gold,
n. ,
aurum. herkunft und form. 11)
gemeingerm. wort, got. gulþ (
gen. gulpþis),
ahd. gold (golth, colt),
mhd. golt (
gen. goldes),
nhd. gold;
as. afries. ags. engl. gold,
aisl. gull
und goll,
dän. guld,
schwed. guld (
auch gull),
mnl. gout (gaut, golt, goyt),
nl. goud.
urgerm. <
*gulþa-
aus vorgerm. *hto-,
ein aktivisches verbaladjektiv zur weitverzweigten wurzel idg. hel- (hlē-, hlə-),
s. Walde-P. 1, 624;
vgl. andere verwandte unter galle, gelb, glanz, glas, glatt, glau, glüh
u. s. w.; im ablautsverhältnis stehen aslav. zlato (
aus *holto-),
russ. zóloto,
poln. złoto
und lett. zèlts (
aus *helto-) '
gold' (
lit. getas '
gelb'
gehört zur wurzel ghel-).
urverwandt sind ai. hári '
blond, gelb, goldgelb, grüngelb, falb', híranya (
n.) '
gold, geld',
av. zaray- '
gelb, gelblich, goldfarben', zaraita '
gelb, fahlgelb', zaranya- (
n.) '
gold'.
aus dem germ. entlehnt finn. kulta,
estn. kuld,
lapp. golle '
gold'. 22)
unorganisches u
als stammvokal tritt in älterer zeit öfter im md. auf: gult
parad. an. intell. 129, 30
Str., gulde (
v. j. 1375)
Erfurter urk. 2, 530, guldes Joh. Rothe
lob d. keuschheit 3506
Neum., philargia liebe
des guldes (15.
jh., md.) Diefenbach
gl. 234
c, gult
Alsfeld. passionssp. 7590
Gr.; mundartlich im obd., vgl. schweizer. veraltet guld Staub-Tobler 2, 224,
oberpfälz. guld Schmeller-Fr. 1, 895,
elsäss. Martin-Lienhart 1, 213
u. s. w. 33)
für den seltenen plural, im 16.
jh. als golde Murner
narrenbeschwör. 48
ndr., aber golder L. Ercker
beschr. aller mineral. ertzt (1580) 52
b, gölder
ebda 41
b, goldt
ebda 88
a belegt, ist in neuerer sprache die umschreibung goldsorten
bei der unterscheidung mehrerer arten gold (
z. b. feingold, dukatengold)
üblich, vgl. unten I A 4.
bedeutung und gebrauch. ob die grundbedeutung von vorgerm. (
idg.)
*hto-
auf die eigenschaft des '
glänzens'
oder die '
gelbe farbe'
zurückgeht, ist unerweislich; auch spräche für letzteres kaum skr. hári '
gelb', híranya '
gold',
denn farb- und andere optische vorstellungen sind in früher sprachstufe selten zu trennen, vgl. z. b. weisz
teil 14, 1,
sp. 1179
f. II.
als bezeichnung des edelmetalls und daraus hergestellter gegenstände. um die wende der steinzeit zur älteren bronzezeit bereits von den Urgermanen als tauschware gegen bernstein u. s. w. vorab wohl aus Siebenbürgen und den Ostalpen eingeführt und vom heimischen kunsthandwerk zu schmuck und gerät (
s. unten I C)
verarbeitet (
s. auch unten I B 2
und goldschmied),
wurde gold
neben kupfer und bronze früh das eigentliche schmuckmaterial der Germanen; in der völkerwanderungszeit spielte das gold
in der vorstellungswelt der germanischen stämme als inbegriff von reichtum (
s. unten I D 3)
und machtfülle eine bedeutsame rolle, wie sie sich poetisch in den jüngeren nachfahren alter lieddichtung, Beowulf, Widsið, deutscher heldenepik, in der edda und der nordischen skaldenpoesie und auch in den volksmärchen späterhin noch widerspiegelt; das silber (
in der Wikingerzeit das charakteristische wertmetall des germanischen nordens)
tritt daher wie in der älteren dichtung so auch in der volksphantasie stark in den hintergrund und steht zumeist nur neben dem gold
als wertmesser (
s. unten gold und silber
sp. 693
sowie silber
teil 10, 1,
sp. 976).
zur sachgeschichte vgl. O. Schrader
sprachvergleichung u. urgeschichte3 2, 1
die metalle (1906) 29
ff., M. Ebert
reallex. d. vorgesch. 4, 2 (1926) 376
ff., Hoops
reallex. d. german. altertumskde 2 (1913/15) 265
ff., M. Rosenberg
gesch. d. goldschmiedekunst (1908). I@AA. gold
als rohstoff, besonders in typischen vorstellungen und festen sprachlichen verbindungen, die sich auf seine natur, seine herkunft und gewinnung beziehen. I@A@11)
physikalische natur und charakteristische eigenschaften seiner erscheinungsform. gold
gilt in älterer naturkunde als das der sonne zugehörige und durch ihre strahlen wachsende metall, vgl. O. Schrader
sprachvergl. u. urgesch.3 2, 12
anm. 1: daz golt wechsit von der sunnen Joh. Rothe
rittersp. 1588
Neum.; das himmlische feur, das von der sonnen einfleuszt ...; ist bey uns ein kaltes, starrendes und gefrorens feur und disz ist der leib desz golds Paracelsus
opera (1616) 1, 930; und sey das gold vor andern all, im feuer bewerth, das höchst metall, durch gottes willen mich regirt, der sonnenschein auch mich gebiert (1567)
M. Fachs
probierbüchl. (
21622) 184. I@A@1@aa)
farbbestimmungen; in alter verbindung rotes gold,
vgl. ahd. goldrot,
adj., auro rutilatum Notker 1, 755, 12
P., ags. reád gold
bei Bosworth-Toller 484
b,
an. gull rautt
Vlundarkviða 5, 3
sowie bei Cleasby-Vigfusson 220
a: dû rouchvaz undi dû cherzistal: daz rôti golt was iz al
d. lob Salomos 130
bei Waag
kl. dt. ged. d. 11. u. 12. jh. (1916) 31; ... allez ir gewant was von rôteme golde
Nibelungenlied 72, 3
L.; Artûs was im vil bereit, er gap im rîcher koste solt, lieht gesteine und rôtez golt Wolfram
Parzival 335, 28;
dort niden in jenem holtze leit sich ein mülen stoltz, sie malet uns alle morgen das silber, das rote gold
Ambraser liederbuch 64
lit. ver.; lieber son, behalte mir ... disz klein kästlein mit rotem gold Hans Sachs 21, 27
K.-G.; doch kan ihn weder rothes gold noch bruders blut erbäten Paul Gerhardt
bei Fischer-Tümpel 3, 366
a; da liegt das rothe gold zu hauf, geschwinde zu und raff es auf Göthe I 15, 279
W. (
Faust II 4, 2); mir schaffen meine gnomen rotes gold Immermann
w. 14, 40
B.; uns rauhen riesen genügt des Niblungen rothes gold R. Wagner
ges. schr. u. dicht. (
21897) 5, 229; da is kên gold so rôt, et mut hen vör brôd (
holst.)
bei Wander sprichw. 1, 1787.
jünger und weniger formelgebunden gelbes gold,
vgl. liechtgelb geleich dem golde klar H. Sachs
bei gelb
teil 4, 1, 2,
sp. 2880
f. und unten goldgelb
sowie flavus geel wie golt, das goltfarb hat Alberus
nov. dict. (1540) xx 3
b:
dasz es so liebes schönes gelbes gold und geld ... gibet
Reinicke fuchs (1650) 344; deine sandelrohte wangen bringen dich (
die geschminkte jungfer) noch nicht empor, gelbes gold und bleiche silber ziehen allen farben vor J. Grob
dichter. versuchgabe (1678) 16; gold ist ein metall, das dichte, gelb, gezüge (
geschmeidig), wohl vereint
(ist) Brockes
irdisches vergnügen in gott (1721) 9, 8; gel wie golt
rhein. wb. 2, 1295.
bleiches gold: in dero sconi des pleichen goldes Notker
schr. 2, 256
P. (
in pallore auri),
vgl. pleichcruoni goldis
ebda (
virorem auri)
meint wohl den glanz wie: geliche dem golde von Arabia, daz da luter und
schon ist und blaich
St. Georg. pred. 94, 1
Rieder; auf die farbqualität bezogen oder technisch differenzierend: bleich gold, geduldig silber, nateurlich mit silber vermengt Joh. Kentmann
nomencl. rer. foss. (1565) 58
b; bleich goldt Stieler (1691) 679; schlecht goldt, bleich goldt Kramer 1 (1700) 546
a;
entsprechend weiszes gold
von quecksilberhaltigem oder silberhaltigem gold: das pleichmal des weissen goldts
mistura auri argentosi Ph. Bech
Agricolas bergwerkbuch (1557) 386; weisz goldt, daran das quecksilber noch nicht gar verraucht ist Joh. Kentmann
a. a. o.;
vgl. noch: das amerikanische gold ist bleich ... man will zwar auch in Böhmen ... weiszes gold gefunden haben ... vermuthlich dürfte diesze bleiche und weisze von etwas anderm eingemischten herrühren Krünitz 19 (1780) 275; weiszes gold
in anderm sinne unten II E
sp. 709. I@A@1@bb)
leuchtend helles, glänzendes aussehen des goldes, oft in vergleichen (
s. auch unten II D),
vgl. splendor auri perahti coldes
ahd. gl. 1, 51
St.-S., ags. beorht gold Bosworth-Toller 484
b sowie ags. goldbeorht,
anord. gullbiartr '
goldglänzend'
; fulvus glantzit alzo golt (15.
jh., md.) Diefenbach
gl. 251
b u. bleiches gold 1 a: darzuo daz liehte golt
Nibelungenlied 254, 2,
vgl. 385, 3
L.; ... liehtes golt in fres lot
liedersaal 1, 376
Laszberg; ir gereite was von golde glanz Wirnt v. Gravenberg
Wigalois 227, 24
Pf.; alsam daz golt den ziegel iemer überglestet Konrad v. Würzburg
gold. schmiede 246
Schr.; kein bessern aber ich nit weisz, als die von goldt, welchs fürher gleiszt under all andern metallen Fischart 2, 125
Hauffen; ... das gold das reinlich gläntzet trotz den köstlichsten metallen Simon
Dach 717
Öst.; alles was innen (
im hause) und auszen ist, glänzt wie gold Gerstenberg
br. über merkw. d. litt. 242
lit.-denkm.; er schau ihn an aus jenes goldes flimmer Grillparzer
s. w. 5, 151
Sauer; glaub mir, mehr als Freia frommt das gleiszende gold R. Wagner
ges. schr. u. dicht. (
21897) 5, 229;
hierher auch: denn der thron der könige, der von golde schimmert, ist das obdach der verlassenen Schiller 13, 186
G. (
jungfrau v. Orleans, prol. 3.
auftr.),
vgl. auch blankes gold (
unten D 2 b)
blinkende goldmünzen. I@A@1@cc)
oft mehr in technischem sinne mit adjektiven, die den reinen oder vollwichtigen zustand des von wertmindernden beimischungen freien edelmetalls kennzeichnen, vgl. anord. hreint gull Cleasby-Vigfusson 220
a;
obryzum clar golt (15.
jh., md.) Diefenbach
gl. 389
a; vin golt (15.
jh., obd.)
ebda; lutter golt (15.
jh., nd.)
ebda, vgl. auch lauter teil 6,
sp. 380: von lûterm golde manic marc vür in wart getragen ûf niuwen schilden starc
Lohengrin 3574
R.; und allez (
im tempel Salomos) sament von lûterm golde innen Berthold v. Regensburg 1, 69
Pf.; ist alles
gulden gewest, von lauterm golt Joh. Turmair
chron. 1, 227
L.; der swan wær von harm ûf rôt scharlach gesniten, vuoz unde snabel geworht von klârem golde
Lohengrin 5353
R.; morser und rovchvasz ovch von clarem gold
historienbibeln d. mittelalters 412
Merzdorf; geschmück von silber, klarem gold Hans Sachs 1, 434
K.; das mundstück oder gebisz samt der kinketten (
des pferdes) war von klarem gold Grimmelshausen
Simpl. 477
Kögel; mit ästhetischem gefühlsgehalt: im schnabel hats ein klares gold Mörike
ges. schr. (1905) 1, 200; von golde lûter unde fîn Konrad v. Würzburg
troj. krieg 25517; ein bilde (
bildwerk) von vinem luterem golde Tauler
pred. 248
V.; ain kron der schonen haupt trug, an der lag reichait mer dann genüg, geworcht ausz feinem golde Heinrich v. Neustadt
Apollonius 1617
S.; und feines goldes lieb und hold Hans Sachs 18, 91
K.-G. in metallurgischer terminologie (
vgl. auch feingold
teil 3,
sp. 1463):
aurum coctum et ab aliis metallis segregatum ... fein goldt Joh. Kentmann
nomencl. rer. foss. (1565) 58
b; das goldt (
ist) sehr hoch und fast gar fein am halt L. Ercker
beschreib. (1580) 87
b; es sollen nach § 3 dieses gesetzes aus einem kilogramm feinen goldes 139½ stücke 20 oder 279 stücke 10 reichsmark mit einem feingehalt von 900/1000 (900 teilen gold, 100 teilen kupfer) hergestellt werden Jul. Greifzu
hdb. d. dtsch. kaufmanns (1938) 83; i lot lodeges goldes (
nach 1424)
Lüb. urkb. 6, 755,
vgl. unten D 2a; bit dem allerpurstem golde
rhein. Marienlob 2356
Bach; lasz mir den besten becher weins in purem golde reichen Göthe I 1, 163
W.; bildlich: dat mädchen wellt eich net hon (
haben), on wenn et von purem golt wär
rhein. wb. 2, 1297. gutes gold
allgemein '
kostbares gold',
dann spezifischer '
echtes, gediegenes gold': von guotem golde was sîn schîn Hartmann v. Aue
Erec 2023; kain gt gold kan man meer finden Eberlin v. Günzburg
s. schr. 1, 10
ndr.; nimb gut hoch (
hochkarätiges) goldt L. Ercker
beschreib. (1580) 90
b; jetzt wollen wir einmal sehen, wie die geschenke beschaffen sind, vor allem die probe, ob es gut gold ist Cl. Brentano
ges. schr. 5 (1852) 103; mit dem golde raine Johann v. Würzburg
Wilhelm v. Oesterreich 22
R.; von rainem gold Schaidenreiszer
Odyssea (1537)
vorr. 6; ich habe von reinem golde bestellt mir einen ring Chamisso
w. (1836) 3, 44; lauter tigen golt Joh. Turmair
chron. 1, 480
L.; wunderbarlich gediegen gold Paracelsus
opera (1616) 1, 251
Huser; was gediegen schön golt ist, pflegt furnemlich in einem weiszen quartz zu stehen L. Ercker
beschreib. (1580) 41
b; sie (
die kleinen brücken) waren von gediegenem golde maler Müller
w. (1811) 1, 51; die gewinnung des goldes kann durch aufbereitung allein geschehen, aber nur dann, wenn die erze gediegenes gold führen B. Neumann
die metalle (1904) 206; ächtes gold
aurum purum Steinbach
dt. wb. (1734) 1, 5; falsches gold für echtes Gutzkow
ritter v. geiste 5 (1851) 436; echt gold '
unverfälscht'
rhein. wb. 2, 5; Fischer
schwäb. 2, 533
und unten B 2a
u. II B 1
u. 2. I@A@22)
wendungen und formelhafte ausdrücke von herkunft und gewinnung des goldes. I@A@2@aa)
fremde herkunft gilt oft als zeichen besonderer kostbarkeit: imo chumet cold fone Arabia Notker 2, 285
P. (
nach ps. 71, 15
et dabitur ei de auro Arabiae); arâbesch golt gap drûffe schîn Wolfram
Parzival 778, 21,
vgl. 17, 22; ûz golde von Arâbiâ Konrad v. Würzburg
troj. krieg 19911; golt von Arabie ist guot, daz darf ouch nieman strafen
minnesinger 3, 37
b v. d. Hagen; golt von Arabi
md. voc. rer. (15.
jh.) Diefenbach
gl. 62
c; daz næme ich für der Kriechen golt Stricker
Karl 2065
B.; von kriechischem golt
fastnachtspiele 763, 3
Keller; der samît geblüemet was mit dem golde von Kaukasas Wirnt v. Gravenberg
Wigalois 272, 32
Pf.; hierzu hilf mir
du, du höchstgeehrte göttin, alsdenn wil (
ich) dir einen altar vom besten indianischen golde setzen Schottel
friedenssieg 22
ndr.; zugleich sortenbezeichnung, vgl. unten 4: ein keten von ungrischen goldt G. Thym
Thedel von Wallmoden 1006
Zimm. von heimischem gold wird das des Rheines besonders hervorgehoben (
zur sache vgl. B. Neumann
d. goldwäscherei am Rhein in: zs. f. d. berg-, hütten- u. salinenwesen 51 [1903] 377),
vgl. bei Otfrid I 1, 72 (
s. unten b): fürs Croesi golt es (
das kind) im geliebt, für alles golt, das leugt im Rhein Steier
Jephthes (1571) d 6
b; viler lands art gold, reinisch, so mit silber noch vermischt, spanisch, ungarisch, arabisch, welchs das best ist Toxites
onomast. (1574) 404; reinisch gold, köstlich gold
M. Ruland
lex. alch. (1612) 201; darin ist Brisach die hauptstadt, bei welcher viel gold im Rhein geseiffet und gewaschen wird, welches man hernach rheinisch gold nennt Frz. Ernst Bruckmann
magnalia dei in subterraneis (1727) 28; wo die Aar des goldes wellen liebend in den Rhein ergieszt
M. v. Schenkendorf
ged. (1815) 157; der Rhein führt gold von der Aar an B. Neumann
d. metalle (1904) 246;
auf die sage vom Rheingold bezogen, sprichwörtlich: er weisz, wo das gold im Rheine liegt Wander
sprichw. 1, 1796;
vgl. dazu anord.: Rin skal ráðarógmálmi skatna, á svinn, áskunnaarfi Niflunga ... heldr
en á hǫndom gullskíni Húna bǫrnom
Atlakviða 27, 11; ... ê wir immer sîn gemüet mit dem golde, wir soldenz in den Rîn allez heizen senken, deiz wurde nieman
Nibelungenlied 1074, 2
L., vgl. 1077; (
Wotan:) von des Rheines gold hört ich raunen R. Wagner
ges. schr. u. dicht. (
31897) 5, 227. rheinisch gold
in anderm sinne s. u. II E. I@A@2@bb)
die verschiedenen arten der goldgewinnung prägen sich in z. t. festen verbalverbindungen aus: joh (
die Franken) lesent thar (
am Rhein) in lante gold in iro sante Otfrid I 1, 72;
in neuerer sprache gold
suchen, sammeln, vgl. unten goldsucher: dann viel suchen jetzt, die da finden, einer gold, der ander silber Jacob Böhme
v. d. drey principien (1682) 435; golder, gölder nennet man die auri legulos, goldfischer, welche mit dem gold suchen und wäschen umgehen Scheuchzer (1707)
bei Staub-Tobler 2, 226; die orte, wo das gold gesammelt wird Krünitz 19, 326; das mehrste gold wird hier als feiner goldsand ... gesammelt Ritter
erdkde (1822) 1, 147. gold
waschen, seifen, vgl. auch unten goldwäscher, goldseife
sowie waschgold
teil 13, 2255, seifengold
gegenüber berggold Berg-Friedensburg
d. gold (1940) 40, 41, 42
u. ö., seifengold oder waschgold Bernh. Neumann
d. goldwäscherei am Rhein (1903) 377: aurum haizt gold ..., ez muoz auch vil arbait haben ze waschen, und wie klain man ez vint, doch vindet man es mêr lauter denn ander gesmeid Konrad v. Megenberg
buch d. natur 474, 22
Pf.; wann er hat an unser willn und urlaub do selbs golt gewaschen und von uns nit bestanden (
v. j. 1528)
österr. weist. 8, 744
anm.; in früheren jahren haben seltsame menschen ... das gold in unsern bächen gewaschen und sind reich von dannen gezogen A. Stifter
s. w. 5, 1, 278
Sauer; auch das gold will gewaschen sein Wander
sprichw. 1, 1787; das ausgewaschene gold war ... verunreinigt Berg-Friedensburg
d. gold (1940) 47; gewaschen goldt, ... geseifft gold Joh. Kentmann
nomencl. rer. foss. (1565) 58
a; geseift gold Toxites
onomast. alterum Theophr. Paracelsi (1574) 404; das gold ... wird ausz dem sand etlicher wasser ... geseuffnet Henisch (1616) 1674; viel gold im Rhein geseiffet und gewaschen wird Frz. E. Bruckmann
magnalia dei in subterr. (1727) 28; das recht, gold zu seifen B. Neumann
d. goldwäscherei am Rhein (1903) 394. gold
graben, vgl. unten goldgräber; wer silber oder golt graben wil, der sal das thun mit des hoffehern wille (
v. j. 1380)
bei Wasserschleben
rechtsqu. 1, 64; die bergwerck, ... da man gold ... grebet 1.
Macc. 8, 3; die jenigen, welche bergwerck suchen, gold oder silber oder ein anders metall zur anreitzung desz bösen graben wollen J. Prätorius
glückstopf (1669) 14; wo man gold graben kann, gräbt man nicht nach silber Wander
sprichw. 1, 1795.
für die reinigung auf chemischem wege gilt gold scheiden, s. auch goldscheider
und scheidegold: (
zinn) schaidet golt und silber von kupfer und von plei Konrad v. Megenberg
buch d. natur 480
Pf.; alda hat er ... ein goltärzt gefunden ..., ein tail hat den achten tail zuesatz gehabt, das hat man durch das feuer davon schaiden müessen Joh. Turmair
chron. 1, 480
L.; vgl. dasz kein scheider so kunstreich auff dem goldscheiden sein mag Paracelsus
op. (1616) 1, 102
H. für die in der alchemie versuchte künstliche herstellung von gold dient der ausdruck gold
machen, vgl. aurum factum gemacht gold Chyträus
nomencl. (1594) 75
und unten goldmacher: (
die) da wöllen goldt und silber machen Paracelsus
opera (1616) 2, 377
Huser; Joh. Clajus alchymistica oder die wahre kunst aus kühmist gold zu machen (1606)
titel, spöttisches wortspiel s. unten goldblaser altkümisten genanndt
sp. 719; gold aus sand machen Chr. Lehmann
hist. schaupl. (1699)
reg. m 4
b; von der allgemeinen neigung gold machen zu wollen, war er (
Cosimo Medici) nicht frei Ranke
s. w. 40/41, 435;
übertragen: nach dem heutigen plan der welt bleibt die kunst gold zu machen (
geld zu gewinnen) ... das höchste projekt ... unserer staatsklugen Hamann
schr. 2, 7
R. alchemistisches
oder philosophisches gold
künstlich durch alchemie hergestelltes gold, vgl. auch goldbaum 2: güldene wörter, denen das allerbest alchemistisch gold ... nit wirdt gleichen Guarinonius
grewel (1610) 45; so genanntes philosophisches oder alchemistisches gold Krünitz 19, 282.
im bilde: lasz dir sagen ..., dasz mein volk ... keinen glauben an deinen goldmacher hat. dasz es seinem filosophischen golde nicht traut Wieland
s. w. 31 (1799) 24 (
Göschen);
anders, von der sogen. güldischen Mercurialischen substantz (
s. J. Becher
psychosophia [
31707] 15): aurum goldt ist der corper und ferment in das philosophische goldt, wilches in die höhe kan steigen, den der Mercurius solis ist der sahm
M. Ruland
lex. alchem. (1612) 91; das gemein goldt ist todt, aber das philosophisch hat ein leben und wirdt gantz und gar zu einem nutriment
ebda 92,
vgl. Mercurius ist lebendig gold
ebda 331. I@A@33)
natürliche und künstlich hergestellte erscheinungsformen des unbearbeiteten edelmetalls; als goldsand, vgl. ahd. bei Notker
aureis harenis goltcrieze 1, 196, 8
P.: wurze des waldes und grieze des goldes Spervogel
in: minnesangs frühl. 30, 28; gemahlenes gold
in älterer sprache stehende verbindung für goldsand, goldstaub, das unverarbeitete waschgold überhaupt, aber auch für künstlich pulverisiertes: kuste ich ir zarten, suezen, roten munt, tak unde naht, enwolde ich ümbe tusent pfunt gemalens goldes von ir sin ze einer stunt
minnesinger 3, 452
b v. d. Hagen; einen stab macht er hol und schutte den enbinnen vol gemalnes goldes
passional 19, 80
K.; diamargariton ..., dâ man zerstôzen veinperln ein tuot und gemalen golt Konrad v. Megenberg
buch d. natur 430, 1
Pf.; disem hab ich geben eines pfennings schwer rein gefeilet oder gemalen gold Gäbelkover
artzneybuch (1596) 1, 27; es gehört vil glaubens darzu, wo man einem gemalen gold vertrawen sol Henisch (1616) 1676;
als formelhafte angabe bei der zahlung von sühnegeld u. s. w.: und ob er dan den halsz wolt lesen (
lösen), so sol er niderlegen ain schilt auf das erdrich, den sol er auszfullen mit gemallen golt (
v. j. 1459).
österr. weist. 8, 1045; derselbsol meinem herrn einen schilt gemallens gold verfallen sein zu geben (
v. j. 1520)
ebda 7, 97; so ist er verfallen ein schilt voll vermahltes gold (18.
jh.)
ebda 7, 312;
als goldblech, goldblättchen, goldkörner: der wein, dâ goldes plechel inn erlescht sint, ist den milzsühtigen guot Konrad v. Megenberg
buch d. natur 475, 3
Pf.; eine stange eisen (
ist) mehr werth als ein blätlein gold Chr. v. Ryssel
v. d. seelenfriede (1685) 140; das auftreten des goldes in isolirten blättchen und körnern Karl Hintze
mineral. 1, 1 (1904) 243; gold in blättchen, gold in flittern durch die ritzen seh ich zittern Göthe I 15, 1, 136
W. (
Faust II, II 3); dise insel hat vil flüsz, die gold füren, deren korn uns etlich umb schellen gaben Seb. Franck
weltb. (1534) 222
b; er schafft den leichnam des erschlagnen weg, wobey sein wahnsinn, wie ein körnchen gold in einem erz von schlechteren metallen, sich rein beweist: er weint um das geschehne
Shakespeare (1797) 3, 282;
auri ramenta gravia ... körnicht goldt
M. Ruland
lex. alchem. (1612) 94; ... körniges gold des hintersten Phasis im hohlen schiffe führend ... Göthe I 50, 288
W. (
Achilleis 479).
bildlich: wie rückten da die mädchen knapp zusammen, um ja kein korn des goldes zu verlieren (
d. i. von Sapphos liedern) Grillparzer 4, 146
Sauer. gemüntzt goldt L. Ercker
beschreib. (1580) 52
b; es ist noch lang nicht alles gold gemünzt Schiller 12, 70
G.; in bergesadern, mauergründen ist gold gemünzt und ungemünzt zu finden Göthe I 15, 1, 14
W. (
Faust II, I, 1); (
die gallische) sitte, den göttern kostbare geschenke, vorzüglich ungemünztes gold zu weihen W. v. Humboldt
ges. schr. 4, 196
akad. I@A@44)
vereinzelt für eine in herkunft, zusammensetzung oder farbe von anderen unterschiedene sorte gold, dann auch im plural: von etlichen, die auff die strich die golder kauffen L. Ercker
beschreib. aller mineral. ertzt (1580) 52
b; und seind doch dieselbigen gölder ... (
nicht) so gar rein
ebda 41
b; die ungemüntzten golder
M. Fachs
probierbüchl. (
21622) 125; item so du ein gold hast, es sey des halts von sechtzehen bisz auff siebenzehen ... karat Ercker
a. a. o. 87
b; zum durchgieszen auff geringe goldt
ebda 88
a. I@BB. gold
als werkstoff im verarbeiteten zustand. I@B@11)
in stoffbezeichnungen: jâ truoc si ob den sîdenmanegen goldes zein
Nibelungenlied 413, 3
L., vgl. 69, 1
u. 1750, 3; (
haarlocken) reht alse goldes dræte Konrad v. Würzburg
troj. krieg 19915; von purpur sei, mit zarten fäden goldes durchwirkt, der gürtel Schiller 14, 46
G. präpositional mhd. ûz golde, von golde,
nhd. meist aus gold,
seltener von gold: daz werc (
war) seltsæne uzzer golde unde uzzer gimme pfaffe Konrad
Rolandslied 57, 23
Gr.; ûz wunsches golde ein crône zieret wol daz houbet dîn Konrad v. Würzburg
gold. schmiede 226
Schr.; ein bild aus golde in einen tempel aus thone setzen Lohenstein
Arminius (1689) 1, 15
b; er gap ir ze minnen zwen oringe unde zwen armpovge von rotem golde tovgen
Milst. genesis 42, 24
Diemer; ez hanget von eim aste von golde ein becke her abe Hartmann v. Aue
Iwein 587; ein schapel, daz er ûfe truoc, von gimmen und von golde fîn Konrad v. Würzburg
troj. krieg 18649; ein trog ..., darinn ... seer kostlich geschmuck von gold, bAerlin und edelem gesteyn was H. v. Eppendorff
Plinius (1543) 22; wäre die welt von golde geschaffen Göthe I 50, 178
W. nach: were alle de werlt von golde roet
Reinke de vos 6469
Prien; nicht dasz ihm die uhr von gold an sich wert gewesen wäre Jos. Ponten
die uhr von gold (1923) 18.
vgl. mundartlich von jold '
aus gold gefertigt' Brendicke
Berliner wortsch. 128
b; von gold '
golden' Frederking
Hahlen 45;
dialektisch z. t. als ersatz für die stoffbezeichnende bedeutung des adj. golden (
s. dort)
im sinne '
echt, massiv golden'.
mit verben, die zur bezeichnung bestimmter kunstgewerblicher tätigkeiten dienen: (
eine krone) gezieret mit gesteine, gewirket uzer golde
Elisabeth 1895
Rieger; alle beide (
Venus und Minerva) aus gold und elfenbein gearbeitet vom Phidias H. Meyer
gesch. d. bild. künste (1824) 1, 250; eine aus gold gegossne kuppel A. Stifter
s. w. 1, 307
Sauer; den kopf (
becher) zu sime dienste er nam ... deme gelich einen andern liez er von golde wirken do
passional 23, 34
K. mit gold: sîn stûl was gût helphinbein woli gidrêit und irgrabin mit dim goldi was er bislagin
d. lob Salomos 160
bei Waag
kleinere dt. ged. d. 11. u. 12. jh. (1916) 32; daz was von silber durchslagen, mit golde übertragen Hartmann v. Aue
Erec 2026; mit gold ... uberzogen
Habakuk 3, 19; ... das schwert mit golde bebuckelt Bürger
s. w. 150
Bohtz. in gold
als materialangabe bei handwerklichen arbeiten: so lassen sie dein lob in gold und silber binden B. Neukirch
ged. (1744) 187; viele gesellen arbeiteten bei mir, ich hatte viel in gold und silber zu thun Göthe I 43, 298
W. (
Benvenuto Cellini I 2, 9); die tragbahre war mit einer tiefrothen sammtdecke, worauf das Hennegausche wappen in gold gestickt, bedeckt Cl. Brentano
ges. schr. (1852) 5, 215;
hierzu: die namen der ... mahler werden genannt, und der wichtigen arbeiten in gold, emaille und juwelen ... gedacht Göthe I 49, 1, 12
W.; andere präpositionen bleiben hier vereinzelt: der weisz zu erbeiten an gold, silber
2. chron. 2, 14; einen weisen man, zu erbeiten mit gold, silber
2. chron. 2, 7. I@B@22)
verbale fügungen, die sich auf bearbeitung und verwertung des materials gold
beziehen; gesottenes gold
u. dgl. s. unten a, geschlagenes gold
unten b, gesponnenes gold
unten II C 2. I@B@2@aa)
formeln für den prozesz der reinigung (
läuterung)
im feuer und der prüfung durch schmelzen, am probierstein oder durch andere methoden, vgl. ags. âsodenes goldes Bosworth-Toller
suppl. 482
a, smætes goldes '
von geläutertem gold'
Widsið 91,
anord. gull brennt Cleasby-Vigfusson 220
a;
ahd. in glossierungen von mlat. obryzum (
vgl. du Cange-Favre 6, 18
und O. Schrader
sprachvergl. u. urgesch.3 2, 73):
obrizum arsotan gold (8.
jh.)
ahd. gl. 1, 51, 26
St.-S., auri obryzi des gewiereten goldes
ebda 3, 415, 62
sowie irsotanemo golde (
obrizo), gesmalzet golt
bei Graff 4, 194; gesoten golt (12.
jh.)
sumerlat. 28, 14
Hoffm.: dî strâze dâr inne (
im himmlischen Jerusalem) die sint durchsoten golt
himml. Jerusalem 126
bei Waag
kleinere dt. ged. d. 11. u. 12. jh. (1916) 59; iuch hât geminnet sêre unser herre der heilige Krist wan diu werlt mit iu gezieret ist rehte als daz durchsoten golt Stricker
Karl 1595
Bartsch. in fester formel gold
läutern, vielfach in vergleichen belegt: diu guote (
anfechtung) irliutteret daz muot sam daz golt der eiteoven tuot
d. vaterunser 186
bei Waag
kleinere dt. ged. d. 11. u. 12. jh. (1916) 50; sam durchsoten golt wurden si (
die christlichen kämpfer) hie geluiteret unt gerainet pfaffe Konrad
Rolandslied 265, 6
Gr.; swa golt geliutert wirt also daz ez niht mere gunters (
unreinheit) hat da minret sich sin tugende niht von keiner brünste schaden
minnesinger 2, 396
b v. d. Hagen; aurum purum geleutert Geold Chyträus (1594) 75;
bildlich: aus ihren (
der Griechen) schmelzöfen (
könnten wir) schon das geläuterte gold erhalten Göthe I 49, 1, 257
W.; vereinzeltere wendungen: zehen pfund von golde wol geprant und gewegen Heinrich v. Neustadt
Apollonius 15558
Singer; und wil dasselbige dritte teil durchs fewr füren und leutern, wie man silber leutert, und fegen, wie man gold feget
Sacharja 13, 9. gold
prüfen, probieren, bewähren durch die probe im feuer oder am probierstein die echtheit nachweisen; meist in vergleichen bezeugt (
s. auch unten II B 1),
vgl. ene proue van gholde to makende alze gud, dat juw neen man straffen kan (
v. j. 1448)
Lüb. urkb. 8, 613: sô wirde ich golde gelîch daz man dâ brüevet in der gluot burggraf v. Rietenburg
in: minnes. frühl. 19, 19; das feuer (
oder der stein) prüfet das gold, das gold die weiber (
oder die leute) K. Rother
schles. sprichw. 279; das gold probirt man an eim stein, des menschen hertz am golde rein
sprichw., schöne weise klugreden (1548) 181
a; denn er (
gott) will euch probieren, ob ihr auch wolt, wie reines gold, im feur bestendig bleiben B. Ringwaldt
handbüchlein (1586) b 7
a; (
gott) bewert mich als das golt, das do get durch daz fewer
erste dt. bibel 7, 196
Kurr.; wie (
man) das gold im schmeltzofen beweret, also hat gott die frommen beweret erzhzg. Ferdinand II. v. Tirol
specul. vitae hum. 90
ndr.; also werden die menschen recht bewehret wie gold im fewer Joh. Arnd
nachfolge Christi (1631) 20; lasset die scherben und zahlpfennige fahren, hie ist rothes und bewährtes gold Chr. Scriver
seelenschatz (1737) 1, 281
a; einem frommen christlichen ehemann mögen seine hörner einen bloszen stirnschmuck und eine krone der geduld von bewährtem golde bedeuten Herder 3, 64
S.; das beste gold wird am öfftersten in den probierofen gesetzt Joh. Qvirsfeld
geistl. myrrhengarten (1717) 910; voraus, wer seinen stein musz stets am golde streichen, und einen printzen zieht, der seinen fleisz vermehrt J. v. Besser
schr. (1732) 1, 64
König; du hast dich auf dem schwarzen probirsteine des todes als ein echtes geläutertes gold aufgestrichen Göthe IV 23, 185
W. I@B@2@bb)
handwerkstechnische ausdrücke der goldschmiedekunst, bildnerei und goldbrokatweberei; gold
treiben gold durch hämmern u. dgl. bearbeiten, vgl. treiben II C 1 a
teil 11, 1, 2,
sp. 42
f.: nu ist der edilstir planete di sunne mit erme golde daz ich nu an deszim gerete ouch vordir lobin solde. ez leszit sich also dunne tribin daz man ez umme fadin spinnet Joh. Rothe
ritterspiegel 1600
Neum.; zu dem funfften: ess (
das gold) lesst sich triben und wil doch by ein ander bliben, wie dnne adder lang man ess wil han
ders., lob d. keuschheit 3500
Neum.; gold lat sich treiben und schlahen Geiler v. Keisersberg
brösamlin (1517) 1, 8
a;
noch vergleichbar (
s. unten C3): ihm schmecken schlechte speisen aus thon so gut als aus getriebenem gold Wieland
s. w. 9 (1795) 24. gold
schlagen durch hämmern zu dünnen goldblättchen verarbeiten, vgl. unten goldschläger
und mnl. gheslaghen goudt
bei Verwijs-Verdam 2, 2082, geschlagen gold
or battu Widerhold
dict. (1669) 148
b: fedelgold, taz chit filo dunne gold, wanda so man iz tunnesta geslahen mag, taz heizet brattea Notker 1, 754
P.; wenn man daz golt hamersleht, sô klært ez sich und entweicht dem hamer und praitt sich überal Konrad v. Megenberg
buch d. natur 475, 16
Pf.; und er (
Moses) schlug das gold und schneits zu faden, das mans künstlich wircken kundte
2. Mos. 39, 3; item wie man gold schlecht, zeuhet, spinnet, wircket, preget, und was mehr zum gold reinigen und verarbeiten gehöret Mathesius
Sarepta (1562) 58
a; verblasz das goldt auff einem schirben ..., dann schlags dünn L. Ercker
beschreib. (1580) 90
b; er hiesz ainen schwartzen dracken an seinen schilt machen, das veld was geslagens gold (
blattgold) Heinrich v. Neustadt
Apoll. 18845
Singer; horeflehten ..., die gemachet sein mit geslagem golde (
goldflittern)
Nürnberger polizeiordn. 67
B.; mit klaidern geschlagens goldes (
goldbrokat)
N. v. Wyle
translat. 24
K.; ein vornehmer bürger des orts hätte eine henne gemästet und sie mit geschlagenem golde ... gespeiset Scriver
goldpred. (1690) 61;
so noch heute geschlagenes gold
als technischer terminus, vgl. Krebs techn. wb. 65;
anders gold auf etwas schlagen
vergoldung auf kaltem wege durch blattgold: wo man vorgulte spangin macht, daz golt man uf daz silbir sled Joh. Rothe
ritterspiegel 1696
Neum.; golt ... ist auch mêr werhaft und mêr handelpær dann ander gesmeid und læzt sich paz zämen und ziehen Konrad v. Megenberg
buch d. natur 474, 27
Pf.; aurum netum gezogen gold Golius
onom. (1579) 63.
von kunstgewerblichen arbeiten des tauschierens, einlegens und einfassens; in älterer sprache gold
schmelzen, in (aus, von, mit) gold
schmelzen u. ähnl., '
schmelzarbeit herstellen',
vgl.schmelzen III 1 e (
teil 9, 1024)
und sie (
die seelen) ne zierent ouh vingerlîn ringe noh bouge: nuskelin vone goldes gesmelce noh die halssnuore
daz himilriche 287
in: ztschr. f. dt. altert. 8, 153; mit golde vile wahe gesmelzet dar under diu tier al besunder pfaffe Konrad
Rolandslied 57, 14
Gr.; die (
quadersteine) gâben alle reinen und ûzerwelter varwe schî
n. gesmelzet und gemâlet drîn was beidiu lâzûr unde golt Konrad v. Würzburg
troj. krieg 17466;
ähnlich: alle gesellschafter (
sollen) zu gebührender dankbezeugung der erwiesenen ehre sich belieben lassen ein in gold geschmeltztes gemähle ... zu tragen Neumark
neuspr. t. palmbaum (1668) 27. in
gold legen, einfassen, fassen: als edelez gesteine, swâ man daz leit in daz golt kaiser Heinrich
in: minnes. frühl. 5, 14; das (
den unbezahlbaren wert) schüff manig stain so der in daz rotte gold gelaitt wunnesan waz uff den portten, so man saitt
Göttweiger Trojanerkrieg 8961
Koppitz; cludere auro in gold eynfassen Frisius
dict. (1556) 236
b; ein armer elender gott, der sich in gold fassen ... lest Luther 19, 422
W.; die wurzel dörre am lufft, fasse sie in gold und trags am blossen hals Gäbelkover
artzneybuch (1596) 1, 45; (
ein horn) scharf wie geschliffner stahl ..., unten in gold gefaszt Tieck
schr. (1828) 1, 240.
auf personen bezogen redensartlich als ausdruck besonderer wertschätzung: komme, mädchen, du bist viel geld werth, ich lasse dich dafür in gold einfassen Cl. Brentano
ges. schr. (1852) 7, 120; den Liebetraut mag der bischof in gold einfassen, er hat ein meisterstück gemacht Göthe I 8, 59
W. (
Götz 2, 3); einen braven man so
llt
e ma
n in gold (ei
n)fasse
n Fischer
schwäb. 3, 737; ich lasz dich in gold fassen
will dich reich belohnen Müller-Fraureuth
obersächs. 1, 429;
vereinzelter mit gold
fassen, einfassen: ... helme wol getân hiez man mit in vüeren unde zwelf schilte gevazzet (
überzogen) mit golde
Kudrun 303, 4
M.; ... wie sehr ein demant prahlet, wan er mit gold ist eingefasset Ph. Zesen
verm. Helikon (1656) 1, 64;
vgl. frühmhd. mit golde bewürken
in gleichem sinne: den selben stain er (
der teufel) scûhet, swâ er lît oder stât od in der mennischi hât in sîner gewelte, beworht mit golde an der hente
himml. Jerusalem 143
bei Waag
kleinere dt. ged. d. 11. u. 12. jh. (1916) 59. in gold
schlagen, prägen: er (
trug) seines verstorbenen herrn vaters bildnisz in gold gepräget stetig am halse Chr. Scriver
seelenschatz (1737) 1, 331
b; (
die) in gold geschlagenen münzen Mommsen
röm. gesch. (1874) 1, 135;
zu gold
spinnen '
goldfäden herstellen'
vgl. unten C 2 gesponnenes gold,
oben Joh. Rothe
ritterspiegel 1600, Mathesius
Sarepta (1562) 58
a und bildliches gold spinnen
unter D 3 a
sowie goldspinnerin. —
mhd. mit golde beslahen, durhslahen '
mit goldfäden durchwirken': dhainerlay gewant, daz beslagen sei mit golde oder mit silber
Nürnb. polizeiordn. 66
Baader; einen gurtel hâte er umbe geleit, der was mit golde wol durchslagen
herzog Ernst B 3081
B. I@CC.
für einzelne gegenstände aus gold, besonders in älterer sprache, die hier auf urtümlichem gebrauch fuszt. I@C@11)
seit alters für goldenen schmuck aller art, ringe, armreifen, spangen, stirnbänder, halsketten u. dgl.; vgl. ags. wunden gold '
goldring'
Beowulf 1193, wudnan golde
Widsið 129
und giwundan gold
Heliand 554
Heyne für die ringspirale, die als älteste kunstform des im germ. siedlungsgebiet entdeckten goldes auftritt (
vgl. Kauffmann
dtsche altertumskde 1, 222);
im stilbereich des germ. heldenliedes daher als collectivum von germ. *baugaz '
reif'
oder *hringaz '
ring'
gebraucht, vgl. ags. goldgyfa '
goldgeber, fürst'
Beowulf 2652 (
neben bēaggyfa
ebda 1102
und bôggeBo
Heliand 2739
Heyne);
anord. gullmiðlandi (
Atlakviða 37, 7),
wo gold
die goldenen ringe meint, die der fürst seinen kriegern und gastfreunden spendet, vgl. auch: gulli soøriin gaglbiarta hringom rauðomreifði hon húskarla
Atlakviða 39, 1,
aber auch für ein einzelnes schmuckstück (
ein brustgeschmeide): ek bœti svábrest á gulli
Volundarkviða 27, 2. I@C@1@aa)
für einzelstücke, vgl. in bestimmenden zusammensetzungen got. figgragulþ (
für gr. δακτύλιον)
Luk. 15, 22,
ahd. halsgolt
monile, corolla Graff 4, 195, orgolt
inauris ebda, halsgolt, houbetgolt
mhd. wb. 1, 553;
im mhd. gilt gold
zumeist für den goldenen fingerring (
anord. gullhringr),
vgl. auch unten goldfinger: an dem vierden (
finger) du suochen solt daz vil wndirn schone golt, da die man triwen mit gemæchelent die vrovwen
Milstätter genesis 5, 35
Diemer; ich erziugez mit dem goldedaz ich enhende hân
Nibelungenlied 790, 2
L.; unde lât ditz vingerlîn ein geziuc der rede sî
n. ichn wart nie manne sô holt dem ich ditz selbe golt wolde lîhen ode gebn Hartmann v. Aue
Iwein 2948; dô umbeslôz ouch Hartmuotdie meit ûz Irlant. ir ietwederz dem anderndaz golt stiez an die hant
Kudrun 1650, 2; daz golt er an den vinger stiez Ulrich v. Türheim
Tristan 1012
v. d. Hagen. zierat aus gold: knebelbärt und kruszlecht har spitze latzen, golde clar uff dyn hembder negen lan, ... das sindt als fantasten werck Th. Murner
narrenbeschwör. 48
ndr.; für die krone: es ist auch unmüglich, das einem fromen menschen auch das allergeringste werck das er thuet alhie kund belonet werden, wenn man in gleich mit gold krönet Luther 32, 412
W.; denn es fünckelte ja wohl das königliche gold umb seinen weltbekannten scheitel Chr. Weise
erznarren 133
ndr.; von hier aus wird der bau des alten doms erblicket, wo erst geweihtes gold die königshäupter schmücket
bei Weichmann
poesie d. Niedersachsen 1, 311. I@C@1@bb)
kollektivisch '
goldenes schmuckwerk',
wobei golddurchwirkte borten und kleidungsstücke oft mit einbegriffen sind; vgl. ags. cume manna gehwilc tô circan bûton golde and glæncgum
bei Bosworth-Toller
suppl. 482
a und anord. búin gulli
u. gullvarið '
goldgeschmückt': ingiang er (
der hohepriester Zacharias) tho skiorogoldo garo ziero mit zinseru in hentithaz hus rouhenti Otfrid I 4, 19; ir golt in vor den brüsten wart von trähen sal
Nibelungenlied 362, 3
L.; die vrauwen wâren als sie soldin mit golde wol behangin Eilhard v. Oberg 6443
Lichtenst.; bilche tregit der ritter an eme golt und spangin an sime gewande Joh. Rothe
ritterspiegel 1583
Neum.; ob sie (
die finger) wol werden offt beleckt, und mit viel rothem gold besteckt Ringwaldt
d. lauter warheit (1588) 144; die glieder sterben mir, die augen sind gebrochen, war dieses, dasz ich mich mit golde so behieng? Simon Dach
in: Königsberger dichterkreis 113
ndr.; kurtz wird darauff ein groszes pferd erblicket, mit golde schön belegt und reichlich auszgeschmücket Dietr. v.
d. Werder
rasender Roland (1636) 1.
ges. 72.
str.; (
die frau) gieng prächtig gekleidet, war mit vielem golde behangen Wieland
Lucian (1789) 4, 233; urahnfrau liebte schmuck und gold Göthe I 3, 368
W. beliebt in verbindungen wie in gold und seide (sammet, purpur) gehen, gold und seide tragen
u. ähnl.: schlechte diebe ligen ynn thormen und stocken, aber offentliche diebe gehen ynn gold und seyden Luther 15, 313
W.; darzuo (
sollen sie) auch kein gold, seidenwath noch einiche andere kleider mit seiden belegt antragen keinswegs
d. fürstenthumbs Wirtemberg newe landsordnung (1536) b 2
a; trägt wo einer gold und sammet ... der musz vor im tantze gehn
Königsberger dichterkreis 27
ndr.; wo hirten wie ein fürst in gold und purpur gehn B. Neukirch
gedichte (1744) 151; sie gieng in gold und seide Uhland
gedichte (1898) 1, 187;
vgl. die schtarrte (
starrte) iber un iber von jold Brendicke
Berliner wortsch. 128
b. I@C@22)
speziell in der weberei und stickerei für die goldfäden, die besonders mit seide zu brokatstoff verwebt werden, vgl. anord. gullbóka '
in gold, mit goldfaden sticken',
ags. godweb mit golde gefâgod
bei Bosworth-Toller
suppl. 482
a: (
sie lernte) daz golt umbe de sîden dræn bruder Philipp
Marienleben 587
Rückert; im bilde: bis gegrüsset, rosen anger (
Maria) do du Christus wurde swanger, do wandt siden zu dem golde gotes wisheit als sie wolde (13.
jh.)
bei Docen
miscell. 2, 244; von golde und von sîden wurken wir die besten wât Hartmann v. Aue
Iwein 6386,
vgl. 6198; mit golde würken und mit sîden bruder Philipp
Marienleben 584
R.; ouch macht man do di bestin unde di schonstin tepte (
teppiche) von der werlde unde sidin gewant unde von golde richelichin gewurcht schone und gar geneme
Marco Polo 3, 28
v. Tscharner; (
ein) sommerkleid von zahrtem seidenen zeuge, mit golde durchwürkt Ph. Zesen
Assenat (1679) 417; mit golde er (
der wâpenroc) gebildet was Wolfram
Parzival 71, 17; ... ein himel von sammat rot, mit gold gesticket Hans Sachs 2, 387
K.; auf dessen gürtel sich gestickt mit golde zeigen ... v. König
ged. (1745) 45.
terminologisch im mhd. gespunnen golt (= goltvadem) '
gesponnenes gold',
d. h. zu fäden verarbeitetes gold, auch der mit einem textilfaden zusammengedrehte golddraht (
zur sache s. Heyne
hausaltertümer 3, 328): durchliuhtic edele steine ... an gespunnem golde hiengen Wolfram
Willehalm 409, 25; er quam nû grüener dan ein gras, mit gespunnem golde ez (
das wâpenkleit) al verworren was, doch daz der luft wider einander wæte
Lohengrin 2462
R. gold
als '
gewebe aus goldfäden, goldstoff',
als goldborte, goldstickerei wie als goldbrokat für kleidungsstücke: allez ir gewant was von rôteme golde
Nibelungenlied 72, 3
L.; ein tiwer pfell von golde gesteppet, als er wolde, von palmât ûf ein matraz Wolfram
Willehalm 353, 19; diz edel guot geræte (
d. i. triuwe und stæte) vil baz ein herren kleidet, dan semit, pfellel, purpur, golt
minnesinger 2, 389
b v. d. Hagen; Beramus der keiser ... bevilhet ..., (
dasz) auff den sonntag jederman in den siebenden palast zuziehen sich gerüst mache, und in gantz gold ... sich bekleide H. Wetzel
reise d. söhne Giaffers 163
lit. ver.; die hochwürdigen herrn ... waren dabey in grünen kleidern mit gold besetzt gekleidet Nicolai
reise d. Deutschland (1781) 2, 493; aber wo ist das rothe kleid mit gold, das du bei ihm bestellt hast? Lenz
ges. schr. 1, 26
Tieck; ein lakai zu pferde, in prächtiger livree und von golde schimmernd Eichendorff
s. w. (1864) 3, 377. I@C@33)
für goldenes trink- oder tafelgeschirr weniger häufig als die entsprechende bezeichnung des silbernen geschirrs durch silber (
s. teil 10, 1,
sp. 981): darumb erhebt die notturft die hölzine und gewachssene trinckgeschirr, daraus eben so wol der durst zuleschen als aus dem gold Fischart 3, 241
Hauffen; desto besser verstund ich auf gold und silber zu speisen Schiller 3, 401
G.; der könig liebt es, von gold zu speisen Tieck
schr. (1828) 3, 285; sie sollen aus gold essen und aus gold trinken Fr. L. Schröder
dram. w. (1831) 1, 7;
poetisch: er (
gott) schencket ein so voll, dasz das gold krönet den wein G. R. Weckherlin
ged. 1, 79
Fischer (
dasz der rand des goldpokals wie eine krone den wein umschlieszt); o du, der traube sohn, der im golde blinkt, den freund, sonst niemand, lad' in die kühlung ein Klopstock
oden 1, 117
M.-P.; doch darf ich bitten, bitt' ich eins: lasz mir den besten becher weins in purem golde reichen Göthe I 1, 163
W. I@C@44) gold
als farbstoff, sowohl dort, wo es sich um die technik des auflegens von blattgold handelt, als auch da, wo ein flüssig aufgemalter, aus goldstaub (
oder unechter goldbronze)
hergestellter farbstoff gemeint ist, vgl. ags. bôca mid golde âwritenra Bosworth-Toller
suppl. 482
a,
aurigraphus de mit golde scrived (
voc. v. 1417,
nd.) Diefenbach
nov. gl. 43: (
das haus war) hôch, vest unde wît, gemâlet gar von golde Hartmann v. Aue
Iwein 1141; an dem (
palas) die louben wâren vor und der wende mûre mit golde und mit lâsûre geverwet und gezieret Konrad v. Würzburg
trojan. krieg 17438; das (
hölzerne bildwerk) sicht man och etwenne mit grosser lust, so es wol geformiert und gebilt ist und úbergúlt ist. aber als man das golt ab geschabet, so were es kume zwelf phenning wert Tauler
pred. 248
V.; item 2½
m. Peter moler vor 6 fenchin (
fähnchen) mit des meisters wopen mit golde zu molen, yo das stucke vor 10 scot.
Marienburger treszlerbuch 313, 5
Joachim; ich mir den in gold getauchten pinsel eines trefflichen mahlers wünschen möchte Harsdörffer
t. secretarius (1656) 1, 22; der name Leander soll (
beim akrostichon)
oben im stern mit gold geschrieben seyn v. Petrasch
s. lustsp. (1765) 1, 231;
bei in gold schreiben
tritt dagegen mehr der farbbegriff in den vordergrund, vgl. perarare carmina auro in gold schreyben oder mit guldinen buochstaben Frisius
dict. (1556) 972
b; noch 1213 liesz abt Peter von Hautvilliers die evangelien in gold schreiben Wattenbach
d. schriftwesen im mittelalter (1896) 255.
für den goldgrund: und malt auf gold schön roth und blau das bildnisz unserer lieben frau Wilh. Busch
d. heil. Antonius (1870) 18. I@C@55)
als heilmittel, besonders in goldhaltigen medikamenten, namentlich heiltränken, vgl. aurum potabile trinckgolt Henisch 1676
und trinkgold
teil 11, 1, 2, 607
sowie tranck- und salbgold Grob
dicht. versuchgabe (1678) 12,
weiterhin trinkbar gold
teil 11, 1, 2, 547; aurum haizt golt. daz ist warmer nâtûr, sam Platearius spricht. wenn man ez pulvert, sô hailt ez den auzsetzel und daz kratzen, wenn man es mischt mit edeln salben Konrad v. Megenberg
buch d. natur 474, 11
Pf.; das sesste ist des guldes krafft der ess wol ubit mit meysterschafft, ess machet di ussetzigen reine wo man ess ntzet zupulvert kleine Joh. Rothe
lob d. keuschheit 3506
Neum.; daz gold gebürt fridlich gesund frOelich krafft
manuale curatorum (1516) 86
a; wan sie (
die pferde) der schwindel ankompt, soll man sie hinden hinein reinigen mit wasser, darin man golt gesotten ..., mit fünff untz spat und vierdthalb untz öl
M. Herr
feldbau (1551) 189
a; es machen die chymici aus dem gold eine arznei, welche sie aurum fulminans oder volatile, das donner- oder schlagende gold nennen Chr. Scriver
goldpred. (1690) 41;
im bilde: künstler wissen aus dem gold einen edlen trank zu machen, dieser ist in krankheit gut und verrichtet wundersachen J. Grob
dichter. versuchgabe (1678) 13; der chymicorum trinkbar gold verschmäht mein ekler mund D. Stoppe
Parnass (1735) 174; trinkbar gold
in bildlichem sinne für wein s. unter II A 1 d,
sp. 704.
vgl. auch die belege aus Megenberg
und Gäbelkover
unter I A 3
oben sp. 685. I@DD.
seit den ältesten zeiten als das kostbarste metall geltend, war gold
in besonderem masze inbegriff von wert und besitz und darum in handel und zahlungsverkehr der höchste wertmesser, vgl. wizz,
daz daz golt wirdiger ist wan alleu leiphaftigeu dinch, diu auz den elementen werdent, und ist edler wan die stain Konrad v. Megenberg
buch d. natur 475, 21
Pf. I@D@11)
als das wertvollste der edelmetalle gern mit anderen kostbaren dingen paarig angeführt oder mit wertloseren kontrastiert; feste zwillingsformel ist seit alters gold und silber,
vgl. auch die belege teil 10, 1,
sp. 976: (
Matthäus) forlêt al saman gold ende silubarendi gebâ managa
Heliand 1197
Heyne (
ohne biblisches vorbild!); er leita sie uz keladene mit colde unde mit silbere (
et eduxit eos cum argento et auro ps. 104, 37
) Notker 2, 449
P.; so zerget vil sciere
da diu werlt mit ist gezieret,
golt unde silber
v. jüngsten gericht bei Diemer 285, 28;
nun ist von natur ein jede flieg, schnack oder lausz edler und besser dann alles gold und silber auff einn hauffen, das hat doch ein leben und empfindung in im sprichw., schöne weise klugreden (1548) 68b; der bettelmann zum bett raus sprang,
das hemd von gold und silber klang
Mittler
dtsche volkslieder 158;
gold und silber sind das blut des staates Novalis
schr. 2, 147
Minor; gold und silber preis ich sehr,
könnt es auch wohl brauchen
(1828) Aug. Schnezler
ged.3 (1852) 159.
kontrastiert mit weniger wertvollen metallen: alse man fon kuppere nicht gult gemachin inkan parad. anime intell. 129, 30 Str.; vielen hatte der krieg nichts mehr gelassen als ihre trauringe, freudig gaben sie 'gold für eisen', wie die sinnige inschrift auf den eisernen ringen lautete L. Häusser
dtsche gesch. (1854) 4, 57
. in zusammenstellung mit edelsteinen und sonstigen wertvollen dingen, vgl. got. gulþa aiþþau marikreitum aiþþau wastjom galaubaim (1. Tim. 2, 9
) und anord. gull ok gimsteina Cleasby-Vigfusson 220
a: truhtenes urteilda sint ware urteilda ..., harto lustsameren danne golt unde tiure stein (super aurum et lapidem preciosum ps. 18, 11
) Notker 2, 59
P.; scaz unde schillinch unde golt unde gimme unde allen den tresen, den ich hûte hân oder vurbaz gewinne (12. jh.) in: Müllenhoff u. Scherer denkm.3 nr. 99, 14; ja wart noch gimme noch daz golt,
daz in da mohte gelichen (
den belohnten guten im himmel)
v. d. jungesten tage 710
Will.; die formelhafte paarung gimme und gold s. auch oben B 1; dise lúte (die besonders von gott begabten) werent des wúrdig daz sú berlin und golt essent Tauler
pred. 31, 8
V.; und wer die welt vielmal so weit,
von eddelstein und gold bereit,
so wer sie doch dir viel zu klein
zu sein ein enges wigelein
Luther
w. 35, 461
W.; wir beten nicht ... an die an gold und helffen bein zierreiche seulbilder S. v. Birken
forts. d. Pegnitzschäferey (1645)
einl. 3b; gold und juwelen, schätze, die die zeit wie ein übermütiger Nabob in den abgrund schleudert E. T. A. Hoffmann
s. w. 4, 15
Gr.; ich kann um ihn (
den nacken der geliebten) nicht perlen und nicht gold,
nichts als die schnur verliebter reime legen
A. Miegel
balladen u. lieder (1922) 47.
neben wertvollen webstoffen, vgl. anord. gulli ok guðvefiom Guðrúnarhvot 16, 1 f.: ... the habda welonô (
reichtümer) ginôg,
sinkas gisamnôdendi imu simlun was
garu mit golduendi mit godowebbiu
Heliand 3331
Heyne; ni losent thar in notigold noh diuro wati
Otfrid V 19, 45;
nû lât mir erfüllenzweinzec leitschrîn
von golde und ouch sîden
Nibelungenlied 488, 3
L.; er acht, dasz nit wer gstolen fast,
wann man nit stel golt und damast
Fischart 2, 51
Hauffen; sind hofediener da, die, könig, dich begasten?
ist gold und sammet hier?
Tscherning
getichte (1642) 4;
der ritter lag auf flaum,
um welchen gold und seide hing
Hölty
gedichte 13
Halm. im gegensatz zu wertlosen dingen meist bei bildlichem gebrauch, s. unten sp. 701. I@D@22)
als wertmesser und zahlungsmittel im handel, rechts- und zahlungsverkehr, bei belohnungen und geschenken; in älterer zeit zumeist nach gewicht bemessenes, zu schmuck, besonders armreifen verarbeitetes und anderes ungemünztes gold (
hackgold)
meinend, in neuerer meist auf goldmünzen bezogen; doch ist die beziehung häufig undeutlich, und gold
gilt dann ganz allgemein als höchster wertmesser schlechthin. I@D@2@aa)
nicht näher bestimmt, vielfach mit gewichts- oder anderen maszbezeichnungen (
vgl. ags. tô viii healfmarcum âsodenes goldes
bei Bosworth-Toller
suppl. 482
a, stent dâm bisceope eahta marca goldes
ebda),
seit dem 14.
jh. sind aber meist goldmünzen gemeint: zehen marc von golde,die heize ich dir nu tragen
Nibelungenlied 241, 3
L.; man gap dâ vil starke. von golde drîzic marke die gap man dâ vil manegem man Hartmann v. Aue
Erec 2176; die des goldes da pflagen von marke zu marke daz wagen
Rennewart 12272
Hübner; und de schiphere de dat gheld untfanged, schall geven ene marc gholdes (
v. j. 1418)
seerecht d. Hanse bei J.
M. Pardessus
coll. de lois maritimes 2, 468; das es (
das kind) ain rotten apffel näm für tusent marck goldes
liederbuch d. Hätzlerin 243
Haltaus; so aber einer von jemanndt derohalb verclagt ... wurde, der soll ein marck gollds ... halb der oberkeitt ... und den anndern halben theil dem geschmechten verfalln sein
Carolina 1, 215
Kohler-Scheel; in Schleswig hält eine hufe landes sechs marck goldes Krünitz 19, 275; 1 mark goldes = 144 '
rieksdaler',
als landmasz soviel, wie man dafür kaufen konnte, von verschiedener grösze, gewöhnlich 7
tonnen haferland oder 2⅚
tonnen hartkorn Mensing
schlesw.-holst. 3, 592; also ein mensche wolte gon zuo dem babeste und wil ime bringen einen gulden, und der babest ... gap ime hundert tusent pfunt goldes wider Tauler
pred. 100, 3
Vetter; ein gemeine, die wedir daz gesetze dunt, die git hundirt phunt gultis (14.
jh.)
gold. bulle 131
Altmann, vgl. dt. rechtswb. 4, 989; ich habe von einer tonne goldes sprechen hören Fontane
ges. w. I 4, 280.
in fester verbindung lötiges gold '
vollwichtiges gold',
eine legierung, die das richtige quantum an gold enthält, wobei in der regel an münzmetall zu denken ist: daz derselb, der dawider tet, vervallen wer 50 pfunt lötigs goldes (1400)
städtechron. 1, 198; wann wer dowider tet, in welicher weise das were, der sol zu pene hundert mark lotigs goldes verfallen sein (
v. j. 1431)
chron. d. stadt Bamberg 1, 195
Chroust; dusent punt lodigen goldes (
v. j. 1458)
Lüb. urk. 9, 608; so gepieten wir demnach euch allen ... bey peen und straff zehen marck lötigs golts uns ... zu bezalen
abschied d. reichstags zu Augsburg (1555)
vorr. a 1
a; mit 1480 marck lötiges goldes Micraelius
Pommerland (1640) 3, 382; bey straffe ... funfzig mark löhtigen goldes oder 4800 reichsthaler in specie
edict d. universität Kiel 1743
in: zs. d. ges. f. schlesw.-holst. gesch. 29 (1900) 347. I@D@2@a@aα)
bei zahlung von sühne- und lösegeld spielte in altem rechtsbrauch (
neben dem vieh)
das gold
eine besondere rolle, vor allem als wergeld, mit dem der tod eines erschlagenen gesühnt und die blutrache ver mieden werden konnte, vgl. z. b. anord. úlfr er í ungom syni (
des erschlagenen), þótt hann sé gulli gladdr
Sigrdrífomál 35, 7,
sowie Guðrúnarkviða II 18, 2.
die wendung etwas mit gold aufwiegen (
mhd. wegen, widerwegen),
vgl. J. Grimm
rechtsaltert.4 2, 246
und ztschr. f. dt. alt. 7, 134
ff. meint urpsrünglich '
einen getöteten menschen durch hergabe von gold aufwiegen' (
vgl. auch anord. þá tóko vér þá hǫndom ok lǫgðom þeim fiǫrlausn at fylla otrbelginn með gulli ok hylia útan ok með rauðo gulli
Reginsmál prosaeinl.),
dann überhaupt für busze und allgemein für kaufpreis oder belohnung gebraucht: unt hulfest im sîner suhte, daz er leben mahte, ich wæge dir in mit golde, den selben mînen holden
kaiserchron. 12491
Schr.; vil gewis scoltu des sîn, der dih mit golde wâge, daz ih iz dâ fure nine nâme pfaffe Konrad
Rolandslied 154, 20
Gr.; er sprach, daz er mit golde si alle widerwege, ob si gebunden legen priester Wernher
Maria 4182
Wesle; daz ich mir selben eine maget koufte harte tiure. ... wan ich sî hâte widerwegen zwênzic stunt mit golde Konrad Fleck
Flore 6569
Sommer; ein frommes weib kan man mit gold nit überwegen
sprichw., schöne weise klugr. (1548) 12
a; ich bin bereit mit gold es (
das buch) aufzuwiegen Lessing 3, 142
M.; dem, der das haupt des Gracchus ... bringt, (
werde) die regierung dasselbe buchstäblich mit gold aufwiegen Mommsen
röm. gesch. 2 (1874) 123;
die wendung mit gold bezahlen
s. unten b.
jünger belegt ist für lösegeld und buszzahlung die maszangabe ein
schild (
oder helm) voll gold
u. ähnl.: als schiere und im der kleine (
Alberich)entweich dâ in den berc, dô truoc er von der essedaz wunneclîche werc, von golde liehter ringeeinen niuwen schilt vol
Ortnit 176, 3
in: heldenbuch 3, 25
Amelung; woll er sich aber lösen, so soll er geben ain raisschilt volln golt (
vor 1355)
österr. weist. 8, 982; der ist verfaln ain schilt golts (
var. gulden) (
anf. d. 16.
jhs.)
ebda 7, 42; wäre es aber ain edlmann, so soll er dem herrn den helm mit rottem golt überschütten (
c. 1554)
ebda 8, 154; so ist er dem rechten erbherren verfallen einen guldenen schilt vollen golt (
c. 1605)
ebda 8, 945. I@D@2@a@bβ) gold
als moderner währungstechnischer fachausdruck für den goldschatz (
goldhort, goldkern),
durch den in gesetzlich festgelegter höhe die banknoten (
papiergeld)
einer goldwährung (
die sogen. goldkernwährung)
von der beauftragten notenbank gedeckt werden: im deutschen bankgesetz vom 30. august 1924 sollen von den 40 v. h. (
vom hundert). des notenumlaufs 10 v. h. durch devisen und 30 v. h. durch gold gedeckt sein Jul. Greifzu
hdb. d. dtsch. kaufmanns (1938) 79; bekanntlich kann auch durch gold gedecktes geld an wertbeständigkeit ein büszen, also geringere kaufkraft aufweisen, wenn die goldmenge im verhältnis zur gütermenge übermäszig gestiegen ist
ebda 80;
vgl. golddeckung. I@D@2@bb)
eindeutiger für gemünztes gold, goldgeld, goldmünze, vgl. gulden teil 4, 1, 6,
sp. 1055
ff. und unten goldgulden, goldmünze, goldstück: sui (
wer) mit valschin phennigin edir mit valschimi silbiri edir mit valscimi goldi bigrifphin wirt (
um 1200)
Mühlhäuser reichsrechtsbuch 115
Herb. Meyer; bi swem man vindet golt oder silber daz uber halp valsch ist ... den sol man umbe den valsch henchen (1276)
Augsburger stadtrecht 107
Christ. Meyer; was geltz die herren ... also der stat paumeister geben, das ist alleweg muntz (
silbergeld) als pfenning oder haller und kein golte E. Tucher
baumeisterbuch 66, 16
L.; Ulenspiegel ... name das an und galt fünff c. alter schock (
groschen) das zuo thun. des gaben sie im etlich gold daruff
Eulenspiegel 44
ndr.; das er verbotten goldt in höchstem wert uszgeben wider alle der statt Cöln satzung und gewonhait ... des verbottnen rheinischen guldins
zimm. chron.2 3, 163
B.; der artzt hat gelt (
silbergeld), der jurist gold Henisch (1616) 1470; wir haltens vor gewisz, dasz ihre majestät in diesem wunderlichen gebäw (
dem Escorial) vier und zwantzig million goldes spendiret und auffgewendet habe Landorp
acta publ. (1668) 1, 226; (
ich habe) gold und silber gegen papier (
umgetauscht) Göthe III 3, 136
W.; ein röllchen gold
ebda I 21, 138; (
ein) beutel mit gold
ebda 25, 135; (
korporal:) das lied nehm ich mir, und das sturmlied, da nehm sie den groschen hier! (
Anne:) auf das gold kann ich ihnen nicht herausgeben Cl. Brentano
ges. schr. (1852) 7, 318; nach dem essen wechselte ich mir gold ein, und dann gings zu schiff Hebbel
s. w. 10, 41
Werner. blankes gold
blanke goldmünzen: kannst du so einen beytrag wie vorsteht für den Merkur brauchen und dagegen dem guten manne mit blanckem golde helfen, so will ich gern das meine dazu thun dasz beyden theilen geholfen werde Göthe IV 8, 62
W.; die mir das leben gaben, hatte ich in meiner frühen kindheit schon verloren, viel blanken goldes lieszen sie zurück A. v. Droste-Hülshoff
ges. schr. (1878) 2, 221.
die formelhafte wendung etwas mit gold bezahlen '
sehr teuer bezahlen'
oder etwas nicht mit gold bezahlen können ist eine jüngere variante von etwas mit gold aufwiegen (
s. oben a
α),
meist wird an goldmünzen gedacht: ich wollte auch nicht da bleiben, und wenn mir gleich jeder augenblick mit golde bezahlt würde Lessing 2, 273
M.; (
wirtin:) nichts, und wenn sie es mit golde bezahlen wollten Iffland
theatr. w. (1827) 2, 104;
bildlich: hänge sie (
die 8 seligkeiten in ps. 91, 14-16) auff deine brust als eine güldene kette von acht gleichen (
gliedern), deren keines mit allem gold der welt zu bezahlen ist J. D. Frisch
neukl. harpfe (1719) 819; so ist ... gewisz, dasz unsere bücher nit mit gold zu bezalen seyn Schwabe
tintenfäszl (1745) 12; (
Fiesco:) der brief ist nicht mit gold zu bezahlen! (
mohr:) doch dank ich für silber Schiller 3, 89
G.; dat ös net met golt ze bezahle
rhein. wb. 2, 1297;
ähnlich: die blosz darum allen unschätzbar seyn sollte, weil sie mit keinem golde und mit keiner reue erkauft werden darf J. A. Cramer
d. nord. aufseher (1758) 1, 26; fir guld nit gäb se ihrs (
ihr kind) här Martin-Lienhart
elsäss. 1, 213.
in gold '
in goldstücken': mag das nicht gehn, so soll die mutter Mercken schreiben, dasz der mirs (
das geld) schickt. das schicklichste wär, in golde Göthe IV 3, 15
W.; da ich mein reisegeld in gold bei mir trug
ges. schr. u. denkw. (1892) 1, 209; (
so dasz) die unternehmer gezwungen waren, ihren arbeitern in gold zu zahlen Doren
Florentiner wolltuchindustrie (1901) 208.
an golde, in golde und auch verkürzt nur gold als währungsangabe neben münzbezeichnungen im sinne von '
in goldmünze', '
in goldwährung',
oft gegenüber geld (=
silbergeld, silberwährung, vgl. teil 4, 1, 2,
sp. 2898
sowie teil 4, 1, 6,
sp. 1056
s. v. gulden): summa summarum das ich entphangen habe, oberal an gelde und an golde 750 fl. (1423)
handelsrechn. d. dt. ordens 304
Sattler; vierzig guldin an golde und 44 ℔ 13 sch. an werunge (
v. j. 1380)
Frankfurter urk. bei Lexer 3, 797; dat gy my sanden anderen halven gulden, 1 an golde, ½ an gelde (
v. j. 1458)
Germania 10, 390; so han ich die guldin schnier beschlagen und wegent an gold 2 gulden und 3 ortt (
v. j. 1467)
privatbr. d. mittelalt. 1, 78
Steinhausen; da must ich 2 fl. an gold geben A. Dürer
tageb. 50
Leitschuh; in berürten auszteilung dieselben anschleg, nach den quartaln an golt und müntz ..., auszteilen
kammerger.-ordn. (1555) 71
a; etlich hundert gulden an reinischem gold
zimmer. chron.2 2, 586
B.; 60 guter rinischer guldin in gold (
v. j. 1398)
bei Fischer
schwäb. 3, 909; ain reinischen guldin in gold
zimmer. chron.2 4, 185
B.; das alles soll in mintz (
silbergeld) und darnach in gold gerechnet (
werden) (
v. j. 1488)
urk. z. gesch. d. schwäb. bundes 1, 22
Kl.; 1060 fl. ungrisch in gold Ott Ruland
handlungsbuch 4
lit. ver.; (
ein) morgen weinwachs (
trägt) 30 hllr. in gold
städtechron. 2, 17; der oheim versprach (
zu studienzwecken) hundert thaler in gold, die in einem adlichen gute standen J. H. Voss
antisymb. (1824) 2, 200; hochermeltem seligem fürsten Philippo ... lieferte zu seinen selbseignen handen ich einsmals etliche hundert gülden golt Kirchhof
wendunmuth 2, 290
Öst.; so z. b. auch 100 taler gold
gegenüber 100 taler silber,
vgl. dazu teil 11, 1, 1,
sp. 302
s. v. thaler. I@D@2@cc)
allgemeiner geradezu wie '
geld'
gebraucht, aber doch fast durchweg noch mit der vorstellung eines hohen, in goldmünzen zahlbaren betrages verknüpft: ich wil haben meinen tail (
erbteil) und but den altag fail umb bares gold
Friedrich v. Schwaben 1649
Jell.; man het gold da midde (
dem verkauf der salbe) gelost und arme lude da midde getrost
Alsfelder passionsspiel 2813
Grein; das eingehende gold dafür bitte ich an madame Reiske zu bezahlen Lessing 18, 315
M.; wer gold hat und zwanglos und gut und schön in Deutschland leben möchte Schubart
leb. u. gesinn. 1 (1791) 183; gold wie heu Gotter
ged. (1787) 1, 49; ströme von gold verschlang dieser krieg, aber man fand die mittel, sie sich zu verschaffen Ranke
s. w. 1, 204; gedelt (
geteilt) golt un geschneen (
geschnitten) brout (
brot) es boll alle
rhein. wb. 2, 1296;
formelhaft schweres gold
neben häufigerem schweres geld: (
ein heldenmut,) der seine lust und kurtzweil an kriegerischen handlungen sucht ... und die gefahr mit schwerem golde kauft, damit er seine begierde zu gewaltigen thaten ... damit stillen könne Breitinger
crit. dichtk. (1740) 1, 353; wir finden Florenz daher in den händen fremder fürsten ..., die für schweres gold mit ihren truppen herbeigeholt werden H. Grimm
Michelangelo (1890) 1, 21.
oft in diesem sinne, wenn an bestechung, erkaufung mit einer groszen geldsumme gedacht wird, vgl. auro captus mit gold eynhin gereitzt oder gezöckt oder über gold verläckeret Frisius
dict. (1556) 186
a und ahd. iro zesewa ist fol mieton, sie uobent unreht umbe gold unde umbe silber Notker 2, 83
P.: das recht ist bald mit gold umbkert Seb. Brant
narrenschiff 5
Zarncke; der oberste richter alles fleisches ... richtet nicht nach gunst und ansehen der menschen oder andern affecten, lest ihm die hände nicht ubersilbern oder die zung mit golt beschweren D. Schaller
theol. heroldt (1604) 223; eine hand voll gold ist schwerer denn ein sack voll recht und warheit Henisch (1616) 1677; wenn die gerechtigkeit für gold verblindet ..., übernimmt die schaubühne schwerd und waage Schiller 3, 514
G.; es fand selbst schon das gold der auswärtigen dynasten eingang bei den rathsherren von Rom Mommsen
röm. gesch. 2 (
61874) 65.
in adjektivischer verbindung: im latein heiszt numen ein gott und nummus geld, welche beide des namens halber eine rechte verwandtschaft tragen, daher dieser gelbsüchtige erdschrollen, dieser bleiche dalken soweit in seiner macht gestiegen, dasz die gewissenlose welt sowohl 'o allmächtiges gold' als 'o allmächtiger gott' zu seufzen pflegt Abr. a
s. Clara
schr. 2, 99
Strigl; allmächtig ist doch das gold, war da mein gedanke Schiller 3, 51
G.; ähnlich: t gold is mennigmâl föl starker as t regt (
recht) Doornkaat-Koolman
ostfries. 1, 662;
die formel gold und geld
s. unter 3 b. I@D@33) gold
als inbegriff des reichtums, namentlich auch des beweglichen besitzes; der übergang zum bildlichen gebrauch (
s. unten II)
ist zwar vielfach flieszend, doch bleibt der begriff des reichtums zumeist mit der konkreten vorstellung des goldschatzes eng verbunden. I@D@3@aa)
allgemein als der inbegriff des reichtums und des besitzes oder gewinnes: wunder ist, chit Augustinus, daz man geluste gerot, so si neist. wieo mahti in goldes lusten, ube gold neware? Notker 2, 505
P.; gnomisch: waz sol golt begraben, des nieman wirt gewar?
unter Heinr. v. Morungen
in: minnesangs frühling 137, 3; was soll eingegraben rostig gold?
thesaurus absconditus Henisch (1616) 1676; wie, wenn ein sohn des goldes von schmeichlern und schuldnern gestürzt wird Lenz
ged. 35
Weinhold; nach golde drängt, am golde hängt doch alles! ach, wir armen! Göthe I 14, 137
W. (
Faust I, 2802); die erde ist wie das gold: sie rächt sich an denen, die zuviel davon haben W. Weigand
d. Löffelstelze (1919) 46. gold
wird daher als sinnbild des irdischen oder materiellen besitzes in antithese zu himmlischen gütern oder idealen werten gesetzt, vgl. auch: schaff, das dir got werd hold, das hilfet dich für silber und gold
schauspiele des mittelalters 1, 274
Mone; sehet, wie sich das heyligthumb inn reichthumb verkeret hat, der geyst inn geitz, gott in golt, gottseligkeit inn gutseligkeit Fischart
binenkorb (1588) 151
b; ach du so arme welt, was ist dein gold und geld hier gegen diese kronen (
des himmels) Paul Gerhardt
bei Fischer-Tümpel 3, 404
b; besser ists sonder geld und sonder gold zu seyn als sonder gott Kramer
t.-ital. 2 (1702) 836
b; hat man jene drei erhabenen ideen: gott, tugend und unsterblichkeit — die höchsten forderungen der vernunft genannt, so gibt es offenbar drei ihnen entsprechende forderungen der höheren sinnlichkeit: gold, gesundheit und langes leben Göthe II 3, 207
W. I@D@3@a@aα)
sprichwörtlich: morgenstunde hat gold im munde,
nach A. Götze
ztschr. f. dtsche wortforsch. 13, 329
ff. die wohl im 16.
jh. entstandene übersetzung eines neulat. spruches aurora habet aurum in ore
mit dem sinne '
wer sein tagewerk früh beginnt, wird reich': die morgenstund hat gold im mund Jan Gruter
floril. (1612) 3,
prov. Germ. 21,
vorher belegt in der form: morgenstund bringt brot und gold im munde Petri
d. Teutschen weiszheit 2 (1604) Pp 5
a;
zahlreich sind die zeugnisse erst seit der mitte des 17.
jh., s. die belege bei Götze
a. a. o.: bey der welt heiszts: morgenstund hat gold im mund; bey dir, mein andächtiges hertz, soll es noch besser lauten, morgenstund hat gott im mund J. D. Frisch
neukl. harpfe (1719) 987;
bis heute allgemein geläufig, gelegentlich im wortlaut abweichend oder bewuszt variiert (
vgl.aurora musis amica
im lat. sprichwort): denn führt Aurorens zeit das gold in ihrem munde, so liebt ein musensohn auch ihre gOeldne stunde Neukirch
anfangsgründe (1724) 132; denn die morgenstund führt gold im mund A. v. Arnim
w. (1853) 13, 156; doch mustu zusehen, dasz du früe niesest: denn morgenstunde hat gold im maule J. Prätorius
philosophia colus (1662) 105; ja, wenn man sie (
die morgenstunde) zum küssen nimmt, so hat sie freilich gold im munde
bei Weichmann
poesie d. Niedersachsen (1721) 5, 88; jetzt, o heilge morgenstunde, gibst du mir wohl höhern lohn, denn das gold aus deinem munde bauet mir den goldnen thron Cl. Brentano
ges. schr. (1852) 2, 407;
hieran angeknüpft: dies fabelchen führt gold im munde (
sagt die wahrheit): weicht aus dem recensentenhunde Bürger
s. w. 32
b Bohtz. I@D@3@a@bβ)
redensartliches gold spinnen '
einen vorteil gewinnen, wohlhabend werden'
knüpft vielleicht an ein märchenmotiv an, vgl.: ich (
der müller) habe eine tochter, die kann stroh zu gold spinnen
kinder- u. hausmärchen (1888) 1, 209,
doch s. auch das häufigere seide spinnen
teil 10, 1,
sp. 175: ... wan die jugent nicht stehts gold kan spinnen, ich sie schelt gantz miszlich G. R. Weckherlin
gedichte 2, 257
Fischer; es war nicht wohl möglich, dasz er in den verhältnissen zu seiner schwägerin und zu seiner dritten poetischen gattin gold und seide spann Gervinus
gesch. d. dt. dicht. (1853) 5, 30; golt bei jet (
etwas) spennen
vorteil bei einer sache haben rhein. wb. 2, 1296. I@D@3@a@gγ)
im bereich von mythus, sage und märchen spielt das gold als inbegriff des reichtums eine besondere rolle, wie auch in der germ. heldensage; es gilt als habe und gabe göttlicher. dämonischer und elbischer wesen, der zwerge u. s. w., in christlicher zeit auch des teufels, vgl. dazu hwb. d. dtsch. märchens 2, 483-506
s. v. geldzauber,
hwb. d. aberglaubens 3, 922;
vgl. anord. einn dvergr hét Andvari ... Loki sá allt gull, þat er Andvari átti
Reginsmál prosa 170
Neckel: er (
Siegfried) sach sô vil gesteines,sô wir hœren sagen, hundert kanzwageneez heten niht getragen; noch mê des rôten goldesvon Niblunge lant: daz solt in (
Schilbunc und Niblunc) allez teilendes küenen Sîfrides hant
Nibelungenlied 93, 3
L.; daz getwerc was sprüche frî; 'ich hân mêr goldes dan dîn drî', alsô sprach der kleine Laurîn
Laurin 282
Müllenhoff; von fabeltieren bewacht (
vgl. bereits bei Herodot iv,
kap. 13
u. 27
über goldhütende greifen): da ligint berge guldin die nah golde liehtin schin mit wúnnenclichim schine hant. griffin noh tracken nieman lant das selbe golt gewinnen da Rudolf v. Ems
weltchronik 1470
Ehr., vgl. Göthe I 15, 1, 136
W. (
Faust 7582); ich selbst, ich will über dir wachen wie der zauberdrach über unterirdischem golde Schiller 3, 372
G.; dar umb spricht man: gê zuo dem teufel umb golt Konrad v. Megenberg
buch d. natur 475, 12
Pf. I@D@3@bb)
in zweigliedrigen, seltener dreigliedrigen, oft formelhaften verbindungen mit sinnähnlichen ausdrücken verknüpft: ih suohta got unde bediu gehorta er mih. sin selbes lusta mih nals goldes unde rihtuomes, dannan gehorta er mih Notker 2, 112
P.; das du (
papst Leo) von wegen unnd in namen unszers hern Jesu Christi nit suchest yhr (
der Türken) gold und reychtumb H. v. Cronberg
schr. 38
ndr.; da ne hilfet golt noh scaz
v. jüngst. gericht bei Diemer 289, 26; was bringt man nicht aus der fremde? nicht nur gold und schätze Herder 15, 300
S.; feste formel ist gold und geld,
vgl. auch geld und gold
teil 4, 1, 2,
sp. 2898: (
Priamus) brahte golt unde gelt Herbort v. Fritzlar
liet v. Troye 15985
Fr.; gold und gelt wend wir dir geben
schausp. d. mittelalters 2, 251
Mone; gold und geld macht yhn so keck Luther
briefe 8, 578
W.; hon wohl en gutes mädchen ich, gäbs nit um gold und geld maler Müller
w. (1811) 1, 266; summa summarum, das will gott, dasz wir dem gold und gut nicht dienen sollen mit geizen und sorgen Luther 14, 83
Erl.; hat darum unser könig gold und gut daran gesetzt, sein Böhmen aufzubringen? Grillparzer
s. w. 6, 81
Sauer; Salomon, du weiser könig, ... gib uns gut und gold und geld Cl. Brentano
ges. schr. (1852) 5, 90; Christus gieng am bettelstab, hatt weder goldt noch zytlich hab Murner
narrenbeschwörung 44
ndr.; aus geiz und ha bsucht und um besitz und goldes willen Fontane
ges. schr. I 2, 432; joch meine ich niht die huoben noch der hêrren golt Walther 125, 6; ach, wär der fremde hohe herzensdieb ein ritter doch vom adlichsten geblüte hochherzig, reichbegabt mit gold und land A. v. Droste-Hülshoff
ges. schr. (1878) 2, 206.
weniger häufig in verbindung mit anderen begriffen wie macht, ansehen
u. s. w.: sprach Socrates, ich weisz noch nüt, ob er hab ler und tugend üt, als ob er sprech, das gwalt und golt on ler der tugent nützet solt Seb. Brant
narrenschiff 10
Zarncke; die reizenden gegenstände des genusses, die ansehen und gold allein verschaffen können Klinger
w. (1809) 3, 5; da gilt des menschen gold und stand viel mehr als edler sinn R.
Z. Becker
mildh. liederbuch (1799) 66; nach gold und vorrang gieren wir, mann und greis J. H. Voss
s. gedichte (1802) 3, 32; nur tand sind pracht und gold und ruhm Matthisson
schriften (1825) 1, 15; solch einen lohn verdient ein solches streben, gold, ehre, ruhm, gesundes, langes leben, und wissenschaft und tugend — auch vielleicht Göthe I 15, 1, 109
W. (
Faust II
v. 6997). I@D@3@cc)
als gängiges vergleichsobjekt, an dem der wert einer sache gemessen wird: etwas ist wertvoll wie gold,
mehr wert als gold
u. ähnl.; früh auch in festen formeln ausgeprägt, so namentlich goldes (gold) wert,
seit mhd. zeit bezeugt, vgl. auch mnl. hope (
hoffnung) es gouts wert
bei Verwijs-Verdam 2, 2082: ritter unde knehte wurden alle bi im rich. er hete von in, swes er gert, ... ir ellen was in manigen striten goldes wert
minnesinger 3, 12
b v. d. Hagen; dein rath ist goldes werth Ramler
fabellese (1783) 1, 77; es ist nicht zu viel gesagt, wenn man jedes blatt goldes werth nennt Göthe IV 19, 123
W.; was aber in dieser dürre schon gold werth wäre A. v. Droste-Hülshoff
br. (1893) 230; solche kameraden sind goldes wert
Liller kriegszeitung (1916) 3, 63; dë
r rëge
n is
t gold wërt Martin-Lienhart
elsäss. 1, 213; dat es golt (goldes) wert
rhein. wb. 2, 1296;
sprichwörtlich: eigen herd ist goldts werdt Seb. Franck
sprüchw. (1545) 1, 20
b; das sprichwort sagt: ein eigner herd, ein braves weib sind gold und perlen werth Göthe I 14, 157
W.; gekreuzt mit D 2 a
α: bretonisch wort wiegt gold, sagt das sprichwort H. Laube
ges. schr. 4 (1876) 110;
vergleichbar auch: jedes wort, das er sagte, war so schweer wie gold Göthe IV 7, 121
W.; ... sprich, erzähle! dein wort fällt schwer wie gold in meine brust H. v. Kleist 3, 62
E. Schmidt; frau Menz (
zählte) die kartoffeln, die von ihr wie gold behandelt wurden, in den topf Fontane
ges. w. I 6, 55; das ist guet (
wertvoll) wi guld Hunziker
Aargau 118.
alt auch in komparativischem vergleich: ich bin im ouch vil holt, daz hat er wol verscholt. ich spriche ez bi dem eide, er tet mir nie so leide, ern wær mir lieber danne golt
minnesinger 1, 350
b v. d. Hagen; durch got des bitet alle, daz uns der lôn gevalle der uns gote gehulde — deist goldes übergulde (
mehr wert als gold) — nâch disem ellende Hartmann v. Aue
Erec 10133
Leitzm.; to deme anderen male prijset de lerer rechte wyszheit boven golt
Reinke de vos 229
Leitzmann; für alles gold bin ich dir hold auff diser erd kein grösser werd ich acht vnd halt Forster
fr. t. liedlein 8
ndr.; diese wort Pauli sind über alles gold, das uf und in dem erdrych ist Zwingli
dtsche schr. 1, 80; gut freundt sind uber silber und uber gold Seb. Franck
sprüchw. (1545) 1, 9
a; die freiheyt ist über silber und gold
sprichw., sch. weise klugr. (1548) 59
a;
arbitrium seu libertas auro potior est wille gehet für gold, sagt der papagoy, da sasz er im korbe Bas. Faber
thes. (1587) 657
b; laut rieffe (
ich) meinen schatz (
Jesus) der uber gold und gelde bey mir gefunden platz Spee
trutznachtigall (1649) 47; alle stücke, die wir von ihm besitzen, werden von allen freunden der musik höher als gold geschätzt Schubart
ästh. d. tonkunst 49. IIII.
vielfältig in vergleichen, bildern und übertragenen anwendungen zu anderen dingen in beziehung gesetzt; vergleichbare dinge werden geradezu gold
genannt, wobei sich sprachläufige metonymische prägungen entwickelt haben. II@AA.
in vergleichen, die sich auf das aussehen des goldes beziehen (
vgl. oben I A 1 a
und b);
farbe und glanz sind bestimmendes merkmal. II@A@11)
von dingen mit goldglänzender, goldgelber, leuchtend gelber farbe. II@A@1@aa)
von leuchtenden körpern, besonders der sonne und ihren lichtwirkungen; '
goldfarbener schein, goldenes licht der sonne': dû blüender plân (
Maria) lieht under sunnen golde
pseudo-Gottfried. Marienpreis 23, 8
Wolff; die sonne stralt zwar stets ..., allein man sieht ihr gold nicht stets auf erden schimmern: weil dicke wolken sich nur allzu oft bemühn, den einflusz ihres lichts den menschen zu entziehn Gottsched
ged. (1751) 1, 369; die tiefe bläue des himmels und das niederflieszende gold der sonne A. Stifter
s. w. 2, 62
Sauer; absolut vom sonnenschein: hinten, über den dunklen lattenzaun, in der obstwiese und dem schnurgeraden gemüsgarten lag klares warmes gold
Liller krz., sechste auslese (1914) 71; (
es) erhob sich ins unendliche ein dämmerndes haus (
der wald) mit tropfendem gold an grünlicher wand E. Wiechert
d. kind u. d. wölfe in: Europastunde (1937)
heft 7;
hierzu auch: hinweg! und leite mich, du schar von quellen, die ihr durchspielt der matten grünes gold! Mörike
w2. 1, 35
Maync. besonders von der rötlichen farbe der sonne am morgen und häufiger noch am abend vor sonnenuntergang: eh noch Aurorens gold der berge höh durchstreift A. v. Haller
ged. 29
Hirzel; erscheint in gold und gluth der angenehme morgen J.
N. Götz
verm. ged. (1785) 3, 81; in dem golde des morgens wiegt sich wonnig die lerche Justinus Kerner
bilderbuch (1849) 317; am ende der hohen lindenallee stand sie im golde der morgensonne wie ein wesen des elementes, welches sie umflosz
ges. schr. u. denkw. (1892) 1, 49; wie lieblich blizt der abendsonne gold durchs helle gryn der neubelaubten bysche Wieland I 1, 411
akad.; der welten erschuf, dort des tages sinkendes gold und den staub hier voll gewürmegedräng, wer ist der? Klopstock
oden 1, 155
M.-P.; da das gold des abends nicht nur um die zinnen ihres hauses, sondern auch um die aller übrigen flosz A. Stifter
s. w. 3 (1911) 38; die späte sonne füllte die kleinen fensterscheiben des nahen hofes mit gold P. Dörfler
d. notwender (1934) 7. II@A@1@bb)
eine wohl urtümliche vorstellung, die anscheinend auf einer alten mythologischen beziehung zwischen sonne
und gold
beruht, erscheint in der verbreiteten formel die sonne geht zu golde
oder in gold, für gold '
geht unter'
ausgeprägt, s. dazu J. Grimm
mythol.4 2, 618
und Pfeiffers Germania 18, 15,
s. die belege bei Schmeller-Fr. 1, 895 (
vgl. auch über die verbindung von gold
und sonne
in alten naturkundlichen vorstellungen oben im eingang von I A 1): de sunne ging to golde, do skrei he (
der junge schreiber) overlud
gesamtabenteuer 2, 319
v. d. Hagen; des avendes na der tydt, dat de sunne to golde geyt (
v. j. 1375)
d. ält. Hamburger zunftrollen 251, 18
Rüdiger; alse de sunne to golde gingh
serm. evang. 60
d bei Schiller-Lübben 2, 132; dach by dage van der tyt, dat de sunne upgeit, wente an den avent, dat se to golde geit
Ludolf v. Suchen reisebuch 32
Kosegarten; dasz nun die sonne fast zu golde gehen soll Opitz
poemata (1629) 1, 100; gleich der sonne, wann sie des abends, wie wir zu reden pflegen, zu golde gehet (
v. j. 1733)
bei Staub-Tobler 2, 225; die sonne gehet zu golde J. Bodmer
v. d. wunderbaren (1740) 48; drum eilt! es ist bereits der tag zu golde gangen; des lichts monarch erbleicht, und weicht der braunen nacht
bei Weichmann
poesie d. Niedersachsen (1721) 1, 172; um 6 oder 7 — abendessen: dann ging der 'herr', so regelmäszig wie die sonne zu golde geht, in das ... wirthshaus Felix Dahn
erinnerungen 3 (1892) 163;
vgl. dialektisch: die son gar nidrig stiht, das sie gar bal zu goulde giht K. Rother
schles. sprichw. 2; z gold gā
n (
von der sonne) Staub-Tobler
schweiz. 2, 224. — diu sunne hete irn glast geneiget und dar uf gelan daz sie wolte in golt gan
väterbuch 8246
Reiszenb.; vor daz die sonne uf komt und nach der zid daz die sonne in golt goid (
v. j. 1338)
weist. 6, 399;
vgl. dazu bisz daz die sonne in golt ... adder in gnaden ... adder neyddir gangen wer (
z. j. 1466) Conrad Lange v. Fritzlar
annal., zs. d. ver. f. hess. gesch. u. landeskde 57 (1929) 35,
vgl. auch gnade
teil 4, 1, 5,
sp. 511; die sonne geht in gold, so sprechen unsre bauern, drum wird bei uns ihr licht nicht mehr gar lange tauern Logau
sinngedichte 42
Eitner; so noch mundartlich de sunne giht ei goole K. Rother
schles. sprichw. 2. — und am dritten tag, so die sonn für gold gat, so sond die pfand uszgerüft sin (
schweiz. v. j. 1466)
weist. 5, 150;
ad solis occasum bisz die sonn für gold gadt oder nider gadt Frisius
dict. (1556) 28
a;
occasus solis nidergang oder das vergold gon der sonnen
ebda 903
b;
heute im schweiz. vergold gā
n Staub-Tobler 2, 224,
auch vergold sī
n untergegangen sein ebda. II@A@1@cc)
seltener für den glanz des mondes, der gewöhnlich mit silber verglichen wird (
vgl. teil 10, 1,
sp. 983),
häufiger aber von den sternen: in ahnungsvollem schweigen harrte der wald, dasz die mondscheibe aufsteige und ihr schimmerndes gold über ihn ausstreue E. T. A. Hoffmann
s. w. 10, 175
Gr., doch vgl. der goldne mond
bei golden B 1; deine pflicht kanst du erlernen von den sternen, deren gold der sonne weicht
V. Canitz
ged. (1727) 6; auge, wem gleich ich dich? bist du bläue der luft, wenn sie der abendstern sanft mit golde beschimmert? Klopstock
oden 1, 55
M.-P.; auf diesen glauben, glas so hold, trink ich dich aus mit hohem mute. klar spiegelt sich der sterne gold, pokal, in deinem teuren blute Justinus Kerner
s. poet. w. 1, 214 (
Hesse);
vom feuer: es blinkt mit mystisch heilgem schimmer vor ihm der flammen blasses gold Göthe I 1, 50
W. II@A@1@dd)
von der goldglänzenden und goldgelben farbe anderer dinge; besonders vom hellblonden haar, vgl. ahd. goltfahser
auricomus Notker 1, 706
P., anord. gullhárr Cleasby-Vigfusson 220
b, goldenes haar (
bei golden B 2): wan ir scheitel und ir hâr was sô lieht und sô clâr, daz ez gelîche golde gleiz Konrad Fleck
Flore 6885
Sommer; sie war den jungen leuten holdt, ir har gantz schön und glaisz wie goldt Casp. Scheit
d. frölich heimfart (1553) e 1; ist denn meiner haare gold, meiner wangen liecht und leben euch zu dienen, wie ihr wolt, mir zu hohn und spott gegeben? S. Dach
in: Königsb. dichterkreis 12
ndr.; lasz deiner haare gold gar langsam silber werden Hoffmannswaldau-Neukirch
ged. (1727) 1, 48; er war wieder ihr gegenüber gesessen, sein leuchtendes antlitz zu ihr emporgewendet, umwallt von dem flüssigen gold der haare A. Stifter
s. w. 1, 295
Sauer; sien haar is so gel as gold Mensing
schlesw.-holst. 2, 419. —
poetisch mit besonderem gefühlsgehalt von goldglänzenden saiten eines instrumentes, vgl. goldene saiten
bei golden
sp. 740: sohn, dein engel wird die harfe dir reichen mit gold bespannt Schubart
s. ged. (1825) 1, 2; süszer wohllaut schläft in der saiten gold Schiller 11, 383
G.; den tönen, die der saiten gold Eugen entlockte Gaudy
s. w. (1844) 4, 8.
leuchtend goldgelbe farbe von obst und pflanzen, vor allem des reifen getreides und des laubes der bäume im herbst: pomrantzen gülden von gestalt seind viel in warmen landen, da leucht mit gold wol mancher waldt Spee
trutznachtigall (1649) 124; der äpfel reifes gold, durchstriemt mit purpurzügen, beugt den gestützten ast und nähert sich dem mund A. v. Haller
gedichte 29
Hirzel; dort in den nachen wirft mit kalter hand sein letztes gold das herbstlich gelbe land G. Herwegh
ged. e. lebend. (1841) 190; die ahornbäume leuchten in ihrem herrlichen gold E. Wiechert
wälder u. menschen (1936) 218; gold der ähren, gold der reben! E.
M. Arndt
s. w. 5, 276
R.-M.; er (
der hafer) neigte auch schon ins gold und hatte seine körner an den leichten fäden neben mir hängen A. Stifter
s. w. 2 (1908) 334; 'musik', jauchzte er, sich reckend, übers erntefeld hin und war so stolz und glücklich, als habe er selbst all dies wogende gold von der sonne herabgezogen und über das darbende land ausgegossen E. Strausz
freund Hein32 135; weisse
n (
weizen) so gël
b wies gold im lade
n Staub-Tobler 2, 224; der blumen helles gold ... thürmt sich am stengel auf A. v. Haller
ged. 37
Hirzel; wenn die rapsfelder in blüte standen und ihr gold ... über das bruchland ausstreuten Fontane
ges. w. I 1, 155.
als farbe des weines, vgl. wie ein alter abgelegner wein von farb dem gold gleich erschiene Grimmelshausen 2, 19
Keller; vermischt mit gold I C 5 (
aurum potabile): wie reich sind durch dein (
des weines) trinkbar gold die zungen singender poeten Hagedorn
poet. w. 3 (1757) 180; er soff aus einem deckelglase der edeln rebe trinkbar gold Pfeffel
poet. vers. (1790) 3, 83;
allgemeiner: jetzt sollst du (
trinkglas) mir gefüllet sein mondhell mit gold der deutschen reben Justinus Kerner
ausgew. w. (1878) 1, 182; denn in dem wein, im flüssgen gold, da schwimmt — bei gott! dein bild so hold Bauernfeld
ges. schr. (1871) 3, 10; (
ich) trinke die schwere, düftereiche liebfrauenmilch, die wie weiches gold über meine zunge rinnt O. Gmelin
sommer m. Cordelia (1933) 95. II@A@22)
als farbbezeichnung schlechthin gebraucht, vgl. ahd. goldfaro
auratus, fulvus, crocus Gröger
die ahd. kompositionsfuge (1911) 333
und goldfarb
sp. 768;
ähnlich schon: der phellor varwe ist alse ein gras, golt, lazûr unde wîz Ulrich v.
d. Türlin
Willehalm 187, 5
Singer; daz der mezzink golt werd an der varb Konrad v. Megenberg
buch d. natur 479
Pf.; der hawt (
der schlange) gar schön gespreckelt was von grünen und prauner farb gezieret, mit gold darunter gefloriret Hans Sachs 9, 160
K.; hier an diesem gräschen läuft ein würmchen empor, seine flügel sind grünlichtes gold Sal. Gesner
schr. (1777) 1, 112; auch das würmchen mit golde bedeckt, merkt auf! ist es vielleicht nicht seelenlos? ist es unsterblich? Klopstock
oden 1, 136
M.-P.; der andere reiter sah gespannten auges nach dem halb verdeckten, in grün und rothes gold verhüllten wasser hinab H. Laube
ges. schr. (1875) 2, 7; eine zu grosze vorliebe für roth und gold verrathend in der wahl der teppiche
M. v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. (1893) 4, 241;
statt golden,
in adjektivische oder adverbiale funktion übergehend, überwiegend poetisch: es ist nit alles gold, das gold gleiszt Seb. Franck
sprüchw. (1545) 1, 84
b; seht die wasser, wie sie gleiten, ... und die blumen roth und gold sich bespiegeln, und so hold thau in diese wellen weinen Tieck
schr. (1828) 1, 327; stolz Karin zieht an ein oberkleid blau, wovon jedes fädchen schimmerte gold E.
M. Arndt
s. w. 6, 137
R.-M.; anders dichterisch, zu II D
gehörig, vgl. auch golden D 2 a
β: aug, mein aug, was sinkst du nieder? goldne träume, kommt ihr wieder? weg du traum, so gold du bist, hier auch lieb und leben ist Göthe I 1, 78
W. II@BB.
in vergleichen stehen namentlich die lauterkeit, reinheit, echtheit, beständigkeit des goldes, besonders seine unveränderlichkeit und dauerhaftigkeit im vordergrunde des bildbezuges, wobei gern an die feuerprobe (
vgl. auch die belege oben I B 3 a)
angeknüpft wird. II@B@11)
allgemein als sinnbild der reinheit, beständigkeit, dauerhaftigkeit, echtheit, vertrauenswürdigkeit, wahrheit: christenliche kirch, die biszher rain und unzerstört beliben ist als ain lawter gold und durchsichtig glas Berth. v. Chiemsee
t. theol. 34
Reithm.; dein red seind on befleckt und probiert wie syben mal das gold im fewr Eberlin v. Günzburg
s. schr. 3, 118
ndr.; deren standhaftigkeit ... wie das gold erprobt sei Ranke
s. w. 15 (1877) 55; letzter zweig von Pegens stamme, lasz dich krönen die gedult, dämpffe die verdammte flamme durch der tugend keusches gold v. Ziegler
asiat. Banise (1689) 816; nur am reinen golde der sittlichkeit nagt der zeitrost nicht Jean Paul
s. w. (1827) 48, 174; die eigentlichen urkunden zur geschichte des Caesar gehören schon an sich zu den gediegensten schriften des alterthums, hier ist lauter reines gold Fr. Schlegel
s. w. (1846) 4, 203; obwohl nicht aus allen (
beobachtungen und berichten) lauteres gold flieszt Ritter
erdkde (1822) 1, 31; und dann hätt ich mich auch gleich gegen den vorwurf vertheidigen können, ich sei ein windbeutel mit allen meinen citaten. das ist ein schreiendes unrecht, sie sind echt wie 24 karätiges gold L. Schücking
in: A. v. Droste-Hülshoff
br. (1893) 13;
in mundartlichen redensarten, z. b. so gewiss als gold '
ganz sicher' Martin-Lienhart
elsäss. 1, 213; dat is so echt as gold Mensing
schlesw.-holst. 2, 419.
als symbol des glaubens: (
die hl. drei könige) brahten im (
dem Jesuskinde) golt und wihrovch und mirrin. mit dem golde bedutten si, daz si daz glovbeten
specul. eccl. 38
Kelle; gold, weyrauch, myrrhen gib ihm (
dem kinde) schlecht, das ist: gläub, beth und büsze recht
bei Fischer-Tümpel
kirchenlied 3, 112,
vgl.des glaubens gold
sp. 708. II@B@22)
vom menschlichen charakter, seine zuverlässigkeit, standhaftigkeit, treue symbolisierend: ob ich den loben wolde der dem geluterteme golde so gliche begat daz er falsches niht enhat Herbort v. Fritzlar
liet v. Troye 3128
Fr.; der teufel versuocht, daz er verderbe, gott daz er bewer das gold
sprichw., schöne weise klugreden (1548) 96
b; ausz meines bruders ehegemahel, der ehren vest wie gold und stahel, ... hastu ein wittib bald gemacht J. Spreng
Ilias (1610) 238
a; ihr seid gewisz nicht ächtes deutsches gold, und scheut euch vor der probe Rückert
ges. poet. w. (1867) 1, 101; so oft meine wünschelruthe über dem golde einer deutschen biederseele rukte Schubart
leben u. gesinn. 2 (1793) 20; das lautere gold seines charakters Treitschke
hist. u. polit. aufs. (1886) 1, 378; sein herz ist lauter wie gold Schiller 14, 206
G.; sein herz ist wie gold, und ich kenne mehrere züge des anspruchslosesten edelmuthes von ihm A. Stifter
s. w. 1, 70
Sauer; der mann ist sicher wie gold Schiller 4, 192
G.; er ist ein ganzer jäger, zuverlässig wie gold Göthe I 12, 234
W.; he is so erlik as gold Doornkaat-Koolman
ostfries. 1, 662; des ist e
in ma
nn wie gold Fischer
schwäb. 3, 737;
besonders als sinnbild der treue (
wie im mhd. sonst der adamas,
vgl. mhd. wb. 1, 7),
oft in zusammenhang mit der symbolik des goldenen fingerringes (
vgl. Wilh. Grimm
deutsche fingernamen in: kl. schr. 3, 441
f., H. Neumann
d. lob d. keuschheit, ein lehrged. v. Joh. Rothe [1934] 98): er (
gott) hat mich in die hand geschrieben, mit lauterm golde seiner treu Salomo Franck
geistliche poesie (1685) 53; mein trauter war so lieb und hold, war lauter, echt und treu wie gold, und aller falschheit leer Bürger
s. w. 47
a Bohtz; dann (
nach der besiegung Napoleons) sieht Europens freies geschlecht nicht mehr ... das edle gold der alten treue gleich der besudelten münze wechselnd v. Stägemann
kriegsgesänge (1813) 10; seinen grundsätzen war er treu wie gold Hippel
lebensläufe (1778) 2, 174; (
er) rief bei anbruch der nacht auch die übrigen knechte zusammen, sieben an der zahl, treu ihm jedweder wie gold Heinr. v. Kleist 3, 167
E. Schmidt; en ma
nn treu wie gold
von goldlauterm charakter Staub-Tobler
schweiz. 2, 224; he is tru as gold Mensing
schlesw.-holst. 2, 419; su treu wie golt, mar net eso echte
rhein. wb. 2, 1295;
vgl. unten treu II 6,
teil 11, 1, 2, 269. II@CC.
häufig richten sich vergleich, bild und metonymischer gebrauch auf den hohen wert, die besondere kostbarkeit des goldes. II@C@11)
im betonten gegensatz zu weniger wertvollen oder wertlosen dingen gilt gold
als symbol eines besonderen wertes: infixus sum in limo profundi. waz chit daz? haesi in illis, tenuerunt me, occiderunt me, horo sint sie, wanda sie de terra sint, cold wurdin sie, ube sie mir uffolgen woltin ze himele Notker 2, 263
P.; der nimt vür golt griez unde sant Hugo v. Trimberg
renner 2368
Ehr.; und schlieszen, das der ehestand gollt und der geystlich stand dreck ist Luther 12, 108
W.; das du ... dreck fur goldt bezalest
ebda 18, 148; frisz dreck und scheisz gold, so werden dir die maidlein hold
M. Neander
sprichw. 13
Ladendorf; doch ich will ohne vorgefaszte meinung zu seinem commentar (
Klotzens über Horaz): wie schwer wirds, in diesem staube gold zu suchen! Herder 3, 330
S.; in Klopstocks republik wird mancher aldermann selbst nicht finden, was er gesucht hat, nicht gold, sondern schlacken Gleim
briefwechsel 1, 170
Körte; ein philosophischer kunstrichter ... soll das un bestimmte bestimmen, das falsche ausmärzen, schlacken und gold voneinander sondern Gerstenberg
recensionen 173
lit.-denkm.; was nach ausscheidung der fremden beimischungen als geschichtliches gold übrig blieb D. Fr. Strausz
ges. schr. (1877) 3, 38; sol er hinagevarner salig sin, so tuot iz des kenada, der an sih nam foenum, daz er daruz kolt machoti Notker 2, 431
P.; golt wird darumb nicht stro, obs ein dieb stelet und misbraucht Luther 26, 161
W.; der mann, der das wenn und das aber erdacht, hat sicher aus häckerling gold schon gemacht Bürger
s. w. 67
a Bohtz, vgl. Wander 3, 374.
im kontrast zu anderen metallen geringeren wertes mit gnomischer prägnanz, besonders in älterer sprache bei verbalen fügungen mit dem sinne von '
wertloses gegen wertvolles eintauschen': (
frauen) dî nouwe tin (
zinn) nemen vore alt golt H. v. Veldeke
in: minnesangs frühl. 62, 22
v. Kraus; (
würde ich euer kebsweib,) sô het ich vür daz golt gelesen daz kupfer und den messinc Heinrich v.
d. Türlin
krone 11358; ir habet mir gegen golde kupfer unde blî gewegen Konrad v. Würzburg
Engelhard 3704
Haupt; du bist ein tœrscher wehselære ... und gîst doch umbe kupher golt Thomasin v. Zirclaria
d. wälsche gast 8122
Rückert; o Christe, wie ist das golt in kupffer verkert! Judas Nazarei
v. alten u. neuen gott 39
Kück; gelihen goldt wirt zu blei, wann mans wider fordert Seb. Franck
sprichw. (1541) 2, 183
b; oft wechselst du wie Glaucus und Diomedes gold gegen bley Hippel
über die ehe (1774) 71;
umgekehrt: wie übele si dâ (
auf der reise) kunden werben nâch der spîse, doch wâren si sô wîse, si wehselten umb silber golt
Biterolf 2367
Jän.; fürwar das glück wil uns mit gantzem fleisz schmeichlen, dann wir bekommen jetzt golt für eysen, gut essen und trincken für hunger
buch d. liebe (1587) 218
d.
sprichwörtlich: reden ist silber, schweigen ist gold,
vgl. Fischer
schwäb. 3, 737
und Wander 3, 1559; während sie dem kinde doch nur die erfahrung voraushatte, dasz schweigen nicht silber, sondern gold ist E. Wiechert
wälder u. menschen (1936) 8. II@C@22) etwas ist gold '
hat einen besonders groszen wert wie gold'.
mit negativer wendung im alten sprichwort es ist nicht alles gold was gleiszt, glänzt, blinkt
mit dem sinne '
nicht alles, was schön aussieht, hat wirklichen wert': er irvolte daz altsprochene wort: ... iz en ist nicht allez golt daz da glizzit pfaffe Konrad
Rolandslied 71, 17
Gr.; ez ensî ouch allez golt niht, daz man doch glîzen siht Stricker
Karl 2503
Bartsch; es müste nicht alles gold sein, was da gleisset Luther 26, 548
W.; wie mein mann seliger zu sagen pflag, s ist nicht alles gold, was gleist J. J. Chr. Bode
Thomas Jones (1786) 3, 268;
vgl. noch: es ist nicht alles gold, was gleiszt Karl Rother
schles. sprichw. 234; nach dem man nun die feind also von stuck zu stuck erwegen, so wird man befinden, nach dem frantzösischen sprichwort, dasz nicht alles gold ist was gläntzet Fischart
discours (1589) g 1
a; wenn sich ... die sonne in den fenstern der ... häuser spiegelte, so dachte der ... wanderer selten daran, dasz nicht alles gold ist, was glänzt W. Raabe
hungerpastor (1864) 1, 24; es ist nicht alles gold, was blinkt Bauer-Collitz
waldeck. 253
a; et es net alles golt, wat blänkt
rhein. wb. 2, 1296.
auch im allgemeinen gebrauch: wie war aber solches im grundt erfunden werd, will ich yetzt nicht mit den heiligen vättern bewären, deren schrifft lautter gold sein Joh. Nas
antipap. eins u. hundert (1567) 2, 6
b; auch beym Sokrates ist nicht alles gold! Heinse
s. w. 4, 290
Schüddekopf; alles stimmt dahin, ... dasz ihre idee mit dem einmauern gold war Nestroy
ges. w. (1890) 2, 13; der dünger ... der is gold für den landwirt G. Hauptmann
einsame menschen (1891) 116; sie ist bei ihm s gold auf dem trühle
gilt bei ihm alles Fischer
schwäb. 3, 737.
in gegenüberstellung etwas ist gold '
ist schön, angenehm'
im hinblick auf etwas anderes unerfreuliches zumeist mit gegen (
älter erscheint golden gegen,
vgl.golden D 1 a): aber seyd ihr nicht reines gold gegen diese auf den kopf gestellten bilder? Fouqué
gefühle (1819) 1, 80; da is det zeich (
zeug) ja jold jejen den seint (
seines) Brendicke
Berliner wortsch. 128
b; dreck is golt dergege!
rhein. wb. 2, 1296.
so redensartlich heute als ausruf verbreitet das ist ja gold dagegen!,
vgl. z. b. dat es golt derjent '
es ist unvergleichlich mehr wert'
rhein. wb. 2, 1296; dat wīf hett weer efräiet (
gefreit) un de twäide keerl es gold tiägen dän iärsten Frederking
Hahlen 45; von ihren groszeltern konnten sie hören, dasz die jetzige zeit gold war im vergleich zur früheren
M. v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. (1893) 2, 116;
ähnlich: dann wars ja gold, wie mich die bank erst einmal angstellt hat Jos. Weinheber
Wien wörtlich (1935) 60. II@C@33)
schlechthin als sinnbild des wertvollen, schätzbaren und guten. II@C@3@aa)
als inbegriff aller kostbarkeit in der bezeichnung des liebenden für die geliebte, mit stark subjektivem gefühlsgehalt (
wie schatz
teil 8,
sp. 2278
und hort
teil 4, 2,
sp. 1835),
vgl. als vorstufe: ir herze wart von grunde Engelharte unmâzen holt. der eine was ir als daz golt und der ander (
Dietrich) als der wint Konrad v. Würzburg
Engelh. 1238
Haupt; hab dank, liebes zartes gold, ich muesz dir immer werden hold
fastnachtspiele 402, 5
Keller; addio, gold! Göthe IV 3, 74
W.; ja, lieb gold, ich glaub wohl, dasz ihre liebe zu mir mit dem absein wächst
ebda 172; gölde golt (
goldenes gold) '
liebste'
rhein. wb. 2, 1297;
ähnlich gefühlsbetont für Christus als den seelenbräutigam: ey so gieb mir doch die kräffte, schönste perle, feinstes gold, dasz ich, wie ich längst gewolt, meinem hertzen dich einhäffte A. Silesius
heil. seelenlust 20
ndr. II@C@3@bb)
auf sachliche objekte und abstracta zielend, deren besitz oder wert so kostbar wie gold ist; noch streng im bilde: ich was den sunden also hold, das ich die sam das gold verparc in meins herczen schrein H. v. Burgus
d. seele rat 5154
Rosenfeld; ob sei es nicht alles ausgericht haben, so ist doch yhr hertz und meynung gut. in magnis voluisse satis est. wer kans alles zu gold machen? Luther 26, 543
W.; vgl. en gode menong mat (
macht) all werke ze golt
rhein. wb. 2, 1297; der schönheit (so ihr gold) erquickend-reicher glantz krönet ihr wehrtes haupt mit wahrer weiszheit krantz, ihr leib von tugenten, als kleinoten, gantz gläntzet Weckherlin
ged. 2, 314
Fischer; welcher ... das gold seines verstandes auff den probierstein der sterbligkeit streichet v. Ziegler
asiat. Banise (1689) 132; schwärmer prägen den stempel des geists auf lügen und unsinn, wem der probierstein fehlt, hält sie für redliches gold Göthe I 1, 321
W.; die zauberruthe, die, nach dem helleren golde, dem neuen gedanken, zuckt Klopstock
oden 1, 221
M.-P.; man sieht, wie der ungemeine geist des Leonardo aus allen dingen ... gold zu ziehen wuszte Wackenroder
herzensergiesz. (1797) 74; die minuten sind von gold, so wichtig, und fallen dahin A. v. Chamisso
w. (1836) 5, 188;
abstrakter in religiöser und poetischer sprache: dasz gott mit solcher ruoten oder züchtigung ... inen das gold in buosen lege (
v. j. 1584)
bei Staub-Tobler 2, 224; legt hie an diese wahre (
ehre und zucht), die nicht verderben kan, das thewre gold (
den wertvollen teil) der jahre, die zarte jugend an! S. Dach
in: Königsb. dichterkreis 10
ndr.; hier (
an der krippe des Jesuskindes) sind alle gute und das gold, da ihr sollt gaben euer herz mit laben Paul Gerhardt 182
Ebeling; wer sein gold, das ist seine klugheit, nicht in gefahr setzen ... wolle, derselbe sey genöthiget ... eine höltzerne decke darüber zu legen Chr. Weise
pol. redner (1677) 54; enthält diese sammlung, sowohl in materie als form, echtes poetisches gold, so fassen es ... vermuthlich nur wenige bogen Bürger
s. w. 327
a Bohtz. II@C@3@cc)
vielfach in genitivumschreibungen: fürstin, eure himmels-gaben, die ihr habt, wie euch sie haben, sind verfast und spielen weit durch das gold der frömigkeit Logau
sinnged. 229
Eitner; dasz er (
der adel) in das feine gold guter sitten und wissenschaften versetzet werde Lohenstein
Arminius (1689) 1,
vorber. c 1
a; das kostliche gold des wahren glaubens
d. wohlgeplagte priester (1695) 154; das reine gold der wahrheiten Wieland
s. w. 31 (1799) 20; der palatinus wagt die edle tochter an seiner guten sache reines gold Schiller 15, 2, 501
G.; miszbrauchte man des glaubens gold zu ketten Zach. Werner
Martin Luther (1807) viii; o du heiliges gold des gewissens, wie schnell und schön strafst du das herz, das beginnet, selbstsüchtig zu werden A. Stifter
s. w. 1, 302
Sauer; rühmt der freyheit edles gold Gottsched
ged. (1751) 1, 270; aus schwarzer nacht durch rotes blut zu der freiheit gold P. Dörfler
d. notwender (1934) 13;
vgl.goldene freiheit
bei golden D 1 e. II@DD. gold
gilt seines glanzes wegen als inbegriff von schönheit und pracht, vgl. die belege bei I A 1 b
ende; in dieser beurteilung in mhd. dichtung als vergleichsobjekt für die strahlende erscheinung weiblicher schönheit: underwîlen blickenman Prünhilde sach an vrowen Kriemhilde,diu schœne was genuoc: ir varwe gên dem goldeden glanz vil hêrlîchen truoc
Nibelungenlied 742, 4
L.; 'merzi', sprach Gandin, 'bele Isolt, schœne und schœner danne golt in Gandines ougen Gottfried v. Straszburg
Tristan 13136
R. sonst erst im nhd. als symbol des schönen bezeugt, so vom wohllaut der sprache oder dichtung: wie das lautere gold ... der hochdeutschen sprache ... entsprüszet Zesen
rosenmând (1651)
titelblatt; wenn er in ihr (
der dichter in der sprache) anlage zum silbenmasz ausforscht, und gleichwohl schüchtern diesz gold nicht gräbt Klopstock
oden 2, 58
M.-P.; doch du, um die in ewgem schwunge die welt sich dreht, o poesie, o lege gold auf meine zunge, und in mein herz giesz melodie! Arno Holz
in mod. dichtercharaktere (1885) 151;
allgemeiner gefaszt: sey nur den deutschen musen hold! so wird der freyen künste gold durch deiner gnade beystand glänzen Gottsched
neueste ged. (1750) 15; wie gold glänzt es (
das schöne) ins auge und leuchtet Herder 22, 55
S.; schön, wie das ewige, ist euer (
der jünglinge) bildnis, ähnlich gott. doch ihr seid nur ein anfang, nur von auszen: aus gold, wie die götter Jos. Weinheber
späte krone (1936) 72;
vergleichbar: heut ist fürwahr ein sondrer tag (
ein geburtstag), er deucht mir ganz von golde! Mörike
w.2 1, 239
Maync; en tag wie gold (
so schön) Staub-Tobler
schweiz. 2, 224.
auch mit dem beisinn des täuschenden, äuszerlich schönen scheines, vgl. schon: als daz gold den schin von im lat, also tuot dú welt, si zaiget schOenes leben
St. Georgener prediger 110, 2
Rieder; ich kenn ein höllisch volck, die brüder der Erinnen, ein art von auszen gold und lauter koth von innen Logau
sinnged. 630
E.; (
die bösen engel, die) teufel für gottheiten anbeteten, die sie mit zierlichen religionen voll bunten gepränges und goldes ausschmücketen Bodmer
samml. crit. poet. schr. (1741) 1, 24.
redensartlich: einem nicht trauen, und wenn er von gold wäre Bauer-Collitz
waldeck. 253
b; gold im munde
schöne, aber nichtssagende worte, vgl. gold im munde, blei im hertzen Rother
schles. sprichw. 322;
sinnbildlich für leere pracht: gold (
d. h. goldene tressen) up de kragen, hunger in de magen Doornkaat-Koolman
ostfries. 1, 662. II@EE.
als bezeichnung für andere rohstoffe, besonders mineralien, die nach ihrem aussehen oder bestimmten eigenschaften mit gold vergleichbar sind und durch ein kennzeichnendes adjektiv vom eigentlichen gold unterschieden werden, vgl. auch katzengold teil 5,
sp. 295; rheinisches gold
für ein mineral (
turmalin),
das in der schmuckindustrie verwendung findet, vgl. schirl teil 9,
sp. 208
und schörl
ebda 1578: man findet darauff (
auf dem Fichtelberg) schirell, das man rhenisch golt nennet
M. v. Kemnat
chron. Friedrichs I. 82
Hofmann; dan allain die Venediger das rhenisch golt konnen recht schmelzen und zu gut bringen
ebda; für messing gibt Diefenbach
gl. 400
b die glossierung: orichalcum dunne golt (15.
jh., nd.);
ironisch: dat es golt van enem pifereng (
pfeifenring) '
messing'
rhein. wb. 2, 1296; Glattfelder gold '
katzengold' Staub-Tobler
schweiz. 2, 224.
euphemistisch gemeint: gold '
menschenkot als fischköder' Martin-Lienhart
elsäss. 1, 213; een haufen jold
menschenkot Brendicke
Berliner wortsch. 128
b,
vgl.goldgrube ebda, und goldgräber '
abtritträumer'
v. j. 1443
bei Lexer 1, 1048
sowie: canalitium aurum gold das ausz den söden kompt Frisius
dict. (1556) 179
a.
alchemistisch für quecksilber: dasz weisze goldt, darinn kein metall untergeht als allein dasz goldt Mart. Ruland
lex. alchem. (1612) 91.
seit dem 18.
jh. weiszes gold
für das platin: von dem weiszen gold oder siebenten metall, in Spanien platina del Pinto, kleines silber vom Pinto genannt (
v. j. 1752) Scheffer
bei B. Neumann
d. metalle (1904) 355; das mineralische (
reich wird) mit einem neuen metalle, der platina, als einem weiszen golde, erweitert Gottsched
das neueste 8 (1758) 922; man macht zwar das weisze gold, welches seit 1741 an dem Rio di Pinto ... gefunden wird ..., zu dem achten metall, allein ... dasselbe (
scheint) nichts anders als ein mit eisensand vermischtes gold Krünitz 19 (1780) 275.
dann auch auf andere weisze stoffe übertragen, die an wirtschaftlichem wert dem golde gleichkommen: die starke zurückdrängung des flachses durch das 'weisze gold', die baumwolle
dtsche allg. zeit. v. 31. xii. 1936; das weisze gold, der salpeter, liegt hoch oben auf den zwei- bis dreitausend meter hohen ungeheuren plateaus, den salpeterpampas G. Plüschow
segelfahrt ins wunderland (1926) 161.