1 golden Adj. Wiederholt Großschr; in früheren (fast ausnahmslos literar) Texten öfter güld-, später noch vereinzelt in historisierenden Dramen (Götz3, Faust II) u in DuW, einmal auch guld- GWB8,324 Var
, ferner die Bildung ‘güldin’ GWB16,425 HSachsPoetSdg 30 Var
; apokopiert idVbdgn ‘gold/golden- und silberne’ GWB47,349,18
u GWB4,326 Vs 14
, häufig Synkope -dn-. Von den etwa 600 Belegen knapp 2/3 in Bed A1 u jeweils rund 1/6 in A2 u B. — Bei der frühzeitigen Klopstock-Lektüre Berührung mit neuartigen, (bildl-)gefühlshaften Verwendungen von ‘golden’1). Im Vergleich zu ‘Gold’ reichere Metaphorik, speziell hinsichtl der Bedeutungen schön, gut, wahr (A2a-c); öfter im Zusammenhang mit Imaginativem, Visionärem gebraucht (s A1eα, A2aα u B2); der Topos der ‘Goldenen Zeit’ bes im geschichtsphilos bedeutsamen ‘Tasso’-Gespräch zum Verhältnis von Utopischem u Real-Möglichem, von Freiheit u Sittlichkeit (A2aβ). A
aus Gold(imitat) bestehend, damit gefertigt od überzogen, ausgestattet; dem Gold entsprechend, gleichkommend 1
von Konkretem, Gegenständlichem, meist mit den Begleitvorstellungen des Kostbaren u Schönen a
vom Naturstoff; in expressiv-vergleichender Schilderung [
Meph:] im Berg der Mammon glüht. | .. [
Faust:] Da sprühen Funken .. | Wie ausgestreuter goldner Sand GWBFaust I 3929 b
vom (künstlerisch-)handwerkl Produkt: Gefäß, Schmuck, Münze ua (einmal in Bilddarstellung); vereinzelt vom Werkstoff; auch im Vergl Der Papst schenkte dem Philipp Hackert .. eine massiv goldne Dose GWB46,142,14 Hackert Gold und silberne Gefäße von Calf .. Man muß dieses Bild sehen .. keine Frage, wenn ich die goldnen Gefäße oder das Bild zu wählen hätte, daß ich das Bild wählen würde GWB47,349,18 StädelschKabinett [
geplante Vertonung von ‘Jery u Bätely’] Der Dialog muss wie ein glatter goldner Ring sein, auf dem Arien und Lieder wie Edelgesteine aufsizen GWBB4,157,25 Kayser 29.12.79 wenn auf dem Brückenkreuz der g-e Hahn im Sonnenschein glänzte GWB26,22,14 DuW 1 Zu Ring und Kette poch’ ich .. | Die feinen goldnen Drähtchen GWB1,35 Der Goldschmiedgesell 6 GWBB25,26,23 Christiane 29.8.14 GWB38,67 KünstlersVergött Regiebem vor 1 GWB47,134,13 Samml 2
uö ‘g-e Binde’ für goldenes Stirnband, Diadem GWB23,254,13 Lj VIII 8 [
Zit s v Binde 1d]
von Gewändern u anderen textilen Erzeugnissen; meist stärker auf das Erscheinungsbild bezogen (in Berührung mit B), auch im Volksliedmotiv; einmal ‘falsche goldne Spitzen’ [
Feierlichkeiten bei Frankf Kaiserkrönung] Alles fuhr und ging in Galakleidern, so daß man zuletzt nur die ganz g-en Anzüge bemerkenswerth fand GWB26,300,28 DuW 5 Du liebes Kind, komm, geh mit mir! | .. Meine Mutter hat manch gülden Gewand GWB1,167 Erlkönig 12 [
Cäcilienkirche in Rom] Die Säulen waren mit .. g-en Tressen umwunden GWB30,222,23 ItR~GWBB8,65,3 Weim Freunde 22.11.86 Stickerey Goldne und Silberne A1,32,12 Aufstellg übAkzisetarife [Dez 77] GWBB15,21,19 Thouret 30.1.00
uö mit metonym Bezug: ‘goldnes Gedränge’ (in Schilderung des festlich aufmarschierenden Zwergenstaates) GWB25
1,160,7 Wj III 6 Die neueMelusine
von den wandelnden, geistbegabten Kunstgeschöpfen des Hephaistos; auch im Gleichnis [
Hephaistos:] g-e [<eherne] wandelnde Knaben | Schuf ich, welche Kronion .. unterstützen, | Wie ich mir eherne Mädchen erschuf Achilleis 82 [
für: χρύσεος] GWB41
1,311,13 Ilias Ausz 18 GWB41
1,510,15 EntwEinl Ilias Ausz 1820
im Wirtshausnamen (hinsichtl des vergoldeten Wirtshausschildes) [
Hochzeitbitter:] Bei dem Wirth zur goldnen Laus | Da wird sein der Hochzeitschmaus GWB38,436 Hanswursts Hochz Plp GWBHermDor II 258 GWBTgb 6.6.13
uö c
mit spezif Konnotationen u Vorstellungsbereichen α
als Ausdruck von Reichtum, von herrschaftl Sphäre [
Marchese, seine Schätze aufzählend:] Die strahlenden Steine! | Die schwankenden Federn! | Die g-en Uhren! | Die zierlichen Ketten! GWB12,259 VereitelteRänke 123 [G/Vulpius?] [
Palast des Alkinoos] Es schließen von innen | G-e Thüren das Haus .. die Pforte, daran ein goldner Thürring bewegt wird. | Golden- und silberne Hunde .. bestellte | .. unsterbliche Wächter, Hephaistos. | .. Es standen im Saale | G-e Knaben umher auf schönen Gestellen und hielten | Brennende Fackeln [
für: χρύσειος] GWB4,326f Aus Odyssee 7 Vs 11, 13fu21
uö β
zur Kennzeichnung von Rang, Macht, Würde sowie von Ehrung, Auszeichnung; idVbdg ‘goldnes Zepter’ scherzh auf wohltätiges (weibl) Regiment bezogen; einmal abschätzig akzentuiert: ‘goldne Last’ (für Goldkette) [
Götz:] der Burgemeister von Nürnberg, mit der güldenen [guldenen
Var] Kett um den Hals GWB8,58,4 Götz
2 II~GWB39,58 Götz
1 [
Reineke:] sie wollten Braunen den Bären | .. zu Aachen | Mit der goldnen [
Reinke de Vos: krone van golde] Krone das Reich ihm festlich versichern GWBReinF V 33 Verliehet ihr den goldnen Kranz, | Ihr Lieben dort am Maine GWB5
1,71 Vs 1 GWB4,205 Durchlauchtigster! Es nahet sich 24 GWB1,163 Der Sänger 27 GWBB33,113,20 CarlAug 13.7.20 K
uö auch von Ehre, Reinheit, Unbescholtenheit [
Valentin zu Gretchen:] alle brave Bürgersleut’, | .. Von dir, du Metze! seitab weichen. | .. Sollst keine goldne Kette mehr tragen!
2) GWBFaust I 3756
in allegor Darstellung des Ehrgeizes Das ehrene Alter .. Zwei Knaben, der Ehrgeiz, mit goldnen Adlerflügeln, gezieret mit Pfauenfedern GWB16,441 Maskenz Aufz vier Zeitalter Progr γ
als Signum der Göttersphäre; öfter von göttl Attributen (Flügelschuhe, Pfeil u Bogen, Rad ua) [
Iph:] sie [
die Götter] bleiben | In ewigen Festen | An g-en Tischen GWBIph
2 1746~GWB39,386,16 Iph
1 IV 5 der Bote Merkurius .. seine göttliche Solen die schönen, goldnen GWBB2,63,2 Kestner [5.2.73] GWB14,245 Zu Faust I Zwei Teufelchen 70 GWB13
2, 286,26 Götz
3 Plp GWBPand 368
uö auch in Kultritual u Heiligenverehrung [
Pylad zu Iph:] Die Vatergötter .. Deine Hand soll ihnen Weihrauch | Zuerst aus goldnen Schalen streuen GWBIph
2 1615 GWBT1,334,17 v [9.4.87]
uö d
in topischen/toposähnlichen u anderen usuellen, auch namenartigen Vbdgn α
im mythischen, märchenhaften Motiv, mehrf in freier u bildl Verwendung: ‘goldnes Kalb’ (einmal pl) [
Meph zum Kaiser bezügl vergrabener Schätze:] Nimm Hack’ und Spaten .. | Und eine Heerde goldner Kälber | Sie reißen sich vom Boden los GWBFaust II 5041 GWB16,574,14 KantateReformJub Schema
‘goldnes Vlies’ [
Thoas:] Die Griechen lüstet’s öfter nach der Barbaren Gütern, dem goldnen Vließe [goldnen Felle GWBIph
2 2104] und den schönen Pferden GWB39,402,2 Iph
1V 7 GWBFaust II 8215
uö ‘g-e Äpfel’, einmal ‘goldne Himmelsfrüchte’, auf die Mythe vom hesperischen Garten bezogen (od in Anknüpfung daran) Sey mir hesperischer Drache gegrüst, du zeigtest dich mutig, | Du vertheidigtest kühn g-er Äpfel Besitz! GWB53,4 Vs 44 RömElegNachtr II [
Prinzessin:] Die schönen Lieder, die an unsern Bäumen | Wir hin und wieder angeheftet finden, | Die, goldnen Äpfeln gleich, ein neu Hesperien | Uns duftend bilden Tasso 179 GWBIph
2 1111~GWB39,363,21 Iph
1 III 1
uö ‘goldner Regen’ in der Zeus/Danae-Begegnung (als Bildmotiv) GWB19,212,4 BrSchweiz I [
Zit s v Danae]
‘g-es Ei’, scherzh wohl für als Geschenk bestimmtes Honorar GWBB23,360,16 Christiane [6.]6.13 β
in tradierten (bildl, redensartl u sprichwörtl) Vbdgn u Wdgn Goldnes Netz das euch umwunden! | Wer will dessen Werth erkunden? GWB4,20 An Willemer 13 [
Domherr:] Aus dem Felde der jugendlichen Schwärmerei .. glaubt man über eine g-e Brücke in eine reizende Feenwelt hinüber geführt zu werden GWB17,181,28 GrCoph III 5 fährt er [
Newton] fort goldne Berge zu versprechen GWBN2,219,21 FlP 481 Bey dem Verkehr mit Ew. Wohlgeboren .. vertauscht [
man] eherne Waffen gegen g-e.
3) So hat mir Ihre letzte Sendung sehr viel Freude gemacht GWBB19,326,4 Blumenbach 9.5.07 GWB9,139,11 Geschw [
für: doré] GWB45,52,23 RamNeffe
uö ‘g-e Äpfel in silbernen Schalen’ uä (nach SprSalom 25,11) [
verklärende männl Betrachtung] Die Frauen sind silberne Schalen, in die wir g-e Äpfel legen Gespr Eckerm 23.10.28 GWB22,156,11 Lj V 4 GWB22,319,7 Lj VI SchöneSeele
negativ akzentuiert: iZshg mit Fesselung, Gefangensein, Unterjochung; ‘gold(e)ne Ketten, Käfige’, ‘goldnes Netz’ es werden ihnen [
den das eherne Weltalter darstellenden Knaben] g-e Ketten umgehängt GWB16,441 Maskenz Aufz vierZeitalter Progr Über ein braunes Gewand hätte er [
der Dämon der Sklaverei] ein goldnes, vielfach verschlungenes Netz gezogen GWB16,499,19 Epim Progr GWB12,209 Zauberfl Regiebem vor 566
‘goldner Bauer’ für den menschl Körper (als Gelaß der Seele) Bulbuls Nachtlied durch die Schauer | Drang zu Allahs lichtem Throne, | Und dem Wohlgesang zu Lohne | Sperrt’ er sie [
die als Nachtigall vorgestellte Seele] in goldnen Bauer. | Dieser sind des Menschen Glieder GWB6,228 Vs 4 DivParab
gelegentl in den formelhaften Vbdgn ‘gold(e)ne Buchstaben, Lettern’, ‘g-e Schrift’ eine große Tafel über einer Thüre .. worauf die Worte in goldnen Buchstaben zu lesen waren: Ubi homines sunt modi sunt GWB25
1,65,3 Wj III 1 GWBReinF X 131u247 [
Reinke de Vos: myt golde; myt .. guldenen boekstauen]
uö γ
in hist Bezeichnungen: ‘Goldne Bulle’, für das (nach seinem Goldsiegel benannte) Grundgesetz des Hl Röm Reiches von 1356 Ich war um ihn [
Olenschlager], als er eben seine Erläuterung der Güldnen Bulle schrieb GWB26,248,17 DuW 4 GWB26,291,28 DuW 5
uö ‘Goldnes Vlies’, Name eines span Ritterordens sowie seines Emblems (eines an der Kette getragenen goldenen Widderfells) [
Jetter:] Egmont ist Ritter des goldnen Vließes; wer darf Hand an ihn legen? Nur von seines Gleichen kann er gerichtet werden GWB8,251,21 Egm IV [
prächtig gekleideter Egm zu Clär:] Ich versprach dir einmal spanisch zu kommen .. [
Clär:] ich dachte ihr wolltet nicht — Ach und das goldne Vließ! [
Egm:] Da siehst du’s nun GWB8,240,2 Egm III
uö(ebd) δ
in Anlehnung an Werktitel (von Wielands aufklärerischem Staatsroman ‘Der goldene Spiegel’) Ein Fastnachtsspiel .. vom Pater Brey, dem falschen Propheten. Zur Lehr’, Nutz und Kurzweil gemeiner Christenheit, insonders Frauen und Jungfrauen zum goldnen Spiegel GWB16,57 Titel e
mit poetisch-symbolhaftem Gehalt; auch in metaphor Vbdgn α
in der ‘Nacht’-Szene von ‘Faust’: im visionären Bild der den Kosmos durchwaltenden Einheitlichkeit, Harmonie [
Faust:] Wie alles sich zum Ganzen webt, | Eins in dem andern wirkt und lebt! | Wie Himmelskräfte auf und nieder steigen | Und sich die goldnen Eimer reichen!
4) GWBFaust I 450 β
iZshg des Schatzkistenmotivs der Mummenschanz: ‘goldnes Blut’, Vitalität, auch Bedrohung symbolisierend GWBFaust II 5712 [
Zit s v Gold A1fα] γ
in der ‘Zauberflöte’: ‘goldner Sarg, Sarkophag’, ‘goldnes Grab’, auf ewige Gefangenschaft, Trennung, Tod verweisend [
Monostatos zur Königin der Nacht:] Mit Feuerhand ergreif’ ich es [
Paminas und Taminos Sohn] geschwind, | In jenen goldnen Sarg wird es sogleich verschlossen .... | Mit .. klugem Sinn | Drück’ ich dein Siegel schnell .. | Auf’s goldne Grab und sperre so den Knaben | Auf ewig ein GWB12,187f Zauberfl 92u109 GWB12,189 Regiebem vor Vs 141
uö δ
im ‘Märchen’: beim ‘goldnen König’ Weisheit versinnbildlichend, wohl auch bei den ‘goldnen Adern’ des aus mehreren Metallen ‘zusammengesetzten’ [
der Alte:] Drei sind die da herrschen auf Erden: die Weisheit, der Schein und die Gewalt. Bei dem ersten Worte stand der goldne König auf GWB18,266,6 Märchen GWB18,235,14 ebd GWB18,266,19 ebd
uö ε
in symbol Kennzeichnung von Poesie, Magie (Motiv von Schleier, Leier ua) [
Wilh:] enterbt und nackt übergab ich mich der Muse, die mir ihren goldnen Schleier zuwarf und meine Blöße bedeckte GWB21,43,10 Lj I 8~GWB51,128,4 ThS II 3 [
Tasso:] Sie [
die Prinzessin] .. reiche | Im stillen Hain die goldne Leier mir Tasso 1157 [
Knabe Lenker:] Bin die Verschwendung, bin die Poesie; | .. Hier seht mich nur ein Schnippchen schlagen, | Schon glänzt’s und glitzert’s um den Wagen | .. (Immerfort umherschnippend.) Nehmt goldne Spange für Hals und Ohr; | Auch Kamm und Krönchen ohne Fehl GWBFaust II 5585 Es ging ein Knäblein wohl über das Land, | Ein gülden Buch trug es in seiner Hand. | Es konnte lesen, es konnte schreiben, | Alle schwere Gewitter konnt’ es vertreiben GWB4,168 Alter Feuersegen 2 [G?] GWB39,347,22 Iph
1 II 1 GWB25
1,164,10 Wj III 6 Die neueMelusine
uö ζ
im Sinnbild von Liebe, Treue (Ring-, Ketten-, Bechermotiv ua); einmal in poet Tonstellung [
Suleika:] Als ich auf dem Euphrat schiffte, | Streifte sich der goldne Ring | Fingerab in Wasserklüfte, | Den ich jüngst von dir empfing GWB6,149 Vs 2 DivSuleika schon wechseln sie der Treue Zeichen; | G. reicht sie ihm die Kette dar GWB1,222 Braut vKorinth 86 Es war ein König in Thule | Gar treu bis an sein Grab, | Dem sterbend seine Buhle | Einen goldnen Becher gab GWB1,171 König iThule 4 GWB1,96 An ein goldnesHerz Titel GWB16,223 Maskenz RomantPoesie 117
uö 2
in übertr Verwendungen a
schön, herrlich, vollkommen, wunderbar, öfter in emotional gestimmter od emphatischer Dichtungsspr; mehrf zugl mit der Assoziation von Farbe, Glanz (Bed B) α
von Vorstellungen, Imaginationen; idVbdgn ‘goldne(r) Traum, Morgenträume’, ‘goldne Phantasie’, auch ‘goldne Märchen’; vereinzelt im Vergl Wem hat nicht in Gegenwart seines Mädchens die ganze Welt g. geschienen? Wer fühlte nicht an ihrem Arme Himmel und Erde in wonnevollsten Harmonien zusammenfließen? GWB37,317,15 Falconet O Lieb’, o Liebe! | So g. schön, | Wie Morgenwolken | Auf jenen Höhn! GWB1,72 Wie herrlich leuchtet 14 Unter den holden Sternen hingestreckt war ihm [
Wilh] sein Dasein wie ein goldner Traum GWB21,110,1 Lj I 17~GWB51,90,20 ThS I 23 du warst mein Zeitvertreib | Goldne Phantasie GWB1,13 Der neueAmadis 7 ist der gut gelaunte Sänger | Mitunter auch ein Kinderfänger, | Der selbst die wildesten bezwingt, | Wenn er die goldnen Märchen singt GWB1,183 Der Rattenfänger 12 GWB17,33,12 TriumphEmpfindsamk III
uö β
von (idealisiertem) Vergangenem, Frühzeitlichem, auch von Erlangbarem, Künftigem u von Real-Gegebenem; in den (topischen) Vbdgn ‘G-es (Zeit-)Alter’, ‘g-e Zeit’, ‘goldne Tage, Stunden’; in ‘Tasso’ für die rückgewandte (mit der Sehnsucht auf ein Wiederfinden verbundenen) Utopie einer uneingeschränkt-freien, genußreichen arkadischen Idealwelt u — im Gegenentwurf — für die Idee einer allzeit lebbaren, im Sittlichen, Maßvollen begründeten Gemeinschaft5) jene schöne Zeit, in welcher der Jüngling den Werth .. des Vortrefflichsten .. in sich fühlt .. Jene frohen reinen Gefilde der g-en Zeit, jene Paradiese der Unschuld, bewohnte er länger als andere GWB36,319,24 Zu brüderlAndenkWielands 1813 [
Paläophron:] nennt man mich die alte Zeit, | Und wer besonders wohl mir will, der nennt mich auch | Die goldne Zeit, und will in seiner Jugend mich | Als Freund besessen haben GWB13
1,7 PaläophronNeoterpe 54 [
aus Inhaltsangabe zu EDarwins ‘The botanic garden’] Uranfängliche glückliche Eilande, Paradies oder goldnes Alter GWBB13,37,19 Schiller 26.1.98 [
Prinzessin zu Leonore:] Wir können .. stundenlang | Uns in die goldne Zeit der Dichter träumen Tasso 23 [
Tasso:] Die goldne Zeit wohin ist sie geflohen? | .. Da auf der freien Erde Menschen sich | Wie frohe Heerden im Genuß verbreiteten; | .. Wo jeder Vogel in der freien Luft, | .. Zum Menschen sprach: Erlaubt ist was gefällt. | .. [
Prinzessin:] die goldne Zeit ist wohl vorbei: | Allein die Guten bringen sie zurück; | .. Die goldne Zeit .. die schöne Zeit .. war sie je, so war sie nur gewiß, | Wie sie uns immer wieder werden kann. | .. in dem Wahlspruch ändert sich .. | Ein einzig Wort: Erlaubt ist was sich ziemt
6) Tasso 979,995u998 GWB11,183,24 Stella
2 V~DjG
35,110,24 Stella
1 GWB9,75 Mitsch
3 503 Tasso 1047
uö mit iron-abschätzigem Akzent, für prätendierte Idealzustände (bes best Literaturepochen des 18./19. Jh) Goldnes Zeitalter. | Ob die Menschen im Ganzen sich bessern? Ich glaub’ es, denn einzeln, | Suche man, wie man auch will, sieht man doch gar nichts davon GWB5
1,209 Xen 32(90) Titel [
zu Schillers negativem Urteil üb Klopstocks ‘Hermanns Schlacht’] Herrmann und sein Gefolge hat sich also schlecht exhibirt. Das G-e Zeitalter
7) hat seine Nachkömmlinge nicht sonderlich versorgt GWBB16,233,13 Schiller 22.5.03 GWBB45,50,16 u 51,1 Kanzl Müller 11.11.28
in bildhaft-poetischer Anspielung auf die goldene (u silberne) Zeit als einen im erlebten Naturzusammenhang immer gegebenen paradiesischen (dem Menschen gemäßen) Erfahrungsraum; im Reim Heute noch im Paradiese | Weiden Lämmer auf der Wiese, | .. Milch und Obst nach ew’ger Weise | Bleibt der Alt- und Jungen Speise; | Mutterarm ist Kinderwiege, | .. Natur ist’s nach wie vor. | Wo ihr huldiget der Holden, | Erd’ und Himmel silbern, g. GWB3,124 WTischbeins Idyllen 57 γ
in Verbindung mit dem bibl Motiv des Lebensbaums (1.Mose 2,9), Reiz, Fülle u Wert des sinnl-empirischen Lebens verdeutlichend [
Meph zum Schüler:] Grau, theurer Freund, ist alle Theorie, | Und grün des Lebens goldner Baum GWBFaust I 2039~GWBUrfaust 433 δ
‘goldne Zunge, g-er Mund’; in Hinblick auf Rednergabe, Formulierungskunst; auch pejor [
Thoas:] schweigt in ihrer [
der Frauen] Brust die rasche Gluth, | So dringt auf sie vergebens treu und mächtig | Der Überredung goldne Zunge [mit tausend goldnen Zungen die Überredung GWB39,338,25 Iph
1 I 3] los GWBIph
2 474 einen Pater Abraham a Sancta Clara, der .. seinem schlechten Publicum mit g-em Munde das dümmste Zeug vorsagt, um sie durch Erniedrigung zu erbauen GWBB25,332,19 Zelter [17.5.15] GWB30,201,4 ItR
einmal ‘goldnes Saitenspiel’ zur Beschreibung lyrisch-musikal Wohlklangs GWB16,272 Maskenz 1818 Festz 359 b
gut, vortrefflich α
von geschätzten, geliebten, bewunderten Personen; auch iSv lieb(st), einzigartig; meist in der Anrede Unser Herzog [
CarlAug] ist ein goldner Junge GWBB3,22,19 Herder [24.?1.76] Gute Nacht, goldne Frau GWBB3,22,7 ChStein [30./31.1.76 Korr Fränkel
2 1,16] [
Franz:] Narr! lieber Narr! goldner Narr! .. Holder, köstlicher Narr! Du kommst von ihr [
Adelh] GWB13
2,292,25 Götz
3Plp GWB4,354 Ich komme bald 1 GWBB2,29,21 ChBuff [8.10.72]
uö insbes iSv innerlich reich, gefühlvoll [
wohl Lenz’ Gedicht ‘Nachtschwärmerey’ gemeint] ein Zweig aus Lenzens Goldnem herzen [<Garten] GWBB2,238,15 Fahlmer [Anf März 75] β
von Erlebtem, Genossenem: beglückend, wohltuend; einmal subst (komp) Reicher Blumen goldne Ranken [
orientalisierendes Blumenornament] | Sind des Liedes würd’ge Schranken, | Goldneres hab’ ich genossen | Als ich euch in’s Herz geschlossen GWB4,20 An Willemer 3 [
nach Schlegel für: golden sleep] GWB9,204 RomJul 596
uö c
wahr, zutreffend, gehaltvoll, auch: authentisch; wiederholt ‘goldne Worte’; einmal in iron Replik [
Rugantino erst allein, dann mit den anderen Vagabunden:] So fahret fort zu dichten, | Euch nach der Welt zu richten. | Bedenkt in Wohl und Weh | Dieß goldne ABC GWB11,217 Claud
2 402 die Kinder .. Immer, immer wiederhol ich die goldnen [g-en Werth
2] Worte des Lehrers der Menschen: wenn ihr nicht werdet wie eines von diesen! AA32,21 Werth
1 I [
Litterator:] die Wonne und Hoffnung von ganz Deutschland, was der Götterbote [
Wielands ‘Teutscher Merkur’] für goldne Papierchen der Aristarchen und Aoiden herum trägt. [
Euripides:] mir ist übel mitgespielt in denen g-en Blättchens GWB38,15,7u11 GöttHeldWieland [
auf Bürgers Homer-Übs bezogen] Er .. strebe nach der goldnen, einfachen, lebendigen Bestimmtheit des Originals GWB37,361,8 BürgersHomer GWBB9,248,13 Meyer 13.3.91 GWB37,295,2 ParabSalomon Titel GWBB8,217,12 ChStein 25.5.87
uö von einer Verfahrensweise: adäquat, sachgerecht; einmal ‘goldne Mittelmäßigkeit’ Verschiedene Arten der Darstellung eines Begriffs. Viererlei Sprachen gibt es dafür. Die erste möchte man die g-e nennen, wodurch das Phänomen, die Begebenheit, selbst erscheint Gespr(He2,66) Schardt [1806] GWBT1,269,10 v 5.10.86 d
idVbdgn ‘goldner Segen, Beifall, g-e Zeugnisse’ für einen größeren (Gold-)Geldbetrag (Honorar, geschäftl Gewinn) Sie haben sich heute so bald entfernt daß ich Ihnen den goldnen Segen Cottas nicht mit auf den Weg geben konnte GWBB14,74,18 Meyer 3.5.99 daß Sie .. den Beyfall den Sie meiner Arbeit [
dem ‘Epimenides’] gaben auch noch, zum Überfluß, durch g-e Zeugniße bekräftigen wollen [
er erhielt für das Stück vom Berliner Theater 250 Taler in Gold] GWBB25,294,23 Gf Brühl 1.5.15 GWBB13,33,1 Schiller 20.1.98 e
‘goldne Hochzeit’, ‘goldner Tag’ (für 50jähriges Jubiläum), einmal in verkürzter Titelwiedergabe der Festschr ‘G-s goldner Jubeltag’ [
Herold anläßl Oberons u Titanias Ehejubiläum:] Daß die Hochzeit g. sei | Soll’n funfzig Jahr sein vorüber; | Aber ist der Streit vorbei, | D as golden ist mir lieber GWBFaust I 4227u4230 [
Wiederkehr von G-s Eintritt in Weim am 7.11.75] Goethe’s goldner Tag. 1. Band GWBB41,77,4 NMeyer 25.6.26 Beilage GWBB20,334,19 Voigt [vor 22.5.09]
uö B
Farbe (u Glanz) des Goldes aufweisend od dem nahekommend, daran erinnernd 1
im konkreten, gegenständl Bereich; auch ‘g. glänzend’, ‘goldner Glanz’, gesteigert ‘goldner als Gold’ a
vom handwerkl, künstlerischen Erzeugnis Halbstiefelchen, so g. als man gewollt GWB26,300,1 DuW 5 Makariens Sessel .. glänzte g. GWB24,185,19 Wj I 10 Die Kuppeln und Gewölbe nebst ihren Seitenflächen der Markuskirche sind bunte Figuren auf goldnem Grunde alles Mosaische Arbeit GWBT1,274,18 v 6.10.86 GWB49
1,96,20 Philostrat GWB7,222,13 DivNot
uö b
vom Naturgegenstand, -phänomen, bevorzugt in poetisch-stimmungsvoller Schilderung; mehrf im mythol, märchenhaften Kontext G-e Fische | Wimmeln im See GWB1,81 FrühzFrühling 11 [
Iph:] es quillet .. vom Parnaß die ew’ge Quelle sprudelnd | .. in’s goldne Thal hinab GWBIph
2 1198 [
verhüllender Dunst bei Liebesvereinigung von Zeus u Hera] G. [χρυσείην] wallte der Nebel umher und träufelte glänzend GWB5
2, 384 Aus Ilias 14 Vs 351 [
zur Lektüre von ETAHoffmanns ‘Der goldne Topf’] Bekam mir schlecht; ich verwünschte die goldnen Schlängelein GWBTgb 21.5.27 GWB2,74 Adler u Taube 26
uö wiederholt vom (lockig-)blonden Haar um die offnen Augen und das volle Gesicht [
von Felix] kräuselten sich die schönsten goldnen Locken GWB22,85,22 Lj IV 15~GWB52,244,16 ThS VI 10 [
ungeflochtener Haarteil Rhodogynes] ist goldner als Gold [ξανθὸν μὲν καὶ χρυσοῦ πέρα] GWB49
1,85,6 Philostrat GWB5
1,35 Ein zärtlich jugendlicher 11
uö öfter von Feld- u Baumfrucht, Wein u Honig; ‘goldne Äpfel’ wohl für Orangen; auch in Hypallage u im Bildzshg freute | Sich [
die Mutter] der eigenen Saat und des herrlich nickenden Kornes, | Das mit g-er Kraft sich im ganzen Felde bewegte GWBHermDor IV 51 Du [
Dora] brachst nun die Früchte [
Orangen u Feigen] geschäftig, | Und die g-e Last zog das geschürzte Gewand GWB1,268 Alexis u Dora 80 Keinen Wein hab’ ich getrunken, | Den mein Mädchen nicht gereicht, | .. goß ich auf dieß Herze, | Das schon längst dein Altar ist, | Von dem Becher | Güldne [G.
Var] Flammen, und ich glühte, | Und mein Mädchen ward geküßt GWB4,92 An Venus 14 erscheint .. das .. neue Wunderkind, das unsere Kunst .. erlösen soll, sieht fromm und klug .. in die frische grüne Welt, nährt sich von Säften süßer Blüthen und bringt den goldnen Honig zum Stocke GWB41
2,383,25 Haydn,Schöpfung [Zelter/G] GWB37,25,17 Annette Kunst Spröden zu fangen II GWBB5,105,13 ChStein 5.4.81
uö mehrf von der Sonne u ihren Lichtwirkungen, vereinzelt von Mond u Sternen; einmal ‘g. blicken’ [
Jungfrau:] der goldnen Sonne Morgenstrahlen [der Morgensonne Gold GWBElp
2 79 [G/Riemer]] auf ihren [
Antiopes u Elpenors] Angesichtern GWB11,372,79 Elp
1 I 1 [
Minnepaar, nach Gewitter:] Im goldnen Glanz, im bunten Farbenscheine | Der neuen Welt genießen sie [
die Liebenden] den Tag GWB16,220 Maskenz Die RomantPoesie 41 Endlich leuchtest meinem Pfad, | Luna! klar und g. GWB3,222 Vs 6 Neugr Liebe-Skolien I GWB7,164,22 DivNot [
für: χρυσοειδής;
aureus] GWBN3,33,4 FlH I GWBB3,45,7 ChStein [25.3.76]
uö ‘etw g. machen’, in fiktiver malerischer Darstellung Oben mahlt’ er eine schöne Sonne, | .. Und den Saum der Wolken macht’ er g., | Ließ die Strahlen durch die Wolken dringen GWB2,183 Amor als Landschaftsmaler 22 —
übergreifend, unter Einschluß auch von Bed A; offenbar bezogen auf das versch Wortverwendungen vereinende Gedicht ‘An Willemer’ (4,20) Alles G. GWB6,315 DivWiesbReg Nr 95 2
in bildhaft-imaginativer Vorstellung (meist in metaphor, auch in vergleichenden Zshgn); gewöhnl verbunden mit Sonnen-, Lichtmotivik [
Tasso zur Prinzessin:] wie die Sonne, trocknete dein Blick | Den Thau von meinen Augenliedern ab. | .... Welch einen Himmel öffnest du vor mir, | .. Macht mich dieser Glanz nicht blind, | So seh’ ich unverhofft ein ewig Glück | Auf goldnen Strahlen herrlich niedersteigen Tasso 1118 [
Pylad:] Wir eilen immer ihrem [
der Ahnherren] Schatten nach, | Der göttergleich in einer weiten Ferne | Der Berge Haupt auf goldnen Wolken krönt GWBIph
2 696~GWB39,348,2 Iph
1 II 1 GWBFaust I 1079u1120 GWB4,191 Elysium 49
speziell im Hinblick auf dichterische Imagination u ihre Hervorbringungen [
betr wohl die Arbeit am ‘Faust’] In goldnen Frühlings Sonnen Stunden | Lag ich gebunden | An dies Gesicht | In holder Dunckelheit der Sinnen | Konnt ich wohl diesen Traum beginnen | Vollenden nicht GWB14,293 Faust Plp[?] die holden Phantasien | Blühen | Rings umher auf allen Zweigen, | Die sich balde, | Wie im holden Zauberwalde, | Voller goldnen Früchte beugen GWB2,25 DtParnaß 63
im Traumbild od in visionärer Schau; auch mBez auf bildkünstlerische Darstellung Augusts Traum von g-en Funken, die er mit der Hand auffing und zum Fenster hereinlangte GWBTgb 26.2.07 [
Hauptmann:] Siehst du einen Schein um mein graues Haupt? [
Zigeunerknabe, ein ‘Sonntagskind’:] Einen lichten Schein, einen milden Schein, er strahlet hell der güldne Schein — Er färbt sich roth der wilde Schein GWB13
1,273,21 Götz
3 III Tasso 2036 Michael Schilar M.S.