tomback,
m. ,
selten n., eine kupferlegierung von verschiedener zusammensetzung wie pinchbeak, talmi, unechtes [] blattgold (
goldschaum),
flittergold und sachlich dasselbe wie rothgusz. II.
form. I@AA. I@A@11) tomback
kommt aus dem malaiischen tambâga,
tagalisch tumbaga,
das kupfer bedeutet. hiervon span. tumbaga
f., portug. tambaca
f., tambaque
m., woraus frz. tombac.
aus Frankreich entlehnen dann die andern cultursprachen das wort wie die sache: ital. tombacco (
vgl. O. Pianigiani
vocabol. etim. (1907) II 1438);
nld. tombak
m., dän. u. schwed. tombak
m., norw. meist tambak
m.; engl. tombac
verschwand sehr bald, verdrängt durch das hier geläufige pinchbeak (
eig. der name des ersten gröszeren tombackfabrikanten Christopher Pinchbeck † 1732),
vgl. Soltau
beitr. (1806) 73
b f. I@A@22)
im deutschen ist tomback
die bald feststehende schriftform, die nur selten durch die eine oder andere dialectform ersetzt ist. die idiotica versagen fast sämtlich, doch vgl.: tirol. tumpak Schöpf
s. 776;
schwäb. dombak, dombaΧ Fischer 2, 254; der hallenser T. G. Voigtel
bucht hdwb. 1, 396
a (1793) domback,
bezeichnet aber mit dem hinweis auf das mal. tompago
die schreibung mit t
als die richtigere, vgl. auch Richter
neuestes berg- und hüttenlexicon (1805) 2, 519. Chomel
mittel, länder glücklich zu machen 3, 389 (1750)
bietet dombac(k), dombach, dambach; J. C. Schedel
waar.-lex. 4 2, 502
b (1814) tomback, tombach; Jagemann
nuov. vocab. 2, 1212 (1799) tombach,
adj. tombachen; Ten Doornkaat Koolman 3, 423 tombak; J. H. Voss tumbach (
den beleg s. u.); E. L. Fischer
Samland 91
b tombach (
als erklärung für tomback
und talmi). I@BB.
die zeit der entlehnung läszt sich ziemlich genau bestimmen. in Frankreich ist das wort noch vor der sache im ausgang des 17.
jahrh. zuerst bekannt geworden. der älteste franz. beleg ist vom jahre 1700: nettoyer le similor, le tombac
und die académie française nimmt 1740
das neue wort als zulässig auf, s. Hatzfeld-Darmesteter
dict. gén. 2157
b;
vgl. auch Muspratt
hdb. d. techn. chemie 4 4, 2051
und: unter der regierung Ludwig XIV. brachten die siamesischen gesandten dergleichen tambac-arbeit nach Paris; sie ward aber nicht so schön befunden, als man sich eingebildet hatte Zedler
univ.-lex. 41, 1631 (1744)
unter berufung auf Savary,
dict. univ. de commerce. für Deutschland wird man also das erste viertel des 18.
jahrh. als die zeit der einwanderung des wortes wie der sache betrachten können. hierzu stimmt, dasz einmal erst dann das wort gebucht wird, und ferner auch die anfängliche unsicherheit über form und bedeutung des wortes wie das wesen der sache. IIII.
bedeutung u. gebrauch. II@AA.
im eigentlichen sinne bezeichnet tomback
eine legierung aus kupfer und anderen metallen, II@A@11)
zunächst aus kupfer und gold, wie später vorzüglich der pinchbeak: tambaeck oder tomback ist eine mixtur von gold und kupffer, woraus die sumatrischen könige von Acem und Achem ihre schüsseln und anderes tafelservice machen lassen Minerophilus
neues mineral- u. bergwerckslex. 2 556
a (1743); tambac .., ein metall, welches durch eine vermischung von gold und kupffer verfestiget wird und bei den Siamesern in höhern werthe ist, als das gold selber Zedler
a. a. o.; ursprünglich ... war der tombak in Siam eine mischung aus kupfer und gold Ten Doornkaat Koolman 3, 423. II@A@22)
ebenso früh aber auch eine kupferlegierung ohne edelmetallzusatz. diese bedeutung ist die schnell hervorstechende und bald alleinherrschende. der gegensatz zum echten gold wird allgemein empfunden, die goldähnlichkeit oft betont. die angabe der farbe schwankt je nach dem kupfergehalt zwischen '
roth'
und '
gelb': tomback ist eine metallmischung rothgelber farbe, wozu man in Europa gold und kupfer, oder, wie gewöhnlich, kupfer, messing, zinn oder gutes englisches zinn oder zink zusammenschmilzt Hübner
zeitungs-lex. 31 4, 592
b (1776
zuerst); dombac ... ist ein nachgemachtes und zusammengesetztes metall, welches heut zu tage sehr vielen galanterien, tabatieren, etuis, garnituren, schnallen, knöpfen, löffeln und cofféelöffelgen, geräthe auf die toilettes, sonderlich in Berlin, ja gar so subtil und sauber gearbeitet, getrieben und gezogen wird, dasz man tressen und
[] spitzen daraus machet, wie wir denn besonders zu Freyberg in Sachsen eine schöne leonische tressen- und spitzen-fabrique haben Chomel
a. a. o. 3, 389 (1750); die (
garnituren, verzierungen am gewehr) von tombak, pinsbak, gar- oder rosenrothen kupfer, stehen am schönsten J. Fr. Stahl
d. gewehrgerechte jäger (1762) 111; in weiterem verstande nennt man jetzt jede mischung aus kupfer und messing tomback
kurz. begriff menschl. fertigkeiten u. kenntnisse Leipz. 1779, 2, 380; tomback ist ein beynahe rothgelbes malleables metall, das von kupfer, messing und englischem zinn zusammengeschmolzen wird, und dem gold sehr ähnlich sieht, daher uhren, tabacksdosen und andre galanteriewaaren daraus verfertigt werden Zink
ökon. lex. 5 3007 (1780); domback, der, des -es,
pl. die -e (von mehreren arten), ein aus andern metallen künstlich zusammengesetztes metall, welches dem golde ähnlich sieht Voigtel
hdwb. 1, 396
a (1793); tombach, eine metallische zusammensetzung von reinem kupfer und messing, denen auf jedes pfund ein loth zinn hinzugefügt wird; oder auch eine vermischung von kupfer und zink. die feinste sorte tombacko ist die, wozu japanisches kupfer und englisch zinn genommen wird. der pinschbeck, pinsback, und das prinzmetall gehören auch darunter. aus demjenigen, welches eine schöne dunkle goldfarbe hat, verfertigt man allerhand galanteriewaaren ... metallblätter zum unechten vergolden, tressen, galonen
etc. Schedel
waar.-lex. 1 1791,
s. 731
b;
vgl. auch Heyse
fremdwb. 7 2, 449, Heinsius
volksth. wb. 4, 1028
b; tomback, von kupferrother bis orangerother farbe, je nach dem zinkgehalt ... man stellt daraus unechte goldwaaren (schmucksachen, knöpfe
etc.) durch pressen, drucken auf der drehbank
etc. her Muspratt
4 4, 2051.
vgl. auch Campe 4, 865
b.
weitere belege: alle namen der ... metalle sind ungewisses geschlechts ... ausgenommen der tomback, der stahl, der zink
etc. Gottsched
sprachk. (1748) 173; feines kupfer mit sehr reinem zink vermischt, macht einen tombak, der etwas härter ist als kupfer, aber ein eben so feines korn hat Sulzer
theorie 2 3, 109 (
auch schon 1 1771, 2, 635
b); hier! ein geringes etui von tomback Weisze
kinderfreund 11, 162; alle nur ersinnlichen zierrathen aus silber, tomback und andern compositionen Lichtenberg
briefe 1, 233; dissen masernen kop nim, wokerer, wenn du et vörsingst: den ik vörerst mit tumbach beslog: doch verdeent he van sülwer deckel un käd', un en röhr van ebenholt un geriefelt J. H. Voss
ged. 2. 120; Berzelius in Stockholm, der mich vielfach analysirt hat, warnte mich vor zinn- und zinkgruben, weil zinn und kupfer glockenspeise, zink aber, damit vermischt, tombak giebt Immermann 1, 113 (
Münchh. 1
cp. 16); der .. verkauft ihm eine uhr und beschwatzt ihn, dasz er tomback für achtzehncaratig gold hält Auerbach
romane 2, 10; eine junge dirne ... trug einen blanken theekessel von tombak auf einem brett von demselben metall Mügge
am malanger fjord 17 (
Heyse dtsch. novellenschatz 13); launig erlog die natur und bemalte den stattlichen Golem, dann auf sich selber gestellt, log das gebilde sich durch; was es berührt, wird unwahr, gold zu gleiszendem tombak, kläglich im festlichen krug macht es zu wasser den wein Keller 10, 29. II@A@33) weiszer tomback,
name einer legierung von starkem zink- oder arsengehalt, gleichbedeutend mit weiszkupfer.
heute kaum noch gebräuchlicher ausdruck: weiszer tomback Schwan
dict. (1793) 4, 558
b; Karmarsch-Heeren
3 1, 200. II@BB.
im übertragenen sinne, das unechte, falsche, wertlose bezeichnend. so häufig und sicher schon sehr früh geläufig; vgl.: man macht diese composition so schön, dasz öffters gar damit betrug gespielet und manchem etwas vor gold angeschmieret wird, da es doch nur domback ist Chomel a. a. o. 3, 389 (1750!)
und s. unten den beleg aus Kant
unter tombacken 2. II@B@11)
von concreten dingen: das gesicht der frauenspersonen ist übrigens von tomback, es glänzt, allein es ist nicht dauerhaft. alles was geschwinde wächst, vergeht auch geschwinde Hippel
über die ehe (1774)
s. 132. II@B@22)
von abstracten begriffen: von den vielen ringen, welche, durcheinander gesteckt, das menschliche gemeinwesen
[] ausmachen, sind einige von gold und andere von tombak Nietzsche 1, 420.
heute ist hier überall talmi gebräuchlicher. —