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Scherbe

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
20 in 17 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Scherbe f.

Scherbe f.

Scherbe f. ‘Stück zerschlagenes Geschirr, Bruchstück’, ahd. skirbī(n) f. (9. Jh.), mhd. schirbe, scherbe m. f., schirben f. ‘Stück zerschlagenes Geschirr, Topf’, asächs. haƀanskerƀin n. ‘Topfscherbe’, mnd. scherve f., scherven n. ‘Scherbe’, mnl. scerf, sceerf m. n., scerve f. ‘Bruchstück, Brocken, Topf, Münzstückchen’, nl. scherf sind verwandt mit mnd. scharf ‘Scherbe’, mnl. scarf m. n. ‘Bruchstück, Brocken, Topf, Münze’, anord. skarfr ‘schräg abgehauenes Balkenende’ und ahd. scarbōn ‘zerschneiden, zerstückeln’ (10. Jh.), aengl. (ge)sceorfan, (ge)scearfian ‘abschneiden, kratzen, zerfetzen’ (germ. *skarbōn) sowie den unter Scherflein (s. d.) behandelten Formen. Außergerm. vergleichen sich aind. karparaḥ ‘Schale, Topf’, auch ‘Hirnschale’, griech. karpós (χαρπός) ‘Frucht, Feldfrucht, Ertrag’ (s. Herbst), lat. carpere ‘rupfen, (ab)pflücken, zerteilen’, kslaw. črěpъ, črěpica ‘Scherbe, irdenes Gefäß, Schale’, russ. čérep (череп) ‘Schädel, Schale (besonders der Schaltiere)’. Zugrunde liegt ie. *(s)kerp-, *(s)krep-, eine Labialerweiterung (s. auch verwandtes scharf) der Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘schneiden’ (s. 1scheren). Als Ausgangsbedeutung ergibt sich ‘scharf schneidend’. – Scherbengericht n. (18. Jh.), Übersetzung von griech. ostrakismós (ὀστρακισμός) im antiken Athen ‘öffentliche Abstimmung, Verurteilung durch Scherben bzw. Tontäfelchen’, auf denen der Name jener Bürger geschrieben war, von denen man glaubte, daß ihr hohes Ansehen die Demokratie gefährden könne, und die darum aus der Stadt zu verweisen seien; zu griech. óstrakon (ὄστρακον) ‘Scherbe, irdenes Gefäß, Schale’.
1594 Zeichen · 53 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SCHERBE

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    SCHERBE s. ich SCHIRBE .

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schêrbe

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Schêrbe , plur. die -n, Diminut. das Scherbchen, Oberd. Scherblein, ein Wort, in welchem ein doppelter Hauptbegriff …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Scherbe

    Goethe-Wörterbuch

    Scherbe fem; überwiegend pl 1 Bruchstück keramischer od gläserner Gegenstände; auch in gleichnishaften Zshgn; einmal in …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Scherbe

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Scherbe , abgebrochenes Stück von einem Thon- od. Glasgeschirre; kleines Thongefäß, z.B. Milch-, Blumen-S.; Erzmaß von 3…

  5. modern
    Dialekt
    Schërb(e)

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Schërb(e) , Schirbe [ʿSarpə Hi. ; ʿSarwə Hüss. ; ʿSarp Ndhsn. ; ʿSìrpə Roppenzw. ] f. Scherbe. — Pfalz. Basel 251.

  6. Sprichwörter
    Scherbe

    Wander (Sprichwörter)

    Scherbe 1. Ain scherb gehöret zu der glut. – Hätzlerin, II, 67, 403. 2. An den scherben sicht man, was ein hafen gewesen…

  7. Spezial
    Scherbe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Scher|be f. (-,-n) 1 spidic (-ic) m. 2 toch (toc) m. 3 ‹fig› (Überreste) spidic m.pl. , res ć m.pl. ▬ ein Haufen Scherbe…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit scherbe

59 Bildungen · 51 Erstglied · 7 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von scherbe 2 Komponenten

sch+erbe

scherbe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

scherbe‑ als Erstglied (30 von 51)

scherbecken

DWB

scherb·ecken

scherbecken , n. pelvis tonsoria, concha, labrum Henisch 228 , mhd. scherbeck Lexer mhd. handwb. nachtr. 359 ( invent. aus dem j. 1504), mnd…

Scherbecks

PfWB

Scher-becks , Scher-brücke s. Scher(en)becks , -brücke ;

Scherbelapotheke

RhWB

scherbel·apotheke

Scherbel-apotheke širwəlabədēkə Siegld-Siegen f.: im Spr. zu Nikolaus: Klos, wo kommsde her? Sewe Meile hennerm Mond us der Sch.

scherbelesen

DWB

scherbe·lesen

scherbelesen , n. auflesen der scherben: zerbrach einmal eine schöne schal' und wollte schier verzweifeln ... erst rast' ich aus, dann weint…

Scherbelfeld

RhWB

scherb·elfeld

Scherbel-feld še·r.vələ- Sieg-Siegbg n.: Acker hinter dem Nordfriedhof in der Aulgasse, mit Resten der ehemaligen Siegburger Töpferei.

scherbelig

RhWB

scherbelig Adj.: 1. a. -e·r.v- scherbenartig, muschelig Köln-Stdt ; en hot alles kraus on schīrbelig geschlohn zu Scherben Trier-Mehring . —…

Scherbelkätt

RhWB

Scherbel-kätt (-katharina) šīăbələ- Wittl n.: im Neckr. hinter einem Fastnachtsnarren: Hiringsnos, botz dei Nos (Nase), räderäde rätt, Sch.,…

Scherbelkarre

RhWB

scherbel·karre

Scherbel-karre še·r.vəltskā:r MüEif f.: scherzh. der Wagen des durchs Land fahrenden Händlers mit Porzellan udgl.

scherbellenkopf

DWB

scherbellenkopf , m. , niederd. scherbellenkop, auch schabellenkop, larve, maske, fratzengesicht, wie sie knaben am Martini-abend zu mummere…

Scherbelmaul

PfWB

scherbel·maul

Scherbel-maul n. : ' Mund mit Zahnstümpfen und -lücken '. Die horre alt Scheʳwelmaul [ KL-Fischb ].

scherbeln

Pfeifer_etym

scherb·eln

scherbeln Vb. md. berlin. ‘ausgelassen tanzen’. Herkunft unbekannt. Zu verbinden mit (bair. öst.) scherfeln (mit den Füßen) ‘schleifen, scha…

scherbeln1

PfWB

scherbeln 1 schw. : 1. 'tanzen', scheʳwele [Zweibr ( Wilms Alph. 48) Kaislt]. — 2. a. 'gehen, wandern'. Ich kärchel un schärwel gemietlich d…

scherbeln2

PfWB

scherbeln 2 'hobeln' s. schärbeln ;

scherbelstein

DWB

scherbel·stein

scherbelstein , m. eine art seifenstein, auch topfstein, pfannenstein, lavetstein, ollaris lapis. Nemnich.

Scherbenbank

ElsWB

scherben·bank

Scherbe n bank m. Gestell für Blumentöpfe Str. ‘Was jetz? Es (e Büewel) uff de Scherwebank Fangt do an ze krakehle’ E. Stöber II 125.

scherbenberg

DWB

scherben·berg

scherbenberg , m. berg von scherben, der monte testaccio in Rom ( vgl. scherbe 2 gegen ende und 6). Campe.

scherbenblume

DWB

scherben·blume

scherbenblume , f. eine in scherben gezogene blume ( vgl. scherbe 4 gegen ende ), topfblume. Campe.

scherbendürr

DWB

scherben·duerr

scherbendürr , adj. dürr wie eine scherbe ( vgl. scherbe 5): gantz scherben-dürr bin ich elender mann. Opitz psalmen 44 ( ps. 22, 8 ).

scherbe als Zweitglied (7 von 7)

brunzscherbe

DWB

brunz·scherbe

brunzscherbe , m. matula: doctor saw, Witzel, tölpel, schmid, rotzlöffel, tellerlecker, brunzscherben, Heinz, Meinz, und wer sie mehr sind. …

glasscherbe

DWB

glas·scherbe

glasscherbe , f. : etwan würfft man glaszscherben in den hafen Geiler v. Keisersberg has im pfeffer (1510) d 4 b ; ( ich ) ergriff ... eine …

havenschërbe

BMZ

haven·scherbe

havenschërbe topfscherbe. brestiger havenscherbe ( so zu lesen oder scherve statt scherne) litan. 483.

lāzscherbe

KöblerMhd

lāz·scherbe

lāzscherbe , sw. M. nhd. Schröpfkopf ÜG.: lat. ancistron Voc Q.: Voc (1429) E.: s. lāzen (1), scherbe W.: nhd. DW- L.: LexerHW 1, 1845 (lâzs…

rībscherbe

KöblerMhd

rībscherbe , sw. M. nhd. „Reibscherben“, Topf zum Reiben E.: s. rīben, scherbe W.: nhd. DW- L.: Lexer 167c (rībscherbe), LexerHW 2, 415 (rîb…

seichscherbe

DWB

seich·scherbe

seichscherbe , f. nachttopf ( vgl. scherbe II, 4, theil 8, 2562): madula seychscherb, seychscherben, seichscherb Dief. 342 b ; urinale seich…

Ableitungen von scherbe (1 von 1)

gescherbe

DWB

gescherbe , n. 1 1) coll. zu scherbe, scherbenmenge, -haufe: muschelgescherbe Droste-Hülshoff lyr. ged. 122 . 2 2) s. geschärbe.