scholderer,
m. veranstalter von glücksspielen und aufseher bei denselben Campe; scholderer,
exercitor alearum, susceptor aleatorum. et choragus: dux chori et suppeditator instrumentorum ludicrorum et expensarum Kilian; scholderer,
sortilegus. quelle bei Schm. 2, 408;
scholder,
quadruplator, scholderer,
apparitor ludentium voc. von 1618
s. ebenda; scholderer, der,
apparitor ludentium Stieler
nachsch. 25
a. Frisch 2, 218
a;
oft verkürzt zu scholder,
s. die belege und scholder 2. Schmeller 2, 408
f. gibt folgende schreibweisen an: scholderer, scholdrer, scholdrar, schol(l)drär, schol(l)der, schollirär, scholierer, scholirer, schollyer, schollir, schollerer, scholrär, scholrer.
auch entstellt zu scholdner,
s. unten. die bedeutung geht manchmal über in die eines hurenwirts, kupplers, oder auch in die des henkers, da diese in älterer zeit vielfach anstatt eines gehalts das vorrecht hatten, solche scholderstuben zu halten, s. scholder 2
und scholderplatz: ich hoff der würffelmacher und scholderer werden auch bald einen .. uiberkommen.
quelle bei Scherz-Oberlin 1430; scholderer,
quadruplator, kalthans, verschwätzer, darmit und jm der vierteil des verfallnen guts werde.
quelle bei Schm. 2, 408; handspiler, zuetrager, raichär, scholdrär, platzmaister ..
et omnes tales plebanus absolvit. 409; ain Schweitzer het gespillt und gab ainen scholder, ain Berner blaphart, do sagt der scholderer: 'ich will des kueplapharts nicht', do schlueg der Schweitzer den scholderer mit der faust ins maul.
d. städtechron. 22, 135,
lesart zu 9; denn das wort Rakil das die deutsche bibel, mit dem wort 'verretherisch' gibet unnd dolmetscht, heist eigentlich ein pfragner, sonnekremer, oder scholderer unnd schott, der mit seim knapsack und gefelschter würtz ... die leut besebelt (
betrügt). Mathesius
Sar. 157
a; so hatte auch jeder mantel oder tisch einen schunderer (scholderer wolte ich sagen und hätte doch schier schinder gesagt) dieser amt war, dasz sie richter seyn und zusehen solten, dasz keinem unrecht geschehe; sie liehen auch mäntel, tische und würffel her, und wusten deszwegen ihr gebühr sowol vom gewinn einzunemen, dasz sie gewöhnlich das meiste geld erschnappten.
Simpl. 1, 185, 26
Kurz; der spiler sprach: 'du hâst gar reht, dir ist ein teil doch guots dar zuo geschehen. mînʒ hât der scholer (
var. scholler, scholdrer) und sîn kneht, die nâmenʒ hin und lieʒen mich zuo sehen'.
meisterl. 126, 45; scholdner, (
var.: scholder leiher und) gewins nemer und über das spil liher ... das ist als das bœs gedigen.
d. teufels netz 13325; das seind aldo die scholderer, als bald einer höret new mer von fremden spielen so behend, so luget er, das er gott schend, das er bringt würffel und auch karten und thuot aldo des scholders warten. B. Klingler
wie man sich hüten sol vor d. spiel (
Straszburg 1520) b 4
b; und bist ein scholdrer, kuppler und buob. Manuel 263
Bächtold (
Elsli tragdenkn. 149.
fastn. sp. 866, 2); sie scholderer würffel und kartenleger.
trag. Joh. e 2.
in heutigen mundarten 1)
in Tirol der marqueur bei dem sogenannten kleinod,
einer art würfelspiel auf kirchweihen und märkten Schm. 2, 408,
bestgeber Schöpf 643; 2)
kegelaufsetzer, in Franken und Schwaben Schm.
a. a. o. Schöpf
a. a. o. Schmid 476; 3)
aufkäufer ebenda; 4)
henneb. schaderer
büttel Frommann 3, 133.