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schmied

nhd. bis sprichw. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schmied

Bd. 15, Sp. 1053
schmied , m. faber cuiuscumque metalli Wachter 1443, mhd. smit, gen. smides Lexer mhd. handwb. 2, 1015, ahd. smid, smit, gen. smidis, faber, cudo, malleator Graff 6, 826. goth. ist nur ein schwaches m. aizasmiþa, χαλκεύς bezeugt 2 Tim. 4, 14; mnd. smid, smed Schiller-Lübben 4, 264a, nnd. smid, gen. smedes brem. wb. 4, 859, smed Schambach 197b, smd Danneil 197a, smied Woeste 243b, mndl. smed, smid, werkman in hout of ijzer Oudemans woordenb. 6, 358. Kilian, nndl. smid; altfries. smeth, smid, neufries. smid Richthofen 1038a; ags. smiþ, worker in metals or in wood Bosworth - Toller 889b, engl. smith; altnord. smiðr, worker in metals and wood, ship-or house - building Cleasby - Vigfusson 572a, schwed.n. smed, norweg. smid. stammverwandt sind augenscheinlich die im ablautsverhältnis stehenden ahd. smeidar, artifex, daedalus Graff 6, 828, gesmeide, geschmeidig gramm. 2, 46. man vergleicht weiter als wurzelverwandt goth. maitan, hauen, ahd. meiʒan, meiszel Noreen urgerm. lautl. 207 und auszerhalb des germanischen [] gr. σμίλη, schnitzmesser, σμινύη, hacke Kluge etymol. wb.5 331a. die bedeutung der zu grunde liegenden wurzel scheint 'glättend, kunstvoll bearbeiten, bilden' zu sein. vgl. ebenda 330a (unter schmeicheln). — die ursprüngliche kürze des stammvocals von schmied erscheint im früheren nhd. durchgehends gewahrt. Maaler 358a, Hulsius 286b, Schottel 1404, Stieler 1879 und Wachter 1443 bieten schmid, Frisch 2, 208a daneben auch schmied, das er für die ältere, eigentliche form hält. nach Adelung sollte der sing. schmid, der plur. schmiede geschrieben werden, weil der erste kurzen, der letztere langen vocal habe. auf flectierte und unflectierte form bezogen hat diese unterscheidung historische berechtigung, weil inlautende media im nhd. längung des stammvocals im gefolge hat, während sie im auslaut zur tenuis verschärft meist alte kürze erhält (tăc — tāges). Campe will die länge des vocals und demgemäsz die schreibung mit ie, die auch Steinbach 2, 464 schon in unflectierter form gewährt, überall durchgeführt wissen, und diese regelung hat, wenigstens was die schreibung anbelangt, heute allgemeine geltung. die aussprache schwankt zwischen schmĭd und schmīd, während sie natürlich bei schmiedes, schmiede als lang feststeht.auf md. sprachgebiete begegnet übergang des stammvocals in e: smet, smeth, faber Dief. 221a, schm'ët Liesenberg 197. 11) der vermuteten etymologischen beziehung und der allgemeineren verwendung des wortes in altgermanischen dialecten gemäsz ist anzunehmen, dasz schmied zunächst die bedeutung 'bildner' gehabt hat. es wird dann eingeschränkt auf den in alter zeit am meisten geschätzten bildner, den verfertiger des für fristung und sicherung des lebens so nützlichen metallenen geräts, dessen kunst im mythus verherrlicht erscheint. Wieland, der gefeierte schmied der germanischen sage, der von kunstreichen zwergen (alben) unterrichtet wird, erscheint auch als verfertiger eines schiffes Grimm mythol.4 312, und der zimmermann, der schiffe und häuser baut, wird im ags. und altnord. auch schmied genannt. noch aus frühnhd. zeit läszt sich dieser allgemeinere gebrauch erweisen. so unterscheidet Paracelsus den schmied des holzes und den schmied der metalle: (der arzt musz wissen) was dem fischer diene, was dem lederer, was dem gerber, was dem ferber, was dem schmidt der metallen, was dem schmid des holzes zuwissen sey. 1 (1616), 230 A. andrerseits scheint schon ahd. die beziehung auf den bearbeiter von metall vorzuherrschen, wie die composita êrsmid, goldsmid, isarnsmid, kaltsmid, silbersmid Graff 6, 826. 827 zeigen. noch deutlicher ist das im mhd. erkennbar, wo zeugnisse aus der lebendigen sprache und zahlreichere zusammensetzungen vorliegen. vgl. mhd. wb. 2, 2, 427. an das alte arbeitsgebiet desselben, schmied genannten metallarbeiters erinnert es, wenn in älteren quellen manchmal das simplex gebraucht wird, wo wir ein compositum oder ein anderes wort gebrauchen, so vom arbeiter in edelmetallen (gold-, silberschmied): smide hieʒ man gâhenwurken einen sarc, von silber und von golde. Nibel. 979. 1; diu krône ist elter danne der künec Philippes sî: dâ mugent ir alle schouwen wol ein wunder bî, wies ime der smit sô ebene habe gemachet. Walther 18, 31; in archaisierender sprache: sie schenkten ihm zur hochzeit eine wiege von silber, schön durchbrochen und verziert, ein künstlich werk der schmiede zu Gemünd. Uhland 188. vom verfertiger von schlüsseln (kleinschmied, schlosser): chain smit sol sluʒʒel wurken die auf taich oder auf wachs sint gedrucket. quelle im mhd. wb. 2, 2, 427; den smit gar vlîʒeclîche bat der minnengernde Lifrenîs, daʒ er im machte in alle wîs slüʒʒel glîch den slüʒʒelen, die er gedrücket vant alhie in daʒ wachs bescheidenlich. Heinr. v. Freiberg Trist. 5976. auf die gleiche thätigkeit weist der nd. ausdruck smedes dogter für schlosz: daar is smedes dogter vör, die thür ist verschlossen. brem. wb. 4, 859. umfang und wertschätzung des gewerks in älterer zeit zeigt die folgende stelle, die sich auf die in der mittelalterlichen schachallegorie übliche auffassung eines bauern (venden) als schmied bezieht: waʒ wær der ritter ân den smit, ob im der smit niht volget mit, der im beslüeg und im bereit sporn und ander sîn gereit, harnasch, hûben unde swert? Heinr. v. Beringen schachged. 9554 [] 22) der theilung des alten handwerks in mehrere entspricht die gebrauchseinschränkung des einfachen worts, das schlieszlich nur noch den verfertiger von gröberen eisenarbeiten, den grobschmied bezeichnet, dessen bekannteste thätigkeit das verfertigen und befestigen von hufeisen ist. als mit solchen arbeiten beschäftigt zeigen den schmied die folgenden stellen: die smide in der vogetige sullent ouch den forstern geben sechzehen hubysin und genegele darzu. weisth. 1, 701 (von 1336); item haben die drei dorf das recht, das sie mogen und sollten einen schmid han .., denselben dreien dorfen zu schneiden und zu beschlahn ire pferde wagen pfluge und karn, wanne oder warzu anders sie der bedorfen. 6, 74, 8 (von 1394); der smid sol ovch zu den drin ochten den pflugen alle jre ysen tenglen, und sol ovch niemant ungetengelt ze acker varn. 4, 239 (um 1400); item die smidt zu Rodheim sollen itzlicher [im jare zwei kole] haben, im lenzen ein wagen [volle und im herbst zwen wagen volle, darumb soll ir ieglicher einem märkermeister ein pferd newe beschlagen an allen] vier füeszen. 5, 249, 13 (von 1454); auch sal komen der schmedt myt syn knecht und sal brengen dem sendthern achte huffeysen und nagel dar zu, und ist yss noyt, so sol er sye dess hern pherden off slagen. 4, 612 (von 1512); der smid sol im einen newen wagensun (pflugschar) auf spitzn umb ainen pfenig und ainen sun derlegen umb ain pfenig und ain sech umb ainen helbling, und sol aus unsn eisen wurchen zwai huefeisen und di nagl di darzu gehornt umb ainen pfenig pei seinen aigen koln, ... und ain newe acker reuten alle jar. 6, 121, 26; wan ich für des schmitzs husz kum so wil ich sprechen, mir (sc. meinem pferde) sei ein ysin ab gefallen. Pauli schimpf und ernst 126 Österley; denn in seinen jungen, auch mündigen jaren ist er fast ein guter schmid gewesen, welchs bezeugt, das er auch noch ein pferd auffs seuberst beschlagen und selber auffheben kan. Kirchhof wendunm. 1, 433; die pferde zum schmid führen. Kramer deutsch - ital. diction. 2 (1702), 608b; schmidt, ist ein handwercks-mann, der grobe arbeit in eisen macht, pferde, wagen, pflüge, und anderes acker-gezeug beschlägt. öconom. lex. (1744) 2615; reitest du bei einem schmied vorbei, weiszt nicht wann er dein pferd beschlägt. Göthe 5, 70. schmied als bezeichnung des auf dies engere arbeitsgebiet beschränkten handwerkers erscheint nun im gegensatze zu den namen anderer abgezweigter gewerke, neben dem schmied wird genannt der kleinschmied oder schlosser, der kupferschmied, messerschmied, zirkelschmied, plattner u. s. w.: dannenhero ist es (das eisen) auch in ungleichem werth, wie schmied, schlosser, platner, schwerdfeger, sichel - schmiede, messermacher, und dergleichen leute, aus täglicher erfahrung wol wissen. Hohberg 3, 1, 73a; ja, ich darf mich rühmen, schon als knabe einen geschickten schmied durch meine anforderungen zum schlösser, feilenhauer und uhrmacher gesteigert zu haben. Göthe 23, 45; smid und bogenære, slôʒær und goldsmit, sarwurkær und meʒʒrær hânt den sit, daʒ si fiwer müeʒen hân. Ottokar 65664 Seemüller. 33) der schmied bearbeitet das eisen durch hämmern: die freiheit kann nicht untergehn, so lange schmiede eisen hämmern. E. M. Arndt (1840) 177; seine bekanntesten geräte sind hammer und ambosz: unnd eyn iedermann quam mit sinen werckgeczuge, ein ackerman mit siner geisseln, ein steinmetcze mit siner bicken, eyn smed mit sinen hammer. quelle des 15. jahrh. in Haupts zeitschrift 8, 313; also ein schmid, der mus bey seinem ambos sein, und seiner schmitte warten. Syrach 38, 29. neben seinem eigentlichen handwerk betreibt er häufig die rossarznei: auch hat man gesetzt und gedingt mit den soldenern, wenne der soldener pfert eins oder mer geergert wirt in der burger dienst und daʒ man di den burgern heim stellt, wellen dann die soldener von den pferden solt nemen, so sullen si dem smide die atzung und das lon geben oder sullen des soldes darben, ob di burger di atzung und daʒ lon gelten. d. städtechron. 1, 171, 38 (von 1356); ein schmied soll ein frommer, und so wol auf seinem handwerck, huf - schlag, als auch der roszartzney absonderlich wohl erfahrner mann seyn. Hohberg 3, 2, 166a; zugleich vernahm er nicht ohne verdrusz, dasz sein pferd von Laertes gestern bey dem hereinreiten dergestalt angegriffen worden, dasz es wahrscheinlich, wie man zu sagen pflegt, verschlagen habe, und dasz der schmied wenig hoffnung zu seinem aufkommen gebe. Göthe 18, 201. auch an die heilung von menschen wagt er sich: [] frü schickt der abt nach seinem schmidt, und sprach zu dem schmidt, sag du mir, ich hab gehöret offt von dir wie du kanst mancherley artzney, sag ob dir auch bewisset sey die artzeney für den zahnweh. H. Sachs 2 (1591), 4, 61d wie die folgende stelle zeigt, oft unter verwertung seines handwerks und in abergläubischer form: dasz solche verkehrte leut am mehristen die heilige zeiten ohn zweifel aus sonderm anstiften des leidigen teufels miszbrauchten, als den h. carfreytag, an welchem nicht allein die schmid ihre krampffring gantz nackend aus einer galgen-ketten schmideten, sondern wol noch andere abscheuliche sachen getrieben würden. Simpl. 4, 194, 22 Kurz. vgl. kurschmidt oben theil 5, 2819. als schutzgott der schmiede nennt der dichter antiker auffassung folgend Vulcan: der Venus mann der hat die schmied in seiner handt. Opitz 1, 441. in vergleichen wird besonders die körperliche kraft hervorgehoben, die das handwerk fordert und ausbildet: sus tûrten si (die ritter) mit strîte ûf des angers wîte: es wæren müede zwêne smide, ob si halt heten starker lide, von alsô manegem grôʒem slage. W. v. Eschenbach Parz. 537, 27; si sluogen ûf den zarten (Hektor) als ûf den anebôʒ die smide. Konr. v. Würzburg troj. krieg 33209. auch der hunger, der solchem kraftaufwand entspricht, erscheint als vergleichspunkt, so sagt man nd. eten as een smid, eine starke mahlzeit thun. brem. wb. 4, 859. 44) eigentlich sprichwörtliche wendungen zeigen den schmied in mehrfachen beziehungen zu seinem handwerk. es heiszt: der schmid lobt seinen hammer. Petri 2 (1605), O 8b. nd. davör het de smid tangen, die sache ist so schwer nicht, wenn man sie nur anzugreifen weisz Dähnert 434a die schmide brennt so bald kein heis eisen. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 608a. ein schlechter schmied, der den rauch nicht vertragen kann. Simrock 430, 9123. schmid haben der feurfuncken gewont. Franck sprichw. (1541) 1, 84b; schmide sind der funken gewont. Petri 2, Ss 4b; in gleichem sinne: smedes kinder sint der vunken wol gewon. Tunnicius 937; der schmide kinder seynd der funcken gewohnt. Stieler 1879. Kramer 2, 608a; schmieds sohn ist der funcken wolgewohnt. Henisch 1288, 28, gewohnt Simrock 430, 9122. ähnlich: der schmide hüner schlafen unter den hammerstreichen. Kramer 2, 608a. vom rechten schmied bekompt man den besten beschlag. Petri Hh 4b; ähnlich: wer wil in sein sachen bestehn, der sol zu dem rechten schmid gehn. Ayrer 2544, 27 Keller. vgl. unten schmiede 2. es ist besser beym schmid, dann beim schmidlin zu beschlagen. Franck sprichw. (1541) 1, 84a. 2, 154a. Egenolff (1591) 343b; man gehe ebenso mehr zum schmid als zum schmidlein, in cose importanti si ricorra ad un perito ò bravo nell' arte sua (se bene costi più) ch'ad un busbaccone. Kramer 2, 608; geh lieber zum schmied als zum schmiedchen. Simrock 430, 9124, schmiedl Hügel 140b; beszer zum schmied als zum schmiedel. Schm.2 2, 545, schmiedla Sartorius 180. dem lat. 'quilibet fortunae suae faber' entspricht und ist vielleicht nachgebildet ein ieder ist seines gelückes schmied. Steinbach 2, 464, in heutiger form jeder ist seines glückes schmied Simrock 174, 3784, ein sprichwort, das vielfach verwandt und variiert wird: jeder, sagte er, sei seines glückes schmied. Musäus volksm. 1, 38 Hempel; er gehörte zu den menschen, die auf eine entschiedene weise ihres eigenen glücks schmiede sind. Göthe 37, 314; wir müssen (im drama) sehen, wie der mensch der schmied seines schicksals nicht mit einem hammerschlage, sondern tag für tag daran arbeitend. Ludwig (1891) 4, 53; Agnes (Bernauer) ist sofern schmied ihres geschickes. dasz sie den tod wählt und jede rettung durch trennung und untreue verwirft. 5, 343; er (der mensch) ist nicht blosz einmal, in einer stunde, der schmied seines schicksals, er hämmert in jedem momente daran, bis die katastrophe den hammer ihm aus der hand nimmt. 422; doch jeder ist der schmied des eignen glücks allzeiten. des knaben wunderhorn 2, 341 Boxberger; verdaut dein magen nicht dergleichen grobe pillen, so lege dir die schuld von solcher kranckheit bey, und wisse dasz der mensch ein schmied des glückes sey. Günther bei Steinbach 2, 464. [] 55) auch in anderem zusammenhange, als ihn die zuletzt erwähnten wendungen bieten, wird schmied bildlich gebraucht. so heiszt es von Parzival: er wart mit swerten sît ein smit, vil fiuwers er von helmen sluoc. Wolfram v. Eschenbach Parz. 112, 28. der dichter nennt die ritter kampfes smide, vgl. ags. wîgsmiþ: dô wâpnden sich die kampfes smide. 210, 4. gott heiszt dichterisch der smit von oberlande: der smit von oberlande warf sînen hamer in mîne schôʒ unt worhte siben heilikeit. Frauenlob frauenleich 11, 1; vielleicht im anschlusz an diese stelle: der smit von ober landen sant' die rôsen hôch geborn. minnes. 2, 247a Hagen; das worht er alls mit seiner hant den (der?) smid aus oberland. Alb. Lesch Germania 6, 221. J. Grimm sieht darin mit recht eine erinnerung an den hammerschleudernden Donar mythol.4 1, 150, doch scheint auch die alte allgemeine bedeutung von schmied 'bildner' durchzuschimmern. vgl. W. Grimm in seiner ausgabe der goldn. schmiede xxvii, 34. auch künstereicher, alter smit wird gott genannt: er ist ain künstereicher smit, im wonet alle weishait mit. A. Lesch a. a. o.; verleich mir gnaden, jungfraw, das ich mug geloben dich und dein kind, den alten smid so verr dort oben, der dich ze muter hat erwelt. ebenda. den teufel nennt man gleichfalls schmied: vliht (fliehet) daʒ ge schelde und idewîʒe, daʒ sint die ubelin blâsbelge des ubelin smides, des tuovelis, die entblâsin den zorn. Schönbach pred. 1, 112, 18; ebenso sind mit den helle smiden der folgenden stelle teufel gemeint: hêrre durch dîn heiligen wunden, die du hâst durch uns erliden, beschirme uns vor den helle smiden! Hugo v. Trimberg renner 23789. es scheint dabei erinnerung an Vulcan vorzuliegen, der als teufel aufgefaszt und bezeichnet wird: drumb hiesens (die jesuiten) auch wol, wie wir rhieten, Vulcaner oder Vulcaniten vom Vulcano, meim hellenschmid. Fischart 2, 257, 589 Kurz. der böse mensch heiszt untugende smit: got selb beleip niht ungeniden, von der werlde untugende smiden, die sînen tugenden wâren gram. renner 14587. in ähnlicher weise wird das wort im compositum urteilsmit, urtheiler, verwandt: der ganzen triuwe ein urteilsmit. Frauenlob 138, 14. aber auch das simplex wird gelegentlich auf geistige thätigkeit, erdenken und ausführen von plänen gebraucht, vgl. schmieden 2, b, γ: dô wart der von Burgenstein frô und sprach: diz ist ein guoter smit gewesen, der diz dinc alleʒ gesmidet hât. daʒ meint er alsô, er wære der smit, dann er hette dise sachen alle erdâht und an getragen. quelle bei Lexer mhd. handwb. 2, 1015. in spöttischem sinne, zur bezeichnung des ungefügen, kunstlosen erscheint das wort in reimschmied, s. dieses oben theil 8, 677, suppenschmied, coquus indoctus Stieler 1879. ähnlich heiszt der bäcker scherzhaft semmelschmied: auff, spring zum semmel schmied und hol mir frisches brodt. Scherffer bei Drechsler W. Scherffer und die sprache der Schlesier (1895) 232, der schuhmacher seulen- oder ahlenschmid Kramer deutschital. diction. 2 (1702), 608b. ganz unsinnlich, im engsten anschlusz an die alte allgemeine bedeutung des worts gebraucht Paracelsus schmied in stellen gleich der folgenden, wo es 'schaffende, bildende kraft' bedeutet: der saam ist nichts, er hat allein den anfang, in der (sc. dem) die form ist, und der schmid, natur und eigenschaft. (1589) 1, 97. 66) schmied als name von thieren. 6@aa) von fischen (vgl. dazu unter schmit). α) name einer art der klippfische, chaetodon faber, engl. smith, franz. forgeron Nemnich 1, 988, β) cobitis barbatula, die schmerle 1084, γ) meerschmidt heiszt auch der petersfisch, zeus faber 2, 1588. 6@bb) elater, schnell-, springkäfer 1, 1468. Schöpf 630. Danneil 197a.
17770 Zeichen · 277 Sätze

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SchmiedDer

    Campe (1807–1813) · +4 Parallelbelege

    Der Schmied , — es, Mz. — e . 1) Ein Handwerker, welcher vermittelst des Hammers und Feuers das Metall zu allerlei Werkz…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schmied

    Goethe-Wörterbuch

    Schmied rund 50 Archivbelege; vereinzelt ‘Schmidt’, einmal ‘Schmid’ GWB B7,103,5 (glühendes) Metall auf dem Amboß mittel…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schmied

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schmied , Vogel, s. Glockenvogel .

  4. modern
    Dialekt
    Schmied

    Schweizerisches Idiotikon · +4 Parallelbelege

    Schmied Band 9, Spalte 855 Schmied 9,855

  5. Sprichwörter
    Schmied

    Wander (Sprichwörter)

    Schmied 1. Bann (wenn) e Schmid verdörbt, soll me'n schloen, dass e störbt. ( Meiningen. ) – Frommann, II, 408, 22. 2. B…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schmied

376 Bildungen · 204 Erstglied · 165 Zweitglied · 7 Ableitungen

schmied‑ als Erstglied (30 von 204)

Schmied'esse

DRW

Schmied'esse, f. (mit einem Rauchabzug versehene) offene Feuerstelle in der Schmiede, an welcher die Schmiedestücke erhitzt werden jedermann…

Schmiedäpfel

RhWB

Schmied-äpfel -etsępəl Geilk-Brachelen , Erk-Elmpt (nach den FN) Pl.: harte A.sorte.

Schmiedamtsbuchbesichtigung

DRW

Schmiedamtsbuchbesichtigung, f. Prüfung der Zunftrolle der Schmiede vgl. Amtsbuch (A II 2) [auf Bitte der Zunft] hat ... ein ehrbar rait nac…

Schmiedamtsmeister

DRW

schmied·amtsmeister

Schmiedamtsmeister, m. wie Schmiedmeister sollen alle schmidtambachtsmeisteren, so das ambacht vor dato dieses an sich erkauft und geworben,…

schmiedbar

DWB

schmied·bar

schmiedbar , adj. von metallen, die durch schmieden, hämmern bearbeitet werden können, hämmerbar, schmidbar Kramer deutsch-ital. dict. 2 (17…

schmiedchen

DWB

schmied·chen

schmiedchen , n. , demin. zu schmied, im sprichwort: geh lieber zum schmied als zum schmiedchen. Simrock 430, 9124 . vgl. schmied 4.

schmied als Zweitglied (30 von 165)

Ɉagdschmied

Campe

Der Ɉagdschmied , der Ɉagdschneider, s. Campe Ɉagdhandwerker .

Verseschmied

RDWB1

Verseschmied m стихоплёт (не имеет отношения к слову "кузнец")

Amboßschmied

Campe

amboss·schmied

Der Amboßschmied , des — es, Mz. die — e, ein Grobschmied, der vorzüglich Ambosse verfertigt.

Bergschmied

Campe

berg·schmied

Der Bergschmied , des — es, Mz. die — e, ein Schmied, der das in den Bergwerken nöthige Eisenwerk verfertiget.

Blechschmied

Campe

blech·schmied

Der Blechschmied , des — es, Mz. die — e, im gemeinen Leben für Blechmeister; dann ein Pfannenschmied. S. d.

Bohrschmied

Campe

bohr·schmied

Der Bohrschmied , des — es, Mz. die — e, ein Name des Zeugschmiedes, weil er auch Bohrer verfertiget.

donnerschmied

DWB

donner·schmied

donnerschmied , m. Servius will so viel andeuten, der eine habe donnerschmiedt ( Brontes ) geheiszen Opitz 1, 36 .

drahtschmied

DWB2

draht·schmied

drahtschmied m. : 1363 drotsmit ( Nürnb. ) chr. dt. städte 2,507. 1518 drotschmit Folz meisterlieder 85,79 DTM. 1

ehehaftsschmied

DWB2

ehehaft·s·schmied

ehehaftschmied , ehehaftsschmied m. inhaber einer schmiedegerechtigkeit: 1778 ehehaftsschmid württ. ländl. rechtsqu. 3,667. 1827 Schmeller/F…

Fabelschmied

Campe

fabel·schmied

Х Der Fabelschmied , des — es, Mz. die — e , verächtlich, der Urheber einer erdichteten Erzählung.

Fahnschmied

Campe

fah·n·schmied

Fahnschmied , des — es, Mz. die — e , der Huffchmied bei einem Fähnlein oder Haufen Reiterei.

feilenschmied

DWB2

feilen·schmied

feilenschmied m. : 1592 obrhein. stadtrechte II 1,199. ⟨1810⟩ Sartori Oesterreich (1811)1,370.

flaschenschmied

DWB2

flaschen·schmied

flaschenschmied m. hersteller von metallflaschen: 1416 ausgabeb. marienb. hauskomtur 197 Z. 1807 Kulenkamp handwerker 268.

Ableitungen von schmied (7 von 7)

beschmieden

DWB

beschmieden , includere aere, ferro, ahd. pismidôn ( Graff 6, 828 ), mhd. besmiden: er hieʒ vil sêre besmiden mich in einen bojen, daʒ müet …

entschmieden

DWB

entschmieden , compedibus liberare: mein arm war nicht ermüdet von fesseln, der man mich nur kurz zuvor entschmiedet. Haugwitz Soliman 4, 37…

erschmieden

DWB

erschmieden , excudere, ags. âsmiðian, würde ahd. irsmidôn, goth. ussmiþôn lauten : das eisen läszt sich nicht erschmieden. Stieler 1878 .

schmiede

DWB

schmiede , f. fabrica, officina ferraria, zu schmieden, schmied gehörig, mhd. smitte Lexer mhd. handwb. 2, 1016 , ahd. smitta, daneben smidd…

verschmieden

DWB

verschmieden , verb. zu schmiedearbeit verbrauchen, mhd. versmiden: stangeneisen verschmieden; die platner und schlosser werden mehr eisen v…

zerschmieden

DWB

zerschmieden , verb. , beim schmieden auseinander treiben: ein hufeisen ... z. Valvassor ehre d. herz. Crain 3, 2, 89 ; Stieler 1878 ; Campe…