goldig,
goldicht,
adj. u. adv. ,
auch guldig, güldig,
s. teil 4, 1, 6,
sp. 1070. 11) '
goldähnlich, goldfarben',
älter '
goldhaltig',
in mundarten, vor allem oberdeutschen, auch '
von gold', '
golden',
z. t. anstelle des fehlenden gülden,
golden,
vgl. guldig
golden schweiz. id. 2, 227, Schmid
schwäb. 249, Beck
Markgräfl. ma. 72; gulde
n, guldig, goldig
für '
golden, von gold' Martin-Lienhart
elsäss. 1, 213; goldich ...
golden Follmann
lothr. 210; koltic
golden Meisinger
Rappenau 75; gulden, guldig, goldig
von gold, golden Schöpf
tirol. 223; 'giltən,
dafür meist goldig' Müller-Fraureuth
obersächs. 1, 429
a,
vgl. auch Stauf v.
d. March
nordmähr. ma. 45; 'guldig, goldig ...
was gulden, golden' Schmeller-Fr.
bair. 1, 901; goldich
golden Heinzerling-Reuter
Siegerländ. ma. 93; göldig, goldig
golden Rovenhagen
Aachener ma. 46;
vgl. im älteren nd. güldich
mnd. hwb. 1, 2, 187.
bei Fischer
schwäb. 3, 740
wird goldig '
vergoldet'
abgehoben gegen golde
n '
aus gold' (
Ostdorf),
s. auch golden A 1. 1@aa) '
aus gold': sie steckten im an ein guldigen ring: jetzt bist du wieder mein königskind (
schweiz.)
bei Mittler
dtsche volkslieder 115; mit guldige gufe, silbrige hafte, fast wie eine hand so grosz Jer. Gotthelf
ges. schr. (1856) 1, 105; die kunst der nadel ist mir nicht geschenkt, auch kann ich euch kein goldig kleinod reichen A. v. Droste-Hülshoff
ges. schr. (1878) 2, 234; sie kämmte dem thier mit goldigem kamm sein goldiges mähnenhaar graf Strachwitz
ged. (1850) 58. '
wie gold': da wollt es ihm bedünken, er säh es aus dem erdreich guldig blinken Grillparzer
s. w. 2, 27
Sauer. 1@bb)
in älterer bergmannssprache soviel wie goldhaltig,
vgl. auch göldisch
und güldig
teil 4, 1, 6,
sp. 1070: über das fande er ein gros goldecht bergwerck in seinem eigen land Wickram 3, 169
Bolte; dann wieviel seind erst der güldigen bergwercken auffkommen Seb. Münster
cosmogr. (1550) 79; ein jeglicher guldiger gang Bech
Agricolas bergwerckb. (1621) 80; vom goldigen silber Mathesius
Sarepta (1571) 1
a; göltig silber
ebda 29
a; von den göldigen silbern Ercker
beschreib. aller mineral. ertzt (1580) 71
b; quecksilberertz ..., welche sehr goldig gewesen Thurneysser
magna alchymia (1583) 86; (
man) entdeckte diesen anbruch güldiger und silberhaltiger ocher Ritter
erdkde (1822) 2, 670. 1@cc) '
goldfarben', '
vergoldet', '
mit gold verziert': der herr zog aus sein guldiges schwert
bei Tobler
Schweizer volksl. 1, 113; wollet mir es vergönnen, hinter den vorhang zu sehn, welcher von jenem guldigen rahmen herunter hängt Fouqué
zauberring (1812) 2, 109; hat mir (
dem turmhahn) die sonne unverwandt auf meinen goldigen leib gebrannt Mörike
w.2 1, 139
Maync. 1@dd) '
glänzend, schimmernd wie gold'
von nichtmetallischen körpern, auch '
goldgelb': da leuchten ... im mittagstrahl, ein goldig funkenmeer, die wohlbckannten, heiszersehnten zinnen A. v. Droste-Hülshoff
ges. schr. (1878) 2, 235; der sterne seelig heer glitt rieselnd in ein goldig nebelmeer Mörike
w.2 1, 147
Maync; sieh, der sonnenschein liegt so goldig auf der strasze Hebbel
s. w. 2, 42
Werner; ich ... freute mich daran, wie goldig der tee glänzte R.
M. Rilke
ges. w. (1927) 4, 57; das haar ... hatte nichts als die fülle von seiner ehemals goldigen schönheit behalten Hermann Stehr
d. begrab. gott (1906) 354; es schwingt in der sonne sich auf ein bienchen in guldiger pracht. — bin müde vom irren lauf, erstarrt von der kälte der nacht Chamisso
w. 3 (1836) 133;
leuchtend gelb: die goldige laugenblume
cotula aurea (
für cotula coronopifolia L.) Oken
allgem. naturgesch. (1839) 3, 761; wie der haber goldig dastand Stifter
s. w. 5 (1908) 318. 22) goldig
im übertragenen sinne z. t. gleichbedeutend mit golden;
wie golden D 1 a: s ist guldig d
ergege
n,
es ist unvergleichlich mehr wert bei Martin-Lienhart
elsäss. 1, 213
b,
wie golden D 1 b,
auch C 2: die guldige nacht
brautnacht, in: schweiz. id. 2, 227.
wie golden C 1: in Homers gesängen erscheint alles in so schönem lichte, so verherrlicht, so nobel und goldig (
von gold strahlend) J. H. Kohl
reise nach Istrien (1856) 1, 307;
wie golden C 3 a, c: es geht wie ein zaubermärlein, so schön, ... so reich und goldig (
gold verheiszend) Holtei
erz. schr. (1861) 4, 149;
wie golden D 2 a,
auch D 1 b: aber aus der goldigen hoffnungsreichen zukunft war eine graue, trostlose gegenwart geworden Spielhagen
s. w. (1877) 2, 436.
in seiner hauptanwendung gilt goldig
als schmeichel- und kosewort im sinne von '
lieb, wert, hübsch, liebenswürdig'
und ist in dieser verwendung auch in heutiger umgangssprache und in den unter 1
angeführten mundarten weiter verbreitet als golden (
vgl.golden D 1 a).
vgl. noch e goldig kerlche
am ganzen Main und Rhein Askenasy 194, goldig '
von personen und sachen: teuer, goldeswert, lieb, herrlich' Fischer
schwäb. 3, 739; min goldicher käfer! Martin-Lienhart
elsäss. 1, 213; goldig
lieb, sehr hübsch und zierlich, liebenswürdig Reuting
Höchster ma. 19: ach du goldiges Andreszgen! ... lasz mir doch erscheinen den hertzallerliebsten mein! J. G. Schmidt
gestr. rockenphil. (1706) 1, 170; o ihr seyd doch mein goldiger junker Schiller 2, 144
G. (
die räuber 4, 3); bin mit der welt recht zufrieden, goldiger Miller Schubart
br. 1, 220
Strausz; was ich aber von ihm am meisten schätze, ist der mann selbst, ein so goldiger bursche ist mir nicht leicht vorgekommen Karl Stauffer-Bern
br. 91
Brahm. umgangssprachlich als gefühlsbetontes epitheton ebenso im norddeutschen weit verbreitet, z. b. ein goldiges kind, ein goldiges geschöpf, ein goldiges tier;
von sachen gebraucht, wie sonst auch reizend,
niedlich,
entzückend,
z. b. ein goldiger hut, ein goldiges kleid, ein goldiges häuschen
u. ähnl. —