goldfarb,
goldfarben,
adj. u. adv. , '
von der farbe des goldes'.
als farbbezeichnung älter als golden (
vgl. sp. 738):
fulvum coltfaro Notker 1, 472, 15
P.; (
Hermus rutilante ripa) Hermus ... an sinemo goltfareuuen stade 196, 9;
crocus ist goltuaro Williram 69, 19
Seem.;
auricolor goltfare
ahd. gl. (
hs. 13.
jh.) 3, 717, 37
St.-S.; (
vinum)
sucinatum goltfar win (
hs. 13.
jh.) 373, 1,
vgl. 155, 19;
flaveus ... gel vnd goltfar (15.
jh.) Diefenbach
gl. 239
a;
ruffus goltfar
ebda 643
c;
fulvus rotgelb, goltfarb, messinfarb, lederfarb, rot mit grün vermischt Erasmus Alberus
nov. dict. (1540) E 2
b.
seit dem 18.
jh. in der form goldfarben
üblich. 11)
von leuchtenden körpern, besonders gestirnen, zunächst als übersetzung von lat. aureus, auratus, aurulentus (
vgl.golden B 1):
sol auratus ... ter goldfaruuo sol Notker 1, 747, 22
P.; (
planeta)
auratus et fulgidus ... coldfaro unde skîmbâre
ebda 707, 17;
aurulenta (
lux esset) goltvarauuaz uuâri
ahd. gl. 2, 441; 22
St.-S.; die goltvarwe sonneund dar zu der silberwizze mane
jg. Titurel 355, 2
Hahn; luchtendes liecht, gelich der goltfarw sunnen Elsb. Stagel
leben d. schwestern z. Tösz 57, 31
Vetter; ein prachtvolles sternenpaar, goldfarben und rötlich grün A. v. Humboldt
kosmos (1845) 3, 395; die hellrothe oder goldfarbene lufft am ... horizonte
d. vernünft. tadlerinnen (1725) 2, 379; um welchen her das feuer nicht gelb wie gewöhnlich erscheint, sondern gold- und sonnenfarben Göthe I 49, 1, 79
W.; die ... gegend ... durch ein gold- und purpurfarbnes licht erhellt G. Forster
s. schr. (1843) 2, 217. 22)
mhd. goltvar
zumeist im sinne '
von gold schimmernd, golden glänzend, goldgeschmückt'
bei gegenständen mit goldenem schmuck oder beschlag: tho gesah er gâhen harte ... manegen scilt goltvarewen, manegen helm scînen
Rolandslied 5734
Bartsch; die goltvarwen zoumefuortens an der hant
Nibelungenlied 75, 1
L.; cursitt und deke sin gabend goldvarwen schin
Göttw. Trojanerkr. 7626
Koppitz; sein klaider waren goltvar Heinrich v. Neustadt
Apollonius 11613
S.; merket wie diu krone swebe ... goltvar, rosin, lilienwiz
v. d. jung. tage 707
Willoughby. goldähnlich, goldartig aussehend, von unechtem metall: do waz ein ander kramære komen; ... des kramgewant waz goltvar und waz von kuppfer geworht
kl. mhd. erz. 3, 167, 26
Rosenhagen; er furt eine lanzen groz rorine. goltvarwer stahel uz Indiawas die glevie
jg. Titurel 1284, 4
Hahn. mit golden aussehender metallischer farbe angestrichen: die deckel der zündlöcher ... sollen messing oder goldfarb angestrichen sein Fronsperger
kriegsb. 2 (1573) C c 1
a;
auch der korb auf der erde ist goldfarb Welcker
alte denkm. (1849) 4, 24. 33)
von nichtmetallischen gegenständen, wenn es sich um eine besonders leuchtende oder schöne goldartige färbung oder um einen goldähnlich metallischen schimmer handelt; häufig vom blonden menschlichen haar, vgl. auch golden 741
f.: ichn weiz waz sî zwâre an ir goltvarwen hâre und an ir selber richet Hartmann v. Aue
Iwein 1672; crus, goltvar loken langen
d. saelden hort 3760
Adrian; roth goltfarb was ir hare, ir wengle weis und clare
volks- u. ges.-lieder 1, 165, 25
K.; wo ist die liechterscheinung deines goldfarben hars? Jac. Frey
e. schön gespräch v. e. waldtmann (1555) b 3
a; es geht die mueter, schneidt ir aignen dochter die schene goldfarbe har ab Abraham a
s. Clara
neue pred. 70
Bertsche; wie ihm die goldfarbnen zöpf so fein herunterhiengen U. Bräker
s. schr. (1789) 1, 62;
altertümelnd in der romantik: ob sie einen grünen kranz dürft tragen in ihrem goldfarbnen haar Cl. Brentano
ges. schr. (1852) 5, 352; sie hat ein licht goldfarbnes haar Achim v. Arnim 13, 192
Grimm (wunderhorn). ebenso vom goldartig glänzenden tierkleid: ein kever, der was goltvar
kl. mhd. erz. 3, 141, 1
R.; hewschrecken ... seind graw und goldtfarb Seb. Franck
chron. zeytb. (1531) 242
a; goldfarbene fische Ettner v. Eiteritz
medizin. maulaffe (1719) 951;
für eine goldähnliche farbqualität ohne besonderen metallglanz: der (
panther) sint etsleich gel oder goltvar, die anderen weiz Konrad v. Megenberg
buch d. natur 156, 28
Pf.; er bringt zur sprache ..., warum die vierfüszigen thiere nicht goldfarben aussehen Göthe II 3, 286
W.; sie (
die weine) aber erstlich weisz und von alter hernach also goldfarb werden Ryff
spiegel d. gesundh. (1544) 62
a; dô intluoch sich der bluome, dô wart allir êrist geschin der goltvarwe bluome crist
St. Trudperter hohes lied 36, 27
Menhardt; diu lilje bringet diu golt- varwen kölbelîn (14.
jh.) David v. Augsburg
in zs. f. dt. alt. 9, 33; ein kraut, das ... die bluomen gold-farb hat, man nennet es auch chrysanthemom Frisius
dict. (1556) 219
a; pomerantzen haben eine satte goldfarbe rinde W. Spangenberg
anmuth. weiszh. lustgarten (1621) 309; die bäume und stauden neigen ihre goldfarben und bepurpurten früchte zu ihnen herab Wieland I 2, 410
akad.; eine schöne herbst amaryllis (
erhob) ihre gold-farbenen blüthen G. H. v. Schubert
reise ins morgenland (1838) 1, 297.