schmied ,
m. faber cuiuscumque metalli Wachter 1443,
mhd. smit,
gen. smides Lexer
mhd. handwb. 2, 1015,
ahd. smid, smit,
gen. smidis,
faber, cudo, malleator Graff 6, 826.
goth. ist nur ein schwaches m. aizasmiþa,
χαλκεύς bezeugt 2 Tim. 4, 14;
mnd. smid, smed Schiller-Lübben 4, 264
a,
nnd. smid,
gen. smedes
brem. wb. 4, 859, smed Schambach 197
b, smd Danneil 197
a, smied Woeste 243
b,
mndl. smed, smid,
werkman in hout of ijzer Oudemans
woordenb. 6, 358. Kilian,
nndl. smid;
altfries. smeth, smid,
neufries. smid Richthofen 1038
a;
ags. smiþ,
worker in metals or in wood Bosworth - Toller 889
b,
engl. smith;
altnord. smiðr,
worker in metals and wood, ship-or house - building Cleasby - Vigfusson 572
a,
schwed. dän. smed,
norweg. smid.
stammverwandt sind augenscheinlich die im ablautsverhältnis stehenden ahd. smeidar,
artifex, daedalus Graff 6, 828, gesmeide, geschmeidig
gramm. 2, 46.
man vergleicht weiter als wurzelverwandt goth. maitan,
hauen, ahd. meiʒan, meiszel Noreen
urgerm. lautl. 207
und auszerhalb des germanischen [] gr. σμίλη,
schnitzmesser, σμινύη,
hacke Kluge
etymol. wb.5 331
a.
die bedeutung der zu grunde liegenden wurzel scheint '
glättend, kunstvoll bearbeiten, bilden'
zu sein. vgl. ebenda 330
a (
unter schmeicheln). —
die ursprüngliche kürze des stammvocals von schmied
erscheint im früheren nhd. durchgehends gewahrt. Maaler 358
a, Hulsius 286
b, Schottel 1404, Stieler 1879
und Wachter 1443
bieten schmid, Frisch 2, 208
a daneben auch schmied,
das er für die ältere, eigentliche form hält. nach Adelung
sollte der sing. schmid,
der plur. schmiede
geschrieben werden, weil der erste kurzen, der letztere langen vocal habe. auf flectierte und unflectierte form bezogen hat diese unterscheidung historische berechtigung, weil inlautende media im nhd. längung des stammvocals im gefolge hat, während sie im auslaut zur tenuis verschärft meist alte kürze erhält (tăc — tāges). Campe
will die länge des vocals und demgemäsz die schreibung mit ie,
die auch Steinbach 2, 464
schon in unflectierter form gewährt, überall durchgeführt wissen, und diese regelung hat, wenigstens was die schreibung anbelangt, heute allgemeine geltung. die aussprache schwankt zwischen schmĭd
und schmīd,
während sie natürlich bei schmiedes, schmiede
als lang feststeht. —
auf md. sprachgebiete begegnet übergang des stammvocals in e: smet, smeth,
faber Dief. 221
a, schm'ët Liesenberg 197. 11)
der vermuteten etymologischen beziehung und der allgemeineren verwendung des wortes in altgermanischen dialecten gemäsz ist anzunehmen, dasz schmied
zunächst die bedeutung '
bildner'
gehabt hat. es wird dann eingeschränkt auf den in alter zeit am meisten geschätzten bildner, den verfertiger des für fristung und sicherung des lebens so nützlichen metallenen geräts, dessen kunst im mythus verherrlicht erscheint. Wieland, der gefeierte schmied der germanischen sage, der von kunstreichen zwergen (
alben)
unterrichtet wird, erscheint auch als verfertiger eines schiffes Grimm
mythol.4 312,
und der zimmermann, der schiffe und häuser baut, wird im ags. und altnord. auch schmied
genannt. noch aus frühnhd. zeit läszt sich dieser allgemeinere gebrauch erweisen. so unterscheidet Paracelsus
den schmied des holzes
und den schmied der metalle: (
der arzt musz wissen) was dem fischer diene, was dem lederer, was dem gerber, was dem ferber, was dem schmidt der metallen, was dem schmid des holzes zuwissen sey. 1 (1616), 230 A.
andrerseits scheint schon ahd. die beziehung auf den bearbeiter von metall vorzuherrschen, wie die composita êrsmid, goldsmid, isarnsmid, kaltsmid, silbersmid Graff 6, 826. 827
zeigen. noch deutlicher ist das im mhd. erkennbar, wo zeugnisse aus der lebendigen sprache und zahlreichere zusammensetzungen vorliegen. vgl. mhd. wb. 2, 2, 427.
an das alte arbeitsgebiet desselben, schmied
genannten metallarbeiters erinnert es, wenn in älteren quellen manchmal das simplex gebraucht wird, wo wir ein compositum oder ein anderes wort gebrauchen, so vom arbeiter in edelmetallen (
gold-, silberschmied): smide hieʒ man gâhenwurken einen sarc, von silber und von golde.
Nibel. 979. 1; diu krône ist elter danne der künec Philippes sî: dâ mugent ir alle schouwen wol ein wunder bî, wies ime der smit sô ebene habe gemachet. Walther 18, 31;
in archaisierender sprache: sie schenkten ihm zur hochzeit eine wiege von silber, schön durchbrochen und verziert, ein künstlich werk der schmiede zu Gemü
nd. Uhland 188.
vom verfertiger von schlüsseln (
kleinschmied, schlosser): chain smit sol sluʒʒel wurken die auf taich oder auf wachs sint gedrucket.
quelle im mhd. wb. 2, 2, 427; den smit gar vlîʒeclîche bat der minnengernde Lifrenîs, daʒ er im machte in alle wîs slüʒʒel glîch den slüʒʒelen, die er gedrücket vant alhie in daʒ wachs bescheidenlich. Heinr. v. Freiberg
Trist. 5976.
auf die gleiche thätigkeit weist der nd. ausdruck smedes dogter
für schlosz: daar is smedes dogter vör,
die thür ist verschlossen. brem. wb. 4, 859.
umfang und wertschätzung des gewerks in älterer zeit zeigt die folgende stelle, die sich auf die in der mittelalterlichen schachallegorie übliche auffassung eines bauern (
venden)
als schmied bezieht: waʒ wær der ritter ân den smit, ob im der smit niht volget mit, der im beslüeg und im bereit sporn und ander sîn gereit, harnasch, hûben unde swert? Heinr. v. Beringen
schachged. 9554
[] 22)
der theilung des alten handwerks in mehrere entspricht die gebrauchseinschränkung des einfachen worts, das schlieszlich nur noch den verfertiger von gröberen eisenarbeiten, den grobschmied
bezeichnet, dessen bekannteste thätigkeit das verfertigen und befestigen von hufeisen ist. als mit solchen arbeiten beschäftigt zeigen den schmied die folgenden stellen: die smide in der vogetige sullent ouch den forstern geben sechzehen hubysin und genegele darzu.
weisth. 1, 701 (
von 1336); item haben die drei dorf das recht, das sie mogen und sollten einen schmid han .., denselben dreien dorfen zu schneiden und zu beschlahn ire pferde wagen pfluge und karn, wanne oder warzu anders sie der bedorfen. 6, 74, 8 (
von 1394); der smid sol ovch zu den drin ochten den pflugen alle jre ysen tenglen, und sol ovch niemant ungetengelt ze acker varn. 4, 239 (
um 1400); item die smidt zu Rodheim sollen itzlicher [im jare zwei kole] haben, im lenzen ein wagen [volle und im herbst zwen wagen volle, darumb soll ir ieglicher einem märkermeister ein pferd newe beschlagen an allen] vier füeszen. 5, 249, 13 (
von 1454); auch sal komen der schmedt myt syn knecht und sal brengen dem sendthern achte huffeysen und nagel dar zu, und ist yss noyt, so sol er sye dess hern pherden off slagen. 4, 612 (
von 1512); der smid sol im einen newen wagensun (
pflugschar) auf spitzn umb ainen pfenig und ainen sun derlegen umb ain pfenig und ain sech umb ainen helbling, und sol aus unsn eisen wurchen zwai huefeisen und di nagl di darzu gehornt umb ainen pfenig pei seinen aigen koln, ... und ain newe acker reuten alle jar. 6, 121, 26; wan ich für des schmitzs husz kum so wil ich sprechen, mir (
sc. meinem pferde) sei ein ysin ab gefallen. Pauli
schimpf und ernst 126
Österley; denn in seinen jungen, auch mündigen jaren ist er fast ein guter schmid gewesen, welchs bezeugt, das er auch noch ein pferd auffs seuberst beschlagen und selber auffheben kan. Kirchhof
wendunm. 1, 433; die pferde zum schmid führen. Kramer
deutsch - ital. diction. 2 (1702), 608
b; schmidt, ist ein handwercks-mann, der grobe arbeit in eisen macht, pferde, wagen, pflüge, und anderes acker-gezeug beschlägt.
öconom. lex. (1744) 2615; reitest du bei einem schmied vorbei, weiszt nicht wann er dein pferd beschlägt. Göthe 5, 70. schmied
als bezeichnung des auf dies engere arbeitsgebiet beschränkten handwerkers erscheint nun im gegensatze zu den namen anderer abgezweigter gewerke, neben dem schmied
wird genannt der kleinschmied
oder schlosser,
der kupferschmied, messerschmied, zirkelschmied, plattner
u. s. w.: dannenhero ist es (
das eisen) auch in ungleichem werth, wie schmied, schlosser, platner, schwerdfeger, sichel - schmiede, messermacher, und dergleichen leute, aus täglicher erfahrung wol wissen. Hohberg 3, 1, 73
a; ja, ich darf mich rühmen, schon als knabe einen geschickten schmied durch meine anforderungen zum schlösser, feilenhauer und uhrmacher gesteigert zu haben. Göthe 23, 45; smid und bogenære, slôʒær und goldsmit, sarwurkær und meʒʒrær hânt den sit, daʒ si fiwer müeʒen hâ
n. Ottokar 65664
Seemüller. 33)
der schmied bearbeitet das eisen durch hämmern: die freiheit kann nicht untergehn, so lange schmiede eisen hämmern. E.
M. Arndt (1840) 177;
seine bekanntesten geräte sind hammer und ambosz: unnd eyn iedermann quam mit sinen werckgeczuge, ein ackerman mit siner geisseln, ein steinmetcze mit siner bicken, eyn smed mit sinen hammer.
quelle des 15.
jahrh. in Haupts
zeitschrift 8, 313; also ein schmid, der mus bey seinem ambos sein, und seiner schmitte warten.
Syrach 38, 29.
neben seinem eigentlichen handwerk betreibt er häufig die rossarznei: auch hat man gesetzt und gedingt mit den soldenern, wenne der soldener pfert eins oder mer geergert wirt in der burger dienst und daʒ man di den burgern heim stellt, wellen dann die soldener von den pferden solt nemen, so sullen si dem smide die atzung und das lon geben oder sullen des soldes darben, ob di burger di atzung und daʒ lon gelten.
d. städtechron. 1, 171, 38 (
von 1356); ein schmied soll ein frommer, und so wol auf seinem handwerck, huf - schlag, als auch der roszartzney absonderlich wohl erfahrner mann seyn. Hohberg 3, 2, 166
a; zugleich vernahm er nicht ohne verdrusz, dasz sein pferd von Laertes gestern bey dem hereinreiten dergestalt angegriffen worden, dasz es wahrscheinlich, wie man zu sagen pflegt, verschlagen habe, und dasz der schmied wenig hoffnung zu seinem aufkommen gebe. Göthe 18, 201.
auch an die heilung von menschen wagt er sich: [] frü schickt der abt nach seinem schmidt, und sprach zu dem schmidt, sag du mir, ich hab gehöret offt von dir wie du kanst mancherley artzney, sag ob dir auch bewisset sey die artzeney für den zahnweh. H. Sachs 2 (1591), 4, 61
d wie die folgende stelle zeigt, oft unter verwertung seines handwerks und in abergläubischer form: dasz solche verkehrte leut am mehristen die heilige zeiten ohn zweifel aus sonderm anstiften des leidigen teufels miszbrauchten, als den h. carfreytag, an welchem nicht allein die schmid ihre krampffring gantz nackend aus einer galgen-ketten schmideten, sondern wol noch andere abscheuliche sachen getrieben würden.
Simpl. 4, 194, 22
Kurz. vgl. kurschmidt
oben theil 5, 2819.
als schutzgott der schmiede nennt der dichter antiker auffassung folgend Vulcan: der Venus mann der hat die schmied in seiner handt. Opitz 1, 441.
in vergleichen wird besonders die körperliche kraft hervorgehoben, die das handwerk fordert und ausbildet: sus tûrten si (
die ritter) mit strîte ûf des angers wîte: es wæren müede zwêne smide, ob si halt heten starker lide, von alsô manegem grôʒem slage. W. v. Eschenbach
Parz. 537, 27; si sluogen ûf den zarten (
Hektor) als ûf den anebôʒ die smide. Konr. v. Würzburg
troj. krieg 33209.
auch der hunger, der solchem kraftaufwand entspricht, erscheint als vergleichspunkt, so sagt man nd. eten as een smid,
eine starke mahlzeit thun. brem. wb. 4, 859. 44)
eigentlich sprichwörtliche wendungen zeigen den schmied
in mehrfachen beziehungen zu seinem handwerk. es heiszt: der schmid lobt seinen hammer. Petri 2 (1605), O 8
b.
nd. davör het de smid tangen,
die sache ist so schwer nicht, wenn man sie nur anzugreifen weisz Dähnert 434
a die schmide brennt so bald kein heis eisen. Kramer
deutsch-ital. dict. 2 (1702), 608
a. ein schlechter schmied, der den rauch nicht vertragen kann. Simrock 430, 9123. schmid haben der feurfuncken gewont. Franck
sprichw. (1541) 1, 84
b; schmide sind der funken gewont. Petri 2, Ss 4
b;
in gleichem sinne: smedes kinder sint der vunken wol gewon. Tunnicius 937; der schmide kinder seynd der funcken gewohnt. Stieler 1879. Kramer 2, 608
a; schmieds sohn ist der funcken wolgewohnt. Henisch 1288, 28, gewohnt Simrock 430, 9122.
ähnlich: der schmide hüner schlafen unter den hammerstreichen. Kramer 2, 608
a. vom rechten schmied bekompt man den besten beschlag. Petri Hh 4
b;
ähnlich: wer wil in sein sachen bestehn, der sol zu dem rechten schmid gehn. Ayrer 2544, 27
Keller. vgl. unten schmiede 2. es ist besser beym schmid, dann beim schmidlin zu beschlagen. Franck
sprichw. (1541) 1, 84
a. 2, 154
a. Egenolff (1591) 343
b; man gehe ebenso mehr zum schmid als zum schmidlein,
in cose importanti si ricorra ad un perito ò bravo nell' arte sua (
se bene costi più)
ch'ad un busbaccone. Kramer 2, 608; geh lieber zum schmied als zum schmiedchen. Simrock 430, 9124, schmiedl Hügel 140
b; beszer zum schmied als zum schmiedel. Schm.
2 2, 545, schmiedla Sartorius 180.
dem lat. '
quilibet fortunae suae faber'
entspricht und ist vielleicht nachgebildet ein ieder ist seines gelückes schmied. Steinbach 2, 464,
in heutiger form jeder ist seines glückes schmied Simrock 174, 3784,
ein sprichwort, das vielfach verwandt und variiert wird: jeder, sagte er, sei seines glückes schmied. Musäus
volksm. 1, 38
Hempel; er gehörte zu den menschen, die auf eine entschiedene weise ihres eigenen glücks schmiede sind. Göthe 37, 314; wir müssen (
im drama) sehen, wie der mensch der schmied seines schicksals nicht mit einem hammerschlage, sondern tag für tag daran arbeitend. Ludwig (1891) 4, 53; Agnes (
Bernauer) ist sofern schmied ihres geschickes. dasz sie den tod wählt und jede rettung durch trennung und untreue verwirft. 5, 343; er (
der mensch) ist nicht blosz einmal, in einer stunde, der schmied seines schicksals, er hämmert in jedem momente daran, bis die katastrophe den hammer ihm aus der hand nimmt. 422; doch jeder ist der schmied des eignen glücks allzeiten.
des knaben wunderhorn 2, 341
Boxberger; verdaut dein magen nicht dergleichen grobe pillen, so lege dir die schuld von solcher kranckheit bey, und wisse dasz der mensch ein schmied des glückes sey. Günther
bei Steinbach 2, 464.
[] 55)
auch in anderem zusammenhange, als ihn die zuletzt erwähnten wendungen bieten, wird schmied
bildlich gebraucht. so heiszt es von Parzival: er wart mit swerten sît ein smit, vil fiuwers er von helmen sluoc. Wolfram v. Eschenbach
Parz. 112, 28.
der dichter nennt die ritter kampfes smide,
vgl. ags. wîgsmiþ: dô wâpnden sich die kampfes smide. 210, 4.
gott heiszt dichterisch der smit von oberlande: der smit von oberlande warf sînen hamer in mîne schôʒ unt worhte siben heilikeit. Frauenlob
frauenleich 11, 1;
vielleicht im anschlusz an diese stelle: der smit von ober landen sant' die rôsen hôch geborn.
minnes. 2, 247
a Hagen; das worht er alls mit seiner hant den (der?) smid aus oberland. Alb. Lesch
Germania 6, 221. J. Grimm
sieht darin mit recht eine erinnerung an den hammerschleudernden Donar mythol.4 1, 150,
doch scheint auch die alte allgemeine bedeutung von schmied '
bildner'
durchzuschimmern. vgl. W. Grimm
in seiner ausgabe der goldn. schmiede xxvii, 34.
auch künstereicher, alter smit
wird gott genannt: er ist ain künstereicher smit, im wonet alle weishait mit. A. Lesch
a. a. o.; verleich mir gnaden, jungfraw, das ich mug geloben dich und dein kind, den alten smid so verr dort oben, der dich ze muter hat erwelt.
ebenda. den teufel nennt man gleichfalls schmied: vliht (
fliehet) daʒ ge schelde und idewîʒe, daʒ sint die ubelin blâsbelge des ubelin smides, des tuovelis, die entblâsin den zorn. Schönbach
pred. 1, 112, 18;
ebenso sind mit den helle smiden
der folgenden stelle teufel gemeint: hêrre durch dîn heiligen wunden, die du hâst durch uns erliden, beschirme uns vor den helle smiden! Hugo v. Trimberg
renner 23789.
es scheint dabei erinnerung an Vulcan vorzuliegen, der als teufel aufgefaszt und bezeichnet wird: drumb hiesens (
die jesuiten) auch wol, wie wir rhieten, Vulcaner oder Vulcaniten vom Vulcano, meim hellenschmid. Fischart 2, 257, 589
Kurz. der böse mensch heiszt untugende smit: got selb beleip niht ungeniden, von der werlde untugende smiden, die sînen tugenden wâren gram.
renner 14587.
in ähnlicher weise wird das wort im compositum urteilsmit,
urtheiler, verwandt: der ganzen triuwe ein urteilsmit. Frauenlob 138, 14.
aber auch das simplex wird gelegentlich auf geistige thätigkeit, erdenken und ausführen von plänen gebraucht, vgl. schmieden 2,
b, γ: dô wart der von Burgenstein frô und sprach: diz ist ein guoter smit gewesen, der diz dinc alleʒ gesmidet hât. daʒ meint er alsô, er wære der smit, dann er hette dise sachen alle erdâht und an getragen.
quelle bei Lexer
mhd. handwb. 2, 1015.
in spöttischem sinne, zur bezeichnung des ungefügen, kunstlosen erscheint das wort in reimschmied,
s. dieses oben theil 8, 677, suppenschmied,
coquus indoctus Stieler 1879.
ähnlich heiszt der bäcker scherzhaft semmelschmied: auff, spring zum semmel schmied und hol mir frisches brodt. Scherffer
bei Drechsler
W. Scherffer und die sprache der Schlesier (1895) 232,
der schuhmacher seulen-
oder ahlenschmid Kramer
deutschital. diction. 2 (1702), 608
b.
ganz unsinnlich, im engsten anschlusz an die alte allgemeine bedeutung des worts gebraucht Paracelsus schmied
in stellen gleich der folgenden, wo es '
schaffende, bildende kraft'
bedeutet: der saam ist nichts, er hat allein den anfang, in der (
sc. dem) die form ist, und der schmid, natur und eigenschaft. (1589) 1, 97. 66) schmied
als name von thieren. 6@aa)
von fischen (
vgl. dazu unter schmit).
α)
name einer art der klippfische, chaetodon faber, engl. smith,
franz. forgeron Nemnich 1, 988,
β)
cobitis barbatula, die schmerle 1084,
γ) meerschmidt
heiszt auch der petersfisch, zeus faber 2, 1588. 6@bb)
elater, schnell-, springkäfer 1, 1468. Schöpf 630. Danneil 197
a.