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scholder

mhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

scholder m.

Bd. 15, Sp. 1449
scholder, m. 11) 'vorrichtung und veranstaltung zu glücks- und hazardspielen; ertrag derselben; recht zu derselben; das spielen selbst' Schmeller 2, 407. Lexer handwb. 2, 766; vgl.: es wurden förmliche spielstuben eingerichtet, deren besitzer, scholderer genannt, gegen einen gewissen antheil am gewinn hazard-spiele hielten oder, wie man sich ausdrückte, scholder nahmen. Kriegk bürgerth. im mittelalter 428. neben scholder begegnen die formen scholier, scholir, scholler; die herkunft ist unklar, vgl. Schm. 2, 409; scholder findet sich besonders in der sprache des 15.—16. jahrh., seitdem nur in bairischen und fränkischen mundarten, bair. als scholter, scholder, fränk. scholler Schm. 2, 407; scholder, scholler würfelspiel auf kirmsen Reinwald 2, 160; das glücksspiel: man hat köglet, scholder gehapt und um ain hannen gelogen. d. städtechr. 23, 124, 19; es soll auch der scholder als mit allerley würfflen in den brendten und trachter, item trädlen und drgl. auf das blosze glück gestellten spil abgestellt und verboten seyn. quelle vom jahre 1616 bei Schm. a. a. o.; welcher priester sich eins sollichen vermesz das er ein jar an einem scholder sesz. fastn. sp. 1336; die hetten da mangerlai spil mit scholder und ander unfuor vil. Kaufringer 1, 206. der spielgewinn: als dann sind die groszen gewaltigen ettlich, die wider und für bey allem brass stecken und auff den stuben von dem scholder, ettwan ainn brass (gelage) auff richten, oder ain vorauszlin, als man es hye nennt. Keisersberg schiff der penit. 106a; da die obersten sitzen, da muosz man ein tracht me haben, dann mitten im tisch, heiszet ein voruszle und ist ein schleck der kumpt vom scholder, den der knecht uffhebt von dem spil, von dem bösen guot. narrenschiff 101c; die öffentlichen und den scholler abwerfenden spiele sollen nicht länger als vom sonntag vor bis zu dem nach der kirchweih dauern. Würzburger verordn. von 1774 bei Schmeller 2, 408; daher die redensart den scholder nehmen (vgl. oben): und nemmen den gewinn und scholder davon. quelle bei Scherz - Oberlin 1430; so er scholder nympt oder den scholder ainem andern verkauft. quelle bei Schm. a. a. o.; ye zu zeitten haben die geistlichen auch offenlich würtschafft do unnd dergleichen uff den kirchweyhen, der ort do sy oberherrn seind, legen sye oder ire dyener .. yerlich würffel, kügeln unnd kartenspil uff. nemen auch den gewin und scholder davon unverschampt. teutscher nation beschwerd v. d. geistl. (Nürnb. 1522) bei Schmid 476; zedelwerffen, scholder nemmen — die schelmen solt man billich schwemmen! Murner narrenbeschw. 16, 73; do (am jüngsten gericht) wirt man sehen wol die knaben, die solchen scholder genommen haben, hien zuo der lincken seitten drot müssen sie gon in grosse not. B. Klingler wie man sich hüten sol vor dem spiel (Straszb. 1520) b 4b (s. Spanier im gloss. zu Murner narrenbeschw. s. 367 f.). vgl. auch: so wil ich ainn spielplatz haben und darzu eitel willetzknaben, den wil ich legen würfel und karten und redlich auf den scholder warten. fastn. sp. 689, 23. weitere belege s. unter scholderer. 22) scholder, schergen, quadruplatores, carnifices, tortores Maaler 360d, vgl. Frisch 2, 218c. scholdere, vetus ger. carnifex Kilian, für scholderer, s. daselbst. 33) schles. scholder, f. für scholle, den bekannten seefisch: milchram ist im sommer gutt; winterszeit die scholdern schmekken, die zur darre man in wind, oder in den rauch musz stekken. Scherffer ged. 304. vgl. Frommann 4, 184. Drechsler W. Scherffer 236. 44) tirolisch scholder, tscholder, m. kurze mannsjacke, bauernjacket mit herausgeschnittenen ärmeln Schöpf 643. 768, schulder Schmeller 2, 410.
3677 Zeichen · 83 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    scholderstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    scholder , scholler , scholier stm. vorrichtung u. veranstaltung zu glücks- oder hazardspielen, ertrag aus derselben, re…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    scholderM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    scholder , M. Vw.: s. schüldære* L.: MndHwb 3, 115 (scholder)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    scholderm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    scholder , m. 1 1) ' vorrichtung und veranstaltung zu glücks- und hazardspielen; ertrag derselben; recht zu derselben; d…

  4. modern
    Dialekt
    Scholder

    Rheinisches Wb.

    Scholder -o-, –ō:-, –ǫ- = Schulter (s. d.);

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit scholder

19 Bildungen · 19 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von scholder

schold + -er

scholder leitet sich vom Lemma schold ab mit Suffix -er.

Zerlegung von scholder 2 Komponenten

schol+der

scholder setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

scholder‑ als Erstglied (19 von 19)

Scholder I

Idiotikon

Scholder I Band 8, Spalte 637 Scholder I 8,637

Scholder II

Idiotikon

Scholder II Band 8, Spalte 639 Scholder II 8,639

scholderbüchse

DWB

scholder·buechse

scholderbüchse , f. spielbüchse Birlinger 401 a : man hett auch ain platz, und in der scholderpüchs fand man 138 guldin an gold. d. städtech…

Scholderbüchse

DRW

scholder·büchse

Scholderbüchse, f. Kasse des Scholdermeisters man hett auch ain platz, und in der scholderpüchs fand man 138 guldin an gold und 84 ℔ müncher…

scholderei

DWB

schold·e·rei

scholderei , f. 1) glücksspiel: spil und scholderey, lusores perniciosi .i. scholdrey. Schmeller 2, 408. 2 ) für schilderei ( sp. 127 f. ): …

scholderer

DWB

schol·derer

scholderer , m. veranstalter von glücksspielen und aufseher bei denselben Campe ; scholderer, exercitor alearum, susceptor aleatorum. et cho…

scholdergeld

DWB

scholder·geld

scholdergeld , n. geld für die erlaubnis, eine öffentliche spielbank oder auch ein bordell zu halten Schmid 476 : ursach dieses verbots ( de…

scholderknōpe

KöblerMnd

scholderknōpe , M. Vw.: s. schulderknōp*

scholdermeister

DWB

scholder·meister

scholdermeister , m. : superiores qui admittunt tales ludos et quemquam magistrum ludentium constituunt alio nomine vulgariter scholdermaist…

Scholdermünze

DRW

scholder·münze

Scholdermünze, f. Münze, deren Nennwert über ihrem Metallwert liegt abschaffung der nichtswerthen muͤntz: ... so muß man ... falsche mausch-…

scholderpfenninc

KöblerMhd

scholder·pfenninc

scholderpfenninc , st. M. nhd. im Glücksspiel gewonnenes Spiel Q.: SHort (nach 1298) (FB scholderpfenninc) E.: s. pfenninc L.: Lexer 442c (s…

scholderphennic

KöblerMhd

scholderphennic , st. M. Vw.: s. scholderpfenninc*

scholderplatz

DWB

scholder·platz

scholderplatz , m. platz, wo glücksspiele gehalten werden: wollen wir dass kaine spil noch scholderplötz mit karten, würffel, in die prenndt…

Scholderspiel

DRW

scholder·spiel

Scholderspiel, n. auch Schollspiel ein Glücksspiel um Geld oder Sachpreise (zB. Zinn-, Porzellangefäße), zumeist mit Würfeln oder Drehbrett;…

scholderwagen

DWB

schold·erwagen

scholderwagen , m. schwäbisch, beiwagen eines fahrenden boten Schm. 2, 409 , der das vom gewöhnlichen fuhrmann zurückgelassene nachbringt Sc…

scholderære

KöblerMhd

scholderære , st. M. nhd. Glücksspielveranstalter, Glücksspielaufseher Q.: RqvII (FB scholderer), Kolm, Netz, Rennaus, StRMünch (1340) E.: s…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „scholder". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/scholder/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „scholder". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/scholder/dwb. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „scholder". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/scholder/dwb.
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