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memme

mhd. bis sprichw. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
14 in 14 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

memme f.

Bd. 12, Sp. 2004
memme, memm, f. 11) wie das masc. memm, mutterbrust oder euter; nebenform zum fem. mamme sp. 1519, auszerhalb des bairischen und alemannischen sprachgebietes (im letzteren hat mämmi, mämma eine nicht sehr abliegende bedeutung, vgl. a. a. o.) weithin verbreitet: rhein. memm und memmpel, mutterbrust, euter der säugethiere, besonders der kühe Kehrein 277; mämm brust (neben mutter und feigling, vgl. unten 2 und 4) Waldbrühl 188; in Aachen die mämm Müller u. Waitz 149; westf. memme, frauenbrust Wöste 173b; siebenbürg.-sächs. dêing mämmen sêing läwlicher denn wêing (hohel. Sal. 1, 2). Fromm. 6, 100; mammilla meme, memme Dief. 345c; der keiser leszt sich melken wie eine memme. Luther tischr. 347a (vergl. unter melken 6). 22) dann die säugende mutter; vornehmlich niederd.: memme, mamme, mutter, nur in der sprache der kleinen kinder oder im verkehr mit diesen gebräuchlich Schambach 133b; memm in der kindersprache mutter Danneil 136b; memme, memm mutter, weib, muhme, groszmutter ten Doornkaat-Koolman 2, 588b; in Hessen memme mutter, angeblich blosz von judenkindern Vilmar 268; schles. memme, mater, mulier Steinbach 2, 44, als wort der niedrigen rede bezeichnet; auch in Oberdeutschland bekannt: dann was ist lieblichers zu hören als wann die kinder reden lehren, wanns herauszlispeln bald die red und rufen: abba, vatter, ett, rufen der mutter, memm und ammen, geben nach jrer notturft namen. Fischart dicht. 3, 205, 65 (anmanung zu christl. kinderz.); auf amme und wärterin übertragen, momme, mömme, memme brem. wb. 3, 183 (vgl. dazu muhme); niederl. memme, mamme nutrix Kilian; memm nutrix Schottel 1363. 33) auch der kinderbrei (vergl. alem. 's mämm, mäm-mämm, milch, trinkbare flüssigkeit überhaupt, in der kindersprache Seiler 203): und wenn man ihnen (den kleinen kindern) nicht die memme oder pappen in mund striche, müsten sie verschmachten. Heyden Plinius (Frankf. 1584) 30. 44) memme gewendet auf einen furchtsamen und weichlichen menschen, der einem kinderwartenden weibe verglichen wird. es ist seit dem 16. jh. bezeugt und wird von mittel- und niederdeutschen gegenden ausgegangen sein, Schottel 1363 gibt wol irrthümlich memme, homo timidus, muliebris als masc., das fem. ist sonst allgemein: die mämme, homo timidus, muliebris, quasi ubera adhuc sugens, eine feige mämme, meticulosus, pavidus, pusilli animi homo Stieler 40; denn es sind gemeiniglich memmen, die sich zu sehr für ihren weibern fürchten. Mathes. Syr. 1, 54a; du zertling und feige memme, rühme dich keiner stärke und tugend, .. was unterscheid ist denn zwischen dir und einem weibe? pers. rosenth. 2, 36; dachte auch, beide studenten würden keine kinder oder memen sein, sich entweder verführen oder so leichtlich berauben zu lassen, weil jeder einen degen an statt desz steckens in händen trug. Simpl. 3, 342 Kurz; es habe eine forchtsame meme einen andern kerl angesprochen, er wolte ihm doch einen zettel vor die festigkeit zukommen lassen. 4, 189; eine feige memme. Salinde, vorrede; so geht er mit pfiffen um, deren sich nur eine theologische mämme schuldig macht. Lessing 10, 192; vereinigt können sie (die enthusiasten) alles; getrennt sind sie immer in gefahr, das zu sein, wofür du sie ausgegeben hast, memmen und narren. Wieland 8, 125; still, du feige memme, lispelte ihm don Sylvio zu, der jetzt sah, was den guten Pedrillo in einen so groszen schrecken setzte. 11, 226; Pedrillo, der bei nacht und in den gespensterstunden die feigste memme von der welt war, hatte hingegen herz wie ein junger stier aus Andalusien, wenn es darum zu thun war, sich mit leuten von fleisch und blut bei tageslicht herum zu balgen. 328; feige, träge memme. Hamann 6, 58; o weh! o weh! die memmen! hat man noch solche abscheuliche memmen gesehen? .. wollt ihr noch nicht anpacken, ihr hasen? Fr. Müller 2, 107; in den koth mit euch, ihr memmen, ihr kröten. Schiller räuber (schausp.) 1, 2; warst du nicht die memme, die anhub zu schnadern (mit den zähnen zu klappern), als sie riefen: der feind kommt! 4, 5; das unglück musz einen groszen mann nicht zur memme machen. räuber (trauersp.) 1, 4; präsident (drohend zu den gerichtsdienern). wenn euch euer brod lieb ist, memmen — kab. u. liebe 2, 7; fasz dieses end an, sag ich. sonst wirst du ja fehl schieszen, memme! wie sie zittert, die memme! du solltest gott danken, memme, dasz du zum ersten mal etwas in deinen hirnkasten kriegst! 4, 3; bist doch krepirt, du memme. Göthe 8, 93; fürchte nichts, feige memme, du bist meiner stiche nicht werth. 35, 188; wenn ein reich durch die dummen und memmen gestürzt und durch die klugen und tapfern gerettet worden, so beginnt einige tage nach der rettungsstunde ganz sicherlich die herrschaft der dummen und memmen wieder. Immermann Münchh. 2, 172; was thut der mann von tausend siegen? die memme weint, dasz dort zu kriegen, der himmel keine brücken hat. Lessing 1, 46; eine memme bin ich, deine schönheit entmannet mich. Fr. Müller 1, 213; seid ihr soldaten? memmen seid ihr! Schiller jungfr. von Orl. 5, 5; ich bin gar ein armer wicht, bin die feigste memme, halten durst und hungerqual mich in angst und klemme. Bürger 50b; der, wenn memmen matt und feig dingen um der knechtschaft lohn, nimmer müde, nimmer bleich, trotzt der spötter schnödem hohn. Arndt ged. (1840) 235; maulhenker ihr, schlafmützen, memmen, tröpfe! Uhland ged. 439, überall in bezug auf zages und unkriegerisches verhalten; selten auf weichliche lebensgewohnheiten bezogen: die mämme Sardanapal vertrieb seine lange weile zwischen mägdgen und capaunen. Paulini philos. luststund. (1709) 1, 168.
5606 Zeichen · 88 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    memme

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    memme s. mamme.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    memmePron.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    memme , Pron. Vw.: s. mīn (2) L.: MndHwb 2, 950 (memme) Son.: örtlich beschränkt

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mêmme

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Mêmme , S. Adelung Mämme .

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Memme

    Goethe-Wörterbuch

    Memme feiger, furchtsamer, verweichlichter Mensch [ Raufebold: ] Wenn einer mir in's Auge sieht,|Werd' ich ihm mit der F…

  5. modern
    Dialekt
    Memmef.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Memme f. : = Feigling , nach dem Schd., Memme [ KU-Rutsw/L ]. Südhess. IV 626 .

  6. Sprichwörter
    Memme

    Wander (Sprichwörter)

    Memme 1. Eine Memme macht zehen. – Henisch, 1042, 33; Petri, II, 214. 2. Et is bäter 'n krêpen Möme, as 'n rien Va'r. ( …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit memme

9 Bildungen · 9 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

memme‑ als Erstglied (9 von 9)

memmeken

KöblerMnd

memme·ken

memmeken , N. nhd. Zitze der Stute E.: s. mamme, ken L.: MndHwb 2, 950 (memmekens) Son.: örtlich beschränkt, memmekens (Pl.)

memmekens

MNWB

° memmekens , pl. , Zitzen der Stute (Nd. Jb. 6, 92).

mëmm(e)len

ElsWB

memm·elen

mëmm(e)le n [mamələ Liebsd. ; mamlə Lutterb. und nö. davon fast allg.; mámlə M. ; mæmlə Str. W. ] 1. in der Kindersprache trinken. Wi lls t …

memmenfall

DWB

memme·n·fall

memmenfall , m. : weint ihr über meines geistes memmenfall? Schiller Fiesko 5, 3 .

memmenhaft

DWB

memme·n·haft

memmenhaft , adj. und adv. : nun hätte völlig sie der sieg besiegelt, wo dir John Falstolfe nicht die memme spielte; der, in den vortrab hin…

memmenticheit

Lexer

memmentic-heit stf. BMZ mansuetudo Windb. ps. 611. — s. mamende.