nymande heller adir scherff nicht von geben. weisth. 1, 354; ich sage dir, du wirst von dannen nicht her aus kommen, bis du den aller letzten scherff bezalest. Luc. 12, 59; das leszt jm gott und sein son gefallen, unnd wenn man jm zu ehren und unterhaltung seines wortes, nur ein scherpff oder egerischen heller .. mitbrechte. Mathesius Sarepta 46a; tausent marke muz der darben, der ze drein scherppfen ist geborn. Hugo v. Trimberg renner 15887; ok ruwet mi nacht unde dach ... wen ik ein scharf vordo. Gerh. v. Minden 100, 54; war ik ôk in der kerken finde armen, ik geve em allêne ên scharf. Claws bur 815 Höfer; das jhm ein groschen trag der scherff. froschmäus. O 4b; die plagt der straffen last, die unaussprechlich brennt, bisz dasz man auch (o wann!) den letzten scherff ablege. A. Gryphius 2, 413 (vgl. oben Luc. 12, 59); wie sauer ist die last, wenn wir nur einen scherff mit recht verdienen wollen! Chr. Weise reife ged. 435; ein scherff, der ihren (der armen) wunsch verdient, geht über gold und kronen. Günther 59; stolz war dieser getäuschte (Zadech) auf den kümmerlichen besitz, den er hatte, geworden, auf den brosam grünliches brodt, den hölzernen becher. . und den kupfernen scherf. Klopstock 6, 21 (Mess. 16, 281). sprichwörtliche redensarten: me kan mit nenem scharve vetthen kol kaken (non obulus solus pingue parabit olus). quelle bei Schiller-Lübben 4, 53a; tys en ghud scharf, dat en pund inbrynkt. ebenda. 22) besonders wird scherf in redensarten zum ausdruck absoluten geldmangels gebraucht: keinen scherf haben u. ähnl.; nicht einen scherf, nicht das geringste; nig heller edder schaarf. Dähnert 397b; ehe er einen menschen umb einen scherff [] wissentlich unrecht gethan hette. Neander menschensp. 47b; welches mich sehr erbarmet, weil die kette mein, dasz ich nicht einen einigen scherf davon sollte haben. Schweinichen 1, 196; denn wenn ich ohne ruhm gethan, so hätten sie nicht einen scherf davon gebracht. 3, 269; (ein musikant) der doch zeit seines lebens nicht eines scherffs oder noch etwas geringers mit seiner hand-trummel verdienet hat. Olearius pers. rosenthal 32b (2, 14); ich bezahlete aber auch alles redlich, mit gewöhnlicher interesse und blieb solchergestalt keinem menschen einen scherf schuldig. Felsenb. 3, 32; keinen scherf an baarem gelde habe ich je für meine stets willige, unverdrossene und unzähliche arbeit gesehen. Reiske lebensbeschr. 44; wenn man zum exempel hunger fühlt und keinen scherf im beutel hat. Musäus volksm. 1, 68 Hempel; dessen milde stumpfe meines mangels schärfe, — und sei es nur mit einem scherfe. Rückert ges. poet. werke (1882) 11, 376; gott schreibt den kleinsten scherff in sein register an. Chr. Weise zeitvertr. 2, 87; du muszt bei weitz und korn von haberbrodten leben, und eher deinen hals als einen scherf hingeben. B. Neukirch 170; itzt klagt der starcke greis (Charon) mit einer sauren miene, dasz ihm die uberfahrt nicht einen scherff verdiene. Günther 967; so auch in übertragener verwendung: ich weisz dasz mein verdienst, und alles mein vermügen, nicht können einen scherff, an meiner schuldt vergnügen. Dietr. v. d. Werder Ariost 14, 49, 2; dasz du viel lieber hast im lentzen deiner jugend dein leben, deinen leib so gern hindan gesetzt, eh deine keuschheit würd' umb einen scherff verletzt. 28, 24, 8. 33) häufig steht scherf, wie jetzt scherflein, in freierem gebrauche für 'antheil' oder 'beitrag'; in ersterem sinne wortspielend: soll ich mich ferner plagen, so weisz des höchsten rath mein ruheplätzgen schon; und wil mich seine faust zu keinem thaler schlagen, so trag ich doch genung und meinen scherff davon. Chr. Weise nothw. ged. 169; gewöhnlicher für 'beitrag' in verbindungen wie seinen scherf zu etwas geben u. ähnl.; in bezug auf die sprache: wer hundert scherfe und zehn goldstücke in die sprache gebracht hat, der erhält schale und blatt. Klopstock 12, 38; ich werde nächstens einmal ein paar scherfe eines ersten beitrags mitbringen. 295; vgl.: beklagt den dichter, wenn es der seinen (sprache) jetzt gar an der nothdurft scherfe gebricht. 9, 69.
5859 Zeichen · 114 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SCHERFstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    SCHERF stn. schärflein. ahd. scerf ( lat. obolus ) Graff 6,541. 544. 545. Frisch 2,174. c. si gulden ir scherf vil wol l…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    scherfN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    scherf , N. nhd. Scherf, halber Pfennig, kleinste Scheidemünze Vw.: s. immet-, opper-, tēgede-, vār- Hw.: vgl. mhd. sche…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schêrf

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Schêrf , des -es, plur. die -e, Diminut. das Scherfchen, Oberd. Scherflein, eine noch in einigen Gegenden übliche Mü…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Scherf

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Scherf , Schärf , alte Münze, etwa 1 / 2 Pfennig. so groß wie ein Pfennig, aber dünner, deßhalb scharf; davon Schärflein…

  5. modern
    Dialekt
    scherf

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    scherf , schürf , scherpf [èrf Hi. ; ìrf Rothb. Lobs. ; êrpf Fisl. ] Adj. = scherb, trocken, von Brot u. Erdboden.

  6. Sprichwörter
    Scherf

    Wander (Sprichwörter)

    Scherf 1. Bis er den letzten Scherf bezahlt. 2. Es hat ihm keinen Scherf gekostet. Schwed. : Han har icke kostat en skjä…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit scherf

51 Bildungen · 41 Erstglied · 9 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von scherf 2 Komponenten

sch+erf

scherf setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

scherf‑ als Erstglied (30 von 41)

Schërfalle

ElsWB

scher·falle

Schërfalle f. eine bes. Art unterirdischer, zangenartiger Maulwurfsfalle Henfli.

scherfbêr

MNWB

scherf·ber

scherfbêr , n. , billige Sorte Bier (das Maß für einen Scherf).

scherfbier

DWB

scherf·bier

scherfbier , n. bier, von dem man das masz für einen scherf verkauft, mnd. scherfbêr Schiller-Lübben 4, 81 a , analog auch scherfbrot ebenda…

scherfbrōt

KöblerMnd

scherf·brōt

scherfbrōt , N. nhd. Brot von dem ein gewisses Maß ein Scherf kostet E.: s. scherf, brōt (1) L.: MndHwb 3, 83 (scherfbrôt), Lü 326a (scherfb…

scherfbēr

KöblerMnd

scherf·bēr

scherfbēr , N. nhd. billige Sorte Bier, Bier von dem ein gewisses Maß ein Scherf kostet Vw.: s. drē- E.: s. scherf, bēr (1) W.: s. nhd. Sche…

scherfchen

DWB

scherf·chen

scherfchen , n. , deminutiv zu scherf in der gleichen bedeutung Adelung ; in Posen eine art kleiner semmeln zu einem halben polnischen grosc…

Scherfeewer

MeckWB

scherfe·ewer

Wossidia Scherfeewer n. Erkältung der Schafe nach dem Scheren Ro Rostock@Steffenshagen Steff .

scherfelen

KöblerMhd

scher·felen

scherfelen , sw. V. nhd. schleppend gehen, scharren E.: s. scharpf? W.: nhd. (ält.-dial.) scherfeln, sw. V., schleppend gehend, scharren, DW…

scherfeln

DWB

scherf·eln

scherfeln , verb. , bairisch-österreichisches wort, beim gehen mit den füszen schleifen, scharren ( vgl. DWB schürfen ) Schm. 2, 464 , kärnt…

Scherffeⁿ

Idiotikon

Scherffeⁿ Band 8, Spalte 350 Scherffeⁿ 8,350

Scherf II

RhWB

Scherf II -ę-, –e- Köln-Stdt , Düss-Stdt Sg. t. m.: Grind, Schorf (im Ablaut dazu).

scherflein

DWB

scherf·lein

scherflein , n. , deminutiv zu scherf in der gleichen bedeutung. Adelung. Schm. 2, 464 : die heiden sind geacht wie ein tropff so im eimer b…

scherflîch

BMZ

scherf·lich

scherflîch adj. schneidend, hart. mit scherflîcher tât Pass. K. 235,25.

scherflier

DWB

scherf·lier

scherflier , m. eine art helm, der den oberkopf bedeckt, der oberste rund zulaufende theil des helms. Schm. 2, 464 , aus mlat. cervellerium,…

scherflocke

DWB

scherf·locke

scherflocke , f. wollflocke, wie sie die tuchscherer von den tüchern scheren ( vgl. DWB scherwolle ) Adelung : den hafen verlutier wol mit e…

scherflīche

KöblerMhd

scherflīche , Adv. Vw.: s. scharpflīche

scherfnagel

DWB

scherf·nagel

scherfnagel , m. eine art kleiner nägel, so genannt wol nach dem preise, da sie neben pfennignageln aufgeführt werden: item 8 D vor 16 scher…

scherfpenninc

KöblerMnd

scherf·penninc

scherfpenninc , M. nhd. kleine Münze im Wert von einem halben Pfennig E.: s. scherf, penninc L.: MndHwb 3, 83 (scherfpenninc)

Scherfpfennig

DRW

scherf·pfennig

Scherfpfennig, m. eine Münze von geringem Wert, hier eines halben Pfennigs vgl. Halbpfennig, Scherf mogen sy phenninge slan ... der man tzwe…

scherf als Zweitglied (9 von 9)

imbetscherf

KöblerMnd

imbetscherf , M. Vw.: s. immetscherf

immetscherf

KöblerMnd

immet·scherf

immetscherf , M. nhd. Imbissheller, Ablösung für die pflichtgemäße Beköstigung des im Dorf tagenden Gerichts E.: s. immet, scherf L.: MndHwb…

opperscherf

KöblerMnd

opper·scherf

opperscherf , N. nhd. „Opferscherflein“, kleinste Münze für Kirchenspende Q.: Gött. Stat. 291 E.: s. opper (1), scherf L.: MndHwb 2, 1152 (o…

Orkemscherf

DRW

Orkemscherf eine Münze ut decima animalium cum obolis qui uulgo appellantur orkemscherf de domibus predictis memorate ecclesie beate Marie t…

tēgetscherf

MNWB

teget·scherf

° tēgetscherf , n. : Zahlung für die Nutzung zehntpflichtiger Ländereien, „Item echt gift de rad eyns in deme jare VIII solidos, dat hetet t…

tēgedescherf

KöblerMnd

tēgedescherf , N. nhd. „Zehntscherf“, Zahlung für die Nutzung zehntpflichtiger Ländereien E.: s. tēgede (1), scherf L.: MndHwb 3, 839 (tēget…

tēgetscherf

KöblerMnd

tēgetscherf , N. Vw.: s. tēgedescherf*

vârscherf

MNWB

varsch·erf

° vârscherf (-scharf) , n. , dass. wie vârpenninc 1. (Scherf = 1⁄2 Pfennig), „ dat v. manet sik sülvest, alse wenn de Sunne up und dal geit …

vārscherf

KöblerMnd

vārscherf , N. nhd. Scherf (= halber Pfennig) Hw.: s. vārpenninc E.: s. vāre (4), scherf L.: MndHwb 1, 660 (vârscherf) Son.: örtlich beschrä…

Ableitungen von scherf (1 von 1)

scherfe

DWB

scherfe , f. 1 1) ältere schreibung für schärfe ( s. dieses sp. 2190 f. ). zu den belegen für die gerichtliche bedeutung ( unter 1) mögen hi…