goldblume,
f. 11)
blume aus gold,
goldfarbenem metall, gewebe, malerei: der ander (
ritter) dort mit den goldbluhmen, der im schilde drey silberne cronen ... führet Bastel v.
d. Sohle
Harnisch aus Fleckenland (1648) 200; ein ... mit goldblumen durchwirktes gewand
deutsches museum 4, 206
Schlegel; bildlich: auf seinem (
des reichen) dach sitzt immerzu der vogel hab-ich: in seinem garten wachsen die goldblumen Abr. A S. Clara
etwas f. alle 1 (1699) 359. 22)
als name für verschiedene gelbblühende pflanzen; so schon ahd., vgl. amello herba golthblomo
ahd. gl. 2, 726, 43. 2@aa)
als entsprechung von lat. chrysanthemum,
griech. χρυσάνθεμον (
vgl. dazu v. Lippmann
alchemie 1 [1919] 643),
das sich nicht auf eine einzige pflanze beschränkt, vgl. chrysanthemum goldblum Harder
herb. (1574)
in: Isis (1907) 86, Camerarius
kreutterb. (1590) 365
b, goldblume
chrysanthemon Stieler (1691) 203,
aber auch: chrysanthemum römische camillen blumen, goldblumen Corvinus
fons latin. (1646) 98: die gemeine goldblum (
chrysanthemum) hat blätter wie der beyfusz v. Hohberg
georg. curiosa (1682) 1, 682; grossi goldbluem '
wucherblume'
chrysanth. leuc. schweiz. id. 5, 75; '
wucherblume, chrysanthemum segetum'
rhein. wb. 2, 1298; '
saat- und wucherblume' Frischbier
preusz. 2, 525;
vgl. dazu Marzell
wb. d. dtsch. pflanzenn. unter: chrysanthemum coronarium L. 1, 954;
chrys. indicum L. 1, 956;
chrys. leucanthemum 1, 971. 2@bb)
für calendula officinalis L., die ringelblume, mhd. goltblume (13.
jh.)
bei H. Fischer
mittelalterl. pflanzenkde (1928) 264, Marzell
wb. d. dtsch. pflanzenn. 1, 717;
mnd. goltblôme
bei Lasch-Borchling 1, 2, 132; goldblome (
nd., 1420)
bei Diefenbach
gl. 90
a, goltblume (
md., 15.
jh.)
ebda; nach Marzell 1, 715
gehören hierher auch die unter anderen lat. namen gebuchten: (
h)
eliotropium goltbluome (
md., 15.
jh.) Diefenbach
gl. 198
c;
solsequium gultbloeme (
nd., 1420)
ebda 541
c;
areola, aureola goldblum 47
a; goldbluhm, ringelbluhm, kühbluhm Duez (1664) 2, 206
a;
mundartl. z. b. rhein. wb. 2, 1298; golteblom (
Bitburg)
ebda 2, 1302; goltje-
oder goldenblöme Stürenburg
ostfries. 73
a; goldbleomen Frederking
Hahlen 45; goldblaume Woeste
westf. 82
b,
sowie Fischer
schwäb. 6, 2054;
vgl. dazu noch Marzell
a. a. o. 1, 717; ringelblumen, goldblumen ... auch calendula Wirsung
artzneyb. (1588)
reg.: wann sie ... ihre zarte fingerlein auszreckt uber eine ringel- oder goldblumen
theatrum amoris (1626) 17. 2@cc)
für caltha palustris L., die sumpfdotterblume, vgl. Marzell 1, 739,
rhein. wb. 2, 1298, Fischer
schwäb. 3, 738; goldblüemli
schweiz. id. 5, 75: von dotterbluomen ...: die kinder haben ire kurtzweil und freude mit disen schönen goltbluomen, werden jetzunder nit sonders in der artzney gebraucht Bock
kreutterb. (1546) 54
b;
vgl.goldbluhme
caltha Steinbach (1734) 1, 138, Frisch (1741) 1, 360
b. 2@dd)
gelegentlich als bezeichnung für andere meist gelbblühende pflanzen, vgl. goltplum
centhauria oder
centaur oder erdtgal, bieferkraut ... garthayte
voc. theut. (
Nürnb. 1482) l 5
a;
aurifolium goltblume (15.
jh., md.) Diefenbach
gl. 62
a: asphodelus hat ein wurzel wie ein jung zybel oder louch und ein goltfarb blum, darum wurt affodilus bass getütschet goldblüm oder wilder louch Hier. Braunschweig
liber de arte distill. (1500) 118; sonnengoldtblum
heliochrysum Tabernämontanus
kreuterb. (1613) 376;
ranunculus acer schmalzblume, goldbluom Leonh. Fuchs
new kreüterb. (1543) 338; goldblume, streichbluom, geele chamill (=
anthemis tinctoria, vgl. Marzell
a. a. o. 1, 325)
ebda 8; goldbluemen, goldblüemli
gelber hahnenfusz (
ranunculus acer L.)
schweiz. id. 5, 75;
feigwurz (
ranunculus ficaria L.)
ebda; goldblume (
Böhmerwald)
lilium martagon L. türkenbund Hegi
flora 2, 236; goldbluem
türkenbund schweiz. id. 5, 75;
mundartlich z. b. noch goldblumm
gelbweiszes ruhrkraut wb. d. lux. ma. 149; goldbloom '
wohlverleih' (
arnica montana), '
klapper' (
rhinanthus alectorolophus) Mensing
schlesw.-holst. 2, 420,
s. Marzell
a. a. o. 1, 186. 2@ee)
botanisch nicht näher bestimmbar für eine leuchtend gelbe blume: goldblumen satzte sie nicht darunter (
unter die kranzblumen), in meynung, weil mein haar eben solcher farben ist Opitz
Argenis (1644) 2, 470; (
er) hatte einen kleinen kranz von schönen goldblumen von daher mitgebracht, um das grab seiner mutter zu schmücken Cl. Brentano
ges. schr. (1852) 4, 185.
übertragen auf eine frau bezogen, vgl. gold II C 3
und blume 3,
teil 2,
sp. 158;
schon mhd. auf Maria: die himlischen goltpluomen, ich main die muoter der parmherzichait Mariam Konrad v. Megenberg
buch d. natur 245, 32
Pf.; goldblume dieser goldnen blumenauen, Anacaona, königin der frauen Rückert
ges. poet. w. (1867) 10, 560; sag mir indes, du griechische goldblume, warum J.
V. v. Scheffel
ges. w. (1907) 1, 113. 33)
in der alchemie und chemie: lapidis rubedo rOete ... wans rot wirdt, so heist es himmel, gold ... carfunckel und hat alle namen was nur rot und köstlich ist, zwischen himmel und erden, alsz rot goldt, unser gold, goldblum, der geborne könig, der rote sohn
M. Ruland
lex. alchem. (1612) 299;
vgl. dazu Basilius Valentinus occulta philosophia, von den verborgenen philosophischen geheimnissen der heimlichen goldblumen (1613)
titel. weiterhin: '
flores solis oder flores auri goldblumen
werden auf unterschiedliche art sowohl aus durch gemeinen saltzgeist wohl calcinirten als auch aus schlack- oder platzgolde bereitet'
Chomel öc.-phys. lex. 4 (1751) 266; praeparate aus dem golde als goldblumen
flores solis Krünitz 19 (1780) 364. —