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goldig

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

goldig adj. u. adv.

Bd. 8, Sp. 796
goldig, goldicht, adj. u. adv. , auch guldig, güldig, s. teil 4, 1, 6, sp. 1070. 11) 'goldähnlich, goldfarben', älter 'goldhaltig', in mundarten, vor allem oberdeutschen, auch 'von gold', 'golden', z. t. anstelle des fehlenden gülden, golden, vgl. guldig golden schweiz. id. 2, 227, Schmid schwäb. 249, Beck Markgräfl. ma. 72; gulden, guldig, goldig für 'golden, von gold' Martin-Lienhart elsäss. 1, 213; goldich ... golden Follmann lothr. 210; koltic golden Meisinger Rappenau 75; gulden, guldig, goldig von gold, golden Schöpf tirol. 223; 'giltən, dafür meist goldig' Müller-Fraureuth obersächs. 1, 429a, vgl. auch Stauf v. d. March nordmähr. ma. 45; 'guldig, goldig ... was gulden, golden' Schmeller-Fr. bair. 1, 901; goldich golden Heinzerling-Reuter Siegerländ. ma. 93; göldig, goldig golden Rovenhagen Aachener ma. 46; vgl. im älteren nd. güldich mnd. hwb. 1, 2, 187. bei Fischer schwäb. 3, 740 wird goldig 'vergoldet' abgehoben gegen golden 'aus gold' (Ostdorf), s. auch golden A 1. 1@aa) 'aus gold': sie steckten im an ein guldigen ring: jetzt bist du wieder mein königskind (schweiz.) bei Mittler dtsche volkslieder 115; mit guldige gufe, silbrige hafte, fast wie eine hand so grosz Jer. Gotthelf ges. schr. (1856) 1, 105; die kunst der nadel ist mir nicht geschenkt, auch kann ich euch kein goldig kleinod reichen A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. (1878) 2, 234; sie kämmte dem thier mit goldigem kamm sein goldiges mähnenhaar graf Strachwitz ged. (1850) 58. 'wie gold': da wollt es ihm bedünken, er säh es aus dem erdreich guldig blinken Grillparzer s. w. 2, 27 Sauer. 1@bb) in älterer bergmannssprache soviel wie goldhaltig, vgl. auch göldisch und güldig teil 4, 1, 6, sp. 1070: über das fande er ein gros goldecht bergwerck in seinem eigen land Wickram 3, 169 Bolte; dann wieviel seind erst der güldigen bergwercken auffkommen Seb. Münster cosmogr. (1550) 79; ein jeglicher guldiger gang Bech Agricolas bergwerckb. (1621) 80; vom goldigen silber Mathesius Sarepta (1571) 1a; göltig silber ebda 29a; von den göldigen silbern Ercker beschreib. aller mineral. ertzt (1580) 71b; quecksilberertz ..., welche sehr goldig gewesen Thurneysser magna alchymia (1583) 86; (man) entdeckte diesen anbruch güldiger und silberhaltiger ocher Ritter erdkde (1822) 2, 670. 1@cc) 'goldfarben', 'vergoldet', 'mit gold verziert': der herr zog aus sein guldiges schwert bei Tobler Schweizer volksl. 1, 113; wollet mir es vergönnen, hinter den vorhang zu sehn, welcher von jenem guldigen rahmen herunter hängt Fouqué zauberring (1812) 2, 109; hat mir (dem turmhahn) die sonne unverwandt auf meinen goldigen leib gebrannt Mörike w.2 1, 139 Maync. 1@dd) 'glänzend, schimmernd wie gold' von nichtmetallischen körpern, auch 'goldgelb': da leuchten ... im mittagstrahl, ein goldig funkenmeer, die wohlbckannten, heiszersehnten zinnen A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. (1878) 2, 235; der sterne seelig heer glitt rieselnd in ein goldig nebelmeer Mörike w.2 1, 147 Maync; sieh, der sonnenschein liegt so goldig auf der strasze Hebbel s. w. 2, 42 Werner; ich ... freute mich daran, wie goldig der tee glänzte R. M. Rilke ges. w. (1927) 4, 57; das haar ... hatte nichts als die fülle von seiner ehemals goldigen schönheit behalten Hermann Stehr d. begrab. gott (1906) 354; es schwingt in der sonne sich auf ein bienchen in guldiger pracht. — bin müde vom irren lauf, erstarrt von der kälte der nacht Chamisso w. 3 (1836) 133; leuchtend gelb: die goldige laugenblume cotula aurea (für cotula coronopifolia L.) Oken allgem. naturgesch. (1839) 3, 761; wie der haber goldig dastand Stifter s. w. 5 (1908) 318. 22) goldig im übertragenen sinne z. t. gleichbedeutend mit golden; wie golden D 1 a: s ist guldig dergegen, es ist unvergleichlich mehr wert bei Martin-Lienhart elsäss. 1, 213b, wie golden D 1 b, auch C 2: die guldige nacht brautnacht, in: schweiz. id. 2, 227. wie golden C 1: in Homers gesängen erscheint alles in so schönem lichte, so verherrlicht, so nobel und goldig (von gold strahlend) J. H. Kohl reise nach Istrien (1856) 1, 307; wie golden C 3 a, c: es geht wie ein zaubermärlein, so schön, ... so reich und goldig (gold verheiszend) Holtei erz. schr. (1861) 4, 149; wie golden D 2 a, auch D 1 b: aber aus der goldigen hoffnungsreichen zukunft war eine graue, trostlose gegenwart geworden Spielhagen s. w. (1877) 2, 436. in seiner hauptanwendung gilt goldig als schmeichel- und kosewort im sinne von 'lieb, wert, hübsch, liebenswürdig' und ist in dieser verwendung auch in heutiger umgangssprache und in den unter 1 angeführten mundarten weiter verbreitet als golden (vgl.golden D 1 a). vgl. noch e goldig kerlche am ganzen Main und Rhein Askenasy 194, goldig 'von personen und sachen: teuer, goldeswert, lieb, herrlich' Fischer schwäb. 3, 739; min goldicher käfer! Martin-Lienhart elsäss. 1, 213; goldig lieb, sehr hübsch und zierlich, liebenswürdig Reuting Höchster ma. 19: ach du goldiges Andreszgen! ... lasz mir doch erscheinen den hertzallerliebsten mein! J. G. Schmidt gestr. rockenphil. (1706) 1, 170; o ihr seyd doch mein goldiger junker Schiller 2, 144 G. (die räuber 4, 3); bin mit der welt recht zufrieden, goldiger Miller Schubart br. 1, 220 Strausz; was ich aber von ihm am meisten schätze, ist der mann selbst, ein so goldiger bursche ist mir nicht leicht vorgekommen Karl Stauffer-Bern br. 91 Brahm. umgangssprachlich als gefühlsbetontes epitheton ebenso im norddeutschen weit verbreitet, z. b. ein goldiges kind, ein goldiges geschöpf, ein goldiges tier; von sachen gebraucht, wie sonst auch reizend, niedlich, entzückend, z. b. ein goldiger hut, ein goldiges kleid, ein goldiges häuschen u. ähnl.
5722 Zeichen · 138 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Goldigadj, adv

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    ○ Goldig , adj . u. adv . golden, dem Golde ähnlich. So lange die freundliche Sonne Noch funkelt im goldigen Glanz. C. A…

  2. modern
    Dialekt
    goldigAdj.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    goldig Adj. : 1. a. 'aus Gold', vgl. golden 1 , goldenig . RA.: Das steht'm wie der Sau e goldich Halsband [ Schandein S…

  3. Spezial
    goldig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    gol|dig adj. (auch ‹fig› ) d’or.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit goldig

3 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von goldig

gold + -ig

goldig leitet sich vom Lemma gold ab mit Suffix -ig.

Zerlegung von goldig 2 Komponenten

gol+dig

goldig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

goldig‑ als Erstglied (3 von 3)

goldigbraun

DWB

goldig·braun

goldigbraun , adj. , goldbraun: die fülle der goldigbraunen locken Zschokke ausgew. schr. (1824) 25, 110 ; ( die ) goldigbraune raupe Brehm …

goldiggelb

DWB

goldig·gelb

goldiggelb , adj. , goldgelb: mit krausgelocktem, goldiggelbem haar Gaudy s. w. (1844) 1, 165 . —

goldiggrün

DWB

goldig·gruen

goldiggrün , adj. , goldgrün: goldiggrüner strahlenschimmer, der durch saftges weinlaub lacht Gaudy s. w. (1844) 9, 40 .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „goldig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/goldig/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „goldig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/goldig/dwb. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „goldig". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/goldig/dwb.
BibTeX
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